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Full text of "Beiträge zu der Kirchengeschichte der Evangelisch lutherischen Gemeinde zu Frankfurt am Main ..."

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0titr&6e 



ju Der 



fcer 

enanfldird) iut|)enfd)fn 0mein'be 

gu granifurt am SDlain, 

mit beronöfrer Jfl»fjiel)ung ouf fiturgif, 



fiarl Gbrtiljatt ^etf «ir, d: Phil. 

Henflfloiial'llliiäi uiä Vfacin. 



Sranffnrt am SRaitt, 1832. 
3n VonnriBStim Itcr 9tmmerfif)(n Sorlnntnte-fiiui)^anl)lunft , 



<Zt(Ptpi SSM»). 




©rucf öon fluguft ©tritt. 






33 r tt) r t 



iüie ju (Silbe 1848 erfd^ienene erfie 2lu«gaBe biefer ©d^rift 
följfrte bell %Mx ©ie Äird^cnagenbeii ber et)aiigelifiö^ lut^eri^ 
f^^en ©emeinbe ju ^ranffurt am SDfain» Sßegen t)öttigerUtt* 
getDtflfyett ber 3^'fitwft ^^^ bamaB bie ^erau^gabe ettDa« Beeilt 
tDcrben* 2lte ruf^igere 3^^^^^ ^i^ Ueberarbettung gefiatteteit, 
erfdf^ten 1850 ba^ erfle ^eft (ptx aßgemeine J^f^eiO in t)ers» 
ttiel^rter unb t)erbef[erter ©eflalt 9lo(ipinaI^ überarbeitet, er^ 
f^^eiiit nunmefyr ba^ @aiije unter bem öerdnberten unb ange^ 
ttieffeneren J^itel: Beiträge ju ber Äird^engefd^idf^te ber eöang» 
lutl^erifc^eii ©emeinbe ju ^ranffitrt am SDiain mit befonberer 
S3e;5{el^ung auf iPiturgie* "^tnn bie ^auptfadf^e fnüpft jidji 
aßerbing^ an biefen ©tanbpunct, bc^^ n)irb tt)eit mcl^r gegeben, 
at« unmittelbar bamit jufammenl^dngt* Die Äird^engef^fi^te 
einer el^emaligen grcflem 9leidf>«jiabt be« fübn^efili^^en ©eutfdji^ 
lanb«, öcn fold^em ©tanbpuncte betrad^tet, fiat jtt>ar jund^^fl 
me^r örtlidf^e 2Öidf>tigf eit , rm^ aber jugtei^^ eine allgemeinere 
S;^eilnaf>me ftnben, inbem, tt)a6 fi^^ ^ier ereignet fiat, mel^r 
Ober minber audf> anbern)drt^ öorgefcmmen ifi* ©a inbeffen 
bei bem SDfangel einer duf ern Sinfieit unferer Äirdf^e überl^aupt 

• 

au4> no4> bie l^ieftge lutl^erifd^e ?anbe«firdf>e öon allen anbem 



IV 



jiemKd^ gefcf^tcten unt) fafl a6gcfd;Ioffen M ficinb, fo fann btefc« 
JBerf^ältttif t>te J^fieilnaJ^me an i^xev ®e\^i^te no^^ er^ö^cn* 
©er Serfaffer glaubt, Daf eine in Dtefer SÖeife heaxheitete 
®c\^i^te einer Keinen i?ant>e^fird^e bi^ jeßt nodf> ni^t t)cr^ 
l^anten ifl* ^ätte man ntel^rerc folcf^e, fo tDörben für bie 
oKcjemeine ©efdpic^te ber lut^crifd^en Äir^^e au(f> im Smjelnen 
unt) kleinen ft(f>ere J^J^atfadpen gett)onnen* — Die angel^ängten 
Kturgifdpen Erörterungen ffnt) ©ebanfen unt) Sorfdplage, tt)eld{fe 
ju fiufem t)er 93erfaffer, nadf> mef^r aU Dreifligjaf^riger 2lmt«^ 
erfal^rung unt) Äenntnif naf^me ber @ac^e unt) ber über fie er^ 
fi^ienenen ®(f>riften, fo gut aU jeber 2lnbere ftdf> befaf^igt glaubt» 
Die erflc 2lu6gabe biefer ©d^rift öon 1848 erful^r eine 
ge.niale; aber ^6^^ übermütf^ige unb oberfIdd(>Ii4>e S5eurtf>eilung 
in bem neuen 9le))ertorium f» b» tl^eoL ^ittevatav n. f» tt)* üon 
JReuter, ©erKn, ®eptember^eft 1849« 3n bem 93ortt>orte 
)u bem erften ^efte ber öermel^rten unb öerbefferten Sluflage 
tiefet SBerfc^en« öon 1850 tt)urbe in gleichem J^one entgegnet; 
liier ftnb biefe S5ejiefiungen tt)eggelaffem ©a« S3u(ip mag feinen 
SBeg gefien unb feine Srfafirungen ma^tn; ei tt)irb feine ge** 
reci&ten unb billigen Seurtl^eiler finden unb gett)i|l ni^t oj^ne 
Sfieilnal^me unb Stufen Ueiien. 



iQ 1t e I I e n^ 

tt)eld^e bcr Sßerfaffer benagte oter öergl^, tDaren folgende: 

!♦ Die aigenben unferer |)te|tgen lutj^enfcfim Oemembe ; 
2« Cer^ner^ ^anf furter ß^romf, erper Sanb 1706, jweiter 1725; 
S. Se^nemann^ fitfiortfd^e ^Jad^rid^t t>Ott ber ij^teftgen Slteber* 
lönbtfci^en ©emembe, 1725; 

4» atftter^ rt)attgeltf(|ye^ Denfmal, 1726 CDte in ber JRegffiratur 
be^ lut^erifd^en ^rebigeri^aJitntjiertum^ beftnbliti^f, f^ier furj: 
SRttter M«; , Uid^mU, fc^on ©nbe 1721 t)oUenbete |)anb' 
f(!^rift in 4o* iji t)iel überfi(|)tlt(]^er unb t>ottfianbiger unb gej^t 
bt6 gum 3a|>re 1600* iant einigen t>orangebunbenen ©riefen 
unb ben barin entj^altenen SBinfen fanb Stitter tt)afirfc^einltc|i 
in jiener S^t ber bfirgerli(!^en B^rnDurfnijfe unb ber Slnwefen«^ 
^^it einer faiferli(|)en ßommifjton gegrünbeten 2lnla§, SJiele^ 
au^ ber •^aubfc^rift wegjulaffen ober anberö einaurei^^en, wo^ 
burd^ ba^ 1726 gebrucfte S3u(]^ eben niti^t gewonnen f^at); 

5. erneuerte ßonfiporial^^Drbnung t^oin Safere 1774; 

6* SSerfud^ einer Einleitung in bie ©taat^t>erfajfung ber Steid^ö* 
jiabt granffurt t)on 3o|>. 2lnton STOorig, 2 SCj^eile, 1785; 

7. ©efc^id^te beö beutfd^en Äird^en^^ u* ^rebigtwefen^ t)on glugge, 
S3remen, 1800; 

8. anton Äircl^nerö ©efd^id^te ber ©tabt granffurt am SWain, 
2 a:^eire; 

9* ©efd^icl^te ber ©tabt granffurt am 3Wain t)on ®eorg ?ange, 

©armjiabt, 1837; 
10» ©ammlung liturgifcf^er gormulare t)on 8ö{fe, 9lörblingen; 

11. 2)a^ beutfd^e Äird^enlieb t>on 9Wartin Suti^er bi^ u. f. w. t>on 
SaSadernagel, ©tuttgarb, 1841; 

12. ©efcbi^te be^ Äiv4ienliebe6 unb ffirci^engefange^ u. f. iv. t)on 
Stoö), 2 5:^ei(e, ©tuttgarb, 1847; 



VI 



13» ©te Ä^ttd^enbud^füfirung ber freien &ta\>i granffurt loon bem 
®d^6ffen unb Senator Dr. 3o|)* Oeorg ©ö^mer, 1848 Ui 
Sronner (nid^t t)oUenbet, boc|> in t)ielen |)anbett); 

14. e|>rtfiltd)e 2lr(i^äo(ogte t)on äugujlt, 12 Xf^ette; 

Die biej^er genannten Dueßen »erben je naify ©anb, Untere 
abtj^eiUmg unb ©eitenjafit angeführt. 

15* J)ie ^rotofotte unb Slcten be^ fiieftgen lutl^erifd^en ^rebtger< 
*' 9Kinifterium^ , t)on weldj^en erpere nad) bem ©ud^fiaben be^ 
Sanbe^ unb ber Seiten ja j^I, le$tere na^ ber römifd^en 3iff^^ 
be^ ®anbe^ unb ber ^a^i be^ ©tücfe^ begeici^net werben. 

Sluferbem ftnb in bem SBerfe felbfi gelegentKd^ M(fy einige 
©(i^riften genannt, wel^e benü$t würben; mand^e bie nid^t genannt 
finb, würben wenigfJen^ nad^ 9W6gIid^feit berödCjtcitigt» Slu^ ijl ju 
bemerfen, bag 9We|>rere^ au^ ben jifibtifd^en Slcten in bem 2(rd^it>e 
gef^öpft ifi. SBer biefelben feit Slnfang beö I6.3al^r|>unbert^ burd^- 
fef^en fönnte, würbe wofil nod^ mand^e^ ©emerfen^wertj^e finben. 
2)od^ gel^ört baju eine größere S^it Qc^ möd^te leidet jiugentlid^e 
Äräfte ein Sal^rjel^enb befd^äftigen) , aW einem älteren amt^tfiätigen 
©eipiid^en ju ©ebote ftej^t. änberer ®dM ifi für ben Swecf biefeö 
SBßerfd{)en^ unb feine ®efc^ranfung auf ein gewijfe^ SSHaa^ Um fo 
große ?(u6beute ju erwarten, inbem Sitten t>on einigem ®elang bie 
^rotofotte unb Slcten be^ ^rebiger :^ 9Kinijierium^ burd^lief, wel^e 
freiH(|) in ber frfif^ern ^äi mand^e ?ücfe geigen, über weld^e aber 
aud; in ben ficibtifd^en Slcten oft feine Sluefunft ju ftnben iji. 



3nl)aU0t>et3etd)tti^, 



(Sintheiinn^ i 

1. $. u 3»ecf. 

2. $. 2. 53 e griffe, »genbe. giturgfe. 

3. ®runb(age unb 9{i(^tung ber l^ieffgen 9[genbem 

$. 3. ereigniffe üor unb wÄJreno ber Sleformat(on baj(er. — 
$. 4* ßiettariuö unb feine ©egner. ^fal^grof ?ubtt>ig V. — $. 5. 
SBittenbergifc^e (^inigungöformel. — $. 6. ©c^maKalbifc^e »rufet 
®eftner» — $. ?♦ %mhaöf. Äate(^iömu^*@treit granffurter ©ini* 
gungöformet — $♦ 8» kämpfe ^»ifc^en ©eltner unb Stntba^. — 
$. 9. f)artmann S3e9er. — $. lO. Snterim. — $. ii. ©eftaltung 
beö eeremonietö. — $♦ 12. ©pmbotifc^e mtf^n. — $♦ 13. ^on* 
corbienformet — $• 14. späterer SJorgang »egen ber @(|mal* 
falbifcf)en Strtifel. 

4* 9[genben .*•*.••«••• 12 

$• 15. @rfle gorm. — §. 16. ^auptgattungen. — $♦ 17. »gen* 
ben üon 1543, 1549, 1553 unb 1565. — $. 18. üon 1589 unb 
1599. f)anbbüc^Iein. — $. 19. üon 1644 unb 1688. — §. 20. 
51u«augboni7ö8. — $. 21. Steuere ©efc^ic^te. — §. 22. ©c^wie* 
rigfeiten einer neuen Slgenbe. — $. 23. ^intjeilung beö ^JadJ* 
folgenben. 

Qhtfttt Slieil« fßon tct aü^em* fitä^liä^en ®otte^^ete^tnn^* 19 

1. Oerter berfelben. 

$. 24. 3urütfgegebene unb verbliebene Äirc^en. — $. 25. S5ar* 
füg er*, ^auttfirc^e. — $. 26. Äatjarinenfirc^e. — $. 27. ^eter^* 
firc^e. — $. 28. 9eif olai*, ^o^pitalfirc^e. — $. 29. SBeif frauenfir^e. 
aieformirte unb lutjerif^e 9lieberIÄnber. — %. 30. SUTer^eitigen* 
fir^e. 5lnglif aner unb ^e^bpterianer. — STOaternuö * Sapette. — 
§. 81. ^reü(fttig^fir(|e. — %. 32. (Bi^pUHt. iSeleu^tung. dt* 
to&mm^. — S* 33. ^au^lir^en unb iSetf^e* 

2« Uebtrfififtt ber dffentK^en @otte^)»ere$rungen « . . 27 



vm 

Seite 

§. 34. ^erjeic^niife unb Oertet. — $. 35. T>nx^ (lanbibaten ge* 
garten. — $. 36. 35ef(^tänfungen ber 3^^^. 

3. 3eit $.37 30 

4. gorm 31 

$♦ 38. ?ut5erö Stnorbniing. 2:ä0li(^. — $. 39, ©onntag^* — 
$. 40. ^rebigt unb gectionen. — S* 4i. a»effe. — $. 42. ?atei* 
nifc^e aÄeffe. — §. 43. 9?ajere S5ef(^reibung berferben. — §♦ 44. 
©eutfc^e a^cffe. — S* 45. 35erfiattete grcfJeU. — %. 46. ©onfHge 
lutjerifdje Äirc^enorbnungen. — $. 47. f>ieftge »norbnung. 2:äg* 
Ii(^. — §• 48. ©onntag«. — $. 49. 3ScrgIei(^ung mit ?ut^er^ 
SÄeffe. — $. 50. @etbfHJänb(ge fonntägtic^e 9»orgen*@otteöüer* 
ejrung ojne »benbrnat. Siiac^rnfttagöfirc^cn. — $. öl. Sectionen 
unb 2:ejcte. — $. 52. -^anfenjettel. 35etfünb{gungett. Slnjcigen. 
^ingelbeutet grü^e^ Seggelften. 

5. S3ef(^affen5e(t 42 

$. 53. :2)auer* — S. 54. ^rcbigtweife. — $. 55. 3»ögti(|feit bet 
üielen ^rebigten. 

6. S3etflunben 46 

$♦ 56. (Jntftejung. — $. 57. gernete ©efc^tc^te. — §. 58. 3eit unb 
Ott — $. 59. Älageu. — $. 60. Slec^tfettigung beö gortbeflejenö. 

7. gefte 50 

§. 61. Interim. — $. 62. ^a^ bctt Slgenben. — %. 63. 
Oftern. — $. 64. (&fnte*©anffe|l. — $. 65. S3ug* unb Settage. 
Sarfreitag. ^itanep. — $. 66. ^Sorübergejcnbe firc^Rc^e gefie. — 
5. 67. S5uc^brucferfefl. — $. 68. @iege^*, grieben^* u. 2)anffefle. 

8. a;eyte unb ©efdnge für gefie 58 

5. 69. »eitere 3eit. — §. 70. bleuere 3eit. 

9. Äirc^enaettel. $.71 59 

10. ®th^tt 61 

$. 72. 3tt)etf unb Sftücfftc^ten. — $. 73. ^aä) ben »genben. — 
$. 74. gür auferorbentUc^e gefttage. — $. 75. gürbitten. — 
$. 76. Sitanep. — $. 77. Einige borjanbene ®tUU. gür bie 
granffurter ©otbaten. 

11* 5(ir(^engefang. a. ©efangbud^ 64 

$. 78. (Jrfle rut^erifc^e ©efangböc^er überhaupt. — $. 79. Situr* 
gffc^e Äirc^enlieber. — $. 80. ©ajier. — $.81. granffurter 
?ieberbi(^ter. — $. 82. @rfte^ granffurter ©efangbuclft. — $. 83. 
3»eite^. — $. 84. ©runbfä^e ber »genben. — $. 85. «ieber in 
bem l^anbbü^rein. — $. 86. qjribat*®efangbfl(^er im 16» 3ajr* 
Junbert. — $. 87. ©efangbäc^er im 17. 3«Wunbert» — $♦ 88. 
^efangbttd^ »on 1731» -- $. 89* »on 1789* -< §. 90* i>oti 1825. 



Vi 

etitt 
— $, 91. granaöfifc^e« ©efangbuc^. — §. 92. 2»if*lipber. — 

§. 93. «itanep. — §. 94, ©efangetafetn. — §. 95. '»politifc^e 

©treitfflfeiten iü>er Äirc^cntteber. — §. 96. üb« ®^UU. — §. 97. 

über ba« 2ieb : 3^ u(^ ein |u ©einen !^(OTen.: — §., 98. ©icbte* 

rifcber ©e^att. 

b. prget 79 

§. 99. 53egleitung burdj biefelbe. — §♦ lOO. ©efc^icj^te ber biefi* 
gen Orgeln. — §. lOl. gJoraI*53u4^. 

12. Äirc^enmufif . . . . . . . . . . 8i 

§. 102. ;griibere ®ef(^i(^ie. — §. 103* 9{eg^mä@ige iKrcbenmuftf 
feit 1650. — §. 104. ©ottftieb 2lrnolbö Urtjeil unb ©egenbe* 
merfungen. ~ §. 105. Zzxtt jur Äircbenmufit 

13. $erfu(^ einer eigent^ttmUc^en fircblic^^en unb ^äu^Iit^en 
@oüe^))ere^rung burc^ @pener . . • . «x . .86 

§. 106. (|[on)Denti!e(. Itrfunbe barüber. 

Stieltet VJhtiU fßon ben befonbetti fitä^liä^tn dffeittlici^en 

nnh ^än^liä^tn ^anblnn^ett 9i 

§. 107. ©acrömente. 

1. laufe. 

§. 108. 5lotb»enbigfeit berfelben. — §. 109. Äinbertanfe. — 
§; 110. 9?ot$ttt«fe. — §. 111. Äeine SBieberbotung. SBefentlicbc 
(^rforbernifFe; — §. 112. ?utber^ 2:aufbucbtein. — §. 118. f>ier 
nicbt eingefügt $oufe ber reformirten Äinber. — §. 114. 
^ieftge Slaufs-gormulore. — §. 115. ^atffcn unb 2:aufjeugen. — 
§.116. Itnorbnungen wegen ber @et)attern. — §. 117. Slnwefen(>eit 
ber 3Sdter unb ^pat^en. — §. 118. Ort ber Xöüfe. — §. 11 9. 
3eit. — §. 120. ^Serjögerung ber 2:aufe. — §. 121. gotmutar 
ber i^ottütaufe. — §. 122. ^infc^reibung in baö Äirt^enbuc^. — 
§. 123. Unorbnungen in 53ejie^ung auf bie 2:aufe. — §♦ 124. 
^inber öu^ gemif(i&ten @^en. — §. 125. SBicbertäufer. — §. 126. 
2;aufen üon Suben. — §. 127. üon aÄuJamebanern. 

2. eonfirmatiott 109 

§. 128. (Sint^eilung. 

A. n. @i!Julnnterri(^t. 

§. 129. größere ©efc^icbte. — §. 130. Ouettenangabe ber fpä* 
tern. — §. 131. 3lttgemeine 53emerfungen. 

b. Äötec^iömuö 112 

§. 132. (ginfü^rung beö lutberifc^en. — §. 133. Sutberö grö^ 
fetet unb Heinerer. — §. 184. granjöftfcljer. — Saienbibet öon 
gigulu^. — §. 135. ^iefiger größerer. ?ateinif(^er für ba^ 



X 

, 6eite 

©pmnafium» 5)c;utfc^er. — §. 136. ©emiijungen ber'.@en(oren 
@penet, ^JJritiu« unb Salt(^er. — §. 137. ^»ttftger 2)ru(f be« 
{(einem Siat^iämü^ unt einiger ^orbereituitg^büfj^lein. 

c. Stat^^ißmvLB*^t^\>i^i^ti. §. 138. ..... 119 

d. Äinberlel^ten. 

§. 139. grünere ©efc^ic^te. — §. 140. 2:rittetbeten. — §. 141. 
^a^ bet agenbe/ 5?frnere®ef(!^i(^te. 3eit unb Ott. — §. 142. 
Sorm. — §. 143. Ätügen. 

e. ^farramtndjer Sleligionöunterridjt . . . • . 126 

§. 144. (Stttfhjung unb 3tt)ecf. — §. 145. 5la>etc Ungöben. 
. @t»eit übet bie d^t. 

B. Konfirmation 128 

§. 146. ^tflejuntj unb ßtoetf. — §. 147. 9?a(J berSIgenbe. - 
§. 148. Oeffentlic^e bei ben Sanbgemeinben. — §. 149. ^äuö« 
Ud?e in ber @tabt. 9'leuerc 3^it. — §. 150. Äinber au^ ge* 
mif^ten (S^eii. -^ §. löi. 9rfä^i()ung bet <Sc(iu(ünber ^sr> . 
Sonfirmatiort. Konfirmanbenberjei«i^nif(e» — §. iö2, auftta^mc 
bon Äat^oUfen, SReformirten u. f. w. 

3. 53eic^tc -.135 

§• X53. Äir(^enbcicbte. — §. 154* ^r.ibat»53ei(i&te. gut^erd 
Sormutat;, ^ §. 155. |>ier ni<^i angenommen. "jUa^titn ^gen« 
Uvi. -— §. 156. Slügemein? Jöei^^te. — §. i67^.8otmu(ar. — 
§. 158. Selige gorm. — §. 159. 3fit unb Ort, -^ §. I6O. 
^forterniife ber ^ei6)t^. Äircjjenbuge. — §. I6I. (Sommuni* 

. ciren o^ne 53eic(>te. — §. 162. (i^ommunicantenö^Serjei^niffe. — 

. §. 168. Seict^tbüc^er. 

4. SlbcnbmaC 144 

§. 164. snb utraque. — §. 165. %enben biö J599. — §. 166. 

' Mö 1688. -- §. 167. 3eit unb Ort. — §. I68. 3c^ige Orb^ 
' fiung. — §. 169. 55crfef>ung. — §. 170. ©rot Unb SSein. 
Äannen; —" §. 171. ©ebräitc^^e. Orbnung. Sinftanb. — §. 172. 
2lbenbmal*(5Jenuß beö ^acbric^tcr^. — §. 1 73. @i^ fetbfl' cont:» ♦ 
municiren. — §. 174. 9iotj>tt)enbig!eit be* öfteren ©cnuffc^. — 
§. 175. 3a^( ber ©emegenben. — §.. 176. .f>au^*3lI>enbmaL 
gormutar. — §. 177. ©efc^tc^tlic^e Vorgänge. — §. 178. 2Ba^ 
renb ber fefl 1665 unb I666. 

5. Äird^en^uc^^t. . a. (5:enfur. §.179 . .. ..,..,. . . 156 

b. Äirc^enpotiie^. , . 

§. 180. eonntagdfeicr. Äirc^tvei^en. — §- I8i, Unwbaungen 
in unb an ben jttrc^cn. 



9eite 

0. üifi^ntU^i j^ir#ett;|n(^t' 159 

§. 182, öegrflf unb 3^t± — §. 183. SWgemeine 53emfijungen. 

— §; 184. "öefonbere. 

d. 35erHttn(f ju bem JJeater i6i 

• §. 186. im 3lllgemeinem — §. 186» Stampf bagegen, — §. 187. 
gegen ein flänbige^ ©(^aufpiel^au^; gegen @(^aufpie(e am @onn«« 
tage. — §.188. gegen t>a^2lbent mal ber ©^aufpieler. — §. 189. 
@(^a«fpiet*®irecf or öon Äutj. — §. 190. gortbauetnbeStbneigung. 

6. Kopulation . . . . . . . . ♦ .166 

§. 191. ^toriamation. — §. 192. (JinwiCIigungberSJerwanbten. 

— §. 193. 3Jerbotene 35ertt>anbtf(^afWgrabe. — §. 194» gor* 
mu(ar beö Sufgebotö. — §. 195. (Jrtaubnif jur €!opulation« — 
§. 196. 3tt)if(^en (SJriften unb Suben. — §♦ 197. ^nt^txiZxau^ 
büd^Ietn. — §. 198. ^icfige Sigenben. — §. 199 ©(^»ietigfeiten 
beö gormurat^. — §. 200. £)rt ber Kopulation. — §. 201. 
iüt — §. 202. ©efc^loffene Seiten. — §. 203. görmlic^feiten 
unb ©ebrauti^e. — " §: öo-f. ^erfefung. — §. 205. Unorbnun* 
gen. — §. 206. — f>auötrauung. — §. 207. S3cf(^einigung ber 
t>oKgogenen Kopulation. 

7. Kibe^t>ertt)arnung. §.208 .182 

8. 2lnftellung eineö ©eifllic^en 182 

§. 209. Orbination. Kinfü^rung. — §. 210. gormular ber Orbina* 
tion. — §.211. @efc^i(f)tlic^eö. — $. 212. gormular berKinfü^rung. 

9. Äirc^lic^e Leichenfeier I86 

§. 213. ©rabgefänge. Seic^enrebe. ~ §. 214. Slgenben. — 
§.215. S3egleitung bon ^WifFet^dtern. — §. 21 6. Begleiter. %x& 
ger. 2:obtengräber. 3"t. (Störungen. — §. 217. Sluftoanbö* 
©ebüren. 

Slac^träge. §.218 191 

^n^aitg* ?iturgif(^e Erörterungen ...... 193 

§. 219. ^Sorbemerfungen. — §. 220. ©tanb ber ©ac^e. — §. 
221. ^lotjwenbigfeit einer Slgenbe. — §. 222. 3tt>e(fmäfigfeit. 
3n^alt. — §. 223. gorm. Zeremonien. 

A. 5lllgemeine öffentliche ©otte^üerejrung . . .196 

§. 224. gut^erö beutfcf)e SÄeffe. — §. 225. ^reuöi^c^e 3lgenbe. 
— §. 226. Slltar^Kultu^. — §. 227. ^rebigt. — §. 228. @onn* 
tagö 9^ac^mittag^ unb an SBerftagen. — 229. Äirc^Iic^e Sin^ei* 
gen. Äirci^engefang. Äirci^enfegen. 

B. 33efonbere fircij^lic^e |>anblungen 201 

I. ?iUgemeine ©runbfäje. 



XII 



§. 230. ätotä. — §. 231. Ott ttiib Seit f— §w 232. 3nMtunb 
So^m., -- §• 233..@(ai^en^be(etttt,tnif. -T. («234. (Sietemonien. 
t3rot. SBein. Sa($^(eraen. ^ §. 235. 3rii^n ^e^ %euae^. — 
§. 236» |)änl)efatten. ©tejen. Änieen. — §. 2^7.,^u^.eftung 
ber ^anb. — §. 238. ^Sorb'emerfunöen jü ben gormuiaren.^ 

IL gormiilate .... . . . . . . 207 

§.239. ^. taufe. ;— §.. 240. b, (Sonfttmation. — §. 24i. 
c. ^ei^ü, — §. 242. .d. 3[bettbmaL -- §. 243. e. (Kopulation. 
— §. 244. f. igibe^bettoarnung. — §. 245. g. Orbination. — 

§. 246. h. Leichenfeier. 

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ber 

et»att$elifci^ Intl^erifcl^ett ^tmtinbt 

3« 

^ranffurt om SRoin, 

mit befonberer ^infid^t auf iMturgie^ 



€ i n 1 e i t u n 0. 



1« Streif« 

$. 1. e^ tfl m(^t bte abfielt be^ aSerfajfcr^, etne »ottflättbtge 
®ef(|t(^te ber l^teftgen Iutl^erifdj)ett ©emrinbe gu geben, tt)eld^e nac^ 
etnem umfaffenbern ^lane aufgearbeitet tt)erben müf te* Slud^ iji bie*? 
[elbe uac^ ifiren »efentlid^en Sefianbt^eilen in bem großem ©ef^id^t^* 
werfe über granffurt t)onÄird^ner unb in bem Reineren ^anbbuc^e 
t)on Cange entl^alten, wobei freilid^ in ©njel^eiten, unb wenn man 
bie Dinge t)on t)erfd^iebenen ©tanb^unften beleud^tet, immer no(^ 
eine ergiebige S^ia^Iefe bleibt, ^ier iji nun ber liturgifd^e ©tanb^ 
punft gewählt, auf weld^em fe^r t)tele^ ©ngelne ftd^ bemerfbar mac^t, 
ba^ auf bie ©ejlaltung ber SSerl^ältntffe ©njluß übte unb boci^ in 
einer attgemetnen ©efd^td^te entweber feine ^)affenbe ©teile ftnbet, 
ober [c^ief beurt|>eilt r^erben fönnte, wenn man e^ nid^t gerabe toon 
biefer Seite betrad^tet. 

§. 2. 3ebe Sleligionögefeifffd^aft bebarf jur (Srreid^ung t|>re^ 
SweÄe^ einer äußern unb tnnern Drbnung CÄird^enorbnung). 
©neu wefentlid^en X^Hl berfelben bitten bie Agenda QaU 3Kepr* 
jal^I genommen: abjulpanbeinbe Dinge; aU ©njal^I: Agenda; näm* 
li^ Liturgia: bte abau|>anbelnbe Citurgie). ©ie gibt Jlnweifung über 

1 



— 2 — 

t)te bei ber attgcmctncn ©otte^t^erefjrung unb ben befonbern Kredit* 
c^cn ^anblungen ju beobac^tenbe aSerrid^tung naä) ^a^ntiQ unb 3tt^ 
l^alt, ober über bte Citurgie Ctt>orrtic^: SSoIf^^ b* |>* offentltd^er 
J)ienfi3* SBiß man beibe gef^orig unterfd^eiben, fo ^wanUn jtt)ar 
bte Segriffe unb tioerben ^aufig mit eina^ber t^erwed^felt; bod^ benft 
man jtc^ bem aSBortöerflanbe na(fy am Scflen unter Slgenbe bie er^ 
tfjeilte SSorfd^rtft, unter Citurgte aber i|>re äu^übung, befonber^ tt^enn 
(te mit ftnnbilblid^en Cf^mbolifd^en) ^anblungen t)erbunben iji* 

3« &tunbla^e unb 9Vld^titng btt l^teffgett ^enbett. 

§♦ 3. J)ie allgemeinen Urfad^en ber 9leformation, totl^c ^in 
wie anberwärt^ wirften , f ommen nic^t weiter in Setrad^t. 9lur bür^^ 
fen einige Sreigniffe nic^t mit ©tittfd^weigen übergangen werben, 
wet^e fjieftgen Orte^ biefelbe ganj befonber^ t)orbereiteten unb 3u^ 
Ie$t in ba^ Ceben riefen* Dai^in gebort jut>orberji jiener blutige 
©treit um ben 33efi§ be^ erabifd^öflit^en ©tul^I^ ju SWainj jwift^en 
Slbol5pf> »on 3la^au unb Dteti^er t)on 3fenburg, wdl^renb beffen 
bie ©eijili^feit unb bie ©emeinben be^ SWainjer Äird^fprengeW, woju 
auci^ granffurt gehörte, nid^t wenig irre gemad^t würben, unb ba^ 
Äird^enwefen in grofe 3errüttung fteL Sine gang befonbere 3la^^ 
wirfung äußerte ber UeberfaK »on SWaing burd|) äbol^i^ in jiener U^ 
rfid^tigten STOorbnadj^t »on bem 27* auf ben 28» October 1462, ber 
Diele reid^e unb angefei^ene ^amilUn bewog, pier|>er überjuftebeln* 
aWitglieber berfelben unb anberer fd^on burd^ bie bfirgerlid^en Un^ 
ruften gu üWaing im 3af>re 1420 Don bort Derfd^euc^ten gamilien 
waren eö, mt^t f^ater bie |>ie|tge 9leformation tl^ätig begünjiigten* 
2luc^ geflfüdfitete Sud^brudEer gei^örten bagu* — ©ne weitere S3or*= 
btreitung wirfte jiener befannte ©treit ber Dominifaner unb grangi^^ 
faner über bie unbefledEte Smpfängniß SWaria, ber aud^ ffier gu 2ln* 
fang be^ 16* 3a|>r|>unbert^ entbrannte unb gu ffeftigen gegenfeitigen 
angriffen unb ©c^mä^ungen Slngefid^t^ ber ©emrinbe l^tnriß* SBedtten 
biefe fd^on allgemeinen Unwillen, fo mußte e^ nod^ tocit mt^x ber gaß 
fe^n, ate ba^ 2!rauerf!piel gu SBern 1509 ben |>ier begonnenen ©treit 
blutig enbete. — gerner machte jiene ^au^tsoeranlaffung gum SIu^^ 
brud^e ber ^Reformation, ber äblaß^anbel, weld^en ber @rgbtfd&of Don 
3»aing in Deutf(|)lanb betrieb, aa<fy ^itx m ärgerlidpe^ auffeilen, 
würbe ober giemlic^ na^ibrüdElid^ gurüd^ewiefen* — gnbltd^ erfc^ien 
S u t f> e r 1521 auf feiner ©urd^reife nad^ unb Don Sormö unb fanb 
bei angefe^enen unb einflußreid^en ^erfonen ädj^tung unb aSertrauen, 
3n feinem ©eifie wirfte, jiebod^ nur wenige 3af>re, ber Don i^m bei 



— 3 ~ 

friner 2lttwefen|>cit fepr au^gejei(]^nete, ioon ben ^teftgen abeltgen ®e* 
^^Ui^ttxn aK ?ei^rer ber t)on tj^nen gegrünbeten latetmf^en ©cj^ulr 
|^ter|>et berufene Bi^nUx M beruffmten @raömu^ Joon 9lotterbam, 
a38ü|>elm 5Refen* 3im 3^^^^^ 1522 trat ein soon.biefem bej^erbergter 
3letfejprebtger, ^artmann ^ia^, einige 3Kal in ber Ä(ojier!ir(j|)e ju 
®t Äat^arinen auf, begfinjiigt öon ben ^jlegern berfelben, unb ^n^ 
»arf ö^mtli^ bie aRi§bräu(i^e ber befie^enben Six^t. <£r mu^te au^ 
aifirffi^t auf boö na^e aWainj halü »teber entlaffen tverbem 2lber 
bie aSerwanbten unb greunbe bee auci^ joon granffurt, »egen ber 
1617 mit i^m gel^abten ge^be, gefüri^teten granj i)on ©idingen, 
welche in i^ieftger ©tabt au^^ unb eingingen, ^artmutl^ t)on Sron^ 
berg, Ulrid^ »on Butten unb anbere, nal^men fi^ feiner an unb 
»erurfa(|ten inx6) i^re B^xittt große äiufregung* 2)0^ bie unauf^ 
l^örlici^e ©egenwirfung t)on 2Kainj erf(|tt>erte ben gortgang ber |>te^ 
ftgen aiefonnation* Diefe »urbe t)on man(|)en atati^^gKcbem, unter 
»elcj^en befonber^ Hamann (Slmanbu^) i)on $)oli]^aufen, ^]^th>p 
gürfienberger u* a. genannt werben, jieboc^ mit groger aSorftcJ^t, 
ungefiümer unb rüdftc^t^Iofer öon ben Bunften in ©cf^uft genommen* 
£)ie ©etflli^feit, unter i^x befonberö ber fieftige ^Pfarrer ^eter SWe^er 
ju@t» SBart^olomäi unb bejfen ßa^lan ^o^. SÄau, »irften in einer 
aSeife entgegen, bie ii^rer ©ad^e me^r f(|abete, ol^ nü^te* 9la^bem 
jiener lange ben Slatl^ unb bie SBurgerfd^aft mit ©c^mäffungen über* 
|>auft |>atte, mußte er, perfönlicfi bebro^t, 1525 nad^ 3Äaina ent* 
totiiifytn. jDieß gefc^al^ furj i)or einer attgemeinen grfd^ütterung ber 
Diepgen SSer^ältniffe* 3u Anfang 1525 war in Dberfd^waben ber 
SBauemfrieg au^gebrod^en unb ^atu fi(| balb über einen großen Xi^eil 
»Ott jDeutfd^Ianb tjerbreitet* Die t>at>nx^ i^eröorgerufene Aufregung 
t^ülH ^ auä) ber ©tabt granffurt mit unb äußerte ft(| in großen 
Unorbnungen* Die Seforgniß würbe no(|> g^fleigert, aU man bei 
bem anfänglichen Ärieg^glütf ber SBauern ben Sefud^ ber fogenanu:^ 
ten fd^warjen JBauern, bie ju SWiltenberg lagen, für(^tete. ^ 9la^bem 
ober burd^ ben ©d^wäbifd^en JBunb unb bie gürjien t)on SCrier, |)ejfett 
uujb ber $fa(a bie Säuern entfdj^eibenb gef(|)tagen waren, nai^men 
awar bie Anträge ber Bünfte auf raf(^e unb burd|)greifenbe aSerbeffe* 
tungen in fiaatlid^en unb fird^Ii^en aSen^ältnifTen eine gemäßigtere 
aiid^tung, würbe aber nid^t^ bejio weniger nad^brudtlidjy fortgefe^t» 
ObgIei(|> biefe bürgerlichen Unruf^en in i^rer iooUen ©tärfe nur etwa 
10 aa3od^en gebauert i^atten, fo war bod^ ii^re 9iad^wirfung ni^t fo 
fd^nett befeitigt, unb man begreift Uiä)t, wie unter fold^en Umflänben 
fafl Sitten in gluß fotnmt unb nid^tö mef>r fefi jie^t ^ier bot ftd|> 

1 * 



— 4 — 

Un ^rdbifanten, wie man tie erjiett t^anQcl\^ä)tn ^pvAtger nannte, 
ein wtttfommene^ gelb i^xn X^ÜQUit, unb jte fänmten ntc^t, ba^on 
SRu^en ju iU^m. Unter tenjentgen, welci^e in biefer unrnj^igen 3«tt 
afö aietfe^rebiget auftauchten unb eben fo fci^nett, oi^ne ba^ bie ®e* 
fd^id^te if^re 9Jamen nennt, wieber t)erf(|)tt>anben, ht^anipUUn ftc^ nur 
gwei, £)ion9Jtue ÜWe tauber, ein ehemaliger J)omtnifaner au^Utm, 
unb 3o|!antt Sern^arb i)on SKger^J^eim, tt)o er j)ormaW gejianben 
^atU, genannt 3o|)ann t)on|)o^enjiein, gew6^nKc|>*iBernj>arb Sllger^* 
f^eimer, t)on vioeld^en ber erflere, ein fefjr f>eftiger, rfi(ffi4)t^tofer 
SWann, beflo erbitterter t)erfuf>r, j[e me|fr ber ßrabifd^of »on SWainj 
auf bie Entfernung beiber brang* 3m ^a^x^ 1527 t)eran(af ten fic 
eine Störung ber groj^nleid^nam^^'^Proceffton, inbem fte i^re 3u{>örer 
ermahnten, ba^ geft ntrf>t ju feiern; /man trüge nur ein ©tuÄIein 
Srot ^erum// — - fe^r bebeutfam für ben nati^l^erigen Äamipf ballier 
gwifc^en Cutl^er^ unb3wingti^2ln^ängem über ben Segriff unb biegeier 
be^ ^. Slbenbmal^. 2)e§gteid^en eiferte 9KeIanber, ganj folgerichtig, 
ni^t nur fortwä^renb gegen bie fatfiolifd^e 5p?ejfe unb brang auf il^re 
Slbfc|)affung , fonbern fuc^te aud^ biefelbe burd^ lange ^rebigten ju 
l^inbern, ja tjerurfad^te fogar gewaltfame Sluftritte, fo baß Uxdiat^ 
am 4» 3an. 1533 fi(3^ genöt^igt fa|>, ber ®H\tt\(^Uit ju bebeuten: 
weil auf ben ßanjetn bi^l^er t>ie(fältig Joon ben ^räbifanten »iber 
bie ÜWeffe ge^tebigt worben fe^, unb fte Diefe^ nod^ nid^t wiberlegt 
l^fitte, foUte fte @o(c^e6 t^un; wo nic^^t, fo fönnte er fte nid^t langer 
befd^irmen. , SJBirflic^ würbe am 23. 2l^>ril 1533 bie gefammte fatl^o^ 
lifcl^e ®otte0t>eve^rung unterfagt, unb bie Stifte *^ unb Ätojierfirc^en, 
mit äu^na^me ber i)on ben ^räbifanten benü^ten ^farrürd^e ju @t. 
S5art^olomdi, würben gefc|)loffen. S^ fe|>tte mit^xt ber ©eifllicfyfeit 
an aiebnern, weld^e bie @runbfä|e unb ©ebräud^e i^rer Äirc^e gegen 
bie Singriffe i^rer ©egner auf mt x>olt^t^m\UcS)e unb anf^>rec^enbe 
SlBeife fiätten »ertjieibigen fönnen; bie ®abe ber SSolttrebner ging 
i(>nen ab, entweber ai\^ SWangel an gäi^igfeit unb Hebung, ober an 
SWuti^, in einer 3rit, wo nur tiefe @igenf(fiaften retten fonntem 
3war bel^auptete ftc^ bie fati^olif^e 3»effe burd^ bie fottwäi^renbe 
fräftige ©egenwtrfung t)on SWainj t^tü^ burd^ Sefc^ränlung ber 3»* 
fuf>ren au^ bem Srjfiift, tl^^eifö burd^ Ätagen in bem Äammergerid^t 
»nb bie brot^enbe 3tei^öaci)t: aber eben fo begreiflid^ finb bie fort^ 
gefegten angriffe ber ^räbifanten unb i|fre unüberwinbli(j>e Abneigung 
gegen fiutper^ in et)angelifd^er SJBeife abgeanberte beutfd^e SWeffe, in-- 
bem fi^on ber ©runbgebanfe i^nen juwiber war. C9litter 9—12. 19. f. 

25—60. 76 f. 81—86 f* 100 f. 114 f* 143. 159. 161. 168. 172 f. 



— 5 — 
214 f. 222. 226. ^r^lter H. 8—17. 22 f. 25 f. 50 f. 60 f. 77 f. 

83 f. Sänge 125. 155 f. 163. 165 f. ^etnrid^ »rfl^I, SWama, <»e* 
m^Üitl), topOQxap^iiä) unb malerifd^, 1829, ©. 78. 83—89. 273. 
§. 4. ^ter unb üUx^a}Xpt im fübn^eftltd^en Seutfd&Ianb waren 
in ber neu fid^ Wlbenben Slrd^e Ce^re unb SBeife ber 6ffenrtt*en 
®otte^t)erel^rung CSultu^D längere ^tit großen ©^tvanfungen unter«« 
tt)orfen. yiSmli^ außer Cuti^er^ Sinfluß ma^te ftd^ aui^ ber t)on 
3tt>tngli, befonber^ über Strasburg f^er, bemerfttd^ unb fanb nt^t 
bloß bei ben ^räbifanten, fonbern aud^ bei l^erüorragenben fRat^^^ 
gfiebem Singang. 2)od^ »ar in ber erflen S^it ber ®egenfa$ nod^ 
nic^t fd^arf genug auöge^jrägt, unb bie neue firc^It^e ©efiattung 
^attc nod^ ju t>iel im Slügememen um t^ren Seflanb ju rtngen, aW 
baß fogfei(| befonbere ^artfieien ^x6) bilben unb abn^eid^enbe SWeinun^ 
gen mit bauernber Ueberwtegen^eit fid) {hätten geltenb mad^en fönnen. 
Srji aßmdttg trat ^in ber Äam^>f jwifdjen bet lutf^erifd^en unb gtvtng*' 
lifd^en 3lf(|tung beuttid^er ^etoox. J)enn aW ein ®d)üUv ?ut^er^, 
3of>anne^ SeHartu^, am 14. ©e^t. 1529 »on SÖStttenberg l^terfjer 
berufen worben unb auf be^ 9tat^^ ©e^etg eine Drbnung ber öffent^^ 
Kd^en ©otte^tjerei^rung unb ein Slbenbmal^^ormular entworfen ^atHf 
toeld^eö erjl nad^ einigen Slbänberungen x>on feinen ämt^brfibern am 
3. 9Hai 1530 unterf(|)rieben würbe, fo erlieft biefe^ jwar bie ®^^ 
nel^mtgung be^ 9lat^e^, bod^, obgteid^ fi(^ nur wenig Umfiänblid^e^ 
baritt fanb, mit ber 33emerfung: ba^ ^. Slbenbmal foße ni^t mit 
fo t)iel '»Pom^, xok bie ^rabifanten angeführt, t)t>6) mit einiger Sterbe 
unb 3wc^t gehalten werben. Scüariu^ geriet|> balb barauf mit feinen 
Smtebrübern in 3wijl über fird^Iid^e ® ebräud^e Cß^temonien) unb 
Sbenbmal, fonnte jtd^ nic^t gegen fte be|>aut)ten unb ging nad^ man^ 
d^cr erlittenen ©rangfal im äug. 1532 wieber nac^ SQßittenberg gurfidt. 
C9lttter 130—135. 138. 149. 195—203). — Salb barauf mad^te 
ber Äurfürji ^fatjgraf Subwig V. bem diaffyc SBorwurfe barüber, 
baß feine ^rebiger 3tt>tnglif^ leierten. Der 3tatf> antwortete: er 
voific nid^t^ bat>om 9lad^bem aber aud^ ?utf>er, wa|^rfd^einlid^ burd^ 
(5ettariu6 aufmerffam gemad^t, in einer öffentlichen SaSamungöfd^rift 
bem Statte unb ber ©emeinbe ba|>ier 1533 erKarte: baß m ©efd^rei 
au^gel^e, ale ob il^re ^rebiger, »ornämli^ über baö Slbenbmal, 
3»tnglifd^ lehrten, fo würben bie bamaligen ^räbifanten Dion^ftu^ 
SKelanber, 35ern|>arb äilger^^eimer, ^eter 6|)omberg unb SÄattJ^ia^ 
?im^)erg jur 9tebe gefieUt unb fallen jtd^ genötl^igt, eine SBertl^eibi* 
gung^f^rift brudten ju laffen CS'ittter 171. 203). — ^ierfier gebort 
aud^ bie 5Wad^rid^t, baß 1533 bte Slltäre l^in unb wieber abgebrod^en 



— 6 — 

wotben (1. 19)* 3tt>at ftnb voo^ ^anipt^a^U^ bie üterpfjtgeti 9le^ 
benaltäre au »erflehen: bod^ fonnten an6) ^anptaltaxt baruntcr U^^ 
griffen feipm JDntn man begnügte ftc^ lange 3ett, äd^t 3n)tngltfc^, 
mit einem a:tf(i^e auf einer tx^^m fiolaemen Unterlage (Xritt) unb 
nannte ba^ @anae 2:rtttel. @rji 1625 entfd^toß man ftc^, ben 
3Htat in ber ^oö^)ttanir(|e, »eil ein folc^er ioorffanben fep, in @c^ 
braudjy ju nehmen* 5Wo(ä|) im 3af>re 1669 ging man ni^t o^ne »or^ 
ji(|>tige Sebenflicfifeit an bie ^rrici^tung eine^ Slftar^ in ber $au!pt* 
fird^e ju ben »arfü^ern (A. 55 f. 670* i)eTgL §. 25> 

§♦ 5* 3m 3aj>re 1535 entftanb abermaK ©treit unter ben ^rä^ 
bifanten über 3lbenbmal unb liturgifc^e ©ebräud^e, »etd^en ber eigene 
baau t)on Strasburg erbetene ©(^ieb^rt(|>ter, Dr. SQBotfgang Sapito, 
f^tid^ten mußte, worauf biefer bemSRat^ eine beffere Äird^enorbnung 
t)orf(^lug, bie aber nid^t eingeführt würbe» Der »iel »erbiente, aber 
l^eftige aKelanber ging barüber nac^ Dpern »on |>ier weg» ^nd) ber 
berül^mte 3o^» Srentiu^ »on ©^wabifcf^^^att xcax um ^ftngften 
Mi^t aaBod^en ^in, unb man bac^^te an Berufung eine^ ©uperinten^ 
beuten (SRitter 216— 218* 224» 329—3453» — äW aber ber Sam^)f 
awifd^en 8utf>er unb 3tt)ingK, befonber^ über bie äbenbmatCeiire, 
|>eftigcr entbrannte unb bie ©egenfäge ft^ immer mef)r fd^arften, fo 
würbe bei ber 3nfammen!unft ber et)angelifd^en gfirflen unb ©tanbe 
ballier am 24» Slpril 1536, Ui weld^er granffurt formlid^ in ben 
©d^malfalbifdfien Sunb aufgenommen würbe, burd^ ben a« gWcfeer 
3eit basier erfolgten 3ufammentritt i)on ^i^il» aWeland^tJ^on für 
©ad{)fen, SWartin Sdn^ix (Bucerus) au^ ©traßburg für ba^ Dber^^ 
lanb unb 3o^» Draconite^ für «5>cffen eine aSereinigung angebaffnt 
unb bann, na^ mand^erlei aSerfuc^en be^ friebliebenben unb ^cxmiU 
telnben Suger«, 1536 au Wittenberg bie SQSittenbergifd^e dini^ 
gung^ formet (Concordia) inCut^er^ ©inne aufgefteHt unb am 29» 
"^ai unteraeid^^net» gür granffurt untejrfd^rieb Sätxn^. atger^j^eimer, 
bod^, xoit .e^ ^^tint, xii^t mit öollem ^eraen» auf be^ Äurfürjlen 
t)on ©ad^fen, fowie Sutl^er^ unb ber i[)erfammelten ©otte^gete^rten 
f(^riftlid^e @mpfef>lung an bie t)erfd^iebenen ^Regierungen, erging m 
beifiimmenbe^ ©(^reiben be^ 9lat^eö an 8ut|>er (T. 253» 255» SRttter 

233» 235—243» 345 f»)» 

§» 6» 2llger^|>eimer gerietff feffr batb mit bem nod^ in bemfelben 
3af>re öon SOSittenberg l^erberufenen ©d^üler Cutj^er^, ^eter®eUner 
au^ Samberg, in 3wief^)alt unb ging barüber t)on ffier weg» Diefer 
©eltner unterf^rieb für granifurt am 7» gebr» 1537 a« ©c^mol* 
falben bie befannten ©cf^matfalbifd^en »rtifel, in wetzen au^ 



— 7 — 

Qlti^ granffurt guerfl bte äug^turger Sonfeffton unb i^re 
äpologie anerfannte C9Wtter 249 fO* — 25a ber le|te ber ur*' 
ftjröngKc^ett ^täbt Jotiten , ^eter 6|>oniberg, einmaliger ©uarbtan be^ 
l^teftgen SWittoriten-Sarfü^er Älojier^, welcher etnji ba^fetbe bem Statine 
ftbergeien unb um bte {^tejige Sieformation ftc^ fel^r »erbient gemad^t 
^attc, mit ©eltner üter bie ?iturgie fid) ni^t einigen lonnte, fo 
na^m er ebenfatt^ «m 3l.3uti 1537 feinen2lbf(^ieb(Sftitter 251—2533. 
©eltner würbe ndmlid^ befd^ulbigt, bag er unb fein inbe^ angenom^ 
mener Jlmt^bruber 5Wauru^ für bie JBeibef^altung fatj>olif(^er Äir^ 
^engebräud^ fHmmten* ©eltner wollte j^ 33. balb nac^ feiner ?ln^ 
fünft Si^orrörfe unb brennenbe Äerjen bei bem äbenbmale einführen 
(Äird^ner n. 413), wäi^renb bie anbern ^rebiger, ganj 3winglif(!^, 
auf »eilige S3efeitigung Xfon bergleici^en brangen* 3« ber ©ad^ftf^en 
^ird^e war bagegen burd^ ?ut^er^ Slnorbnung, i[)or3figli(in in bert>on 
ipm gegebenen beutfcj^en SWeffe, gar 9Kand^ee Don ber SQBeife ber älte^ 
ren Äird^e beibebalten worben, unb in biefem ©inne fc^eint ©eltner 
loerfai^ren ju f^aben, weld^er balb ber einjlußret^fte unter ben ^rebi^ 
gern würbe* 2lfö jold^er muf te er auf ber »on Äaifer Äarl V. ^ier 
anberaumten 3ufÄmmenfunft ber faiferlii^en Seöollmä(J|)tigten mit ben 
(g»angelif(^en i)om 12. gebr. bi^ 19. ä^ril 1539, wo aud^ SKetand^» 
tj^on gugegen war, bie ^iefige ©tabt J^ertreten (Stitter 247. 258). 

§♦ 7. 3m 3a|>re 1538 würben 3o{>. ?ulliu^, e^ematö aSicor 
ju ©t. Sart^olomäi, bann feit 1532 et)ange(ifdner ^rebiger ju 950^ 
name^ (I. 17), unb 1540 SÄel^ior ämbad^, e^angelifc^er ^rebiger 
ju 9ledCar*'©teina(^, fjier^er berufen. 3m ^a^xt 1541 gab ber dtat^ 
ben 3 ^rebigern, ©eltner, Sim^erg unbJlmbad^, ben äuftrag^ jieber 
t)on il^nen folle einen Äated^i^mu^^^ntwurf einreichen* ^an fönnte 
fragen, warum man fid^ nic^t ol^ne ©eiteret jur Slnna^me be^ lutf^e* 
rifd^en ^atci^i^mu^ , ber bod^ befannt fe^n mußte, entfd^loß. Dag 
biefe^ ni^t gefd^ai^, gibt ber aSermuti^ung SRaum, man ^aU ?utf^er^ 
firengere ©lauben^lejire, befonber^ t)om äbenbmale, umgel^en wollen. 
833eg«i ber großen SSerfd^iebenf^eit j[ener Entwürfe, würbe jule$t bie 
Slrbeit bem Slmbad^ allein übertragen, weld^er fte mit Bujiefjung fei^ 
ner ämt^brfiber ßulliu^ unb ?igariu^ balb t)ollenbete. 35a Jiebod^ 
©eltner unb bie i^m anf^angenben Slmtebrüber ?imperg, 3ö^>|>el, 
^aberforn unb Mittel an biefem Äated^iemuö bebeutenbe fin^^ 
Peilungen maä^tm unb i^m tjorwarfen, baß er in ben fireitigen ^unc^ 
ten nid^t beflimmt genug unb mit ?ut^er rebe, fonbem merflid^ gu 
Bwingli^ Cel^re |>inneige, weß|>alb jte einen ©egenentwurf vorlegten, 
fo mußte Dr. ßornariu^ t)Ott !Rorb|>attfen , nacf^ SBergleid^ung bei^ 



— 8 — 

ber @nttt)örfe, ben Unteren t)erbfffern, worauf er J[)Ott bcm SRat^c 
genc^mtgt »urbe* 2)od^ würbe ber ©trett münbt^, fd^riftlid^, bei 
9lat]^ uttb auf ber ßanjel fortgefe^t, bte Slmbad^ um ©ntfd^etbung 
burc^ frembe ®otte^gele|>rte bat SSeibe S^l^ette f^atten ii^re Slnft(j^ten 
ttt ©treitfc^riften »etrtauftg au^emanber gefegt unb bte ©traßburger 
©otte^gete^rten etn @nta^Un barüber abgegeben. Der ^aujptjhrett«« 
^uttct betraf »eittger Slmbadfi^ fiarfe SrHärungeti gegen bte SBttber 
Uttb überfififfigen Slltäre in ben ÄtrcJ^en, aU ba^ SBefen be^ ^. Slbenb^ 
mate unb ber tamit jufammen^angenben ^tmmelfal^^rt 3efu, beren 
nä|>ere Sejltmntung auf bte ?tturgie ben entf^eibenbflen ßinfluß üben 
mußte* Der 9latl^ berief bai^er gur SSermittelung SWartin S3u$er »on 
©traßburg, mti)tv bie g^^^^ffw^^^t Stnigung^formet (Con- 
cordia) gu ©tanbe brad^te, bie er felbfl unb mit i^m fammtlid^e ^re^ 
biger am 9. 2)ec. 1542 unteraeid^neten CI. 79*82. V.l. IX. 1—48. 

50— 63. aiitter 265. 275—284. 371—384). 

§. 8. yiiä)t^ bepo weniger brad^ 1543 ber Äam^jf gwifd^en 
©eltner unb Slmbac^ auf ba^ 9leue an^* 2)er Ce^tere fonnte bie 
Silber unb ben ©d^murf in ben Äirti^en, fowie bie liturgifdfien ®e^ 
bräud^e, burd^aue nid^t leiben; ©elttter bagegen gemattete fie, fo weit 
fte ber eöangelifdben Sffia^rlieit nid^t {^inberlfd^ feipen unb fonfl gu ge^ 
jiemenber Drbnung gerei(|)ten* Sefonber^ waren beibe unein^ über 
ba^ S3erfa^ren bei ber S^aufe, SCrauung unb bem Slbenbmate.* ©elt^ 
ner fiielt Sfenberungen für notj^wenbig: Slmbad^ wiberftanb mit ^ef^ 
tigfeit. Um biefe ^änbel gu f(^lid^ten, mußten jule^t 3Welanc^t^on, 
ber in ber 5Räl^e war, unb 3o^. ^ifioriu^, an^ $Wibba in ber 
SBetterau, »on bem fftat^c berufen werben, bur(^ beren Semüffung 
1543 ein SSergleid^ bewirft würbe, in welkem gwar ©eltnerg SSor* 
fd^lag ftegte, gugleid^ aber fefigefe^t würbe, baß in Seremonien unb 
Verwaltung ber ^aufe unb be^ äibenbmale^, mt fte bamaW gewöhn* 
lid^ waren unb t)on ©eltner angegeben gu fe9n fd^einen, feine weitere 
aSeränberungen t)orgenommen werben fottten CI. 43. 44. SRitter 287-291). 

§. 9. 5Wad^ biefen ^aitptfämipfen ttatm ©eltner unb Slmbacf^ 
mel^r in ben ^intergrunb. Denn im 3a{^r 1546 würbe wieber ein 
unmittelbarer ©d^üler Cut^erö, ^artmann Se^er, i)on |>ier gebür* 
ttg, au^ SJBittenberg jum l^iefigen ^rebigtamte berufen. Diefer würbe 
»on Cutter angewiefen: //Dieweil er CSut|>er) i)ernommen, baß bie 
Zeremonien, fo in ben ©ä(|)fifd^en Äird^en gebraud^lid^, in bie Äird^e 
ju granffurt nod^ nie wären etnfommen, fonbern ber gange ^imt 
unb fonberlid^ bie |>. ©aframente in großer (gtnfalt unb fd^lid^t nad^ 
ber (ginfe^ung gejialten würben, befehle er t^m: er folle e^ atfo, wie 



- 9 — 

er c^ fittb"e, Metben toffen, unb fofern nur bte it^xt retti unb lauter 
getrieben unb gebulbet wetbe, in ben Ätrti^engebraud^en, weil bte an 
ifyxa fetter ein fre^ J)ing feyen unb ntd^t^ tt)eber geben, nod^ nej!^ 
wen, jtd^ ni^t unterließen, ttxoa^ Sljnberung anjufangen,// J)o^ 
fd|ieint audß SBe^er, gleich) ben anbern ©Gütern Sutßer^, »enigfien^ 
Slnfang^, mit @rnjl baran gearbeitet ju ßaben, in ber SBeife ber 
öffentlichen ©otte^ioerelßrung eine 8lnnaf>erung an bie ©aci^ftfci^e fiird^e 
3U erjielen (Petr. Patiens vita Hartm. Beyeri, beutfd^ überfe^t grant 
fürt 1578* — Der lutlßerifc^e ^räbilant ^artmann SBeper, öon % 
®ttiii, granff» 1847, ©. 22. 25 f* SRitter 302 fO. 

§. 10* nu aber Äaifer £arl V. jur Beilegung ber «Religion^ 
fireitigfeiten biö jur Sntfd^eibung burd^ eine allgemeine Äir4)ent>er* 
fammlung, auf bem Sleid^^tage ju Slugeburg 1548 ben Sefd^Iug be^ 
Sinjiweilen CInterim) burd^gefe^t ^atu, mt^n ben ^rotejianten 
bie ^riejierelße, ben Äel^, bie Slbfc^affung einiger geiertage unb tu 
nige unbejiimmte Sluffaffungen fatf^olifd^er Ceßrfä^e ließ, n^äi^renb fie 
in alten anbern ©tüden ^(fy iur alten Orbnung bequemen feilten; 
unb ate ber ißieftge dtai^ ft(ß g^nßt|iigt faß, biefe^ Interim anjuneß*^ 
mm, fo befahl er ben ^rebigern e^ gu t)erfünbigen unb ju befolgen, 
namentlid^ aber auf ber (Sanjel unb am Slltare, Ui ber SCaufe, bem 
äbenbmale unb ber JErauung ßßorröde unb weiße ßßorßcmben gu 
tragen, Ui ber Xaufe unb bem Slbenbmale Äerjen brennen gu laffen 
unb, weit ba^ Slbenbmat baßier Weber nacß ber et^angelifd^en (\)on 
Sutßer in bie ©ddßfifcße Äir^e eingeführten) nodß ber ^jäbfilicßen 
ÜReffe gehalten werbe, folciße^ ebenfalte barnatäb einguritßten, SSeper 
unb anbere ©otte^geleßrte in ßieftger Oegenb erfud^ten 2Kelandj)tßon 
um ein ®ntat^Un in biefer ©acße. 2)a aber unter bem Slnfeßen 
biefe^ milben unb nachgiebigen 5Wanne^ ba^ Interim Xfon ber ©ä(|s^ 
jtfcßen Äircße gu ?ei^gig bergejialt angenommen worben war, baß 
ßinfidßtticß be^ ©tauben^ Unet>angelifcl;e^ abgelehnt, aber ber größte 
Xßeit ber fatßolifcißen Äird^engebräucße, al^ • gtricßgiltige 2)inge 
(Adiaphora), gugejianben würbe, fo antwortete SDteland^tßon in biefem 
©inne gum großen SWißf alten be^ ßieftgen ^rebiger «^ SKinijierium^, 
wclcße^, SSeiper an ber ©pi^e C®ritner neigte auf SKelancßtßott^ 
©eite), fortan ßartnätfig ber einfnßrung be« Interim fidß wiber^ 
fe^te, U^ ba^felbe feine SBebeutung i^erlor unb inx(fy ben 3Sertrag 
»on ^ äff au am 16^ 3uL 1552 uno ben SReligionefrieben i)Ott 
äug ^ bürg am 25* ©e^pt* 1555 befeitigt würbe Cl. 87—210. 
3litter 391— 405)* ^artmann SSeyer ^ttt ben SOSiberftanb iö gur 
Umt^entfe^ng getrieben, welche aber wi-ber gurücfgenommen würbe* 



— 10 — I 

Dem am6(id^ uttb ?utt(u^, ^cld^e tn btefer ©ad^e gemeittfd^aftttc^ 
itttt i^m gei^anbelt fjatten, tt^urbe unter betn aSowanbe, fte ^Jrebtgten 
gu wettläuftg, bte ßanjel »erboten* 2ln bem f^^ätem Äam^pfe gegen 
We ateformtrten, ttJel^en beibe geneigt »aren, nahmen fte feinen 
t^ättgen Zfydl: boci^ fonnte ft: nur tl^r ^o^^^ Sllter t)or ber ©ertret* 
bung f^ü§en CV. 105. 9lttter 434. Ätrci^ner n. 157. 213). 

§. 11. ©0 l^atten alfo bte Itturgtfd^en ©ebräud^e, jwar nid^t 
t)Mtg nad^ bem Bwtnglif^en unb' Saifm'ntfd^en ©runtfa^e mogß^|ler 
SSerfci^mä^ung afler Sleu^ltc^feiten ber ®otte^t)eref>rung , wo^t ober 
^n fielen Sejtei^ungen bemfelben anndf^ernb ftd^ gejiattet. 2>agegen 
ftegte bte lut^erifd^e ©lauben^le^re , ttoeld^e nod^ tn ber granf furter 
©ntgung^formel Don 1542 gefc^wanft Ijiatte, t^etfö tn gotge ber frü^ 
l^ern Äam^>fe, t^etfö bu^c^ S3e9er^ fräfttge gntfd^tebenj^etty fo tote 
burd^ bte änfunft ber SWeformtrten unb ben baburd^ t^erf^ärften ©e^^ 
genfa$, enblidjy burd^ bte ©nfül^rung be^ luti^ertfd^en Äated^t^mue 
tm 3a|^re 1557 (IX. 59. SMtter 282 f.) 

S. 12. !Runmel^r belannte man fid^ aud^ l^ier ju ben JBeIennt== 

nißfd^rtften (fymboltfd^en Sudlern) ber lut^erifd^en Ätrd^e. SÖte 

bereite ertoäfint iji, tiourben bteSlug^burgtfd^e Sonfeffton fammt 

il^rer a^ologie C©d^$f^tift) unb bte ©(^malfalbtfd^en Sirttfel 

t>on granffurt förmltd^ anerfannt unb bte betben lut|>ertfd^en Äate^ 

^i^men angenommen. SBon ben älteren aKgemetn c^riftttc^en ©9m^ 

boten iji ba^ 2l?)oftottfd^e ©lauben^befenntntß fd^on bem ge^ 

fd^rtebenen S^auf^ Formulare Don 1543 unb bem erjien gebrudften t>on 

1553 einverleibt, unb auf ba^felbe, fotoie auf bie beiben anbem, 

ba^5Ricänifd^e unb ätfjanafianif^e, tonxU feit 1588 orbinirt. 

2)ie fpätejie lut^erifd^e SBefenntniffd^rift, bie am 28. SÄaf 1577 

}n Äloper Sergen Doltenbete Soncorbien^gormel, unb bie SSer^^ 

ctttigung fämmtttd^er ©9mboIe in bem am 25. 3un. 1580 a^ 

Dre^ben unterfdfyriebenen ßoncorbienbud^ würben von granffurt 

nidfit fJrmlid^ anerfannt, inbem ber Btat^, »iewo^l bte ^prebiger fid^ 

gutäd^tlic^ bafür erflart ^atttn, an^ Jpolitifd^en ©rfinben, wie tioeiter 

erjä^It »erben fotl, feine Unterfc^rift t)ertt>eigerte: boc^ fanben fie 

fltttfc^ttoetgenbe Slnerfennung, benn fd^on in bem Drbination^^gor^ 

mutare t)on 1589 totrb barauf t)er^)fti(^tet. 3n f^)aterer 3ett gefdbab 

Wefe^ anc!^ mit Sanbtbaten, ttJeld^e um grtoubnif gu ^)rebigen an^ 

fugten, no(^ f^>ater nad^ ber ^au^Jt^jrüfung berfelben, in neuerer 

Seit auf bie tnitbepe SaSeife (E. 332. L. 368)* — 3m 3a]^re 1592 

würbe für notbwenbig erad^tet, in ben ^reWgten neben ben ©Jan- 

getien aud^ bte einjelnen Slrtifd ber älug^burgtfd^en Sonfeffton jur 



— 11 — 

attgemeinen Äenntnig ju brittgen unb j« erflären CV. 382). 3tn 
3af>re 1780 würbe tJerorbnet, baß am 25* 3unt mit ber 260i!i^xi^ 
gen ©ebenffeter ber Uebergabe ber Slug^burgifö^en ßonfeffton awgletd|i 
bte 200j[fi]^rige ber Unterjetd^nung be^ ßoncorbtettbuci^^ tjerbunben 
werben foCte CVI. 149 J. 265). 

§♦ 13. 3« S5ejte|>ung auf bte jugemut^ete Unterfd^rift be^ 
Soncorbtenbuc^e^ war granlfurt burc^ manchen enn)fi:nbli(|en ©d^aben 
tjorftd^ttg geworben. Da eö jwar bte Slug^burger iSonfeffton ntd^t 
rnttunterfd^rieben l^atte, inbeß ju Snbe be^ SRetd^^tage^ entfd^icten 
auf bte @titt ber ^rotejianten getreten war, fo 30g e^ ft(i^ babuic^ 
ba^ aÄtßfaßen be^ Äaifer^ tn fofc^iem ®rabe ju, baf btefer bte 
SBSafitoerfamnilung, in weld^er fetn ©ruber gerbt n an b jum SRömt* 
fd^en Äöntg erwählt würbe, ntd^t ju granffurt, fonbern am 5. 3an. 
1531 ju Sotn |>atten Heß. — 5Wad^ bem ©fnguge be^ faiferK^en 
^eere^ unter bem ®rafen Xfon Suren am 29. 35ec. 1546 mußte ftd^ 
granffurt wegen fetne^ Slntl^ctW am ©d^maffalbifd^en 93unbe t^or 
bem Äaifer bemüti^tgen unb 80000 ©olbgutben erlegen. -- ^m %iu 
guji 1554 öerurfac^te ber fef^belufHge ^tx^ ^etnrfd^ t)on 33raun* 
fd^wetg ber ©tabt große ©orgen, inbem er »on ben 9let^^jiabtett, 
bte an bem ©c^matfalbtfd^en Sunbe Slnti^etl genommen i^atten, Srfa$ 
für ben burc^ ben le^tem ti^m gugefügten ©(|aben forberte. Um 
aiul^e au l^aben, fap ftd^ enbltd^ granffurt genöt^fgt, tbm 8000 
X^altv JU ia^tn. — Slud^ ber 9Wmtfd;e Äöntg gerbtnanb fd^eute 
jtd^ ntdp^t, unter bem 3Sorwanbe, bte ©tabt fiabe ftd^ t)on bem ©d^mat^ 
lEalbifd^en SBunbe l^er nod^ ntdbt mit i^m auögeföl^nt, 15000 ®oIb^ 
gutben »on berfetben ju bege|>ren; bod^ begnügte er ftd^ nad^ einer 
langen Unteri^anbtung mit 6000 (Äird;ner n. 216 f. Cange 166* 
176. 193). — 9lad& bem äbfd^Iuffe ber ßoncorbien^gormel lamen 
am 27. ©e^)t. 1577 ^faljgraf 3o^ann Sajtmir, bie ©efanbten ber 
Äönigin gltfabetj^ t)on ßngtanb, ber (StaaUn t)on ^oKanb unb 
anbere gfirften unb il^re Stätte f^ier jufammen, mai^Un »iete 2lu^^ 
fieBungen an ber Soncorbiemgormel unb ®egent)orfd^läge, Yok man 
jur Vereinbarung gelangen fßnne* 8lu^ biefem ®runbe erfolgte bie 
Unterfd^rift ber ßoncorbien^gormet t)on aSielen entweber gar nid^t ober 
erfl f^jäter. granffurt in^befonbere , t^nU im wo|)lbewaf;rten 2ln^ 
benfen an bie golgen be^ ©d^malfalbtfc^en 33unbe^, tf^eiW um Slnbem 
nid^t borjugreifen, t^dH aud^, weil mand;e Siat^eglieber ben dtC" 
formirten geneigt waren, beren ?e|>re barin tjerworfen würbe, wottte 
nid^t unterf^retben. 2)er 3lat^^^2lbt)Ocaten C©9ttbifer) einhelligem 
@utad{)tett ging bai^in, baß fie an^ ^)olitifd^en ©rünben ju ber be^ 



— X2 — 

gef^rten Unterf^ttft ni^t ratzen fönnten C2lt>fc^rift te^ ^totofolt^ 
Ifierfiber jiefie SRtttcr M? H. 342 f 3. 

. §. 14. 3um 200j[a^rigen ©ebäd^tntffe ber äbfaffung unt> Un^ 
teraeic^nung ber ©(|malfalbifd^ett Slrttfel j^atte Dr. gi^rtfiian SÄünben, 
©enior teö l^iejtgen ^ret)iger^9Wtntjiertum^; biefctben 1737 ^ter kt 
^^ ?♦ SBrönner befonber^ abbrurfrn lajfen unb gum beffern aSerfidnb^ 
ntjfe mit einem erHärettbci;i aSorberid^te \)erfef>en* Diefe 2)ru(ff(f^rift 
in flm S^i fotttc al^ ?citfaben bienen, nad^ »etd^em er in ungefähr 
26 SWorgen^rebigten unb eben fo ml Äinberle^ren ben jtemK4) in 
SSergeffen^ett geratf^enen ©egenfianb auöfüf^rlid^ ju erläutern gebadete. 
6r führte' anä) btefen ^lan au^, tt)urbe aber befi^alb t)on bem 
3leid;^:^St0faI in Slnfiagejianb i>erfe$t, anQtbliä) weit er !aif erliefen 
Sef eitlen jutioiber ge^anbett ^abe, weld^e jur Srl^altung ber 9lu^e 
unb Sittigfeit unter ben d^rifHid^en ©lauben^^jartlj^eien heftige ^ui^ 
fätte auf einanber Joerboten, tt)e^^alb auf eine ©träfe öon 20 9Äarf 
tttl^igett ©otbe^ angetragen »erbe. Die ©^malfalbtfd^en ärtifel 
entsaften atterbing^ fe|>r f>eftige Slu^brüde unb ßrorterungen, aber 
fo mit SÄunben^ eigene SQBorte in bem aSorbevid^te gelten, ^lt er 
ftd^ burd^au^ in ben ©rängen be^ Slnjianbe^, gibt fetbji bie unge^ 
eignete |)ärte mand^er 93e^auiptungen in jenen Slrtifeln ju, entfc|iufc 
bigt biefetbe mit bem befannten ®eifie jener B^it unb t)erf^rid^t, in 
feinen offenttid^en SSorträgen auf ba^ ®Iimj)f(i^fie ju »erfahren. (Si 
ifl aud^ nid^t ju begtt>eifetn, baß er biefe^ reblid^ getfian ^aU. Die 
ätttflage, ni6)t o^ne aSermifd^ung mit anbern gar nid^t bal^in gel^o^ 
rigen Dingen, galt offenbar mef^r ber mißliebigen SQßieberauffrifd^ung 
ber ©d^matfalbifd^en SlrtiW, aW 9Wünben^ gang unüerfänglid^er Se^ 
l^anblung berfelben. Der SRatl^ na^m ftd^ ber (Ba^t an. 3lai^ tu 
nigem ©d^rtfttoed^fel toanbte man jtd^ an ba6 Corpus Evangelicorum 
auf bem 9leid^^tage gu 9tegen^burg, worauf bie Älage fatten gefaffen 
würbe* Sei biefer ©etegen^eit würbe angebeutet, baf man ftd^ auf 
bie Älage gar ni^t* ^Ciiit einlaffen fotten, inbem bie ©egner in ürd^^ 
M^tn Slngelegenl^eitcn ebenfalls ni(^t ber weWid^en ©erid^t^barfeit 
unterworfen fepen Cfte^e bie Slcten auf bem ©tabtard^it) , ferner F. 

1082. G. 41 f. 74. 96). 

H« Staltete SSefd^teibung (et l^tefZgett ^^mhm. 

S. 15. Der erjie SSorfd^Iag gu einer geregelten tägtid^en ©otte^^ 
ioercf^rung, fo wie gur geier be^ Slbenbmale^, aW einer ^au^t^otte^^ 
j)ere^rung am ©onntag^^SWorgen, rüf^rt i)Ott SeUariu^ )^tx (§♦ 4). 
Dbgleid^ aber t)Ott bem ^ai^z genehmigt, fonnte bodp ba^ äbenbmafil 



— 13 -< 

in btefet ©eflalt, t)ermöge ber ©egenwtrfung tJOtt 3Äatnj, er^ am 
Sonntage OcuK 1531 unb gwar in ber ©tttte ju ben ©arffißem 
gefeiert werben* 5Wad^ aittterö C@- 152) untJoUPanbtger ©efc^rew 
bung be^ ^ergange^ fc^etnt man ntd^t ein SWal genau nad^ ber ge* 
nel^mtgten Drbnung berfai^ren ju ^Un. 2)a »eber ber SRötl^ böttig 
bamtt gufrieben xoax, noc^ au^i bie ^räbifanten fid^ femer mit (Set 
lariu« einigen tonnten, iuU^t gar fi(^ weigerten, ba^ äbenbmat mit 
i^m an^3ut^eilen, unb biefer genötffigt würbe, granffurt 1532 ju 
ioerlaffen, fo ifi mit oottem ©runbe anjunel^men, baß bie bon i^m 
öerfu(^te gorra einer eöangetifd^en 5Keffe, ä^nlid^ ber bon Cutter 
entworfenen, gteit|)wie fte überhaupt im fübwefMic^en ©eutfAIanb fei^^ 
nen ©ngang fanb, fo an(fy yin fxd) nid)t be^au^5ten tonnte, fonbern 
fö^ott bor, gewiß aber m6) feinem SBeggange wieber aufgegeben würbe* 
SSBa^ an ii^re ©teile trat, ift nid^t befannt; wa^rf(l^einli(^ eine, it 
nac^ ber ^erföntiti^f eit ber ^rabifanten we^felnbe, im ®anjen fei^r 
einfac^fe ©effanbtung ber (Ba6)^. ffiine eigentlid^e Slgenbe fing im 3a^re 
1543 an fid^ gu bitten C§* 83, gelangte aber erfi 10 3a{^re fpäter 
jum Slbfti^Iuffe unb Drurf* 

§* 16* 2)ie Slgenben, welche ©eltung erhielten unb burc^ ben 
jDrutf oeroffentltd^t, würben, fann man na^ ii^rer SBerwanbtfd^aft in 
3 (Gattungen tf^eiten* 

A. Die erfle, fei^r einfädle, bon ben ^a^xm 1553 unb 1565, 
enthält: i) für bie SQSeife ber offentlid^en ©otte^berel^rung nid^t^ aW 
2 ®ebete nad^ ber ^rebigt, 2) 2:auf=^, 33 SlbenbmaU, 432:rauung^* 
gormular CU^v fur33, 53 brei Formulare für bie "^xi^at^SdH^U; 
außerbem 1565 nod^ bie ^anblung bei Äranfen unb ©terbenben. 

B. Die g weite ©attung, fd^on weitläufiger, bon ben ^a^xm 
1589 unb 1599, ent|>ätt: 13 gormulare für a) bie Drbination unb 
b) bie (ginfüprung eine^ fd^on auswart« orbinirten ^rebiger^, 23 
jtemti(^ auefüi^rlid^e Slngaben für bie allgemeine öffentliche ©otte^* 
berel^rung; 1599 nod^ ba^ Aufgebot unb bie Drbnung ber SQßerftag^^, 
ferner bie ©rwä^nung ber Saufprebigten; 33 ein ganj neue^ gor^ 
mutar für bie S£aufe unb 9Jot^taufe; 43 für ba^ Slbenbmal, faji ganj 
wie frül^er} 53 ein ganj neue^ gormular für bie S^rauung; 63 2(n* 
gaben über Äate^ii^mu^^Uebungen unb Orbnung CÄinberIe^ren3; 73 
angäbe ber geiertage; 83 über bie ärt be^ Äird^engefang^ ; 93 brei 
Sormulare für bie ^ri»at ^33et d^te, weld^e fonberbarer SBeife 1589 
ganj fibergangen ifl; 103 aufgewallte S5ibelfprüd|)e für bie 3ugenb* 

C. Die b ritte ©attung ber ^ieftgen Slgenben, bie au^ffil^rlid^fic,. 
bon ben ^a^xm 1644 unb 1688, enthält: 13 unb 23 wie in ber 



— 14 — 

»orj^ergel^cnbctt; außerbem tiod^ ba^ grritag^gebet mtt ber Cttanc^ 
unb bte Sltigabe ber ©ontt*» unb SBerftag^^^rebtgten; gu 3) nodif 
ein Formular ber ^rofel^ten^^aufe; 4) ein gonj neueö Formular 
für ba^ öffmth'ti^e unb l^äu^It^e Slbcnbmat nebfi Slnjctge, »o uab 
»antt ba^ erjiere gefeiert werben fett; ferner SBorfd^rtft über bte 
Setcj^te unb ben erfien 2lbenbmat^@enuß ber Äinber; gu 5) bemerft 
fte bte gefd^loffenen 3^^^», ben Ort ber ^^rauung unb 1688 bte 
nöt^tge Sittfd^retbuttg tn ba^ Äird^enbnd^* 6) bi^ 8) ftnb tt)te frü|>er* 
9) tji mit einem Formulare t)erme|>rt; 10) wie früher* 9leu txitt 
f^inju bie Slngabe über 3«t, Ort unb Hergang ber 25etjiunben* 

J)er äu^gugau^ biefer Slgenbe i)ont ^a^xt 1758 enthält nur: 
1) bie allgemeine Äirc^enbeid^te, 2) Formulare für 5£aufe unb S'loti^aufe, 
3) für fffentlid^e^ unb ^nüi^t^ Slbenbmal unb 4) für bie S^rauung* 

§♦ 17* Sei bem SBergleid^e ber f rabifanten im 3a^re 1548 
fd^eint biegen ©eltner fd^riftlic^ aufgearbeitete Hgenbe angenommen 
»orben gu fe^n (§♦ 83* 3la(fy ben gorberungen be^ 3«terim CS» 10) 
naf^m man 1549 gur 2le|>nlid^feit mit bem Canon missae gürbitten 
i[)on man^ertei ?lrt in ba« Slbenbmal-gormular auf (V. 9* 10* 
Sftitter 292* 384 f. 439 f* Mr H. 20 f.). 2)a^ aiauf^gormular 
ging mit geringen aSeränberungen, ba^ Slbenbmal^gormular mit 
»eittäuflgern gürbitten in bie erfle gebrudte Sgenbe über, weld^eben 
XitA fü^rt: Sinfältige (einfati^e) gorm, ba^ 3la6)tmai be^ ^errn 
gu l^alten, gu taufen unb Sffeleute eingufegnen, fammt iffren a3er* 
maffnungen unb ©ebeten, wie gu ^ranffurt gebräu(]^li(|; gebrutft gu 
granffurt, 1553, in 12?; unb in bie 

gweite mit bem S^itet: Slgenbe^SBüdfitein ber d^rifttid^en eöange*= 
lifd^en Äird^e gu ^Jranffurt am SWain, barin bie ®tUtc unb anbere 
Seremonien, fo iti ber ^rebigt ©otteö aSortee unb ben |>eiligen 
©acramenten bafelbfl gebrdud^Kd^ finb, fürglid^ öngegeigt werben; 
gebrudEt gu granffurt am 9Batn burc^ SWartin Cec^ler, in aSericgung 
©iegmunb geierabenb^ unb Simon ^üter^, 1565, in Äleinquart* 
3n biefer gweiten Slgenbe erfd^eint, neben bem langem, »ieber ba^ 
bei aittter (©. 439) abgebrudtte Slbenbmat^gormular i)on 1543C?)f 
aW fürgere gorm* 3n bciben Slgenben ift bie 2:rauung, wal^rfcliein^ 
ti(^ in ben ©d^Iuß ber öffentlichen ®otte^J[)ert|>rung t)crtocbt, gang 
fttrg be|>anbelt unb befief^t nur auö ben gragen, ber Sinfegnung unb 
einem furgen ©^luggebet. 5Ro(^ ifl in bie ägenbe »on 1565 bie 
^anblung iti Äranfen unb ©terbenben aufgenommen, soon wetd^er 
bie »genbe »on 1553 nid^tö entffält; bod^ ifl fte anber^ aufgefaßt, 
ate bie oon SRitter C©» 386) mitQCl^tt frü{>ete. 



— 15* - 

S. 18. aiitter fagt (©♦ 292. 429), baf fein ittü^mttx ^n^m, 
Wlatt^a^ Siittcr, ber gweitc Wefc^ 9lamen^, mtfy Sät^tx^ ^oU 
eil. äug. 1577) ber äftefic unter ben ^reWgern, laut (ixtxacUSSn^ 
auf bem @tat)t*2lrd()i^c, tm 3afire 1679 eine neue Orbnung au^ge^ 
arbeitet ^ait, tok e^ mit ber ^aufe unb bem Slbenbmal gehalten 
»erben fotte, fie barauf bem Statte übergeben unb t)on bemfelben bie 
Srlaubni^ 3um 35ru(f erf^alten, aud^ für bie ©emeinbe Slug^burgtfci^er 
ßonfeffton au Antwerpen jte tn ba^ granjöftfd^e überfe^t ^aU. Sie 
finbet ft(^ nirgenb^ t>or unb fd^etnt »eber jum Drud , nod^ jur Sins: 
fii^rung gelangt ju fe^n. aSielteici^t f^eiterte fie an ber Verlegenheit, 
in welcher man pc^ in ^inftci^t ber Soncorbien^gormel befanb (§♦ 13). 
dagegen ifi t>om 9. gebr. 1586, eine anfrage be^ Druder^ »erlauben, 
»eld^er //bie Äirci^enorbnung// jum 23e^ufe einer neuen aufläge jur 
t)orgängtgen Durd()fi^t, aSerbefferung ober Vermehrung t)orlegte. 2)ie§ 
gab ju einer grünblic^fn SSerat^ung 8lnla§, o^ne ^ebod^ fogleid^ gu 
einem (grgebnif gu fuhren, grfi Snbe gebr. 1589 entpit ba^ ^xo^ 
tofoß bie t)o(tfiänbigen gormulare ber ^aufe unb S^rauung mit offene 
bar gang neuen än^a^m unb »efenttid^en aSerbefferungen gegen früher, 
gu tt)el(^tt befonber^ ber t)erbienjit)olle ^iejtge ^rebiger M. ©ebafiian 
gigulu^ beitrug. 2lm 16. äpril 1589 würben biefe ^^txtx &eit^ 
genehmigt; gugleid^ aber würbe aSorfid^t bei ber ginfu^irung em))fo|)ten. 
35a^ aWinifiertum freute pd^, ba§ nun mand^en bi^f^erigen Uebelfiän* 
ben t)orgebeu0t würbe OIV. 136. 498—507. 527 f. 531). 25iefe 
brttte Slgenbe erft^ien 1589, gebrudEt burc^ 3o|>- ©P^^ßr ^^ttx bem 
^itel: Slgenba, ba^ ifi furge unb einfältige Oiuföd^O Srgä^Iung ber 
ffirnel^mpen Äird^engebräud^e unb Seremonien , fo in ber reinen e^an* 
gelifd^en ßird^e gu granffurt am ^ain ge|ialten werben, dtxoai 
^txmtfyxt würbe fle aU 

Joferte Slgenbe neu aufgelegt im 3affre 1599. S)ie tn beiben 
unb ben nad^folgenben Slgenben entf^altenen gormulare für bie Orbt* 
nation unb bie ginfüf^rung eine^ fc^on au^wärt^ orbinirten ^rebi^ 
ger6 ftnb ^6^^ wa^rft^einlit^ joon bem oben erwä|>nten Stgulu^, 
»on feiner ^anb gefd^rieben (IV. 173) unb für bie erfie ^tefige, X)on i^xa 
t>crrid^tete Orbtnation entworfen. 35a^ gormular ^r ba« Slbenbmal 
ip im ©angen wie 1553 , ba^ für bie SCaufe unb a:rauung aber an* 
ber« unb weitläufiger, in weld^er ©eflalt e« in bie fol^enben «gen* 
ben überging. 2)a« SCrauung^^gormular ifi größten Xl^eifö nad^ 
int^x^ S^raubüd^lein bearbeitet. — 3m ^a^xe 1599 erfd^ien m^, 
gebrudEt gu granffurt am ÜÄain burd^ 3of>. @<)ieg, of^ne eigen tlid^en 
^itel, aber laut SSorrebe ber ^rebiger an bie ©emeinbe, um mel^r^ 



~ 16 — 

fa(^ geäußerten SBünfd^en gu begefltten: ein ^anbbüd^Iein, in mh 
^em ber ganje ^au^^aft ber exxmgelifd^en Äirt^e beifammen fepn 
fottte, unb ml(^c^ i^ßUi^ bei »erfammelter Oemetnbe unb ia^Hm 
im J£)au[e j«r J£)anb fe^ unb nü$ti(^ gebrandet »erben fönne* 2)a^^ 
felbe entölt 1) iut^tx^ Keinen Äated^i^mu^, 2) ?ut|>er^ ^raubüd^^ 
lein, 3) ?utf>er^ ^aufbüci^Iein, 4) gragjWde für bie, welche ju bem 
]^» ©acrament ge^ien wotten, 5) bie Sgenbc ^on 1599, 6) einen 
Slu^aug t)on 98 fiebern au^ bem 1584 basier erfd^tenenen unb feit^ 
bem gebräu(^Ii(^ett ©efangbud^e, 7) eine ©ebetfammlung befonber^ 
för ben f^äuöltd^en ©ebraud^* -— 3m 3a^re 1595 t)erorbnete ber 
fRatfy auf Slntrag be^ aRtniflerium^ , baß bie fiieftge Slgenbe nebfl 
ben Äird^ent)ijttationen auf bem 8anbe eingefüiprt werben fottte (T. 

1074 f. 1397. 1481 f. dtitUt Mf 242. 340}. 

§. 19. 8lm 5. 3Kära 1622 würbe befc^toffen, bie ägenbe in 
voriger ©efiaft, bod^, wo^ inx>ox angejeid^net würbe, mit größerer 
©d^rift brudEen ju laffen: e^ fam aber nid^t ju ©tanbe. 2lm 18. Slpril 
1632 würbe abermaW bie 2)ur(^jtd^t ber ägenbe t)orgef(^Iagen, unb 
am 29. Slugufl befd^loffen, jte neu auflegen ju laffen. äfud^ fottte 
bte geier ber Slpofleltage barin bemerft werben» 3m ©pätj[a|>re 1638 
fam bie (Sai^t abermaW jur ©prat^e. Slber erfl aU 1640 nur we*= , 
nige @rem^)lare ber Slgenbe nod^ übrig waren, würbe t)on bem WIU 
nifierium für bringenb notf>wenbig erad^tct, biefelbe einer gemeinft^aft* 
litten ©urd^ftc^t ju unterwerfen unb bie nötf^igen aSerbefferungen für 
eine neue Sluögabe ju bewirf en. 35enno(^ fonnte erfl im 3<inuar 1643 
angefangen werben, unb bie Slrbeit würbe bi^ in ba^ folgenbe ^a^x 
fortgefe^t CA. 32. 93. 102. 117. 150. 158 f. 164. 169. 174? 183—185. 

187—196. 203). J£)ierauf erf(^ten bie fünfte Slgenba, ba^ i|i eine 
furje unb einfältige Srjd^Iung ber fürne^mjien fiir^iengebräudji^e unb 
Zeremonien, fo in ber reinen et^angelifd^en unb C®^g^nfa^'ju ben 
Sleformirten!) ungeänberter Slug^burgifd^er Sonfeffton jugetfianenÄird^e 
ju granffurt am 3Jlain gef^alten werben; granff. a. 5rö. bei Sffioifgang 
^offmann, 1644. Slußer mand^en 35ermefirungen enthalt fte au^fül^r* 
Ii(^e aSorf4)riften über bie 1620 eingeplf^rten SBetfiunben unb bie 
babei ju gebraud^enben ©ebete, XtxU unb ©efänge. J)a^ Slbeiibmal^ 
gormular i|i neu unb toU e^ nod^ je|t gebräud^Iid^ ifl, entnommen 
ber eX)angeHfd^ett STOejfe, wk fte ju 5Kürnberg im neuen @\)itat bur(^ 
Slnbrea^ 356ber, Kaplan bafelbp, 1525 gef>alten würbe CCo|>^/ brit^ 
M |)eft, 42. 473. — 3m ©e^3t. 1665 würbe bte Slgenbe aberlnaW 
joorgenommen, unb mart war mit ber ©urt^ftd^t ju Snbe 1666 fertig, 
aifö jte aber ber fföf^eren ©enelpmigung unterbreitet worben war. 



— 17 — 

Miet fte Kcflen* Sltn 5^ gebt* 1667 toixt geHögt, baß ber Sud^l^Snb^ 
ler SQ8aItl{>er, offne SBowijfen ber ©^olard^en uttb be^ SKtntjierium^, 
etn granffurttfc^e^ J£)anbbü(^Ictn, ttjaf^fd^cmltc^ nad^ 2lrt be^ 1599 
erfd^tenenen, gebrucft ffabe, »ortci^e^ ftd^ aUx ni^t mt^x t^orftnbet 

(A. 405* 408. 41 1. 413. 416 f. 419. 428 f. 436. 439. 444. 468. 533). 

enblit^ am 8. 3utt. 1687 «ourbe ber SBieberabbrud ber gättiltt^ x^tx- 
grtffenen Slgenbe beantragt, welche aber ^ox^tx forgfalttg bur(]^gefe|>en 
»erben müjfe. 9lad^beni biefe^ gefc^e^en war, erfd^ten fed^jien^ bie 
neu aufgelegte ägenbe unter ebenbemfelben XiUl, tok bie tjorigc, bei 
3. ®. SBalt^er unb gebrudt bei 3o^. SBauer, 1688. 3^re bebeu^ 
tenbfie Slbweit^ung X)on ber t)ortgen befielt barin, ba§ bie au^fü^r^ 
lid^en ©ebete, XtxU unb ©efänge für bie Setjhinben weggelaffen 
finb, »eld^e wegen be^ Sebürfniffe^ öfterer SSeränberungen nunmef^r 
in befonberen S3et|iunb*®üd^Iein angegeben würben C§* 57). 2lm 28. 
Sl^)ril 1689 würbe fte jum erjien Wlalt öffentlich gebraucht CG. 413. 
418. f. 479 f.). ®amxatii6)t ägenben beftnben ftd^ auf ber l^ieftgen 
©tabtbibliotipef; ba^ J£)anbböd^Iein oon 1599 nur in ber SRegifiratur 
beö ^rebigers=5Wini|terium^, wet^ie^ außerbem nur bie Slgenbe oon 
1688 befi^t, bie ftd^ übrigen^ nod^ in mehreren partim beftnbet. 

S. 20. Slm 31. aWärj 1734 würbe in bem 5Wini|ierium ber 
Sffiunfd^ rege, e^ mod^ten einige Slbänberungen in ben Formularen 
für bie S:rauung, 9lot{ftaufe u. brgl. bewirft werben; aud^ würbe 
befc^Ioffen, burt^ 3wrüdEgefien auf bie Slcten bie erforberlid^e Sorben 
reitung ju treffen (F. 931): e^ fam aber nic^t gu ©taube. Snbltd^ 
würbe, walprfc^einlic^ wegen SWangeW an Qremplaren ber legten 
aigenbe ober jur Unterfifi^ung fd^wad^er Slugen, ein un^eränberter 
Slu^gug be^ 9lot|>wenbigjien au^ berfelben, jum ^rioat^Oebrauc^e 
be^ ^rebiger^9Kiniperium^ , 1758 in grobem 2)rudfe ^eranfialtet, ba^ 
burc^ aber mä) ber ®runb gelegt, baß ber übrige 3»n^alt ber Slgenbe 
f))äter fa|i in Joöttige Sergeffenffeit gerietfi. äud^ Joon biefem Slu^auge 
finb ni4)t mef>r genügenb @rem^)Iare X)orf>anben. 

§. 21. Slm 8. aWai 1765 würbe mitgetl^eilt, ba^ ßonftfiorium 
|iabe befc^toffen, ba^ SWinijierium fotte bie Slgenbe einer beffernben 
25urd^jt(^t unterwerfen unb aföbann Joorlegen. 2)ieß würbe aU not^^ 
wenbig anerfannt unb fogleid^ joorgenommen, jieboc^ ol^ne gortgang 
(Tn.3— 5). 8lm 9.5ROO. 1791 Würbe X)on bem ÜWinifierium gewünfd^t, 
//Wegen be^ ganj unbraud^baren 6o<)uIation^^gormulare^// möd^te 
ber Senior eine neue Citurgie aufarbeiten unb mittffeilen, bamit fte 
beratf^en unb bem ßonftflorium X)orgelegt werben fonnte; wieber of>ne 



— 18 — 

SrfMg CJ. 705). 3u anfange 1813 fdylug ba^ lut^crtfd^e ?anbc^*(Son^ 
fiftorium für ta^ Oroflierjogt^um granffurt btc SlnnaJ^mc ter SBürtem^ 
berger Slgenbe t)om 17* Sing* 1808 t>or: e^ tji aber unbelannt, au^ 
»elci^en ©rünben t)a6 SDJtntjiertum fte able|fttte (K. 2573* S^ad^bem ta^ 
neugebitbete granffurter ßonftfiortum im 3an* 1816 wegen ber ^ix^m^ 
gebete unb gurbttten für bie Obrtgfett angefragt ^atU, ern^artete e^ 
im £)ec* balbige SSorfci^Iäge gu einer neuen Siturgte (K. 358 f* 422 fO* 
3m 9)?at 1819 tt)urbe t)on bem SKintperium bef(|)Ioffen, gemeinfd^aft- 
\iä) an baö SBerf ju gefien. 35afür würbe im 9lot)* 1821 eine ßom*^ 
miffton gebilbet (K. 601* 684)^ d^ tarn aber nur 1824 ein ber 
f^ieftgen lut^ertfd;en unb beutft^ refonnirten ©emeinbe gemeinfc^^aft^ 
It^e^ ©efangbud^ ju Staube» 3m October 1827 fottte juDörberft 
über bie ©runbfä^e bee äJerfa^ren^ berichtet werben QK. 8493» 3m 
3aj>re 1833 empfahl ba^ ßonjtporium, bi^ gur Aufarbeitung einer 
eigenen granffurter Slgenbe, einfiweilen ben ®thxau^ ber bamaligen 
SBürtemberger Slgenbe Joon 1808, befonber^ bei S^rauungen C^tpL 
1833, 83* dienere SSerfuc^e i^atten eben fo wenig Srfolg, aU bie 
früheren (X. 200 fO* 

§. 22. Ungeachtet bee feit me|>r aU 100 3fl^ten ftd^ flet^ auf 
ba6 9leue funbgebenben SBeburfniffe^ einer neuen Slgenbe, ba bie 
jungjle t)on 1688 fel^r X)eraltet unb mit 2lu^na{>me be^ Slbenbmat:^ 
unb in eingetncn Satten etwa be^ J^auf^gotmular^ , löngfi ntc^t mej^r 
im ©ebraud^e, ja fafl X)ergeffcn ift, war e^ bie|>er nici^t möglich, 
nxoa^ Seffere^ an if^re ©tette gu fegen. ®enn abgefefien bat)on, 
ba§ ba^ gefättige bleuere bie ernjie Oebiegenl^eit be^ Sitten ni(^t er^ 
reid;t unb feine ©laubenefraft nic^t beftgt, unb, wenn ba^ Sitte gu 
(ireng unb bogmatifc^, ba^ 9leue oft gu nü^tern unb flad^ iß: fo 
gibt e^ gwei |)au:ptgrfinbe , wel^e ber Slu^arbeitung einer neuen 
Slgenbe, bie irgenbwie Slu^fid^t auf Sittigung ber 5Wc|>r]^eit ^ätH, 
bi^l^er faji uniibcrwinbli^e ©d^wierigfeiten bereitet l^aben, namlid^ 
bie einanber fc^rof entgegenjie^enben ©lauben^rid&tungen unb bie fu^ 
me^r unb mef^r geltenb mad^enbe jperfonlid^e grciffeit, bie fein ge=^ 
meinfam ©inbenbe^ Witt. 

§. 23. Da nun bie Slu^übung ber Slgenben (Siturgie) im din^ 
gelnen gefd^id^tlid[> erörtet werben fott, fo wirb im I. Xfytü biefer 
©d^rift t^on ber affgemeinen ftrdjylid^en ©otte^^ere^rung, im ü. S:^eite 
t>on ben befonberen firt^ttd^ |)anblungen bie Siebe fei^n. SlI^ Sln^ 
l^ang gu beiben mad^en liturgifd^e grdrterungen ben S^Iu^. 



Son bcr ottgemeinen litd^H^en ©otteöme^rung- 

S. 24. 9?ac^ 3uru(lgabe ter (St »art^ofomät^ Ciebfrauen* 
wnb ©t ieon^axUtixä)c aur 3ett be^ 3ntertm CSRttter 407) bcfc^ränf^ 
tett jtc|? bie lutj^erifd^en ©otte^joerej^ruttgeu auf bte brfannten Äird^en. 
2)0^ fanben nod^ einige ©ci^waiifungen ©tatt, bi^ 35iefe^ ftd^ feji*^ 
fiettte. — Sei ber Sufammenfunft einiger Surften unb t)ieler ®otte^«= 
gelehrten au^ Dberbeutf^lanb, »eld^en f:päter an^ STOelanc^tj^on fic^ 
gugefettte, im Sa^re 1557 ballier, guin Sei^ufe einer Serabrebung 
über ba^ beoorfie^enbe ffiormfer 9leiigion^gef^)rfid^ unb bie SSereini» 
gung in Se|>re unb ©ebräud^en (Äir^ner n. 424), t)erlangten bie 
gürjlen am 3o|fanni^tage eine et)angetifd()e ^rebigt in ber @t Sbav^ 
ä^olomäifirc^e ju ^ören* 35er diat^ lief bieje^ gefc^e^en, auc^ bag 
ber aSorfinger babei t^atigfei, t>erbot aber auf änrat^en ber fftat^^^ 
StbJoocaten (©pnbifer) feinen ^rebigern bie ^rebigt ju ^altm. 3la^ 
bem @elaute na:^m febod^ ein fatl^otifci^er ©eifUic^er bie Sanjel tin, 
Ui er t)on ben Slnwefenben burd^ ben ©efang: 9iun freut eu^, liebe 
ßf^riftengemein, unterbrochen, erzürnt bie Äird^e Joerlief, worauf ber 
S33urtembergif(l^e®otte^geIej>rteDr.3ac.2lnbreci feine ©teße einnaj^m 
unb bie ^rebigt f>ielt (Cer^ner L 2, 16 JRitter Mf H, 120. 338. 
Äod^ IL75>. — 3;m3afire 1631 würbe J^ier ein fogenannter ßom^ 
pofition^tag joeranjialtet ober eine Serat^ung jwifd^en Äatj^olifen 
unb ^roteßanten, wie bie ©treittgfeiten über bie geißlid^en ®üter, woäu 
an(fy bie ^ird^en geborten, beigelegt werben fönnten, welche aber xion 
feinem grfolg begleitet würbe (YL 173). 2)ie 8lnwefen|>eit be^ S6^ 
nig^ t)on ©d^weben unb feinet |)eere^ Joon 5ßo^. 1631 an fc^ien 
me^r ju t)erf^)red^en, uub e^ wuirben SJerfud^e gema4)t, bie ^ieftgen 
©tifter, i^re Äirc^en unb ®üter für ben Sebarf ber eöangelifd^en 
©otte^^ere^ruttg iu gewinnen (X. 300—303. A. 95* 117. 3Kori$ 
I. 72). am 27. 3un. 1633 würbe, mit Slu^naf^me bed Seonbarb^ 

2 * 



— 20 — 

• 

fitftc^, ©omimfanerfloper^ unb ber »on biefem abl^ättgtgen Stofen^ 
berger ©mgung, bte Slu^fibung ber fat^olifd^en ©otte^t^ere^rung 
förmlt^ unterfagt, unb e^ mußten aKe ®eifHt(|>e, tt>ü6)t ben ©^we^ 
ben ntci^t ^ulbigen wottten, bie ©tabt Joerlaffen (STOori^ n. 110), 
©cnior Xntcliad), welker f^on am 9* unb 26* 2lug» 1632 tn 
ber ©eutfd^l^au^ ^ Äir4)e geprebtgt ^atU^ prebigte am 14^ 3uL 1633 
tn ber Siebfrauen^, am 28* 2lug* tn ber Sarmeltter^ unb am 30* 
äug* tn ber Slntomter^ Cfpfiter Sa^>ugtnerO Äirc^e, ttjt'e au^ mt^x^ 
maU gu ©t Sartf^olomai CA. 123^ Ser^ner L 2, 8. 9. 22. n. 2, 
6* 19. 191). ^o6) 'ju Anfang 1635 trat granffurt bem nac^ ber 
9lorbtinger ©d^la^t jwtfc^en Deftretd^ unb ©a^fen gu ^rag gefd^lof* 
fenen gricben bei, fonnte ft^ aber ber ©d^\t)ebtf(]^en SBefa^ung ju 
©ac^fenfiaufen erfi am 11. äug. cntlebigen (Sänge 303. 313). ^ier^ 
auf n)urben am 28. £)ct 1635 Ätrd^en unb Ätöfier gurücf gegeben* 
Der SQ3efi^>^dItf(^e grtebe entfd^ieb na^ bertt 33ejt§fianbe am l. 3an* 
1624. Slußerbem tt)ürbe in ®ejte:^ung auf bie <^t. SBartipoIomäifirdj^e 
ber Umjianb geltenb gemad^t werben fe^n, baß fte naci^ aSorfd^rift 
ber golbenen 23utte bie faiferlic^e SQäa^Iftrd^e war. — Sa nun unter 
ben ber tutl^erifd^en ©emeinbe gebliebenen fiird()en nur bie Äir(^e be^ 
in fiäbtifd^e^ ©gentium übergegangenen Sarfüßer 9Winoriten^Ä(o^ 
ßer^ 3SergIei(^ttng^tt>eife am ©unjiigfien gelegen war unb ben größ^^ 
ten 9laum bot, fo. würbe fte ^au^>tfir(^e, b. ^. e^ würben in i^t 
bie metjien gotteet^erel^rltd^en J£)anblungen al^ in einem 51KitteI\)unctc 
t)eretnigt, ber meifie Slufwanb auf fte gerid^tet, faft fämmtli^e ®eifi* 
lid^e, ben ©enior an ber @pi|e, in i^x befc^äftigt, unb fte würbe 
öorjug^weife bon bem 3latj>e befud^t. Slußer biefer meipr im wefH{< 
4)en (Bta^tt^nU gelegenen Äirc^e matten ft(|> balb gwei anbere wid^:^ 
ttg, bie eine im norbofilid^en, gu ©t. ^)Jeter, bie anbere im fübli^^ 
6)m X^tiU; gu 2)reif önig in ©ad^fenfyaufen, beibe nx^pxünQÜ^ aU 
Sa^petten t)on ©t. ©artf^olomäi au^ mit ©eifittd^en t)erfe|>en, welc^ 
aber wegen i^rer ?age unb be^ 23ebörfniffe^ ber entfernt woi^nenben 
©emeinbeglieber balb anfej^nlii^e ftrd^lid^e 3Serfammlung^6rter würben. 
2)ie beiben Älofierfird^en gu @t. Äatl{>arinen unb SSeißfraucn 
fianben unter befonberer Serwdttung; bod^ ü^tt ber 9lat^ je langer 
befio me^r ginfluß auf fie. ©ie waren me^r ffir ba^ Sebfirfniß ber 
änfialt, bod^ auc^ ber ©emeinbe gugängtit^. ©n äfynlid^e^ Ser^alt^ 
niß fanb bei ber Äird^e bee^ ^^^pitaU gum ^. ®etp ®tatt Die 
(SapeUe gu ©t* 9lifoI<it blieb t^eiW, jiebod^ mit Unterbred^ungen, 
lange X)erf4itofren unb würbe gu anbern Swdtn benö^t, tipeite be^ 
biente man ftd^ if^rer nic^t loott^änbig unb bi^ in neuere S^itm mcf^r 



— 21 — 

Slu^^ilfweife* D^ne bafi ^ier in bte ©cfc^td^te ber emartnen ^ix6)m 
emgegangen »erben fann, mögen bod^ etntge ^a^ti(fyttn über t|>re 
tnnere ©nrid^tung, Slu^befferung unb SBenß^ung ^itx SRaum ftnben» 

§♦ 26. f)ierau öergL ^. @. f)öögenö 9?a(^ri(^ten öon granffurter 
Äönfllern «itt» Äunftfac^en u. f, ». granff. a. 3)?. 1780; beffen artifti* 
id^e^^aqa^in, gtanlf, a. 9??, 1790, unb feinen 5Begtt)eifer öon granff» 
a, Wt. 1802; fo tt)(e gab er ö topogr» polit. u. Jiftor. Seft^retbung t)on 
granffurt a. 2». 1788, 2 Sdnbe. 

eine gro§e äu^befferung ber SBarföger Äird^e würbe 1669 unb 1736 
JDorgenommen, wä^renb »elci^er bie ®otte^t>ere|frungen, hei ber erjie- 
, ren in bie @t Äatf^arinen*, Ui ber Unteren in bie @t 9lifolaifir(]^e 
tjerlegt würben* (Sin äefmlid^e^ gcW«^, al^ man fie wegen 95aufätttgfeit 
1782 fd()Iie§en nnb 1786 nieberreißen mußte CA. 633 f. B. 155. 

F. 1026. 1037—1041. 1067 f. J. 304 f. 460 f. VI. 32—343. 

S3et ber innem Erneuerung im 3a|>re 1669 würbe ba^ SKinifterium 
f^ol^em Drtö befragt, ob unb welcher ©epalt ein ältar auf gerietet 
werben fönnte C^^ergL 8* 4). |)ierauf würbe geantwortet, baß e^ 
offne Slergemiß ju beforgen, jur Si^^^^ ^^^ Äir^e wo|>I gef^ef^en 
Knne, aber bie ©emeinbe in ber ^rebigt über ben 3tt)^d belehrt 
werben muffe; femer baß ber Xi^ t)on ber Slttarwanb fotte abge^^ 
fonbert bleiben, bamit bie ^. ©acramente bepo bequemer fonnten 
QtxH^i werben; enbli^ möge ber Siltar am guglid^lien im S^ore 
aufgeftettt werben unb ber S^ifd^ au^ ferner längtid^ runb fei^n* CA. 
670)* Da^ drittel mit bem Xifc^ f^eint bemna^ bi^ baffin t>or 
bem Singang be^ merllic^ t)on bem @(|>iff ber Äird^e getrennten 
(5|>ore^ geßanben ju |>aben. ©ei ber Slufrid^tung biefe^ Slttar^ 1670 
würbe an^ wegen eine^ an bemfefben anjubringenben ßrucifireö 
berati^en unb gewünfd^t, baß nici^t tin (ebenber, fonbern ein gejior^ 
bener ßf^riftu^ abgebtibet werben möge. 3)aö neue Slltargemälbe, 
30on bem reformirten SünfHer 9Katt|)au^ SR er i an ^ bem Jüngern, 
weld^e^ feit bem Slbbrud^e ber ®arfüßer fiirci^e ftc^ auf ber @tabt* 
bibliotj^ef befinbet, würbe Ce^ P^ttt eine äuferftef^ung t)or) aiemli^ 
cafeinif^ befunben, weit bie gum @räbe wattenben grauen, t)oraüg^ 
lid^ aber ein Äreug in ber gafme t)ermißt würben* 2ln ben anbern 
neu angebrachten ©emalben würben manci^e falf^e Slnfül^rungen t)on 
Sibelfprüd^en gerügt. Uebrigenö . gab man bamaW ber Sanjel eine 
anbere ©tettung, um einen befferen S^att ju bewirf en CB. 31* 33* 
70* 101 f. 191)* — (Statt ber 1786 niebergeriffenen Barfüßer 
würbe bie jie^ige @t. ^aul^firc^e erbaut, bie im3a|>re 1848 eine 
tt>eltgefc^i(i^tli(^e SBerüf^mtl^eit erlangt |iat* 9ia(^bem i^re Sottenbung 



— 22 — 

inxä) btc Äriege ju (Sube be^ t>ort8cn ut* Stttfang he^ je^i'gen 3ö^t< 
^unbert^ unb x^u ^Ja^wtrfung lange Jinou^gef^^obm noar, würbe 
fte am 9* 3un. 1833 feicrl^ tn ®ebrau^ genontmnt (L. 16* liu 
135—137)- — Der alten ©ttte gmriber tji ber Slttar an ber Wu 
tafl^fette* 3n ber Äird^e tfi fein ßructjix angebracht, bagegen ein 
folojfale^ Joergolbeteö Äreuj auf ber @pi$e be^ S^^urmee* 2)en Sit 
tar f(]^mü(ft fein Oenoätbe, ttJogu aucf^ fein 3laum gelaffen i% Die, 
abgefe^en f>iert>on unb »on ber unforntltcI;en äußern ©efialt, burc^ 
anq)]^it^eatralif(|ie S3auart, foritttfiifcl()e Säulen unb ©turfmarmor im 
3nnem ^jräd^tige Äird^e »urbe im ^a^xt 1848 ber beutfd^en 9latio^ 
nal^SSerfammlung eingeräumt, unb bie ©otte^Joere^rungen ftnb feit 
bcm 26* aSärj beffclben 3ai>re^ in bie <Bu 3?ifolaifir(l^e t)erlegt CM. 
95* 97* 103>— - Den jiörenbcn Slöieber|>att in biefer länglid^ vunben 
Äirci^e ju befeitigen, würbe im @^)ät][a^rc 1848 bie Dede bebeutenb 
erniebrigt, unb jugleic^ würben großartige ©nridfftungen ju ij^rer 
Erwärmung unb Beleuchtung mit ®a^ getroffen* ©ettbem bie 5?a^ 
tionataSerfammtuttg fte Joerlaffen fiat, würbe fein firiä^lici^er ©ebrau^ 
t>on ii^r gemacht* 9lur am 22*--24* 2lug* 1850 |>ielten bie engli*^ 
fc^en unb amerifanijcf>en greunbe be^ grieben^ ben fogenannten grie? 
beni^^Songreg bafelbfi unb Sonntag^ 25. Slug* ein 2:^eil berjelben 
33or^ unb 9la^mittagö i|>re ®otte^t>erej>rung* 

S. 26. ai0 1590 bie urfprünglid^c filofierftrc^e ber Deutfc^^ 
orben^'5Ronnen ju ©t. Äat^arinen CS5ß|>mer 145) fe^r baufällig 
befunben worben, beforgte ber aiatj> eine große Slu^befferung berfel^ 
ben, beren Sofien ftd^ auf bie ju jener S^^ anfe^nlit^e ©urnme XK>n 
ff. 4000 beliefen. SSor ber J^erbfbneffe 1591 wurte fte wieber in 
©tbxan^ genommen CSWtter M^ 11. 238). 9ia^bem fte am 27.3att. 
1678 gefd^loffen unb bann gonj neu aufgeführt worben war, würbe 
fte am 20. gebruar 1681 wieber eröffnet. SlBälprenb beffen legte 
man i^xt ©otteöjoerei^rungen tj^eil^ i'n bie ^eterö^, t^eiW in bie 
^o^^>italftr4)e, unb fe§te i^re ©etfiunben einteilen au^. Sanjel 
4inb ältar t)on f(j^warjem SÄarwor würben t)on ^erm granj joon 
Sarfl^aufen unb ©emalin g^fKftet. Daö neu angebrachte Slltctr*^ 
gemälbe, ß|>rifiu^ am Delberg, ifl t)on bem frieftgen SKaler |)ermann 
33 0^. Die ©emälbe an ben (5m^5orbü^nen, ber SBanb C«nb friU 
f>er an ber Decfe) rüi^ren t)on ben ^teftgen 9»alern 33. ©rarab^, 
6.@.^eu^lin, D.SC^ülen*, {).guncf, 3».©c^l6ber, 3^3».S5encfert, 
§. 3©if^lmer ^er. Sei ber Slu^befferung im 3a^re 1778 würbe tfjre 
©otte^^ere^rung gu @t. 5«tfolat gejialten (C. 4. f. 9. 142. 154. 
J. 218. 230. 232. VI. 73—76. 



— 23 — ■ 

$. "27. 2tK btf ®t ^eter^Itrd^f tn ben 3a^ren 1770--1772 
eine Slu^bcfferuttg er|>telt, mußte btc Jg^aueftr^e be^ SBmfcn^aufe^ 
gar äuöj^Üfe bienen. 3m 3a^re 1814, nacktem fic fafi 10 3Konatc 
ate ^eumagajttt gebient ipatte, würbe jie burd^ btc eifrigen SBemu* 
jungen be^ bamaligen 5Worgenprebiger^ bafelbji anfiänbtg erneuert 
2)a^ neu angebrachte Slttargcmalbe, eine ©rablegung, ift t)on bem 
l^tefigen SWater äßenbeljiäbt* ©a^ frü|>ere Joon Slbra^am 2)tcv>en^ 
bed ^atU fej>r gelitten (J. 37. 87. K. 262. 279. 281. VI. 68^ 69). 
SBeil i^te fonntäglid^e üKorgen^@otte^öere{>rung fru|>er begann, aW 
in ben anbemÄirc^^cn, nourbe fie in neuerer 3«^ öfter ju ©imuttan^^ 
@otte^üere|nrungen benü^t. 21K bte ^o^pitalKrd^e gefd{)I«>ffen würbe, 
»eranfialtete man bt^ gur J^erfiettung ber ®t. 9?ifolaih'r^e, t)om 23. 
gebr. 1840 bi^ l.Slb^ent 1847, eine ©))ät^'9»orgenfircl^e au ©t. "»Peter 
CL. 3103. Siad^bem ebenbafelbfl ber beutfc^reformirten ©emeinbe, 
wäf^renb ber äufrifd^ung i^rcr Ätr^e t)om 16. ÜRai 1839 an^ eine 
fonntägtic^e @^>ät^aÄorgenfirc^c zugegeben werben, würbe berfelben 
gu Snbe 1848, al^ bie beutfc^e 9lationaI*a5erfammIung wä^renb ber 
3uric^tungen für Erwärmung unb Seleud^tung ber ^auföfirc|^e, in 
ber beutf^ reformirten Äirc^e i^re ©i^ungen fiielt, i^re @otte^t>er' 
e^rung abwed^felnb mit ber unfrigen gur gewöhnlichen 3^it ioerflattet 
CL. 294. M. 108). Der beutf(]^fat|>oWf(t)en ©emeinbe würbe X)on Jl^pril 
1846 bie 2Bei§frauen^, t)on 35ec. 1848 bie ^eter^fird^e jum Se^ufe 
einer Jonntäglic^en @^)ät^?Worgenftr(]^e bewtüigt CM. 46. 105. 110).—- 
Slm 20. @e:pt. 1836 würbe bem SWiffion^üereine gugeftanben, wä^^ 
renb be^ SQSinter^ an aOBerftagen feine monatlid^en 2lbenbt>erfammlun* 
gen bafelbji ju galten CL. 227). 

S. 28. Die alte föniglid^e, ju bem Steid^^palafie C^aal^o^^ 
gel^örige Äaj)eHe gu @t. 9tifoIai, X)on 1543, wo man, wa^rfd^ein^ 
lid^ auf ambac^ö Setrieb CS^8) i^re Slltäre abbrad^,, bi^ 1570, wo 
fie ju einer SBaarennieberlage gemacht würbe, in @ebrau(^ ber lut^e^ 
rifd^en ©emeinbe, würbe na^ I5ljä|^riger Untetbred^ung am 10. 
SDec. 1721 wieber eröffnet, ©te blieb, t)on 3uni 1807 bi^ ebenba|>iii 
1808 aufgenommen, fortwäbrenb im ®ebrauc^, bi6 fie imDec. 1813 
gefd^loffen würbe, um gur ?lufbewa^rung t^on aSorrätf^en gu bienen. 
2lt^ im ^a^xc 1840 mit bem ehemaligen ^o^^)itaIgebäube gum ^. 
®eifi aud^ beffen Äird^e abgebrochen würbe, fo ifi bafiir bie im 
2leu§ern unb 3nttn:n gefd^madEt^oß erneuerte 5Rifolaifirc^e, nad^ 34 
jähriger Unterbred^ung, am 5. Dec. 1847 wieber eingeräumt worben 

CF. 69. 71. K. 179. 189. 193. 262. M. 20 f. 55. 59.80.97.103. 

Vn. 19. 21—23. Cer^nerll. 2, 103). — 2)a^ neue SKtargemälbe, 



: _ 24 — 

eJneSluferfiel^ung, iji t^on SRctl^eL Sin Stuciftr tji ntci^t angebrad^t — 
2)a in tiefer Äird^e x>on 1721 an nur grettag^ unb ©onntag^^^iad^:* 
mittag^ ®otte^t)ere^rungen angeordnet waren, fo würbe fie pujtg 
jum au^l^elfenben 6rfa$ für anbere Sirenen gebraust, welche au^* 
gebeffert werben mußten, j. S3* 1763 für bie |)0^5)italfir^e, 1768 
für bie Dreifonig^fir(]^e (H. 373. 547), jute^t no(|) eine lange Steige 
Joon 3a^ren für bie niebergerifl'ene SBarfügerfirc^e. 21W im 3afire 
1848 bie @t. ^aulefirci^e ber beutfd^en 5iationata3erfammIung über^^ 
laffen werben mußte, fo würben i^re Ootte^ijerel^rungen in bie ©t* 
^lifolaifird^e »erlegt, unb bie bafelbfl 1847 angeorbnete atteinige 
2Rorgenj)rebigt auf eine frül^ere ©tunbe jurüdgebrängt* Da bie 
®U 9Jifotaifir(^e balb nad) 1721 bi^ gegen Snbe beö 3a5rbun:=: 
bert^ iugleic^ aU ©arnifon^fird^e biente, woju im Sept. 1816 bie 
SBeißfrauen^ unb julegt bie ^aul^fir^e bepimmt würben, fo würbe 
jte aud^ 3U »erwanbten 3weden benü^t^ 3m 9lot>. 1734 würbe jte 
ber ^annot^erif^ien 23efa$ung jur ©otte^Joerej^rung nac^ i^rer Citur^^ 
gie unb jwar jur ©onntag^^SKorgenprebigt unb SBetjiunbe 5Wittwo(^ö 
frü^ angewiefen> Sin ©teic^e^ würbe im @ej)t. 1759 ben Äurfäd^^ 
jtfc^en S:ru!p:pen bewilligt, unb bafür ber ©amjiagmorgen unb @onn^ 
tag:^9lac^mittag beftimmt* ^m ^a^x 1752 Ratten Deftreic^ifd^e 9te^ 
ernten bort ba^ Slbenbmal em^jfangen (TL 19. 24—26* 40. 56* 

F. 969. H. 60. K. 403* 3. 

§. 29. 2)ie ben eingewanberten 9lieberlänbern unb granjofen, 
weld^e man für Sut^eraner ju i^alten Urfad^e i^atte, im ^a^xt 1554 
angewiefene ^oßerfird^e ju ben weißen grauen Qditnmnnm, £)r* 
ben »on Fontevraud), in weld^er älnbr. 3ö<>^rf 1542 bie erfie et)an^ 
gelifd^e ^rebigt gehalten ^aitt, würbe, afö man ben S^^fti^um erfannte, 
1561 benfelben wieber entzogen, ^iac^bem ju Slnfang 1589 ba^ 
l^iefige SBart^olomäi^Stift auf Setrieb be^ Sr^bifc^of^ Joon SWaing 
ba^ Sffieißfrauenflofler, jebod^ oi^ne Srfolg, in 2lnf^>ru(^ genommen 
l^atte, würbe bie Äirc^e beffelben üon 1593 an ben wirflid^ lut^ert^ 
fd^en gremben gu einer t)on einem, balb t>on gwei eigene bagu be* 
ftimmten ^rebigern gehaltenen fonntäglid^en SKorgenanbac^t in fran^ 
jöfifc^er @^>rad^e überlaffen, weld^e^ ber Sirene ben 9? amen ber //fran«^ 
jöjtfd^en/' gab. ^m ^a^xt 1765 würbe bafelbft eine beutfd^e ^a6)^ 
mtttag^iprebigt angeorbnet ^m ^a^xc Uli unb 1778 würbe er^ 
Imhi, baß in 9lot|)fäffen Sanbibaten SWorgenö 2)eutf(|) ^)rebigen bürften. 
Doc^ am 25. 9lot). 1788 berid^tete bae ßonftftorium, t)on bem fSiai1)t 
bagu aufgeforbert, baß bie ©rünbe, a\x^ weld^en ef^emafö eine fran*^ 
jöfifc^e ©ottc^t^ere^rung eingerid^tet worben, Idngji weggefallen fepen, 



— 25 — 

unb nur wenige Suf^örer ftd^ nocf> etnfättben* SWan trage beß^alfe 
auf t^re (gtnjießung unb SBerwoanblung in eine beutfc^e BipaU^oxQcnf 
lix^t an. 35er fftat^ geneffmtgte 25tefe^ am 27. 3loi>. 1788 CHI. 
735—737* 789— 800- V. (5on^ente))rotofoae »on 1592 W 1600* 
VI. 59—62. H. 434—438. J. 505—513. Ce^nemann 123—130. 
3litter 260. Cer^ner n. 2, 88). — SBei einem 3lec^t^fireite amif(|)en' 
bem Äafienamte unb ber 93ertt)altung be^ SÖet^fraitenflojJerö über 
bie erlebigte ©löctnerjielle tt>ar bie (entere unbefe^t geblieben. T>a^n 
gefd^af^ e^, bag Sonntag^ 3. ®e^>t. 1676 bie ^ix^t t)on Sinken unb 
ber ^n^artQ jur Sänket t^erfci^toffen blieben unb nid^t geläutet würbe. 
äW ber bamalige ^rebiger an biefer Äird^e, ,9litter, ber pinftebiefe^ 
9lamen^, tx^^im, nafym er bie unterbe^ nic|t weggegangenen 3«' 
ij^örer mit jtd^ burd^ baö Älojler in bie fiird^e unb <)rebigte t)on ber 
Sraporbfi^ne herunter (TB. 590). 3m 7ja|yrigen Äriege war eine 
Unterbrechung ber ©otte^Joerel^rungen eingetreten, inbem bie SÖeiß^ 
frauenfird^e juerji ju einem franjöftfc^en |)o^j)ttal, bann gu einem 
SKel^Imagajin bienen mußte. 9lad^ i^rer ^erjleßung würbe jte am 
.l.Dct. 1765 wieber bem aKgemeinen ©ebrau^ie übergeben (VI. 59-62). 
3m ^a^xt 1812 würbe an bem neuerbauten Slltare tin Oemätbe »on 
bem ^ieftgen SWaler äöenbelfidbt angebracht, wel^e^ ba^ ßana«^ 
nitifc^e SBeib barfiellt. 2lm 2. Slug. 1842 würbe ber neu gebilbeten 
Slnglifaftifd^en ©emeinbe t>erjiattet, nac^ unferer fonntaglid^en aWor*= 
genanbad^t biefe Äirc^e für i^re ®otteöt)erej>rung ju benü|en, biö 
fte wieber in bie franjöjifd^reformirte Äirdjie gurüdfging QL. 365. 
öergl. Seil. t». 1842). 

§. 30. 2)te aner^eiligenfir^e, wetd^e x>i>n 1555—1559 
ben S[)ertriebenen ßnglänbern eingeräumt worben war, unb an welcher 
Dr. aiic^arb Sor, ber berüt^mte ^Mitarbeiter an ber 2lnglifanifd^en 
Citurgie, fowie ber nod^ berül^mtere ©^ottifd^e Sleformator, 3o|>n 
Snox, Unterer nur furje 3eit, tbättg waren, burd^ beren gegenfeitige 
Sefe^bung ^ier, bei ber dtixdh^x ber ©emeinbe nad^ ßnglanb, ber 
®runb gur SCrennung gwifc^en ber Slnglilanifd^en unb ^re^b^tertani* 
fd^en Sird^e gelegt würbe — biefe fiird^e ging, xok e^ f^eint, ^on 
jiener 3eit ein unb würbe ^rit^at-Sigent^um. 1674 beabfic^ttgte man 
jte wieber in ©ebraud^ gu ne|^men. 1690 trug ba^ bortige Duartier 
auf bie äÖieber^erPeHung biefer X)erfaUenen Äird^e an. 9leue @rwä|f*^ 
nung gef^ie^t im gebr. 1702, gule^t 1723. ^nblid^ pfirgte fte gU:^ 
fammen, würbe 1730 ^oUenb^ abgebrod^en unb ber ^la^ geräumt. 
X)t>6) muß fte, wo^I aU ^rit>atgebäube, wieber aufgebaut worben 
fcpn, benn 2Rori$ cn. 89) berid^tet im ^a^xt 1785, fte fep abge^^ 



— 26 — 

brannt imb Itegc ncd^ tnt ©c^iUt; man ^aU abtx tJcrgei^abt, jte vok^ 
bcr auf3uric|)ten* ^attt man jener ©tabt^älftc bo^ etnc Ätrc^e ge^^ 
laffcn! CB. 385. 645 f. C. 527. D. 382. F. 170. Scr^nei II. 2, 107. 
Ätr^engefd^. b. 9leformtrten ju granff. mit einer aSorrebe t>on Dr. 
grefenm^, 1751, @. 112).— Sie @t STOaternu^^ea^^eUe, auf 
bem Sto^maxtt, am Eingänge ber großen ©aUengaffe, tt>tlä)t nur 
t)or Einrichtungen Q. ®. 1616) benü^t würbe, i|t ju ainfang bicfc^ 
3al^r|)unbert^ abgeriffen werben. 

§. 31. ^U bie ©reitönig^fir^e im ^ug. 1690 au^gebeffert 
werben mußte, würbe bie borttge Oemeinbe an bie übrigen Ätreben 
X)erwicfen ; bie Äirci^entaufen fottten im ©d^ulfyaufe ®tatt finben. SBei 
glei^er SSeranlaffung 6nbe 1768 würbe tfyre Ootte^t^ere^rung 15 
SSSo^en lang in bie 9lifoIaitir^e unb 1783 5 SSSo^en long in bie 
J^o^pitalfirci^e t)erlegt (C 521 f. H. 547. J. 326. 329). 3n ben brei^ 
ßiger ^a^xtn biefe^ 3a^rfiunbert^ würbe ber noä) nid;t "au^gefüfrrte 
^lan ju if^rem ganjlid^en Umbau gefaßt^ 

§. 32. SQSegen ber ®i$^>ta$e in ben Äircä^en, bie meiji in 
^rit)at^©gent^um übergegangen waren, entjianben l^äufi'g Sfeibungen 
unb Oejänfe, fogar wa^renb ber ^rebigt, ja felbfi ©einlageret in be 
Ätrd;e CB. 148. 151. 174. 226). X)o6) fonnte erfi feit 1831 mit Sr^ 
folg baran gebadet werben, bem großen Uebelfianbe be^ ^ri^at^Sigen^ 
t^um^ ber Sirc^)iü|^te atlmälig abjujielfen. — 3n ben Äirdöen, wo 
SBetfiunben gehalten würben, mußte wegen ber im SBinter frfi|> ein^ 
faßenben ^lad^t Sorfel^rung jur Seleu^tung ber Äird^en unb 6am 
geln getroffen werben. 3« biefem 33e]pufe würbe 1765 in bie ^eler^^ 
Krd^e ein |)ängleu(^ter öere|>rt CB. 489. 518. 528). 35ie brei großen 
^ängleu^ter ju ®t. Äatfyarinen ftnb 1681 oon einem J£)errn Släfer 
»on Stafert^al gefüftet. 1838 würbe eine bejfere öeleud^tung ber 
ganaeln erjielt CL. 239. 275). enblic^ bei ber Sobe^feier Sutfjer^, 
18. gebr. 1846, würbe in ber @t. Äatf^arinenfird^e bie Oa^beleucb^^ 
tung eingefüfyrt. Sbenbaffelbe gefc^al^ Snbe 1848 in ber @t. ^aul^:^ 
fir^e junäc^fi für bie beutfd^e %ational^aSerfammlung ; aber bie ©n^ 
ri^tung i|t geblieben. — 25erfelbe ^aü i|i mit ben Slnftalten gur 
Erwärmung ber le^teren Ä^ird^e. Sei ber jüngflen ^erfiellung ber 
©t. ^lifolaifird^e würbe burd^ bie 3iemüf>ungen eine^ ©emeinbegliebe^, 
welc^e^ ft^on bei Sinfü^rung ber Oaebeleuc^tung ju ©t. Äat^arinen 
fei^r t^ätig gewefen war, eine Slnjialt, wenn auci^ nid^t jur völligen 
Erwärmung, bod^ wenigfien^ jur bebeutenben Äälteermäßigung ge::= 
troffen CL. 386. 389). 

§. 33. Snbli^ X)erbienen no^ bie |)au^fir(^en unb 33 et^ 



— 27 — 

f äle bet tJerfc^tebcncn ntilben Stiftungen, welcbe fcer ©emrinbe tf^etW 
jugSnglic^ waren, t^tiU e^ no(i^ ftnio, Swäffnung. J)a^tn gebort 
We fiird^e bcö SaSatfen^anfe^ *), tt)e% am 21. Dct. 1725 er* 
Jffnet, aber am 15. Oct. 1826 Ui bem teJoorjie^enben 9?eubau beö 
^aufeö gefd^toffen werben t^* an i^rer ©tatt würbe eine (Sa^pette 
gum au^fd^tjepd^en ©ebraut^e ber |)au6ange]^6rigen aufgefüfirt (VI. 
58. F. 395. K. 823). — 9lad) bem Neubau be^ 3rren^aufe^ 
CÄajien^o^\)itat0) im 3a^re 1783 würbe beffen Sctfaal am 17. ^\\l 
1785 feierlich eröffnet unb barin bi^ ju fipxii 1827 (Sonntag^ eine 
jugängKd^e S^orgenfird^e geffatten* — Sbenba^fetbe QC^^a^ in bem 
am 20. 3wnt 1813 eröffneten öetfaate be^ ©enfenbergtfd^en 
®ürgerfio^^itale^ U^ a«tn ©^atjaj^re 1848. — yia^ ber ©tif* 
tung be^ aSerforgung^^aufe^ im 3a^re 1816 würbe in beffen 
SBetfaale ebenfaß^ eine zugängliche ®otte^t>ere|frnng ©onntag^ 5I)?or* 
gen^ tjeranfialtet. 3m ®e^)t. 1847 reichten bur(|> eine eigcnt^fimlicf^e 
äSeranlaffung bie für bie bortige ®otte^t)ere|)rung bewilligten ®elb? 
mittel nici^t me^r au^. 25a^ SWinijierium , welc^e^ befragt würbe, 
ob nid^t auf irgenb eine SBeife eine t^ollffanbige unb genugenbe ©ot^^ 
te^t)ere|>rung oi^ne befonberen ©elbaufwanb gefd^afft werben fönne, 
entgegnete hierauf, baß burci^ eine^ feiner SKitglieber, baju befonber^ 
erbeten, bie ©eelforge in bem SBerforgung^l^aufe t)on änfang an 
t)Olljlänbig ausgeübt werben, atte^ Slnbere aber @ad^e biefer befon* 
beren (Sti^txxnQ unb i|^rer ^au6anbacl;t fe^ (M. 77—80). — Sm 
18. @ept. 1839 würbe ber Setfaal be^ neuerbauteu ^ot^ipitalö 
aum 1^. ©eifl eröffnet unb bie barin Sonntag^ aWorgen^ ge|>attenc 
^'r^e iji ber ©emeinbe gugdnglic^. 

2* Uehetfi^ bev pffentltd(ien &otte^i^ete^tnn^en. 

§. 34. £)a^ aSerjei^ni^ berfetben in früherer ^dt ffnbet fid^ 
VI. 1. 2. SRitter 211. 249. 286. 327 f. 3nbeß mögen biefe Slnorb^ 

*) fßox^üQliö) bie ^ur ©rünbung einer SBaifenanjialt im 3«n{ 1644 gemachte 
@t^en!ung t»e^ f)errn Sojanneö @(!^ttjint) machte eö möglich, im ©ept. 
1679 ein%xmm», SBaifen* unb Strbeit^^au^ ju eröffnen, beffen öoid^rige« 
@tiftmig0fefl am 25,@e^t.i729CF.673. Ser^nern.2, 53. 55.) unb lOOfd^i* 
ge^ am 12. @ept. 1779 QJ. 253) gefeiert mürben, ©iefer Slnflalt »urbe 
ba^ fogenonnte englifdj^c i>an^, mi^i6 i>on ben unter ber Königin Ttaxia 
»on (Jnglanb ]ö54 Jicrjer gewanberten, aber nac!^ bem 2:obe berfelben 1559 
;^urücfge!e5rten 5lnglifanern erbaut unb hd i^rem SBeggange ber @tabt 
überlaffen morben »ar, jugettJtefen. Sl^oUflcinbige 5luöf«nft gibt: bie @e* 
f4^t(^te beö granffitrter SBaifen^aufe^ u, f. m, öon griebr. ©d? äff er, 
• Oberlehrer, granffurt, 1842. 



— 28 — 

nungen fe nad^ ^a^ unb Sixptxit^^a^m^Ht ber btenjitffuenben 
^erfonen unb na(Sf anbeten Umfiänbcn feffr tJeränberltd^ gewefen fe9n, 
k>oä) fo t)iel jianb in golge ber erften Iftrc^enorbnung, w\(fye 1533 
am ©onntage Exaudi ber ©emetnbe t)orgeitefen würbe, feji, bag alle 
JCage gc^jrebtgt werben mu§te Oftittn 1753* 91«^^ ber Sgenbe Joon 
1644 waren ©onn^^ unb gefitag^ 3Rorgenfir^en ju ben Sar^r 
fu^ern, @t fiat^artnen, @t ^eter unb ©retfontg, woju nod^ bi^ 
tn ber franjofifc^en Sirene tarn; nac^ ber Slgenbe t>on 1688 au(^ 
nod^ bte tn ber ^ofpttaßtrd^e fett 1662 CG^. 262). giad^ betben 
Slgenben war ©onn* unb ge|itag:^5Wac^mittag^ ©otte^vcre^rung 
ju ben 95arfuftern, @t ^eter unb ©retfönig. Sin 2Berftagen war 
ÜRorgen^ tagli^ a^ ben, 95arffi§crn, außerbent fett beut 22. 3un. 
1651 jDonner^tag^ in ber ^of))ttaIIir(^e Cl>ofj)ttaI^2lcten), *} unb 
Srettag^ 3U @t* Sat^artnen, @t ^eter unb 25retfömg* Der Dtn^* 
tagö:== unb J)onner^tag^:^^]5rebtgt ju ben 23arfü§ern wofinte, fiatt ber 
1530 eingegangenen 2 3lat]j!^meffen gu @t. yiitolai, ber fRat^ X)Ott 
1546 an unb nad^ einer Unterbred^ung wieber »on etwa 1570 an 
bi^ 1687 X)or feiner jiebe^maligen @i§ung bei C9titter 143. 328* 
Mf n. 342. Cer^ner n. 2, 21). aSoröbergel^enb würbe bie ©onn*^ 
tag^:=aRorgenanba(]^t in ber franjöftfd^en Äir^e »om 20. 9lot). 1701 
bi^ 12. Dct. 1704 auf 25onnerjiag^ 9iacf>mittag t)erlegt (Ser^ner L 
2, 80. IX. 703. — öetpunben würben feit 1620 {eben. yia6)^ 
mittaQ an @onn^ unb SBerltagen ju ben Sarfüßern, ®t. Äati^arinen, 
@t. ^eter unb Dreilönig ge|>alten Cägenben ^on 1644 unb 1688). — 
Äated^i^mu^:=^^rebigt war in frü|^efier 3«t 9Kittwo(^^ gu ben 23ar^ 
ffißetn, welel^e aber balb wieber einging CStitter 175. 213. 2593. 
Die Slgenben t>on 1589 unb 1599 reben t)on fonntagtic^en Äinber^ 
lef^ren. 3m Safere 1768 fanben fold^e ju ben 33arfü§ern, ju ©t. 
Äat^arinen Cjwei, eine große unb Heine3, gu @t. ^eter, in ber 
^of^3itatfir^e unb gu ^Dreifonig Statt (Tn. 1033* 

§. 35. 9la^ Eröffnung ber @t. gfjifolaitirt^e 1721 würben 
Sonntag^ unb greitag^ 9la4)mittagö ^rebigten mit barauf fotgenber 
95et|iunbe angeorbnet unb t^on ßanbibaten joerfef^en (TL 19. 21.3. 
aSon bem l. 2lbt)ent 1765 an CS"* 233 tt>urbe in ber Sffieiffrauen- 
firc^e eine nac^mittdgtid^e (Sotteöt>ere^rung in beutfci^er @!prad^e ein:^ 
gerid^tet unb ebenfalls t)on ßanbibaten beforgt, weld[)e aber 1835 in 
bie @t. Äatparinenlird^e t)ertegt werben ifl (VI. 59—62. H. 434— 



*) Die SlnfteCfung t»e^ ©onntag^^^rebigerö im i>0fpitaU gefc!^aj öon bem SÄati^c, 
bie be^ 2)onncrötagö*^Jrcbigerö öon bem k>o^pitaL 



— 29' — 

438* L. 200^ 228)* 25tc ^aueftr(^e bee Sajaifcnffaufe^ tvurbe an^ 
fang« t)on ten (Sanbibaten, totl^t it^xex im J^aufc waren, f^)äter 
»on fämmtltci^cn Sanbtbaten, ebenfattö ^la^mtttag^, gel^alten CK. 18* 
tJcrgL C. 91 f* 94)* 3n feen öetfälen ber anbem miften Stiftungen 
waren für ^rebtgt unb ^anfenbefud^ etgen^ angefiettte ßanbibaten 
t|>ätig, wäfirenb bie ©eelforge t)on befiimmten baju erbetenen ©effi^ 
liefen geübt würbe* ®tit 1816 würbe bem »on bem J^eiltgengetji * 
^ofpttale angenommenen orbtmrten ^rebiger aud^ bie ©eetforge über* 
tragen K. 379* 381 f* 386* 392 ff* 398* 403)* 

§* 36* 2)em ®efud^e fo t)ieler ®otte^i>ere^rungen waren bie 
Umpänbe lange günpig* £)er bürgerliche Srwerb war meifi gefiebert, 
ba^ Ceben einfa^* 3n ru^iigen Seiten befc^äftigte bie Äird^e bie 
unbefrtebigten ©emfitl^er; fo oft Stieg unb ^eji beunruj^igten, gab 
fie aCrofi unb 3ut)erft^t* 2)o^ fanb man e^ 1668 notfyig, am 
Sonntag ^SJormtttage jum fleißigen 33efu4)e ber nac^mittägli^en 
(Äatetfii^mu^O ^rebtgten, Sinberlej^ren C^^ergl* §* 52*) unb Set* 
jiunben ju ermuntern, worauf eine fie^enbe formet würbe, bie noä) 
unfere S^i^g^noffen gel^ort l^aben CA. 562)* Srft bie anfangenbe 
neuere 3fttbilbung in ber testen J£)älfte be^ t^origen Sal^r^unbert^ 
bewirfte eine merfiit^e Slenberung unb machte aSerminberungen ber 
öffentlid^en Slnbatbt^übungen nic^t nur juläffig, fonbern fogar notj^s^ 
wenbig, jumal aU ani) bie 3ö^t t^i^ ^rebiger, wel^e aUmälig auf 
14 gefüegen war, ju Slnfang 1802 auf 12 jurüd ging**) 2lm 8* 
^ai 1792 ffob ein 3lat^6f(]^ruß bie J)infiag^* unb ©onnerpag^^^SKor* 
gen^>rebigt auf CJ. 717* VI. 81)* 2lm 30* 9lot)* 1797 würbe bie 
greitag^^STOorgenprebigt gu ©t* 5KifoIai wegen ber geringen 2Injaf>I 
ber fie Verfei^enben Sanbibaten eingefiellt CK. 34* VI. 83)* 2lm 17* 
Oct* 1799 würben bie SBerftag^^®etjiunben ju @t* 9HfoIai aufge* 
'^bben CK. 71* VI. 84)* 95eibe te^tere waren au^ 2(nla§ ber abge^ 
brod^enen 33arfüßer Äirc^e ba^tn gefommen* 2)te ©onner^tag^^^rebigt 
tn ber |)ofpttaIfir(i^e würbe feit 3unt 1811 nur mmatli^ gef^atten 
CK. 228); bie greitag^ ^ ^rebigt ju @t* ^eter unb Dieifönig attmfi:^ 



*) 2)ie 3ajt ber ^rebiger, »elc^e im 3a^re 1542 fi^ ttwa auf 8 belief C9lit* 
ter 281), etjob jtc^ im 17. 3a^r5unt»ertbalb auf 12; »on 1674, anfänglid^ 
mit einem außer orbentUc!^en ©c^itfen, auf 13; erhielt ftt^ mit geringen SSer* 
Änberungen auf biefer f>öje, hi^ fte 1731 auf 14, 1746—48 fogar auf i5fHeg, 
t)on ba aber biö I802 bei 14 blieb. 9^ur 1777 »ar »egen Slltcr, ©c^Wat^^t 
unb Äran!(i(!^!eit einiger ^rcbiger »ieber eine S^t lang ber fiünftejnte 

nötjig CA. 123 f. 394. B. 331. 334* F. 323. 696. 832. G. 363. H. 446 f. 
457. 461. J. 179—181. 199. K. 101* 109. 113. 131). 



— 30 — 

Kg nur t)or Slbenbmalen tu biefcn Ätrd^en» ßnblu^ tm Safere 1836, 
in einer gan} )^etänberten S^t, würben bte nod^ äktgen SBerftag^^^ 
Ätrd^en, greitagö auc^gcnommen, ferner bie SBerftagö*^Setjiunben gu 
@t ftUx unb fammtitdpe ÄinberteJ^ren einge^ettt (X. 198 f* 228). 
2)ie ÄinberteJ^re in ber ^ofpüalfirci^e war fd^on 1802 eingegangen 
CK. 1063. 3n ber Dreifönig^firdjie bagegen Hieb ©onntag« eine 
breifad^e @otte^t)ere|irung , SWorgen^, 9lad^mittag^^^rebigt unb Sbtt:^ 
jiunbe. 

be^ Slnfang^ biefer ®otte^5[)ere{)rungen ttjar fe^r t)erf(||ieben. 3m 
3a|ire 1533 begannen biefetten, Sonntag^ ju ©t ^eter unb 2)rei^ 
fönig 9Äorgenö 6, im SBinter 7 U^r, ate gru^fir^^en. S)iefer 2ln- 
fang war noc^ ^arin begrfinbet, ba^ ©onntag^ in ber Siegel öon 
@t ^eter bie Pfarrei ®ornf>eim, unb öon Dreifönig bie t)on Dter^ 
rab t)erfe|ien werben mußten. Site biefer ®runb burd^ Slnjieflung 
eigener ©eifttidpen für jene Canbgemeinben balb nad^ bem 30 jiä^rigen 
Kriege wegfiel, na^m man auf bie in ber 3lä^c biefer Äirdpe woi^^ 
nenben ©ärtner dtüd^ii^t, iamit biefeften noc^ ii^ren Pflanzungen 
nad^fe^en lönnten. 3n ber fogenanten Pfarre ober ^auj)tCbamate 
23art|>olomäi)firdpe begann bie ®ottefet)ere]prung um 7, im Sffiinter 
um 8 Uf>r SKprgen^ an ©onn^^ unb SEBerftagen, Slac^mittag^ bq^ 
ganje 3af>r |>inbur^ um 1 U^r (T. 1120. 1333. 1412. SRitter 211 f.}; 
in ber 33arfuf er Äir(|)e Sonntag^ SKorgen^ u|n 9 UJir. SBeiter finben ftd^ 
feine 3^itgaben biö jum ^a^xt 1706, wo Ser^ner (I. 2, 253 melbet, 
ba§ ©onntag^ SWorgen^ bie Äir^en gu @t. $eter unb Dreifonig 
im Sommer um 6, im SBinter um 7, U^r (worauf t)on Ie|terer 
Sird^e nod^ bie ©emeinbe ju ©utieuten *) »on 8--9 Itfyx »erfej^en 
würbe), ferner bie Äird^e ju ben Sarfügern im Sommer um 7, tm 
um 8 VL^x, enbttdp bie gu @t. Äatiparinen, im ^ofpital unb gu ben 
weifen grauen um 8 U^r begonnen ^ttm. 5Wad^mitag^ war ber 
Slnfang ber Äird^e gu ben 33arfüpern um l Ul^r, fpäter, wa^rfc^ein* 
lid^ nad^ i^rer aSerlegung in bie @t. Äatfjarinenfirdpe, t)on 1782 
bi^ 1797 um 12, bann 121/4, öon 1814 um 123/4 U^r unb fo fort, 
ii^ fte im 3a{>re 1832 auf 2 Uj?r feftgefe^t würbe. 3u ©t. feter 



*) SDie Kapelle auf bem ©utleut^of , urfpnmgtiti^ einem Spital für Sluöfd^ige, 
eine ^albc @tunoe tt)efKi(^> t)on ter @tat>t, »utbe 1520 erbaut ober neu 
i^ergeftellt, 2)ie ©emeinbe S^iieberrab, jenfeitö beö 2Äainö, war ^erjer 
eingepfarrt» 1736 würbe ein eigener ^rebiger für biefetbe befleUt 0- ö7, 

^ittiX 159» F. 944. 1046 fj. 



— 31 — 

ieftatib flc ^M um 2 U|ir, »ogeflfn Me gu jDrriWntg, «oemgpeti^ 
in btcfcm ^a^fiunbert, aber unbe^'mmbar wann; um i^ feit ^ttc 
"SHäxi 1826 um 1V2, in neuerer 3^'t um 2 Ul^r anfing* 3>ie 
aScrftog^firc^en richteten ftd^ nad^ ber Sonntage^ ^JJIorgenfinfye ju 
ten 93arfü§eni; nur t)on ber 2)onner0tag^'fiir(|>e im ^ofpitale ifl 
bemetft, tag fie aSorgen^ 9 Uj>r begonnen ^oJbc. — Wad^ manchen 
SUttberungen im ?aufe ber 3rft^ xoA^t id^t ni^t mefir We äufmerf^ 
famf eit feffetn, rürfte ber Anfang ber ©onntag^^SÄorgenfird^eu im^ 
mer weiter in bie ^ageegeit, bi^ fte gule^t alle um 9 U{>r anfingen^ 
mit 2luigna|>me ber (Bt ^eter^fird[)e, welche im ©ommer um 8, im 
SÖinter 0>i^ öor Ä argem um 8V2, je^t) 9 U^r beginnt, bie 9lacb=^ 
mittag^fircf^en um 2 Vi^t, bie gi:eitag^^Äir(l^en im ©ommer um 8, 
im SBinter um 9 Uj>r (VI. 68 f 80* vn.^ 103. E. 64. F. 1060* 

1063* 1067 f- 1070. H. 230. 478. J. 130. 207. 212. 262. 504. 
332. 706. 729. K. 23. 27 f. 91. 266. 664. 682. 802. L. 130 

199. 206. 228. M. 99). Durd^ bie Verlegung ber @otte^t)ere|^rung 
gu @t. ^aul na(^*©t. Slifolai feit 1848 CS* 25) mußte bie ber 
le^teren ^xä)t frfij^er, bie ber erjieren f^äter gefjalten »erben, unb 
ber änfang beiber »urbe, nad^ einigen Keinen äbänberungen, im 
©onrnier unb SBSinter tjerfd^teben gefiettt. — Sonntag^ ^^Äird^en gu 
t)crf£^iebenen SRorgengeiten em^)fej?len jtd^ wo^l bem ©runbgebanfen 
naify, fioßen aber in ber äu^fufjrung auf mancf^e »^inberniffe, weld^e 
in 93egie|>ung auf grüj^fir^^en in ber gefliegenen Sequemlic^feit^Iiebe 
liegen, in Segiejjung auf ©pätfird^en in ber neueren ©ewof^npeit, 
bm Sonntag ^SMorgen t)on 10—1 U^x ffir ©efc^^äfte gu benüften. 

4« Sontt ber pffetttltd^en ®vtte9ti>ete^tnn^^ 

$. 38» Sutper^ SBerfe, Iateinif(f>, Wittembergae, tom. n? 1551 fol. 

381? f. unb beutf^, 3ena, 2ter SC^eil, 1555, fol. 246 !» f. beibe 

©teilen begeid^net aU t)on bem 3a|ire 1523, aWbann 3ßitUm^ 

berg, 7ter2:^eil, 1554, fol. 401? f., begeid^net tJon bem 3a^re 

1524, unb 3ena, 3ter J^etl, 1560, fol. 280 f f., begeidjnet öon 

bem 3a^re 1526, Cfämmtlic^ auf f^ieftger ©tabtbibliotl^ef), 

geben ober bie Orbnung ber dffentlid^en @otte^t)erel^rungett folgenbe 

Anleitung. 33om 3a^re 1523 "fyti^t e^: SCogtid^ STOorgen^, frü|> 

um 4 ober 5 U^r, laffe man ba^ SBort burdp ©dj^uler ober ©eiji* 

li^e lefen, n>it j|e$t in ber 5Wette. Damad^ foll ber ©eijllid^e, ober 

toem e^ befohlen iji, fjeröortreten unb ein (Biää ber Cection auflegen. 

2Benn bie Cection unb Sluelegung tim f^albe ©tunbe ober tttoa^ 

länger gebauert ^at, foll man burd^ ^falmen, gute SRefponforien 



— 32 — 

Cäntt^)]^Otticn b» u furjc SBed^fetgcfänge) jc. ®ott loben, tl^m banfm 
Uttb um grud^t beö SSBorte^ bitten, fo taf Slffeö jufammen in ©ner 
©tunbe au^gert^tet werbe, benn man mfiffe bie ottaugroße ^änge 
t)ermetben, um nid^t Ueberbru^ ju öerurfa(|)ett* — 2)a^fe(be migt 
Sltenb^ um 6 ober 5 U^r, wie am SKorgen, gefdpel^ett* — aßoflc 
man aud^ no^ nad^ Sffen^jeit, fo pel^e ba^ frei. — Äönne bie 
ganje ©emeinbe nid^t tägtic^ beiwohnen, fottten ti bo^ bie ®Hp 
liä)m unb <Bä)nUx tpun. ©onntag^ aber muffe e^ für bie ganje 
Oemeinbe &tatt ftnben. 9lur Sonntag^ foKe regelmäßig 9Äeffe 
gehalten werben, an SQSerf tagen nur bann, wenn Stlid^e ba^ ®a^ 
crament begel^rten* 

§. 39* SBejiimmtere Slnteitung wirb 1524 ^unb 1526 gegeben, 
wo e^ lieißt: Sonntag^ frü{>, aö jur 5Wette (Matutina), um 5 
ober 6 U^r, finge man tttiä)c ^fatmen. 2)ann folgt ba^ Sefen ber 
(5i)ijiel unb bie ^rebigt barüber, Slntipl^onie, Te Deum ober Bene- 
dictus COelobet fei, ber ba fommt, Wlatt^. 21, 9) um einanber, 
SSater unfer, Sottecte Cturj pfammengefaf te 93ittfn) unb Benedicamus 
Domino. 2)iefe ®otte^t)ere^rung gefd^e^e affermeifi um be^ Oeftnbe^ 
Witten, t)a^ biefe^ ioerforgt werbe unb Ootte^wort l^ore, wenn e^ 
nid^t anbere ']5rebigten Jioren fann. — Unter ber SWeffe um 8 ober 
9 U|ir Cwoöon na^^er) j)rebige man ba^ Soangelium» — ^latl^miu 
tagö in ber aSe^p er CSlbenbanba^t), t)or bem Magnificat C2Weine ©eete 
erl^ebt ben ^errn, Cuc^ i, 46—55), })rebige man ba^ alu Siefiament 
orbentli^ na^ einanber. — SBerftag^ frü^ fingen bie Änaben 
ober ©d^üler, mc bi^^er in ber 9Kette, üU^c ^fatmen lateinifcj^. 
3lai^^n lefen fte, Siner um ben anbern, 2 ober 3 daptd lateinifdp an^ 
bem neuen ^efiament, ein anberer Änabe J)a^felbe beutfd^ für tttoa an^ 
wefenbe Caien C9li(jptgete|irte). S)ann fommen 2lnti})|^onie unb beutfc^e 
?ection C?lu«Iegung ifi ni^t au^brütflid^ angefül^rt, ge^t aber auö attem 
Uebrigen beutlid^ ^ert)or). hierauf wirb ein beutfc^e^ ?ieb ^on Sitten 
gefungen, ein fiitte^ SSater unfer unb jule^t öon bem Oeifilid^en eine 
Sottecte unb Benedicamus Domino gefprod^en. — 3«^ SSe^})er fingen 
fte, wie bi^|>er, etliche ^falmen lateinifd^ mit einer Slntiipl^ome unb 
einem ^^mnue, fo er t)or|^anben iji. ^la^^ct lefen fie, ©ner um 
ben anbern, 2 ober 3 Saipitel au^ bem alten ^efiamente, ein anberer 
ftnabe eben 2)a^felbe beutfdp. hierauf folgen (Slu^legungD, Magni- 
ficat lateinifd^ mit einer SlntipJ^onie ober einem ?iebe, flitte^ SSater 
unfer, (Sottecte unb Benedicamus Domino. — Sa^ fe^ ber ©ottee^ 
. bienft täglich in ©täbten, wo man Spulen l^abe. 

§♦ 40. aaSenn Cutter gwar bie bi^fjerige gorm ber Jffentlid^e« 



— 33 — 

®ottf^t)fre(»tungen, j[ebo4^ mit $lu^f(|»ett)ung Ut Sbiftoftgen unb 

UAeriabcnen, betbejjattm »iffen »otttf; obfcf^on er (i(ä^, je f^)äter, 

befio mel^r bat)on entfernte; tDenn er tn^ iBefonbere ben ^ortgebraud^ 

brr {atetntfd^en ^)fxaä)t in ber It'trd^e ^t^iattnc, um bie @d^ö(er^ ju^ 

mal biejiemgen^ t)on n)el(|ien man ^ofe^ baf fte gute ^rebtger unb 

@eelforger n>erben/ barin ju üben: fo n)ar bod^ fein {)auptausenmerf 

auf bie ßenntnif unb QErflärung ber ^. Sd^rift gerichtet ^ unb er 

fagt in btefer Sejie^ung: bae grofte unb )[>ome|)mfle @t&(f aUed 

©ottr^btenße^ iß ba^ 9S3ort )>rebtgen unb lef^ren* jDarum bleibe 

ber ^faltet unb bie ganje @4>rift, in 2lbf(|)nitte getj^eilt, im Oe^ör 

ber ^irc^e. Sin ben ühl\6)m S(bfd^nitten an^ ben @^ange(ien unb 

S))ifteln C$erico))en3 ^ barum auc^ gerabe fo genannt ^ miU er nic^t^ 

fonberlic^ tabeln, n)ef l^olb fte ju SSiittenberg beibehalten n^aren; bamit 

nämtid^ SSiele über biefelben ^)rebigen lernten an fold^en Orten, wo 

jiene @int^ei(ung in @ebrau(|» bliebe X>o^ ber SSoUftänbigfeit toegen 

»erorbnet er: e^ finb tägliche ßectionen ju t)eranfialten, bie ®ine 

fruff au^ einem ber beiben S^rjlamente, bte anbern Slbenb^ au^ bem 

anbern Seflamente, orbentlic^ nac^ einanber, bi^ ein Sdn^ au^ ift, 

][ebei$ Wflal mit beutfd^er Slu^legung* jJDiefen alten ©ebraud^ beflätige 

bae SBort: «^omtlie, in ben ^atutinen, unb: Saipitulum, in ben 

83e^j)ern unb anbern ^oren^ 3n cer fpätern ungtüdlic^en S^it fe|^ 

bie kn^UganQ n^eggefaUen unb nur ber Slueruf nac^ ben Cectionen 

übrig geblieben: Deo gratias. 2)affir .fe9en nun bie Cectionen, ^fat 

men, ^pmnen unb Slnbere^ bi^ 3um Ueberbruffe t)ert)ielfdttigt tt)ovben. 

a^ fotte aber fortan gefd^ej^en, baß burc^ tägticbe Uebung ber ©c^rift 

bie €{>ripen in berfetben »eiftänbig unb funbig werben, woburd^ t)or 

ä^Un gar feine Sfjrijien geworben fepen unb e^ noc^ werben fonnten* 

?ut|ier tJerorbnet bajjer 1524 unb 1526 fotgenbe ©egenpänbe ber 

©rflarung: ©onn« ober gejitag^ in ber SKette bie @ptjiel, in 

ber ÜWeffe ba^ @t)angetium; an SQSerltagen fröj^ ÜWontag^ unb 

2)injiag^, aur Uebung be« Äate4>i^mu«, bie 10 Oebote, ben ©lauben, 

ba$ gSater unfer, bie Siaufe unb ba^ ©acrament (Slbeubmal); 3Witt*^ 

woc^^ ben S\)angeliflen SWattj^äuiJ; Donnerstage unb greitage an^ 

ben gpifietn unb waS nod^ öbrig fe? in bem neuen Xefiamente. 

Der ©onnabenb ifl nid^t erwäj^nt, t)ieaei4)t wegen ber an bemfelben 

®tatt finbenben ^ä^u. gur bie a3eS^)ern waren l^ectionen m^ 

bem alten ÄlejJamente beflimmt, nur ©onnabenb fotlte ber @\)angelift 

3oJ>anneS vorgenommen werben. 3n ber Djiert»o4>e ober barüber 

l^inauS ein ber ^affton^ieit) fep @ine ©tunbe tägli4> über bie ^JJaf^ 

fiott (Seibendgefc^idj^te) ju ^)rebigen* 

3 



— 34 — 

§♦41, ©ie 2)leffe ttH)tttc int^x regctmägifl ©wuitag^ idht* 
yaltm pabm. @r fagt baräkr^ bte ^Befe unb Sominunton U^ 
5Bi»t);ö inib^ SDBetne^ fev ctnc t)on fi^fia getroffiene gotrttd^c Änjioft 
unb öOtt.t|im unb .feinen 8l^>ojieItt auf baö '©tnfo^fie ,imb ^ömm^e 
o^ne irgenb weld^e S^^^^tm gtfänt n?otb«iu Slbcr fc^^pn teic erften 
Äird^enpätör j Ratten einige 3wfä§e gcmad^; nitr fe^ baö.ein ^e^Ier, 
ba§ bie ^ctiont^ ou^ ben @t)angelien unb' (^fleln in einer, bem 
93oße unöerftanbttd^en ©|)rad^e Jocrgetragen «»erben^v @^>ätere 3ufä^ 
feip^n auf^ .mxi^ iul&fftg/ Ü^^od^ mit ^u^na^me beä Caaon missae, 
ber t)orj%Ii(l^. ben ^eiligenbienp .begreife, aber mit noiö^ .f})äteni 
3ufä$€tt fey ber größte SÖJiprauc^ • atter 8(rt ]^creingekod{)en, .tvelc^en 
bad ;@tjangeltum nunmef^r . entfloßt paU. . Darum motte er Sitten 
^>räfen unb bo^ ®ute be^alten^ '9lur fe? bie SKeffe fein Dpfer ober 
ein- Sffierf beö D^)femben, fonbern loie man fie. fon^. nennen wotte^ 
©acrament; Stejlament, SBenebictionv (guc^arifiie, S:ifc|i ober 9Äat 
be^ j^cxxn^.^tt>ad)tni^ beö ^errn ober .®emetnf(|iaft» . 

§^ 42i ..anfangt erftärte ji^) Sutf^er für SBeibef^altung ber ia^^ 
teinifcben 'SWeffe; wenigflen^ fotte c^ frei jic^n, fte ju .gebrau(3^em 
@r fagt bäriber: icfy.mil niiS^t bie (ateinifc^e .©^prad^s au^ bem ®otf 
teöbienjie. t»tgtaffeä, benn eö tfl mir Slttee um bie. 3ugenb gu t|)um 
333enn .biCi-griec^ifd^e unb f^cbrdif(^e ©prat^e fo. gemein utodre, wie 
bie toteinifc^e^ fo fottte man Sinen Sonntag, um ben anbem in^ aUen 
4 ®px(t^m Cölfo au(^ :beutfd^3 SK^ffe f^alten, fingen;!ttnb lefen, auf 
bof junge i.?eute aufergogen würben, bie aud^ in fremben Sanben 
(J^rijio nü|erfe9tt fönnten unb mit ben beuten Kben u* f*.,w*. 2)er 
^au!ptgrunb n),ar aber, *baß ee an beutfdjjen Oefattgen itnb ben 5IÄe< 
lobicn baju fefjlte, worüber ?ut|^tr. flagt^ unb weld^e gu bidj^ten unb 
in SKufä gu. fe^en, er, .burd^ fein 2:alem befäj>iftt,:jtc^ balb entfd^Iie* 
gen inufte. Stot^bemfr 1523 ein gormwtoa: einer lateinifd^en SWejfr 
gegeben |>atte> folgte fc^oit 1524:ba« einer beutfd^en.SWeffe,. imeld^e 
abcrmate mit geringen aSeranberunge» 1526 vcrf^iem , .;/» ?. 

8-43* 3« -ben lateinif^en SSeffe-'^JOonji $23^ meldte btc 
r&Bwfd^ fat^oIif(^en nae^gebilbet iji, jriDod^. mit. ;S3J»egIafuttg. befitt,. 
waö.ftd^jjoitf ba^. SKei^p|)fer begiei^t unb mit mand^.en SSereinfai^ngen, 
fdj^retbtier .öor:. 1) ben lübßd^en Jntrobws C<2ing(ing>, obgteid^iCt 
gange ^Jfalmen, m^.toti^tn jifner au^^f^Jogen fe?/ Keibir J^l!te>.a>^ 
Kyrifi . eleison Q^itT erbarme bi^) mit na^folgenbem Gloria CSl^« 
fe9 ©Ott, ?ucw.3;. 14), f te$tere^: üebod^ nad^ SJ^Iieben, 3) nur: ßiue 
SoUecte, 4) ff^)iflrt^ction, 5).Graduale. C|W>fif€lf?afte öebeutung) 
)?on etwa 2 ©tro^)|^en ' mit nad^folgeiibm, Hallekja, obCT. (öni^ ^Pn 



— 36 — 

htü>tn. 3tt bcr g«^enjrit unb jittten COfi«0 ®oc^ fött fein Uti^ 
terfd^tcb gtmo^^ wcrbm. Sequenjett unb ^ofrn ^abtn Qatti m^ 
gttMeiben: nur einige »enige jtnb jur aSe^per ober auf aBei^iiod^ten 
unb ^fingflen juläfftg; 6) Sbangeltum^^Section; wobei ber ®tbxau(fy 
tooit brennenben ^etjen unb {Rau^erungen fretgeßeSt ifi^ 73 bä^ 
9licänif(|»e S^mbolum C®touben^befenntni§) fle^t tn 4em SBiden bei» 
©eijffid^en, 8) beutfc^e ^«ebtgt; weld^e aber auc^ t)or bemlntroitu« 
gehalten werben fann, 9) ^räfation (SSorwbe)/ mt^c uni einigen 
8lcfi)onforien bejianb* Jj)ierouf eine »eine ©title» 103 ©enebicdon 
(©ttfeftungworte) taut ober leife, 113 Saüctu&ClJeilig, j^eiltg, -nad^ 
3ef* 6, l—l). Unter bem baju gel^Jrigen Benedictus bie dlt^aiion, 
Cörf^ebung be^ 33robe^ unb Äelc^e«), 123 aSater unfer getefenj f>ier* 
auf Pux (ber griebe @otte^ fep mit eu(l^3, 133 C<>mmunion, auerjl 
be^ ^forrer^, bann ber Oemeinbe» 8g3ä|>renb beffen wirb Agnus 
Dei Co 8amm ©otteö, nad^ 3of>» 1, 293 g^furtgen Unb einige färje 
®thtu werben am^eimgejieat, 143 Sin ober ba^ anbere Oebet, 153 

Benedicamus Domino etWa mit $in juffigung be^ Halleluja, 16^ Be^ 

nedictio C®€gen3 entWeber 4» SÄof, 6, 24—26: 2)er ^err fegne 
un^, ober ^f. 67, 7, 8- @ö fegne un^ @ott u» f^ w» 

S* 44, 3n ber gang beutfd^en SReffe t)om ^a^xc 1524 unb 
15M i^- t>orgeaeid^netM3 fiatt be^ 3ntroitu^, ^f. 34, 23 Ä^rie 
nur 3 mal, n&mli^t fi^rie eleifon, 6j>rifte eleifoh, %rie eieifon. 
De« Gloria gefii^iel^t feine grwai^nung* 33 ßoKecte, jnm Sftare ge^ 
wenbet, 43 Cefen ber ©pifiel be« S^ögeö, jur ©emeinbe gewenbet, 
53 ein beutfc^e^ Cieb: 9lun bitten wir ben ^. (Seifl, ober fonfl cin^, 
unb ba« mit bem ganjen €^or, 63 (£t)angelium be« S::age^,' 73 ®e^ 
fang be^ ©laubenö: SBir glauben Sllt' an Smen ©Ott, im ?utf^r, 
83 IJrebigt über ba« <St)attgelium, 93 Umf(|>riebene^ SSater unfer 
mit einigen einleitenben SBorten C^rdfatiott3- unb einer furjen ^r^^ 
ma^nung an bie ßommunifanten* 3« biefen beiben le^tern ifl bie 
»emerfung beigefügt, baf t^ frei fle|>e, fie auf ber (Sanjet, altidf 
nod^ ber^ebigt, »orjune^men ober auf biftn Slftare» (g^f^^eine, 
att ob e« bte alten auf ber iCanjel getf^aft patUn, woi^er noi^ ba^^ 
allgemeine ®ebet unb ba« SSater unfer auf ber (Sanjer J^errfiJ^re/ 
wfif^renb . bie SBermaf^nung au einer dffentli*en Seichte geworben fe^, 
103 folgt baö Wm unb Dermunge (aucl^ D^rmung, ®let)ation, fiefie' 
@e(fenborf« Lutiberanism. supple». n. 290 uamiic^ bie ©nfe^ng««^ 
Worte; ferner wa« 1523 nur freigeflellt war, wirb 1524 unb 1526, 
aU ben (Sinfe^ung^worten gemfi^, angeorbnet, namlitfy juerp @eg^ 
nang unbSufl^bttng (Elevation) be^SSrotee unb fogplei^ Sbt^^eilung 

3 * 



— a6 — 

bßefettm;.;fcaim rrji foU efcen Da^iclbc mit i^m,M(^t gcfc^cfjen. 
S!Ba|freni) Ut Sluetj^rilung fi»8* "*^« ^<^'^ beutfc^c Säactos: Sef^ta; 
lern $ro}5|cte?i# von ?utj>ci:, ober: ®oit fep gelobet mh gebenebett; 
t)on 8utJ>ev uberartj^itet, ober: 3efw^ ßj^rtftue,/ uitfer ^eilanfe, tjon 
Cutter Dem 3pH)u§ jugefc^rteben : aumSdj^luffe bae beutf^tSlgnue: 
p Sgunm Ootte^ unfc^Ibig, wn SRtt 2)ecm^, 12) eoUectc, 13) 
Segen au^ 4. 3Rof» 6^ 24—26: ber |>en: fegne bt^ it f^ »♦ " 

.$. 45. . ?)iefcni Sitten utttcrwitf#?ut|ier bfe «HgemetnenSSemer* 
fttnflrtti. bag.J[fierm äberoß gretj^eit fierrfd^en foKe^. trenn twtr *<rf 
SjJ.^rTt^ ^^Otte^ eifrig. unb treu in i ber. Ätr^ve perfünbigt. werben .. ..2)nm 
ixUv.ßißlf^ gebe bie ^. Scbrift feine Slnweifuugy.unb bie ©.eif^piele 
bfv ^ixi^tn^ättx StpcTfi tl^eile unbefannt, t^tiU, wo ft befannt feyen, 
ijerrMe groge SSerf^iebeni^eit unter i^nm, inbem fte frft^ t)Ott ber 
grei|>eit ©ebrauc^ gcma^^t Ratten* ÜRand^ee »erbe fi(^> mit ber 3^* 
»Ott felbft geben, ©umme, alter biefer Orbnung fe? alfo gn gebrau? 
^en^ ba^^ top ein ^i^brauc^ barau^ n>irb^ man fte finge abtöne 
ober eine anbere maci^e« ^eine Drbnung gelte etn^a^ tm^ fid^ felbfl> 
1onbern,.t|}r mit SBBürbe, Ä*raft unb ^ugenb gu leben, fe^ ber re<|)te 
©ebraud^» 

i. 4ß. S)en Äird^enorbnungen Sugenj^ageni^,^ meldte er j. 
23. för «übed 1531, für 2)änemarf 1542 unb für ffommern caa^ 
axUiUtt, liegt 8Ht^.(;re 2lnfi(|it ju (Srunbe. Die t)on Oft an ber 
mac^n :^i«^ «8^^^ ©ajtung. au^, weld^e »on ber erfien Slürnbergifc^je» 
abfiatnittt, (Sine anbere ©attung in ©a(^fen ^t bie SOBittenbergifc^e 
gur ©runblagr un^ 3uftu^ 3ona^ gum äJerfaffer. aWeUnci^tJ^ott 
t)^rfert%te 1552 eine nette für SWedlenburg, Sitte biefe geid^nen jtc^ 
burcli, me^r; ober weniger aSerfc^iebenf^eit aue CSf«88«n. 199 f» 232 f. 
boc6; Joerflleic^e f^iergu 86be m. 37-7^*68), ©ne angäbe ber alteren 
Äir^^ijprbnimgen ^nbet ft0 glugge IL 22X— 226- 

%. 47. .,SÖ,ai^ nun.bie Jiiefige Orbnung ber öffentlichen @öt« 
teeverejirung >eti:ifft, fo.gibt *te )^ ben ^rabifanten am 3» a»ar| 
1530 »orgefd^Iageitf v^b Don bem Wat^e gwef^migte ®inric|)tttttg 
(SRitter 13?. 195 Jo hierüber auffd^luß. ©ie gelten bafftr, f/baf 
auf ba^ SBenigfie alle ^age ©n SWtol bie ©emeiiibe 5Korgen0 
gufammeti , f ommen f^te, unb fcafelbfl ein ©tutf betr fj* .©(^rift, t>cr*. 
ftättblidji in.@??ra(l^en> loorgelefen würbe, faramt etlichen c^rip^en 
©efängen b^gu bienli^, unb bamad^ ein ^rebiger auftrete unb hü 
getefene Secttoit .auflegte, nicbt über tim ^albe ©tunbe, olfo baß bad^ 
gange SBerf in ^®ner ,@tunbe uijtgeffil^r \)oKenbet würbe. — SWot^tt 
man.@oI^e^ aud^ auf ben Sbcnb befommen, ^ wärt gut.. *-- ii^.^at 



— 37 — 

We$ einjfg ©tödletn Dor S^ttn gar ferne, getef>rte unb »ol^erfi^ete 
(S^rijiett gemad^t/' — 3SeirgIei(^t man bamtt ?ut|^er^ änorbnang 
f$* 40); fo erfennt man wol^I, ba§ bie ^präbtfanten, ober wentgjiert^ 
int^n^ ©c^öIeT; Settari«^; fte t)or Slugen ^^^aht, ober an ^teffgem 
Orte mir in etnfac^fler 5B3etfe anwenben fonnten, 3n biefer -^infw^t 
bemerlen fte: ^/wett unö ^ter bte nötf^tg^en bagu bienltd^en ©tücfe 
mongtfit; nfimKcf^ eine @^ule, tn welker ju folgen fiecHonen unb 
^cirntn , beutfdji unb lateintfdb, tttiä)^ Ihiöben angerichtet unb geübt 
werben fßnnen, fo muffen wir bod^ auf ba^ SBenigjie bei bem ^atl^U 
mal ein eremvtar biefee ©tficfeö begatten, ob ®ott wolle ®nabc 
geben, ba§ biefeö ©tfid mit ber 3^it geteffert wrt:be«// — 

«• 48/ 2)te fonntäglid^e aWeffe wirb nid^t mit biefem 9?amen 
genannt; fonbcm eö ^cip: weil ber Sonntag bei uni »on Sllter^ 
|>er jtt betgleic^en ©ad^en tm Sraud^ geblieben i% ad^ten wir ee am 
gügli(^Pen; baß coena (ÄbenbmaO aU^idt an einem ©onntagc ge^ 
galten werbe. 2)er ®ang ber geierlict)feit wirb alfo bejiimmt: 1} 
®efang eine^ beutfc^en^falm^, wa^ bie SlUen Introitus genannt 
Ratten, 2) ®ebet um @nabe unb ^. ®etfl, fammt einem furjen ©e* 
fange: 9?un bitten wir ben ^. ®e!ji, 3) lateinifd^e unb beutf(^e See* 
tion, woju Änaben aue be^ Micyllus (bamaltgen Slector^ ber latei«^ 
nif^en> ©d^üle genommen werben follen, um eine feine, fdbriftfun^ 
bige 3ugenb ju erjie|>en, weld^e gu ^rebigern unb (|>riflli(^en 3legi^ 
menten (für ben ©taatöbienfi) nü|e wäre, 4) foü ber ^rebfger auf*^ 
treten unb bie gelefene Cection ffirjlidb auiölegen, 5) am (gnbe ber 
fJrcbiöt foU ber Cerfi furj öorf^er gefKftete) aimofenfajien em^fol^len 
werben, benn ba^ ^eige bei ben Sllten: ßoßccte (wenn anber^ bie 
^räbifanten in ber ftrd^Ii(|>en SBtbeutung biefeö SBorte^ ^ niöft 
geirrt paben), 6) ®efang ber 10 ®ebote: 2)ief ftnb bie f^eiligen 
jef^n ®ebot, ober in einer f ärgeren gorm: 9Renfd^, witip bu leben 
fetigtt^, beibe t)on ?ut|>er. SSBäj^renb beffcn fott ber llltar unb Stift^ 
georbnet unb mit 93rob unb SQSein befietlt werben, 7) Deportation 
(Srmafinung) an bie Sommunifanten, 8) gürbitte für alle ©tänbe, 
9> Umfd^riebene« SBatcr unfer, au6 Cut^er^ beutfdj^er 9)leffe, mit 
einigen einteitenben SQSorten C^räfation) unb einer furgen (Krmaj^nung 
an bie Sommunifanten, 10) Sinfe$ungöworte, nid^t an^ (Stnem 
QEt>angeltüm. allein, fonbern au^ ben Stoangelißen unb @t. ^paulu^ 
.ttfammengegogen, wie in ?ut{>er6 beutfd^er SWeffe, unb bem SJoIte 
ftar unb t)er{länblid^ ^oorgetefen; 11) (Sommunion mit if^rer Orbnung* 
SQSafnrenb ber gangen 2)auer berfelben fotl bie ©emeinbe ^afmen 
ober anbere bagu btenlid^e lieber fingen, 12) J)anf fagung, 13) ©egen* 



— 38 — 

IDif 9lum»wrn 7; 8/1? unt> 13 fmfc ^atigejebcn aicr nid^t n>ettfr 

§♦ 49- . ÄdttB man auc^ bie äcji^nlic^fett btefer SfbettbmatDrfe*^ 
nung, oW einer $au^)t=^®otte^erej>rutt8 am ©onntagt, mtt ?utj?cre 
teutfc^er STOeffe rittet trerfennen^ fjo ifi fte bod^ jieben gaß nut ein 
fej^r fd^wat^eö,. Joeretnfad^te^ ©tib berfelben» 3)agu fommt; ba§^ fJe 
»eber bei bem Statine no^ bei ben ^räbifanten 8^^^^^^ Sitttgung 
fanby ou^^ ui^t in biefer ^efiott ou^geubt würbe. 3ii ,bepi fiawtpfe 
baj^ier gwtfd^en ber Sutf^rifd^en unb SwingKf^en SRi^ng würbe 
ftr öielme^nad^ if^re^ Ur^tJer^, Seüariu^, SBeggange 1532 »ieber 
bei e^U gelegt CS* 4. 15). %li 95ewei^ bafur bient baö CS* 9) 
otigeffifirte Urtl^eil i?ut|>er^ , »eldper burt^ feine f>{er|>er berufene ©(!^iu 
ler über bie Irieftgeit ^n^ntt »o^l unterrid^tet fei^n fonnte. ©leic^e^ 
3eugnit ^ibt bae öon ©eltner etwa 1543 entworfene unb inx 3^tt 
b^^ 3ttterint0 1549 mit wcitläufigern gßrbitten Xftxmc^tU 8lbenbma^ 
gorrauiar CS- 16), weld^e^ in feinem Bwfftmmenl^ange mit btr übri»: 
gen^ gar nic^t befd^riebenen t)orl^erg€^enben ©otteeioere^rung .fielet 
unb anä^ fonfi wenig äefjnlid^feit mit einer et)angeKf(l^en 9Keffe bietet. 
® bel^anjptete ^, tro$ be^ ^benfalfö al^ 93eleg bienenben, wäjirenb 
be^ Interim gcmac^en äJorwurf^, ba^, weil ba^ Slbeabmat, fo man 
yitx l^ielte, weber. ber päh^tii^m, noci^ ber et)angelifd^en SWeffe 
gleid;e; bie ^räbifanten fid^ bebenfen unb e^ alfo einritzten fottten, 
ba^ eö etwaig langer bauere CS* 10). S^ ging mit geringen . SSer^ 
onberungemin bie gebrudten ägenben t)on 1553, 1565, 1589 unb 
1599 über. H^i fidtte bül^cr CHI. in ben ^abetten) bie »genbe 
3Dön 1565, ^att fte auf ber erjlen 2!abette ju benen ju re^^nen,: wcJc^e 
fi^ jhrenger nod^ Sut^erö beutfd^tt 3Äef[e gebilbet l^aben, mit i»tit 
bef^erm 9lec{^tr--beii. ägenbendiit freierer ©efialtung in ber jweiten 
SCabeOebeigä^Ien lönnen, wiewo|iI fie äudp bafjin faum ge|^6rt. 31^^ 
anb^re ®runb^ trugen gu biefer S^rennung be^ Slbenbmate t)on ber 
»oifierge^ettbeii ©otteecerfl^rung bei. : Da wenigjiend Slnfang^ ni^t 
an ititm ©onntage unb audp fipftter mtfyt in jiebtr Äirc^e abenbmol 
gefeiert würbe > »or »Haltung beffelben aber ein großer 2:^ettbet®ei^ 
meinb« ftc^^ entfernte, unb ein natfiriid^er äbfd^nitt ber ©ctteetJer^ 
e|>ruttg eintrat, fo bilbete fid^ ba^ Slbenbmal balb aW eine felbp*^ 
fianbige, an bie »orfierge^cttbe ©otteeöereij^rung ftd^ wo^l anfc^tief* 
vfenbe, biefelbe aber nid^t not^wenbig t)orauefe|enbe |)anblung, wie 
.j. Sä^:hii Äronfen CStitiier ; 386) , unb' verlor bärüber x^oümU ba* 
wefenttid^e Äenngei^en einier et)angeIif(Zen STOeffe, bei wefd^er äOe 
Dor|>erg<J^enbe geierltd^leitert auf ba^ 'Äbenbmal, aW i^tm^'^i^e^ 



— 39 — 

unb ®Ian$punct fhi^ kjte^en mußten* ^Jla(fy ben Slgen^en t)on 1688 
wutbftt fogar bic gfirbitten unb Cut|>er^ unterfc^riebcneö SSatcr mifcr 
»eggeiajfen, 

^50. Jlttberer ©cit^ gefiottete ft^^ nun aud^ bic foun tägliche 
SÄotgcnfitd^e '<ü^ emt felbfifiänbi^ i^anblung, bei mi^tx 
aU entfernter Slnftang an bte eöangeltfd^e 9Äejfe ber @efang be^ 
©tauben^ C^ix gKaifben Sitte an einen @jOtt) nac^ bem Slnfang^liebe 
unb ba^ aögem^ne ©ünbenbefenntni^ (Äirc^enbeicj^tej nac^ ber ^J)rc* 
t>iQt lange ^tit in Uebung blieben* . 2)ie ?lgenben t)on 1553 unb 
1565 .entf^altcn nur 2 ®ebcte . nad^ ber ^prebigt unb geben für bte 
Orbnung ber öffentlichen ®otte^t)ere^rung fon|i nid^tö n?eiter an» 
2)agegen-na(i^ atten,f^)ätern Slgmben, fowic einem befonbern ?lbbrucfe 
biefe^ S^eii;^ beffelben t>om ^(^^c 1711 ifi bie Orbnung be^ @angen 
fo giemlid^ biefelbe^/Wie no(^ je^t; nämli(|i (nad^ bem ^auptgefangej: 
i> biblifd^er Segen^wunf^^ 2) Sottecte (furje^ ®eUt), (lott mld)tv 
feit @^)ener eine ©ingat^g^rebe trat» ©iefer nämlid^, beengt burc^ 
ben fefifiei^enben ©ebrauc^, über ba^ fonntäglic^e St)angelium 'j)rebi* 
gen ju muffm, unb »ott be^ 3SunfdJ)e^, au^ anbere Statten ber j>. 
©d^rift, iDoraüglic^.c^ber ben Äatec^ii^muö erläutern ju fönnen C$*138), 
bereid^erte bie ^rebigten mit einem feftjie|?enben ©ngang, worin et 
einige 3a{>re lang ben Äated&i^mu^, bann bie ^aulinifd[)en ©riefe im 
3ufa9imen|fange bej^anbeltc» 2)iefer ©ngang. aber panb feiten mit ber 
^rebigt in aSerbtnbung unb toar offenbar nur ein 9lot^be{?eIf, bie 
parre ®itu ju umgej^en C§* 51» gWgge n. 340); 3) ©efang eine^ 
liturgifd^en Äird^enliebe^ , gewöfjnlid^f. 9lun bitten wir ben ^. ©eiji 
CS- 803, 40 ^rebigt, 5) SlUgemeine Äirc^enbeidpte unb äbfotution, 
6) aSerfünbigung ber e^eIid;j?lufge)S>otenen, 7) furge attgemeine gur^ 
bitten / hierauf befonber^ erbetene für Äranfe, ©amftag^ für bie 
gommunifanten (je^t ©onntagö), 8) Äir^engebef, 9) Sater unfer, 
10) SSerlefung »on SJerorbnungen unb Singeigen verlorner unb gefun^ 
bener Sad^en, 113 ßottecte,, J23 ^mj)feji(lung ber Slrmen, 133 ^^g^»* — 
3n ben fonntägli^en 3?a#mit.tag^fird^en^ beren fc^on 1530 
itoei,: eine ju @tv93arti|^}>I<>mai unb bie anbere gu @t» ÄotJ^arinen 
erwäf>nt werben (SRitter 199. 2113, fottte in ber ^rebtgt »orgfigtid^ 
ber Äate^i^mu^; erßärt werben CÄated^^i^mM^prebigten,, J. 180. 694. 
$♦ 1383, worauf ein ®ebet, ba^ SSater unfer, etwaige befonbere 
Sitten unb prbttten unb b<inn ©dpfa^, Wie oben, folgten. 2lm 25. 
2lug. 1772 verfügte ba^ Sonftfforium, baß jur SBeförberung berSln^^ 
bac^t nad^ beenbigter SÄittag^Krc^e etlid^e ©tro^l^en.gefungen werben 
fottten, tt>a^ bt^ b^fytn nid^t gefd^e|en ju fe^n fd^eint (J. 893- — 



— 40 — 

©ei unfern Canbgemetnben war filr bic fonntogltd^e üWorgenfirc^c 
nad^ bem ^auptgefang ein eigenee ®ebet »orgefd^rieben, wetcbec nebfl 
fcem fonntägtic^en (£t)attgeltura ober ber ©pijiej am ättare »erCefen 
würbe (VI. 86—90. vn. 19) *3. ©rfi in bem jieftigen 3a|>r]^unbert 
tarn biefee aufer ®ebrau(^ unb Derwanbelte ftdp in ben no(|i j[e$t 
ublid^en Eingang. 

$♦ 51. 3n 8nfe|>ung ber Cectionen CSSerlefung biblifcfier Hb* 
fc^nitte, über wetd^e ge^jrebigt würbe) verfügte ber fKat^ am 19, Oct. 
1536, bie ^rabifanten möchten t|>re ^rebigten in ber SBod^e gejtem^ 
lid) eintf^eilen, »of^er SRitter (249) bie no(f> 1726 übli<|)e ©ewoj^^ete, 
befonberö gu ben Sarffißern, l^erleitet, baf ©onntag^ bie SJoangetien, 
aÄontag^ bie ^ro^)|>eten, 2)mftage; bie a^)ojlolif<|)ett Sexte, SWittwoc^ö 
bie ©efd^ic^t^bfid^er be^ alten Sefiament^, 2)onnerÄtage bie @t)ange«^ 
Ujien unb im ^o^pital bie Slj)0 jielgefd^id^te , grettag« bie ^falmen 
unb ©amjlag^ bie Spijieln auf ben folgenben Sonntag ^vorgenommen 
würben. 3m ^a^xt 1636 ^erorbnete ber SRatl^, baf ^infort bie ©am^ 
fiagö})rebigten über bai^ j>. Slbenbmal C^orbereitenb) gef^alten werben 
foßten (9litter M? n.348). — 8lm 8. ''IRai 1743 bef(^Io§ man, in 
ber 9Rittwo(j^e!prebigt, fiatt ber ©efd^td^tebüd^er be^ alten Seflament^, 
bie Orbnung beö ^eite Cbie biblifd^e flufenweife SBewirfung bee ©ee^ 
lenJveiW, wie jie in ben Äated^i^men angegeben war) burd^jugef^en. 
J)ie grofe Unwiffenl^eit matfytiiai nßtj^ig, ber SRatl^ »erlange e^ unb 
jDenen, weld^e ft(^ fc^on t)on ber Äird^e trennten unb jur ^inU^t* 
borfifd^en C'?>errn]^utifd^en) ©emeinbe fibergingen, würbe ber t>on 
i^^nen gemad^te SSorwurf genommen: man ^ore bort ben SQ3eg be^ 
$eiW fürjer unb orbentlid^er aW in öffentlid^en ^rebigten- S^ fotte 
nun barfiber ein ^lan gemad^t unb ber f^ojiern ©enej^migung unter^^ 
breitet werben. SQSäre bie Semü^ung nu^Io^, fo muffe man wieber 
auf abanberung benfen CG. 283 f. H. 48 SBalt^er^ ^attcl^imn^ im 
2lnJ>ange). — 3n SBejieJ^ung auf bie jiänbigen Sterte matfytt juerfl 
©^)ener, wiewol^l gelinb, auf ben baburd^ entfle^enben 3wang auf^ 
merffam unb wünfd^te eine beffere äuöwa^l ober mel^r greif^eit im 
®ebraud^e anberer Serte. ©d^on Sutfjer l^atte Diefe^ gewünfl^t CS* 40), 



*) 3n SBörtemberg »ar im 3ajre 1714 für bie fonntagtidje SWorgen-Ootte^* 
»erejrung feflgefejt: i) ©efang üon fß. i be« Siebe«: Stomm, J. @eifl, 
2) @ebet unb epiflet am Sittare üerlefcn, 3) ©efang: |)err 3efu ^Mft/ 
, bic^ ju un« »enb* Cft^on 1678 »on ÄutfurflSo^ ®eorg »on (Sad^fen jum 
foc^enannten (Sanjettiebe üerotbnet), ober: Siebfler 3efu, wir finb Jiet, 
ober: ^nn hittm xoix ben ^. ®eifl/ 4) ^rebigt^ 5) doUecte unb ©egen 
am Slttare Qtfpxoä^m CÄod^ IL 24). 



— 41 — 

aber ©cbcnffti getragen, aSetänberungett j^teriti wrjunefmien CSWgfle 
IL 305)» aber erfi tm 9lo». 1752 »urbe erlaubt, tn bem beJ^orficf^en- 
Un neuen fitrci^enj[aj>re (©onntagO ober bte ö^jijieln, fiatt ber (i^atu> 
gelten^ ju ^>reWgen* 3m folgenben fitrc^enjial^Te würben »teber bfe 
€»angeöen bel^nbelt^ 3m 5Woö* 1757 würbe t>on ©enior grefelc 
niu^ auf bie fBafyt \)on ^an'ptipxü^cn Ux ^: @d^nft angetragen, 
btefelbe ani^ t)cn bemätotf^e bemtütgt, jiebod^ mit ber Stttfd^ron&tng/ 
ba^ jiebe^ SKal ba^ orbentltd^e @t>attge{tum t)erlefen uoerben muffe; 
S>ie Unjn)edmäf tgfett btefer Auflage ju mtnbern entfd^Io^ er ftd^, bad 
(Et>angeltum tm Eingänge ber ^rebigt furj ju bel^anbeln unb oU^ 
bann m btefer felbji ben gewafjlten ®fx\x^ jum Oegenflanbe ber Srtdn^ 
terung ju mad^em 3« biefer SBetfe würbe t)Ott nun m tn ben toerfci^e* 
benen ßtrd^en jial^rltci^ abgewed^felt, fo ba^ @t>angelten, dpi^ün unb 
freie ZtxH Qttoa^U würben, aber in ben beiben legten %äiJkn flet^ bic 
©jangelien ben ©egenjlanb beö Singang^ bilbeten^ 1791 unb 1792 
würbe f^intereinanber bie SBal^t freier SCerte in ber SBeißfrauenftr^e ge*« 
hattet CH. 79* 153. 260* 280 f. J. 298, 704. äJergt- ben Slnfong jiebeÄ 
if ird^enjialire^ Jll^ 17683* ®cxt Snbe be^ t>ortgen 3a]^r:^ttnbert^ würbe 
^ aßmälig i)on i^orgefd^ticbenen SCerten ganj abgegangen CbergL §♦ 70). 
^:.52, Die 5Wamett ber hänfen, fut wetcfie, auf Segef^ren 
ber ättgef^origen, eine fini^Ii^e gärbitte gefc^el^en fottte, würben «uf 
antra befonberenÄranfengettel, weld^en ber Äird^enbiener beforgte, 
j[)Drgetegt (B. 22. Söfimer 68. 90 fO» 3« 3ö|>re* 1669 würbe beliebt^ 
man fotte babei ni^it ber i^errfd^enben rotten Slui^r gebenfnt CA. 641» 
öergt .S.,653. 1672 würbe befd^Ioffen, baf ju Senen, wel^e jwau 
eine firti^Iid^e gürbitte, aber feinen geijilic^en Suf^^ruc^ ober ba^ J^; 
Slbenbmal begehrten, m ^rebiger unaufgeforbert j^ing^l^en fotte, fle. 
barauf aufmerffam ju madpen. 1673 foffte baffin gewirft werben, 
baß Äranfe ni^t s>^m 5Rot^ für fi^ bitten riej5en> ^uftg würbe 
über Unorbttung bei bem Äranfen jettef gettogt: balb war er nid^ 
beuttid^ gefd^rieben, ober bie gflrbitten ^u^tcn ftd^ gu fej^r, ober t4 
würbe unterf äffen anjugeigen, wenn e* mit bem Äranfen beffer ge* 
worben ober er geflorben war> ©egi^alb würbe ber 3fttel oon 1674 an 
immer erfi forgfaltig burd^gegangen CB. 262 f. 319). — 3« SBegieffung 
auf Serfönbigungen, ättgeigen u. f* w. t)on ber Sanaet ifi jit 
bemerfen, baß 1813 auf bie fhreng^re Sel^nbfung be^ t>Ui^a^U nätfy 
bem eingeful^rten Code Napoleon aufmerffam gemad^t, 1831 ju SSo?*»' 
ftd^t^mafregeln gegen bie gefitrd^tete (Spolera ermuntert, unb außer 
t)ielfa(tigen @rmai^nungen, wof^It^ätige Sammlungen für auito&tt^ 
ober ffir f^ieflge milbe Stiftungen reid^fid^f }tt bebenfen/ 1835 ber 



— 42 — 

aOgemeine uiiib 1833 mtt 1841 in lutf^erffc^e Sllmofenfaflm em)>fof^ 
le9 Wfrtw »mptcn CK. 261. L. 90. 148- 150. 193. 341. 3633. »m 
wibrigjbn waren WrSlnj eigen iperloirnet nnb gefunbrnerJDinge^ 
S^efonberen $lirfioß ffalte manSnbe 1674 borän genomnren^ oi^ am. 
©u^ge jtt ®i. äatfyamai uni @t ^etet ein tJertotne^ f^etrÄtfcl^e* 
©(j^ttlbbn^ attflfjeigt werten mu^ 1678 tef^erte f?c^ b«^ SWu^ 
ni{)ei:min^ bop, bfe t^erlomen jDtnge tntwtbct wn gerhtgem aB3ert^# 
tcyen ober gut ^ro^ btenten. Dbgletd^ auf ?lb|>t(fe gebrnngen wuri*, 
ÜKUserie bo^ biefe (Stmri^ning fori:/ ii^ burd^ eine eigenff^biltd^ 
äkrantof uttg im So^re 1722 ein eigene^ äßod^enblatt gegrdnbet wutbr 
CB.448^ C-51).*) Die jiörenbe ©ammtnmg tjon Sllniofen bur^ bcfi 
toipttni ber $rebigt l^eruntgetragenen ^Ungrfbeutrl fett bent L 
Sing. 1583 fförte mit ^ngfien 1822 anf ^ nnb e^ »nrbe fernerl^in nur 
tto^ na^ ieenbigtet @otiedt>ere]^ntng an ben fitrd^tl^ären gefomntett 
Ceer^ner il. 2, 16. E. 700 fj. — Ueber bod a» fi^*^ -SB^ffgel^ e» 
gleicf^ nad^ ber ^ebigt würbe im ^uni 1822 gefiagt unb beantragt, 
nton nt&ge bie ®mcivi^t auf bo^ Un|iemli(|^e beffeiben aufmerffam 
maäftn (K. 7Q2:i« 

$.63. S>ie Dauer biefer ®otte^t)ere|frungett war lang« ^« wur^ 
bea 3—4 Stebtr gefuitgen; in einigen ^inl^en naj^ bie 9){nftf 3eit in 
fLn{ftni^. fSä)tm 1530 ^tm bie ^rdbitonttn bemerft, bof bie e^xi^ 
oudlegttng ttii^t aber Htu fialbe @tunbe bauern nnb bie ganje $lnbai(^ in 
ungefähr Stner Stunbr wiUnUi werben ntod^te CSIitter 195> Deffen 
nngea^lct muf tr bei Sinfüfirmtg ber 9(genbe t)on 1589 |i(^erer @eiM er^ 
innert werben, weil mmmefir bie Sauf« unb S^rauung^t^omutrarr 
gröfier audgefaKen fepen, foUe num bie ^yrebtgten etwad färjer mo^eii, 
3Ran loerf^rad^ S)iefe«, bemerfte aber, //ba^ nid^t jieber bie ®abe fn^^f 
feine @a4»e fura a» fd^Iie^en nnb ftd^ nad^ ber ©tunbr au rieben;, anifyr 
WÄr^e ein !»>»ftlid^e^ «bbred^en feltfamc Urtfreite iewirfen/i (IV. 528). 
©JtgJetii^ ferner im £)et. 1627 geforbert würbe, baf bie aSSerftag^ 
^rebiglen nux Sine ©tunbe bauern fottten CA. 73), unb ©iefe^ in 
ben aigenben joon 1644 unb 1688^ r/wegen eingetf^eilter Örbmtng,^» 
auf «Ke, au4i ©onntagö^^rcbigten auögebe|ttit würbe, m\> im «ug. 
1680 bie ©d^olard^en begd^irten, ed mfd^te in ben aßerftog^^fiir^en 
Utifx ge»>tebigt werben, awtnat cm Xagen, wo auf ber IReferier au 
t^ fe» CQ. 135) *♦) , unb wa^rf(^einK(|», weil Diefed nic^t «efc^^,- 

' ' •> gr<ttt!fur}er Sö^Äc^r »om 15. tpxil I833, X 14, ©. I35. 
.'.<itj«a4> bet 0{t^rmati0tt »urbcn Mb, tüte fift aUt »erwafhtnö^fÄ^, fa 
.AHt4 ^ i^ Jindf^iedett^eitea ber Jtocütiifimtett eisige aiot^dlieber jur 



t > i 



— 43 — 

bet 9tat^ fett 1687 bte 2)tnjiag^^ unb Donner^tag^^^rebtgten ntc^t 
mt^t fiblt^er SBrifc befud^en fomttc ($• 34- aitttrr 143. 328); obglric^ 
enM{(^ 1688 btc 5Kitt»o(i^^^ unb Somfiag^^^reWger erinnert wer^ 
bctt mußten, fi(^ nad^ 3Ä5glt(J^fett fürger m faffen, erjieret, bamit ber 
ilowtnt Ote ®ef(i^aft^perfontmlung ber ©etfittd^en), Unterer, bauiit 
tote !Rtttag^bet(]^ten ntd^t gej^tnbert n)&rben, m^ ici ber 9aüt im . 
3a]^re 1691 geboten würbe, bi'e ^prebigten gu füraen (C. 462*D. 3): 
fp tag e^ bod^ in ber gongen Slnorbnung ber ®otteet)erei)rung, in 
bem Sritgefd^mod unb ber bamaKgen ^rebtgtwetfe, baf iie;Iang bouern 
mußte; auc^ f^ätten ftd^ too^l bie ^rebtger bei einem großen ZfyciU 
ifirer 3w|^5rer aWißbtttigung gugegogen, toenn fie fürger ge^^rebtgt l^atten* 
S)od[^ würben einige 3RaI Sonbibaten erinnert, nt(^t gu langt gu pxt^ 
bigen« <£tner berfelben %xa^tc mit etner $röfung^))rebtgt 2 @jt^nben gu 
CD. 92* F. 328* 344- 349)» Sorttegenbe gebrudte ^rebigten au« -ber 
SKttte b<« t)ortgen 3(if>ri^unbert« tonnten ni(||t;,unteir;.ö bi«;6 3Stertet 
^nben unb ©ne berfelben (3ube(^)rebtgt) nidj^t nnteir 2. @tunt»en ;gf>^ 
fKriten werben* 2)a|ier bie aRprgenfir^en, toenigfi^tt« ©onntag«) ^txoa 
3 ©tunben bauern mod^ten* Um ben ^rebigern ein 3c<tma(^ gu ge* 
ben, waren, an ben ßangeln ©anbul^r en angebr adj^t, weld^e erfi in 
bKfem 3al^r]^unbert befettigt würben*. 

8* 54. jDie ^rebtgtweife rfcjit^te fid^ nad^ bem ©ffcbmadt be« 
jiebe^maligen 3rita(ter«* Ceon|iarb 9Weffler (beitrage gurOefd^. b. 
beutf<|)en @^)rac^e , n. 222— 253) unbSlfi88€Cn.3i2— 3483urti>et^ 
len fel^r ungünflig über bie ^rebigten be^ ftebgef^nten unb ber er^en 
|)ätfte bee adptgei^nten 3a|ir]^unbert«. ®ie berid^ten, auf ben Sangeln 
Jabe öiel BM^^ft gegen : anber^J Denfenbe gef^errf^ft; man f^abe a?or^ 
jug^weife bie JRein^eit bei^ Sel^rbegrifT« gu waf^ren gefuc^t unb fafi 
auef(^ließlid[> in bemfetben »erweilt. aWan bot eine nid^t bafiin j^t^ 
porige Oetel^rfamfett m @j)rad^en auf, um feinen @a$ au^ bem 
©runbtexte gu erweifen, fipi^finbige Unterfd^iebe au^gubröcfen, ober 
©teilen au« f^eibnifd^en SBeltweifen unb ^^rijilid^en Äird^ent)ätem gu^ 
erfi in ber Urfprad^e unb al^bann beutfd^ angufii^ren. ,5)ie Sllter:^ 

Uebet»a(!Jung unb Leitung bcfHmmt ^tt^Mü^m »etben ft^ön 1528 
Q^itttx 117> itnb 1531 erwähnt {©ürgermetflcrbuci^ auf bem Biat>U%xä)i\> 
»om Sajre 1531, foL 90^. 9iO» ©efonbete Sctorbnete gur Dreifönig^* 
firl^e »erben 1547 unb 1650 genannt (X86» 133» ?cr«nerl.2, 25* 92 f. 
SHitttt 138). ^axan^ bilbete fi^ ba^ ^^olaxt^at gur obetn .Leitung ber 
Äir(^en unb @(^ulen, »eilige 1599 au^ \tä)0 (V- 1423. 1447* IX. 1180. 
®6^viU unb ^rd^en^erten genannt/ fpäter aü^ 4 9!at|i^gliebetn W gur 
dxxid^tm^ be^ Sonfiflorium« 1728 beflönb. — ©ie' Sleferiet »or eine 
©eWdft^abt^eilung ber ©^offenbart (^ori| IL 12). 



— 44 — 

t^ilmer, bte '^aUUtpxt utib We ©cfd^ic^te würben flei^tg angejögfit; 
wtib eine SÄrnge bibltfci^er Sleben^arten, ®tlber imb Flamen bW junt 
Uebfrbrufff wteber^oft (t>trpl- XI. 79> 3» ©mnbflbem, OW^ntffrti 
imb ©fgenfäfen toaptu man m'ele unbelanntc SJitigc au^ anbem 
Sö8ijffnfd[)aftett unb fremben Canbem* 3« ©eifiptrten wanbte THan 
wa^xt unb falfd^c ©tjaj^luttgen unb bt^wetlen bte abent^euerltcl^fien 
^Wä^rd^en am J)aö fci^arfe Jlniiel^en nnb ©d^eUen ber ©egner muf tc 
öfter gerügt unb unterfagt »erben. 3m 9lot). 1627 würbe erinnert, 
man möge bte ® egner wfberJegen , bod^ mt t 'äWdßtgung unb au* Ser* 
anraffung be^ ZtxU^ (T. 31- 1393. 1410. 1671. A. 73 f. D. 249. 
E. 119). SBerfKeg man fid^ f^öl^er mit feinem SCabel, wte ba^ etnfge 
3Rat gefd^a^, fo würbe eö übel t^ermerft. -^ %m 25. gebr. 1646 
würbe mitget^etlt, ba§ in ben Sudlern ber JBetgeHanifd^en ©ecte 
unter anbem ©tngen bef^auytet werbe: unfere ©etfWid^en !prebigtert 
ni^t^ anberö aK ^iflorien ober ben bloßen ©ud^flaben offne ®e(p 
unb JTraft; nid^ö anber^ aW bloße hülfen (A. 219). ^^ ifl fretltd^ 
baö Urtf^etl ^on SW^fiif ern ! — 3}lxt weld^er flaunen^würbtgen ©rette 
bte Sluötegung ber ^. ©^rtft befianbelt würbe, erfennt man, wenn 
man (iejl, baß am 16. 3ut. 1704 Pfarrer ©c^loffer bte SrHdrting 
be^ 1. 93ud^e^ 9Kofe beenbtgt ^aU, welche Pfarrer ©onberö|> an^ 
fen am 16. 3«I* 1679 begonnen unb Pfarrer Stauer fortgefe^t 
l^atte. a^ waren etwa 600 ^rebigten barüber gel^atten worben* 
gerner beenbigte Pfarrer ©d^Ioffer am 4. ©e^>t. 1711 bte am 26. 
april 1639 burd^ Pfarrer üRol^r angefangenen ^rebtgten über bie 
^fatmen unb ftng biefelben am 18. ©e^)t. 1711 wieber an CA. 674* 
G. 119. 283 f. ?er^ner I. 2, 24. H. 2, 23). — Srfl bie kommen 
®effif>Wtf>eotogen 3of>. Slrnbt C+ 1621), ^^tT. 3ac. ©pener C+ 1705), 
äug. ^erm. granfe (+ 1727) unb if>re 9lad^foIger f<|)tugen einen natür^ 
Hd^ernSBeg ein unb ^)rebigten in einer erquidflid^eren iffieife rntt^era^ 
Itd^feit unb SBfirme. SBefonber^ mag ©ipener, eine wol^ftf^ätige 9läd^^ 
wtrfung feinet ©treben^ fner fjinterlaffen |>aben Ct^ergT. bie öon i^m 
felbfl aufgefegten, bei feiner Ceid^enrebe ^eröffentltd^ten perföntid^en 
Umfidnbe feinet ?eben^, in ben gebrudften ?ei^en^)rebigten unb 3te^ 
ben, granff., S5anb VI. 1780; t)ergl. ferner §. 179). 

$. 55* Uebrigen« würbe burd[^ ben fieifen 3ufc^nitt ber ^re*^ 
btgten, ba^ ffinfilid^e gad^werf, bae man für jle entworfen ^attc 
unb oft mit nid^töfagenben ©ingen au^ffiöte, fowie baß /ebe ^rebigt 
anlegt Se^re, SQEJiberlegung, ©träfe, (grma^nung unb Xrofl entf^alten 
mußte, ferner burc^ ben befd^ränften 3b«enfret^, in weld^em man fid^ 
bewegte, bie t)ieten gangbaren Lebensarten, bie fireng gefaßten unb 



— 46 — 

geUluftgen ®Iaub£ti^f£$(, bte \>itltn ^ii^imitttt^ btc r^ aOmfiltg ^ah, 
tte grdfrre (Skmät^dru^e, in welcher man Uitt, unb bte gentigern 
Slnf))rüd|^e^ bte man an fte madj^te, bat ^alttn fo t^ieler '^rebtgten 
gar fe^r erletd^tert, befonber^ ta aUed Uebrtge; n)te S£aufen, S^vau" 
ungen, Ifatec^t^mu^, fogar tte Setfhtnten Don 1620 an Ut tn btc 
90er Safere be^ legten 3a^r^unbertö; feine SBorberettung forberte^ 
fonbem blod naäf ber Sfgenbe beriefen uourbe. Slud^ toaren an äQert» 
tagen bte Sanbprebtger , t)orjug(t(^ aber bie Sanbtbaten^ beren ed in 
ntottcder 3^^ f^^^ ^i^U unb barunter on^ frembe gab; tvelc^e nac)^ 
befianbener ^rufung^ Sriaubnt^ )um ^ntliifytn Uaterrid^te; bt^n>eilen 
fogar SlnfkeUungerf^iehen; treue ©e^tlfen. 92ur im 3unt 1791 btn 
f4in>erten ftc^ jn^ei berfetben fiber bie 3){enge ber aufgetragenen 9lt^ 
beiten unb bie f)>äte Sluforberung bagu. X)a^ ^JRtntfteriuin cecbtfer« 
tigte 2)tefe^ auf bae SSoUflänbigfte unb macfcte mand^erlei treffienbe 
93emerfungen; verf^rac^ jieboc^; nad^ SRdglic^fcit fte ju f(()ionen« t>at 
Gonft^orium entf^iieb am 28. 3uni; baß bte, toclä^t ni<bt in numero 
Cunter ben erflen 6—12, bie an einigen Segaten St^eil nehmen) fet^eu^ 
au(^ ni^t für t>etpflic|>tet angefe^en »erben tonnten (J. 682—688. 
691— 694)^ Segrünbeter war i|>re Älage, att gegen ffinbc 1796 
if^re d^^I U^t t)erminbert toax, unb fte barauf antrugen, bie Tlad^»^ 
mittagd))rebtgt im SSaifen^aufe, mt e^ebem ühüöf, burci^ bte Se^rer 
in bemfe(ben If^alten ju la^en, tt)a^ and^, wenigflen^ einige 3^t^ fl^"" 
f(|^a{> QL 18- bergl, §• 35). Steuere gSer^ättniffe ber Sanbibaten gefrören 
nic(^t ^ierl^er. ^ »etflttttbem 

IJjierju t>eTgIe((^e bo« 53etfhinb*©ücJIetn t>om 3ö^re 1687 unb ba« »on 1737, 
lej^ttre« mit einer Sorrebe De« @fnior«Dr. (^^rifHanlÄünben, Cbeibe aufjleflg« 

@tabt*»ibJiotieO. 
S* 56* @4ion am 18* Slug. 1546, bei ben ber ))rotrflantif(i^en 

Äir*e bro^enben ®efaj>ren, würbe eine befonbere Setjlunbe 9Kitt* 
t0Oöft SKorgene unb (eben ÜtRonat eine feierliche t)orgef(I^Iagen unb 
eingeführt (Tl. 5. «itter 390. öergL S* 65). dt fottten bie ^pfal« 
men unb äbfd^nitte auö ber ^. ©ci^rift bei^anbelt^ aber au^ ber »er^ 
mafinung barfiber feine ^rebigt tüerben. S^ ifi nid)t tlax, mt lange 
Diefeö bauerte* auf bie 3»edmägtgf eit befonberer abenb:^®ottee' 
5:)ereJnrungen Ratten fd^on bie fJrdbifanten im ^pxt 1530 ^ingetviefen 
(»* 47). 3n ben J)rangfalen bee 30 <d|>rigen Ärieg« t)erorbneten 
bie Kat^^fd^iüfTe t)om 27. unb 29. 3uni 1620 bie einfüj^rung be^ 
fonberer Setflunben jur abmajjnung oon //allerlei Urj)pigfeit// (fHit^ 
ter Mf n. 345). 5Rac^ erfolgtem @ttta4>ten ber @ei^ltcj>en, in 
welchem tiefe gur Uebemaf^me berfelben ft4> willig erboten, würbe am 



— 46 — 

2. 3ult in Snfang bantit geutm^t. 3n einem 3tat$^fi^Inffe wm 19« 
gctel 1628 »erben fie bae tigltc^e äbentgebet genannt (Vi. 108J. 
$* 57. ®Ui(fy Slnfangfs n>urbe befltmmt^ ba^ )[)or unb nad|^ 
bem Sanjetborttage etnd bon ben auf 10 2:age borgefdl^debenen Siebem 
gefungen, al^bann t)on einem ^rebtger, na^ einem furzen (Eingottge 
tfnb bem laut gef))rot[ienen 93ater unfer, ein ober mej^rere ^falmen 
na4^ einer auf 15 ^o^m feßgefe|ten Orbnüng; femer tin auf bie 
3ettumftänbe gerichtetem @ebet t)erlefen unb na6f einem fiU gebtteten 
Sater unfer ber ®egen gef!|>ro(^ett n)erben foKe. 3m See. 1628 
tpurbe )>erorbnet, bä^ bie äSorftnger nur bie soorgefc^riebenen lieber 
ttnjiimmen bürften (A. 106). Sffieil aber bei biefer ©nrt(|>tung bte 
®ef&nge fc^on nac^ 10 Sagen ju (Snbe gingen unb bann mitten in 
ber 3Bod^e »>ieber t>on born angefangen n)erben mußten; fo tt>itrben 
fie im 3u(i 1628 auf 14 Sage bejUmmt unb mit ben f)falmen unb 
®ebeten 1631 eigene gebrucft l^erau^gegeben (A. 76. VI. 109-^111). 
2)te Slgenbe «)on 1644 enthält fte boKflanbig unb jugleic^ bie Setben^^ 
gef<f^id^te för bie Saßenjeit, bagegeh ftnb fte in ber Slgenbe bon 1688 
^^SS^taffen. Sfla6) Seenbigung be^ 30 jährigen ^eged würbe am 
4. 8lug* 1650 ein 93uf^ unb 2)anffef); gefeiert, an weld^em ba^ nod^ 
üblid^e 93etfiunben<®ebet JV&2 eingefit|»rt n>urbe. d^ ifl 'oon ^tU 
ßian @erla(|^ et>ange(ifc^em$rebiger basier unb nad^ be^ M..3of^. 
@c$ettiu« Sobe Senior bed ^rebiger*aWinifleriumm (1602—1665)/ 
unb^nourbe je nac^ ben B^^utnßänben in dMai^ t>er&nbert unb t>ero 
beffert, ifi unb bleibt aber ein Äemgebet, bejfen SQBert^ fd^n t>or 
mtpx aU 100 ^a^xm bon einl^^mifdj^en unb fremben Sennern ge^ 
)>riefen tourbe. 3m 3^^^^ 1663 noä^renb be^ Surfenfrieg^ k^urbe 
bie Setflunbe für einige 3^tt ganj onber^ eingerici^tet. &n tagli(|^ed 
Qkitt tofeber hit Surfen tourbe angeorbnet, *) ®ef&nge unb ^falmen 



•r* '* *- 



*) ^ci$ ai^ittag^^elcittte um 12 U(t auf ber $au)>tfir(^e muibe^ ttTf^röngU«^ 
aU.^ufforberutfg ^u einem gemeinfc^aftUc^en ®tbete toiber bie XMevi, 
1532 s>on.bem jtaifer, 1544 004t bem fftd^Ma^t ^vl ^pdtt angeotbnet 
unb, wegen neuer ©efotgnif , am 30. 3uU 1663 bon bem fftat^t no* 
auf bie ©lotfen' gu^t. Äatjarinen, @t. ^etet unb Dreiföntg au^gebejnt 
(A.. 868. 365. ?et<ttftn.2;i4. 20). Äo* (ii54) fagt: »ef ÜeÄt fogenann* 
ten Surfen ca)?otgeii«, mtia^* unb ^be(tb0gelöttte marm an bieten Orten 
bie beiben Sieber bou, Sut^er aum fingen empfohlen: derlei! un^ $riebe» 
gnäbigft*, unb: dtl^atV un^, ^err, b€i;Deittem SBort. 3n bem»etfrtnb« 
f^wci^Iein bon 1687 C@- 157) ift ba« crflere aU Äinbct* unb ^au«gebet* 

' "(ein hei ber SWittäg^ö^Iaifte angetatjen (bergl. A. 388). ©agegen fottte 
bd« Würben* unb frbenbgelclute bajiet gti @t. ©attjofontdiy 1533 ange« 
OTbnet^:Mn Irbeitnn oU Seilen bienen C^ittec 175). 



— 47 — 

«ourben auf 3 SSoct^nt. )[)prgrf(^rttben^ mit etnonbrr ongefatigm unb 
poütnMf unb bie neue 9tet^enfo(ge fing jiebe^ ^al mit rtnem ht^ 
fonbemSBu^f^Set^ uitb-S^tage an, »oobei bte tu ©^tvange get^enben 
Sajler, fonbtrltc^ bie <Snt|»et(tgung be6 ©onntogd, übermä^tge Itleibtr^ 
pfacl^t unb ade Ue!p)>tgfett bur^ obrtgfeitIt(|)en.SrUi§ cmfUtc^ ^oeirboten 
iDurben* 9ta(^ erfotgtem ^ebcn unb grbaltenem j^onffefie am 9. 
Sug. 1664' tt)urbe :ba^i früf^ere iBet^nbett^®ebet unb bit ißett^eilung 
beTi^i^meti: auf 15 äBod^n meber eingeführt, bie auf 3 äBoc^en 
ongefe^en ®efänge aber beibehalten. 3tn 3a^re 1669 uourbe mit 
ben @efängen eine Slenberung t>orgenonmten, u^e((]^e.. tn «einem eigenen 
93etfhmb«fi9ft(i^Iettt t)on. biefem Safere angegeben tfl« 1673 n)urbe eine 
Slu^waf^I ber @efänge für 4 SQäoii^en geuofinfd^t, aber nid^t gene^^migt; 
toielmef^r erf^ien ju ßnbe bed 3a|^re^ 1674 eine neue unt>eränberte 
aufläge jene^ »fi^Iein^ (E. 348. 350. 435 fO. 3n. einer nmtn 
Sluflage beffetben t>on 1687 nourben neue @efänge unb auf 5 SQ3o(|^en 
beflimm^, »opju au(j^ bie im ^ai 1688 em)ä(^nte neue (Eint^eilung 
be^ ^falterd getreu mag. .gm 9lot). 1686 fanb man e^ ^medmäf ig^ 
ba^ ©etflunben^Oebet Äty^furjen. ^..Mi^.im @q)t 1688 bie aflwl^< 
ti^t »QU: bem .t)er(»eerf3tben (StufaU. ber.^anjofen in bie.^falj f^er^ 
l^er lam unb bie Übergabe t>on9)2ainj an biefelben am 17. JDct. au^ 
unferer ®tat>t ©efaj^r bro^te, »urbe f^ileunigft auf greitag 28..@ej>t* 
ein ifeierü^er 93u$(< unb S3ettag . angeorbnet unb an bemfetben, fo toit 
tixit 3^itlang.in aUen 93etf)unben^ ^att b^^ gen)o|^nlt(i^en^etßunben^ 
®ebete^, bnä für bie. freitägigc üHcrgenlirc^e befümmte ©umgebet nebfi 
«itone^ unb anj^ang gebraucht (a 385—387. 393. 461). &nt 
t^erbeffertcj Huflage M^ ©etflunbbu*Iein^. erfd^ien 1714 *). @o 
Blieb t^, bi^ mit ber ©nfüf^rung beä neuen ®efangbu(^e^ 1731 tint 
anbere (Sinri^tung beliebt unb am @ottntage Esto mihi 1732 etnge«' 
fflf>tt nourbe iCB".. 775 U 802. VI. 112. 113). ©ie SSertj^eÜuttg ber. 
^fabnen auf 15 S8o(^n.t9urbe. beibej^alten, jiebod^ beffer georbnet. 
9(n^ bem neuen.®efangbu(^e»urben ebenfalls auf 15 SSod^en Sieber 

^ %U nj'egen bift Äriegdgefajr'te Sßurtcmbcrg ebenfarf^ alle Spöge ©etfluri* 
ben gehalten »utbeh, »elc|>e crfl, not^bent am 25;'3an. 1715 eingrcJße« 
S5e<* utÄ gtiebeif«f«jl gefeiert ti^orben »ot, bitrc^ eiaen aUgtotcinen ®e» 
frW'tf«>m .4. San. für ©tutt^arb auf 2)onner«aö/. für ba« übrige «aub 
ober auf^ä^it^fi^Q^ injeber.3Bo4^e befci^ränft^unb ^änbig angeorbnet toia^^ 
ben, fo »aten (la 3ai&re 1689 ^u bem bcfonbcrn @ebrau(ij in Jenen 53et* 
'ftunben: 9tcüe 'ge{fh:ci(]^e' ©efdnfle, »etc|>e in ben S3etflunben gefangen 
»erben, gn ©tuttgarb erf«?^ieiien/ »Obon 1703 eirte neue 5lttdgabe ber^ 
anflofiet «Dorbe^ unb benen 1710 tin @efang« unb ®ebetbö4»(etn f&t bie 
. , Setffatnben i» Jber |K>f«(SapeUe |u etuttgarb folgten (itpdft L 346). 



— 48 — 

gmaf^lt, mt fte ju ten $falinen )>a^tjm; entlidl^ na^m man auf btr 
t)erf(l^tebnieti SSSodj^entagr C^onntag^: Sob^ unb jDanKteber; ^ettage: 
93u^(teber; @am{lag^: Setci^tßeber)^ ferner auf S^fie unb gejiaetten 
geeignete Stüdftc^t^ achtete aber befcnber^ auf ®efdnge in einem bef« 
fern ©efd^mad unb reinerer ©pradj^e, al^ frfifier* £)abei blieb eä 
bi^ 1789; »oo eine neue SintJ^eilung fdr 21 "SBic^tn gemacij^t; anbere 
Serie unb Sieber gen>ä||{t unb in einem gebrudien Sin^ange; jebpc^ 
nic^t mef^r in )E)oUßänbigem Slbbrud, fonbem nur furg angegeigt^ bem 
neuen @efangbu(l|^e beigefägt n)urben« ^it ber (Sinfä^rung )be^ neue« 
flen ©efangbuc^e^ wn 1824 touxUn gugleic^ neue Slbfc^itte au^ 
bem gangen Umfange ber ^. ©c^rift cSectionen) unb ©efänge ^r 
bte 93ftflunben be^ gangen ^aj^re^ unb mit befonberer Slfidßc^t auf 
gefie unb ^eflgeiten gett)ä^(t unb in einem gebrudten |)eftc^en furg 
<tngegeigt CK. 795)* Spätere äBunfc^e einer guoecfmd^igern knma^i 
Ifaitn noegen ber eigent]^umli(i()en ©(^»ierigfeiten berfelben noc^ fetUf 
©efriebigung gefunben» 3la^ einer SSerabrebung bed ^rebiger^^SÄi^ 
niflerium^ gu Snbe 1848 nourbe e^ baffer freigejleltt; ungtoedmä^ig 
f(^einenbe ^erte unb ©efänge mit anbern gu tDertaufcf^en (M. HO f3« 
®ang befonber^ iitt X)iefe^ auf bie @onntag^4Betfhtnb(n älnnoenbung^ 
rotlift in neuerer 3^^ ntel^^ aU nachmittägige Spätfir^^en angefe^en 
»erben» 

$. 58« ä^it unb Ort gibt guerft^ aber.^po^l fc^on früher ublic^; 
bie ^genbe t>on 1644 an, nämlid^: gu ben 93arfii^em; @t. Sat^o^ 
rineu; ®t $eter unb 2)rei{onig; an @onn:' unb 38erftagen 3la^^ 
mittaQ^ im @cmmer um b, im SSinter um 4 U^r« 2>re Slgenbe 
t)on 1688 noieber^oU biefe 93efiimmungen. — iant 9tat|»i^f4^Iu§ t)om 
23* 2)ec. 1756 foUten am 2. SSSei^noc^^tage^ oii axn £)an{' unb 
Sreubenfefle gur e^eier ber @eburt be^ (Srgl^rgogi^ ä)larimilian bie 
^nbertef^ren wn 3—4 Ufyr auefatten unb bie ^etftunbe um 3 U^r 
gej^olten »erben //wegen ber (Sanonabe// CH. 233. VL 53J* Km 18. 
JKärg 1779 »änfc^te baö (Sonftßorium; baf bie Selißunbe^ »eld^ 
unterbe^ in fämmtli^en ^ird^en SSSerftag^ im SSinter auf bie ^tii 
wn 3-^4 M^x im ©ommer »aj^rfd^einlicl) öpn 4—5 U^r3 5:)erlegt 
»orben war; gu @t. Sai^arinen anif fünftig im ©ommer t>on 3—4 
U^r gehalten »erben möge (J. 244). 2)ief gefdf^a|^; »ä^renb fämmt^ 
Kd^e @onntagd:^Setflunben »egen ber Äinberiej^ren auf 4 U^r m^ 
gefegt blieben. %m 2. Dct. 1783 »uroc bui^4^ 9tat^^fc^(u§ befhmmt; 
ba^ fämmtlic^e SBerftagei'33etftunben im äBinter )>on 3—4; im @om^ 
mer bagegen, mit Slu^fc^tuf ber @t. ^atj^arinenfirdl^e; »te e^ebem; 
^m 5—6 U^r gef^olien »erben folUen. Sbif S3itte »erf^iebener 



— 49 — 

Surger um t)t( Sirberf^erfteUuiig bcr ^nrftag^^Betfhtn^nt t)0tir4— 6 
U^r ittoiüiQU X)tffed ber 9ta^ am 24. @e^t. 178» >ftir bte St 
^tta^^, ©t 9ltfola^ unb Dreiföntgeftrd^e; ju @t. Äatf^artnen blieb 
(ie t)on 3—4 Uf^r CJ. 244. 332. 563. VI. 114. 115). — »m 6. gebr. 
1743 uottrbe wn bem SRiniftertum Derabrebet; bof f&r bte gei^ttd^en 
Srift^tr betf Sonftfiortumd Z)m{}agd unb.jDonner^tage^ n)C @t$ttn«' 
gen @tatt fonben, bte Setfhtnben t>oti ben ^JRttarbettern an ber be^ 
trefenben Ätr^e öbemommen »erben fcttten (G.270), — J)te aui^ 
ber 1782 gefd^roffenen ©arffi^ tn bte @t. Mtfotatftrd^e . »erlegtrn 
9QBerftag^^9etßunben »urben om 17. Ott 1799 aufgehoben CS* 26). 
(Snbltc^ im 3a^e 1835 »urben bte äSerftag^^^Setflunben jn@t ^eter 
aufgehoben, bagegen bte ju 2)retföntg auf jDtnflag, Donnerstag unb 
@amflag bef^ränf t unb fammt ber gu @t. i(ati[»arinen auf 4fTr-5 Upr 
baS ganje 3a^r burd^ angefe^t; unbno^ man^e be^fattftge Hetnere 
©nrtdjftung getroffen (X. 198—200. 228 f. 233 f. 243. 247. 383. 394). 

S.59. &äfm 1631 »trb geflagt, baf tn mannen ^^rd^en (Sßerfir 
tog^) nt4)t über 30, tn ber 2)retttittgSfird^e ntc^t über 12—20 ^er* 
fönen, außer ben ©c^ulern, in ber SBetfiunbe antoefenb fe^cn, twe^ 
JKiIb }u einem fletßtgent Sefud^e berfetben ermaf^nt »erben mfiffe 
(VI. 109). — 3m ^a^Tt 1670 »urbe begef^rt, bte Se^rer follteu bte 
ßtnber ermahnen, bte Setflunben, »entgflcnS ©onntagS , . SRittiDOt^i^ 
unb Safttags , »o eS am X^unttd^flen fey , fleißig gu befuc^en. 8lu0 
ton ben @4)u(em ber Iatetntf4)en Schule forberte man ein ®Ietd^ef. 
jDodj> 1677 befd[it»erten fid^ bie Cej^rcr berfelben über bie tamit ^tXf 
bunbenen SKtßfidnbe (B. 10. 84. 601). — am 13. 3ult 1687, t)ot 
{)eraudgabe ber neuen Slgenbe, »urbe erwogen, <ob man ntd^^t gu 
finbern ^abe, baß baS Slbenbgebet t)on 3ungen unb Snten mit fc^Itc^^ 
ter Slnbac^t unb {t$enb t)errt(^tet toerbe CC.417). Der ntc^t gang 
beutlt((^e Slittrag unb 93efd^Iuß fdj^eint baf^tn gu beuten, baß ber 8it^ 
bad^t »entg Slufmerffamfett gef^enft unb tnSbefonbere soon ben (S^or^ 
btenern umf^ergelaufen merbe, »aS bte Bauart ber ehemaligen 9ar^ 
fößer «ird^e guließ. 

$• 60. Der 3medE tägli^^er Setflunben, außer bem lineS.tig^ 
liefen SbenbgebeteS, beftef^t nod) befonberS barin, gumal feitbem ^cqh 
fa(( ber meifien 98erftagd^£ir(|en^ ben JBebürfenben tinc tägliche @er 
legen^eit gu Slnbad^tSfibungen gu bieten, burd^ Sortefen unb Cfett 
Snbe beS t)ortgen dai^^unbertd) allgemein faßliche. (Srfläxung bibti* 
ff^er Slbfd^nitte Sibelfenntniß gu fdrbem unb intinfad^ßer SSSeife er« 
bau(i(^ ©ebanfen baran gu (nä))fen* ^it 3»edtm&ßigfdt täglic^et 
Setftunben i(t i»ar ni^i gn aOen 3ejlm bed ^a^xt^ .^Mäf, fUüi 

4 



— ÖO — 

niattoilen unk' Stbmt)Mia(ea brutltc^ (^ftau& 

; V 61*^ ©er im ^a^xt 1633 gemad^ten Drtnung ber *ptebtgtfn 
(9litter2llfO iji Wcöemerfung jugefögt: gd >p guiebenfcn, »eil 
man aütZagt ^rebige^ unb an geiertagen ba^ größte Uebet gef(^e^e 
t:997orgrn^ ni(^t (in ben 93efiid^ einer ^rebtgt gebad^^t, unbißad^mit« 
ttogd gum.SSidn gegangen werbe); ob fiber()au))t onfer bem'@onntag 
ntä) anbete ^age gefeiert »erben foUien« ©ettbem fd^eint matt itur 
bfn:'96nntag atö eigentltd;en S^iertag bel^anbett; imb bte alte Siite 
an:5Berftagett ju feiern fid^ t^ertcren ju J^oben^ bi^ in golge bei^ 
•Qh'tertm: 1648 »ieber Senberungen »erfaßt »urbem 3tt)ar würbe 
tbfiefe^ bnrd^ ben ^affauer grieben, 16. ^\^ 1552, wie uberatt, fo 
at(^ Jtt gianffurt befeitigt. 5Wur befian* au^ mc^t t)öUtg befannten 
>©Tilnben berSta^^, welcher ba^ 3iitertm angenommen ^atte, frarauf, 
^a§ bie burd^ baefelbe etngefu|^rten geiertage beibei^alten »erben foO^ 
-ten/ n&wii^: atte j»eite gefitage, 3ol^aaned bee ©oangelijien nnb 
%tt anbetna^>öpeIXage, 3tma^x unb Sreif önig ^ SKariä ateiniguttg, 
"äJerfünbigung rntb J^eimfudj)ung, 3efu |)immelfa|wt unb Sofiartne^ 
btd Saufere Sag (VI. I2ö)^ 2)ie "»präbifanten »iberfe$teti fic^, »efl 
J)tefe^ nur ben ÜJJügtggang befwbere, unb e^ gegen bie d^tifilid^e 
gteij^ettfep, 3eraanbcn baju i»mgen gu »oücn. auf D^em 1653 
»urbe befohlen ; ben g»ettenD^ag loon ber Sanjel ju t)ert&nb{gen. 
flöe weigerten fid(>, am fü^npen |)artm* Seper, »eldj^er am D^er* 
^nntag feinen S^^^^^^ f^Ö^^» ^^ tt>ifJ^be ben. folgenden Za^ nic^t 
t>tebigen; unb, »mn e^ gut Siv^t läute , foKe nur 3eber gu ^aufe 
Wetben;r Söe^er würbe abgefegt; abesr fein Stnl^ang war fo grof> 
liaf er. ba(b wttber ottgeflellt unb nocff befet; sAA ^ox^tt, befotbet 
würbe* ©eitbera blieben bie ^nttrim^^geiertagev aW: bie ©e# 
fd(>ttetbung uitb Jpimxtulf^tt 3efu;.rbie gweitmgefktagcu;!*». lange 
3eit abgefc^afft, bi^ e^ attmaltg bem 3tatf^e gelang; bte meijHn ber* 
felben wiiber einjuföf^ren CVL 121— 124* Kitter U^ 414—418^ 435. 
fiird^nn: n. 213}* S^^ »ucbeiSntoe 1555; tierorbnet;. »eil fi^l tum^ 
»el^r bie ©ad^cn be^ Interim |ralben geenbet^j (olle man fnnfort anf 
We ^Tfftpt^ unb anbert gemeine geiertage bfe ©labt* unb 3»eJ>W 
wage ftfhien, an(^ auf ber gal^r^f orte. fo^(9teittettamt f^alten>.unb 
ba/^ Ungelb (SSeinflener; ^ori^ IL 54* 368). etnne|>meni (äffen« £)od^ 
^on .1677. »ttvbet auf ^i^txt . äSeroiisnung iber 92cnj[a)»nd' unb . 4m 
HL-Mwi ber 9lufa{^rt CI>inimHfa#rl!)tag« geibiert. i^btf 1596 fmbtt 



-^ 51 -^ 

{t4i bemerff, ba« iRrujaj^r^fffi fep b«r(f> bm {^tcfigcn ^reWgrr ^ttn 
fatitnt C1Ö71— 1579} fittgeffl^rt Qoctanla^t) werben (T. 1188^ 
«fronet n. 2, 10^ 16)^ 

S. 62« jDte Kgmbf t>ott 1589 mt^ält unter ber Suffc^rtft: 
Son Setertageii; folgenbed 93erjet(f^m§ btrfelben: Hde Sonntage, 
(S^rtfitag unb 2:ag na^^^er^ 9Ien][a|^r6tag; Ofierfonntag unb Zat 
nac^^rr^ Sluffa^rttog, ^^ngfitag unb Zag nai^pn. (Sben fo bte 
Slgenbe t>cn 1599 unb bte t)on 1644; too aber nod^ wn #/anbem 
^eter« unb 9(po{}ettagen// bte 9tebe tfl C^m 2d. Slug. 1632 toar be^ 
fd^Ioffen uoorben^ aud^ bte 9I))o|ieItage ju feiern , A. 102) , beßgletc^en 
tote aigenbe )oon 1688* 9(n btefen onbem §eter^ unb Slpoßeltagen 
tt»urbe tn ber Snorgenftrcf^e ein barauf ®ejug ^abenber Ztxt erUiu^ 
eert; wie Diefe^ nod^ j[e$t fär bie ^etßunben t)erorbnet ip j[ebO(| 
toaren fte feine df entließe; auc^ nici^t ein IKal ^albe Slu^etage. 2>e|i' 
fHdl nourbe am 25* 3lug* 1596 befd^Ioffen, fie ni^t ju toerfunbigen, 
bamtt man nic^t angefe^en wtxU, atö wotte man bie (Feiertage ber 
aften Sit^t n^ieber einfä^ren^ unb noeil auicf^ ben |)erren {ein ®t^ 
falten bamit gefcf^e^e (Y. 1174)* »m 8* 3a». 1668 würbe noc^maW 
gefragt; ob fte ju loerffinbigcn fepeU; unb am 28* £)ct tint Xtxt^ 
orbnung auf btefe SCage gewunf^t CA. 626* ö793» 3m 3»at 1731 
begef^rte bie 9{ieberraber .@emeinbe; ba^ wieber ; wie e^ebem^ auf 
bteSlf)o{ieI^, Sßerftag^«« unb britten geiermge ju ©utieuten ge^pte» 
bigt werben mdge, wa^ auc^ fofort gefc^a^ (F. 7643* — Die ))Ott 
bem ^rebtger^SWintfrertum am 19. äug. 1846 beantragte (Rnfu^rung 
ente^ i&pxlit^m Steformation^ < ; Slrmen«^ unb 3;obtenfefled unterblieb 
bem aSeme^men nac^ be§|>alb; weil bie fir^^licfie DberbeJ^örbe fte 
niifyt o^ne ^ö^ere ©enejjmtgung geflatten, unb bie y&ä^p (gemifd^te) 
Staat«be|forbe in rein firc^Iic^en Sngelegen|^eiten feine Sntf^jeibung 
geben woffte (M. 19* 25- t)ergl. ©eil.)- 

S. 63* Unter ben geflen, bie auf ©onntage faüen, war feitt# 
l^inft^tHd^ be« 3eit»)ttnete^ größerem Streite oudgefe^t, al^ Dflern* 
jDie Äir^ent)erfammlung ju Slicäa im ^apvt 325 ^attt benimmt/ 
bo^ ba^ Oflerfejl j[ebe« 3»at an b em ©onntage gefeiert werben fotttc^ 
we^er junScf^^ auf ben aSottmonb na^ ber grfi|>Itiig^SRa^tgIeiil^e folgi, 
unb fiele ber aSottmonb 'auf einen ©onntag, fo foöte rt 8 S;agc fjj& 
ter gefeiert werben* Die geier btr Ofletn würbe baburc^ fe^r »er^^ 
Änberlici^ unb ^atte, wie noc^ je^t, tmtn ©pietraum t>om 22. SDfarj 
bi^ JU bem 26* »prit* @ben fo iDcrÄnberlic^ waren otte qnUvt tax* 
noc^ bereitete %tftt, toic Himmelfahrt, W^dP«^ ^^ SCrinitart^ 
fowit bie nad^ bem legieren ge|A^Itett Sonntagei (bt fo» mm ba* 

4 * 



— 52 — ^ 

tri«, r 3cbod^ «I^ ibic^ tiMt ^bji (Tregor iXIH- . tm Stoj^re 1682 , tn^ 
an jJaltetc talenbevöerbefferung t)ou Äatfer JRubot^s^ IL. auf bm SUd^^ 
tage iUi.aug^(uirg;il609 anrm^fol^n tt^ttrbe,. nahmen bie. ))roiej}an< 
Hf4ien;ätetc^^jl&nt)e btefdbe ntc^tan, m4^t.i(HfI.(ie;jDiC:n)trflti!^e<ffieir^ 
be^rioigi i>erfamit ^&üm, imttxn noeilMtiKut; ftt^ jboc)ufe(^^ni.|i<d»Cf 
tag «tr^t unter b^m.iSil^eine bö:fiabnbni?erteffmiti8irSrm«.^a*<ir:.btr 
SKod^t ftngeraümt t9äcbev..bem gonjm 9let(^e gu befef^Iem .$lu(|r.|^te^ 
ft0en!£)rue n>urbe bir^nna^mc toemetgerty unb old bie ^ftgf tß^ 
i^oltf^ Xgeifütc^fett bem nmen; ^olent^ft gerna^. bad SSki^na^ii^fefi 
a683.*atii 15.. Dec* ii^ing, .»urbir Mt .Seftper bur(|> ^mult mit 
®$reten^ ^^cltett «n^:<@tetnn>erfen geflört^ fo ba^ bte. <Sept6m ttt 
kexC'}^^r {u^t^erfc^Ifffcn .mußten; torK^ SS^rgang aber tum.btm 
»afll^e. für ^rafwuitbtg cÜKrt tt)urbe (Sittter Mf EL 234:f.). 2)tc;feab* 
mi^va^ ber ''protejianijjrn t)on ben S:at^oiiUn ben^irtte.ni^^ QUV;gvc#f 
Uuterfcl;iebc in bcr Kr^Iii^cn geier beÄ'Djierfcjie^ imbt bcr rjficiniad^ 
ftd^ befitinmenben bmeglicij^en ^rfie ^ fonbern.br ad^te auc^ grple Sin^ 
ti)irrung in bie 3^^(>^{K^ntung bfr t)on.£)jlern;ab(>angigeii,9)2tf|cnf 
3a|)rmärÖe, SBed^felfat^en mtb .bergt dt^.HlOO entfd^Icffen.fic^.fek 
et^angelifi^en Sieic^^^nbe jur ^nnafyxnt Ui..^GcU^itcrk'McAmt>n^, 
bod^ mit bem .Unierf(|tebe ttttt ben ^at^olifcny . bo^ ;{te ;b/n :£)^ 
»oUmpnb nt4)t na^f ($regoriamfd^ec SBeife^ fonberti (({lärf^itiint^^ge? 
nauet; nad^ ben Utttcr ifiaifer Kut)o(p^;iII.; j^pn. beffen i berMJ^nUfCm 
SRatf^matifer £e)>^(e¥ aufgearbeiteten dlnM^mif^tfi Zaitlntkti 
n^ntn tie^m ;3I(Ietn bte|f 3(u^na^me tonnte. :)S)tet)er jm Saufe eino^ 
3a(^rf^unbert9 mef^rmal^ Unterfd^iebe in bet £)fiiBr.feier; .firjeugei|> «hc 
e^ 1724 untt^ 1714, xoüfÜ6) itx %aü xt>ax:,i m^ Ut !9mt^mtm:% 
HSoge ft4]|;epOjieäi.feierteny atö bie Äatj^oWen, .6ftiitt)aTe,aux^l7?6 
unb 1798 gefc^ej^en, mnn m^t auf Slntrag . gmbt«^^ il*v .^önig* 
tJWi^enfen;.f(^on-;im;3«^c 1775 eine ©mgungi beK: be^ft^en 
9lei(()t^{l2nbe iiber >ie aKgcmtifle Slnna^me bi$¥)l@?cgipri(U)^c^nJD|teYf 
bwre^inung Statt« g^funben, {>atte/ Ain^ WxäfiQitim^itnii^iStvli^ 
dxia^ wm 7; ^n., 177Ä, i^K ,am la- 6e^t.AWftn>it8e®ad|t^ b« 
w# jk|t . gebräiKlrti^ '. Äalmbeii/iftttg^ft^j^ 'Jm'^tm, «>feei ; (i(x. ; U4t 

yh 116r^ll93. i.... , ..i. ;- *;■ :.,:,-. ,.:■. ,:■■;-: w V ' ' i'.n .:.JJ 

: §. 64- . ©(^ott-xutt 24. ©epfcj Uft4 fuibet fi((?^. ba& rber ;8lat^ 
befdfflo^^. mit btnr lirerrctt juit' fJKarte il^ reben tiijer S3etw«ffe Jolbe»^ 
©Ott bem|)erm böÄlbar ^u .feijtr/ fOr« feine gnobige SWöbigfeitv bUf 
wil *r im^ mit ftof^tharen 3a|fretii*Krfe^eii f^at CS^ ^nir iH. 3> 6>imn 
auf SMJL.^itU. {f»5 »^.ttrbCi.bftfut;.g<|^(j[etiK<e«.fe9^«^ 



— 68 — 

fuiternr'®ffla(( ettte (Ernte ' unb ^erbflprettgt ju t^un^ afe$ j[et^ 
99äl nac^ @e(eget!|^ett unt» Sfttlettung treä fonntägHcf^ft! (E^aiigeKuitt^t 
SGtö bufeMtn £)ct 159$ mangeUen^ n^um/ tt^etl ei$ n{(^t gebrduc^^ 
ttf^ fe^/ bad (SDangeltum n)egjulaffien unb eittfn anbem ^affent^en 
%rrt'}u nodl^Ten, 8 2!ogc (länger gettoartet; ivo tor^ Q^t^angelium an» 
»cnbkatf ttoar (V. 1067. 1897). 3n tem gettttdten.3tat^öf4^(«ffe »om 
!»• STOärj 1668, tn gotge ber SSlfttaHon ter *artt>ftr^en CA.- 605. 
VI 86), mt auf Sbireguttg M Bmioxt &Jfi^Mt>'^d^ e^; Vl.'unb 
VH. ftnb bei terOemetnte juSotiameö j»eif@tüdc> CbergtS.1480 
fo**<i<c^t ou^cr ac^t ju taffen, gefunden »orb^n-; 1) bag niad^ etegei 
toad|iter @rttte für ben empfangenen ©egen^oiteejli^rlic^ eineDdnt^ 
fagiingeptebigt auf einen abfonberlic^ baju gewährten S^xt gefc^tcbt.-^ 
3jl für gut angefef^m werben, ba§ in Conformität mit anbern Cb. ^^ 
auf aßen- |>te|tgen 35ötfern) febea 3a^r na<|i berJöttite eine Srnte* 
ober ©anffagung^^^rebtgt unb gwar auf dneng^eitag gejaften 
uttb Joen bew- Pfarrer befonbere JCexte ^ferju iertuSf^t tt)©rben fetten.— 
jDab'ei Wieb e^ auf bem 8anbe, bi^ im Octi 1720 wegen eine^ aud* 
jejeic^ttet' frudbtbaren 3af>ted^ auf Anregung ye«^ ©eniord ^rittu^ 
wn bent^inifterium biegeter eiiw^ ^ttgeme^nenßrnte^^^lDattffefr.r^ 
auf ben XXIII. ©rmntag nadp- a:rittitati^ beantragt würbe, fo ta% 
ein iob^ nnb ©anflieb jum Sfnfang unb ©d^fug ber ©otte^vere^tung 
gefttnfcjftt unb ein ti^^t^ baffir^abgefaßteö OebetDOrgetragen, oufet* 
bem aber ba^ gewßfmlid^e @onntagi^^St)ange(iun! beibe^^alten werbet 
fottten-CtJergL 8* 60); 2)ieg würbe Doit beut «atj^e am 24. Dct. I7ä0 
genehmigt CF* 20/f- Vi. 138-139), mit bem3ufa$e, baß jugleic^ ®ott 
um Slbwehbung ber an einigen JDrten C?>efi }u SWarfeittc!) {^errf^en^ 
bcii @eu(]^e angeflebt* werbe. Cbglei^ bie ©eneffmigung nur tJon 
biefem ^a^xt xtUtf blieb boc| bad gejt ein pänbigea, wegen ber 
jjiefEgm SBeinleft^, 1728 unb 1730 aufgenommen, an bem ange»' 
gebenen fefir wränberlic^^en Sonntage gefeiert/ M^ e^ in golge be« 
Slatfiefc^ruffe^ toom 21. £)ct. 1732 -^nfort amevfien ©onntagc be6 
9lot>embef6 begangen wutbe. 9Begen ber unaufff^iebUd^en '1£rauei> 
jeit na(!^ bem SCob«.«aifer Äorld^ VI. C2t>- Ott 1740) mn^tt ba« 
(grntefefi mit 'bem SBuigtage ju Snbe 9iot>embeTriJ loerf^motaen werben. 
3nr ^a^tt 1840 würbe wegen ber t>erf(lpobetten SQBeinlefc baö ßrnte» 
feji erft dm jweilen Sonntage be^ 9?ot)ember* begangen (F. 837. 
G. 18Ö f.> 184- L. 884). i .- • , 

8. 65. Sefottbere ©ebeutung fiotten bie wn alten 3rtten ^er 
balb t)on bet^ ©eipd^feit beantragten; balb wiü ter Dbrigfeit ange^ 
fttttctenSSuf^ u^nb* 8ettajje; weld^tf'bei birof^nber ®efa^r ober 



— 64 — 

aOgemeuien Uttglfltf^fttlttn gefdert tDurben ttnb bm 3^^ ^atim^ ju 
fmfier ©efotuien^ett unb retigtoffr (gefinnung äu erma^nfii; um bad 
brol^enbe ober t>or^anbene Uebel ni'c^t burc^ 8ftc|tftnn^ Urpptgfrft 
unb ®ctte^t)ergeffcn^ett ficrbrijujtrf^cn ober ju »ermei^reit ®c^on 
1546 würbe bte geter eitiee foI(ften unb jwar jiänbtgen ®ettage^ auf 
»eben Wttwc^ angeorbnct (VI. ö), Jeboc^ W«g^^tt 1631 wegen 
teö SQßoci^enmarfte^ fortan auf ben grettag »erlegt» dx foKte in aütn 
&it(fytti begangen unb 93ormtttagd einein gefltage gletd^ge^alten werben; 
barwm burfte 9?temanb wajwrenb ber Streike arbeiten ober einen Ärom^f 
laben öffnen C?er«ner 1. 2, 22)» äW über bie 9li(i^tbeoba4>tung btefed 
®ebote^ unabläffige «{agen ertönieu; g.»» im ^ai 1676, ba^.gret* 
tag^ wä^renb ber ®otieet)ere{»rung in ben ^pa^eten^äufem gro^e //gref« 
feret/i t>orge^c, fo würbe e^ am 13. 3uni 1679 »on ben Sanjeln 
wieber in Erinnerung gebracht unb im SRärj 1722 auf ba^ 9leue 

eingefd^ärft CB. 182 f* 252. 297. 561 C. 73. D. 121 f. E. 506. F. 119). 

Slm 26. ^pxil 1639 Würbe ber Slnfang mit ber SrHärung ber ^fal^ 
mm gemault, ba man fr&ifer auf bie Settage feine beßimmte Sexte 
pattt CSer^ner 1. 2, 23« toergl. S. 54). Slu^er biefem wöc^entli^en ^t^ 
tage würben ))on 3^tt ju 3^^/ V ^^^ Umßänben; nod^ befonbert 
friertic^e 33ugtage angeorbnet, unb, wie fie ju feiern^ im 3uti 1673 
»crabrebet (B. 360). SRan muß aber wo{>l unterfc^eiben jwifc^en Pren* 
genS3u9^, Set^ unb gajitagen unbS3u§' unb Z)an{tagen; weil fiet^ 
bie £)emüt(iigung t)or ®ott }u @runbe (iegen fotite, jumal wenn bie 
«Urfat^e jur 2)anffeier »oc^ niäft fepftonb (fte^e unten). Sin Sußtag 
ber le^tern 9lrt würbe au4f nai) ber großen Ueberf(i^wemmung am 
28. gebr. 1784 begangen. 3ebod^ politifti^e gepe, befonbert in f^^ä* 
terer Seit, gematteten ni6)t biefen ®e(id^t^^)unct fejiauf>alten. — am 
10, Sugv 1666 bei ber ^errfdj^enben »)emartigen Äranf^eit a«gtm bie 
©cbolorcben an, ba§ aUe 4 SQSo^en ein Sdn^^, !SdtU unb ga#tag 
mit befonberm ^rebigt^Sexte gefeiert, aber fein Xtxt erwählt werben 
fottte, ber ba^ SBort: ^ejj, eutj^ielte (A. 484. mgt §. 52). 8lm 26. 
3«n« 1673 fud^te baö SKinijierium wegen bamaliger betrübter Ärieg«* 
jeit um bie geier eine« folgen j:age^ nac^; am 20- Äug. unb 30* 
Oct* beßg(ei(|ien unb gwar mit t)tertelj[d^riger 93$ieberf^oIttng beffelbett 
auf etlidj^e 3a^re ^inan^, unb e^ foKte bamit greitag^ Joor bem l. 
aiboent angefangen werben CB. 363 f. 374. 412. Ser^ner n. 2, 20). 
au(b in ©acbfen gab eö 1678 Jia^rlic^ 4 »u^tage CÄoc^ D. 24). 
5Wtt bei; aSeranlajfuttg börfcen/ wie e*. fcfteint, biefe ®u§tage wieber 
auf. Denn am 4. ^uii 1679 wutibe: befdjloff^ ju beantragen, baf 
ber wöc^entltcbe ©ettag jhenger fte^atteir (fir^ oben) unb beö 3abrei? 



— 66 — 

ttttt (Sin Stt^tag tmb jtDor ^reitag^ t)or tem 1« Sfbi^ent gefetevü 
werben mdge* am 28. 3an. 1680 tpttrbe jn>ar im ^Mniflenitin gen 
fragt, ob ntd^t mebr a(^ Sin Sduftag jiäf^rttc^ ju feiern fep; aber^ 
auf btn 9lat^ef(I^Iu§ vom 13* 3uni 1679 t^ertüiefen unb nur \>erab*. 
rebet, bcflo mt^x auf ernfte «^anb^^abung be^ n>6(i^entri(^en ju {»altett 
CC. 72 f. 106 fO. 3nbe^ mag bei bem ©nfaK ber granjofen in bte 
9f<tlj unb berSefe^ung t^onSJ^ain} butd^ biefelben am i7.Cct I68a 
(©rfij^l 1 15) unb ber nun andf unferer BtaU broj^enben ®efabr bir 
SBiebeteinfufiruttg jener eftern Su^tage heranlaßt worben fepn. Denn 
nac|^ einer fc^rifrti^en 5Rotia t)on ^f- SRitter, bem fünften biefc^ 5Rar 
men^, am Cnbe ber »genbe t)on 1688 ftnb biefe t)ierteljäj>rii(^eti; 
©u^age bi^ 1713 einfc^Iie§Iicl{> gefeiert worben* Dagegen t)on 1714 
an waren ^er nur ntif ber Sarfreitag unb ber greitag tto-t 
bem 1. 2lbt)ent, beibe für (t^ febo* fc^ion früf^er, jur aUgemetnen. 
93uf anbad^t beftimmt« Der auf ben (Sarfreitag ju Snbe ber haften« 
jeit gelegte, fe^on al^ wocbentlic^er Settag , noäf mefir aU 2:obe6tag; 
3efu, »elcf^er übcrf^aupt bem Srettag an befonbere^ fird^lid^e^ Slnfe^n 
JoerlieJ^, erl^ielt bcibur4> eine befonber^ f eierlicif^e 93ebeutung (VL 1 U)* 
Der ßarfreitag ift jwar in ber Slgenbe t>pn 1688 unter ben gejien; 
nic^t aufgeführt, boc^ n>irb er fc^on in bem Stegtfter ber ©efänge 
in bem ^anbbuci^Iein von 1599 erwä|^nt unb f^atte in bem ^eft#^ 
freife ber ^. 8Q3od^e feine ©ebeutung* Diefe beiben S;age führten 
noc^ iu 2lnfang biefeö .3a^r^uttbert^ auf ben gebrudten Hngeigen ber, 
Ztxte unb ©efänge ben 9iamen ber ©uf*, SBet^ unb gafttage^ 
6^ ifl von anberttjftrtö belannt, baß an folcfien Ziagen t)cr geenbig«^ 
ter nad^mittägiger Ootteeöerejrung nid^tö g^noffen würbe, weiter 
Sntbel^rung ben (frnfi be^.Sage^ »erfiärfen fottte* — ©efonber/i 
merfwurbige S3ugtage würben gefeiert: am 25. 3ttni 1630 ftatt bev 
etJangelifc^en ^nUl^dtx; am 12. 9lct)* 1648 wegen be^ unteraeid^n?*! 
im unb am 4. Sluguß 1650 wegen be^ aU^eitiQ genehmigten SQ^flf 
pj^alifc^^en grieben^ <A. 255. .263 f* VI. 174); am 30, 3uli 1663 
wegen ber ^ürfengefa^T CA. 365. 367) ; am 27. 2lug. 1666 wegen 
ber ^efi; im gebr. 1679 wegen be^ grieben^ t)on 9limwegett, wcf 
bei, ba ber griebe jwar gefc^toffen, aber no^ nid^t genei{>migt wai:/ 
ber 33u§e nid^t tJergeffen werben burfte CC 57); am 28. ©ept* I688r 
unb 21. ä^)ri( 1691 wegen . ©efa^r t>on ben granjofen CO. 461) j 
am 24.2lpril 1691 wegen be^ gtüdnit^n getbjug^ CSer^nerü. 2,'2l>j 
ferner mn 16. 3<itt. 1756 wegen be^ großen, ober me^repe Crbt^eile 
t)erbretteten ^rbbcben^ CH. 214^. f. VL 147). Jln: biefen ©uftagfn 
würbe ein eigene^, bie jiebedmaligen Umßanbe berudfftd^ttgtnbe« ®e^ 



— 66 -- 

Bet ^oxQtttagtn unb^ tote an {ebem tood^mtlii^tn SbtttaQt ^ iitZita^ 
nxp (fte^e Slgenben von 1644 unb 1688)^ tin altttt^mli^n ^ittp 
gffang, »eichet fonfl bei ^rocefjtonen angewendet wurbe^ anfangt 
gffungen, fpäter nur »orgelefcn (D. 66* F. 843. VI. 136; 143. »ergL 
% 76* 84* 933* 3n ten dffenrtid^en SSorträgen würbe ntdjft ermangdt, 
^etrfc^enbe iapx unb öffentliche Slergerniffe jireng ju rügen* 2lüd^ 
Wtttben öfter fd^on t)or]^er ^nträ^e an ben füat^ jur SlbfleUung ber^ 
feiten gemad^t (D. 1O84E. 174 fo* Dagegen würben bie ^rebtgcr am 
»• Sipril 1691 öon ben Ferren Surgermeijiern felbfi aufgeforbrrt, 
am nädjffien Sußtage/ 24. Jlpril^ bagegen gu eifern; befonberd aber 
in Sejie][iung auf bie bet)or|lef>enben Sffia^ten, baß feine Söejie^ung 
Statt finben unb fein ^al^^n ©b gefdjfworen werben möge* Sc^cn 
1676 war über auffattenbe 33orgänge biefer ärt geflagt worben 

(B. 559. D. 9). 

*; 66. Uttterben Jooriibergej^enben fircl^fid[>en gefien, 
»el(|ie gefeiert würben, t)erb«ent genannt ju werben: bie geier be^ 
anfangt ber 8leformation in ben ^a^xtn 1617, 1717 unb 1817* 
3m 3a]^re 1717 wirb geflagt, ben St)angetif(^en fey SWagigung ge* 
boten gewefen, aber t)cn ben ©egnern feine^weg^ beobachtet worben 
(®ebetfaniml. l.— VI. 134. 135*137* E. 340, 354—366^ 381. K.475. 
479:^481* 483. 486* 492* 498* 504* 507* 535) ; ferner bie geier ber 
Uebergabe ber Stugöburgifcl^en Sonfeffion am 25* ^nni 1630, 1730 
önb 1830; bie 250ia^rige geier berfelben würbe 1780 mit ber 200 
jfijirtgeit ber Unterjeid;nung be^ Soncorbienbu^^ r^erbunben CA. 84 f. 

P. 714. 721* J. 265* L. 34* 53* 57-60* VI. 126-135* 137* 140-142. 

149). — 3itt 3^^^« 1748 frcigte ber fftat^ wegen einer ju »etanfial^ 
t^nbert lOOjafirigen geier be^ 38ef}^)|^ä(ifc|)en griebene bei bem Corpus 
Evangelicoruiri auf bcm Äei^^tage gu Äegeneburg an, er^elt aber 
bie Antwort, man möge fie mit ©tittfc^weigen übergeben* 2)a{>et 
würbe fte au(|i, anberer ®rflnbe nidf^t gu gebenfen, 1848 nici^t be^ 
gangen (CJ. 532* M. 77). ^Dagegen würbe am 28* ©e^pt* 1655 unb 1755 
ba« ®ebä(btnif beö SRetigion^friebcn« gefeiert (A. 309 f. H. 203 f. 
VI. 136* 146»?). — 3y^ enbe 1646 würbe eine Siobe^feier Sutipertf 
»orgefc^Iagen* DcxfRat^ aber trug JBebenfen, weil e^ anberwdrt^ an^ 
md^t gefc^el^e. 1746 wirb fte gar nic^t erwähnt* Dagegen würbe fte 
aJMttwo^^, 18* gebr. 1846, fefHi^ begangen (A. 219* M. 30* 32 f.) — 
am 21* Seipt. 1843 würbe bie ^aupttjerfammlung be^ ©ufiaD^^äboIpfi*' 
Sereine* gu @t* ^aul fird^lic^ gefeiert, bie ©erat^ung aber in ber 
Ikutf^ reformirten Äirc^e gepflfogen (L. 357* 393)* 

S. 67. 3m 3uni 1740 famen bie Sefi^ t>oti »uti^brucfereiew 



— 57 — 

mn rine fird^Itc^e getet ter (Srf in tung ter Sue^truderfunfl 
tin, weld^e aud^ begangen tonxU CGr. 166* 167* 222» VI. 145. PtrgL 
te^ Senior^ Di:. S^nfitan 5Wunben granffurter SBuc^bruder 3ubeU 
®et>ä(i&trttf ^ebfgt, 1741 — ftej^e ^rebtger^Stbliot^ef). 3m 3a^re 1840 
fonnte man ftd^ bei ter Sf^eitnaf^me aUer (Sonfeffionen aber eine tix^^ 
li^ %iutx ni^i einigen , boc^ na|^m ba^ SRiniflerium bure^ 9(bgeorb^ 
nele an ber offenttt^^en geierlt^^feit X^tü (L. 314). 

S. 68/ DanffefJe wegen gludli^er äbwenbung j)ejiartiger 
Äranf^eiten, fdj^Iecbt^in ^efl genannt, würben am i. SWära 1667, 
80. aWai 1723. unb afö lOOia^rige geier am grntefeji 1766 begangen; 
©iege^fejie am 7. 3«K 1633, 9. Sag. 1664, 16. 3uni 1679, 

@e^)t 1683, 2s3* äug. 1685, 16. @ej)t. 1688*, 30. »Ug. 1691, 18^. 
3uni 1692, 19. <Btpt 1697, 24. «Ug. 1704, 20. 3uni 1706, 7.*3an. 

unb 17. 9lcJo. 1709, 30. i«pt>. 1710, 30. ^ug. unb 8; 5Rot). 1716> 
29. aiug. 1717, femer am 17. aXat 1689 unb am i. 2lbt>ent 1793 
wegen 93ef(fiit$ung unb glfidKid^er Befreiung ber @tabt; S^^eben^« 
U^t;Qüm 12. 9lot). 1648 unb 4. äug. 1650, t>ergt. S. 65) am 

17. 3uni 1660, 30. Dct. 1664, 15. 3w«i 1679, 5; Dec. 1697, 

8. SWära 1715, 14. äug. 1718, gebr. 1737 unb 20. SÄärj 1763 
(VI. 177—179). ©iegeöfejie jur SSerfierrtid^ung Slapoleon^* fanben 
feine innere SCfiettrraf^me: befio mefir bie geier ber ©nnaf^me wn 
faxi^ auf Djiern 1814 CK. 268). ©ei ber ef^ematigen 3lei^^t)er* 
fajfung gaben bie aSaJ^t, Tönung, SSermfif^tung be^ Äaifer^, bic 
^ulbigung, bir ©^^^^"Ö^'^f^^f^ berÄaiferin (E. 278. 286), ®eburt 
faiferli^er ^rinjen unb ^rin jeffinnen, t>U ®enefung, fowie enblic^ 
ber S^ob bed Äaifer^,- fogar nt>6) bee öjlreici^ifcij^en Äaifer^ granj I. 
ätilaß ju fircf^Iic^n geierlid^feiten (A. 333. 508. D. 287. 347. E. 295. 
L. 189. VI. IßO— 172. ©ebetfamml. 3—5. 19—23. 46. 47. 52—58. 
geröner L 2. 11. 2> yia^ ber Srwäf^lung be^ Srjj^erjog^ 3o^ann jum 
Äei(^dt)erwefer am 29. 3««^ 1848 würbe be§|^alb ©onntag 6. äug. 
ein Sird^enfejl ^feiert CM. lOi f.). — 9lad^bem ßnbe äugufi 1632 
ein jDonlfefi wegen ber Bäfiaä)t t)on ?eipjig (7. ©eipt. 1831) ange^ 
orbttet worben war, würbe am 12. ^nni 1633 benimmt, am 23. 
3uni eine lobeöferer für ®ujiat) 3S,Mp^ iu »eran^alten CA. 102. 
116. 117). — 3» ©ejie^ung auf unfere ©tabt würbe, wegen glfld* 
lid^er ©eilegung ber bürgerlichen UnruJ^en baf>ier,xam 3. gebr. 1614 ein 
Danffefk begangen Cjufrfij^! Sänge 274). am 27. 3uni 1819 würbe 
baÄ lOOjidf^rige ®ebä(fttnif be^ fogenannten großen ß^rtjienbranbe^ 
gefeiert CK. 602). Sott' 1816 an war ber 18. Oct. ba« geft unferer 
neuen bürgerlichen S^erfafung, wetd^e^ aber feit 1848 ni^t mel^r ht^ 



~ 58 — 

iat^tn uotrb« ^üf^er f^atte fein gall auf einen 6cnntag man^^t 
Serebungen jur golge (L. 342. M. 57 fO^ 

8« Singalbe bet ^{teLuttb ©efonge für ^efte. 

§♦ 69» 2)ie gewol^nlit^en ©onn^ unb Sejitagäf^l)tgtett »arm 
an iU etjangelift^en Slbfcl^ttttte bet ^. ©d^ift CSbongelten) geSnnbioi 
CS. 51). au4i würben ia72 für einige unbeiDegltc^e gefle Cäpofhttage 
u. bergL) aierte beflimmt CB. 188. 237 fO* ^Dagegen fehlte e^ intmer 
nc^ baran für bte beioen SBu^tage unb ba« Srntefejl, fpwte ffir hü 
tJorüberge^enben tix(fyU6)m unb politi^dftn gejle. Da nun leidet unK 
gehörige ober anjügltd^e ^erte getvdf^lt »erben fonnteu; fo muftete 
fte 2U))i>rber{l fammt ben gewählten ®efdngen unb bem eigene abge» 
faxten Oebete bem SRatf^c jur ®ene(mitgmig t)orgeIegt werben, c^ 
fie jum ®ruÄ befJrbert unb ausgegeben werben butften. ^it^ war 
fetne ganj teere gcrmltt^fett ©c^cn 1717 würbe ber auf bod ^u^ 
belfefl ber 9leformation t)orgef4fIagene Ztxt wegen fetner SlttjügJtd^ 
feit ni^t genef^migt (E. 361). iaut «atj^Sfci^Iug t)om 27. «ug. 1766 
mußten bte t)orgeIegten ZtxU abgeanbert werben CHi432. VI91). 
3m 9lcii>ember 1771 loerlongte ber ffiat^, ba§ ein« ber für t>en ©ußtag 
t>orgef4ffagenen lieber weggelaffen werben foflte CJ. 61)* Sm 22. 9io». 
1798 würbe ni(!^t ein "iWat gebulbet, bag wegen f(ftle(]^ter|)anbfd^rifl 
ber 6orrectur^93ogen, fonbem nur ba« gefd^riebene Soncirpt öorgelegl: 
werbe CK. 60. 61. VI. 93. 94). gielen t)orüberge|>enbe tix6)liä)t ober 
politifc^e ge^e auf einen ©onntag, fo jianb ba« gewofmlicij^e Sonn* 
tage:«(St>angeItum^ wenn e« nicfit ba}u ^aßte, imSege; t>on welchem 
bei bem Danffeße am 18. 3uni 1692, bei ber Sorbereitung jnt 
Öutbigung am 25. Oct. 1705 unb bem ©anffefle am 20.3uni 1706 
nic|it abgewichen werben burfte CD. 48 f. 482. 502). ^led) \>Ul f^^dter, 
näralic^ 1744/ burfte ©enior iffiaU^er fic^ niä)t erlauben, einen 
freien Zcxt für bad @rntefefi ju wählen, fonbem würbe auf böfi« 
@onntag«^6t)angeIium Derwiefen CIX. 88. öergL §. 64). 3^ar burften 
in golge beS aiotJ^fd^IuffeS t)om 21. Dct. 1732 für bte SSotgcm 
finalen am erntefe|le f^iidlic^e freie Sexte gewählt werben CF.i887>i 
aber einige 3RaI, wo ber XXm. ©onntag xtax^ SCrinitati« CotxQh 
% 64) bamit jufammenftel, wie in ben ^a^xtn 1741, 1744, 1747 unb 
17j52, mußte baS für biefen Sonntag befiimmte eöangelium, fo we^ 
nig eS aud^ ?>ößte, benö^t werben, wogegen in ben 3a|^en 1755, 
1777 unb 1782 neben bemfelben nod^ anbere freie SCeytc gcwäjtfi 
würben. Der ©runb biefe« fonberbaren 2Biberfpruc^e i^ woj^I in 
bem eioangelifflien; Slbfc^nitte t)on bem 3inSgrof(^en mit. bem Silbnif« 



— 59 — 

MJtmferd ju fuc^^cn^ mli^en man ftd^ nic^t getrantt n)cgju(a{Ten« -- 
Stnr ©ammlung getrudter Xcxte uni ©effinge auf $e{ie tit bm 3a|?« 
rm 1697—1789 unb 1828—1848 befinbft ^ in t>vc Sdibliof^tt bf^ 
?Jrfbt9fr^5Witttjimum« CJ. 712), 

$. 70« 3c^t^ »0 man fic^ iitmlii^ attgemein t)on bem ^erico« 
^m^^B^ang (o^gefagt ^at unb f»o#en^ in nnjelnen Sanbeeftrci^fn 
(äfirltd^ n^ec^fetnbC; au$ bem ganzen Umfrei^ bet ^. @df^rift gen^a^tte 
etftten jtt ©tgenftaubm ber jJrebtgt me^r angeratenen, aW befofnien 
ttwben, war bie no^ »er furjcr 3«t Ui un^ befle^enbe ?(udtt)af)I; 
Sorlage bet bem (Eonftflortum unb ber 2)ru(f t)on vierten unb ®f« 
f&ngen ffir Sarfteüag, Srntefefi unb Suftag eine ganj ubetfläfftge 
&a(fyt nnb ausgäbe, »elc^e mit bem ^a^xt 1849 aufborte CM. 107. 
1153* Mnbem Orte^ uerbanb man mit ber Sorfd^rift eine^ Ztxtt^ 
ffir bie Sugtage ein befonbered ßrma^nungdf^retbcn (Hirtenbrief) 
J>t^ oberjien ©eifttic^en, »el(|>er ben ©emeinben t^orgetefen »urbe unb 
mit bem gegebenen 2:exte {ufammenfiing: aber ^ier toax bie^ nie ber 
%aU* 3^ 3^i^ ^^^ $erico)»en:^3^^nged tvar bie S8a|n( eine^ freien 
Ztxtt^ eine äBofilt^at; bagegen, atö jiener auf^drte, öftere eine un» 
bequeme 9lötfnigung. 

9« »it^enietteh 

$. 7i* 2)a bie anfangt wenigen ^rfibifanten fic^ in bie »r^ 
beit fc gut al^ moglid^ t^eilen mußten, auc^ burc^ £ob ober SBeg« 
gang einjelner mand^e 33eranberungen eintraten; ferner ba fte in ber 
titurgifd^en Orbnung t)om 3. aWarj 1630 ben ©rurtbfaß au^gefprc^- 
<^en Ratten, baß e^ einem 3eben au^ ber ©emeinbe freifle^en fotte, 
^/ju welkem au^ un^ er gcj^en will *),// fo war bie nctjjwenbige 
golge, bag bie 2lmt^i>erric^tungen ber @eifHi(^en öffentlich angejeigt 
werben mußten, bamit 3ebermann fic^ barnat^ richten fonnte CSRitter 
199)» 3)ie SSertfneilung ber arbeiten, bi^ wieber eine Slenberung 
nöt^ig war, mußte aber immer erfl t)on bem fftat^t genefnmigt wer^^ 
ben unb würbe aföbann t)«>n ben Sanjeln t)erlefen. SDergleic^en au^ 



♦) ^ö(!^ würben am 13. Dct 1596 gefonbcrte Äir(^fl){ele jur Slbjitfe ber Un* 
wbnung, jumal bei bem 8efu(^e ber ^eftOanfen, in SSorf^lag gebrai^t, 
ober oon ber TteJ^t^a^i be^ S^Hni^erium^, (auptfäcbli^ wegen ungleicher 
Sefe^ung ber atr^en mit ©eiflliilen, für unt^iinlic^ erriärt. %U man 
1683 wieber baran bat^te^ ge^anb man^ ba# e^ grope ^it^e (aben wiirbe, 
bieetabt (nÄir^fpiele ju t^len. @in ajnttcl^er ^JorWtaö im3a5rei677 
würbe ebenfaff« unausführbar gefunben (T. 1177. A. 123. B. 622). 35er* 
gleit^c ^ierju : Setratbtungen über firti^titbe 3«ftänbe ber lutjertftben ^r« 
(^engemeinbc ju granffurt am ^ain, »on ^f. Seder, 1843. @. 23 f. 



— 60 — 

ben Saferen 1583 hi€ 1546 finben ftc^ VI. 1. 2i' 4*i 6* IX. 49. 
®fbru(It fiub »orfianben : Slnjetge ber Ctebcr unb Slbenbmale tn ber 
@t* Äat^armenfird^e auf ba^ Ätrti^crtjial^r 171V20, »ön- »eltfier auc^ 
anfangt 1744 bte 3lebe t'fl CO. 313), ferner 33etiei^ntffe berttt^ 
Teilarbeiten tjon 1745—1747, 1756 unb fe^r auefüf^rltc^ 1768 (TH. 
98— 103). ära 25* Slugujl 1745 fleffte ba^ Äa^cnamt an ba« 3»t* 
nijierium ba^ ©egefiren , man möge tf^m wöc^entüd^ bte fftnt^eitung 
ber Ätrc^enarbetten fc^rtfrtt^ jupctten CCr. 378 fO; t>teffetcf)t beafcfid^* 
ttgte eö fd^on bamaW bte @tnfü|>rung etne^ fbgenannten Äirc^enjefi» 
teW, weither aber erfi jwtfc^en 1769 unb 1775 gu ©tanbe fam, Ser 
ältere ^orfjanbene tfl t)om 9- 3uli 1775 (Vn., 104). 2)tefe Ätrd^en^ 
jettel «baren Baö^e ber ©locfncr, wdi^e fte feftfi brndten unb aitf 
Verlangen für eine Heine ®ebör in^ ^au^ brachten*, älu^er bem aU^ 
gemeinen ffir fämratfi^e Äirc^en gab eö noc^ befonberc ffir bte @t 
$eter^^ unb 2)reifQAig^fir(^e« Um einen entflonbenim €trett ju j6)ü(fy* 
ten, tt>urbe am 24* ©e^jt 1794 entfc^icben,. bte ©locfner bon ber 
93ar{ii§er ^ir(^e fo((ten feine ^irc^enjettel na<l^ @a(i^fen|iaufen , unb 
b<r ©ac^fen^äufer Ottcfner feine nad^) granffurt. ■ tragen. CJ. 777> 
Der l^ieftge Äirc^enjettel unterfd^eibct jic^ bon a^niii^tn ©nrid^tungen 
anberwärt^ baburc^, baß er, jugleid^ bie (Sefange angibt, toai Den^^ 
jienigen eine SBequemti^feit. f^^afft, tt)eld^e ©efangbud^er tuit grobem 
HOxui unb in einjetne SBogen gei^eftet beit$ien,,fo baf .(te pr ^inen 
ober wenige S3ogm tneiper bünnen 9R.(tpj:»e mitiubringeii fiaben: tt>a^ 
bagegen ben ^rebigcrn, toel^)^ ^tf (Sefänöe, »egen be^ !?)rude^ Jf^^o» 
Donnerstage SWörgenS anzugeben fiaben, fe|ir unkquem ijl* f- ^tji 
Sia^rc 1837 tourbe bcnt, itirc^engettet eine t^erbefferte unb ,!i?e,Tbottfian*^ 
bißtc Sinrid^tung gegeben (X. 158. ,200^238. 248. 398> jpeffentltii^ 
©treitigfeiten über benfelben fief>e in ber granffurter gemeinnfijigen 
ß^ronif, 53b. V. 82. 120. 157. 53b. TL 19^. ©b. VH. ^3. 51Äan mx^f 
baburd[> bcranlagt, bem Äird^enjfttcl i^^JDec. 1848 eine beranberte 
Oefialt unb no^ größere SSottfiänbigfcitju geben CM. 69. 73. 78. 92. 
95 f.). 3w9tcid^ tt)urbe berfetbe nebji bem 2l6enbmat3Serjet(^m§ in 
bem SlmtSfSocatc beS lutf^erifd^en Äird^enborpanbeS, l^iiijter: einem 
genfie?: im örbgefd^ojf? aufgedrängt, bamit S()irubcrge^eitbe ,©nfi4^t 
ba»on nefimen fönnten. Dagegen würbe bie 3umut]^ung, benfelben 
in bem ^iejigen ^nfedigenii^Slatte gu t>eröffentlid^en, wie jiei^t bon 
mefjreren 9leI(gion^gemeinben gefd^ie|ft, gur S^it nbd^ abgelelrnt, 
^anpt^a^U^ ber ©lodner wegen, bie bon bem SSerfaufe beS ffir^en* 
i^tui^ nid^t wo^I gu entbej^renbe (Sinfünfte begief^n. 



— 61 — 

10. ®ehttt. 

^terjn i»tc^ei4e jtine 6antmlime de))Ttt(!ter iStMt in b« ^eeiflratitc .M 
$ubiaer'92ini^tum^/ buY4^ ®®* unb bie 34( M Stü^t^ be^eic^et.: 

. S* 72» Pt»o{fl bie gu jieber ©oüej^öercprung, aU H^mtpum^ 
It(|Kx 3(u0brud bet reltgtofett Sm^fttibung in Sitte, Särbittejf ob 
^nffogung ober in e|»);fuT(^td)Dol(er 93en)unberung bcr^ottli^^en {)qr^ 
li^tcü, tpffeiMltc^ npti^n)enbigen ©ebete in näc^fier äSegie^ung ■ auf 
J^^ ©egen^anb ber ^rebigt ^ef»en unb, gleici^ biefer, le^enbtg bem 
(^m&t^t bed ^rcibiger^ tni^xomm, i^m ba^er an^ frei gegeben (epn 
fönten, fo ^at bod& ?)iefe^ feine eigenen ©d^wierigfeiten* jE)enn, mit 
ee .ni(^t ^lebermanne @ad^e i^, ein .@efyet gu OfFf^^tig^ny tp^tU^^ 
btefen . 5Ramen wbtent unb buydfj 3nnigfcit, SBfirbe unb ftebiegene 
Äraft beruf^igenb unb erfjcbcnb auf bie J&orer wirft , fo |)atman,Vpri 
jie^T g^rn gelungene frentbe ®cUu ft(ff angeeignet unb ktat)on bei 
ber öffentlichen ®otte^)oere{^rung ©ebrau4^ gemad^t. %\i6) xoß^lu man 
gern ^oWft;, totU^t bie »erfc^iebenartigjien religiofen ©ebürfniffe be* 
rädft^tigen unb tim mogli^ß j^oKßänbige i^ti^Uö^c äBeltanfc^auunB 
au^brüden* 3" biefe Ätrc^engebete »urben bann aud^ gürbitten für 
jStaal^ Äir^^e unb nian<j(^er|ei.3«tumflänbe, Wfitr öftere S^nbe^^ 
eintreten ntu^te, aufgenommen, I)a|>er bebijrften :.>iefe. ®ebete be? 
umji^^tigflen Srwagung, weil, wrnn ;fie b^ßtg frei . gegeben, worbe» 
tt>aren> ebenfo wie bei ben f5rc*)igt^^erten/ Unge^örigfcit, Slnjüglij^« 
Wt itt*. befg](, einjitegen f^^nten, weld^e . ttnamie|^mti4>f «te;n, na^ fi/äf 
jogen, weßfialb benn fämmtlic^e Äirt^engebite -»or^cjcffrieben würben* 
Wt>cj>' <n ,ben 3a|^ren 1817 unb 1819 würbe ben Canbibaten, bemerft, 
bAf ffe ferne felbjit>erfa§ten @?bete gebraM^ett: fottte« (K. 504^ QO^, 
604}. SWan gab befj&alb ief^mmje ©ebete für bie-SSpr/ unb 5ß<»^ 
mttü^Ut^tri^. bie 33fjjiunben, bie gTeiitag^fir^e, f^ogar für ba^, 
J6ci«|>itatupb::ba^.SBai{erj{>au« CC,.* 401.1,440. D. 466).. , 

%4;lBi: i ^on bie ältefie »genbe entl^ält ©ebete, Aber noc|. tve* 
•igfx.unb torje;: bie. nad^folgenben <nt|)alten ja^lreid^cr^ unb längere, 
J5a feit 1688 leine neue Slgenbe andgearbettet worben.;ifl/ flnb t>^tfy, 
{(^on-iWegen ber alle 50— ßO 3a|>re merflic^ »eränberten ©prac^ft 
aSeranberungeii in t>0n ©ebeten »orgenommen werbw muffm^fo wure 
ben ben neu /aufgefegten granf furter ®efangbö(|^ejrn in ben 3pfren 
1690/ 1731>! 1789 unb 1824 aud^ neue fiirc|>engebete beigefügt unti 
eingcfi{>rt OS., 784 f. J. 496. 603. K. 358. VH. 7ö3- -r 3n bem ^anb^ 
büc^lein joom 1599 (% 183 beftnbet fic^ eine ©ebetfammtung befon^ 
kfv« für ben ^äu^li^en ©ebraucf». unter bem 3;ttel; Sluöerlefene c^rifl' 
1U^: unb «nbid^^tige. ©ebtte m^ tinti {eben (ilfxifttn ^^anb, %^^; 



— 62 — 

unb SBefcH; um aUtxUi iw»trtbig/t, gti^Itc^e unb ^tmmUfc^e ber 
Bttitn, mit cax(fy äu^erltc^e; itiüicfyt unb trbtf^ bc^ 6etbe^ @nabeit 
unb ®abftt ju bttteit, aud bewdl^rten Setbfic^em ö^ttfeliger, reiner 
Selber 8(ugöb» ungeinbetter 6onfcf|ion gejogen, ju tfiglttl^em ® ebraud^e 
geflettt unb in rtt^Hge Orbnung gebrad^t — 3m Safrre 1619 würbe 
tin «uf bte 3eitttmjiänbe begfigltc^ed ®ebet in ben ©t^^ulfn unb ber 
9h'ttn)0(|»^fir(l^e, aU am bamaligen w6<l^entlt4^en Sfttage CS* 65) 
efngefuffrt CA. 2> — «te 1670 ber «ud^f^anWer SBalt^er xoin^^tt, 
man möge ein ©ebetbucf; fammeln^ mi^ti er bruden taffen tooUtt, 
unb im folgenben 3a{^re ber SBuc^f^änbler 3w»wer ebenbaöfelbe 8e* 
getreu fleßte, würbe Seibe^ no^ »erfii^oben CB. 13. 15. 113. 116).— 
jDen ^riöat^Oefangbfid^em ftnb meip ©ebete für bäi ^inMxi^cn ®e-^ 
brauch beigefügt. 

$. 74. 3n^befonbere würben eigene ®ebete fßr bie au ßeror^ 
bentlit^en gefltage t>on ben Senioren entworfen unb mit ben er» 
wäj^lten Herten unb ©efängen bem Statte jur ©enepmigun^ tJorge* 
legt. Solche jittb »or^anben auf ben fiarfreitag CVn. 25), bö^ ßrnte«^ 
fefi C®@* 9—16. 35. vn. 45—57), ben »ußtag C®©- 7), ba^ 
3ubelfefi 1617 C®@* D, baö 8leHgion«*grieben^fep 1755 CVn.42), 
bie aSiebereröj^ung ber ®t. Sflifolaifirt^e 1721 C®@- 17. vn. 22), 
für geji^ t>«^ beutfc^e Slei^ unb bie Vorfälle in ber faiferlic^en ga* 
mtlie betreffenb C®®- 3—6. 19—22. 46—58. VIL 43), für ba« 
gtiebeh^fefi 1715 C®®- 59. vn/44), für ©anffepe wegen «ufj^«^ 
ren« ber ^ejl C®@- 12. 8. 87). 

S. 75. «tt We aCgemeinen ®eUtt f^ieflen jid^ bie gfirbitttit 
an, wet^e t]^eil^,*wie fil^on bemerft, in bie ®ebete eingefd^altet, 
t^ii fel^ftänbig waren unb ndd^ ben Umfiinben dfter t^ränbert 
^ber aud^ gan^ unterlaffen würben. 9tegelmS^ige gurbitten gefl|a^ 
^m ffir ftranfe, an Srauung^tagen för bie Brautleute, @amßag4^ 
ffiv bie ®ei(|(enben O'e^t @onntag^ für bie ba^ Slbenbmal ®en{e§en^ 
beft), ferner für bon Äatfer, beffen gamiJie unb baig SReid^, wiibef 
ben- Störten unb um '^rieben, fowie auf Statf^et^erorbnung bom 7. 
jDec. 1652^> ermuert am 20. ^an. l^ßd, bei bem wirflicfKH anfange 
be^ 9tei^^tage6 JU Stegendburg, bie prbitte ffir benfelben C^er^^ 
n. 2, 19. 20), enbli(^ görbitten ffir ba« S^of^L 'unferer SSaterfiabt. 
e^on {uatnfang be^ 17. 3af^r^unbfrtd, am ftöf^jien im a^ril 1624 
angemerft CA. 43), beftanb eine '^üxfbitu f& bie Stat^A'», Sdrger* 
mdfkrwafrt unb wedf^felnbe Slemterbefe^ung, f^aite obev. offenbar mefn; 
bCe^rffore, ai6 bie anbem im äluge, ffir weldj^bk Ku^bröde fibrf 
gefofi^it, fogar Mfle^b waren (®®. 88'--4ia^^ O^teid^-nmi 



— 63 — 

2)Kfe^ balb fügten mu^u, »itrbe todf^ erft am 6* See* 1737 tm 
tignti ®tUt f&x tte SftrgmnetflmDa^t unb neue Stemterbefe^ung 
S)oti bem 9tatfie gtne^migl (G. 633. <£^ ^f^ ber auf ber @tabtbtMiot^ef 
beftnblid^eti Sfgetibe t)^» 1688 angebunben, aufrrbem aber^ tme e^ 
fd^'nt, ni4it me^r loor^anben; mniQ^mi toixt aüi&^xlid) wt bet 
Sfirgennctfiero'SSSaf^I ))on bet @tabt^(San}(e^ ben ^rebtgern fett um 
benflk^ 3^ VDteber ba^ olte^ ttn)>af[enbe jum beriefen auf ber 
Sottjet einge^dttbtgt -*- 1670 tt)urbe an ben üt bet ^ürbttte fär ben 
ateü^^tag eulfiaUetten Su^br&den: //gänjli^e Benrättung be^ Dtetd^^//^ 
juefirfod^ ^ $(nfh>^ genommen. @te maten aber t)on ben @(^clar(^en 
genebmtgt worben (B. 61 fO* — ©ne längere unb förjere gurbitte 
ttti 3a|fre I7i<a für bte ann^efrnbe fatferiid^ (Sommtffton j^atte tin 
ttQ^tM &^ii^ai, t0ti6)t6 S« 96. berietet n^erben foK« 9la^ ^nbii^ 
gung btefer Q^ommtffton pixtt bte ^ürbUte auf unb ti folgte am 
20v 8^)ttX I7a2 eine SDanffagung (F, 809fO- — ®ne merftourbtge 
prbittr im ftranfenjettel gef^f^ am 29et>na(b^^fe|}e 1687 unb no^ 
einige aSal nad^l^er für eine ^erfon, mlä)t auf einem bem @enior 
tu. ba^^|)^tii^ gdegten, Bettel ^t^müidf verlangt ^atU: ju Utttn für 
me.f^erfony fo* nur (Sott befannt fep (wel^e fuj^ aber f))dter bodj^ 
jtt'eflennen gab); bte/ in grobe Sd^anbe unb Safier geratj^en^ nad^ 
0otM@nabe.t)(rIangeCC. 430«482)* gerner ftnb ga crtpä^nen. gür^F 
WttJcaffir/ÜRifletjfcäter bor i^rer |)inri^tung (VH. 40), fowie für bfe 
Arbeiter bei bem abbrud^e' ber aarffi|er «treffe C®®. 4ö* J. 461. 
466. VI. 70). J)ie übrigen flemern felbflfianbtgen ©ebete betrafen ba^ 
«rieg^glürf (D. 11^. 115. E. 37. 61. 235. K. 331); ben gricben, bie 
abwenbung ber ^}5cfl C®©- 36. 60. E. 198. 217. F. 147), bon ©eueren 
(®®. .32^ vn. saga)/ ®efa^n (VIL 27), ®affer^not{> CH. 883 f. 
Vnii3^),. Äaltr C0©. 33. 34), um gün^ige SBitterung C®@* ^* 
24ir^B% YIL20). SttJben (enteren %amen^ bt^ eoniiflorium^ jet^ 
gema^cvSBcr&nbentn^n '{urjer |)anb t^orne^en ju bürfen, n)urbe 
baö 9Httti^?ium4m.3uiit 1758 «aima^itigt (IL 105. VL 52. YD. 18).— 
2>ie tteuefbe<:gürbitit ;)Kkn dxJ^Mi^t gefc^f^ im ©ommer 1848 für 
bifi.beutf^e %äd^a(^erfamm(ung (M. 99). 

'* 76. agejj^tt ber m ber fratägigen 3»orgenfir<|ie, aW an bem 
md(|^entli4^n 93ettage, gefangenen, boc^ f(i^oii9h>b. 1648 ini mancl^en 
ICird^en nu^ t>«irgdefenen Siit an ey CA. 255) mürbe am I7«.3ttm 1661 
fto gutgei^ten, btefelbe atö @ebet borjulefen, mett wegen ailin lan* 
ger; £)auei; bed ®e{angi$ berfelben toiele ®ärtner uiib Sderleute ft(f» 
«M^ttx.itig^ megbi^aben. !hn 22« 2)ec. 1659, oi^ ba^ ^ini^Pf 
rnim.Mwfibo rai^fom ^itit, bte Siteney t^ ben f ut^en SCogcn oitf bei? 



— 64 — 

üarqü. iVL jittm, in b;n langen oier; fie xoitUv ftngen: ju (äffen, 
touxU ber äSunfc^ taut; btefelbe möge ba^ ganje 3a^r, burd^ nur 
gebetet unb mit beut ©tra^htrget Sln^ang^gebet ober .mit bem fSaitt 
iinfct gef<^Ioffcn wearbenv 3»t gebt* 1660 tDurbe benimmt;." bog in 
biefer aSBeife fortgefa^^ren »erben foHe (A. 345. Ser^ner n...2v 19* 20). 
9lad^bem.l720 Ct>ergL §S» 65* 84.93) noc^mal^ bdi^evi t^rftanbeft 
n>erbett toax, tvurbe enblt(^ am 18. 9{ot>. 1732 t)öni bem 9tatf^e )^er^ 
orbnei; ba^ bte Sttane^ tioegen attjulanger S)auer nti^t mef^r gefun^ 
gen/fonbem nur gebetet »erben foffe {T. 843. VL 143)* @ie würbe 
in erneuerter ©eflatt ber Sammlung t)on ißtrc^engebeten 1826, &. 
29; jum ©ebraud^e für ben. Su^tag eingereiht. . - . .; ;.i >, 

§. 77. ©^Heßli^ geboren noc^ einige gefc^riebene unb igebrurfte 
®ebete unb SBerfunbigungen f^ierf^er, fo tote bie®ebete tx^^imb nad^ ber 
«atj^öft^uttg CVL 21. VIL 27. 28. 39. 41^. Cer^tter H. 2, 21). %ixt ben 
e»angelifd^en X^til ber f^iejtgen (Samifon finbet jtc^ in beri Siegt jiro^ 
lur be^ ^rebtger:^^inifierium^ folgenbed ©ebetbuc^: jDe«< anbod^ttg 
beienbe ©olbat u. f. »>. jum ®ebrau(^e ber granlfurter. ©ötbaten, 
auf ©efefir unb Äopen (5. ^oc^ebeln unb ^od^eifen SKagi^ra^ b«r 
€tabt granffurt jum ©rud beforbert. 53ei S38o% %tfHan a»ul$e«. 
Drudt^ ©altj^afar Die^I, 1736. Der SSerf affer i\i,toüyx\^nnU^^ Uv 
bamatige getb^rebiger^ am 25. 3um 1736 }um erßen f^farrer^^ 
®utleuten ernannte^ aber fc^n im Slugufl na0 JBoname^ . t^rfe^tr/ 
naclpertge ©töbtpfaraier ©ucfelin CF. 1046 f. 1X)&L> .:■<. - ,; : 

• • ' \ ■ ' • ■ '^' • * ■ ' . c^ . j » . ; %jr. ' t . ^ • , ; / • j . / . 

-S. 78« jDie Steformotion fanb fefir wenig tieutfd^e ifftVd^dtgefSii^^ 
x>er. Dafier war e^vßut^cr^ «nb , feiner. Oel^fen» 33entff>CÄ>:t|^HW 
tuiü$ U^bevfe^ung ober Ueberarbeitung älterer Uoteinifc^l^r Sthtfyti^ 
geffinge /tf^eild burc^ eigene 2)i(^tungen^tefem iB«bärftitffe abju^elfen. 
iut^M Bnchiridlbii ^<^anbbud^(ein)> weld^e^ I624:;ju äBittenberg ge« 
bfudt erfc^^ien^ entfiiielt erfl 8 Sieben Sn^befenbere innäi|te et .^^ 
für bte iDon i^m eingeführte beutftf^e.ÜReffe;. jumrör^aijr bÄ^.toteini« 
f(^en3Reßgef finge,. beutfi^e gu fe^en, j. SB. für bo^.Creckw^ali^Cieb: 
SBir glauben W an einen ®ott; ^rrbo^. Sanotm^^ S^äiUr bem 
|}ro)>^eten, ba^ ^^^(fyoJ^l für ba^ Agnus. £)(eh.:£):^Samnt®otte^.-Cfi'0(|i 
11.42. 123. 124). jDa c^ aber langt baueii^te^.biia eigeittIi(^e^Q7c(^etti> 
gefangbüc^er ^rfd^ienen unb allgemeine Verbreitung fanben^fo mufte 
man ^ auf wenige Siebet bef^änfen, mtU^üiit (gcnteinbe ; aai^ 
wenb4g wu$£f. dß gab jwor otdtlälig immerume^ SUtifytolid^, 



— , 66 — 

abtx bte mriflrn wutitn blof tn ben «Käufern unb auf bm ©trafen 
^efungeiu Oft würben fte bur^ reifenbe ^anbwerf^gefctten brrbreif 
ttt. 2)rr beräumte 9ltt ©elneccer gibt kt feinen ^xi^ü^tn ^fat 
men öom 3a{>re 1687 nur »entge Steber an, bte ju feiner 3eit tn 
ber Ätrc^e ju M^pix^ im ®ebrau^ waren, gör jieben ©onntag war 
ein JCirdf^enlieb t)oraud bejeici^net unb jwar fo, baf oft eben ba^felbe 
für meiere Sonntage feflgefe^t war, 3n gteiii^er SBeife mag e^ 
avi<fy ^ier gef(^e^en fe^n, wo mah ftd^ lange 3«t mit frcmben ®efang* 
biUf^ern be^alf, Sluc^ in SSurtemberg, wo man fd^on 1539 unb 1541 
®efangbfi4ier ^attt CSBacfemagel 752, 757, 773), bebiente man ^<fy 
bennod^ }iemli(l^ allgemein be^ großen ^irc^engefangbud^^, wel^e^ 
mit einer SSorrebe STOart, Sufter^ (Buceri) 1560 ju ©tra^urg er* 
erfreuen war, ii^ in ba^ 3a^r 1583, wo bie (utfierifd^e @(auben^« 
tid^^tung unter ^erjog Cubwig bem growimen, »orjöglid^) bur^ beffen 
©otte^gele^rten 3ac, änbreä \iify entfd^ieben {>atte, unb nun ba^ 
erfie SSSürtemberger ©efangbuc^ erfc^ien (Äoc^ 1. 107. 109, HO), So- 
gar no(^ in f^>äterer 3rit melbet ber ^iejtge Senior Dr. 3, 2)an, 
Jlrculariu^ (1686—1710) in ber SSorrebe a« ßrflger^ praxis pie- 
tatis melica, b, ^, mujtfalifc^er anbad^töübung Ct>ergt, J. 87), e^ ^ät* 
ten JU feiner 3«'t angefefiene, fonberiid^ graue ^äu^)ter, anfangt mit 
Ungebulb jugef^ört, wenn ba^ Sieb: 3efu, meine greube (1653 t>on 
3^^*5ranf, Sfirgermeijier juöuben in ber Cauftft, au^ einem welt^ 
Hd^en Ciebe umgebid^tet) in Jffenttid^er ©emeinbe gefungen würbe, 
benn pe i^atten e« in t^rer 3«g«tb nid^t gefrört, fanben (id^ alfo be** 
fc^wert, fold^eö im Sllter ju lernen, 9la(|fbem eö aber bie gange 
©emeinbe balb unb freubig gelernt, fd&wiegen fte nic^t nur flitt, fon* 
bem fiberwanben pd^ aud^, burd^ tfjre Griffen ju fe^en, wa^ an 
fold^en Stebern fo (iebtid^ unb trofKid^ w&re, unb lernten balb burd^ 
flfeifige Uebung, wa^ i^nen jut)or unmöglich f<^i«t, unb tim btefe 
würben ^ernac^ bte Sifngfien nad^ folc^em Xxo^t, ba fte beffen Sfi§ig- 
leit ein SKal in bem ®runbe if>rer©eele gef oflet fiatten (ff od^ n. 240 f,). 
§, 79, am frü^ejlen unb attgemeinfien au^wenbig gelonnt (noc^ 
bt^ tn t>iel f^)ätere 3eiten barf man bie allgemeine gertigf eit im ?efen 
nid^t tDorau^fe^en) waren bie liturgtfc^en Äird^enlieber, welche, 
bei ber öffentlichen ®otte^bere^rung filr beflimmte JCage, 3«ten, ®e# 
legen^eiten ober bei SSerwattung ber Sacramente öorgefd^eben, regel» 
vxa^iß gefungen würben unb i^rem SQSefen nad^ bogmattfd[^e 3e^ 
fenntnißlieber waren. So würbe bei ber gewö|>nlid[>ett ®otte^*^ 
»ere^rung gebräuc^Hc^r 1) Äomm, $i, ®eifl erfüH*, öon SRobert, Äö* 
nig wn granfretd^ (f 1031) unb »on Sut^er überarbeitet; 2> 3efata, 

5 



— 66 — 

bem^j^frt, ba^ Q^^ä^a^r ^tne ©earbritung be^ alten Sanctus butc^ 
Cot Jet; t) SBiix glauben %tP an ©nen (Sott, eine Ueberarbettüng 
bfd aften Patrem crediraus ober 9ltcätttfd^ett' ®laubeii0befennmiffe« 
bnrtj. Cutter; 4) 9lun bitten »iv ben f>. ®eijl, an^ bem 13* 3a^ 
l^ttttbert, überarbeitet »on Cutter; 5) ®ie^ finb bie J* 10 ®ebof, 
ober in einer fürjern gorm: 9Wenf(|), tbitt^ bu: leben feliglid^, öon 
int^et; 6) Sdter unfer im 4)immelreic|>, 3pon ebenbenifelben; n^vax 
freut eucf^, liebe Cfiriflgemein', ba^ erjle geifHid^^e ?ieb ganj t)on Öu^ 
i^n; 8)6^ iji ba^ ^eil unö fommen fier, toon ^aul ©iperatu^ 1528; 
9). i)en: 3eftt ßj^rtji, Dic^ ju un^ noenb', »on SQ8il|ieIm n., ^erjbg 
jtt'fSo^fen^SBeimar, jur S^it be^ . 30j[ä{>rigen ffricge gebid^t^t; 10) 
8tfbp!et. 3efu/ tt>ix ftnb yicx, »on Xobia^ SlauÄni^er 1671. ©eibe 
le^c, famntt M 4, ttjurben fap fiänbig aW Sanjellieber, wenn 
ber ^rebtger fc^on auf ber Mangel roat unb ben Singang beenbtgt 
fiatte^.gebräuci^ltijj) (Äo^n. 243. — 2lm Sarfreitage murbc gefungeiit 
O iamm .©otte^, baö alte Agnus Dei/ überarbeitet öon 3flif. 2)edu< 
1522 ober 1528; auf Ofietn: gf^rift ip erfianben, ober: (£^xi^ tag 
in J^obe^banben,. aud bem 13. 3ajrjunbert, »on ?utjer überarbeitet; 
auf^ftngflm: 2iun bitten reit ben j. Oeiji fftejc obenD- «n Su^^ 
ict^n farig man bie ^itane^. 93d ber SCaufe nourbe Sutjer^* 8ieb: 
ßjrifj; unfer. ^err, jum 3orban fam; bei bein Slbenbmale: DSamm 
®ottef CP^e oben), ober f^5ater:.®^müdEe btdfj, o liebe 6eele, ton 
3oJ»! gr(Wjt'i649, angewenbet. 93et brof^enber «rieg^* ober 9leK* 
gion^gef a|Mr^ maren gebräud^lid^; äkrletj un^ grtcben gndbigli4i, oud 
bem 6. 3a|frl^nbert »on $abfl Oregot bem ®r05§en, überarbeitet 
\)on;?.utJer, unb; Qx^aW nni, ^xx, Ui bmem Sort, t>on Sutf^er; 
S3eib? tt?urbett aui^ bei bem fogenannten Stürfengetäute gum ©ingen 
obe^ S3eten im. C>öufe mvWm C§. 57. «nnu). (gnblic^ »urbm aW 
Seflf wb 3wteUieber gefungen: «ahn ®ott in ber ^o^' fe^ gj^r^ 
ba^ alte Gloria, überarbeitet K^n.yiil 2)eciu^ 1529/ unb: |)err ®ott^' 
b|d^. loben; »ir (TJf dfvm), wi bem 4. ober 6: 3a|>r{^ttnbeT:t, fiber^ 
arbeitet bOR 8utber* gBäiWfenb be« $:urtenWfgf 1663 burfte ba^ 
l^fttfre tti^t gefiojgm werben; bagegen würbe c^ nad^ gef(|^tofFenem 
griebeu auf ?}jtngjien 1664 tbieber gu fingen berorbnet CA. 3jr6). — 
ein, bogmattfc^e« SBefenntnißlieb, weniger an tirtf ^efHmmte 3eit ge«^ 
bvnben, mar: 2)ur^ «bamd galt ijl ganj bevberbt menfc^li^ 5R-aöii? 
uubSBefen, b^n Cajar. ©pengler guiRüniberg, 1624 CÄoc^n. 67}. 
S. 00, X>it Kgcnbfu t>on 1644 unb 1688 befKmmten, baf gum 
anfange bef giceitagöftr^e bie Weber: ^err ®ott, ber bu erfor^eft 
imfl^ unb: Sdter unfer im ^mmelrei^^^ imn Schlaffe ober: BextO^ 



— 67 — 

tmÄ griebfti gitibigltc^, gejungen »erben fottten. 3n brc ^f^i^ 
ober ettter anbrni Sefijett möge man fic^ na* ber 3rit xH^ttn. Äürf* 
ftc^tlfc^ ber erjiem erWätte man fic^ am 6. 3an. 1729 befktmmt für 
ben iSJefang anbetet Steber, We me^r paßten CF. 639)- ©et ber SJctr 
^nblnng über eine neue 9in^gabe be^ ^teftgen ©efangbud^d am 5. 
3tt(t 1693 ifl befKmmt; ba§ jut Slbwoec^felung bt^writen an^ ba^ 
Web: ßtebjlet ^\n, tciv finb ^ter, CaW Gtanaenicb) in ber »arföfer 
fttrd^e gefangen, ;beßpalb aber Irine^weg^ ba^ gewöf^nltci^e 3»tfc^tm 
Heb: 9lun bitten toir ben ^. ©etfl, ganj abgef^ajft ttjerben fotte CD. 86)* 
gfjtere^ war auä^ fo tpenig ber gatt, bag noc^ burd^ SRatl^^fc^luf 
wm 4* Jl})ril 1775 »etfögt werben mußte, ba^ flatt be^ gewöf^nlic^en 
3wif^engefattg^: Wun bitten wir ben ^* ®ei^, tin anbere^ fürjere* 
Sieb gefungen werben fotte CJ. 149)* 3m 9lot). 1774 unb 1776 er* 
laubte baö @onft{iorium, baß jur Slbffirjung unb jugleic^ Slbwecf^fe* 
lung fkatt ber ?icber: aSater unfer im |)innnelreicl^ , unb: @ott, un^ 
fcr Sater ber bu bifl, weld^e am ©^tujfe gefungen gu werben pfleg»^ 
ten, ccutfy anbere fd^idlit^e Sieber gefungen werben fßnnten (J. 139» 
182). 3m 2)ec. 1780 gemattete baö Sonfifiorium, baß bei bem Slbenb^ 
male an^ ein anbere^ Sieb, aU: ©(|>mücfe bid^, o liebe ©eele, an* 
gewenbet werben bürfe CJ. 274). 3Ran erfennt mü) ^n, wie ficttr 
man an bem ^ergebra^^ten |»ing, unb wie lange e^ bauerte, ^iU 
man ^ü) nur etwa^ freier bewegen lonnte. 

%. 81. granifurter 2)ic|>tet einjelner in bie ©efangbud^et 
onfgenommener Äird^ehÖeber waren 1) 3of>ann ©d^neefing CSfjio* 
mttfo^3, ein geborner granf fürtet, Pfarrer gu griemar bei ®ot{>a, 
+ 1657. (gr bi(^tete 1541 ta^ Sieb: HCein ju bit, ^err 3efu d^vi^ 
CÄO(^ I. 74. 85. n. 224. SBademaget No. 260); 2) äbam 3leißner, 
waf>rf(^einlt(^ ein geborner SQBürtemberger, ef^emaliger Oel^eimfi^rei* 
ber beö berühmten gelb|>au^>traann^, ®eorg t>Ott grciinb^berg, unb 
^fmeifler wn beffen ©öj^nen, welcher fid^) aU Slec^t^getejjtter na^ 
gronffitrt jurädgejogen |»atte unb ba 1563 fiarb. dv bid^tete unter 
anbern 1547 baö Sieb: 3n bic^ |iab' i4> gef^offet, ,&err Cfiod^I. 74. 
n. 200. SBadtemagel No. 286—289); 3) Dr. 3oj. 3ac. ©c^fift, 
»e^t^gelel^rter ballier, greunb ©ipener^ Cfie^e Aber i^n «nb feine 
gamilie IX. 123^ D. 170. 201 f. 320. 322. 325 ff. 356. 362), bi^itete 

bo« Slfb: «e9 Sob unb d^x' bemj^o^cn ®nt, wei^t^ 1763, gu* 
erjl offne ben 5»amen be^ Setfaffer^, rtfd^ien unb Anfangt bem ^ugo 
©rotfu^ jugefd^rieben würbe CÄöc? I. 204! DT. 303;' 4) ^o^. J^iebt. 
Ötarf, geb. 1680 ju |)iIbe«|ieimV Pfarrer «nb- (S?nftporiau9latf> 
basier, geftorben 17. 3ttK 1766 Cfttfie über i^n IX. l^X), war ber 

5* 



— 68 — 

fßnfa^tx wn 939 Ctebetn, wot)on lOi in feinem 1728 erfd^^tenenen 
fftäfßi^m ^anbbud^e in guten unb böfen 2:a8en/^ Client bei Sronncr 
in tn 23* Tcd^tmäf ißen Slu^gabe) ji4> befinben (Äoc^ I. 390)* Ueber 
bo^ t>on i^m herausgegebene Oefangbudj^ fiepe §• 87* ®r ijl bct 
aSerfajfer beö Siebet No. 665 in unferm jie^igen ©efangbuc^e: Sömp 
^mmf meinem ^fabe u- f» w* 5) Dr. 3o|>* ^ebr* »on iWe^cr, 
€#öff nnb ©^nbifuS baffier, geb* 12* @ept 1772, gefiorben 28* 
3an. 1849* dx iji ber SBerfaffer beS Siebee No. 667 in unferm J[e|i» 
gen ©efangbttc^e: ^ilger finb wir, unb ber Ueberarbeiter beS ÄIop* 
ftedifc^en Siebet No. 375: Sffiarum foCte i^ ni^t erben u. f. v^. 
6) Dr. 3o{^* Sj>rifh)!pp ®pte^, Pfarrer unb ßonjtfioriaI»:3latp ber 
liiefigen beutf(f^ reformirten Oemeinbe, geb. 26. 2lug. 1771, gefior* 
ben 30. @e^>t 1829, bic^tete bie beiben ßonftrraattonSIieber No. 308i 
Wt f^eirger greube, unb No. 317: ®ott unb SSater, unb überar^ 
beitete.bäS SonftrmationSlieb No.3i3: aSater, groß unb gut unb ttjctfej 
7)Slemigiuo grefeniuS, Pfarrer ber ffiefigen lutjierifd^en Oemeinbe, 
geb. 22. £5ct. 1777, geworben 16. 3uni 1820, bid^tete baS 8ieb 
No. 272: tffiritä^ pimmlifd^» Sic^t tji'S— . ©nige anbere ?ieberbi(|ter 
unferS fe^igen iOefangbud^S paben ftd^ niä)t genannt 

S. 82* SerSner bemerft 01.2, 16): 8lm 10. aÄärg 1569 mrb 
berti Sof^ann SBSoIf erlaubt, baS Ätrd^engefangbuc^^ bturfen gu laffen. 
Sffiintcr f etb (1. 322) *) fagt: ©reitpjeitig mit ber ©tragburger ©amm* 
tong geipd^er ^falmen **) unb ?ieber erfc^ien gu gtanffurt 1569 
bei 3ölp. SSBoIf bie, fo weit meine gorfd^ung reicht, an ©efängcii 
uub ÜWelobien (»erpältnigmdgig ju einanber) reid^fle geifitid^e ?iebcr^ 
fammlung beS 16. S^pr^unberte c®0(^ 1.119. jä^flt 200 STOelobien), 
©ie war mit faiferlid^er greipeit auf 6 3a{>re »erfepen unb fffl^tt 
ben SCitet : Jlird^engefäng auS bem SBittenbergifd^en unb allen anbern. 
benbefien ®efangbüd^ern, fo ii^ an^tx ^in unb wieber auögangen, 
coHtgiTt? unb gefammelt, in eine feine, rid^tige unb gute Orbnung. 
gebrodf^t unb aufS ffei^gfte unb nad^ ben bejien ©remplaren corrt 
girt unb gebeffert, .^nemlid^ ben ^fari^erren> @(^utmei|lern unb 
Cantonbuö, fo |td|, mit i|iren Äird^en ju ber d^rifUid^en augSburgi« 
fd^en Sonfeffion be&nnen unb ici benfetben ben Spor mitft»r 



*) ©er eiMingettfc^e Äfafi^engefcng unb fein 8erW!tnip giir Stmfi be« Z^n^, 
fat^«/ bargeMt «>on Statt »ott iSSBinterfelb, ttipii^, L üt^tU 1843, IL^ 
X^ea 1^5, m. Zffdl 1847; fo#en gufammen ff. 82. 48 h. — $erg(.| 
ottc^ fa biefen unb ben folgenben äCttgobea: (L g. 8etfer^ bie Z^nmii^^ 
be« 16^» ttßi i?. 3Wrtttnbert«; ^ei^gig/ 1847. "- 

**)"©fii Stk^enti^ftn »utben (clitflg H^ 9fifalmtn gu dmnbe geleöt. ^ 



— . 69 — 

gen, tcgteren unb »erforgen mfiffm, ju jDtenft unb jum Sfflfttj 
Surgmnetficm unb 9latf> gewtbmct. Die ausgäbe toon 1570 (iBarm^rf 
fiäbter Sbibiwt^tÜ tni^&lt in bnr ä?orrebc bte Semerfungen, ba§ ba^ 
®efaiigbu(|f in einer größeren (1569) unb jie^t auc^ Keineren ©ejlaft 
erf^ienen fep; in ber leiteten ^aU man bte ©raMteber weglöffen 
mäffen. S^ fep übrigen^ m'c^t für Sine ober jwei Sanbe^^errfc^af^ 
ten, fonbern für bte allgemeine et)angelifd^e Ätrd^^e einge*' 
rid^tet» 2)ie ÜRelobien jtnb einjKramig ben ^am^Ötebem öorangefe^t 

i. 83. äW iwtii^^ ^auj)tgefangbud^ , »eld^e^ ^ier erfd^ien, 
gibt ®interfelb an: Itirc^engefänge, fo bei ber ^rebigt be6 gMU^m 
ffiorte^ unb älu^fpenbung be^ ^. ©acrament^ in ben Äirc^en Wug^^ 
burgif^er Sonfeffton gebraucht ttjerben, aud bem SQäittenbergtfc^en unb 
anberij ben bepen ®efangbü(f^ern gefammelt, in eine rid^tige, gute 
Orbnung gebrad^t unb jum fleißigflen corrigirt unb gebeffert burci^ 
ben »ol^tgelaffrten ^errn M. (gud^arium Bi« fei gen, ^farr|>errn 
iu Sangen, fürnemKti^ ben fitrd^en^ unb ©c^ulbienern, fo ji(!^ mit 
il^ren Äirc^en jur gemelten ßonfeffion belennen unb bti benfelben 
5Dorfingen muffen, ju 2)tenfl unb gum ©eflen; gebruÄt ju granffurt 
om 3Wain, in aSerIcgung ©iegm. geperabenb^ 1584- Da e6, wie 
ba^ öorige, für bie attgcmeine eöangetifd^e Ätrd^e eingerichtet war^ 
fo ifi niö)t ju t>ern>unbem, bag e^ jur (Sm^fefflung im ö^Iid^en 
©eutfdjilanb bem dlat^t ju S3re^Iau gewibmet würbe. 3n biefem 
®efangbud^e ifl auf ba^ Sffiürtemberger öon 1583 SRürfftc^t genom*« 
men. Die beiben Oefangbüd^er öon 1569 unb 1584 ftnb nit^t me^r 
JKer öorj^anbem— 1589 erfd^ien ju granffurt (ungewiß, ob an bem 
2»ain ober an ber Ober) in 12%* % SRauwe, Dr. SWartin ?ut]^er^ 
©efangbuc^ mit 4 Stimmen componirt Oedfer, fte|>e S* 82. SlnmO* 

§. 84. Dieagenben t)on 1589, 1599, 1644 unb 1688 fagen: 
SBBir ^>flegen bie Äird^engefÄnge in unfern Äird^en beutfc^ ju (tngen, 
wie anä) bie anbern Remter mit 3Sortefen unb ®eiH in beutfd&er 
©iprad^e loerri^^tet werben. Unb wirb fonberK(|> barauf Sld^^tung ge* 
^ait, baß fein ©efang in ber Äirc^e gefungen werbe, er fe^ benn 
d^rifilid^ unb in ber ^. Schrift gegrfinbet unb »on einem alten reinen 
Ce^rer ber Slugeburgift^en fionfeffion, ate ?ut^.ern unb anbern, ge^ 
fiettt. STOan fleißtgt jtc^ aud^, baf ftd^ bie ©efänge nad^ ber Öef^rc 
unb Seitorbnung rid^ten, aU auf ben S^rifitag unb ba^ nac^folgenbc 
geft: »on ber ®cburt Sfirijii u. f. w., bamit bie Äird^e bie nöt^i* 
gen ©tüdte ber d^rifHid^en SReligion beibe mit ^rebigt unb ©ingen 
wol^I erinnert werbe, aifo ^dft man e^ aud^ (1644 unb 1688: jur 
3t%t ber ?5affton, wie aud^) bd ber 1^* JCaufe unb (Jommunton. (1589: 



— 70 — 

tf$fli<^ wir») aUt Wmoti^ md) sotKenfceter f rebtgt tie Sttotte^ ööu 
ben ®^ülfrn gcfungcn). 

$♦ 85» 3tt ^em §• 18. nwa^nun ^ant)hü6)lcin iDon ,159^ 
t^, laut aSorrefte/ ein 3lu^gug üon 98 &ix^mlitUxn an^ bm 1584 
baf>ier t>on 3tnfcjgen {herausgegebenen unb fettbem gebrauc^Itd^en ©e^ 
fangbu^e entl^aften mit ber 2luffc()rtft: ©eiflretcl^e unb lieblidj^e ®e* 
fange Dr. 9Äartin Cutj^erS unb anberer mef^r getreuer unb red^t etxm*« 
gelif^er Se^rer, wie fie in ben reinen uub «jal^ren latj^oltfc^en. Cb* t. 
attgentein 4>rtfHid)en) Äiri^en ju granffuvt am ?Wain unb an^ 
ber^wo auf ©onn^ unb SQSerftag^ gffungen unb meieren XfyciH bei 
bem taglid^n ©otteebienfl follen geübt werben. 3n ber 35orrebe )« 
btcfen fiebern ifl bewerft, bag. bei jiebem ©efange ber 9iame be^ 
äJerfaffere angegeben, fev, unb baß etliche ©efänge me^r ale din 
5Kat, etticj^e nuT 6(tt SWal. unb etliche gar nid^t mit Briden t>et* 
fejien fepen. jB3o gar ntd^t, jeige eS an, bag foI<|>er ©efang ni^t 
in ber Äird;e, fonbern an anbern Orten gebräuc^Itcf) fe^ ju fingen; 
tt)0 nur @tn 3KaI ju 2lnfange, baf ein fold^er ^falm auf din 9Wal; 
n)0 enbltd^ me(»rmaIS; mit ben bejeid^neten Unterbred^ungen gefungen 
werben foUe wegen ber Äirc^enmuftf unb beS biefelbe begleitenbc» 
Drgelf^JielS* 

S. 86. ^}5rit)at:^®efangbüd^er erfd^ienen im 16. ^a^x^vmtnt txu^ 
j^ier; 1} 2)er ^PfaUer in neue ©efangweife unb ffinjilid^e JRetme gö« 
brad^t burd(^ ©urfarbum SB a Ibis. 3Jlit jeber ^fafmen befonberft 
9Rel0bten unb Jürgen ©ummarien; ju granffurt bei S|>rifttan Sgci» 
nolp^, 1553; ißorrebe untergeid^net: äbterobe, am festen gebr. 155^ 
CÄonigi. 93ibtiot^Äf ju »ertin; fie^e SBadernagel 7773, 2) ©a^tti;^ 
^aviiXß füiittx* unb SJerglieblein , d^rifilid^, moraliter unb fittlid^ t)er* 
änbert, baipit bie böfe, ärgerlid^e SQSeife, unnu$e unb fd^anbbarc 
Cieblein auf ben ©äffen, gelbe, |)äufenr unb anberSwo gu fingen> 
mit J>er 3«* abgej^n motzte, wenn man d^rifHid^e, gute, nöfte Jette 
unb SPJorte l^aben fönnte, burd^ ^errn ^einridj^ ÄnaupCen), ber 
aied^te . Doctor unb faiferlic^ gefronten ^oeten u. f.w. granff. a.aR* 
bei <Jf>rifKdn SgenolpfiS grben 1571; SSorrebe untergeid^net: ^furt 
am ©t. Äatl^arinentag 1570 C©tabtbib{tot|>eI, fte|^ aud^ SBadternage! 
7863* — ®<)äter würben tjiele ©efangbüc^er burd^ ^riiDat^^erfone« 
gefammelt unb gum J)rudE beförbert. 

$. 87* 3m 3a^re 1603 erfc^ien bajjier: ^falmm* unb ©efa^gir 
bud^ burdj^ 3. ®. ®d^otien, Not Caes. p. bei ©igmunb CatomuS> 
mit beigefügten SWelobien. — am 15. J)ec. 1625 würbe im SOJtni^ 
^ertuw. »or^efc^tagen, ein neneS ®efangbu<l^ in 121 brudfen unb b«^ 



— 71 — 

rin etltd^e XüA kDegguIaffen. dß ttmrbe t>on t^em datUcx^SH^waxi^ 
bfforgt ttttb toax it^lfotb c^ne d^^M tttit SRufthtotnt )»erfr^nt ÜL 
64J. — .1648 erfd^ten t^a^ier bei §Int^om Gummen in {btn(}rr ®t^ 
ßatt gebrucft: ®et^{t(^ ^falmen unt Stcber Dr.SRarttii Sitt)^n^ mtb 
attbevft frommen (S^nflen; o^ne SRuftfnoten. Singej^fegt tpor rin 
|)au^gebertild^lettt* — 2lm 3* Slug* 1659 tt)trt übet rin tjontem 
Santor lierau^gegebene^ ©efangbuc^ geurt^ri(t CA. 3441 (Sd erfd^ten 
unter ber Sluffc^rtft: ^armontfd^e^ d^oxalt^ unb §igura(^®efangbn(|i 

SlUg^b^ @onfef{tOn t)On M. Laurentio Erhardi, coll^ga et cantare in 
gymnas. Francof. a. m. (fcJ^on 1650) 1659. Drudtö Wlatt^. ^rm))ffrir« 
!Öen ^am^rtiebern gefjen bte SWelobten »ier.' unb ffinfjitmmig gefegt 
t>0xan. CSDarm^äbter ®tbliotj>ef)* »m 13, 3lo^. 1661 begehrte brr 
93u(i^bru(fer SBu^ rine SSorrebe ju bem loon t^iti ^rau^gegebenen 
®efangbu(^e CA. 3523. — SWacj^bem man tm äug, 1666 bte ffleglaf^ 
fung etne^ Siebet au^ unferm ©efongbuc^e begei^rt ^attt^ n>urbe ga 
Einfang 1667 bo^ G^Ibtngfii^e @efangbu(ff t)orgeIegt unb )oott bem 
Verleger Sup etne ^orrebe gen>unf(|t CA. 438. 513* 515). <Sd war 
bte 1668 )^ter bei ^ait^. Sf»rtfio!pl^ SShtß erfc^tenene neue Sluegabe 
wn 3o^* Sräger^ praxis pietatis melica b. u Uebung ber ®ott§ 
feligf eit — )?ermej>rt unb »erbeffert t)on ^eter ©öftren, ©(i^ut» runb 
SRe^nenmeifier ju (SIbtng in ^reu^en^ burc^gefef^en unb mit einer 
SSorrcbe t>erfef>en ^)on ©entor C©pencr) unb fdmmüic^en eöangelt^ 
fd^en ^rebtgern ju granff. a. SW* t)om 18- gebr. 1668; mit jwri* 
jlimmtg gefegten 9»elobien CJDatm^äbter SBibh'otj^ef). *} — Um 27. 
9lot). 1667 würbe nber et» t>on bem CÄtrc^en?)93u(^fü|irer @ö$ 
^rau^jugebenbe^ @efangbu(^ mit grober ©c^rift für alte 8eu|e bc 
roiffen, ffir welc^e^ aber nur in (»iefiger fird^e.gebriud^Iid^e 
©efange au^erwa^It werben möchten. {)ieranf erfd^ten, nad^bem 
nod^ wegen be^ 2:itel0 angefragt worben war CA. öl8* 533): granf» 
furtifc^ Ocfangbüd^Iein — auc^ in ber reßgiongöerwanbten Dtat^bor^ 
f^aft üblich, gra^lf, bei 3- 85. ©dj^ätter, 1668 Cent^iaU 136 Sieber), *)-^ 

*) 8tÖ89ep.96. fagt.inigc.So füjrt ba^ ©efangbuc^ ber 9lrf0öftabl gcapff 
fürt )Dbn 166Ö ben ZÜä: Praxis pietatis melica. 9ber einen fo(((en ZU 
tet fu^tte fein granffüttet ©efangbüi^. 3o|i. ^räQ^r, ^eb. 9. apttj 
1598, defbrbeh 2S* gebr. 1692, Kontor an tet ®t. flütoUi^^t itlfitt^ 
Un, i»etDffentU(|te ie58 ein ^efangbucl^ unter .bem angegebenen ZÜtt, 
mlä^t^ (on^e 3sit old bad Dor^üaUcli^ gaU unb bi^ auin ^a^re I7sa 
bie 43fle fCufTage erlebte, ^ie an)ö(fte Suflage erf(|^ien 1666 ^u Serttn. 
(Sine fpdtere tCudgabe aU bte angegebene Don 1668 mag ebenfoUd (ier 
gtbtKcft mtb )ur (impfe^Iung mU einer Sorrebe Donbem (ieflgf n @enior 
Dr. 3. 2)on. arcularitt^ C1686— i7io) berfcjen »orben fe^n C»ergl. 



— 72 — 

3u Cnke 1686 unb änfana 1687 würbe We ©ttfüffrung neuer ®e* 
fättge beliebt, boc^ in SBerbinbung mit ben bi^^erigen* 2)ie SJerj^onb* 
lungen bauerten bi^ in baö 3af>r 1690 (C. 386—389* 512), m ein; 
9lett t)ermefirte^ Oefangbucff — nebfi einem au^erlefenen Stiv^tnii^aif 
txm affer^anb gottfeligen ©etracf^tungen — bei 3- 2)at). Bwntter, 
gebrudt öon 3- Sauer, erfc^ien* — Sm 5. 3uli 1693 ifl öon einer 
neuen aufläge be^ i>iejlgen ©efangbuc^^ in 12^. bie Siebe CD. 86X 
am 1. 3uli 1696 gefd^iefyt einer neuen 2luflage, burd^ 3 lieber mx* 
mtlfxt, erwäffnung CD. 187 fJ, bie aber in 8**. erf^ien aU: 9ieu ein* 
gmc^tete^ (J^xi^U^t^ ®tUu unb ©efangbü^Iein u. f. »• granff- 3- 
®* aaSaft^er, 1696; abermaW 1702 (F. 78). — äuferbem liegen wxi 
9leu \)erme|>rte^ ©efangbuc^, Ui % 2)at>. Bwnner, 1703; bei 3^^^ 
ner^ Crben unb 3- Slbam 3tt«g, 1708, unb: 9leu t)erme^rte^ ®e* 
fangbüd[){ein bei % Sauer, 1709, neu aufgelegt 1714* — äinber« 
bef(^affen ifl: SReu »erme^rte^ @efangbü(]^Iein u* f* »♦ bei 2Ratt^* 
anbrea, 1714, unb bei 3Ratt^* älnbreä feU ©ittwe, 1722* gerner 
ba^ neuejie unb nunmehr tjottfiänbigfle granffurter ®efangbu(^, iti 
3off* ^f>i(* änbreä, 1720 CF. 78); weiter: ba^ ncuefie unb wU^an^ 
Wgfie granffurter ©efangbuti^, fierau^gegeben öon % griebr* ©torf, 
et)* ^rebiger ballier, iti^/i. Sri^nner, 1716, nfit einer SSorrebe 
t)on |>* ?• ©(^{ojfer, eöongeL ^rebiger baffier; neu aufgelegt 1729; 
fobann baö aßemeuefie unb »oU^änbigfle gratlffurter ©efangbu^ — 
fierau^gegeben öon % gr* ©tarf, et)* ^reb* ba|iier, bei ^*?*Sr6tt* 
ner, 1729, mit einer Sorrebe be^ ^erau^geberö* 

§, 88* 3nt 3ö^te 1730 ma^ite ^x6) ba^ Sebfirfnig eineö neuen 
®efang^bu(6«f ffiffibar* 3laö) ber erforberlic^en Bearbeitung beffelben 
erfc|>ien: SSoßflänbige^ granf furter ©efangbud^) nebp beigefügten ®e* 
beten, 1731, bei 3Äoaer, »nbrca unb SrJnner, welc^e^ 1064 Sie* 

ber tnt^U CF. 681* 690* 776* 779* Vn. 65* 66* 68* 69)* — Da bo« 

Conft^orium am 27* ©ec* 1731 t)erorbnet ^atte, weil nun ba^ »Ott* 
jiänbige granffurter ®efangbu(ä^ jum ©rud gefommen fe^, fottten 
fünftig feine anbere ?ieber, fo nid^t barin entffalten, bei ber Jffent* 
K(|en ®otte^t)ere|>rung gefungen werben CP* 794» 799* vn. 67), fo 
ifl n{(|t red^t ju begreifen, wie fd^on 1733 ein t)on ©enior SDiünben 
gemad^ter Entwurf t)on 500 Siebern ju einem ©efangbud^ in grobem 
2)rucf Cwol^I eine äuöwaf^I au^ bem ©efangbud^e t)on 1730, bamit 
e^ iti biefem Drude ni^^t ju unbefiilflid^ werbe) 1735 unb in Kei* 

8. 76), wa^ aber nicjt 1666, fonbern früjeften« 1686 gef^c^en fcj^ti 
fanii, benn 1666 tt>at Itculoriu^ erfl 16 3a|te alt ®te W aber nt^t 
wtjonbeii. 



— Ta- 
ttern 2)ntd 1737 ^rau^geflebctt CF. 887:9663; unb batt baraut ge* 
Hagt werben fonrtte: obgleich ba^ neue ©efangbud^ öon 500 Ctebem 
oüefn für bie öffentltc^e ©otte^t^eref^rung be|Hmnit fep, würben bO(|f 
in einigen Äird^^en noc^ onbere ?ieber gefungen, worüber bie ®e* 
meinbe ftd^ befc^were, weß^alb biefem Uebetflanbe abgeholfen werben 
muffe CF. 99 IX*) — äfö neue »ujlage erfc^ien: granffurttfd^e^ «ir^ 
^engefangbu(f) mit beigefügten Äir^engebcten — bei SMöffer, Slnbrefi 
©rönner unb Butter, 1748; ebenfo 1764. £)a im 3a^re 1772 
abermaW eine neue aufläge notfng war, fo würbe biefelbe mit einem 
änf^ange lotxmt^xt unb 1773 f^crau^gegeben CJ. 71. 76. 102. vn. 71> 
§♦ 89* J>oc^ fc^on im 3a|>re 1783 geigte ^ä) ebenba^fetbe 
SBebürfni^, fowie einer äbänberung ber Söetfiunb^^Cectionen unb iitr 
ber, wef^alb man bie Sammlung eine^ ganj neuen ®efangbu^0 
t)eranfialtete, welcf>e aber erji 1789 öoßenbet unb gebrurft, auf Dfiern 
1790 eingefüj^rt würbe. SBegen einer Slu^gabe mit grobem J)rtt(f 
unb SBerfefiung ber Unbemittelten würben SMaa^regeln ergriffen 

CJ..348— 351. 391. 547 f. 587—591. 600 f. 613. 617. VH. 72—78). 

. §; 90. €nblic|> im 3aJ>re 1816 trug ba« SKinifierium auf ein 
mtie* Oefattgbuc^ an. 3m fotgenben 3af>re bilbete fi(|) eine Som-« 
miffton für bie Slu^arbeitung eine^ folcf^en, an welc^^er ani^ bie beutfd^ 
reforiBiirt^ ©emeinbe Slnt^eil na^m^ 3u Slnfang 1823 war i^n 
S^^ätigfeit Dottenbet; ee beburfte aber no(|) mancfferlei SSer|>anblungen> 
U^ e^ 1824 gebrudt unb auf Sonntag Jubüate 1825 fowo|>I tjon 

♦) 3ur ^erglcidj>ung unb ©rltärung tiefet auffattenbcn Umftanbc^ , fowie 
tftt titUn duf einfltttber fofgenben ©efangbü^er ober neuen Slu^gaben ber* 
felben möge bie nac^fte^enbe 35emer!ung hQi Stodf (1. 346 f. 351 fO bienen. 
. 3n ber gweiten |)älfte be« 17. unb ju Slnfang be^ 18. Sajrjunbert« 
erf^ien.eine ^enge ^lioat^^efangbü^er jum fir^Iidf)en unb ^äudli^tn 
®ebrauc^. Der attjuftatr feftge^altene ©runbfaj ber ^tttiQttit, »onacb 
bei beut ftdj> fort unb fort mcjrenben Sieberborrat^e feine bem ürc^lic^en 
Sebürfniffe angemeffene Slenberung an bem Sanbe^gefangbuc^e borgenom* 
men »erben fottte, rädj>te ft^. di »urbe nun bur(!^ ^batarbeiten für 
bad $eburfni$ ber Stixd^t geforgt nnb ^ar in folc^er Sludbe^nung^ baf, 
toenn gl^ic^ auf ben meinen Dörfern bad eigentUi^e @efangbu(^ ft(^. no($ 
in ©ebrauc^ ermatten (aben mag^ toenigflen^ bie bebeutenbflen @täbte 
^örtemberg^ i^r eigene^ ©efangbuc!^ Ratten ^ ja fogar ju .@tuttgarb in 
ber ^öffttc^e uitb fn ber @tfft^!irc^e ganj berfc^iebene ©efangbüc^er »a* 
\ ren. £>bf4ion für erfhre 1723 dn muei ©efangbuc^ erfcf^ienen 'n>är in 
ber aibfti^t, ed gum aßein gütigen a« ergeben ^ fo »urbe boc^ biefer 3»erf 
erft burc^ ba^ Qrrfct^einen eined eigentU^en Sanbed«@efangbu(^e^ 1742 
erreicht ^ burc^ xotl^tß "man {t(^ genauer an bie ^rc^e binben nnb ed 
ferner ni^t mejr ber JBiOfur überlaffen »ottte.'^ tie^atb erging 8efeJ(, 
nur lHeran# in Stkä)tn unb ^(^ttten gu fingen. 



— 74 — 

ber tut^ertfc^en aW ber bcutfd^ reformtrten ®cmriiit)c.gura crpenSMatf 
in ®ebrau(^ genommen »urbe CK. 368 f* 438* 746, 763* 756. 75^9 f, 
767- 774. 795 f. 798* 803). 3la^ Siblauf be^ SSertrag^ mit bem Skr;* 
leger gab e^ in ben 3a^rett 1848—1850 über einen neu abjuf4>Itc^ 
fenben SSertrag man^erlei |)änbcl, wü^t wegen @(|)tt)iertgfcit ber 
3eitumjianbe bi^ j[e$t noc^ feine Srlebigung gefunben ^aben CM. 85 f* 
92 (• 95. 97 f. 100 f. 127. 131 f. iDergt SßeÜO- 

S. 9U 3m 3aJ>re 1567 würbe ffier Xiat^ 9?tebeTlänbifc|ie 
©efangbuc^; beffen fic^ bie Slntorfer 8ut|?eraner bebienten, gebruA* 
a^ enthielt mit ben ^falmcn 2)at)ib^ 246 lieber, mef^ren ^|^tW au^ 
bem l^iefigen ©efangbuc^ \)taemf(f^ überfe^t. 9leben btefem |>atten fte 
au(^ ein berartige^ franjöfifc^e^ ©efangbuc^^ weldbe^^ nac^bem 
bie aintorfer lutf^erifd^^e (j[e$ige 9lieberlänbif^e) Oemeinbe fwerf^er 
übergepebelt war C§. 29), bei berfelben in ®ebrau^ blieb unb t>on 
3eit au S^if tt>te in ben 3a|iren 1596 (V. 1123), unter ber «ufi^ 

fd^rtft l Cantiques usit^s en T^glise fran9oise de Francfoit laquelle ap* 
prouve la confession d^Augsbourg — mis en rime fran^isede FaHemand 
par Matthieu Barthol^ M(inistre äMonbeillard), imprim^ k Francfort s. 1. m. 

parJeanSpies, 1596; mit Dorgebrudten ^elobien(S)arm#dbrerS(b{i9» 
t^eO; ferner 1612 unter ber Sluffc^rift: Sieber unb anberc^Pfalmen 
in beutfd^e unb franjofifd^e SReime gebracht unb b«? S^deitb ju gut 
jie^o in beibe @^)racl^en aufammen »erfaßt, Cober:) Cantiqüe«* «pintuels 

et autres pseaiimes en allemand et fran9ois, mis en rime ete.''' <9ebrutft 

ju granffurt a. 2W. bei ®ra^mu^ Äem^)ffer, 1612^ .CSarmjiäbter 
SibIiot|)eO; bann 1662 unter bem £ttel: Pseaimnesa H3rmnes et 

cantiques usit^s en F^glise fran9oise de Francfort sur.rkimein, qni 
approuve la confession d'Augsbourg — accommod^s aux melodies alle- 
mandes. Chez B. Chr. Woust; f^ierauf 1674 t)On ^f. SfHtter CB. 485 f. 
528. 536) unter ber Sluffc^rift: Les saintes oceupations d^s ames 
fidelles y que leur fournissent I. les cantiques et les pseaumes ide T^g- 
lise, n. les evangiles et la passion de Jesus Cluiät/ Hli le catechisme 
et les confessions de foi, IV. la liturgie et les pri^s reöueiffis pour 
^*usage de T^glise fran9oise qui est k Francfort s. 1. rii." Jai* un de 
ses ministres. Imprim^ a Prancfort s. 1. m. chez Balth. Christoplile 

Woust, 1674; mit gweijümmig gefeilten SWelobien C25^rn^abter ^U 
bliotj^ef);— war eine ärt franaßjtf^en .^anbMc^leini* C8/i8vl9)— ; 
weiter in neuen auflagen 1702 ebenfaße wn SMtter, fpdtrr »bn ^f. 
®et^ unb enbli(3^ »on ^f. Slaubi beforgt, ^tmfptt unb i^rbcffert 
f^erau^gegeben würbe CSefimann 130 f.). ?e|tere, nad&bem man fd^on 
im Oct. 1738 baran gebadet, Jfotte^ ba^ in ber fran^ifif^n, CSBBeiß^ 



— 76 — 

frauen}£tr(^e gebraud^ttc^e ®cfangbuc$: Heures chr^tiennes u« f. w. 
\>ermej>rt unb t)etbeffert aufliegen ju löffen CG. 95), erfd^ien unter ber 

3luffc|^nft: Heures chr^tieimes ou occupations saintes contenant les 
cantiques spirituels et les pseaumes sur les v^rit^s les plus impor- 
tantes de la religion chr^tienne qu'on chante la plüpart dans les ^\i^ 
ses lutheriennes — noiivelle Edition, revue, corrig^e et augment^e 
de 200 cantiques nouveilemont traduits de Palleniand et accommod^s 
aux airs des origlnaax. Chez P. H. Hutter, 1740. — fßuU ber ix^ 

^it^tx angegebenen beutfc^en unb franjöftfcf^en ®efangbfi(^er beftnben 
fti^ t^ilß in ber ätegtfhratur bed ^mßerium^^ t^etle auf bet Statte 
bibliot^et, t^cM tn "^maU^SinUn , ober tt)te angegeben auf ber 
Darm^dbter »tbitotpet 

§♦ 92* yiadf ben 2lgenben t>on 1589 an C§.84) fottten nur 
beutfcf^e A'trcl^enlieber gefungen werben« Dennoch ^^li^m ftcf^ 2 
gef(|imacKofe SBeifinad^t^Iteber, ^Ib beutfc^, f>alb lateinif^ etn: 1) 

Pner natus in Bethlehem, Bethlehem, unde gaudet Jerusalem. Halle« 

lujah! Hallelujah! diti Ätnb, geboren ju ©et^ref^m, ©etf)lefiem ; be§ 
freuet jtcj> 3erufalem. ätteluja! ättelujia! u. f. to. 2) In dulci jubilo, 
nun finget unb fepb frof^! Unfern ^ttitni SQionne liegt in praesepio 

unb leuchtet tt>te bte ©Onne matris in gremio. Tu es Alpha et 0! tt^f^lD« 

©eibe ftnben [x^ in bem ^rit)at:^®efangbucf> Joon 1703* ?e$tere^ aber, 
fc^on in bem «t^^itbbuc^Ietn t)on 1599, alfo tca^x^ö^mlii^ au^ in 
bem ®efangbu(f^ )DOn 1584> enthalten, ging in ba^ 1731 erfd^ienene 
öffentliche ®efangbu4> unb in bie folgenben ausgaben über, »urbc 
aber 1789 weggelaffen. ©ie, befonbcr^ N* 2 , gefrören ju jiener ®at* 
tung fonberbarer 5Kifc^Iieber, weld^e, unter ben aRönd^en f^on im 
10« 3ai^r(^unbert gebräuchlich, 3lnfangd gu ®rabfc^riften , f!pater auc^ 
)u allerlei ©c^er^*^ unb @<)ottIiebem angewenbet würben (.Roify L 49. 
®efc^* b« beutfcfien Äircf^enltebeö t>on Dr. |)etnr. ^ofmann Ct>on gaOere* 
leben), ©reölau, 1832, ©• 151 fa 

8- 93. J)ie eitanc9 ($• 65. 76. 843, weld^e am 29. ^axx. 1578 
jum erßen Wialt gefungen tt)urbe CSerener I. 2, 21} unb nac^ ber 
SIgenbe t>on 1589 3Rittn>o^^, aU bem ehemaligen, fpdter ^eitag^, 
atö bem na^^erigen Settage, uber^auf^t an jiebem Suß'* unb Set^ 
tage, Jpon ben ©c^ülem, f^)äter aucl) t)Ott ber ®emeinbe gefungen 
iDerben foKte, ifl gtoeiflimmig gefegt, gebrudt Dor^anben CF. 26 f« 
vn. 88X am 21. 3uK 1619 würbe befdfyloffen, ba^ man in ber 
Citanep m'd^t fingen fotte: wtber unfere, fonbem wiber beine 
C®otte^3 ^"^einbe CA. 4). 8lm 7. ^pxil 1620 tmirbe beKebt, bie gflr^ 
bitte für ben iRaifer ju änbem int d^rijilid^e Stegiermtg be^ ^. 9t6^ 



— 76 — 

mifd^en SReic^^. (itxoa^ a^nti^t^ gefdfya^ 1633 (A. 10. 117)! Da 
aber bie iitantp x^itU 3rit »egnaf^m, fo touxU 1687 bei bem bet)ors= 
Petenten Sußtage ü^rorbnet, t>a§ jwar aWorgert^ fie ju iingen 'ott^ 
gönnt fep unb jwar jäf>rKd[> Sin ÜÄal am Sugtage, bagegen fotte 
jfe nid^t au§erbem nod^ beö SSKorgen^ Cfie war, t>on 1644 an forniKc^ 
5oorgefcf>riebett, in ba^ freitagige Suf taggebet etngefc^altet) , fonbem 
nur in ben 9ia^mittag^firdben t)ertefen werben, am Sußtage 1705 
burfte auc^ SWorgen^ fogar nur baö ?e$tere gefcf^el^en. 81m 27. ?Rot>. 1720 
brachte ber fftat^ abermals in Slnregung, ba§ fie nur gebetet, nic^t ge*^ 
fungen werben fotte. 2)a^ ÜKintflerium fuc^te mit t>ielen ©rünben bar^* 
jutf^un, warum 25iefe^ niä^t angef^e: ber ^at^ felbfl f>abe e^ am 
15. 9Iot>. 1647 unb 16. 9lot). 1712 t>erorbnet; e^ fe^ in ber gan^ 
jen (f^rijKi^en unb et)angelif(j^en Äir^e übti^; jte pünbe in atten 
@efangbü(^ern unb würbe fonfl nie gefungen. 2)od^ würbe burd^ 
ben SRatJ^^fd^tuß t>om 18. 9lot). 1732, weld^er t)erorbnet, baf fie 
nur gebetet unb patt ifjrer Hn anbereö ?ieb gefungen werbe, biefc 
©o^e erlebigt CG. 427. D. 466. F. 26—28. 843. VI. 136. 143). 

8. 64. 21m 31. 2lug. 1687 Würbe bejlimmt, baß gewiffe ^W^e 
in ber Äird^e gewählt werben motten, um bie ©efang tafeln 
attfgu^ängen. (C. 420f.). 

S. 95. 3u ©ireitigfeiten über Äir^enlieber au^ ipotitU 
i^^n ©rfinben fanben mej^rere Stnläffe BtatL %U 1631 eiUf/Som* 
^ojition^=^2:ag// (eine erfolglofe ©eratf^ung jwifd^en ^at^otiUn unb 
^ote^anten, wie bie ©treitigfeiten über bie geipii^en ©üter beige* 
legt werben fönnten) ^ier gehalten werben foffte, fo würbe bem 
5DWnijierium bie jeitweife äJermeibung be^ Siebet t)on ?ut^er: Srf^alt* 
«n^, ^err, Ui beinem SBort, au^ dtüd^t auf bie anwefenben fa> 
tl^lifii^en ©efanbten auferlegt. X>a€ SWiniflerium war aber nid^t 
baju bereit, fonbern entgegnete: ju 5Rurnberg fe^ J)a^ aud^ ni^t 
gef^e^en, worauf man bie ©at^e auf ftd^ berufen Iie§ CVI. 173. 
vn. 58. SRitter Mf n. 347). Die ©a^fen liegen fid^, na^ bem Ueber^ 
tritte i^re^ Canbeöfürflen jur fatf^olifd^en Äirc^e bie SBeglajfung ber 
leibenfd^aftlid(^en Stu^brude jiene^ Siebet aud(y nid^t gefatten. @r{l am 
14. 3am 1772 nai^m man feinen Snpanb mel^r, f/an bie ©tette ber 
onfiögigen SBorte fd^idflid^ere ju fe^en// CJ. 71* vn. 71). VLAn^avcpt 
übet bie ©d^idfale biefe^ ?iebeö t)ergteid&e Äod^ Ol* 152—157). 3n 
äj^nttd^er Sffieife würbe 1670 bie »on bem Drudter wittfürlid^ C?) be^ 
wirfte 2luölaffung ber SSSorte in bem greitagö*®ebete ber Setflunben: 
beö ^abjle^ aSerfüf^rung unb Verfolgung, gerügt CB. 72 f.). 3m 3an. 
1742 würbe »erorbnet, baß bei bem gefle ber SBal^t eineö aWmifd^en 



— 77 — 

Äömg^ ^att t)f e ?tcbeö : M' Dbrigf ett ®otr fe^et, tin onbere^ gwaf^U 
»erben fottc, inbetn ba^ Sffiott: Dbrtgfett, ber Wmgltcfien SWajiejiäl 
m(|it angetneffcn f(|)iett (VII. 70> 

$♦ 96. Sin gans Befonber^ unfere ©tabt betreffenber Streit 
würbe tnvä) bte bürgerlichen Unruhen im erflen ©rittl^eile be^ wtu 
gen 3a|^r^unbert^, »elcf^e bur^ eine faiferltc^e Sommifjton gefc^HcJ^» 
tet würben, r^txanla^u Der Slef^nlic^feit nnb be^ Bwfönnnett^angÄ 
wegen mu^ jut)örberfl eine^ ®ebete^ für bo^ gebeif^Iid^e SBirfen bie* 
fer Sommifjton erwähnt werben C$. 75). ©d^on im 3a^re 1708 tocct 
geflagt worbcn über ben ®ebrau^ be^ 2Borte^: Untert^anen, in 
^rebigten unb ÄinberleJ^ren. 9lac^ Slntunft ber faiferlic^en ßommif^ 
färe 1713 tjerfügten bte beiben anbern (^rijilic^en Sonfeffionen foi 
gleicl^ öffentliche gürbitten für bicfelben. äW t>on ben Unfrigen bcu 
mit gejögert würbe, erregte e^ SlnffeJ^en unb ba^ SWiniflerium fa^ 
(td[> genötfiigt, auf eine folc^ye gürbitte anjutragen. @nbli(^ würbe 
ber ©enior ^ritiu^ aufgeforbert , einen beßfattfigen Entwurf »or^ 
jwlegen- Da^ »on il^m in ber ©le abgefaßte längere @ebet jum 
Vortrage na^ ben STOorgenprebigten unb ein Ärjere^ für bie SBct* 
jhtnben würben eingereid^t, aber erji nacff einigen äbduberungen gt^ 
ne^migt, gebrudt unb am ^almfonntage, 9. fi'pxitilis, jum erfl<n 
5Wale angewenbet. 3n ber längeren gürbitte fam ber ^n&>xnd: 
Untertl^anen, 3 5WaI t)or, ndmlicf^ 2 Wlai: SBürgerfc^aft unb Unter* 
IfKinen, unb ©nÜWal: Dbrigleit unb Untertf^anen. J&ierüber befd^wer* 
ten fidfy bie Sürger bei ber faiferlid^en Sommifflon: iie fepen nur 
be^ Äaifer^ UntertJ^anen unb f^dtten nur if>m ate folc^e gefd^woren* 
t>it Sommiffdre nahmen bie ßlage an unb wollten bie angefochtenen 
aSörter gefhidfyen |>aben. Slttein boö SRinijterium würbe angewiefe»/ 
ba^ Idngere ®ebet nic|yt me|>r vorzutragen, fonbern nur ba^ Utittt; 
welcfye^ bie fragti^en Su^brücfe ni^t etitf^ielt OE. 17, 176. ®®.43.44). 

$. 97. 3m ^ptil 1716 gelangte bie 5Rac^ricf>t l^ierf^er, baf Wii 
liieftgen ©firger i>. unb 91. ju SBien angtaeigt^dtten, ber SWagtfhxrf 
liabe in bem Ätrdfyenliebe: 3^w<^ ^i« jw beinen SC^oren, loon-^auf 
©erwarb, bie aSerdnberung bewirf en taffen: bau unferer ^^erteii 
2:^ron! ©a^ 5Wtniflerium würbe aufgeforbert ju bejeugen, baß ber 
Slat^ Diefe^ ni^t befolgten l^abe, worauf ba^felbe erfldrte, bdß we^ 
ber ber 9tat^ no^ bie ®eifUid^feit bie ®ö)ntt> trage; fO'-fle^e e^ 
fc^on feit 30 Saferen in bem ®efangbucf>e; ber Hu^brudf: Ferren, 
fep ein ganj dUgemeiner, ber JDbrigfeiten t>on jlebem Stange eitii» 
fd^Iieße. 25er Drbnet ber Sieberfammtang muffe eö t>eranla§t paUn/ 
cfnt babet an etwa^ Hrge^ ju benfen CE. 294. VII. 59. 60. 63. 64); 



— 78 — 

^amatö iliA bie ©a^e auf ftd^ berui^en* Wim fte enArannte auf 
bad 5«eue, ate am 7* 3ult 1721 bcr mei^^^%x^tal bei bcm Äaifnr 
Wagte: fßoxmaU unb nocf^ 1696 ^abe ik Stette tu ben ©efongr 
bä^ern ber ^ug^burgtfc^en Sonfeffton gelautet: bau unfern ^atfer^ 
St{>rott! Die Sürgerfcbaft f^abe fd^on 1713 öor ber fatfertt^en Som^ 
mtfiton munbltc^ unb fc^riftttc^ baruber QttlaQt unb auf Slenberung 
gcbrungen; benno(^ fe^ e^ bet bjcr neuen Slujiage in 12°. (xoax ^ri* 
t>at^ ausgäbe) babei geblieben. Slnber^ l^anbelten bie Stei^^fiäbte 
Wörnberg, Xttmt äugöburg, 9l6rblingen u. a.— 5^ rner gef(ia^ Sr* 
tDfil^nung einer ©teile in bem ^ir^entiebe t)on ?ut|!er: aSerieiJ) unö 
grieben gnabiglufi, tt)o e^ ^ä^t: gib unfern J£)erren unb attcr Dbrtg* 
feit u. f* tt)* — auf biefe Älage forberte fiaifer Äarl VI. : in tinm 
S3efej>l »om 10. 3uK 1721 ben 3lat|^ gur SBerantmortung auf* 3Da^ 
9ttnifterium^ welchem Slnjetge bat)on gemalt n)urbe^ entgegnete am 
88* äugufi 1721^ nar^ SBieber^otung einiger f^on früf^er geltenb 
Qtma^ttt ätec^tfertigungelgrunbe^ baß man ba^ äBort: Z^xm, boc^ 
tna^xUti) xd^t auf ben fiiejtgen fRat^ iqU^m fönne; femer baß bie 
gurbitte für ben ÄÄfer atten ©ebeten eingefd^aftet fep unb bei alten 
iffentli(3^en ®Dtte^t)ere]^rungen gel^ört werbe, außerbem aber bei be^ 
fonbern SJeranlafTungen no^ befonbere gürbitten gefii^äj^en CS* 75), 
»ä^rrnb iiene* ©er^arbfd^e Sieb jä|irlid^ nur wenige SD?al jur ^fingP^ 
itit gefungen tt>erbe; öberbief fep ber ioermigte Sluöbrutf fi^pn ixt 
bfm 1702 bei 3« ®- SSaltl^er erfd^ienenen ©efangbud^e ju ftnbep 
wb in bem 1720 bei 3* ^. älnbred ^erau^gefommenen fogar ixt 
ber gewunfi^ien SBeife umgebrudt werben. $nblid[^ wenn bei bem 
jwcijten Siebe ber Su^brud: |)erren, mit me^r @runb auf ben Bt^f^ 
bejogen werben wolle, . fi> l^obe man bie reid^^flabtif^en ßbrigfeiten 
^ Keller fo genannt, ; unb. e^ gejieme ficb, auü^ für fie j« beten, ». 
0» m. Dod^ axxi 23* @e!pt* 1722 würbe bem 3)imtfierium befannJt 
gemad&t/ ber 3leid^«*|)ofrat]^ ^abe befd^Ioffen, baß ^infort gefungen 
i|0erben folle: bau unfern ^aiferel ^ron! unb fo mäf[e ed audb; 
%fi einer neuen aufläge gebrudt werben (F. 68. 73—82. 148. vn. 61. 
6^Pf 2>emgemap würbe in bem neuen ©efangbiu^e t)on 1731 jiene 
anßofige ©teile t)erwanbelt in: bau unfern ßaifer^ Xfyxoxt, unb , 
ber anbfrn ©teile:. gib unfern Ferren, würbe: ('gfirflenD, jugefeftt. 
§. 98* Sragt man na(| bem religid^ bid^terifd^en )@e]^alte 
biefer Wrc^Ii^en Sieberfammlungen, fo ifl berfelbe begreiflid(^r SBeife 
fej^r t)erW{iieben. 3tt üterer Stit war ber 3n|>alt fofl auöfd^ließli# 
bitg!»«tifd^, in neuerer 3eit t^ er miejtr m^ralifd^. Der bid^terifii« 
fj^^rtj?. ber alteren Steber iji ^nfiQ untergeorbnet, .ber man^^er neue» 



— 79 — 

ten fafi ^au^Jtfac^e» Sene fMo ftfifttg, gedrungen ^ «inig, ob« oft 
ratt|> unt) fptad^w'trig , btcfc jint plattet, aber nfld^temer- S)a§ t»idf 
Altere Siet)er bletbenbeit SSertf^ ^aben^ tfl barau^ abjuitel^mm, bo^ 
man fte mit mef^r ober wniQtx SSeränberuttgen in bte neueren 
€ammlmtgen aufgenommen ^at, of^ne ba^ ][ebO(|) btefe SSeränberun^ 
gen attejeit iBerbefferungen mären. 

b* Orgel. 

S. 99. Sffia^ ba« OrgeIf^)ieI betrifft, fo mürbe ber Oemeinber 
gefang, meiner an bie ©teile be^ t)on ber Orgel gemöf>nlidf> ntcf^t 
begleiteten S^orgefange^ ber ^riefler trat, efiemate ni^i mie jie^t 
t)on ber Orgel begleitet, meiere blo^ bem Äunjigefange gnr Seglet.- 
tung unb ®tfi$e biente. J)te mel^rfHmmige J^armonie mnrbe m'el^ 
mel^r burd^ einen ©ongerci^or bemtrft, melier ben ©efang begleitete 
CS* 82). Denn ^tte man ^^tmai^ bie Orgel baju benfi^t, fo mfi^ 
ten bei ber milben SilberfKirmerey niti^t juglei^^ fo m'ele Orgeln 
jertrßramert »orben, @?>äter, nad^ allerlei SJerbefferungen im Orgel« 
bau, mürbe bie Orgel aud^ jur Segtettung bee ®emeinbegefange^ 
«ngemenbet. 3o{!. ^ad^elbel, Organtfi gu 9iürnberg , geworben 1706, 
fiiDte.. guerfl bie 9lu^ej>uttete be^ ©efange^ gtoifd^en ben etnjelneu 
3Bitei mit ^)affenben Swtfcj^enfpielen au^ (Äo^ I. 89 f. 439—456). — 
am, 12. äug. 1711 mürbe {!ter ber änfang mit bem Orgelfpiel xoSfy* 
renb.be^ ganjen ®efange^ gemalt, inbem bur0 ba^ öftere (Sin^ 
lallten bei^ @ptel^ bei bem einen ober anbern au^gefungenen 93erfe 
Unorbnung entfianben mar. @^ mar Diefe^ um fo not^iger, att 
nodjf im rDec. 1719 über bie äJcrmirrung im Äird^engefange geflagt 
mürbe, meil .bie Seilte nicfit i^na^ ber SRet^obif unb 3)}elobie ber 
öÄer fingen f6nnten//.(?erönern. 2,23. E. 491). — 3n ber SSorrebe 
be^ jtt €tuttgarb 1711 erf^ienenen neuen SBfirtemberger Sl^oral^ 
55ud^ mirb gefagt: e^ babe feiti^er in aßfirtemberg bei bem öffent* 
li(|ien ©otte^btenfte in ber ^ix^t an ^armonifd^er SufammenfKmmung, 
fomtjj^t mtt> aW of^ne Orgel gefef^lt (to^ 1.449). — 3»tt «nfang 
1822 mürben bte Orgelfpieler angemtefen, t)or bem älnfang be^ ®^ 
fanget bie SWelobie öorjuf^jielen (EL 687. 690)* 

S. 100. aitt am 12. Oct. 1598 ber Orgelmad&er 3o|>. ®rorof 
bem SRittffe beri^tete, baf »erfc^tebene f)erfonen, fomol^l au^ ben 
©efd^ledbtem, äl^ ber Sfirgerfc^aft, em Keinem i)on iffm t)erferttgte* 
Orgelmerf taufen moßten , mofem e« in ber C®arffif er)Äir(^e bei ber 
^nfit gebraud[)t merben bärfe, mürbe SMefe^ aX^ eine 92euerung 
jnr 3cit nod^ abgefc^lagen, ober fc^on am 16. 3an. 1599 bemiHigt 
unb iber bie bJrm &fiAex ju reic^ent^ SBergfitung betätigen CSer^ner 



— 80 — 

n. 2, 17)- — 3n t)er 95orrcbc U^ Span\>M^Uin€ t)Oii 1599 ($• 180 
fte^t: //©ewegctt aU neulitj^cr 3«t, ciu^ guter SBol^Imeinung unb 
^rijlltc^er ©nfatt, anberer et>angeltf^et Äfr^en (ferem^el na^, aut^ 
neben ber wof^Ibejlettten musica unb cantu figurali, no^ baju eine 
Cr gel in unferer üe^tgen ^aupt^ unb ^farrftrc^e gn btn ©arfufetn 
angerichtet werben u. f- ». S03eil bafelbji auf @cnn* unb %tptx^ 
tage bte Orgel wirb gefd^Iagen gwif^en bem 6f>oraI*®efang^ 
fo weift, bamit ber ^rebiger ©tunbe burdfy bie mufldcam (bie burc^ 
We Drgel begleitet würbe) fein Ser^inbernif einfatte, bie (ange- 
merfte) äbt^eilung beö ^falnt^ (Äir^enttcbe^), mt oft bie Hbwec^fe^ 
fang, Qin^ unb ba^ Slnbere ju orgeln unb ju fjjielen, lonne fög^ 
It^ gef(|e^en, unb wie t>ier®efe$ Cäbfäfe), na^bem ber ^falm hirg 
ober lang, folfen gufaramen genommen unb mit t)ofligem SJerjianbe 
ein bem nötl^igen 3ufammenf>ang) rcdpt. abgebro(|)en werben* 93enn 
über bte Drgel ni^t gebrauci^t wirb, fo werben alle Oefänge ol^ne 
Unterfd^ieb mit if^ren ®efe|en t)on Anfang bi^ ju @nbe auögefungen 
($• 85)-/' 3m ^a^xt 1604 würbe man mit äufflettung ber neuen 
Orgel fertig* Sine neue würbe 1736. aufgehellt unb (5nbe 3um 1738 
jum er jien üWate gebrandet (F. 1026. G. 65 f* 79)* — S)ie ju ©t* 
Äatfiarinen würbe 1626 begonnen nnb 1627 üottenbet Die fitr^e 
erl^ieft eine neue im 3af>re 1779. — Die Orgel ju ®t* ^eter würbe 
1669, 1769 unb 1814 neu f^ergejieat* 6« war jiebe^ a»al baffir 
gefammelt worben* ©ei i^rer legten Slu^befferung im @e^3t* 1848 
würbe ein gelie|>ene^ Sleolobifon ganj braud^bar gefunben, um ben 
©efang in einer Meinen Äirc^e gu unter jiü|em — 1636 nfl bte Orgel 
in ber ^oöi^itaßird^e erbaut, im ^an. 1684 eine' anbert angefauft 
unb 1826 bur^ eine neue erfe$t worben, weld^e 1846 in We ®t 
Slihi(Atix(!^ tarn. — Die Sffietf frauenfird^ eri^ielt für ifire Herne un*^ 
braud^bar geworbene Orgel im Saläre 1812 mt neue größere* -^ 
Die Dre9Kmg^Krd^e ^at im^al^r 1783 eine flattlid^e Orget erl^alten* 
gaber Oopogr* ^)o(it* u* fiifl* ©efd^ret'b* t)* granff* 1788,1.34) fagt: 
@tani^Iauel,ÄetIer, SDSirtl^ im ©aji^aufe gum 3lab ju ©ad^en^au* 
fen, ^at bie Orgel geltet; e^ ifl aber nid^t beutlic^, ob Wefrüficre 
ober (entere* — Die umfangreid^^e, ^)rad^ttgfle, aber aud^. foftfj)ieIigfle 
iji bie Orgel ber 1833 eröffneten ^auföfird^e CA. 694. 612* 640. 
J. 253* 326. 329.. K. 244. L. 393. Seröner IL 2, 17. 70-^76). — 

: 8. 101. Slbgefel^en t>on ben in ben 88* 82. 87* 91. angegeben 
ttfu, mit ÜRujtfnöten tjerfej^enen ©efangbfid^ern l^atte: man für bie l^te? 
fige Iut^erifc|ye Oemeinbe feine eigene (Sf>otaI«^Sft4>er, fonbem be* 
biente jid^ jiember. dx^ I84ö erfc^enen: aSierjümmige S^orÄIe ju 



— 81 — 

t>m ©cfangbu^e für bie et)angeltfc^ )fxoU^anti^m ©emcinbcn ttt 
freien ©tabt granffurt, gebrurft auf Äojien be^ ej^angeltf^ lut^eri^ 
fd^en unb bec et>angeltf(l^ beutfd^ reformtrten ^]5re^b9tertum^ , %xanh 
fürt a. Sro. Drud öon 55enj\ Ärebe, 1846. SWan folgte batet, m^ 
bem SSorgange beö t)terjitmmtgen S^oraI^Sud[>e^ für Orgel:* unb 
(5lai)terf»)ter t)on Äo^et, ©flc^er unb grec^, ©tuttgarb bei 5Weftter, 
1828, bem ®ruttbfa$ be^ öterfh'mmtgen Ätrd^engefange^, ml(fytx 
aber m bem neuen ß^oralbuc^e ju bem neuen SBürtemberger ©efang^^ 
bud^ t)on 1841 au^ ®rünben »leber aufgegeben »urbe, weld^e'fioc^ 
CI. 658-— 667) auefüf^rltd^ erörtert j^at (L. 358* 383 fO* 

S. 102* 3n Setreff ber etgentltd^en ^trd^enmuftf, j^aben am 
22* UKarg 1573 bte it^xn unb ©(^ület ber lateintfc^en BtfyuU jum 
er^tt SWale bte gtgural^STOufif tn ber SBarfüßer fitr(|>e ^vorgetragen 
(€er^ner L 2, 21), unb Ui ber erflen f^teftgen Drbinatton am 27* SWay 
1588 l^aben bte ©d^üler //mufictrt//, b* ^* funflretd^ gefungen (IV, 178)» 
@ii^on 1579 unb nod^ me|>r gegen Snbe be^ 3af>r|!unbert^, wie ani^ 
fpäter^in, war man bemü{!t, ba§ bte 9Ru(tf in ber lateinifd^en @d^u(e 
gelej^rt tt>erbe, unb ba§ fähige Knaben fowof>( au^ btefer aW ben 
beutf(^en ©deuten ben Äir^engefang unterjiu^ten (in. 783* V. 350- 
716)- Sin Snflrumentat-Sroufif badete man bamaW noc^ nid^t» 2)enn 
üU am 30- 3uli 1586 ber ^ofauntfl 2(nbr. Ärau^ bem dtat^e ju 
crfennen gab, er fep bereit bte 3nprumentat9Rufif in ber Ätrc^e ein:* 
jurid^ten, wenn man t^m bafur eine jäj^rlic^e Sefolbung bewittigen 
wotte, fo würbe bemfelben geantwortet: e^ bringe bet ©tabt feinen 
SSort^eil, unb man wotte nic^t für fidfy felbfi eine fold^e 5Wuftf unter* 
Ratten C^er^ner n. 2, 17)- Die mujif altfd^e »uffül^rung ber ^afftone* 
gefd^ir^te am Sarfreptage 1600 würbe t)on ber ©emeinbe nid^t wojl 
aufgenommen, fonbern für eine große Steuerung unb ein fatl^olifcf^eö 
SQSerf angefefien« ©o würbe öorgefc^ü^t, bod^ fcf^eint jte me^r ben 
#^^erren// mißfallen ju {laben, weil jte nid^t öor^er barum befragt 
würben* J)a^ ÜRintfierium entfd^utbigte e^ afö einen bloßen SSerfut^, 
unb baß e^ an^ anber^wärtö etatt ftnbe (V. 1446 fO* am 16* Sunt 
1618 erbot jtd^ 3of>. 2)an. awpliu^, ßanbibat ber ÜWebicin, »ürget 
unb Sauteniji basier, ftc^ mit feiner Saute (?) fonntägti^ unter ber 
^grf (3tt)if(^en bem brgelfj)ie0 gebraud^en ju lajfen, wofür t^m 
fl. 16 bewtßigt würben, am 8. San. 1628 würbe »on ben ©d^o^ 
lard^en im 3lat^e t)orgetragen, baß am (üngfien 2. ffiei^nad^t^tage 
bte 8ttane9 unter Begleitung ber Orgel unb Stt^rumettiaf:» SRuftf 

6 



— . 82 — 

jefun^en »erben fei? unb attgemetnen Setfalt gefunben ^aU, we§^ 
füaft befc^Ioffen würbe, m btefcr SHJeife fortjufft^rciu äW ©entor 
Stcttettad^ am 28- Slug. 1633 in ber garmeliter Äir^K <>rebt9te, txt% 
ful eine fc^öne Äirc^enmufit frören. Stra 2. unb 3. Slpril 1716 
CDonner^tag unb greitag t)or ^almfonntag) würbe in ber 8arfü^er 
Ätr^e mit ^^ilfe ber Darmfiäbter ßajjette eine greße ^afiionö-ÜRuftf 
aufgeführt, berenJert ju®unfien be^ Slrmen*', SBaifen^ unb ärWt^^ 
fKxufe^ tjerfauft würbe (ßer^ner II. 2, 19* 553, (g^ war 2)iefe^ ein 
firci^Hcl^e^ Soncert o^ne atte SSerbinbung mit ber ©otte^tJerel^rung, 
wie man in neuerer 3^^* i>fter OrgeWSoncerte ju ^ören ©elegen^feit 
^atte, Derfelben Slrt war baö ©ängerfejl, welcfie^ Sonntag^, 29* 
3uli 1838, 9?ad^mittag^ 3» @t. Äatfiarinen burd) ernfie 3Rufif ge- 
feiert würbe (X. 265. 268). 

$♦ 103. Die regelmäßige Äirc^enmujif Sonntag^, wenigjien^ 
in ber ^attiptfirc|>e, fcj^eint erfi begonnen ju f^aben, aW nad^ beenbig- 
tcm 30j[äJ^rigem Äriege ©tun unb *3KitteI baffir tJorfKtnben waren. 
S^ liegt ein aSergeici^niß ber 6a!pe({mei(ler unb SRuftfer t^on ben 
SaJ^ren 1660 bö 1680, 1684—1696 i>ox, JU golge beffen bie Äir^ 
d^enmufif, ba^ OrgeIf^)iel mitgerechnet, jaf^rlic^ über fl[. 4000), ba^ 
gegeh im ^a^xt 1718 nur fl. 1300 fo^ete (Vn. 80). — ®^on 1669 
würbe für bie 3Rujif gu ©t. ^eter gefaramelt unb ^ipattx über bie 
©ejal^lung ber 3Wufifer beratjjen. J)a bie beßfaUfige ßoöecte auf 
9leuj[a^t nic^t immer genugenb au^ftet, fo gerietl^ man bi^etlen in 
aSertegenf^ett. 1672 war ba^ Äaßcnamt geneigt, biefe j[ä{!r(i*e (^tU 
Ucte ber SSörgerfc^aft ju erfparen, inbem e^ ben SRujIfern einen 
@e|ialt geben woßte. 6^ f(|^eint ni^t gefc^efien ju fe^n, benn not^ 
1677 würbe, unb jwar biefe^ 5Wal reid^fic^, bafür gefammelt. am 27. 
3an, 1789 würbe ber ^^Oemeinbe gu @t. ^eter/' t>on bem Statine 
t>erftattet, gum 93ef>ttfe ber Äird^enmuftf 2 jäj^rlic^e Sammlungen, 
tint nad^ ber Ojier*, bie anbere nac^ ber |)erbpmeffe '/in if^rem 
Ouartier/' eripiebeii ju bürfen. ^nx^ ba^ ©raumannfc^e ÜÄufi^ 
legat joom 4. SRai 1675, im SBelaufe t)Ott p. $00, würbe ber ©runb 
iu einer ber @t. ^ter^firc^e eigenen für bie 3Rufif , aber auc^ für 
bie Orgel bejiimmtem ßaffe gelegt, in welche »om 3a^re 1721 bi^ 
1823 gefammelte Seiträge unb bie t)0n bem ©fcaate 9om 12. gcbn 
1743 bid 1813 für ben aRufitDirector i&^xU^ jwgffc^^ffenen ff. 60 ffof« 
fen (A. 595 f. 614, 629. 631. B. 18 f. 213. 304. 459. 470. 480 f. 490. 
610. J. W5). — Die a»ufif in ber ©re^fönigefirc^e, für weld^e eben« 
falle gefammrft würbe unb allmälig m( eigene ^affe fk^ biUbfte^ 
wolUr 1674 in ©loduttg geratfjen, erf^ob ft<^ aber 1675 wieib^r ju 



^■. 



— 83 ~ 

mrm befrtrti'genten 3«fi<»ttt)e. Dod^ ün ^ai 1679 nrfrb abcmiall 
fibcr biefribe gettögt, baß am Sonntage Cantate frine aufgrfüj^rt 
warben fep CB. 407. 480* C. 48 1> — Uebrigen^ emjpfanb man ei 
iibri, tpenn bte ^Äuftfer juerji in unfern Ätrc^en fpielten unb baiiii 
fogW^ weggingen;, um tu ben fat^olif^en ein ©leid^e^ ju t^un; 
nod^ mef>r, wenn fte Ui jübifcfien «^ot^jetten '/aufwarteten/^ (B. 62. 
62* 181, 460* 531)* — 3n ber »terwöcl^entlic^en S^rauergett nat^i bew 
Sobe Äaffer^ Äarl VI. C+ 20* Dct* 1 740) unb Äart vn. C+ 20* 3aii. 
17453, unb waf^rfd^etnlic^ tUn fo in jebem anbern gaße biefer art, 
wußten aRujif unb Orgel fd^weigen CG. 182* 357)* — 3u ben ©ar«^ 
fußern Cflpfiter ju @t* Äat^arinen) unb gu ©ad^fenf^aufen würbe nid^t 
bloß 3»orgen^ , fonbern an^ gu 2lnfange ber 9?a(|>mittag^fir(^e 3Äu^ 
fif aufgefujfrt* Die 9lad^mittagö ju @t* Äat|>arinen würbe burt^ 
SRat^^fcf^Iuß t>om 14* Wlaxi 1797 aufgejfoben; bie au Drepfönig er«' 
l^ielt fid^ t>iel länger* Sine gebrudte 3njiruftion für fdmmtlicf^e pU^ 
fige CÄir(^en)6apett^©änger, Sängerinnen unb aÄuftfer erwäj^nt ber 
35orf(|iriften be^ ßonfijiorium^ über Äird^enmufif t>om 28* 3att* unb 
20* ÜÄöri 1755, fo wie t)om 30* Slug* 1794* 3lati) ber 2)otattond* 
Urfunbe t>om 30* Wläxi 1830, $* 10. trägt ber Staat nid^t^ mejjr 
gur Unterf^altung ber fiird^enmufif bei* 2)ie J[)or^anbenen üRufif* 
faffen gingen in bte ^änbe be^ firc^Iid^en Oemeinbejoorjianbeö über. 
2)er Srtrag berfelben ifi aber gu gering, um bat)on mufifalifd^e Cei* 
jhtngen nad^ größerem SWaaßfiabe beflreiten gu fonnen* SWan begnügte 
ji4> beß^alb längere 3^tt mit Äinberc||6ren, mit ober oj»ne S03e(|>fe^ 
gefang ber ©emeinbe* yiamliö} im Slpril 1825 würben bie Schulen 
burd^ bie »ereinten j)rotefiantifd^en (Jonftflor ien, aU protefiantifd^e 
Dberfc^ulbe^örbe, angewiefcn, ben Äird^engefang bur^ ^^6vi ber 
S^ulftnber unterflü$en gu lajfin* Slber 1840 er|)ob fi^ ein Streit 
über ben Orunbfa^, ber geltenb gemad^t werben foßte, aK flejie bie 
£ir(^e in feinem aKgemeinen 3uf^ntmen|^ange mit ber Schule, weß^r 
fKiIb bie S(^utfittber nid^t fingen bürftenCK. 803. L. 311*314— 316* 
319—331* 342f* 345)* — 9lur bei ber gittweifiung berfJauKKr^e atti 
9* ^mi 1833 würbe große Ord^ejier^5Wufif aufgeführt, am JCobe^:» 
tage Sut^er^, 18. gebr* 1846^, in ber St* Äat^arinen^, St* ^eter^:^ 
unb ©repföttig^fird^e t)Ott fun^geübten Vereinen, ebenfo bei ber 
SBteberöffnung ber St* 9lifotaiftrcj>e t)on einem SDtänuercliore gefun^ 
gen* — Hm gefle be^ 1847 jum testen 5)?ale geftterten 18* Octo< 
ber^ würbe febe^ 5KaI ba^ Te deum C^cxx ®ott, bic^ loben wir) 
t)Ott ^ofouu^ unb Raufen begleitet, bie, wenn jte in einfad^cn Zo^ 
nen, Uebereinftimmung mit ber Orgel unb mit ber st^ixi^tn 9tfid« 

6 * 



— 84 — 

ft(i(it auf ben Umfang ber ^ird^e bemäntelt werben, einen eben fo 
fejilir^en Smbrud matten, tou 2)tefe^ e^ebem an gefltagen in ber 
6t lfat^arinenfir(^e mit ber Segleitung be^ ^au^)tgefange^ bur(^ 
Mefelben ber ^aü war» 

§♦ 104. ©ottfrieb ärnolb CUnpartj^eüf^e Äirc^en^ unbÄe^er^^ 
j£)ifiorie, H. XVI. IX. §. 323 fl>ri^t ft^ fefjr migbifligenb über bie 
Äirc^enmuftf au^ unb bemerft, baf jwar ber l^iefige ^rebiger ^etru^ 
^atienö (1571—1579) biefefbe für eine große a03of>Itf>at auögege^ 
ben, aber in ber in ber erjien Hälfte be^ C170 3af>r^unbertö gemad^^ 
ten Drbnung gu S'^anffurt am SWain (wuß eine Äird^enmufifcOrb^ 
nung gewefen fei;n; bie jit^ ni6)t me^r t)orfinbet), SSorrebe ©• 9 
man felber l^abe gejie^en muffen, baf ba^ SWuficiren bie Slnbad^t 
^inbere. 8lbgefe|)en bat)on, ba§ Slrnolb, ate befd^ault^er STO^flifer 
unb @e^>aratift, bie beftefjenbe äußere Äirc^e unb i^re Sinri(^tungen 
geringfc^äfte C^od^I. 214 fO, fommt fe{!r barauf an^ ob man in ber 
Äirc^e eine nur auf ©innengenug bered^nete, fünjHi(^e, lange unb 
»ietteic^t langweilige 9Wufif |^6rt, ober eine einfädle, ernfte, bie bem 
3we(f ber 6ffenttic|^en ©otte^üerejirung entfprit^t unb i^vtn Sinbrudf 
Joerflärft *)• SBirflid^ würben in ber jweiten i>al^U be^ 17* 3a^r^ 
Junbert^ unb f^)citer J[)ielfac|^e filagen gefjort, balb über große Vin^ 
orbnungen bei ber Äird^enmu|if, batb über i^re Untertajfung ober 
tpren Serfatt. Sae //^räambutiren/' muffe fürjer gefaßt werben. 
^^ würben fogar feine bie Slnbad^t förbernbe ©tücfe gef^)ieft. ÜRan 
wottte bai^er t>on ber ßanjel bie 3ugenb jum Setriebe ber ÜWuftf er* 
muntern, rügte e^, baß bie STOujif in ber lateinifcfien ©(^ule nid^t 
beffer betrieben werbe unb naj^m e^ bagegen fel^r woj^I auf, aU ein 
®(|yutte^rer \i^ erbot, außer ber ©d^uljeit fähige Änaben für bie 



*) 2)er ^egenfa^ be^ »urbigen ©efangeö in ben eüangelifcjen Äiri^en iattc 
öiele ISätcr ber Siribentinifc^en Äir(|)enüerjammlung (1545—1563) ben 
bamattgen muftfalif(()en ^D^efgefang in ben fat$olif(()en ^itäftn aU gu 
weltlich erfennen geteert. @ie fleüten bajcr ben 3lntrag, er fotte ganj 
abgefd^afft merben. ^0(^ festen e^ no($ einige burt!^, baf bie Qnt^n* 
bung bariiber hi^ ju ber Sompoittion einer SÄeffe burt!^ ben gefeierten 
^Jaleffrina (1529—1594) aufgcf(|)oben bleibe, ©iefer erhielt nun ben 
^iuftrag, eine^Weffe gu fcßen, mtäft, hti funflüoller ©timmfiijrung bo(^ 
in ^init(!tt auf ben Stert i^erftänblicj unb in ©etreff ber 3»ufff frei i>0n 
aUtt ?eic^ifertigfeit, burc^ou« ba^ ©eproge frommer %nta6ft tragen fotte. 
®anj in biefem @eifte lieferte ^^alcfhino 3 SÄeffen in grofartiger, ä^t 
lix^U6)n SBeife unb tourbe baburdj ni^t nur ber SRctter t>er 5Kuftf hti 
ber SÄcffe, fonbcrn aut^ für tange 3eit ba^ SKufler einer »ürbigen, gur 
Xttbat^t er^ebenben ftird^enmufif (^0($ I. 121). 



— 85 — 

Ätr^enmufif au^jubtften CA. 425 f* 532. 638 f. B. 328. 385. 390. 407, 
544. 574. 593, D. 169. 200. 342. 356, 359 f.). — ®röf ere Ätt^ett» 

mujifen mit flanjem Drcfiejlcr finb fir*ltc^e ßoncerte unb, wenn (te 
anö) ia^ rcKöiofe ®efu^t erregen, bod^ t)Oii öberwtegcnbem Äunfl» 
wertfie, xot^^alb fie beffer für fic^ attein, in ober au^er ber ^ixö)t, 
aufgefflf^rt werben. Da§ man berglei^en SWujtf öfter im Sf^eater 
unb ßoncert:^@aale l^ört, beweiji i^ren geringen 3"föniw^^n^ang mit 
ber öffentlichen ®otte^t>eref>rung. SDäenn nun gar, tt)ie e^emaW ^kx, 
mit unjureid^enben '3KitteIn unb meiji t>eralteten ^onfiürfen, an jiebem 
©onntag nac^ bem Singang^liebe eine 3njlrumental^ unb SSocat* 
5Wufif 3U ^ören war, fo nal^m ft^ biefelbe im ©anjen fe^r f^led^t 
au^, unb e^ iji gar nid^t gu bebauern, ba§ jie eingeteilt werben 
mu^te. 2lu§er ber öotlfräftigen, {^armoniereid^en, gtei^mäßig unb 
leibenf^aft^lo^ tonenben Drgel paffen f^ö^fien^ ®Iaö^3n^rumente in 
bie Äirc^e, benn bie @treid^^3njirumente flingen, außer in SRaffen, 
3U bünn unb fpi| in f^ofjen, gewölbten 3läumen, unb ba^ Stimmen 
berfelben ifl wibrig unb fiörenb. — Da bie Äir^enmufif in froherer 
3eit na^ bem Singang^liebe unb bem ©lauben C?teb: 2Bir glauben 
W an einen ®ott) auögefüj^rt würbe, fo trug, wegen ber ermü* 
benben ?änge unb be^ babur(| entjiebenben ®e^)lauber^, baö ÜWini* 
fierium im ^pxil 1714 barauf an, ba§ bie SWuftf unmittelbar nat^ 
bem Singangöliebe eintreten möge. Dieß würbe aber ni^t beliebt, 
mMi^t um in jenen fd^wierigen Briten (§• 96. 97) fid^ nic^t bie 
geringpe Steuerung gu erlauben. Srji am 6. 9?ot). 1732 würbe 
e^ genef^migt, unb gu gleicher 3fit t>erorbnete ber fRatfy, bag bie 
Äird^enmujif Ui bem Slbenbmale wegbleiben folte; man möge bafftr 
f4)idHi(^e Cieber fingen (E. 221 f. F. 839. 845). — ^inftd^tlic^ ber fßo^ 
catSKuftf finb in ber Äirc^e nid^t eingelne, ober wenige Stimmen, 
fonbern nur ß^öre t>on S03irfung. S3eibe aber, Sßocal^ unb Snflru* 
mental^üWujTf, entweber jebe für fi^ ober mit einanber t)erbunben, 
muffen jeben gälte ni^t bloß in bie Orbnung ber öffentlichen ®otte«* 
\)eref>rung eingefd^altet, fonbern innig mit berfelben t>erfnü^>ft fepn» 
®n angefel^ener fiiejiger Sfirger machte im 3D?ai 1816 ben Antrag 
ju einer folgen engern SSerbinbung CK. 422—429). 

S. 105. SSor^anben finb bie SCerte, meiji in Santaten*®ejialt, 
JU ber tird^enmurif an bem grntefefle 1721 unb 1723 CVII. 87. 88), 
an bem grieben^fefte 3. 9»ärj 1715 CVn. 84), bem ©iegeöfejie 6* 
Sept. 1716 CVII. 85), bei ber SBiebereröffnung ber @t. 5RifoIaifir(|)e 
10. 5)ec. 1721 C®@* 18), am ®eburt^fepe ber Äaiferin 22. Oct 1743 
CVn. 89), Ui ber ®eburt^ äm^ ergfieräogö 17. 3»ai 1716 (VH. 



— 86 — 

m. 90) irnb ÄO^ anbere (Vn. 79. 82), Huc^ Hegt ber ®I«u*e m ba^ 
©frtmaaß: D ®ott; bu frommer ©ort, gebraut t)cr, wobei bemerft 
tfl, baf er wn bem ^erm ©ürgermetjier t)on ^er^ner Cföt bte 
JMrrfKnmufif) com^)Oiitrt fep (VII. 81), ' 

13* fßetfu^ einet d^entl^umlid^en fit^üd^en ®ptte«; 

i^erefiruitg* 

S* 106 ®6)lit^U^ muß nod^ etne^ aSerfuc^e^ erwäj^nt werben, 
bie SQSirffamfett ber fir^Itc^en ®oete^t>erel?run8 bur0 eine ärt wec^* 
felfetttger SeleJ^mng unb Srbauung ju er|^6f>en unb ju t)en)oflflan^ 
bigen* Unter ben metfi au^ejei^neten Senioren bt^ lutf^erifc^en 
^ebiger*SKtnifierium^ r<igt ganj befonber^ ber e^rwörbige ^j^iL 3ac. 
©pener in feiner 20j[ä^rigen 2:|>dtigfeit ballier (äug* 1666 bi« 
3uli 1686) l^erbor^ weldl^er ber in ©lauben^flreitigfeiten erjiarrten 
Äird^ unb i^rem trodenen, fletfen S03efen burdfy bie SRid^tung auf ein 
toa^x^a^t frommet, gemut^Hd^eö unb Jpractifi^ö €{!rijient^um aufgu^ 
|df«i bemüht war, baburd^ aber jugleic^ ber aSater be^ erfl burd^ 
feine än^anger übertriebenen ^ieticmu^ unb ber bamit jufammen^ 
l^angeAben religiöfen fJrit>at^3wfammenfünfte CSont)entifet) würbe* 
Die Sntjief^ung unb ben3wedf ber (enteren ergdl^It er felbfl in einem 
am ©cf^luffe biefed §• mitgetf^eilten äctenfiucfe* flW aber ffir biefe^ 
»CoUegium sacrum Ober pietatis«, welc^eö @^)ener etliche 3af>re in 
feinem ^aufe Can beffen ©teKe 1835 Hn neue^ ©ebäube m ber 
Ü^^iflfn ^aulöfirc^e aU 3laumri(^feit für ben (ut^erifc^en Äirt^enDor- 
flanb unb eine ^farrwo^nung aufgeführt ift) gehalten ^attt, bei bem 
3ubrang ber SWenge, uifler welcf^er jtd^ aud^ 3teformirte unb Äatf^o- 
lifen befanben, unb weil ^kt anwefenbe ©efanbte eö befud^en wollten, 
ber Kaum ju üein würbe, faub ^6) @^)ener \>eranta§t, mit ^öf^erer 
örlaubniß ba^felbe in bie ganj na^e ®arfußer Äirc^e auf STOontag 
nnb SWittwoc^ ju t)erlegen, im SSSinter t)or, im Sommer naä^ ber 
©et^nbe* Dieß würbe Sonntag^, 6* SWärj 1682, t)on ber Sanjel 
twttnbigt CSer^ner II. 2, 12* 21). X)t>d), wie fi(fy leicht benfen 
W^, fd^rint biefe gute ®a(fyt, bie in einem Reineren Äreife ®Ui^^ 
gefinnter miJglic^ war, in «iner großen gemif^ten SJerfammlung nidjit 
lange tf^unlic^ gewefen ju fe^n, benn rim f^)ätere 5Rad^ri^t bemerft, 
ba§ S^^ener, aW er fa^, wie fein Sottegium eine unb bie anbere 
Ungelegenj^eit »erurfad^en woüe, auf ben 3lat^ feiner «mtöbrüber 
ba^felk eingcpeöt ^abe ax. 131)* Die Urfunbe (IX. 118? , wo^ 
«tl bie lärjer gefaßte IX. 118»! im SBefentlid^en fibereinfiimmt), ia<^ 
teinift^ abgefaßt Ct>ergl* erfle «ue^gabe biefe^ SBerfcf^ene, 8* 118 f.), 



— 87 — 



Wirt l^ter jut attgeraftnen Äenntnißna^me fiberfeftt gegeben unb, Iau< 
ut folgenber 9Raafen: 



©er Urfprung biefer ^duö(i(5en 9ieligionöiibun(^ im 5luöu|l 1670 »ar fol» 
genber» Einige fromme greunbe *) Wagten mir über bie Serborben^t äffe? 
gefeUf($aftIt(ben Unterhaltung, au^ n)eI4er man feiten o^ne irgenb eine ®miU 
fen^ioerte^ung jurücffe^re. di fep ba^n getommen^ baf man^ too nur Seute 
beifammen fepen^ feine anbere ®efprä(be aU ^on ben Slngelegen{ieiten biefe^ 
Men^ Jöre, meifl aber bon gejaltlofen; unb folcbe, bie man faft gu ben 3)?attJ. 
12, 36. erwähnten unnö^n SBorten reebnen muffe. Ueber 2)inge, »elc^e bie 
gri^mmigfeit förbern, ^etrfcbe tiefet @(b»eigen, fogar 2Bibertt>iffe. Sßenn Se* 
manb bi^bon nur brei SBorte gu reben anfinge, mürben bie Snbern unmutbig< 
ftbtDiegen, beuteten bur(b ©eberben ibre Abneigung an, ober unterbrdiben jlet^e^ 
©efpräcb, tt>ie ein gunfc burcb @j)ei(b<I au^gelöftbt »irb (bergL @ir. 28, 14}, 
auf irgenb eine SBeife, ober fucbten c« »enigftenö foglci^ auf ettoa€ Hnbere« 
gu lenfen. 3)aber Up ibnen ber Umgang mit 5lnbirn faft jum (Hei geworben; 
pe »ünfcbten aber eine ©elegenbeit, baß fromme ©emütjer bisweilen gufammen» 
fämen unb bon bem @inen, waß 9{otb tW unb affcin ^ertb für j^e ffat, in 
(briflU(ber (Einfalt unb ZuU mit einanber fpre^en fönnten, um bergeflalt., roai 
f!e Ui ^nbern bergeben^ fucbten, menigflen^ unter ftcb }u ftnbem 

Die gerecbten Älagen Jener grommgefinnten , fo wie ijre SBünfibe/ bie 
mit @otte^ Sort unb ber n)abren Srömmigfeit übereinfHmmten , fonnte i(b ni^bl 
tabeln, fonbern tobte fte unb erbot mi(^, bamit bie @a(be feinen SSerbacbt tt* 
rege, folcben 3ufammen fünften, gu mi^n icb mein ^rbeit^gimmer borf(b(ug> 
bei|un)o^nen. 3(b fpracb barüber mit einigen meiner 3imt^bräber (benn weiT 
tß eine ^ribat^Uebung fe^n foffte, bielten mir nicbt für nötbig, bo^ gange doU 
legium gu befragen), »elcbe bamit einberflanben unb, fomeit ©efunbbeit unb 
©efcbäfte eö anliefen, im Slnfange öfter« gugegen »aren. 

Wlit bem ^atfye würbe nitbt weiter au^rücflitb berbanbelt^ »ett eine 
^kibat*Uebung ber öffentlitben OJenebmigung nhbt beburfte. SJon ben erfU« 
Urbebern aber bitten gwei, ber eine mit feinem ^ater, ber anbere mü feinem 
^4>n)ager, welcbe ©cbolarcben waren, gefprocben unb pe biefem l^orbaben ni^ 
abgeneigt gefunben, $on ben beiben anbern (Scbolarcben war e« au(b gewi^ 
baf fte ber (Sa^e gün^g feigen. Da nämlitb ben <^oIar(ben bon einem ^o^ 
eblen diatf)^ bie (Sorge für ba« 5^ir(ben*Cunb@(buO wefen anbertraut ifi, unb 
wir ber %nfi6ft berfelben gewig waren, baf wir nübt« löebenflicbel gn unter* 
nebmen ftbienen, fo umgingen wir e«, nixb Unbere umIRatb gu fragen, d^neai 
bcrfetben wenigflen« gefiel bie @a*e jo gui, baf, wenn er »on ber Äranfbeitr 
bie ijn furg nacb Slnfang biefer Sleligion^übung ergriff unb wegraffte, gentfef 
wäre, er feiner (^rflärung gemäf ftcb ««^ angefcbJoffen tfäüi* Stber bon {euer 
3eit an b^t Weber ber gange 3latb biefer Uebung ftcb wiberfe^t, noib irgenl 
einer ber Slngefebeneren mir mit einem eingigen SQBort fein SKiffaffen gu erfer 
neu gegeben: bie ^eiflen b<^ben e« fogar gelobt. 



*) Unter ibnen werben borgug^eife Dr. 3ob. 3ac. @ibö( Cbergl. §. 6?) 
unb Dr. Diefftnbaib genannt (iX. 128*) • 



— 88 — 

Heber ben ^txqauQ babei trafen toix bie ^efhmmung, baf, fobalb 2(!Ie 
beifammen waren, i^ mit einem furjen ®ehiU anfing unb batauf einen W>* 
fi^ttitt anl einem S5u(Je t)orlaö, über »eitlen tt>ir ol^ann (brechen »ottten, 
toa€ nämli^ 3eber mä^renb bed ISorlefend al^ bienlic(^ j^r Q^rbauung unb gur 
9efefHgung bed reinen ©tauben^ bemerft ^ätte. @ine Orbnung unter ben @pre« 
«Jern feft ju feßen, Jietten wir nii^t für nötjig, fonbern gerabe, wie Ui trau* 
liefen Unterhaltungen jwifc^en greunben ju gefc^ejen ^jffegt, fi^tof ber eine, 
»enn et 8uf! l^atU, ber Siebe beö 2(nbern fi6} an, inbem er |te befraftigte, er* 
»eiterte, beleuchtete ober einen anbern ©egenftanb jur ^pxaä^t brachte. 2Bem 
nic^t )u reben beliebte, ber fonnte f($n>eigen. 9{ur ma($ten tt>ir e^ unl )um 
@efe^/ un^ t)or ©egenflänben gu (uten, ml^i unferer Q^bauung wenig för* 
betli^ fepen. ^a^et fottten bie @pi(ftnbig!eiten unb @treitig!eiten ber gotted* 
gelehrten ©c^ule, bie einen anbern Ort, eine anbere 3tii unb einen anbern 
3»e(f t>orauöfe$en, wegbleiben. SBürbe alfo ^ttcai biefem unferm 3tt>e(fe ni^^t 
flngemefTeneö berührt, fo »olTten wir »ieber babon abgeben» 

SQSir bofften aber, ba$ auf biefe ^eife %U^ nii^t nur in ber (^fenntnif 
Ite i>tiU unb bem @ifer ber grommigf eit wac^fen, tt>oju jene Unterhaltungen 
t)ie( beitrügen, fonbern auäf an fotc^e ©efprac^e ft($ gewonnen würben, bie ftr 
im SJerfeJre mit flnbern gefi^icft ma6)Un, bon Dingen, bie jur grömmigf eit 
gelten, ju reben; ferner, baf unter ©enfenigen, welche M biefer Uebung einer 
be^ anbern gortft^ritte fennen lernten, eine billige unb innige greunbfc^aft |t(^ 
bilben würbe, bur($ welt^e bal S^uet ber ^UU unb bie eifrige ^emübung bei 
teber ©elegenbeit fii^ gegenfeitig ;|u erbauen, beflo me^r entbrennte, unb fte mit 
itxtm l^orbilbe Rubere ^u glei^em QFifer erwecften* 

53ei bem 5?erfa^ren in biefer SBeife burt^lafen wir Sütfemann^ fJorfi^marf 
ber göttli((>en ®üte, be^ 53ai(lu^ 5(u«äbung ber grömmigfeit, be^ $unniuö 2lu^* 
|ttg ber noti^wenbigHen ©lauben^wabrjeiten. SiJac^ ^toti Sorten aber gaben wir 
ntenf(^li(()e ©cbriften auf unb griffen )u ben b* ©Triften bed neuen ^unbed, 
oon weiften wir bie ^angelif^en ÜT^att^äu^ unb Suca^ bur($gingen unb je^t 
mit So^anneö befi^äftigt ftnb; j[eboc(> alfo, ba wir un^ (wö(|)entlic^) gwei 3^al 
|tt \)erfammetn bff^gen, baf i(^ ©onntag^ meine Zaqi öorjer öffentlich gcjal* 
tene ^rebigt wieber^ole, bamit ba« jwei Tlal ©ejörte ben ©emütjern befto 
treuer |t(^ einpräge, bisweilen (Einige« weiter auöeinanber gefegt unb ©elegen* 
^tii gegeben werbe, wenn 3cmanb M älnjörung ber ^rebigt einen 3»eifel ge* 
faft ffätti, micj felbft barüber gu fragen. 3f^ biefe SBieberJolung beenbigt, fo 
wenben wir un« ^um Sefen M (Jbangeliften, ml6)tm Mttwoü^i bie ganje, gu 
biefer Uebung "befHmmte 3^it gewibmet ifl. 

©ie Speisenfolge unb 53e5anblungöwe{fe ifl bie, baf i^ einen Sfbfi^nitt 
be< üapiUU, v^k er in feiner Orbnung folgt, ganj borlefe, bierauf wieber bie 
einzelnen Serfe beöfelben. Ueber biefe pflege idf juerft, toai mir einföllt, ju ent* 
wideln unb fi^weige al^ann in ber Q^wartung, oh ein Slnberer etwa« erinnern 
»id. 3ft biefe« ber gall, fo ift bie Gelegenheit ^u weiterer Unterrebung gege* 
Iben: ftjweigen aille, fo fajre i^ mit bem folgenben SJerfe fort. Ba« aber üon 
Ittbnn unb mir beigebrai^t wirb, bewegt ftci^ lebigli(^ um ©a«, wa« t^HU 
«uf b?n einfachen @inn be« (Bptnäfti, tjeil« auf beffen »nwenbung in ber Slu«* 
fibung be« ©^riflentjum« 53e3ug bat, t)oraüglit^^ xoit bie etwa in bem Xerte t)or* 
fommenben 3Jorf#riften gemeinigtitb nic^t Uat^itt werben, ober wi^, wa« un« 
|tt tb«n befohlen ifl, mit ®oHe^ ^ilft in ba« geben gerufipn werben fönne. 



— 89 — 

^aupt^ä^li^ aber ^ergcj>t feine 3wföJnntfnfwnft/ tn »eitler ni^i txin" 
^enb barauf Mngetviefen n)irt/ n>le unumgänglich wir ;$u bem ^e^orfam (^egen 
@otted ^ebot t>erpfli(^tet unb »ie ©laube unb ^eil o^ne benfelben ni^t benN 
bat ffttb; ferner »ie burc(> bie @nobe unfer« (Jrlöferö, »ojibemertt bei feiner 
au^ bem @&an{)elium erkennbaren S^iibe unb 9?a(^ft(^t/bal^ ma^ er ^on feinen 
Söngern forbert, auc^ möglich fe^, um baburc(> jenen beiben borgefaften 3Äei» 
nungen 3U begegnen ^ tt>e((^e au^ S^ißberflänbntß unferer @taubenltt>a$r(eiten 
fo biele ©emiitber betbören unb bie grömmigf eit mebr t)erf(^eu(ben , aU irgenb 
ein anberer öerberblitber ©laitben^fa^ ju tbun bermö(bte, namtic^: 

1) eine fo angelegentlicbe IBemübung in aQen @tü(!en nacb @cttel SSil« 
len unb dbnfh @ebot fein Seben ein}uri(!bten^ fep ni^t 'notbtt>enbig, toeil wir 
nur burc^ ben ©tauben gerecf^tfertigt n)ärben, unb gute Serfe gu unferm t>^il 
nic^t notjtbenbig fepen, — benn mit biefen jwei fejr »abren @ä^en »irb ^on 
©ottlofen ein f(^änbli(|)er iWigbraui^ getrieben, — fonbern, »enn auf jene S^otb* 
»enbigfeit gebrungcn »erbe, »iberfprec^e iDiefe^ ber un^ bon d^tifto erworbe* 
nen greijeit unb axbdt^ ben Äatjolifc^en in bie ^änbe, di fep bielmebt ge* 
nug, wenn neben ber pünttii^ abjun)artenben clufern ©otte^berebrung ba^ 
dufere Seben ehrbar geföbrt n>erbe; 

2) eö fep nicbt mögtii^ in biefer ^^itli^UH unb S^erberbnif , baf ber 
SKcnftb noc^ SbtifH ^orftbriften fein Seben regeln unb aller ^errfc^aft ber @ilnbe 
entfagen fönne, »eil »ir feine Äraft jum @uten befdfem 

Diefen Sirugfcblüffen »iberfeße i(b mi(^ mit oüen Äräften, wie in ^rebig» 
ten, fo aucb M biefer Uebung, nm ju i^eigen, bie gan^e Sebre be^ neuen 2:e» 
ftamenti f($ärfe e^ überall ein unb fomme immer n>ieber barauf )uru(!, baf 
i^btiftu^ f)änftli($en ©eborfam bon und berlangt, unb baf ed feinen ©lauben 
gibt, ber ni^t bad ©emutb bed ©laubigen ba^u geneigt macbt; ja baf unfet 
ganjel ^b^iftentbum auf btc Sluöübung betecbnct ifi, gerner, baf ber befh 
^eilanb fo gütig gegen und fep, nicbt fd&lecbtbin Unmöglicbed borjufi^reiben, 
fonbern baf ber neue ©eborfam, ben er »on und forbert, geleitet »erben fann, 
fobalb »ir ber SBirfung bed©eifted in und, ben er gu geben oerbieS, ni^t »iberfhe» 
Ken, fonbern folgfam ftnb; fo baf , obgleicb »ir nie bobin gelangen fönnen, ba# 
feine ©ünbe mebr in und gefunben »erbe, ed bennoc^ möglieb hUiht, baß, nacb 
einem 3obanneifc^en 5ludbru(f, »ir feine @ünbe tbun, ober, na(b einem ^auli« 
nifc^en, bie @änbe in und m6)i berrfc^e. '^a^ ü^elfle, toa^ in unfern ©efprä« 
ä^m borfommt, ht^it^t ffcb f^itxanf, unb ed »erben, oorjüglitb gegen bad Q^nbe, 
nacb «w^ furjgefaften SSieberbolung , bie in bem »orgelefenen Hbfcbnitte befinb* 
liefen (Jrmabnungen binjtt9«f"9t, bamit »ir ben geborten ^orfcbriften gemäß 
unferSeben einrichten unb an folcben grüc^ten ben ©lauben erfennen, nit^taber, 
»0 biefe mangeln, mit nicbtiget (^inbilbung bed ©laubend und fc^metc^eln. 

^ouftg »irb aucb b^borgeboben, baf »ir beobachten foöen, »ie feiig 
ber 3ttflanb eined frommen SWenfcben fcbon in biefem Seben fep, fobalb man 
feine ©emüt^drui^e unb anbere X)inge, »elcbe ben il^enfcben »abrbaft glücflii^ 
gu maäfm bermögen, in Slnfc^lag bringt unb ^iefed mit bem unruhigen unb 
bielfacb elenben ©lüdC berer, »elcbe in biefer SBelt |tcb unb Hnbern ald febr 
glüdli^ erf^einen, bergleicbt. 

3um 2;abel ober jur fhengen Seurtbeilung Ruberer unb beffen, toa^ bon 
ibnen in ber ®tabt gefcbiebt, läßt man ftc^ nie ^nah, fo baß »ir und offenbar 
feine ©e»alt über Knbere gu richten anmaaßen, fonbern ben fremben £ne4^t 



— 90 — 

Um 3li<^tcrfpruc^e feinet |)errn an^möeben, (^ergl. 9löm. 14, 4). Äommt 
tie 9febf ouf Da^ienig«, »a^ gegen (£Jri(H ®ebot geWieJt, tvle c^ ber @egen* 
fa(^ forbert/ fo t^ält man ft(^ inner^Ib altgenteiner Stiaqtn , o^ne irgenb- eine 
Xnioenbung auf befonbere ^etfonen ober Vorgänge. (Somit ifl unfer ^$etfa(ten 
IRiemanben na^^t^eUig, fe^r fielen aber jur ^eferung oortM^^aft. 

3» Setreff ber ^erfonen waren xoxt 2(nfangö »enige unb fafl nur @e*^ 
lejrte. ^un ftnb unterf(i^iebli(|^e ba, meldj^en e^ beliebt, ba fte nid^t nöt^tg 
laben, mx^ ober irgenb einen 2(nbern um Stt^öffung an^uge^en, ©etejrte, 
Ungetejrte, ber @otte^gele(>rfamfeit Seffiffene, - öon meinen SlmtdWrübem 
it fejr feiten einer anwefenb, inbem i^re ©efd^äfte e^ faum ertauben — 9ie(|^t^* 
geiejfrte, Slergte, Äaufleute, ^anbtocrfcr, SÄänner, grauen C^iefe aber oo« ben 
Männern bur^^ einen ^or^ang getrennt, ba$ fte burcf^aud xix^i gefe^en toerben 
fdnnen, biet weniger i^re ©timme gehört, benn fte ftnb ni(|)t jum ©pred^n, 
fonbern jum ©ören ba), ©reife, Seute bon mittlerem ^ebenÄxtter, funge SItänner. 

3)0(| bie ^Weiften boren nur ju, SBenige reben unb fafl nur bie ber 
@otte^e(e^rfam!eit Sefliffenen ober fon^ gekörte unb toiffenf(|^aft(i(t» gebilbett 
9)^änner; feltener Sp\^%, bie ni(^t ben ^iffenf^^aften obliegen, unb biefe fafl 
nur um 3U fragen, ober anbere ^u^fpru(|)e ber ^. @(^rift, bie fte bem borlie« 
genben @toffe ber Unterhaltung angemeffen eraci^ten, anjufü^ren. Sitten aber 
gefc^ie^t bef(t>eiben, ojne @treit(ufl unb SBiberfprudJ^. 

jDa übrigen^ bie io^X fo gen)a()^fen ift/ ba$ fe^r biete fintoefenbe mir 
unbefannt ftnb, fo fättt ber anbere 3^(f/ ju beffen Se^ufe bie Unternehmung 
begonnen ^Mt, weg, nämluif^ ba# eine innige Sreunbfd^aft unb $ertrau(i(t»feit^ 
toeld^e bie( ^ur gegenfeitigen (Erbauung beitragen würbe, unter ben 2:|eiUte|^ 
mern an biefer SReUgion^übung ftd^ bilben fottte. ^Dafur ift oM biefem Umflanbe 
eia anberer 55ortJett erwad^fen, nämtid^ baf ©a^i'enige, xool^ wir treiben, fei* 
ttem $erba(|^te au^gefe^t iß, xatxX 3eber betwobnen unb (oren borf, wa^ bot' 
X^xaxcii, unb ^^iemanb glauben fann, wir befaßten un^ in^e^nt mit ^^ngen^ 
welche bad 'ix^i fcf^euen. :^a bie S^e^r^a^l mir unbefannt ifl unb unter ben 
Slnwefenben bisweilen Stembe bön ungewiffer ©eftnnung ft(| beftnben, f» i^ 
feine anbere ^M^^i not^wenbig, M welcf^e au(^ ^^ ben öffentlichen ^ebig« 
ten genommen werben mu$. 

@o ber^ält e^ ft(t» mit biefer Uebung, wel(|^e in meinem |>aitfe, auf bem 
i^aitge bor meinem ^beit^jimmer, ber nic^^t gerabe biele ^erfonen faft, an« 
gcftellt wirb, in feiner anbern Slbftc^t, ald um ben ^eiflen ©elegeni^eit ^u i^ret 
SerboHfommnung ^u geben. Sie wo^l mir nit^t ber geringfte Gewinn (ben 
' ii^ berabf(!(^euen würbe) ober ^eitlicbe ^ort^eil barau^ erwä^^fl, |alte \^ boc^ 
meine ^ü^e für wo^l angewenbet, wenn, ba e^ m^ an bem göttlit^en Oegen 
XiX^i zweifeln lä^t, wxi^ nur SQSenige baburd^ Sortf(!(^ritte mac|^n *). 

*) 3n ben bon ©pener felbfi aufgefegten perfönlid^en Umfiänben feinet ^e* 
ben^ Cbergl. $. 54) erflärt er, burt^ fein (Kollegium ^o^z er au^ mejre* 
ren Urfad^en ben erwarteten Sf^u^en xCx^i erwirft, Joffe aber, e^ fe^ 
ni(t»t gan| ojne grud^t geblieben. 



58on bfit befonbern tit^li^tn J^onblungen. 



8. 107. @ett bem 4. 3a|>rf^unbert wurte e^ gewö^TiItcl;, We 
bebeutung^t>otlficn ®ebrfiu(^e ber f ird^ficfeen ® ottcet>ereJ^rung aW @ a^» 
cratöfiite CSBei^eJatiMungeTi) ju , bejetcf^iieTi. J)tc 3lefortnatOTcn 
liefen nur Saufe unb abentmal aW fold^e gelten, »eil biefe alletn 
toon 3efu au^brö(fltc|> angeorbnet feyen. 3u btefen »erhalten jtc^ bie 
onbem ^etltgen ® ebräuc^e entweber ergängenb , toit bie (Sonfttmation 
jur 2:aufe, bie Seicf^te jum abt'nbmal, ober man barf (te wegen 
i^rer in ber y. ©(^rift me^r ober minber au^brficKic^ ^ert)orge|>obe* 
nen ©ic^tigfeit facramentä^nlid^e |)anblungen (Sacramentalia) nennen, 
wie bie S:rauung, ^farrwei^e COtbination) , ©be^leiflung unb bad 
d^rifMid^e ©egräbnif. Obwohl bie meinen berfelben gur öffentlichen 
®otte^t)ere^rung gefroren unb, entweber mit berfelben jufammen^Än* 
genb ober bat)on getrennt, in ßffentltd^er Äir^e gefeiert werben fot 
len unb ee aucf^ wirflidS^ Joielfat^ werben, wegen i^re^ ber Oeffent» 
lid^f eit angefförenben SBefen^ , unb bamtt bie gange ®emeinbe wenig* 
pen^ mittelbaren änt^eit baran nehmen fönne: fo betreffen fie boc^ 
meip tJer^Ältntfmdfig wenige ober nur einzelne ^erfonen unmttte^ 
bar, unb e^ liegen nid^t feiten trifftige ®rünbe t»or, wef j^alb fie 
außerhalb ber Äird^e t)orgenommen werben, wogu iebod^ beö ®runb* 
fa^e^ unb ber Orbnung ij^alben, bei mef^reren berfelben (Srlaubniß 
(Di^penfation) ober änweifung ber ©eborben notj^ig finb, ^üx biefe 
befonbern fircf^lic^en |)anblungen, welche meiff red&tög!lttge folgen 
l^aben, aber eben beg^alb an^ nur ben amtlic|> angefiellten ®eijili* 
d^en }u t)errid^ten gemattet ftnb (actus parochiales), entj^alten bie 
Slgenben fe^r befiimmte SSorfd[)rtften. 

8. 108. ©0 t)erfd^ieben au^ bie bogmattfd^en Slnfid^ten t)on 
ber ©ebeutung unb SSBtrffamfeit ber S^aufe fe9n mögen, fo weifen 
bod^ feben ^aU^ ber ®ebraud[>, ben 3efu^ felbp Don i^x gemad^t 
l^at, unb fein au^brfirfltd^e^ ®ebot auf bie innere 9lotf>wenbig' 



— 92 — 

leit ipvi^ Smpfangee ^ni, x>on »eld^em ber Stntrttt in bte ^rt'fi* 
Kc^e Äird^engemetnfc^aft abhängig iji, 

§, 109* dtxoa^ atiter^ tji e^ mit ber Äinbertaufe, btc fd^on 
im 3« 3a{^r^unbcrt alö a^jojiottfc^e Ucberlteferung betraij^tet, feit bem 
5» Sa^r^unbert attgemein geworben, jeboc^ au^ ber ^. ©d^rift ni(i^t 
ftd^er erwei^bar i% ©effen ungeac^^tet barf man fte nid^t bIo§ für 
eine f^one 3Solf^fitte, fonbern für eine fef^r jwedfmägtge geierlid^feit 
etffären, wegen ber baburd^ ben Äinbern t)on früf^ejier ^nt an gu:^ 
gefid^erten d^rijilid^en 55orbiIbung, unb jur gefijiettung ber i^nen 
ceg^alb jufommenben ?li(d)tc an bie ©emeinbe, Sluö einem im ©ec* 
1710 erwähnten SSorfafl erfief^t man, ba§ N. basier anberer Slnfid^t 
war, afö er fein Äinb nic^t wottte taufen laffen unb angab, er ^aU 
i^m bereite einen Flamen beigelegt; bie 2!aufe C^x tJerjianb xoo^ bie 
Ätnbertaufe) fep unnötf^ig unb fönne nid;t au^ ber y. S^rift txtoU'^ 
fen werben. Sr würbe aber genotl^igt, ba^ Äinb taufen ju laffen 
(E. 82). 9Koglid^, ba^ wiebertäuferifd^f Slnjid^ten ju ©runbe lagen* 
Set ber biö|>ertgen SSerbinbung ber Äird^e mit bem (Btaat war j^ier, 
wie anberwärt^, ein folc^er 3wang möglich unb in ^inftd^t ber SSor^ 
ittfyu (^rijHid^er 2(ngel^örigen fogar notf^wenbig. ©af^er bepanb in 
folc^en gätten überaß gu SRec^t, bap ein eigene bagu ernannter 33or^ 
munb ermäd^tigt würbe, bie 2!aufe be^ Äinbe^ ungead^tet be^ Sffiiber^ 
^eben^ ber eitern t)oHgief>en gu laffen. 2(ber burd^ ba^ 2luf^6ren 
ber fiaatli^en Äird^enbuc^^öeprbe am legten 2l!pril 1851 unb bad 
am !• SSflax in Äraft getretene ®efe$ t>om 19. ^ioDember 1850 über 
bie bürgerliche ©tanbe^bud^fü^rung fättt jebe weitere 9?6t|>igung t>on 
Seiten be^ Btaat€ jur S^aufe über^au^)t unb Äinbertaufe in^befon^ 
bere weg. ©ie äugere 9iot^wenbigfeit |>dngt fortan nur t)on ber 
©eflimmung ber Äird^engemeinbe ab, weld^er eine ^erfon ober ga^ 
milie angefroren will. 

§. 110. 9tod^ weniger notfrwenbig erfd^eint bie fogenannte 
9iotK3ä^* ober 3ad^3taufe, weld^e in ber fürgeflen SQSeife unb 
nur mit öedbad^tung ber wefentlid^flen (grforberniffe aud^ t)on ytiä^t^ 
geifilidjren unb grauen an fc^wäd^lic^en, bem 2^obe na^en Äinbern 
toerric^tet werben barf. Sie fanb i^ren ®runb in ber 9Weinung, 
ungetaufte Äinber tonnten niä)t feiig werben, aber au^ in ber 93e^ 
ru^igung ber Sltern, wenn ijrre Äinber in ben ®unb ber d^rrifHi^^ 
d^en Siv6)c aufgenommen waren. , ©ie reformirte Äirc^e läßt fie 
nid^t 3u, unb au^ in unferer iji fie fafl nur eine 5^ad^giebigfeit ge^ 
flen bae Oefüfit ber eitern; audb fommt fte, fo t)iel befannt iji, 
nid^t ^äujtg öor. @te fottte nitfyt übereilt werben OD. 2^19). 3m 



— 93 — 

^pxii 1736 würbe betteltet, ba§ ber @(f)utte|>rer gu S^teberrab , wtU 
c^e^?fetnen bort »oj^nenben ®etjHi(|>eti j^atte , einem Ätnbe bte Wotj^^^ 
taufe o^ne 9iot|> ertpetit ^abe unb jtoar auf lanbamtttdKn fcf^rift* 
U6)m Sefe^L ?e$tere^, obtDO^I gegrünbet, war burd^ falfd^e Sor^ 
f^tegelungen t>eranlagt werben. 211^ bac grjiere nodf) t)telf SWoj 
gefd^a^, würbe e^ t)on bem ßonftjiortum unterfagtCF. 1040 f. 1076)* 
3ur ©tittgfett ber 9lot|>taufe bebarf fie ber tix6)ti6)tn ©eftättgung 
burd[) einen angeftellten OeifHid^en, nid^t aber einer SQSieberj^oIung 
ber wefentlid^en Srforberniffe. J)enn, gatt^ biefe rid^tig beobad^:^ 
ut würben, 

S; 111. unb überi^auipt nad^ allgemein fird^tic^em ®ebrau^ barf 
feine aa3ieber|>oIung ber SCaufe ®tatt jtnbentV. 1362}. 1669 wirb 
über eine [old^e geflagt an einem Äinbe, weld^e^ fd^on burd^ bif 
CIut^erifd()e3 |)ebamme getauft war, angeblid^, weil e^ nit^t na^ 
fat^olifd^em Sraud^ gefd^e^en fep (A. 614 fo. 3m SWärj 1670 wirb 
gemelbet, ein Äinb fe9 fd^on getauft gewefen unb bod^ wieber jur 
S^aufe auf bae S:rittet gebrad^t worben. Der'Sater beffelben, ganj 
trunfen, ^abe bem Äird^enbiener feine Slu^funft geben fonnen (TB. 23). 
1731 würbe eine übergetretene 3übin, weld^e fid^ nod^maW wollte 
taufen (äffen, burd^ Slat^öfd^Iuß jjom 31. 3uli iu oranger unb 
@tabtt)erweifung t)erurtl^eilt. 2lm 10. 3uli 1829 würbe auf Seflra^ 
fung eine^ ^ermifftoftifien auf bem ?anbe angetragen, weld^er fein 
Äinb bo^jpett, lut|>erifd^ unb fatf^olifd^, ^att^ taufen faffen (ßäi^mn 
216).— 9lur an ginblingen, beren 2^aufe ungewiß iji, wirb bie*= 
felbe offne Slnftanb Dottgogen. @o fcl;on 1593 (V. 701). ©ergfeid[>ett 
gäße fommen Dor 1670, 1678, 1680 unb in fpaterer 3eit ni^t 

feiten (B. 45. 48. C. 46. 49. 54. 129. D. 296. 373. 471. 473 f. 481. 
E. 50. 65. 223. L. 177).^ ^m @e^)t. 1690 tfi t)on einem ginblinge 
o^ne beigelegte tlngeige, b(^f er getauft fe^, bie Siebe, worauf an^ 
georbnet würbe, baß er getauft unb fein 93!ame in ba^ Äird^enbufl^ 
gef^rieben werbe, gbenfo 1705, wiewo|^I burd^ einen beigelegte» 
©rief ber SSorname be^ Äinbe^ angezeigt war (C. 525. D. 471. 47a. 
481). 3tn ©ec. 1754 würbe ein bei Dberrab in einer ^^dt gefun^^ 
bene^ ^inb getauft, unb i^m ber 3wname: ^nitv^td, beigelegten. 
183). Um ginblinge fenntlid^er gu mad[>en unb bie Sntbedtung i|>rer 
Sftern gu ermoglid^en, wfi^ft man gern begeic^nenbe Warnen unb 
gwar, wo tl^unlid^, ben ^atenbernamen be^ tluffinbung^tage^ aW 
33or* unb ben Ort ber Sluffinbung alö 3unamen. Se^terer fonnte 
freilid^ bisweilen fe|^r fd[>mu|ig au^fatten, wofür übrigene Seifj)iele 
t>orf>anben gu feyn fd^einen. — SlBenn bagegen bie wefentltd[>en (5r^ 



— 94 ~ 

f^rtermfff ber Slaufe: ein ®ebrt ober wenigficn^ SSater unfer, SBe* 
fprengung mit retnera SBaffer unb bte Strifegnung nad^ 3cfu S3or* 
fi^rift, t)emai^Iäffi9t tvorben pnb, ift bie Saufe aW ntt^t geft^f^en 
)it betrac^iten. am 7. @ej)t. 1687 wirb berid^tet, ba^ eine ^ebamtne 
jit ©ad^fenj^aufen bte 9lot^taufe an einem Äinbe mit aOäein, jiatt 
mit aaSaffer, t)erri(^tet ^aU unb jwar geflitjTentltc^, um c^ in feiner 
&!^wa<fy^Ht )u fldrfen* @^ muf te abermaW unb jwar mit SBaffcr 
getauft werben. @in ©leic^^e^ wirb am 18. 3an. 1713 gemetbet 
(C. 422. E. 168). 2lm 29. 3an. 1728 t)erorbnete ber dlat^, bag 
ein nicf^t gehörig getauftee Ätnb noc^maW orbentlid^ getauft werbe, 
Uttb im 9lot>. 1762 unterfu(^te ba^ Sonjifiorium, ob eine 9lotj>taufe 
tt^t t)erri4>tet worben fe^ (F. 568.571.577. vn. lli. 113). 

§. 112. gutjer« SBerfe, 3ena, 2*^ Xi^il, 1555, fol. 237 f. M wm 
3ajre 1523, unb SSBittenbcrg, 6»." Zieii, 1553, foL 105 f. aW wm 
3ajre 1526 (beibe auf ber ©tabtbibliotbef) 

geben in feinem Saufbuc^lein Curf))rängli(^ (ateinifc^, aber )>er^ 

^eutfc^it 1523 unb //auf ba^ 9ieue zugerichtet// 1526) für bie 3(rt 

Uttb SBeife ber S^aufe folgenbe Anleitung. 3n ber SSorrebe ju bem 

leftteren wirb erflärt, e^ fep be^ bcjfer» aSerftänbniffe^ wegen nün^ 

Ui^, in beutfcf^er ©iprac^e ju taufen. !Z>ie S^aufe fep ^oc^f) wicf^tig, 

um ba^ ßinb ber ®ewalt be^ Seufel^ ju entreifen unb jum Atnbe 

(Sottet ju machen. ®ering ju fd^^en fepen bie äußerlichen Sere« 

monien, aU: unter bie Slugen Hafen (Exsufflatio); ^reuje anftreic^^en, 

Sali in ben SRunb geben, ®!pei(^el unb ßot^ in bie 9}afe t|mn, 

mit £)el auf ber Sruft ttnb ben ©futtern falben unb mit Sf^ri^ma 

(geweiftem Dele) ben ©d^eitel befireic^en, 5B8efier|>e»b anaief^, 

brennenbe ^erjen in bie ^ani geben unb wa^ mef^r t)on ^lRenfd|eti 

Jinjuget^an fep, bie Saufe ju gieren. — äftte biefe ©ebrauc^e, wetd^e 

^ no(^ im erften Saufbäd^Iein t)on 1523 finben, {tnb in bem jwei^ 

ten »on 1526, mit äu^naj^me be^ 2Befler|)embee Ci^ef^e unten), weg< 

gelaffen. 3c^ ^aU aber, fügt ?ut^er fc^tiepc^ f^ingu, nodb »i^^te^ 

©ottbcrKd^eö wollen t)erdnbern, wiewo|>t ic^ e^ leiben moc^te^ t€ 

WÄre beffer gerüflet. aber bie f(bwad[>en Oewiffen ju fd^oacn, lafe 

ii^ e^ faß fo bleiben, ia$ fte nic^t Hagen, i(!^ wollte eine neue 

Saufe einfe^en unb, bte bi^r getauft ftnb, tabetn, atö bie md|^t 

n^t gelauft waren. Denn an ben men{<^Ii(^en d^fä^^^ ^i^ f^ 

groß li^iH, wenn nur bie Saufe an i^i fetbft mit ©otte^ Sßort, 

richtigem ©lauben unb ernjiem ®ebet bejianbett wirb. — Die Sauf«' 

Janblung, gegen 1523 bebeutenb »erfürgt, wirb nun fotginber SWaa»« 

^ea ang/ßgieben: i) Der S&ufer fpred^e: ga^re au^, bu uttveiMt 



— 95 — 

Oeip, unt) gib 3taum t>em ^- ®etfle! Cfogenanntc* Hctnc ©efc^wörung 
ober Exorcismus, tt>a^rf(^etn({(l^ über bae £aufn>affer gefiproii^en; 
benn ee n>ar eine uralte ^iDteinung; tie bofen ®ei{ier f^ätten il^rett 
@t$ im aOßaffer; äugufK vn. 286 J — 2) bann ma^e er ein Äriuj 
an ber ©time unb ®rujl unb f}>re(^ie: 9fimm ^in ba^ S^i^^^^ bt^ 
ßreuje^; beibee an @tirne unb Sruß; 3) la^t un^ beien: C^SoUecte 
b. if. förgere^ ®ebeO; 4J ia^t un^ beten: (längere^ ®ebet) — 
53eibe ®ebete finb anbete aW im erjien ^^aufbfic^Iein — 5) ^ä) U^ 
fdjwdre bici^, bu unreiner ®ei^ (großer Exorcismus, jeboc^ ofme bie 
nad^brädlicf^e (Einleitung baju im Saufbücblein )oon 1523)^ bei bem 
9?amen be^ SSatere f unb be^ So^ne^ t unb be^ fi» ®eified +, 
baß bu au^fa^refi unb »eid^eß »on biefem Diener 3efu fi^rijü N. N. 
(Die 9lamengebung »trb , aW t>or ber J:aufe gefcbej^en, t)orau^gefe^t); 
6D ta^t un^ ^oren ta^ y. (5t)angelium @t. 2»arei (10, 13. 14. 16); 
73 bann lege er bie |)änbe auf bee jlinbee ^auift unb bete bae^ 
Sater unfer (o^ne. ben Schluß: benn bein ifi bae 3lei(^ u. f. tt>) mit 
ben ^at^en fnienb; 8j bann leite man baö ^inb ju ber Jiaufe (1523 r 
in bie Äirc^e b. ^. ju bem Slaufjieine) unb ber 2!äufer fpree^: Der 
{)err besäte beinen (Eingang unb Slu^gong t>on nun an bi^ ju eift>i' 
gen 3rtten ; 9 j bann taffe er bae Äinb burd^ feine ^atj^en bem Zt\i^ 
fei abfagen (Abrenuntlatio) in 3 getrennten S^agen: N. N. entfag^ 
bu bem J^eufel — unb alten feinen SSBerfen -— unb attem feinem 
®efen? mit iebeemaliger Slnttoort: 3a! 10) ®Iaubfl bu an ®ott 
ben 93ater u« f. xo. (bie brei @tttde be^ a^oßolifc^en ®(auben^befennt' 
ttijfeö), eben^fatt^ in 3 getrennten "^xa^m unb antworten; 11) ffiittjl 
bu getauft feyn? Sintwort: 3a! 12) Da ne^me'er ba^ Äinb, tauche 
ed in bie Saufe (ba^ Saufwaffer) unb f))red^e: Unb x(fy taufe biil^ 
im Flamen be^ SBater^ unb be^ @o^ned unb be^ ^. ®eiße^! 13) 
Dann fotten bie "^atp^n ba^ ^inblein f^alten in ber ^ufe (fiber 
bem Saufwaffer) unb ber 2:äufer fipre^e, bieweil er ba^ SBefierJiemb 
anjief^t: Der aSmoc^tige ®ott unb Später unfern ^tnn 3^fu S^rifü, 
ber bid^ anbertt)eit (neu) geboren ffat burd^ bo^ SBoffer «nb ben ^. 
®tifi (3o|f- 3, 5) unb ^at bir alle beinc ©finben t>ergeben, ber fidrff 
bi(^ mit feiner ®nabe gum ewigen geben! Simen^ 14) griebe feip^ 

mit bir (Pax)! Sntwort: amen. 3u 12) ifi gu bemerfen, baß 

urfpringlic^ ba^ bteifad^^e Untertaud^en (immersio) ®taü fanb, feü 
bem S. 3öf>r]^unbert bloß bie breifac^e ©egießung (adfireio) ober SBe*: 
f:|>rengung (adspersio) be^ ^o)>fe^, obn)o(^l mit bem le^teren SBerfo^ 
ten in dinä^t auf ätöm. 6, 4. ein @tnnbilb )oerloren gef^t. ^an'pu 
i&^iiä) betvaf e^ ben ®djieitel ober {n'nterfo^f, burfte ober ouc^ an 



— 96 — 

fcem ©efid^te, bcr Btixnt, ®rufl ober jebem ebtercn S^^eile be^ ^6r^ 
per^ gefd^el^en, ?ut^er erflärte ficj für ba^ t>5Utge Untertauchen* 
jDoc^ finbet man tn ben lutj>enf(|)en S^auforbnungen feine SSorfci^rift 
btejer 2lrt, fonbern erWärte eö für freigegeben C2lugufri VII. 219* 
5^363.— 3u 13) ifi ju bemerfen, baß fcfion im 4. 3af^rj)unbert t)on 
«nem weisen Äleibe (yestis Candida) bie SWebe ifl, weld^e^ ben er^ 
wat^fenen 2^äufl[ingen unmittelbar nad^ ber Untertaud^ung angelegt 
»urbe* 9Ja(^ @infü|>rung ber Äinbertaufe unb ber Segiepung ober 
Sef^)rengung würbe biefe Bitu finnbilblic^ in fofern beibehalten, 
ba§ man bIo§ ein ©türf weißer Ceinwanb nafim, in weld^e man ben 
XänJUinQ tvitfelte, unb bie t)on ben ^atfien gehalten würbe* 3n no(^ 
fpäterer S^it fe$te man an bejfen ©tette eine weiße leinene Äopf^ 
bebertung, im erjien Jaufbfic^Iein: |)aube, im gweiten 8Befier(vestis) 
l^emb genannt (2lugu|H vn. 310 fO- 

$* 113. ?ut|>er^ J^aufbud^Iein fammt feinem J^raubüc^lein würbe 
ben ältejien Sluögaben be^ Äatec^iömu^, wiewo|^l nid^t alten, aW 
anl^ang beigefügt, unb fo finben fld^ auc^ beibe in bem ^anbbüd^^ 
lein t>on 1599 C§* 18}* 211^ fie aber in ber erjien beutfd^en 2lu^^ 
gäbe be^ ßoncorbienbuc^^ t)on 1580 weggelaffen würben, befd^wer^ 
ten ^xä) barüber bie ©otte^gelel^rten ber Unit>erfität |)elmfiabt, we^ 
c^en jieboc^ bie fad^fifd^en erwieberten, baß man jene SBüd^Iein burd^ 
Sufnaf^me in ba^ ßoncorbienbud^ 3U f^mbolifd^en ©d^riften ma6)m 
würbe* Da fte aber feine ?ef!ren entstielten, über weld^e man ftc^ 
toerglid^en |>abe, fonbern bloß ©ebräud^e beträfen, bie nid^t in atten 
Äird^en eingefül^rt fepen, fo müjfe man beforgen, baß burd^ iffre 
Jlufnal^me unter bie f^mbolifd^en 93üd^er ber Äird^e ba^ Soncorbien 
C©ntrac^t^)werf geflort ober t)er]^inbert werbe* Die ®a^t würbe 
baburc^ beigelegt, baß man einer jieben Äird^e bie grei^eit tieß, jiene 
Süd^Ietn nad^ belieben anjune^men ober nid^t; weßl^afb aud^ nur 
wenige ausgaben be^ ßoncorbienbuc^e^ fie entf^alten (Cutl^er^ ffierfe 
t)onDr. 3rmifd^er, 23tfrg3anb, Erlangen, 1838, ©*2073* ©d^on 
e|fe in fofd^er SBeife entfc^ieben war, ^atu ?ut^er^ S^auf^gormutor 
nod^ weniger allgemeinen Eingang gefunben, al^ feine Sibenbmal^ 
Orbnung Cbeutfd^e SWeffe), woju b?r ®runb t^eiU in feiner 3Sor^ 
rebe Cfit^c oben) liegen mod^te, t|^eiW in bem ©nfluffe ber reformtr*^ 
ten ©d^weij befonber^ auf ba^ fübwefilid^e Deutft^lanb, wo »orjfig^ 
Itc^, außer bem änjie^en be^ aSBejier^emb^, bie SBegei^nung mit bem 
Äreuge unb bie beiben ©efd^wörungen (exorcismi) weggelajfen würben* 
Dieß geft^a^ ebenfalls in unfern fammtlic^en Slgenben, unb jwar 
fi^on in ben altefien, unb mag, wie ftd^ leidet benfen läßt, ein ob* 



--97 — 

glfft^ ni^t namentlid^ aufgefß^rtcr ®runb ber großen ©tretttgfetten 
iwff^m ben ^rabifonten gewefen fe^n C§- 4—6. 8* 9). 2BetI ttuit, 
feitbem 3tt>tngli fem (Srorctömu« üin^aupt für etncn gefäf^rttd^en 
afbergtauiett erflart, Satom ftd^ wenigften^ gegen ben fletnern ober 
bfe Sefd^worung be« Staufwajfer^ au^gef^>ro(^en ^atu, bte SBeglaf^ 
fung beiber tn ber refornitrten Äir^e eingeffll^rt würbe, unb Dtefe« 
au^ tn ber l^tefigen lutj^ertfc^en @tait fanb, fo ließen ftd^ bte 9te^ 
formtrten, welchen ^teftgen Drte^ H^ ium 3al^re 1806 feine pfarr* 
'amtliche Sefugmffe eingeräumt waren, bte ^aüfe il^rer ^inber burd^ 
bte ^iefigen Ittt^erifc^en OetfWi^en, ttdd^ einer Knfrage teß^aft bei 
Sabin, gef äffen (Äird^ner n. 434, Äirc^engefc^* t>» b* Kefohnirten in 
granff. u, f* »• mit einer SSorrebe t)on ©enior Dr. grefeniu^, %xant^. 
u. ?eipjig, 1751, ©• 108). 

S, 114: ©a^ S^auf^gormular in unfern erjien gebrucf^^ 
ten Slgenben DOn 1553 unb 1565 tfl mit geringen äuölaffungen 
e6enbaefelk, welc^ee Slitter C384) aW fd^on 1543 gebräud^Iic^ an« 
giCt, jeboc^ mit einer ©d^Iußermal^nung t)erfe{^en. g^ bejie|>t au^: 
13 Einleitung, 2) '®ater unfer, 3) ®ebet. — hierauf folgt 1543 
•baö Saüf^etJangeKum 9Warci 10,, weld^e^ 1553 unb 1565 fe^It — 
4) 9lamengebung burd^ bie ^atl^en Cftnbet fid^ nid^t 1543), 5)(5nt* 
fagung (Abrenuntiatio) in ©efiaft einer einzigen grage : SOBiberfag^ 
bu bem !EeufeI unb äffen feinen Sffierfen unb ön f})äterer '^Ht: ber 
weltlichen) Ue!p!pigf eit? 6) bem Ä^jofiolifc^en ©lauben^befenntniffe, 7) 
ber gr^Ö^* Sffiiffji bu getauft feipn? 1543 nur angebeutet, 1553 unb 
1565 weggelaffen, 8) ber 2!aufe felbfl in bem 5Wamen be^ 9Sater6 
u, f. tt). o^ne angäbe, ob untergetaucht, begoffen ober befprengt wer^ 
ben foffe, 9) Srma^nung an bie Umjlclnber rümfle^enben), gltern 

unb Oc^attern. Die lEauf^gormulare i)on 1589, 1599, 1644 

unb 1688 finb ctxoa^ anber^ befd^affen unb beflef^en übereinfh'mmenb 
ätt^: 1) Einleitung unb fofortiger ©egrfinbung ber S:aufe über|>aupt 
unb ber Ät'nbertaufe tn^befonbcre burd^ bie befannten Steffen ber 
^. ©d^rift unb auö ben bogmatifd^en ©t^lußfolgerungen j^ierau^, 
2) ®cUt, fc^»on 1543 gebrauc^Iid^, 3) 33ater unfer, 4) 9Jamengebung 
burc^ bie ^at^en, 5) Entfagung, 6) apofiolifc^em Olauben^befennt^^ 
niffe, 7) ©efprengung mit ffiajftr im Flamen be^ u. f- w. 8) t>anh 
fagung, 9) Ermahnung an Eltetn unb®et)attern, 10) Äirc^enfegen, 
Die ©ebete unb Schlußfolgerungen au^ ben btblifc^en Steffen trän» 
gen ftc^ in bem Orunbgebanfen t)on ber grbfünbe unb ber Tilgung 
tffrer Sd[>ulb burd^ bie Ijf. Saufe, ferner ^on ber baburcf^' bewirf ten 
©efreiung au^ ber Oewalt be^ Sofen unb t»on ber ©nabenwirfung 



,J^e^^^ ®fffieö j^fammen»* -~r 211^ 1543 jur abfiiriunß ter gemein* 
fajipen Xaufc mefircm Äinberin ter Ä«0e,jeö, getttö^nli^j^ »ar^ nur 

..g4?5tff|4)er jl&eife .ein unor^ntf-jft^e^. SSprbr.oiigci} iHxanla^t «c^urbe, 

Jf^te,;je« ©elt^ei^ gcg^iB .Slmba(i> burij^, t<^ß/ßöj^^ bei jebem Rixiit 

^^f^^^ unb txipg^en.be^ @(aubpi^ J^ef;gr(?gett geiban tt)U]cbett, bic 

.eiiie öbejcSSater .unb ,@o^n,;bie anbeiße 4})er t^|^ ^<. Oetfl, SßSaJ^ir' 

f(j^ci»tt^ n^urbe bo^:®Iaub.en^befemi{ttig fru|^cr n.ur in Siner grage 

iel^anbctt. 2)aJ>er erft^tcit e^ in 2 fragen ^erlegt in ben 3lgenb^;t 

»on 155,3 unb. 1565^ »äl^renb e^ in^ten nac^folgen-ben 2lgenben in 

f-3 gragen gft^eilt ,.iji; fonberbarer 3Beifc ,.aj}(^. t^i SRitter aW »on 

1543 (XI, 547-^57., 3t itter 287. 290*3853* yrr. %m 10- Dec. 1628 

tt)urbe für gut ge|>alten, ba^ einem Äinbe nic^t me|tr. aU 2 Slauf^ 

namcn gegeben tt?iö:bcn (Ä. 1063* SQSenn e^ ni(^t aßgu gebrSu(|>Ii(|>e 

jfiinb, genügen ft<; bie ^erfon be^ Äinbeö beuüic^ ju bejei(^nen* — 

3l.a(|i ben SIgenben Don 1644 unb 1688 fottte, »enn mehrere Äin^ 

ber jugleic^ getviuft würben, hd jiebem einjelnfp Sitten t)on ber 5Ra* 

•mengebung an bt^ gur ©infegnung einWlie^lidf^ tt)ieber^oU werben^ — 

3n unferer 3eit tt>trb im Slßgemetnen, fo öiet bei ben nbertt)iegenben 

^au^taufen {\ö) beoba.cl^te;n lä^t, mit S^ft^altung ber not^wenbigen 

Srforberniffe be^ SCaufe; in freierer SBeife iDerfafi.ren; mefjjt ge^t eine 

freie a:aufrebe:.öor|i^» .: 

§* 115, 2?!ie 3,ujie^ung t>on ^aut>at^en(®et)attertt) ijl feit 

.bem a* 3a^rf)unbert ate ein frommer unb gwedfmägiger ©ebraud^ 

r.beibe^atten aorbfn* ©ie finb t^til^ S^tXQcn ber wirflic^ unb orbent« 

li(fy üoHjogenjen Sl^uf^, t^dU unb tu>rne^mlid^ Bürgen für bie treue 

..(£cfüttung ber in bem ^ufbunbe |Don Seiten ber.Äinber nb^rnon^- 

^tfien^n 3J.erpfIid)tung,. an beren ©tette (in beren ©eele> jie bi? ^er^ 

jpflid^tung.^üb^rne^mcn^ baffer aber qud^ ba^ 3le(^t ber..9Htt»!tirfung 

bei ,b,er d^rifilid^en ^viU^nnQ bi^ Äinbe^ |>abenr:, 3Die öorjue^mjien 

.Siegeln iinb (Sewo^nf^eiien in berSffiai^I ber ^at<??n ifinb, baf bie* 

felben getauft unb in bie-^rifilif^^ Äird^engemeinfcj^aft aufgenommen, 

^ip. ben ®runbt|oa|!tr^eiten beö fi^rfjietttj^unt^ un-t^pic^tet fepen, ba^ 

.ftefe^Ii^^e 3fiffl^«4^<!V; .i^aben nnb^eine^ unbefd^pUmen Stufet genießen 

^^nüften» 3nebefonbere j^errfii^te v^, 2>eutfc^I.anb ber ©runbfa^^ tag 

feine ber burf^. bie Sieid^^gefe^e ffl^nerfan^itcn, ^3^ »^aupt-S^nfefflonen 

,^ie anbere au^fd^Hegen bürfe^ ^n ber SSirflid^f eit ^at e^ freiliti^ 

jmanc^e Slu^na^jtten gegeben, ml^ o^er i^ren ©Tuub in bem tfin^rn 

^fbqrftjruc^e falben, baß t)on einenj. einer ^bern 6onfef|ion eifrig 

^^geb^^nfiiJJat Jen erwartet wnrbe, ^r werbe eben fo eifrig f^r bif 



— 99 — 

{)eranbt(bung U^ StinU^ in einer t)on ber fetntgen t)teSei<jj^t fe^ 
abtt)et(^enben Sonfeffton mittoitUn. SSoKte man jxdlii) ben begriff 
Ux $at^en auf ben bleuet d^ugen ber t^oKgogenen Saufe befc^rän» 
fen^ fo mären jule^t aud^ a^ugnißfä^tge 3uben unb 4c)etben nti^t aM^ 
gefd^Ioffen, bte aber ni^t ffanbelnb, fonbern nur beobad^tenb anftre» 
ten bürften (äugufK vn. 323- 335— 344)* — Wac^bem ft^on 155« 
ber Btat^ bad Slnfuc^ien ber ^räbtfanten wegen ber ®et>atterf($aft 
eine aBeile ge^en ju laffen befc^Ioffen ^attt, ba* SWinifierium aber 
am 15. gebr» 1560 beantragte, ber dtat^ möge nic^t me^r t^erfiat»^ 
^n, ba$ unfähige unb äbelberfi^tigte Seute ju ®e)oattern gebetet 
n)urbfn, unb ftd^ auf ben ®ebrau(^ in ber reItgton^t)em>anbten 9tadfw 
barfcjbaft bcjog, »o bte gltern ju»or bem ^rebtger bte getöä^Uen 
^at^m anjujeigen l^ätten, unb erfieren nöt^^igen gaU^ abgerat^en 
werben fpnnte, inbem Don fold^en ^at^en für bie c^rijHicbe ©rgie» 
ffung ber Äinbrr (ic^ wenig ©utee t>erf?>re4^en laffe, fo würbe :6ie* 
feö im 3aj>re 1561 nic^t genej^mtgt, t)ielme^r bem ^ird^enbienet *) 
»erboten, ben ^räbifanten »or ber S:aufe bie 5Wamen ber gitem unb 
®et>attern anjuaeigen; man foKe e^ bei bem Sllten belaffen« Sluf 
bie ai^nlic^en ©efud^e im Slug. 1585 unb gebr. 1587 würbe f^inftc^ti' 
tiä) ber beattfianbeten fatf^olifc^en unb reformirten ®et)attern t>on bem 
S^at^t geantwortet: d^ laJTe jt^ ®oI(|ie^ ni^^t t^un, nai^^bem bie 
i®egen))art(^e9 ed gteid^fott^ julie^e. äiuc^ fepen alte ^Religionen im 
{Reiche gebutbet 2)0(|i fonne nid^t fc^aben, wenn bie @Item auf ber 
<Sanje( ober fonfl ^üqUö) gewarnt warben, ba§ fte bergleic^^en $er> 
fönen nid^t ju ®et)attern bäten. — 2)aß Diefeö nicf^t gtx änbern ^, 
wirb 1596 unb 1597 beflagt, 9lo(^ 1672 würben Steformirte ni^^t 
gern al^ ^atfien gefef^en. ®egen ben hti jener ®elegen^eit gemac^ 
ten SSorwurf, aU fu^e ba^ SKinijierium eine ^errfd^aft (dominium) 
jtt erlangen, oectjjeibigte fic^ ba^felbe, baß e^ ja gar nid^t bie größte 
€trenge, wie fie an anbern £)rten unb fogar f^ier in ber wälfdb^ 
Rixdfi geäbt werbe, begef^re, fonbern nur um Unter{lä$ung bitte, 
wenn man ärgerliche ^erfonen bt^ ju i^rer 93efferung t)on ben ®a# 



QCm 1^. ^<d 1538 hefatft bet dtat^ Un Pflegern be^ neu gefKfireten I(* 
mofenfaften^, ber aber gugteid^ bie fogenanntc gabrü (für ©au* unb 
onbeu ©emeinbebetürfniffe) bet (ut(ertfc|Kn Hircf^en, mit Su^na^me ber 
ehemaligen Rtofierfirc^en ^u ©t. jtat^arines unb ben tt)eifen grauen, 
loar, einen isirct^enbiener angufhflen, welcher bei bem 9[(mofenfa#en unb 
ber (^ttedt>erei^rttag an Rauben i^e^e. ^emfelben mürbe g(eu| 9ber haVt 
bie Süjftrung ber fixä^^nbii^et nbertragen. dxfk x^Oi cr|t^(t ^ bie amt* 
Ußfi 8eicic(»mjuiB einetf Stxt^tibu^mm^ jC9it^rjL76f«29liiymerd9/.d6f.). 

7 ♦ 



— 100 — 

ximtitnUn jnröcfwiefe, bap man nid)t angefloigt werbe, aW paU 
roon «nd^vijilici^ uuD witer bie Orbnung. J[>erfaf>ren. Sluc^ fönne 
mött nic5)t erfi mit 3ebem fernem ©efatten^ barüber jirettem ^@ö 
gebe ijla achtbare ümU genug, bie man gu @et)amrn bitten fonne. 
ä^lanntoge »enigftcn^ bem Äirti^enbieneribefcj^len, nur foId)e ^evfo* 
Wrt • anjune|>men unb etnjuft^reiben (I. 360. HI. 767* 765 f. 771. 787» 
^V. 65. 1177. 1365. 3lttter MM35 f. 338.^40. B. 268 f. E. 308). — 
«m 19. april 1731 fproc^ fid^ aud^ ber ffiat^ für Bulaffung ber 
®e5oatterfc^aft ber gamilie be^ 9lad^ric^terö bet Äird^entaufen au^ 
CF. 761). -— 2)agegcn aber brachte e^ ba^ SQSefen ber Sauf^^atl^en 
mit ftd^, ba§ e^ nur c^riftttc^ (elbftfiönbige Cetntfxrmirte) ^erfonen fe^n 
tonnten. @^on 1585 unb 1587 ^aiU ftc^ ba^ SKtntfierium beflagt, 
feaß Ätnber t>on 9— ii 3al?ren, voü(i)t ben Äated^i^mu^ nit^t Un^ 
nen unb nic^t tt)ifen, n)C3u (te ba finb, ju ®et)attern genommen 
würben. 2lber ber Uebelftanb blieb, wenn er au^ t>iettet(^t fettener 
wrfam. 3'^ 9?ot>. 1684 würbe wteber barfiber Sefd^werbe. gefuf^rt. 
entließ am 13. 5Wot>. 1766 befitmmte ber 3iat|> auf SSorfieüung be^ 
aWintfiertum^, bag nid^tconftrmirte Ätnber aU ^atfw:n iinauläffig fe^en 
Ober wentgftene burti^ a'^re SItern vertreten werben müßten; fte ^U 
len no^ feinen Segrtff x>on ber ©ad^c unb ben ju ßbernef^menben 
ipflic^ten; aud; fönnten fie auf bie ^vorgelegten fragen nid^t antwor» 
ten CV. 757. 765 f. C. 314. H. 467). — Die erbetene ®et)atterfd^aft 
tnupte angenommen werben. 3«i ^a^vt 1706 bet ©elegenf^ett einer 
jwifcfjen angefe^cnen ^erfonen abgefe^lagenen ®et)atterfd^aft würbe 
2)iefeö t)on bem SWinifterium fe|^r mipiöigt unb befd^loffen, ber ®e*^ 
meinbc in glim^jjlic^er SBeife gu bemerfen, ba§ bie ®et)atterfd^aft ein 
©taubenebefenntniß X)or ®ott unb fetner Äird^e fe^ (D. 515 f.). 2)a* 
^er würbe im £)ct. 1723 beftagt, baß ein Äinb ol^ne ®et)attern fep 
tjorgetragen worben (F. 234). S^ ifl aber nid^t angegeben, unter 
welii^en Umfiänben unb warum 2)a^^ gefd^a^. Denn feit biefer alt*' 
^rijihc^e ®ebrau^ in eine Erwartung möglid^ft retc^^r ®efc^enfe 
von ben ^at^en ausgeartet ifi, waren bisweilen ®rünbe jur^ 2lbte{>^ 
nung einer fo fofibaren @^re i)or]^anben. ^roceffe barüber gehörten 
Uüir bajöSeubamt*),. fett 1738 öor baö neu errid^tete. Sonftjlorium. — 

c>■ ^ ■^■ ■ ■ ■ ■ — . — f . ' • . 

• *) 2)ad@enbamt unterfuc^te uitb fhöffe grobfinnlit^e S^ergejungen, übet* 
mägigcn Hufwanb unb ^rac^t (n Äleibung unb bei ^ocj^getten C^^ori^ 

^'' n. 20).- ©ie'^enb(8ynodus)<jWiö^te tvaren feit bem 8. Sajr^unbctt 

'»• geifJltc^e @Cttengeri<Jte. 211^ 1529 bie »ort Äurmaina öeranflattete ^Jifl* 
iation ber ttefigen geifilit^en etifter trenig gefrud^tet iattt, bifbete ber 

i -o fnat^ a«iJ'6'fei»rti:tSttölieber ein »eltti^e« eittengencW, töotm ^^9 



— 101 — 

®^ war unter 8lnbroj>ung einer ©elbjirafe t>erboten, mef^r aH ®nen 
®et)atter ober Stne ®et)attertn ju to&^Un ClJoltje^'^Ortnungen »oif 
1625, 1640 unb 1671* ®of>mer 221). Doc^ Slnfang^ 1679 würbe 
e^ ©ttte, jwet ®e»attern ju nel^men, aber aW ^^euerung noc^ ni(fyt 
gern gefejien (C. 56. E. 473). 3n ber ^oltgep^Orbnung j[^on 1731 
würbe befh'mmt,* baß, wer tn ©nem 3a^re 3 ®et)atterfd)aften ge^^abt 
f^abe, bte t>terte aucfc^Iagen bürfe (ööl^nter 221). — ^lad^bem frö* 
^er ba^ 9Wtniftertum bte ^atben für ^rofel^ten t)orgef(I;Iagen jirfw* 
ben fd^etnt, Dtefe6 aber gule|t abgefef^nt unb anbere S8orte|)rung 
getroffen worben war, fo »erfügte ber Siat^ ant 15. ?lpHM723 
unb 23. ?l^)rtl 1726, baß, jiatt ber bi^ ba^m fibtttl^en 3:®et)attertt 
tm 9Jamen ber brei Stiftungen, welche in ber etnjiwei{igen: aSeripflf»^ 
gung ber ^rofel^ten abwed^felten, nur ©ner in ber ^erfon beö be^^ 
treffenben ^au^meijierö genommen werben fotte (F. 168. 177 f. 18ll 
185. 190 f. 216 f. 273 f. Söf^mer 232 f.). — 95ei unehelichen mti' 
bern mußten, wenigfien^ in fpäterer 3«t, bie ®lörfner ^at^enfteffe 
joertreten. 

§.116. äfn Unorbnungen bei ber SEaufe ^infid^tlid^ ber ©e*^ 
vatUxn fehlte e^ ntc^t. Salb ^waren e^ nic^t gang unbefc^oltene 
^erfonen, balb famen fte ju ^pat, jieüten \i^ nid)t an tfjren Drt, 
waren trunfen, Ratten bie ?famen t)ergcffen ober traten bei einem 
unx^^tm Ätnbe »or, wie im 3af>re 1671, wo bie ®et)attern gwefn 
Äinber t>erwec^felt würben, unb man entfcfiieb, baß fte beibe für 
beibe Äinber gelten fottten CB. 158). «m 15, 9loö. 1671 wirb ge^ 
Hagt, ein fiinb fe^ getauft worben, bei wel(|)em weber bie Sttern 
noc^ bie ^at|^en angegeben waren CB. 197). SQSegen öfterer 9tang# 
fireitigfeiten unter ben ®et)attem, bei beren (Srwä^nung me^rmatt 
geflagt wirb, baß t)on ben niebem Dienfbperfonen ten C^ci^mti) 
9leformirtcn ber SSorgug t)or ben Lutheranern eingeräumt worben 
fe9, würbe 8. 3wni 1670 angeorbnet, baß bie Ätnber in betlWetw 
t»enfoIge getaufl werben fottten, wie fte t>on bem Ätrci^enbiener ein^^ 
gefc^rieben worben .feigen (A. 21. 75 f. 460. 465. 509. 517. 578. 5S2. 
699. B. 48. C. 104. D. 125). SBegen be^ ©ebrdnge^ cbn founten 
bie ®et)attern bisweilen bie ^aofe i^rer Äinber weber f^^en>: no^ 



»qjrfd^etnti* ber Utfprung be^ ©eribamtf« gu futjen iü. %U ei« ftcin* 
biße^ %mt erfc^eint e^ in ber ^ifttation^Orbnuno )>on 1614. Um bie 
geifKic|>en ©tifter biefem ^influifc unb jucjteic^ jlcbera Eingriffe a^f i^re 
®äter JU entjiejen, tourbe ün ^riöileg Äaifer Äarl« V. »om 15. ©ept. 
1680 au^gewCrf t, »elc^e^ aber etft i848 jur ©cttung fartt C$afe iRr^erf» 
-gef*. 1886/^ 20jy.Äitter 189^ fSl^^xil^ n. 20. ©öffftter 89).' i'" 



— 102 — 

^ren: c^ fc^einen tfinen be§|^ai6 titt ißai 1696 eigene Btüfylt ange^ 
«nefen »orbeti ju fei^n CD. 125* US')* Uebrigen^ wirb am 8* getr. 
1693 ongemerft, e^ l^abe Sinrr ®et)atterii gebeten, linb eö fe^ jwei* 
felj^aft, ob er ^abe taufen laffen (D. 98)^ yto(b tn unferm 3a^r* 
j^unbert (inb gatte üorgefommen, ba§ geringe, oft unbefannte unb 
fogar frembe imtt reici^ere ju ®e»attern baten, tt)el(^e aWbann, o^ne 
»eitere Unterfuc^ung, aud @^eu ber SJerwetgerung, fid^ lieber mit 
einem ©türf ®etb abfonben. 

%. 117. Da bie atttt)efenj>eit ber SSäter unb ^at^en 
in ber 9latur ber @a(!^t lag, fo würbe am 28. 3an. 1629 gerügt, 
bag bie 9leformirten ni^i bei ber S^aufe iffrer ^ütber erfd^tenen (A. 
107> Der @runb bat)on lag wofil in bem B^ange, i^re fiinber 
ijon tutf^erifc^^en OeifHid^en taufen lajfen gu muffen. GPin ä^nltc^er 
gatt mag 1670 gewefen fepn, wo weber SItem no^ ®et)attern er* 
f4^ienen* |)terauf würbe »erfugt, ba§ in Serffinberung^fäüen ber 
SJojt^en ber aSater be^ Äinbe^ einen @tettt)ertreter berfelben ober 
Seiftanb mitbringen foüe (B. 96 f.)* 2lm 30. @e<)t. 1691 wirb wie* 
ber, metteid^t in gleid^er ©egie^ung, grflagt, bag mutete SSater nidf^t 
jugegen fepen (D. 28)» Sinen anbern @runb mochte e^ f^aben, aU 
man am 16* gebr* 1718 barauf ju bringen befd^log, baß bie SSäter 
|u @ad^fen|>aufen au4^ Ui ber ^nfe i^xtx SEöc^ter fid^ einfänben 
(E. 377 fO- 

$. 118. Der Ort ber SCaufe, orbentHc^er SBeife bie Äird^, 
war Jlnfang^ gu ®t Sartf^olomäi , ober fdpon 1533 gn ben Sar*^ 
fugern (SRitter 176), f^wter auc^, wegen ber entfernt SBoi^nenben, 
itt ®t* ^eter unb Drepfonig. Sin leftterem Drte würben feit 1669 
bie gu ©a(^fenf»aufen gebornen Ätnber an ben bi^ in bie neuere 
S^it üblid^en Jlagen getauft (S^^^nier IL 2, 66> Den JCaufen ging 
von 1543 bt^ 1628 mt Xauf^jrebtgt »oran, welche ber SRat^ am 
6* Sl^ril 1589 geffirgt wunfd^te, weld^ee, ba c^ nid^t gefd()a|>, bie 
Uvfad^e iffrer fipätern Sluff^ebung gewefen fepn mag (IV. 528 9litter 
886* toergl* §. 53). Sin eben bemfelbcn SCage würbe in allen Äir*» 
c^en t)erfünbigt, bag man fiinfort franfe Äinber Sonntag^ bapeim 
taufen foße, um ®efa{>r, Slergernif unb Uebelpanb gu tjermetben. 
Denn eö war Sonntag^ Dorf^er ein Äinb in ber Äir^e f(|ier an 
ber #/Äränfe// C^rampfen) geflorben (IV. 526). 3m ^an. 1691 
würben wä^renb ber großen ÄSlte ^au^taufen erlanbt. Dagegen 
im 9Äärg 1708, wo nur eine ©rille be^ SBater^ unb fonji fein 
trifftiger ®runb »prljfanben war, mußte bie 2!aufe in ber Äir^e 
boltgogen werben* Sudb aW am .16... 3att* 1709 bie |)ebammett 



— 108 — 

niAt ntif Unret^t wöttfd^ten, Mg wegen bet--Äa(te bte Sofufrtf, palf 
m ter ®atfa§er Ätt^, in ber UmtS)iaxm (ioWiiiiß^nW'i>büii^0 
gen werten mb^im/^inQ man auf ben ©egtijf be^ ©actahienW 
jtirö(f,'baö man jlc^ fd^eute, anfber^wo' at* te ber ^'rt^e^^gÄ t)oa* 
aiel^en, urtb gab töir ben Auftrag, für Wdtmeö'aNTer ge^^^^^^^ 
forgcn (D. 3. E. ?• 2ö3- 8e$tm^ wöt @a(^e be^ mt^nVMM/ 
welcher ba^ bagu erforberltd^e ^blj bejog* — ?lffmältg würben ^bte* 
J£)au^taufen gegen einen Sefretung^ C J)töpenfattonö3 fd^etn üon- ^er 
©tabt-ßanjle^ üW^. ®ure^ SRat^efc^Iuß t)om 24* 3an. 1682 warbt 
»erfügt , ba§ of^ne einen folci^en &^tin leine Zanfe tm ^aufe, außer 
tm 9lotf!faae, »entd^tet werben foKe C^öpmcx 217): ?e$tereö war 
f(6on in ber ^oOje^^Drbnuitg ^on 1671 t^orge^^eni 2l&er äni' 26; 
Dct 167& befd^Iöf' ba« SWimflerium, 6et ben ©c^olard^en ju ftagen, 
bäf bic |)au^tauf8ln fo gemettt unb ^anpi\&(Sfli^ ben SSornef^mereri 
t)er|iatter würben CC1''933; 3eW ffnb betarttiHtd^ W ^ämctü^tT^ faflf 
Ättgemein, wogu alber bt^ ttt' bt^e neuere 3eit SrlauBnig CSStepenfation) 
ber ffr^Iic^en Dberbe^orbe nöt^ig waV (K. 2463. 5?ur une]^efid;e 3»ütter 
ober ganj armeSeute laffen tjfre Ätnber in ber ftir^e taufen, wa^ ober 
in neurter 3eit, wo ^eijbare^jrebtgetjKibd^en fic^ beftnben, in bfefW 
Qi^ä^Upt:^ 5m 8l^)rtl 1694^ wat geflägt WOtbei\/'*af bie.^ouö* 
töuf^rt ber une^elici^en Äinber 'fo gemein wöÄeiiv' Sagegen" f^atte im 
Sl^Mil 1697 eine Hebamme in- ber Sird^e du une^eßcl^e^ Sinb Wi 
anbern e^elfii^en Jftnbem »orgettiagen (T>, 108^ 2^l*83* ~ S>Je bei 
^auataufen fett 1843 auffjefletltert ©cmimetbü^feft bif^< rut^erlfc^en m^ 
trtOfenfaften^ erregtere 2Wf#ng^' mafi^e ©ebettfett, bbd^ Iie0- ft^ bie 
©ettteinb'e biefelbert aümältg gefafiett (1/ 378l 383* 885 fO: 

S; 119. 3n anfefling ber 3eit ber S-Äife^-wirb aWi 21. gebr. 
1720 angirfff^rt, ber SRatJ^j^abe fett ber 9lef6rmja*iott'' morbus bäf 
bfc offentIid[>e ^aufe ©onntag« nati^ bfr «a<ipmitt^ä8^'^tebiöt,^©^^^^ 
tagö unb J)onnerötäg^ aber unl'l U^t gefd^e^en fotte, Wo^li ^tttlt 
in m(^e m 3eit|en gegebht werbi^ (TH. IIO;^ mM'ti 117. 089 f.). 
1»ai^ ?er«ner a 2; 25) würben tm ^a^re^ 1706 bt^ Ätic|;entaufer! 
ju Drcpfönig 3Wontag^, 3»ittWo^^ unb grh;läg^ ünt r"ll|fr ge* 
|«fttteti; a^bt^J i»et »etfpdtuWgeir ertöhten- uriabläfftge »lagen: bie 
®^ulb traf gtwöf!ti«e^ bie Ikboürnfmen, ®ö wfrb äittJ^il. 3ttK 1694 
unb befonb^^' am 21. ^ebr. 1720 gefragt, baf Ui ber ^ä\u bie 
Änbefen jti recfitet^^Sett gebracj^ten' fitnber bärunter litten.' ©et dnet 
Ätage im !Roö^^ 1737^ jl^'oben bie Hebammen bie ©c^ulb auf'bte 
«utft^er/ welche bie Sth'^t-^ielten unb fle t!i(|t '^%^tftt j^ätten^ b^ 
'Wiebtr auf eine ju bftfem ®ef>ufe atigenommeii^^^frau, bie e^ f^eh 



ni^i angejftgt |abe* Dfn fßox^^nn Ux Äutf(i^er würbe darüber 
»on bem Soniijiorium ein SSerwet^ gegekn CDf.llS* f^JS. 600* G. 49. 
vn. 110- 1123. 3m SWärj 1766 ttJurte geflagt, bag, i>bglet^ bie 
Jaufen um 1 Vl^x Btatt pnbeit follte^, bte aSergößerung bcrfclkn 
am ©onntage bte nacf^folgenbe fitttbertef^re bi^ auf eine SSierteljlunbe 
jufammenbränge, an SBerftagen aber bt^ jur Setfiunbe bauere. 
(Snilii) ioerorbnete ein gebrudter 9tat|^0fc^Iug t>om 8* 3ult 1762, 
bci^ S^aufen foUe ^ä) 3ebermann ju redetet 3ett einffnben, Sonntag^ 
2V2/ S33erftag0 1V2 UJ^r, fonji muffe er an einem anbern S^age 
ttoieber fommen (H. 217* 345. VIII. 833. — lieber bie Hebammen 
»urbe f(^on am 15. 5Roi>. 1593 Sefcf^werbe geführt, nämlid; aber 
iyx ©egenf}>rec|)en, i{>re aberglaubifd^en ©ebräud^e, »oburc|> fie fogar 
in ben 9luf ber J^ererei famen, unb i^ren SÄangjireit in ber Äird^e 
(V. 786* B. 641)* 8lu{^ würbe ju Slnfang 1598 niic^t gern gefef^en, 
bag fie aud^ in ben fat^otifd^en Äirc^en Äinber t>ortrugen (T. 137Q3* — 
3n je^iger S^it werben bie Äird^entaufen ©onntagd V/2 U^r gu 
St. ^aui Cpatt beffen einfiweiten gu @t Äatf^arinen) , Din^togd 
unb Donnerstage 1 VL^x ju @t Äat|>arinen CK. 885) unb SWon* 
tage, 2Kitht)0(^e, greitagS 1 Ufir, feit 1818 Dinetage unb grei* 
tage gu ©re^föntg t)orgenommen CK. 542). Diefe Äird^entcwfen 
»erben gu granffurt 5i>0tt ben 3 jungfien ©eifttid^en, gu ©ad^fen* 
Raufen t>on ben bortigen abwed^fefnb i>erfe^en CG. 221). 

§. 120. 3n 93etreff ber na(^: gu langer 3fit ^on ber ©eburt 
an gur S^aufe gebrad^ten Äinber. war f(^on in ber ^pplige^^Drbnung 
DQn 1671, §. niüerorbnet, bag bie^iaufe m6gti# beförbert . unb 
ni^t tttoa um ^rad^t Witten mit ®efa|^r bergogert werben möge 
CSöJjmer 217). 3m 22, 3ul9 1812 erfd^ien eine äJerorbnung bee 
bamajigen ©roßl^erg. grcintf. Iut{)erif(^en Sonfijioriume gu ^anau, 
weld^, ba mc fotd^e Sergogerung ©leid^giltigfeit gegen bie SReligion 
t)orauefe$e unb ber ©emeinbe gum Slnßo§ gereid^e,, ben ©eijHic^en 
ernf}lid[) empfie|>(t, nae^Iäffige Sltern ju , ermahnen, fd^irflid^e Sauget^ 
borträge barüber gu {galten unb, wenn Dieß nic^t wirfe, |>ö^ertt Orte 
baöon Slngeige gu machen CK. 251). 

S. 121. SBon 1589 an enthalten unfere Slgenben and^ gormu^ 
lare für bie 9Iot ff taufe, 1644 unb 1688 gang auefül^rlic^. SSor^ 
^ix geben iTe. genauere Slnweifung beg^alb: man fottc nii^t Htoa 
;bto§ einen S:j»eil bee noc^ ni^t t)ßßig gebornen Äinbee, fonbernnur 
bae gang gur 2Belt gebrachte tan^m, mit ber J^aufe nic|>t gu fej>r 
.eilen; wenn ee aber not|>wenbig, \t^, burd^ bi« Hebamme; pber fpnji 
eine ArtfHidje ^Jerfon bie SJotJi.taufe, !E>errid[)ten lajfen. .©Agu,fle{>öji;e 



etn ®ebet ober »entgflen^ SSater unfer, Wc ©cflptf n^ung »itt SBaffer 
unb Wc Qfinfegnung nac^ 3efu 33orf(^rtft; mitn fi>Ue ni^t^ gefc^e* 
Jen, €ö bebärfe bann nod^ ber lirtjltd^en a^fiatigmtg; für »elcjc 
ba^ gormular angibt: Slnrebe, genaue grfunbigung um ben ^er< 
gang unb, ^aU^ btefe befriebigt, ©iltigfeitöerflärung, ferner bie ge« 
too^nli^m gragen an bie ©etjattern, 2)anffagung unb Srnta^nung* 
SBliebe aber bie ge|)6rig vorgenommene Xan^ g»cife{|^aft, fo fottc 
ber ®eij}ti(]^e ba^ Äinb ol^ne ©ebenfen orbenttid^ taufen- (tjergf. 
$, 110, 111), 

$, 122, 3n ber erjien, übrigen^ no^ fel^r burftigen ih'rtfym^ 
prbnung bom 3ö^te 1533 (Siitter 175) würbe wrorbnet, baß bif 
getauften Äinber, nad^ if^rer beiben Altern 5Ramen bejeic^net, auff 
g^fdji rieben werben fottten, Dieg war ba^ ©efc^dft be^ Äird^en^ 
biener^ (S, 115, 2lnm,), @ejr erfd^wert würbe baßfeJbe tjetf^ bttr(|i 
bie unt)offfommenen ©egriffe, welche man bi^ in wuere 3^i<^ bi» 
5?on patU, tjeil^ babur^, baß ber Äird^enbiener t)on ben guut.i£tn# 
^age geeigneten Säßen, befonber^ wenn jie augerfwJb ber-ffiarc^ 
Dorf amen, nicjt immer gejiörige ^Jacjrid^t erl^ielt (öof^nur »4;^); 
lidweilen auc^ burd^ Ungefcjidlicjfeit ober 5Ra(!^läffigfeit b«ffe&öTi 
,®o wirb j, ö, am 9, 3ul9 1591 ober ben alten Äir(Jenbienern?ö«p 
renj (Sffiagner) geflagt, baß er in Shif^eid^nung ber^aufen-uif, wi 
fejr unfleißig fe^ CV. 348), 2)agegen fc^eint e« 1671 unb fipdier 
meijl an ben Sl^em gelegen ju Jaben, Sie fottten ermahnt wetbeit, 
bem fiircjenbiener bte notf^ige SInjeige ju mad^cn, Sluc^ rtotrbrunoii 
einer Staufe berichtet, iti weld^er weber SItern no^i ^atj^en ange^ 
geben worben fepen, 3m 3^^^^ 1676 würbe ber Äin^enbiener an)? 
gewiefen, wegen ber fiäuftgen Slbänberung ber Saufnamen, bie @e^ 
i^att^m i>ov ber S^aufe nod^maW barum gu fragen CB. 184 f; 197. 
€06f,3* .8lm;9, Dct, 1750 erfd^ien ein SlatJefc^Iuß, Joeranlaßl burd^ 
laiferiid^en Sefefjl, unb gebot, baß bie ^rebiger tjottijogene ^avu^ 
taufen unb Sopulationen bem Äirtjenbiener berichten fottten, borait 
bie fiirc^enbfic^r in befferer Drbnung unb Sli^tigfeit gehalten wer*^ 
ben fonnten. 2)ad SKiniperium beflagte ftd^ in feiner @egfem)orjicl:? 
iung über biefe unerwartete Sefc^werung unb bemerfte, . baß ed un^ 
mögli^ äffe S3er|>ältniffe ber SBetf^eiligten unterfudf)en unb pxotoUiH^ 
ren Knne; bieß bfirbe eine attgu große SBerantwortlit^feit auf, Uebeip* 
J^au^t wörbe t€ inxä) bie beabfid^tigte Sfnorbnung gu einer 2lrt t)Oti 
25iener bed Äird^enbienerd gemad^t, ber feine gefrier il^m jufd^reiben 
würbe, am 3. !Roo. 1750 würben biefe Orünbe »on Stat^ utib 
Sonfijiorium aW er|>eblid^ anerfannt, unb man befc^loß^. anbete Hud* 



— 106 — 

fünft ju treffen (VII. 94— 96)* @ett bem 9latf>^f(^Iuffe wtx 31.' 
©ec. 1805, ml^tx entließ ben t)or|^anbenett aR(fjiänb*n jfeuerte, 
burfte; bie feltcnen 9lot|it<mfen abgerechnet, weld^ aber na^^n wn 
bem- ©eiftlit^en angejeigt rtetben mn^Un^^mt ^au^taufe nur auf 
tinm 6riaubni§f(|>etn, früher tJon ber ©tabt^Sanjft^;- feit 1812 wn 
bem Sonfiportum , ber ft(j^ »ieber auf bte t^orf^ergegangene Slufna^me 
bcr@eburt bur<$ bie $au^)t'Ätr(|enbu(i^fu|^rung grftnbete, fotvie eine 
lEircbentaufe nur auf eine Snweifung ber le|teren ©efiörbe t)iDrge«r 
nommen tt)erben (K. 139. 245. S6f>mer 217). 3n neuefier S^it 
ftnb bie Saufen ganj frei gegeben »orben. Die ©efd^idjte ber 
Itejigen Äirc^enbuc^füjirung, m\(i)t nfd^t weiter ^ier|^er gel^ört, tfl 
jtt crfef>en aud Söl^mer^ S33erf über biefelbe (>ergl* SSorrebe). 
>.. §♦ 123» Slufer ben bereite erwdfinten Unorbnungen bei ber 
Kaufe »irb in filterer 3rit wtS) ühtt nian(|e befonbere geHagt (T. 
765. 1176. 1372 f. B. 2533* ©i« öntwdljung- ber SCaufe burt^ eine 
SRagb, bie auö //Serierere^unb Äinberwerf// ein fd^on getaufte^ 
Ätnb tau^e im Flamen be^ Dieb^enfer^, SSater^ u* f* tt>. würbe ftre ng 
flerfigt CA. 303). Sbenfo fm gebr. 1688 ber aWißbraud^ ber Sauf* 
gebrauche bei bem 8oöf^redj)en bei Cej^rWnge bei ben ©c^reinem tinb 
JDrutfern ce..437.f44^466.469). — 3m 3ut9 1696 wirb geflagt> 
baß nwn eine ffiot)u(atiön unb gleit^- na^^n bie Saufe l^be »er^^ 
r«|iten muffen CD. 188). ffommt no^ {)eutigeö Sage^ üor unb biei^ 
i?t ben SItern be^ fiinbe^ wenigflen^ ben aSort^eil, baß ba^ ^nb, 
is^nn^auc^ nic^t e^elid^ geboren, io6) e^etic^ getauft eingft«ia'gen werben 
tann. -— 35a indCteren B^ten mit bem gebrauchten Saufwaffer mand^er» 
Ui Aberglaube getrieben würbe, fo war e^ bem Ä^ir^^enbiener fhreng 
unterfagt, ^onbet hamit ju treiben: Cglögge II. 367. 376). (Siffef ©pur 
Äoöon fmbet ft(| m^ l^ier, wicwof^I furj unb unbeutlid^, angemerft. 
S. 124. lieber bie Saufe t>on Ätnbent an^' g^eitti festen €ben 
erlieg ber Äat^ am 9. 3un9 1778 einen 33efc|Iuß, ttt' welkem t)Ott 
*bcr nac^gefu(^ten Serorbnung wegen ber g. (£||e(eute, bie>'' olgteid; 
bie SDlutter (u^erifc|> fcp, i^r Äinb fat^ofifd^ taufen' Keß«t> abge^ 
gangen wirb. 2)a^ (Eonftporium fofle auf bergleic^en gemifd^te Qf^n 
aö^tm ünb, wenn S^et>er träge t)or^anben finb, bicfelben- aufrecht e»^ 
>aiten, gaöö ber anbere S^egatte nic^t anbern @inne^ geworben, 
unb wenn, er gel^ört worben feip. 3^ Ormangelung \)Ort <5f eoer-r 
: trägen, gelte ber auöbrfidti(|e ober ffifffc^weigenbe ober mut^maf ^ 
iliift SaWtte beiö SJater^ unb bie uberlebenbe SDhitter burfe nici^tö ba«^ 
Iran anbern. Uebrigen^ foUten tn biefett gäßen bie Hebamme« ge^ 
lortgt'.äujeigeobau^n ma^en CJV224. VH. 116. Söpmer 226);. 35iefe 



— 107 — 

wenig gefoiitrtf filtere SHat'^^tjerorbnuttg fletit bereite bte frefflnnije 
Orunblage feji, welel^e tai ^Dnmatifd^e ®efe| »om 5, ©e^t 1811; 
be^firigt am 8, ^nXp 1817, über bte JReltgfon^befKnttmmg ber Äfn* 
ber au^ gemff(3^ten S^en tn ben S§. 1— 8^ Ofufgefleöt ^ai 

$♦ 125* 33ör ber jitr 3rit ber SReformatton fo jWrmtf(^Tt 
^art^et, wetd^e bie Ätnbertaufe tjerwarf unb erjl ungefähr bfe 18* 
ja^rtgeti taufte, aber au^ Diejenigen, bie jw tpr fibertraten, obglet^ 
getauft, »ieber taufte, ben SBtebertäufern, bfe aber j[e|t tn ^of* 
lanb, Dftfrieölanb, ^efl^>^afen fef^r gejtttete, meifi wo^l^abenbe 
aWitglieber jaf^lt, ^mt ber 9tat^ 1528 emfl gewarnt unb fte ju be^ 
f^erbergen »erboten* Sellariu^ bemerft, man fe^ i^rer faunt (>tet 
toögeworben (9lttter 117. 132). »te ^u SInfang 1704 auiö bet 
©d^wetj t)ertrkbene Sffitebertaufer tf^ren 3lufent^alt f^ter füc^ten^ 
würben jte au^gewtefen unb bte Oemetnbe gewarnt CD, 436~441J» 
yio^ ungetau^e ©Heber berfetben, weld^e gu unferer Oenreinbe üitr* 
traten, würben getauft @e!pt. 1696, SSläxi 1665, Dct 1689*, tW^ö 
1691, 3)?ära 1692, 1709, 5an. unb STiprtf 1765; uber^atipf itb^ 
manche SSeracbter ber ^'nbertaufe, 2lbgefonberte Q®epaxatx^my uv^ 
JBegeiperte C3nfpirfttO CV. 1096. 1176. 1199—1202. IX. 60-. 61. 
A. 396. C. 495. 498. D. 6. 41. H. 413. 420—422. J. 3'57. S6T. 
372. Ser^ner I. 2, 39. 43. IL 2, 14}. 

S. 126. Da^ in ben ^genben »on 1644 unb 1688 entjiöltene 

gormular ffir 3«bentaufen unterfc^efbet ftc^ t>on bem ffir gew^^n* 

li6)c S!aufen nur bur^ bte befonbere Sejugna^me auf ben galt unb 

bie ber eigentlicf^en SOSei^^ef^anblung i)or|>erge]penbe ^röfung. 2Me 

frfli^efle ^aufe etne^ 3uben bafiier gefd^afi am 21. ?D?ar5 1557 bur* 

^artmann Se^er fettet 320—322). Ueber bie 95eweggrünbe ju 

einem fotc^ett Uebertritt U^t fi(| fetten mit ®ewtf$e{t ürt^eilen, o^ 

er* au^ reiner Uebfrjeugung ober anberwetttgen- 9Wl(Ifi(|ten ^er\)orge* 

gangen fe9. ®^on fener erfle getaufte 3ut»e, ein ^naU t>on etwa 

15 3äi^rett, bem jit (g^en ein flattltt^eö Wapt ffir 172 ^erfbitett 

jugerit^tet worben war, ftet balb barauf wieber ah. STud^ fiißer SStÄ* 

bere wirb vielfoltig geflagt C9Wtter 322. M> It. 246). gär fof^ie, 

bie loorerft leine Su^ftc^t auf ?eben^unterfialt {matten, fo^nnte ätter* 

bing^ lodfettb werben, ba]^ wfif^renb ber SSorbereftung etne^ Ueber* 

getretenen C^rofet^n) bid gu feiner Slufnal^me, woirfiber einige 3^t 

fn'ngfng, anffittglic^ ba^Srmen* unb 28aifen|^au^ attein, [pfiter bur^ 

'5Rat|öf(^rfiffe loom 23. «pril 1726 unb 18. 3lug. 1733 ba^ »rmeti* 

unb SBaifenf^oud, Äajienamt unb ßefligegeifl^^o^^Jttar'atweti^felitb 

bie 5Ber^>f egtmg beffeften fibernel^ett muften. SSegett'ber Oetyat* 



— loa — 

tcrn Ui ^rofelpten, weld^e anfängltt^ t)Ott bem SKtm'jierium ba^u 
gebeten ttjurbeti, tt)a^ man ji(|> aber f^)ater t)erbat (C. 407), würbe 
nad) mand^en SSerl^anbluitgen tm 3a^re 1723, über »eld^e bte 9lat{^* 
fd^Iuffe üom 11* gebr* unb 15. 2l^)ril Sntfii^eibung' gaben, ber^au^^ 
metjier ber betreffenben Stiftung bagu, jieboc^ ojme ^at{)engef(^enf, 
ti>er^>pi(^tet* ?e^tere^ f^etnt au^ bem Slerar gegeben »orben ju fei;n 

(F. 168. 177. 181. 190. 216 f. 273 f. 892. H. 71. VH. 122. 125"! 127. 

®ß]^mer 232 f.). Sinem übergetretenen SRabbt würbe ein (Saroltn 
aieifegelb t)erefjr,t CIX. 105). »m 14. 3aii. 1775 em^fa|^t ber beriijjmte 
8at)ater tn einem eigenen Schreiben einen 3uben jur Xan^c unb 
nad^f^engen SJerforgung (Vn. 131). @in getaufter nod^ im Slrmen* 
unb SBaifenf^aufe befinblic^er 3ube erbat unb erl^ielt Unterfiu^ung, 
um ba^ ^erii(fenmad5>er=|)anbtt)erf ju lernen (VH 129). Uebrigen^ 
burfte o|^ne be^ SRat^e^ unb be^ ßonfijlorium^ Srloubnif feine auben*^ 
taufe t)orgenommett werben, fc^on wegen ber angegebenen ©etäjiigung 
i^er öffenttid^en Stiftungen (TU. 122. 123. 125— 128., 132— 136). 
JDie Staufe fottte öffentlid^ fepn unb öorl^er eine aSerfunbigung Statt 
f[nbe|i, aber im 3an. 1710 würbe für ratbfamer erad^tet, bie Siaufe 
ira Slrmen^aufe ober auf bem Canbe tjorjune^njen (E. 57). 3m 
©e^)t. 1752 unb 3an. 1753 tjerorbnete baö ßonfifJorium, baß wegen 
beforgter Unrufje in ber Äirc^e bie S!aufe nid^t befannt gemacht 
werben fottte. J)er Senior fe^te ba^er fogar baö ßonftjiorium erfi 
Sag^ iporl^er in Äenntnig (H. 73. 87 f.). J)urd^ Senatebefd^Iüffe 
X)om 27. 5Rot). 1804 unb -5. 3an. 1819 würbe fejlgefe^t, baß bie 
^aufe eine^ 3uben nidbt e^er ^vorgenommen werben bürfe, bi^ ba^ 
rüber Joon ber betreffenben SBe^örbe an ben Senat beri4>tet unbbeffen 
(grtaubniß erfolgt fe^. J)ieg würbe burd^ Sefd^lug be^ engern. JÄatl^^ 
ftpm 2. 9Zox>. 1820 ba^itt erweitert, baß bem Senatöbefc^tuffe t)om 
6^,3an, I819!.®ejiüge gefc^ejie, wenn t)on Seiten ber.Sonfipori^n 
naä) »otfjogener S^ufe SInjeige an ben Senat gemoil^t werbe. 3n 
btefem ©rlaffe wirb a\x^ bemerft, baß bie J^aufe feinen Slnfprud^ 
auf Jiiebertaffung bafjier gebe. 333egen genauer ^In^aU *e^ Staubet 
unb ber SSer|>ältniffe ber Uebertretenben, fowie wegen beabft(^tigter 
jlenberung ber gamitiennamen, bie nid^t of^ne Sen.ot^erliaubniß ge* 
f^e|)en/bürfe^ gaben bie ©efd^lüffe be^ engern %it^^ öom. 6. Se^t. 
^^1821 unb be^ ßonjijlorium^ »om 2S.^thx. 1836 bfjKmmte 2lnwei^ 
;j[ung (K..682f.). -;- Uebrigen^ werben mef^rerc gaffe;, eine^ mit 
fpirflid^a Ueberjeugung gefc^e^enen Uebertrilte^ unlj . treuer Anfang* 
^lidbfeit tma^nt, wte i- 93. be^ ^{lil. 3a{>. SJIeibtrf u, getauft am 
,^p. 3ati.i6ftl jCyiT,. 151?. I^„^6),. fevneir,b^,M.,^.. f ^it. ?i(^ 



— 109 — 

tenjietn CStcf^tflemJ, nac^^ertgm lut^erifc^m ®eifi(tc^pn basier, t)0* 
tt)eld[)em Ser^ner (n. 2, 42) ben fonberbarett gatt anfül^rt, t>af et 
im 76* ?fbfn^j[af!re am 3* Sfflai 1681 ein ©raut^paar in ber SBar^ 
filmet Ätrc^e etnöefegtiet ^aU, woöon ber Sräutigom fat^oltfci^, bic 
Sraut rcforntirt unb ©rautlcute unb^rebtger gcborne 3ubett waren* — 
a« 1751 m Senbbote OJTOiftionär) beö j[ubtf(|en Snjittut« gu ^atte 
ifitv^n tarn unb nad^ erlangter Sriaubnig am 29, Dct ju ben Sar^ 
fug ern ^>rebigte, tmirbe ber Siat^ au^ eigenem eintrieb bewogen^ bem 
genannten 3n(ittute ein ©efc^ent t)on fl. 100 ju matten CH. 32). 

§, 127* Sffiäprenb ber Jiürfenfrtege in Ungarn ju Snbe bed 
17. 3af^r|>unberti^ famen mef)rmafö gefangene SWu^amebaner f^ter* 
ytt, tt>elc^e getauft' würben, namiiö) 2 Änaben, eine 2!ürfin, ein 
@oIbat unter ber |)tejigen ©arntfon, ferner ein gewefener 3anitfc^aren*^ 
Dfficier au^ 8lbriano^)eI, weld^er, ju ßoln getauft, l^ier ju unferer 
©emeinbe übertrat <;c. 473* 485. 487* 495. 497. 507. 531 f. D. 

64 f. 68. 80 f. 224 f. 2^7* 236 f. 239. 261 f. 290 f. 336 f. E. 
312. 335. F. 34. G. 407. 416. 441. H. 426. Cer^ner I. 2, 43 f. 
n. 2, 43). ' ' 

2« @vnfitmativn* 

§. 128. Sie begfattfige Erörterung jerfäßt A. in bie 93orbe^ 
reitung barauf burd^'a. aßgemeinen ©c^ul^^ unb SWeligion^unterric^t, 
b. Äatet^i^mu^, <;. Äatec^i^mu^^^rebigten , d. Äinberle|ire, e. ^farr« 
amtlid^en Sleligion^unterrid^t, unb B. in bie eigentliche ßonfirmatiott. 

§.• 129. A. a. 85erf to 1453 |>atte man ju @t. Sart^olowäi eine 
^nU^ 147Ö lieg ber 3latf^ ' bie ©c^iile gu @t. Seonfiarb bauen» 
1477 vbirb einer Schule gu unferer lieben grau gebadet (SRitter 31. 
213). — J)a e^ ein unabweisbare^ ©ebflrfnig einer jieben Äird^eni» 
pM^d ip, baf i|^re Äinber in i|^ren ©runbfd^en erlögen werbifrt, 
fo trafen fcf^on im 3a|^re 1529 bie ^räbifanten 8lnflaU jur etjan^i^ 
fifc^'en ^erdnbifbung ber Äinber, welche bisher fef^r bernad^Iäffigt 
tborbeh'war, benn bic ©tiftö:^ unb fflojlerfc^ulen entf}>racl;en Weber 
ben ©etfirfnijfen ber Stit, tioö) ber neuen ?ef>re. ©ie madf^ten '6<<^ 
$er bem SRatf^ Sorfc^Wge, erboten fid^, bie Äinber gu ftd^ foriitfttti 
gu laffen unb fie gu pröfen, wie fte \)on i|^ren Sttern im t^ripc^en 
©lauben unterwtefen würben; aud^ woßten fte bie @d{)uüe^ter ernfJ* 
tid^ beauflid^tigen (SRitter 137). ®e|gleid^en brangen fle barauf, 
Va^ bie geipiü^fn Stifter gum Sfluften gemeiner ©tabt i>re-. @d^tWi 
einric^tt^tr^CVi: 3. «itter 213> 3m ^a^xt 1531 melbele fi^ efti 
@t^ma(^^r>^3oi^ami OTebicI^a 4^, aW beutfd^ tt^Angriifj^'et JSiljWl^tirter 
*nr j!(^ f e«rb»,^ ßfe IN*bfrMrt^«efen unt ©(|>meetf> fo »<e :tr(»* 



— 110 — 

jkmung ber ^. ©d^rift cmgutteifen, »eichet avtä) angenommen wurtf 
(Slitter 149)» Ucbrigen^ twitben f(|ion 1544 ©d^uldmter al^ ftr<i^* 
Itc^e äemter unt) ©df^uUel^ter ate ftrc^Itc^e 'JJerfonen ongefefiett CVL 
8), un^ le^tere trugen ^ter, aU fDlc^e, bU in l)ae 3af^r 1814 bir 
Heinere ftrd^Iu|>e Slmt^troi^t CK. 2663* €ö jtnb SJ^rjetd^nijfe ber 
llteftgen ©d^tittel^rer x^m Um ^affxt 1595 btö in ben SJnfang biefe« 
3a{^T^unt>ert^ üori^anben CXHI. 63. 85)* ^w^ bie 9lectoren unb 
Cejrrer ber lateinif^en ©^ule, fester ©pranajuim ernannt, tperben 
großen SC^etW in ben ^rotofotten, wenn au<3^ oft nur beiläufige 
erwähnt». 

$♦ 130* e^ fann f^ter feine ©efd^icfjte ber ^jroteflantifd^en 
Schulen unferer ©tabt gegeben werben, toogu übrigen^ bie ^rotofoöe 
unb Slcten be^ üKinijieriume nid^t unerj^ebltd^e Söetträge liefern fönnten. 
ffier ft(^ barüber im Sinjelnen belel^ren will, fe|>e nai^ 

1. über bie lateinifd^e ©d^ule C®9mnafium>i* m. 633-rr-723^ 

y. 63. 153* 181. 344 f. 359. 362* 374. 380* 382 f* 543—670. 
Ä79. 605. 676. 699 f. 716. 787. 789. 796. 79$. 805 f. 823— 826> 
851. 853. 1039. 1125. 1129. 1178. 1335* 1366. 1386 f. 1402 
1407. 1411—1413. 1415— 1417* 1420*. 1434* 1444* 1455 f. 1509. 
1511. 1605. 1665. Xm. 1—62. 

A. 64. 163* 275* 403* 409* 413* 417. 474* 483 f. 580. 590* 623. 
€67.. B. 9 f* 34* 37* 40* 93* 152* 181* 271 f* 308. 322. 328* 
.»8L 438* 565. 590. 592. 601 f* 605* 646 f. 659* 662. 670* C 
<i4,f* 49* 51* 66 f. 72* 105 f. 109* 137. 151. 199* 432. 439* 
.44& 445 f. 476—478. 494. D. 14 f. 20* 22. 24. 26. 29. 35* 40* 
.4a* 67* 131* 181 f* 287* 409. 447. 462. E. 40. 203* 205* ,242. 
245* 265* 271* 299* 304* 321* F. 39 f. 287* 307 f* 316* 370 f* 
,4a2» /436.* 439. 509. 524* 544. 761. G. 2^4. 403, K, 10, ?49- 
s856* 258* 622* 640* 658* 661 f* L. 22. M. 148* 165*, 

2* Ober bie beutfci^en unb franjöpfd^en ©(^ulen: m. 739—745* 

y.366f. 364* 367* 369, 380* 382* 543—570* 679. 657* 672. 861* 
B79* 944. 946* 1044* 1069* 1100* 1105* 1118* 1125* 1180* 1182* 
'1340* 1385f* 1431* 1446* 1473* 1491. 15P9* 1623* IX. 87* Xm. 
,e3-132.'r-. A. 3.47* 64* 76, 85. 163. 313,399f.fl3..438f.442*477* 
4S3— 486* 493* 530* 638> 545* 681* 625. 6?9 f. §40* 662* 666—668* 
^.9—11*24.432*460*486* 0.68.66*71*91*93. 100* U&* 393— 39.^* 
OB». 412* 420-^^4123. 427* 438* 44a 446.46^*478. 4821* 630* P. 6* B. 
:85* 74* 127*. 190,203> 21B.2öl.2^4*4O6-r408.48P, p. 119*161* 
ilQ8* 818^ 4fi5« 4d0. F* 3S« 4^38* €65 f* 91^. %0n* 1043* G. 361> ß78* 
&.3fi2.44fi« J. 771* K. 1, S.^i»l* 2d^«€rfe»A^)ini* m^ tßß«, 1^. l^d* 



— 111 — 

225* 249. 256, 2ö8* 289. 329. 383. 419. 494 f. 502. 507 f. 517, 542. 
644. 567. 580. 584. 615. 638 f. 647. 654 f. 659. 661—671. 708. 736 f. 
742. 746. 774. 798. 803. 806. L. 367 f. ^70. M. 25. 103. 130. 

$. 131. (gintge offgcwetne Semerfungeti wögen ^ter noc^ fftanm ftnben. 
IDa^ ^reWfler=^3Rinijierium tt>ax bie jur ©tltung eine^ Sonfijloriumi^ 
im 3a^re 1728, t|^etl^ tn SScrbinbung ntt't ben ®(fyi>iax^m, t^rite 
fflbjijiänDtg, Ätrc^en»^ unb @(^ulbe{)örte. 3n btefer ©genft^aft ^attt 
eö gutJörbetji btc SSfrpfItdbtung, baö intytxt^utn gaitj kfonber^ 
ge^en ben etnbred^enbcn gabtmemu^, fowte gegen manche aud^ f^ier 
auftauclienbe ©ecten ju fc^ü^en. ^terau^ cntfianDen aber üWe 
Ää»n>fe, t)oriftglt(^ tm 16. 3a^r{^unt>ert. Salier mußten aße Ce|>?er 
t)te f^mbolifij^en SBüd^er unterjef^nen. 3n ben @dj)u(en mugte bet 
.iutfiertf^e Äatcc^iömue eingeübt werben. J)te ?e^rer, fegar bie ber 
ttiebern (S^mnaftalflaffen; (wae aber 1716 nic^t mef^r gefc^a^, 5. 
304), Ratten t^re ©d^üler tn bie fivci^Kd^en Äinberle^ren ju f uferen 
unb ju übertt>a<^en, (A. 64). 2lußerbem gab e^ manche SJerf^anb^ 
tungen, weil man Joon ben Sefirern erwartete^ bag fte o^n ber offent^ 
li^en ®otte^iw;rej>rung unb an bem j>. Slbcnbmat fleißig würben 
Z'^Hl nehmen, äw man im 3a!^re 1725 bejweifeUe, ob ^ein gewiffcr 
®9mnajial«^?e]prer ?ut^eraner feip, entgegnete .berfelbe: er fep fein 
Ctttf^raner, fein ^apifi, fein 3leformirter, fonbern ein ßiceronianer! 
(F. 370 f.) — gerner patu ba^ SPHnijlerium bie 2luf|i^t über bie 
@(S^viUn, Sud^ babur(^ gab e^ mand^e unangene|^me ^Reibungen, welcfie 
l^infi(^fclii^ ber lateinifcj^en ©d^ute anit ber ©rünbfing beö ßo.nfifiori^ 
um^ .Mnb ^tnmtlic^ ber beutfc^en ©^ulen mit ber befern Sinrtdji^ 
tung berfelben in biefem 3af>r]^unberte jic^ i>erIoren. 9iic^tö b^jio wpniger 
eifwarb ftc^ b^^ SKinifierium, in wel^e^ oft früf^ere ©pmnafta^Sefir.cir 
aufgenommen f.wurben, um ben jwedt^^ unb regelmäßigen ^Betrieb Wr 
@c^^{cir> .fo wie um bie Seigrer fefbß, iux^ Jtl^eilna^e, gürforge 
,wb w#ru(ffid^e aSertjjenbung bei ben 33€|)6rben u^b ^,efi @ei|ieinbe 
•4in(äugba]r.e SSerbienfte. aKand)e0 ,£)tnberniß be^. Oebei^en^ b^r 
Schulen lag in ber 3f^it. gür tie lateinifd^e Schule, wp .e,in ^rp|(ir 
SRtßjianb; welc|>er frcilid^ aus bem firc^Ii4)en Sebfirfntfe erwad^fen 
war, baß au^ ben armem ©c^ülern fic^ ©ingcfiöre iil^U»^.tf>Hj^ 
in bem ©efang i5or ©terbfiaufern unb am ®rabe einen ®flijc(erb^jn;>,^ 
fanb^/ aber beff^alb bem Unterrichte wenig Jbeiw^Jinenj^^^unten |C^. 
299)» Slud^ mand^e ?e{>rer ber beutfc^en ©d^uleui, iU pl^; tnxt ^^ifjsfi 
@4^ülern ^tc^en begleiteten, J^erfaumten barijber i|^^en Sermfi ^ 
bie ©d^juUtt i f ounten bafetinii^t gewinnen* oben fo.vpmift,. tt^pp 
wes<tn färgjUdf^ (Si^f&afte bir mujtfolif^l fitiijl^ten j^^ifif bie ^Ui^ 



— 112 — 

ten »ön SSorfittgern imb Orgetfiptelern übmxa^mcn unb oft wä^renb 

ber ©(^uljett t)erfe^en mußten, 2lud^ andere emtrögltc^e ^tmtä)m 

waj?renl> ber 9)?effen, tDO^tt fie burt^ tf^re gerttgfett tm ©c^onf^reibwi 

utib 9le(!^nen gefc^idt tt)aren, btenten bagu, t^r Stnfommm gu »er? 

meieren, ©a^ gefammte (Bd)\xU unb Unterrid^töttJefen f^ob jtd^ erfl 

'flegen Snbf be^ üoriaen 3a]^ri^unbert^ auf eine yi^xt Stufe b«r 

''gntwicfelung, tt)a^ feine SRfitfwirfung auf unfere ©tabt ni^t Joer^ 

fef^ten lonnte, 2)te Einrichtung be^ ©^mnaffum^ verbefferte ft(^ i\x^ 

fe^enb^* 3m ^a^xe 1804 würbe au^ attgemeinen Beiträgen ber 

SBiirgerf(|aft, woju auc^ jebee SWitglieb be^ aWtnijlerium^ 10 3a^re 

lang j[e 11 fl. jiä^rlic^ beitrug CK. 134); bie 3Wuflerf(^uIe begrünbet; 

i^x a^nlid) 1813 bte SBeigfrauetlfd^uIe; unb 1824 traten bie übrigen 

SBoIföfd^uIen in^ Üeben, %üx biefe bilbete fi^ unter Dberaufftt^t 

ber t)ereintgten ^)rotejianttfc^en Sonfifiorien eine eigene Slufftd^t^be^ 

l^örbe; für bie SWufierfc^ute gteid^ anfangt eine befonbere» 3Baö 

aü^ no(^ bei biefen Unterrid^t^anfiatten ju wunfc^en übrig bleiben 

tnag , fie erhoben jic^ mefjr unb me^r ju einer ac^tung^wert^n ^o^e 

tinb flehen im 2lffgemeinen getvig nic^t l^inter i^ren ä^ntic^en @^tt>^^ 

Peronjiarten in J)eutf(^Ianb jurucf* Ob unb wtl^t SJeranberungen 

^Üu^ ben neueren 3^itben)egungen,befonber^ au^ ber fo laut begelj^r^ 

■ten 2^rennung ber ©d^ule üon ber ^irc^e, ^erioorge^eU; wirb bie 3^i* 

•l^ren unb bie Erfahrung prüfen, 2)a jebe SReligion^gemeinbe, fo* 

■gar bie rabifaljie, wunfd^en muß, baß if^re Äinber nac^ i^ren Oruttb* 

fä$en gebitbet werbfn, aber nt^t bloß im SReligionöunterric^te, fon* 

bet% faji in aüm Unlertid^t^fa^ern/ am meijlen in ber ®efc^i(^te, 

©eiegen^eit genug geboten wirb, biefe ®runbfä|e entweber ju k^ 

fefiigen, ober ju erfdj^üttern, fo fc^eint bie bloße SSeaufftc^tigurig be^ 

'9!efigion^unterric^te^ burd^ bie angeflettten ® ei jlli(^ett feine« =^833eg^ 

''genfigenb* d^ fragt ftd^ ba^er, in weld^er gtoecfmäßigen SBBeife bie 

^efriebigung biefe« nie ju befeitigenben Sebürfniffe« mit ber Leitung 

ttnb Uebertt)ad[)ung ber ©(jaulen burc^ fad^tjerjlänbige ©d^ulmanner 

*taib anbere geeignete ^erfonen in Sinttang ju bringen fe^. 

S. 132. b. 3wr religiöfen Silbung ber Äinber, fotoie be« SSoI* 
fe« öberl^aupt, beburfte man eine« furj unb »olf^t^ümlid^ abgefaß* 
ten jjrotepantifc^en Cel^rbegriff«, welcher fic^ bem ©ebäd^tniffe leitet 
einprägte unb ba« gad^toerf ber weitern religiöfen Sntwitfelung 
Mbete^ SBSarum man nic^t fogleid^ gu bem 1529 erfc^ienenen gro* 
fen unb Heinen Äate<^i«mu« Sutl^er« griff, t)on weld^em befon* 
^x€ ber lefttere/fre^Iid^ auf ber ©rtinblage feine« jirengen ?ej^r* 
♦tJSrtff«; in St&xit unb ttmiger ©t^rädje, an goßßc^fett unb from^^ 



— 113 — 

mer ^nniQUit ni^t fo W^t übertroffen n>frb^ erftart ftc^ auö Um 
rängent ÄanH)fe iafyitx gwtfcipen ?ut^er^ unb Swinglt^ SRid^tung, 
ber fl^ befonber^ in beiti fiatec^i^mu^^Strette 1541—1643 funb gab* 
3tt golge beffelben galt längere 3eft ber t)Ott Sornartu^ über? 
arbeitete unb r>on bem ^Jtat^t genehmigte fiatec^i^mu^ CS- 7)* aw 
man aber ermübet x^on biefen Ääm^>fen, burc^ bie Sffiirren be^ Stnji? 
miUn (Interim) 1548 unb bie ainfunft ber Sleformtrten 1554, mit 
weld^en fel^r balb Streit entjlanb, auf anbere Singe gelenft tt)urbe, 
fc^ienen bie früheren SSorgcinge rein t)ergeffen. 2)enn bie ^räbifan* 
ten trugen im grüf)j[a|ire 1557 bem dlat^c t)or, ber Äatec^i^mu^ 
unb bie Uebung beffelben CÄ'inberle^ren) fe^en tt)egen Ärieg^ unb 
©t^rben^ C@eu(^en) ganj eingegangen* 2)a bie S^it aber ruhiger 
geworben fe^, muffe man fte »ieber \)orne^men* 4)ierauf l^eift e^ 
weiter: //wir ^aben befunben, baß ber Ä'atet^i^mu^ , fo wir alte 
^räbifanten jufammengetragen fiaben unb gelehrt, ob er wo^I gut 
unb reiii^ im SSerfianb iff, fo ifi er bod^ in Slu^Iegung ber Srtifel 
ttwa^ fei^r lang unb f(^wer ben Äinbern unb ber 3ugenb ju faffen 
«nb ju beipalten, unb nun auc^ wo^I t)erattet unb JDergeffen, fo ^a^ 
ben wir nun nü^lic^er unb fruchtbarer geadptet, bag man ben Cate- 
chismum Lutheri t)orne|>me, wel(|>er unter bem SSoIfe fe{>r gemein, 
furi unb flar iji, an^ leid^tlic^er ber 3ugenb gu faffen unb ju be- 
fialten fepn wirb.// hierauf würbe ber lut|>erif(|>e Äatedpi^mu^ ein? 
geführt (I. 321* rx. 59* SÄitter 285)* 

8. 133. int^cx fiatte ju Slnfang 1529 feinen großen Äatec^^ic? 
mu^ \)orgügli(^ gum ®ebraud^e ber ^rebiger unb balb barauf, aW 
Slu^jug beffelben, ben Keinen, in gragen unb antworten gerlegten 
Äatedpi^muö gum 5Ru$en ber ©emeinbe unb ^au^)tfädpli^ ber 3ugenb 
iperau^gegeben* 3n ben aSorreben gu beiben erftart er gut^örberfi, 
man muffe burdj^au^ in einer fietigen SBeife lef^ren, nid^t IJfeute fo 
unb fibfr tin ^a^x anber6, al^ wolle man e^ beffern, woburc^ man 
nur irre madpe unb bie grudpt feiner Semüf^ung einbüße* 2)eßwe? 
gen folte man nadp bem 93organge ber SSäter bie 10 ®ebote, baö 
aSaterunfer unb ben ©lauben (ba^ a^)ofiolifdpe ®lauben^befenntntß) 
bergejialt einüben, baß* 3ebermann ffe au^wenbig wiffe* SBer ba^ 
tttc^t lernen wolle, fe^ fein ßlpriji unb bürfe nidjit gu bem ©aera? 
mente gelaffen w.erben, audp fein Äinb au^ ber Staufe ^eben* 2)ie 
genannten 3 ©tüde, wie ffe t)on altera ^er gebräudplidp gwefen, 
fetten gwar bie not^igjien, aber e^ gefiöre ffdp audp, baß man ipon 
ber SCaufe unb bem äbenbmal gu reben wiffe, weß^alb benn er auc^ 
fiber bteff eine »nweifung ertlpetle* aSorgüglidp fottten bie ^va^ätex 

8 



— 114 — 

tl^ ®cftnbe (ij^re gamftte) unb ipxt ©ienfileute tägttd^ ober mniQ* 
flen^ tci^tnüi^ bann üben« T>a^n tjl jebem $au))t{tit(fe be^ Heti^ 
ncn Äate^fömu^ bie Semerfung t)orangefiefft: tt)ie eö ein ^auö* 
joater feinem ©ejinbe einfälttglid^ CeinfÄ^) Dor^alten fott. hierauf 
ipetlangt Sutl^er t)Ott ben ^rebtgern, baf fie, wenn ber Meine Ratc^ 
^itmu^ bem ©tbäd^tniffe tt)of>l etnge^jrägt fev, al^bann nad^ an* 
leitung be^ großen ^atec^i^mu^ ein tocitnt^ unb reid^ere^ 93erßänb^ 
nif be^ Meinen geben möchten* — Ob bie bem großen Äatedf^i^mu^ 
angef^ättgte: Äurge SBermafmung jur 33ei(^te, t)on Cutter ^mix^vt, 
ifi jwetfet^aft, gewiß aber jtnb iut^n^ anbertodrtö t)orgebra4^te Su^* 
flf^ru^e barüber tebiglid^ wieber|^oft« — Dem fUinm Ratc^i^mu$ 
fügte ^ Cutf^er bie Slntoeifung l^iniu: SBie man bie (SinfdWgen foffe 
lehren beidj^ten; ferner: SBie ein ^audt^ater fein ®<'ftnbe fott lej^ren 
ÜWorgen^ unb Slbenb^ fi4 fegnen unb ba^ Benedicite unb Gratias 
C®ebete t)or unb nad^ S^if^e) fjpred^en; enblid^ bie J£)au^tafel ober 
eine 3«föwmenjlettung üon Sibetf^)rü(i^en für man^erlei ?eben^t)er* 
l^ältniffe* hierauf folgen noc^ ba^ 2:auf^ unb 2!raubfid^Iein* S5iet 
fj)dter würben t)on ni^t genau befannten SSerfajfern noc^^ beigegeben: 
(gttid^e grogflficfe für bie, fo jum ©acrament gelten wollen, unb: 
SBon bem 3lmte ber ©d^IfiffeL 

$. 134» gür bie franjöfift^ Iut|>erifd^c ©emeinbe ber ein* 
gewanberten Wteberldnber würbe 1593 ber früher gu Slntwer^^en gc* 
brandete Äatedpi^mu^ lateinifd^ gur Prüfung Joorgelegt, bie annähme 
beffelben aber mit ber SBemerfung abgelehnt: jur grfialtung ber (iin^ 
^tit fe9 ber lutfierifd^e Ä'ated^iömu^ beigubel^atten* 3)iefer, möglic^fi 
getreu in ba^ Srangofifd^e überfe^t, würbe nunmefir eingeführt (V. 
716. 717 f. 790» 792), »u^ bemfelben ®eft(|>t^^)unete würbe f^)äter 
jlreng gerügt, wenn @d^uße|^rer ober aud^ Sanbibaten Cf^ü^er ©tu* 
biofen genannt) reformirte Äinber, weld^en fie Unterrid^t ertfieilten, 
ben ^eibelberger ßatec^i^mu^ lefirten CA. 410« B. 84« D. 127« 408» 
E. 119* F. 193. 196- 438- 444). — gür bie Sanbleute nnb i|>reÄin* 
ber, befonber^ gu Oberrab, Sornl^eim unb ©utieuten, fd^eint man 
ben lut^erifcfien ^atec^iömu^ ni^t ganj ^)affenb gefunben ju ij^aben. 
©eßlj^alb erfd^ien eiti t>on bem ^iefigen ^rebtger gigulu^ ob^efaß* 
te^, \)on bem ÜWiniflerium gebilligte^ unb bann gebrudtte^ Sfi^Ietn: 
Saienbibel, ba^ ifi furger äu^gug ber c^ripiid^en et)angelifd^en ic^vt 
für bie unwiffenben unb arbeitfeligen ®auer^leute auf bem Sanbe, 
fo i^rer Stnfalt leiben mit weitifiupgen Süd^m nid^t ju befd^weren 
unk glei^wol^I an^ d^ri^Ii^er Siebe auf ba^ (Sinfaltigfie $tt unter« 
ri^toi fi»b^ wie ^t ®oH wofilgefdKig glauben unb leben foKen, ge« 



— 116 — 

flettt inxd) iU rrinen berufenen etJangelift^en ^reWger ju granff. a* 
SW. gebrutft bafettjl burt^ 3o|)- ®?)tee 1589 av. 455*». 6313- 

S. 135. Sur tte @tat)t aber, toemsflend fp&ter, a» ftcf^ bie 
reltgtife ®nfi(^t fiob, man^e Dorj^er nic^t gefannte SBebürfmjfe fi(|> 
funb gaben; avi(b mancf^e abtt)et(||enbe 9{e(tgton^metnungen berud^ 
ffd^ttgt »erben mußten , beburfte man einer erweiterten Slu^etnanber* 
fe^ung be6 f leinen Aate^i^mu^; weld^e; ebenfalls in fragen unb 
Sintworten gefleUt; ber größere S^anffurter £atec^i^mu^ genannt 
würbe. SDurd^ tftit Drbnung unb bie Statuten ber latetnifd^en (Bd)nU,ss 
wtld)t 1654 gebrudt erfc^ienen CXIII. 2), erfdjirt man, baß tn ben 
untern klaffen ber beutfd^e ftetne ^ated^i^mu^ Sut^erc^ eingeäbt, in 

ben mittleren ba^ Compendium institutionum catecheticarum unb ttl 

ben Obern ^it au^fuf^rlic^en Institutiones catecheticae be^ Jtonr« X)te^ 
tertci; ©uperintenbenten unb @9mnafiaI»2)irector^ gu ^Im, betrie^ 
ben werben mußten. S3ei einer 1670 ^vorgenommenen Unterführung 
(Stfttation) ber lateinifc^en @(^u(e ift bemerft, baß nac^ 3Serorb«^ 
nung ber @(^oIarc^en jene Institutiones catecheticae loon ben @(biU 
lern fottten ju ^au^ gelefen, bagegen ber Keine Iut|)erifc|)e SaUö^it^'^ 
mu^ für bie ®(^ute au^wenbig gelernt werben CB. 93). Cin Scten* 
fiürf o^nt 3^itangabe entl^filt unter Ruberen ben Antrag, baß ber 
beutfd^e unb (ateinifd^e RaU^i^mu^, fo in ber lateinifc^en ©cf^ule 
geiejrrt werbe, gleiti^Iautenb gebrudt werben mJti^ten. S^ ift woj^l ber 
fteine RaUdfitmn^ gemeint, fonp aber bie 5lad[iri(|>t ntc^t Har CIX. 
65). — ©ne weitläufigere beutfc^e Bearbeitung muß fc^on 1667 
jorj^anben gewefen fe9n, weld^e in biefem unb bem folgenben ^apxt 
einer ©urcbjtcbt unterworfen unb mit 3wgrwnblegung ber t)on bem 
^eftg«! ^rebiger 3»o|>r aufgefegten ?$ragfiude neu bearbeitet würbe. 
3m 3a^r 1670 würbe tim abermals burc^gefe^ene ausgäbe berfeU 
ben »eranflaltet unb mit einer ©mafinung an Gltem unb Äinber 
»erfefien CA. 497. 504. 513. 515. 517. 521. 523. 530. 534. 537. 546. 

648. B. 13. 15. 19 f. 66. 71). »on ba finbet fi^ nic^t^ in ben ^ro*^ 
tofotten bi^ gum 3a|>re 1733, wo am 18. gebr. ein Sntrag auf 
T>nv^fi^t unb SSerbefferung becJ größern Äated^i^mu^ gef^aj^ (P. 
862 f.). am 5. ©ee. 1736 würbe befc^loffen, ©pener^ grag^^^o* 
beBen au ®runbe ju legen (F. 1076). «m 30. SDec. 1739 auf fLn^ 
frage be^ ©rudert, wa^ bei einer neuen Huflage ju erinnern UVf 
wieber j^olte ©enior ÜRfinben feinen »orf^lag, Sut^erd Keinen Jta«^ 
tec^i^mu^ ganj unberanbert ju lajfen, aber ffit bie ©(|>wo(|>ereti 
fcirje gragen mib Antworten ju entwerfen unb für bie gäj^igcrn unb 
(Erwac^fenen an^&^ti<fyt (&ctl&xxm ju geben, wobei iUed, wo^ m 

S * 



— 116 — 

werben fonne* 3in ''^ai 1742 überlteg e^ ba^ Sonftflorium bem 
a)f im jierium , beti tjergrtfencn ö^^^^^ Äatec^i^mu^ neu auflegen ju 
laffen (G. 148. 235). Salb barauf erfc^ten'tm 2)rurf: Äurjer 3n^ 
begriff ber 4>rifilic^en Seigre in bem fletnen Äate^i^mu^ Cut^er^^ 
granff*^ in bem SäSalt^erfd^en ober f^. ^. |)utterf(^en Sut^Iabcn, 
1742. "^injugefügt waren an^ ber Slgenbe: bte Uebung be^ Äate* 
c^i^mu^, bie 33eid^t^gormulare unb bte Ätnberle^r^®efange^ 2)a^ 
aSorwort soom 5. ""^lai 1742 war t)on ©entor 333altj>er, mttabgebrudt 
bai^ SBorwort be^ aKinijiertum^ t)om 11. SKära 1681 unb eine Sin* 
f^)rac^e beffetben an ©Itern, ^au^Joäter, 3Kütter, Ätnber unb ©e*^ 
jinbe »om 1. Dec. 1685. Sffialt^er fagt babei: ©egenwartige furgc 
unb einfältige Srflärung be^ Reinen Äated^iömi ßut^eri, weld^e un* 
fere m ®ott ru^enbe SSorfafyren t)or gar tjielen 3a^ren jum yin^m 
ber granffurtifd^en ^^ird^en unb ©d^ulen aufgefegt, unb welche iu 
bai^cr mit 9Ju^en gebrandet werben, wirb fyiermtt na^ bem ab* 
gang ber tjorigen Slu^gaben burd^ ben J)rudt auf ba^ 5Reue befannt 
gemacht. ,I)ie SSorrebe ber ^rebiger unb bie beigefügte 2lnf^)ra(f>c 
berfclben an bie Sttern.u. f. w. laffen auf neue ausgaben be^ fd^on 
1667 Dor^anbenen unb 1670 neu burc^gefefienen Äatet^t^mu^ "f^^Iie* 
gen, weld^er mit Keinen SSeränberungen bi^ gu SSatt^er^ S^it aW 
eigentlicher Sanbeö-Äated^ieniuö im ©ebrauc^e war. 3n jieaer aSor* 
rebe f^eigt ^^: Sßtr ^aben für rat^fam erad^tet, au^ (^rijllid^er grei* 
l^eit unb anberer Äirc^en loblid^em ßrempel weitere gragfiüdte über 
ben Äatec^i^muö ?ut^eri, tf)eit^ burd& einige am unferer 3Kitte, tfytiU 
m^ anbern. c^riftlid^en ??j>rern gufammenjutragen. J)er Keine Äa* 
te^d^iömu^ fo(l nad^ ivk t)Or au^wenbig gelernt werben. 2)iefer Cg^ö^ 
gere) aber foB jur |)erjiettung einer gewiffen ©leid^formigfeit ber 
Söe^ai^iblung, fowte gur l^äu^lic^en Uebung unb 333ieber^ptung bte=^ 
nen. — 3m 3aJ^re 1 743 , al^ eine große ^eligiöfe Unwiffenjieit fic^ 
füjflbar mad^tc, unb gar SWand^e \i^ ber ^irc^e entfrembeten, ober 
bem ^tetiemuiö fid^ juwanbten, würbe eingefe^en, bag man ben 
Äern ber @ac|^e me^r im 2luge behalten unb ben Äated^i^mu^ f ürger 
be^anbeln müjfe. dp würbe ba^er am 8. 9Äai befc^loffen, ber Äa^ 
ted[)i^muö . foöe na(^ fibereinfiimmenber ©inti^eilung in ben //|)au^* 
Informationen// ber ®eiftli(^en, ben Äatet^i^muö^^rebigten unb Rin^ 
berle^ren je innerhalb 12—14 aWonate abgefianbelt werben, wie ti 
fd^ott 1711 t)erlangt worben fe^. J)od^ fd^on im Dec. 1743 würbe 
eine beffere Sintjeflung Utkht unb am 21. 3an. 1744 \)pn bem 
Sonjijiorium gencl^migt. 2)er tängfi ^ter eingeffijfrte, erji 1742 nei^ 



— 117 — 

aufgelegte granffurter Äatet^t^muö foffe ju ®runb getegt unb m^ 
62 ©onntageii tu eben fo titele Secttonen get^eift werben^ bte mtt 
ben geji*^?ectionett tn ^U 3a^r bur^gegangen tt)örben fG. 284 f. 
305--307/IX. 71—76)- ^terauf erfc^ien gebrurft: Dr. ^. Slnbr. 
SQ3aIt|>er^ erläuterter Äated^i^mu^ Sutj^ert tu 52 ?ecttonen unb 
bte gejl^Cecttonen getj^etlt, nebfl* ansang x^on ber Sonfirmation unb 
einer Drbnung be^ ^tiU, grfft,, bei ^p^, ^. ^utter, 1746. ©ue 
jwette t)erbefferte Slujiage mit einer t)oßjiänbtgern Drbnung be^ J^eiW 
unb einer SSorrebe i)on Senior Dr. % ^^. grefeniu^ erfd^ien 
1751, unb 1752: Äurjer SBegrtff ber c^rijWic^en Sef^re nad^ bem er^^ 
läuterten Catechismo be^ fei. ^errn Dr. ^. 21. SBaltj^er, tn für jere 
gragen unb antworten t)erfagt, nebfi einer SSorrebe t>on ©enior 
grefeniu^, grfft., ^^. ^. ^utter. ©iefer Äatec^iömu^, of^ne 3mu 
fet in no(^ me^^reren Slujiagen, blieb bi^ 1814 int ©ebraud) CK. 282), 
t)on tt)o: (SRaufd^enbufd^^) au^erlefene biblifd^e ^ijlorien nac^ ^öbner, 
©d^ttjelm, 1812, in ben Äinberle^ren burcfigegangen würben, lieber 
bte Speisenfolge gaben jä^rlid^ erfc^einenbe Tabellen in 4*! bie nöti^ige 
Slu^funft* 

§♦ 136* ^iertjon finb nun wof^l ju unterfd^etben bie ^auä)i^^ 
ntu^^SIBerfe ber Senioren Steuer unb ^ri tiu-*, welche gleid^fam 
neben leerliefen, aber auf bie SSerbefferung beö gemeinubltc^en gr(>ge< 
ren Äatet^iömu^ linb bie leben^spollere 95e|>anblung beffelben niä^t 
geringen Sinfluß übten* ©^>ener, welAer ffd^ fiberl^auipt um bie 
^rijllic^e 35ilbung ber 3ngenb ein unjlerbltd^e^ 3Serbienfi erwarb, 
trat nid^t fobalb feinen ^iefigen SSeruf afö ©enior an, alc^ er aud^, 
in Srwägung, bag hi^ ba^tn mand^e ©eifllic^e für i^re l^ol^ere Stet 
lung in bem religiöfen Sugenbunterrid^te Hwa^ J£)erabwürbigenbeö 
gefunben, wenig ober nid^t an bie Äinberle^ren gebaut, ganj gegen 
iut^cx^ aWeinung, unb fafi Sitten ber ©d^ule übertaffen Ratten — 
felbp ^anb an^ Sffierf legte unb, toa^ bie früf^eren ©entoren nid^t 
get|>an ju l^abcn fd^einen, an ber SSerfef^ung ber neu belebten ffin=* 
betle^ren X^cil na^m. 2)er bamalö gtltige ßatedpi^mu^ fcbeint ipm 
ni6)t genügt gu |?aben. 3n feiner freiem ©tettung aW ©enior unb 
neuer 3Wttarbeiter an ben Äinberlel^ren glaubte er weniger baran 
gebunben ju fepn, unb t)eröffentlid&te begj^alb feine: Einfältige dt* 
flärung ber c^ripc^en Seigre nad^ ber Orbnung be^ fleinen ^aU* 
0i^mu^ Sutf^eri u. f. w* t)on ^^^ 3ac. ©^ener, grtft., 1677, neu 
aufgelegt 1713 \)on 3u«ner^ Erben unb 3* 2lbam 3ung, I2*i 3ßäp 
renb er felbfi barnac^ leierte, wollte er ben Jleben Drt^ C^lfo aiii^ 
^Ut^ flebräu(^lid(^en Äated^i^mu^ n^t joerbrängen , fonbern gemattete 



— 118 — 

Weritt t^oWge ?5reti^ett; nur J)enen, »ett^e fi6) feiner in ^rebigten 
unt) Äint)erle|)ren bebienen wollten, gab er nü^li^e SBinfe. ©ein 
Xau6)i^mvi^ fottte niä^t au^tt)enbtg gelernt werben, umba^ ©ebaci^t* 
ni§ nic^t ju fefir gu befdjweren, l^öd^pen^ foßten e^ bie angefüjjrten 
®ibelf^)rü^e* ©pener^ Semüf^ung ging t)orjügIi((> baf^in, ein ge# 
ntütf>t)ot(e^ unb tfiättge^ 6{)rijientf>um ju werfen* Dabei war er fe^r 
faflic^ unb forgfältig in ber grflärung unb biblifc^en Segrünbung 
ber 0rifiIic^en ©lauben^^^ unb ©ittenlej^ren. 2lufgeforbert t)cn fei^ 
nen Slmtebrübern, lieg er ferner im J)ru(f erfd^einen, unb gwar in 

Iateinif(^er (Bpxad)^: Tabulae catecheticae etc. autore Ph. Jac. Spenero 
D. etc. Francof. typis et impenais B. C. Wustii, sen. MDCLXXXIII. foh 

3n 108 2:abeaen peüt ©pener na^ ber Drbnung be^ fleinen Äate* 
(|iömu^ ben gefammten Sel^rbegriff beö 6|^rijlent^um^ überjic^tfi^ 
bar» @^ war i^m, toU er in ber aSorrebe erwähnt, t)on beut SWi- 
niflerium aufgetragen werben, ba man bi^f^er, um ni^t aQju ober« 
flä6)lxä) gu t)erfaf>ren, ben ^atec^i^mu^ in fap 100 äbt^eilungen bf* 
l^anbeft ^atu, biefe Sbtfieilun^en bejfer gu orbnen, eine größere ®Uii^^ 
förmigf eit gu ergieten unb bei jieber 2lbtf)eilung furg angugeben, wa6 
bobei ber 3ugenb 9lü|Kci^e^ mitgetfieilt werben fonne. SSHit^in boten 
biefe S:abeaen ben tJoUfiänbigen Cefirjioff für bie ^inberte^ren , offne 
burt^ gragen unb antworten gu binben. ©enior ^ritiu^ gab bie^ 
fetten, auö bem ?ateinifc^en flberfe^t unb, jiebot^ nur in ©pener^ 
©inn unb aud^ moglicbjl mit feinen SBorten, überarbeitet unb t>er^ 
me^rt 1713 ^erau^ Cncu aufgelegt 1717, bei ben 3unnerfd^en Srben 
unb 3. Slbam 3ung, gebrudt bei % ^^il 2lnbreä, Hein 8^)- 3wax 
flnb bie Ueberfc^riften ber S^abetten beibehalten, aber i^re trocfene, 
^renge 2)arfiettung ifl fliiefenb t>erarbeitet» Diefe SBerfe gaben bem 
©ebrauc^e be^ bamafö ^ier geltenben großem Äateclf^i^mu^, weld^er 
nad) aSerorbnung be^ Sonftflorium^ allein in ben ©c^ulen gebraud^t 
würbe (ftej^e SSorrebe i)on 1742), unb \)on weld^em SBalt|)er 1746 
in feiner SSorrebe fagt, feine Srläuterungen fe^en gar furg, eine 
größere ©rauc^barleit unb aSoUftänbigfeit» 2)af>er bebiente man ftc^ 
t^rer lange 3eit, obwohl ©enior aWunben C1732— 1741) mancf^e 
Jlu^flellungen an ©pener^ Nabelten mad^te (T. 853), be§^att eine 
anbere Orbnung befolgte unb aufer ber jäi^rlid^en fleinen Tabelle 
über bie fonntaglic^en Äate^i^mu6»2lbfd^nitte, weld^e ba^ 9Winiflerium 
»eriSffentlitfite , unb welche ^inweifungen anfangt nur auf ©pener^ 
SCabellen, bann aber aud^ auf ben granf furter Äated^iömu^ entl^iel* 
ten Cbergleic^en jtnb no<i^ auö ben 3<t|>rett 1734, 1743—1747 t)or* 
Jianben), aW ©enior eine befonbere lEobelte für bie t)on i^m gu jmv 



— 119 — 

fc^enbc Ätnbfrie|>re ficrau^ (TX. 77. 78. 80. 82. 83. 883. 3n ganj 
fpäterer 3^i^ l^^^^^^ ©entor Hufnagel nac^ ben t)on ifim I79ij 
|>erau^gege(enen : ^atec^ettf^en @onntag^^Secttonen. 

S. 137. Sut^er^ Hetnet ^ate^i^mu^^ n)e{(^er fc^on 1553 ^itt 
bet ^ermann ©ielffric^ m ^olto mit ^oljfc^mttrn l^erau^gefommen 
mar C@tabtbtbItotJ>ef3 / würbe in üerfc^icbencr ©rfialt bi^ in biefc« 
3ai)rf>unbert gebrudt. SSom 13. 5Rot). 1689 ftnbcn ft(^ gebrudte 
gragejiüde an eine SBiebertäuferin. gerner erfci^ienen: Äurj gefaxte 
«inberbibel, grfft, 3. ^|i. Butter, 1753 CSpruc^buc^), unb: Dil 
erjien ©u^fiaben ber et)angeßf(^en Seigre für Äinber unb ©rwad^fene, 
soon bem l^iejtgen ^rebiger 3* gricbr. ©tarf, 1762 (IX. 61. 89). 
(Jbenberfelbe ^am anä) @^ener^ Jiabetten bearbeitet 1725 fierau^gegeben* 
Suferbem »urben t)erfcl^iebene SBorbereitungeböd^Iein t>er6ffentlic^t, 
al^: S)ie Drbnung be^ ^eile; S)ie ^inbermilc^ u. a. 

§. 138. c. @(|on in ber erfien Äirc^enorbnung Joon 1533 tt)urb< 
bejiimmt, baß an jiebem ^ittxvoö) eine Äinber* ober Ä'atec^iömu^ 
$ rebigt ju benSarfüßern eine f^albe ©tunbe lang gehalten »erben 
fottte ; JU berfelben foUten bie Se^rer ber lateinifd^en unb beutft^en 
©(i^uien il^re Äinber bringen, ©ie »urbe entmeber megen über* 
{^aufter S^^ätigfeit ber wenigen ^räbif anten ober wegen anberer ^in# 
berniffe f(^on 1539 wieber eingefiettt (Tl. 2. SRitter 213. 259). — 
©^)ener fagt in ber Sorrebe gu feinen fatet^etifc^en Xabeffen: 5oon 
alter 3^^ f>^t feien bie 9la(|mittag^^^rebigten bagu befHmmt, 
baß ber ?e|^rabf(l^nitt ber nat^folgenben Äinberle^re barin bel^anbelt 
werbe. Diefer ©efic^t^punct würbe bi^ au Snbe be^ vorigen 3a^r» 
ffunbert^ fejige^alten C3* 180. 694). SDa jebO(^ i>iele grwaci^fene^ 
in ®eringf(^ä$ung ber Äatec^i^ntu^lel^re; weber biefe ^rebigten unb 
no(|> ml weniger bie Äinberle^re befuc^ten^ fo l^ielt e^ ©^)ener 
für not^wenbig; auc^ in ben aKorgeni)rebigten bat>on ju l^anbeln. 
SBeil er aber 1fitx an ba^ fonntäglid^e (St>angelium gebunben war 
CS* 503, fo fonnte er nur ben Singang ber ^rebigt bagu benü^en/ 
toa^ er au^ me|irere Saläre {^inburd^ Doltfü^rte. J£)ierauf erft^ienen: 
Dr.^j>.3ac. ©penerö furge Äatec^i^mu^^^^rebigten u. f. w. 1689, 
neu tJerlegt 1697 t)on 3- 2)a)[>» Swnner, 4*!. ©ie waren SDon 
i^m JU biefem 3wed no^ befonber^ bearbeitet worben. Den ©tojf 
berfelben, erllärte er felbjl, ^aU er in feinem Äated^i^mu^ Joon 1677 
nur in fragen unb Slntworten gefleibet« 

S. 139. d. S3erf(||ieben t^on biefen £ate(|^i6mu^:'$rebigten waren 
bie ftinb er Uferen. 2)ett ©täbten granf^rt unb ©traßburg gt# 
bärt ba^ 93erbienfl, baß fte fd^on frü|f bergletc^en onorbneten, w&fk 



— 120 — 

renb man noc^ gu @ pener^ 3^tt CjteJ^e Sorrete ju fernem Äötec^t^mu^) 
an »telen Orten ni^t t>axan bacfyte ober t>te ®aä)t fci^Iafrtg betrieb» 
(grfl tn ber jweiten ^älfte be^ 17. 3a]^r]^unbert^' würben bte Ätn* 
berle^ren burc^ ben ©armjlabttfc|)en Oberl^ofSprebtger Dr. 35alt^. 
SWenjer tm Darmjiäbttfd^en ©ebtete etngeföl^rt. SQSte aber ^tefigen 
Drtö bie Ätnberlel^re bt^ ju bem 3a]^re 1543 betrieben würbe, tfl 
ni<i)t befannt* 2)od^ nad^bem ber t)Ott Dr. Sornartu^ Joermttteltc 
Äatec^t^mu^ auf ©efe^I be^ dtat^c^ 1543 gebrudt werben war C^b*^ 
gebrurft tm 3a]^re 1615, fiei^e Slegifiratur be^ SWintflerium^), griff 
man bte Uebung beffelben tn ber Ätrd^e mit großem Sifer an. 2)er 
®emeinbe würben bie ©rünbe angezeigt, warum man bie effemalige 
SSBeife eingejieflt unb eine bequemere angeorbnet ^aU. 2)ie t)on ben 
©(j^uttel^rern eingeübten Äinber fottten öffentlid^e antworten geben, 
bie Keinem Äinber bisweilen einfac|) ba^ SSater unfer, ben ©tauben 
unb Slnbereö auffagen, bie Slrtifel fottten ben Slnwefenben etwa^ 
weiter erflärt unb nad) SSerlauf einer ©tunbe ber ©egenflanb ber 
näc^flen Äinberlcl^re angegeigt unb jur aSorbereitung barauf ermun^ 
tert werben. Diefe ©inrid^tung erlitt jeboc^ inx^ übermäßige S5e* 
fc^werung älterer ©eifllid^en, fo mt burd^ Ärieg unb ©eud^en, wal^r^ 
f(|)einlic^ »on 1545 an, wieber eine längere ©tocfung. aber mit 
ber Sinfuf^rung be^ lut^erifd^en Äated^i^mu^ 1557 würbe fte erneuert 
(VI. 1. 4^ IX. 59. glitter 2853. 

§. 140. 3n biefer S^it würbe aud^ eine ©nrid^tung öorgefd^Ia* 
gen, bie nic^t nur in ba^ Seben trat, fonbern auc^ bi^ ju änfang 
biefe^ 3a^r|>unbert^ bauerte, ba^ fogenannte SBeten C'S^erfagen) auf 
bem Strittet (SKtar). d^ ^H^t in bem gefiettten »ntcage (IX. 593 : 
f/Sluc^ achten wir, eö wäre nid^t unnü^Iid^, baß man mit ber 3rit 
j[e jween Änaben juric^tet unb etwa fold^e gegen einanber auffiefft, 
welche jelbfl einanber ober einer um ben anbern etlid^e Slrtifel frag^ 
ten unb antworteten unb ©old^e^ ^twa^ lautbar, auf baß bie gange 
Six^t e^ möf^te i^oren./^ ^abe^ würbe üblid^, ein^ ber ^auiptfiüde 
be^ Keinen luti^erifd^en Äated^i^mu^ ober, wa^ aber längere S^it 
t)ema(^Iäffigt würbe (V. 1363. B. 2783, fcte fogenannte ^au^tafel 
unb ba^ 2lmt ber ©d^Iüjfel, ber 9tei^e nad^, in ber angegebenen 
838etfe gu bel^anbeln. J)te Änaben traten in bie ättarfd^ranfen unb 
begannen, früfier nad^ mel^reren Serl^anblungen be^ ©etjilic^en, fpä* 
ter gteicf^ nad^ bem 2lnfang«5gebet unb, wenn fie gecnbigt fiatten, fing 
bie eigentliche Äinbertef>re an (G. 306. 3183. 3ur Slu^geid^nung 
trugen fte ein leinten l^erab^ängenbe^ rotl^e^ ober blauet SWänteld^en 
in golge ber älteren ^itU, nad^ wetd^er abeltge unb getef>rte ^r* 



— 121 — 

fönen (^ter beten Ätnber) tn etnem rotffen, anbete in einem blauen 
2WanteI einf^etgingen* Uebtigen^ l^atte man ®tönbe, wegi^alb e* 
ben ©c^uUefftetn nii^t ftei flef^en fottte, »en fte wollten auf bem 
drittel beten lajfen CB. 420 fO* 2)iefe ©inticl^tung fanb aud^ an* 
betwatt^ Statt. 3» bet ©dd^pfd^en Äit^enotbnung oon 1572 wirb 
geboten, baß bet Äated^i^mu^ in ben ©täbten nad^ bet SSe^^)et wn 
2 Änaben gtagweife ^etgefagt wetben foUte (glügge IL 199)* 

$♦ 141. 3^tt unb Ott bet Äinbetlebten wutben 1543 auf 
Sonntag^ iSlittaQ^ 1 U^x in bet bamaligen ^fatte ju @t. SBattf^o« 
lomäi, fetnet ju @t. ^etet unb 2)te9f6nig beflimmt, 1547 abet, 
weil bet ^tebiget ju @t ^etet Sonntag^ aWotgen^ no(^ bie ®e* 
meinbe ju SBotnf^eim unb bet ju S)te9finig bie ju Cbettab t>et* 
fe^en mußten, auf 2 U^t fefigefe^t (VI. 1. 4»! IX. 59 SRittet 285 f J 
äBeitete Angaben ftnben ftd^ in ben 3lgenben ^on 1589 an^ iuiti^t 
nod^ in bem ^ated^i^mu^ t)on 1742, mit bet Uebetfd^nft: Uebung 
be^ Jtatecf^i^mu^ in bet Rixä)t mit ben ©d^ulfinbetn unb anbetm 
jiungen 93oIf. & fottte nämlic^ auc^ bie beteit^ jum Slbenbmalt 
gegangene 3ugenb nod^ in bet ^inbetlei^te nad^ bem ^ated^i^mu^ 
geptuft wetben CB. 274 f). ©ipenet in bet aSottebe ju ben Soß 
ted^i^mu^^S^abeßen bemetft, ed fepen bieß junge lebige Ceute, bie 
ftd^ enttoebet ftepwittig fiettten obet »on ben 3i^tigen baju angef^al* 
ten »ütben. 3n ben ägenben X)on 1589 unb 1599 ifi bie 3rit 
baffit auf 2—3, in benen X)on 1644 unb 1688 auf 1—2 U^t ©onntag« 
angefe^t. am 30. 3uli 1625 »utbe befHmmt, baß patt bet 9iac^mtV 
tag^^^tebigt in bet ftanjofifd^en Äitd^e nut eine (ftanaöfifc^e) 
Äinberie^tc foKe gehalten »etben CA. 783; bod^ ju ©^^enet^ S^it 
wußte man nic^t^ me|>t bat)on (SSottebe ^u ben Äated^i^mu^^S^abel* 
ten). 5Rad^ bet ägenbe t)on 1644 fottten Äinbetlefften gu. ©t. Sa^ 
tl^atinen, @t ^etet, im ^o^pital unb gu 2)te9fönig Btatt ffaben* 
3u ©t. Äatf>atinen, »oi^in pe fd^on 1579 aud bet Satfußet Äitd^e 
t)etlegt tootben wat, weit fie butd^ bie bottige 9ia(^mittag^ptebigt 
unb bie batauf folgenben Äitd^entaufen fe{>t beeinttäd^tigt toutbc 
Cfie toat fd^on ftuffet im Oange gewefen, abet au^ unbefannten 
©tünben wiebet untetlajfen wotben. 3u i^tem bejfetn ©ettiebe 
madjite gigulu^ Sotfc^täge.), ift bemetft, baß fie um 1 U^x^ abet- 
au ©t ^etet unb 2)te9fönig nad^ bet !Rad^mittag^:^^tebigt geffalten 
Wütben OH.* 779. rv. 238. 565. SÄittet M» IL 339). — Sltt am 
20. Dct. 1588 be9 bem Heimgänge bet Äinbet aud bet Äinberiel^te 
JU @t. Jtatf^atinen ein fed^^jiä^tige^ 9)}äbd^en )[>on einem fd^^eu ge* 
wotbenen £)d^fen befd^^ibigt wutbe Cbet SBief^motft wutbe in ber 



— 122 — 

^a^t gejKiUen), unb mand^e ^erfonen ber tn Wefc 9lä{^e »erlegten 

Ätnberle^re bte ©d^ttlb btefe^ Unfottö bepmaafen, fo würbe auf 

Antrag be^ aÄmtficrium^ ber SStefmiarft auf ben Sre^tag t)erlegt, 

5ßor ber Ofiermeffe 1589 backte man baran, wegen mand^er ju be*^ 

ffitd^tenber Störungen, bte Äinberle^re bafelbfl einige Sonntage au^:« 

jufe^en, waö aber nid^t beliebt würbe» Dodb mußten nad^ berüReffe 

bie Altern ermahnt werben, i^re Äinber wieber ^u fd^ttfen (TV. 403. 

511. 5263.— 3n ber ägenbe oon 1688 f^etgt e^: ju St. Rat^avu 

nen unb im «^o^^pital (nämlic^ um 1 Uf>r), aber ju ben ^av^ 

fügern, St. ^eter unb 2)re9fßnig nac^ ber 9la(^mittagö^^rebigt. 

2B^{>rfd^einItd^ ^attt ber grof e Seforberer be^ religiöfen 3ugenbun^ 

terric^ted, Steuer, ber fid^ fetner f>öi^ern Stellung ungead^tet nid^t 

fd^ämte, felbfl ^anb an ba^ SBerf ju legen, aU bie 3«I>I ^^^ ®«* 

fud^er wud^^ (SBorrebe ju feinem Äated^iömu^) , bie Äinberlej^re gu 

ben Sarfflgem neu eingeführt. 3n ber gebrudtten Slnjeige ber Äir* 

^enarbeiten 1768 (TH. 103) yd^t e^: 3n ber ©arfüger Äir^e 

wirb ba6 Sramen, welche SBenennung fpäter für Äinberleffre ein* 

trat, ^on 3—4, in ber St. Ä atl^arinenfird^e ein Heiner Joon 1—2 

unb ein grofe^ ^tn 2—3, ferner in ber ^o^ipitalfird^e ron 1—2 

U^r unb gu St. ^eter unb Drepfonig nad^ ber ^Ra^mittag^^^^rebi^t 

geffatten. SBeld^er Unterfd^ieb gwifc^en großer unb Keiner Äinbet* 

le^re obwaltete, ifl nid^t gang Kar. Salb fd^eint e^, baf gu jener 

bie Äinber mehrerer Schulen CG. 351), gu biefer nur bie ©ner 

Sd^ule, ober gu jiener gar feine geführt würben CS ^) euer« SBor* 

rebe gu ben Nabelten); balb fcfieint wieber ber Unterfd^ieb in ber 

^o^er gefagtetf ober fürgern SBei^anblung gu liegen; balb in ben 

gejitagen (IX. 84), enbtid^ wof^I ant!^ in ber ^erfon beö Senior^ 

unb ber älteren (Seifttid^en, weld^e bie große Äinberlel^e oerfai^en. — 

3n SBegief^ung auf Äinberlel^ren an 5ffi er f tagen würbe am 6. 2)ec. 

1730 gum erflen aWale SWittwod^^ gu St. Äat^arinen um 1 ü^x 

Äinberlel^re gel^alten Cß^v^nerlL 2, 29), beren 3eit, wert fie wenig 

befuc^t würbe unb bie Sc^utte^rer fid^ barfiber befd^ werten, burc^ 

aiatff^fd^Iuß oom 23. Dct 1733, im Sommer auf bie Stunbe t)On 

4—5, im SBiUter twn 3— 4 U^r »erlegt würbe (T. 833 f. 905). 

^m ®tpt 1736 würbe gu ©reyfonig eine Äinberlef^re Donnerstage 

im Sommer um 4, im SBJinter um 3 Uffr eingerid^tet (F. 1053 f.). 

JBepbe fd^einen nad^ i^reS Url^berS, beS Senior^ !Künben, lob 

wieber eingegangen gu fepn, benn in einem Slatl^Sfd^Iujfe »om 3. Wlap 

1753 wirb auf er^re gurüdgewiefen, weldj^e wieber angufletten fe^ 

(IX. 70. EL 103). an bie ©tdk ber teftterm in ber aSreyfdnig* 



— 123 — 

ffr<f)e trat f^)äter ©tn^tag^ unb ©onnfr^tag^ t)Ott 1—2 UJr 
tte grteb eifere ©tunbe, gffHftet burc^ a^eftament^tjerffigung bor 
SBtttwe 3lnna Stbpfla griebel, geborenen SB e der, X)om 20* SSug» 
1760 CH. 312)* yiaä) ©d^Iiegung ber SBarfuger fitrd^e 1782 m^ 
Verlegung tbrer 9la(^mtttag^^^rebtgt nnb tf^re^ Sramen^ naä) ®U 
Äat^arfnen Porten bte bepben borttgen Ätnberlei^ren »on 1—2 unb 
2—3 Ul^r auf; bie erjiere würbe nad^ ®t 5RtfoIat, bte anbere in 
bte ^o^pttalf trd^e , bepbe auf 1—2 U^r X)erlegt, tt>o fte in Unterer 
^trd^e bt^ 1802 bauerte (K. 106); fiatt ber t)on 2—3 Uf^r fanb 
ba^ etgentltd^eSBarfuger Sramen X)on 3—4 U^r ju@t Äatf^artnen Statt» 
§. 142. 2)ie SBBetfe, tn mlä)tx bte Äfnberlel^re gehalten 
tt)urbe, tfl tn ben Slgenben fel^r umfiänbltdj^ angegeben, nänttt^: 
1) Ctngang, 2) ©efang, 3) ^erfagung ber 5 ^au^Jtjiude be6 fW# 
nen StaU^imn^, 4) ®ebet 0>on 9Ht t)on äm^borf, jule^t ^rof, 
unb ©u^ertntenbent au 3ena, 1646 t)erfagt) — aBe^ ©t^^ertge b«r4> 
ben ©etpltd^en ^on ber Sangel, bann auf bem Slttore 5) Xrtttelbeten, 
f^ierauf erfl6) bte etgentKd^e Prüfung ber 3ugenb an^ bem Äate^t^wu^, 
ben^falmen unb ©iprüd^en, le^tere^ befonber^ an gefltagen, we^l^alb 
bte crwäf^Öen ©iprud^e tn ben Sfgenben t)on 1589 an entf^alten ftnb> 
aWbann »teber t)on ber (Sanjel 7) ©d^Iußgebet, 8) ®efang, 9) SBor* 
lefen be^ aufgegebenen ^auptfifide^ für ba^ näd^ jie fStat , unb 10) 
Ätrd^enfegen. — am 16. 3an. 1766 befJtmmte bo^ (Sonftjiortum, bof 
bte ^rebtger tn ben Ätnberl^ren nt(^t mefir na^ aSorfc^rtft ber 
Slgenbe, fonbem nac^ ber JoerbejTerten beutfc^en ©d^ulorbnung »om 
12* 9lot). 1765, auf bte Sanael, fonbem nur auf ben Slftar jt(|> )« 
begeben Ratten CH. 442. IX. 87). J)te 3ugenb würbe fietf nor 
©n ^au^tjiücf nad^ ber 3let|^enfoIge M Äated^t^mu^ gefragt. B^&* 
ttx würbe bem fünften |)au:ptjifi(f no^ ber abfd^nttt t)on bem ^mU 
ber ©d^Iuffel gugefügt, unb am fed^jien ©onntag bte ^au^tafel t)or* 
genommen, weti wentg Ätnber fie wüßten, unb, wäre jte auf (&in 9Rat 
Jtt groß, fönne man fie tn mehrere S^l^ette trennen (IV. 352. 355. 
B. 185. 263. 274. 278). — 3m »ugufl 1665 wurbe bef(|)Ioffen, 
etn übrigen^ ntc^t weiter angegebener Slatf^^fd^Iuf fotte t)on ber 
Sangel Joerlefen unb in Drud gegeben werben CA. 403). ^m Dec 
1669, ojne 3weifel auf ©^^ener^ Setrieb CSSorrebe gu fWnen Äd* 
ted^i^mu^^^rebigten unb ju ber beutfci^en Hu^gabe feiner Sabette» 
burd^ ^ritiu^), würben über bie reltgtofe ©tibung ber 3wgenb itt 
ben beutf^en ©deuten unb ber Iateinif<f)en , fo wie über bte gSerbrf* 
ferung ber Äinberlef^ren »ielfad^t SSorfd^riften gegeben. Die Ce^rer, 
fogar bte an ben niebem (Slawen ber latetttifuleti ©d^ule, foOten 



— 124 — 

■ 

i^tt Utnber tn bte Äate^t^mu^Ie^re unb »teber jurfidffifiren unb 

fi(^ anjlänbtg beneffmen. 2)tc ©etfHid^en fottten nur ba6 t)orge^ 

^xieimt ??ragpd t)ornf|)men; bte exemten *) ber latemtfcj^ett Sd^ule, 

wie froher, bte jungem Ätnbet ^)rüfen (A. 665—667). lieber bte 

feemten wirb mßnni6)^a^ geßagt, baß fie ftc^ f^ierin fäumig er* 

wiefen. & würbe ij^nen f^)äter eine eigene Slnwetfung ju biefem 

Oefc^afte gegeben CA. 474. 580. B. 428. 586. 590. 592. 670). 

3nt 3al^re 1673 würbe benimmt, bag ber untJermeiblid^en Unruhe 

wegen bie Reineren Äinber, wenn jie abgel^ört fepen, aü^ ber Äirt^e 

fntlajfen werben fottten CB. 342 f.). 2(uö Bptmx^ SSorrebe gu 

ben Äated^i^mu6*S:abetten fann man jur SSertJoffflänbigung nod^ 

frfnsuffigen, baß an einem ^ejlfonntage unb etwa and^ am nad^fol* 

genben Sonntag, mit Slu^faff be^ Äated^i^mu^-Sfbfd^nitte^, ber an 
ber Steifte war, ber ©egenfianb be^ ^jefie^ bef^anbelt würbe; beß* 

^etd^en an ben Sonntagen be^ 2(bt)ent^ unb ben 2 legten ©onn* 

tagen t)or Djiem* Um nid^t ju oberpci^Iic^ ju i)erfai^ren, fe^en 

We $au^)tflfi(fe in mef^rere abfd^nttte getf>eilt, ba^ I. in 20, ba^ n. 

in 20, ba« m. in 12, ba^ IV. in 15, ba^ V. in 13, bie ^an^^ 

tafel in 15, weld^e einjeln, nad^bem juerji au^ SWdfid^t auf bie 

jiängern Äfnber ein ganje^ ^auiptjiücf mit Sut^er^ fragen unb %nU 

»orten ^ergefagt fe^, aWbann mit ben ©efibteren burd^gegangen 

würben* 3«!^^^ g«^^ ^^ ^^'«^ SBefd^reibung t)on ber jwedtnäßigen, 

milben unb fc^onenben SBeife, wie t)erfa]^ren werbe; tjietteid^t nur, 

wie Sr »erfuf^r unb t)erfaf>ren wfinfd^te, wa^ natfirtid^ be^ if>munb 

feinen ^lad^ai^mem nii)t ofine großen Srfolg blieb. — Uebrigen^ 

moci^ten bie Senioren ^id^ mand^e größere ober Heinere Slbwei^un^^ 

gen t)on bem JDorgejeici^neten ©ange erlauben, meifl gum SSortl^eil 

eitte^ belfern unb jeitgemaßen ©ad^betriebe^, ©al^in jielten aud^ 

bie amüid^tn äbanberungen, weld^e im J)ec. 1743 getroffen würben 

(EK. 72— 76, G.* 305— 307). 

§. 143. Älagen über ben mangelhaften 3wfi<ittb ber Äinber^ 
lef^ren würben fd^on frfii^ laut unb erfiredtten fidb t)on bem fed^gef^n* 
ten W in^ neunjei^nte ^ai^rl^unbert. 35urd^ @^>ener würbe t)iel 
gebelfert unb fam neuer ©fer in bie Sai^e. "^it^t^ be|io weniger 
würbe balb im äffgemeinen über fd^ted^ten 33efud^ geWagt, balb 
über ba6 SBegbleiben ber Änaben, wetd^e unterbeß f^jielten, f egelten, 



*) Cremten »aren B^ixltt, »eltije bereite bie obcrfte (klaffe bur^^Iaufe« 
i^atten, jebo^ no$ an mand^em Uttteni^te in berfelben Z^tH nai^men 
unb au^etbem in i^ü^eter Seife fär bie ^o$f($u(e t>orbereitet n^urben. 



— 126 — 

{t(|^ babetnt ober bep Setc^en ju jingm Ratten« Z)Ux e^ n)ttrbf 
ökr bie Sekret geHagt^ bte nt(|)t tamtn ober bte fimber nic^f 
genug eingeübt ^atUn, ober im ß{>or ber ©arfu§er Äird^e eiit«^ 
tt)eber einen Ärei^ bitbeten ober jufammen auf«^ unb abwanbetten, 
um fi(^ t)on ben J^age^ereigniffen ^u unter{>alten* 6nblic|> fe|>fte e6 
aud^ ni^t an klagen aber ba^ ^enef^men ber ©eijilid^en. SRon 
fud^te burd^ aUfeitige Ermahnungen ju f^elfen, befonber^ an dlttin, 
fiinber, ^errfc^aften unb Oeftnbe, 2)0(l^ bei bem Sitten lag bie ©d^ioie^ 
rigfeit in ber @a(^e felbfl, 2)a^ etwge gitterte^ ber t)ortt>aftenbett 
©ebac^tnigubung^ burc^ toelc^e man, abgefe^en Joon ber 93emä^ung^ 
ba^ re(j^te aSerfiänbnig gu Icf^ren, ben Ätnbern bie notfitoenbigjieii 
Äenntnijfe einju^jrägen Jjoffte, mußte nic^t feiten geijitobtenb für 
Äird^en unb ©c^ulen »erben* J)ie Se{>rer, bie./n)ä{^renb ber SBod^e 
bie ^inber einübten, mußten nun auc^ nod^ (Sonntag^ ba^ tau^enb^ 
fa(|) ®e]J)orte wieber froren* gür bie ®eijili(j^en war bie SSorf^Vift 
ber ägenben ein 3wöng, ber wenig frejje SBewegung gejiattete. 
8elb|i ben Äinbern mußte e^ gule^t aW ein gebanfenlofe^ JIriebwerf 
erf(^einen* @o not^wenbig an^ biefe Uebungen fepn mod^ten, e^ 
gef(^a{> offenbar ju met filr bie ©ebäd^tnißfa^ie (in. 779. V. 1066* 

IX. 62. 64—66. A. 61. 69. 115. 163. 329. 399. 474. 669. 649. 651^ 
B. 11. 144. 220 f. 492. 612. 614. 620. 671* D. 2. 74. 147, 
193 f. 200. 203. 217. 251 f. 482. E. 72 147. 161. 304. 435^ 
F. 438. 941. 949. 1043.) — 2lm 30. aWärj 1698 bef^werten ftd^ 
bie Ceffrer, baß bie oi^ne ßrlaubniß gegen bie aSerorbnung befieffen^ 
ben ^riiDat :^ ©deuten ij^nen ju »iele Äinber entgogen, weßjalb jte 
feine Änaben für bie ÄinberleJ^re fietten Knuten, ©ie würben an* 
gewiefen, im 5Wot{>fatt wenigflen^ 2 Änaben gu jietten (D. 264). 3m 
©ejptember 1751 erfc^off bie ^lage, baß bie Äinberleffre in ber 
^o^<)itaI ^ fiird^e in großen aSerfatt geratf^en feip; auö 6 ©deuten 
fejjen feine 100 Äinber anwefenb unb barunter t^UU Heine^ 8lm 
SUtare, wo eine aSiertelpunbe fatei^ifirt werben fottte, befänben fid^ 
faum 3 ober 4£inber, bie gu einem unter un^ in Unterricht gingen^ 
2ln bem SBuß:^ unb SBettage, wo eine fogenannte große Äinberleffif 
C§. 141.) geffalten würbe, wäre biefelbe nidj^t gu ©tanbe gefommen, 
wenn nid^t ber SSorftnger einige große Knaben ))on ber ©traße ^tfi 
Ifolt unb in bie Äirc^e genötj^igt ^ik (IX. 84)! hierauf fc^eint 
bie bortige Äinberle^re eine 3^itlang eingegangen ober in bie ©t* 
Äatf^arinenfirc^e t)erlegt worben gu fe^n OX. 70), benn am 6. aWärj 
1759 t)erorbnete ber 9lat^, baß fte, wa^rfc^einlid^ mit me^r Ku^f 
jtd^t. be^ erfolget, wieber gelp^alten werben, foJ(e (IX. 85)* Die 



— 126 — 

iJftatge aufj^ebung aller Äinberlcl^ren (§. 36) tm ^afyxt 1836 Qt^^^ap 
"fyavLpt^a^tii^ an^ t)em ©runbe, tütil fte^ jumal unter ben neueren 
3ettt>erl^ÄItnijfen, au wenig befuc^t wurte (K. 91. 615. 794 f. L. 
67. 172. 198). 

$. 144. e. 2)er pfarramtltd^e Sleligion^unterrtc^t be^ 
flant) na6) ben Sfgenben t)on 1644 unb 1688 nur bann, bag ber 
^rebiger bte tfim etliche Sage (1688, ©. 149) t)or bem erflen 
äbenbma^®enujfe in ba^ ^au^ gefd^trften Ätnber iprüfte, ob fte in 
ben »td^Hgflen @tfi(fen be^ eöangeKfd^en ©lauben^ bewanbert fepen. 
jDaju ^atUn fic(> fc(>on 1529 bie ^rabtfanten erboten CS* 129). (g^ 
lag aber tn ber SRatur ber ©ac^e, baß fic^ mef^r barau^ bitten 
mußte, unb e^ ifi nid^t gu bejweifeln, baß an^^ ^in @^)ener belebenb 
etttwirfte. 3tt ber aSorrebe gu ben Slabetten erwähnt er 2)iejentgen, 
»eld^e t)or ij^rem erjien 2lbenbmal:^®enujfe Joon ben OeifMid^en ju 
unterrid^ten fe9en; toeß^alb benn Untere mit ben if^rer Sorgfalt 
»Ott ben SItern anvertrauten Ätnbern äjinßd^e Uebungen anfiettten, 
toote in ber Äirdj^e. 3n ber anfprad^e be^ 5Winiflerium^ an gltern 
tt. f. to. t)om 1. 2)ec. 1685 wirb (©♦ 47) gefagt: öltern foßen 
i^re Äinber, ef^e fte jum Stifd^e be^ ^erm gefien, gu bem ^rebiger 
unb 33eid^tt)ater füffren, bamit berfelbe, wie ba^ Äinb tn feinem 
©tauben gegrünbet, erfahren unb, wo no4> STOangel erfd^eine, e^ 
mit feinem Unterrtd^t erfeften Knne; benn e^ fe^ in folt^m 
gatte nid^t genug, baß bie Sltern allein ober ber ©d^ullei^rer bloß 
bie ©orte be^ Äated^i^mud Joon i|>nen abfröre. Darauf fd^etnt ^ev^ 
twrgugej^en, baß ein fold^er Unterrid^t no^ nid^t regelmäßig im ®ange 
war, fonbern erfl nod^ aW not^wenbig unb gwedtmaßig empfof^len 
Werben mußte. 2)enn ba jener SWangel fid^ nid^t feiten ffif^Ibar 
mad^te, mußte ein t)o(l{länbiger Sonftrmanbenunterrid^t ftd^ barau^ 
bilben, in weld^em t)on 1743 an ber größere Äatec^i^mu* gebrandet 
werben foffte CG* 285. 305—307). grwa(|fene, bie ni^t untere 
tid)ttt unb nid^t conftrmirt waren, flettten fid^ entweber freiwißig 
ober, wenn man fte entbedtte, würben pe genöti>igt, ftd^ unterrichten 
|U faffen^ Sbenbaffelbe wieberfuj^r 2)enen, mi6)t unreligiifen ober 
unürdj^lid^en Hnftd^ten ftd^ Eingegeben {matten CJ. 124. 130. 191. 
a08f.636). 3w2»a9 1753 hai^tm jRat^, ßonfiflorium unb «Winifierium 
boranf, wie ber fühlbaren allgemeinen Unwiffenffeit gu begegnen fei^, 
unb e^ würbe angeorbnet, wtit manche Sltem unb SSormünber bie 
ftinber entweber gar nid^t ober gu fpdt in ben Sonfirmonbenunter^ 
rid^t fd^'dften, unb Srwad^fene t>orfamen, ml^t nid^t conftrmirt unb 
o^e ^ti^u gum abenbmol gingen ober felb^ X>ü^ nid^t, foUlm 



— 127 — 

bte <S(^une^rer t>tertelj[ä^rlt(^ ein Serjeicf^m^ ber I2][ä^rtgen Stin^ 
Ux rinfc^tden unt au(^ auf bte ^rit)atlfj>ret ad^ten (H. 97—103). 
SBott btefer 3ftt fc^eint ber X)orberettenbe <)farramrttc^e SÄeligionöuiU' 
terrid^t für Äinber »on 12 3a^ren an (bad fogenannte ©ebet) 
bt^ gu t^rem Eintritt tn ben Sonfirmanbenunterrtc^t ^erjurü^reiu 
Urfprüngltd^ mochte bte SRangelfiafttgfett be^ Sieltgiondunterrtc^ted 
tn ben S^uUxtf ber tn bloßer ©ebäd^tnt^&bung nad^ bem ^atec^t^^ 
mu^ beflanb^ eine fold^e @inrt(^tung not|^n)enbtg mad^en« Sfac^bem 
aber bte Schulen auc^ tn btefer ^infic^t fc{>r gewonnen f>aben, fönnte 
ber ^jfarramtlic^e SRelfgioneunterrtc^t überjlujftg erfd^etnen» aber 
fetbß einen guten SReligiondunterrtd^t in ben @(^ulen ^oorau^gefe^l 
unb abgefefien t)Ott ben Äinbern »erfd^tebener fionfeffion in ben 
©deuten unb ^riX)at^Unterri(^t^anflaIten, wobur^ ber Unterrii^t nie^ 
oltgemetn gefallen »oerben mu^, ifl e^ t)orjugIt(^ bad Slnfef^en be^ 
geißlid^en Slmte^ unb ba^ SBertraueU; ml^c^ man in »oärbige tinb 
beliebte ©eifttic^e fe$t, tt)ot)on man einen tiefern Sinbrudt iffre^ aie^ 
(igion0unterri(()te^ erwarten barf. S)iefe (Sinrid^tung erfd^eint um 
fo gwedfmägiger , aU o|>ne^in auf biefen Unterricht nur wenige 
@lunben wöchentlich ^ mit 9(u^fa(I t>on ^^eß^^ Sonftrmationewo^en, 
©ommerferien unb Unpä§(id^feiten be^ Se^rer^ unb ber ©dualer, 
Joerwenbet werben fönnen, unb für ben eigenttid^en (Eonfirmanbett^ 
unterrid^t ober ben ^öf^ern Ce^rbegriff eine t)orbereitenbe Orunblage 
erforberlid^ ifl, o^ne welche jener nid^t ml fruchten würbe, gerner 
muffen bie Itinber bem ®etfl({c^en früf^ jugefü^rt werben ; icaait fte 
ftd^ an feine äBeife gewoi^nen, iffn ^np^tn lernen unb ^ify soer^ 
ttantn€t>oU an if^n anfc^Iie^eU; bebor be^ i^nen eine (SntwidKung^^ 
geit eintritt, in weld^er {te jlatterffaft finb unb ftd^ weniger gern 
fügen, jumal ba bem ®eiftlid^en bie 9t6t|iigung^mittel ber Bifyvit ni(fyt 
gu ©ebote flef^en* Slu^ f^anbelt e^ jtd^ nic^t blof von ben Unter» 
ric^t, fonbem eben fo ^id unb fafi nod^ mefir um bie religiofe (Btf 
mut|i^bilbung burc|^ erbaulid^e Sinwirtungen* — 2)er oben erwähnte 
fiate^i^mud, welcher bep biefem Unterric|^te gebraucht werben foffif> 
wic(^ mit bem je^igen 3a|^rf)unbert mand^en feitbem erfc^ienenen itiu 
fäben, tfieiM fremben, ti^eit^ eigene au^ebreiteten ober burd^ ben 
2>rud( ))eröffentlid^ten* 3u ben {enteren gel^fren: l) Seitfabien gnm 
Ünterrid^te in ber d^rifHid^en Se^re, ton Dr. 3* ^^. ©enfafb, 
Sonftflorial^^Airc^enrat]^; Sicefentor unb Pfarrer bof^ier, grfft* briltf 
Sbiflage, ©auerlänber, 1831; 2) Sfnriflenle^re für reifere SH^B^ 
ber etoangelifd^en ftir^e, ^on M. Sbtton j? irdener, Conftjkorial^ 
8t«# ttnb Pfarrer baf^ier, %tt^, miOmani, 1820; 3) «eitfobm 



— 128 — 

gum c^riflltc^en Steltgton^unterric^te fär t^Ant^tti^t (^onftrtnanben; 
»ottllttton kivi^ttUf SonfiflortatSÄat^ unt) Pfarrer baffter, grfft, 

1841* 

§♦ 145» JJtefer t)orberettenbe SÄeligion^^, fo toU ber nac^yl^crtge 
Sonprmanbenunterrid^t, ttjofur m ben neu erbauten ^farrwo^nungett 
größere 3tinmer eingerid^tet jtnb, war fo lange an ferne bejlimmte 
@tunbe geiunbeu; aU ber Unterricht tn ben efiemaltgen Schulen ebenfalls 
ni^t fhreng emgetl^ettt n>ar/ mußte ftc^ aber naci^ ber beffem dintii^tanQ 
berfetben in biefem Sai^ri^unbert l^anpt\a^ti^ auf bie SWorgenfhinben 
wn 11—12 VL^x, fo wie im ©ommer wn 7—8 U^x bef^ränfen^ 
obgleid^ bei ber unauf^örlid^en (Srtoeiterung be^ @(|iulunterrt^ted 
anb feiner Verbreitung fafl über bie ganje iDerfugbare S^it, bem 
STOinifierium auc^ bie genannte 3^it öfter bejiritten unb Joon bem 
®9mnaftum, ben @(|iulen unb $rit)at^Unterri(l^t^an{}aIten in ^nipxu^ 
genommen^ jiebod^ flet^ aU unumgangtid^ notf^toenbig feflgeffalten 

»urbe CK. 249* 256* 258* 502. 658. 661 f. 821. 834. L. 261. 

265. 300. 409. M. 148. 155. fammt ben baäu gei^örigen ©eptagen)» 
2)ie 3ö^I ber wöchentlichen ©tunben unb bie SIrennung ber ®e* 
fc^Ied^ter f^angen, ba ^itx feine Sinti^eilung ber ©emeinbe in &ixi^f 
fprengel befleißt, öon ber fe|>r t)erfd^iebenen ^afyl ber nad^ freier 
SBSa^I ber SItem einem ^rebiger anJoertrauten 3öglinge ab. jDer 
ßottftrmanbenunterric^t, »eld^er früj^er nur ^ttoa 6—8 SSod^en lang 
»or ber Konfirmation tägtid^ ert|>eilt tourbe, wirb J[e$t unglei^ jtocd* 
mäßiger auf ba^ ganje X)or]^ergej)enbe 3ai^r ober einen großen Xfytil 
bejfelben, ni^t täglid^, au^gebe|>nt. 2)ie Prüfung ber Sonftrmanben, 
e^ebem mit ber Sonfirmation Joerbunben, ifl jiejt oon biefer getrennt 
unb wirb, wie biefe, öffentlid^ in ber Äir^e an 2 ober 3 SRad^mit*^ 
tagen X)or berfelben, X)on bemjenigen ®eifili(|ien , ber bie Äinber un* 
terric^tet, gehalten. 2)a über ba^ ätted feine SSorfc^riften befleißen, 
unb bie a3er|>ältniffe oft fefir t)erfdbieben finb, fo fommt mand^e ai^ 
»fidj^enbe SBe{>anbIung Joor, bie aber ber ©ac^e felbfi im ®anjen 
wenig Eintrag tffut. — %äx bie J)örfer würbe in ber gebrudften 
Serorbttung wegen ber ®otte^X)eref>rung t)om 3ai^re 1779 t)erffigt: 
jDie Catechumeni fotten funfttg an jebem Ort wenigfien^ Sin 3a^r 
jum er|len ®enuß be^ f>. äbenbmale^ ^vorbereitet werben (Tl. 89). 
2>ort fanb nämlid^ fein Joorbereitenber ^Religionsunterricht &tatt, 
weld^er erjl in neuerer 3^t auf mancf^en unferer Drtfd^aften ani 
eigenem eintriebe ber ®eiplid^en begonnen unb fortgefe^t worben tfl. 
$♦ 146. B. @tit ber 3JtitU be« 17. 3afirf>unbertS würbe bte 
in ber älteren iKrd^e ben ©tfc^öfen öorbefialtene SBeröottflänbigttttg 



— 129 — 

fcet Sattfe CSinttung), M^ti^t Up ber aiefortnaHoit, n>fil fie Tetti 
©acrament fe^, WngeteSeit tjernad^Wjffgt, f^it bur(| ©arcerfu« 
unb fipäter ^axU S^emtti^ tttü ber ttdi^tgett SlMnb^rung n^teber 
€m?)fof)Iett worben war, «ttter bnnSlömen berCottfirmattott CS3e* 
ptigung^ Sefefltgung) fajl aUgemein nrfeber eingeführt CäugujK vn. 
387)» 3»att füf>Jte, ba^ be^ ber fett bem Stett ^al^r^unbert Bliifytn 
Äinb^rtaufe in beii reifem 3a{^rett ber Swöenb eine ftr^H(|e ge^er* 
Kci^fett notf>tt)enbtfl fep, burd^ weld^e btf Ä<nber nad^ tooOjlfitibtg ge* 
nojfenem Sletfgtoti^unterrtcl^tc felbflflänbtg bie SBer^fltc^ngett ber 
JEoufe übemel^men müßten, gerner lautet eine ©tetfe W ©d^nßf(^rift 

(?l^)OlogfO ber StUg^burgifil^ett 6ortfe|ft>tt (Libri symbolici recens. a 

A. Hase, Lips. 1837, p. 212, 40): SSiele gefeit Up mi juw Sttfc^e 
*e^^errn, aber jubor nntetrid^tet/ ge^prüft ünb fre^gefprotl^en 
'(absoluta)« ®^on tn ber älteften itirti>e ti>«rbe9ltemanb iuxX^tiU 
na^m an ber f^od^flen gei^erltd^feit bed ^^rtflentf^um^, bem ^. Jlbenb«' 
male jngelaffen, o^m unterrfd^tet nnb geprüft ^ »erben gu fe^n, an 
ujeld^e« jid^ t)on felbfl bie Srflärtifig ber gewennenen Üeberjeugung 
obet baö (Stauben^belenntniß anfc^tog- Sfud^ bie ex)attgelif<^e Stix^e, 
t»eW^e t)Ott SSnfang an ben 9letigion^unterrid^t if!ret 38gKnge jum 
©egenfianbe ber borforglic^jJen SemÄ|iung gefttöc^t |atv I6efd[iließt 
biefen tn ben Unterfc^eibung^ja^ren ber Äinb^r -^mtt ber Prüfung 
berfelben unb ber 2lblegung i^re^ yroteflanttfd^n' ©laüben^befennt* 
niffe^, KDeld^en ^rma^nung unb @rt^ei(ung be^ fittd^(i(|en @egen^ 
unter Sluftegung ber^änbe nad^ a!popoIif(^em®etraud^e, meifiburd^ 
bie getöö^rtlid^en, feltener burd^ okre ®eijMi^^ fi)Igen. jDa ttft 
l^ierauf bie ßonjirmirtett gu bem ^*fl6enbmaTe jugffajfen »erben, fo 
ifl bie ßonfirmatiott in biefer ^inftd^t eine SSi^fäf^ignng jum ®enuffe 
be« ^. Sttenbmale^ C®d^|)orn «ird^nr* IL 2T7, SötefeÄtrd^enr. HI- 
^.4:10). Site aberbet ber Steformatiön jwei neue <]^ri^tid^e Confeffionhi 
ttttpanben; »eld^e in ber Ce^re unb Se^onMung be« ' abenbntdlc^ 
Jowo^t gegen bie altere fitrd^, aW auc^ unter ftdjy feftft Oegenfa^e 
Klbeten, fo »urbe bie Sli^eilnaffme an ber Slbenbmal^geper juglett^ 
ein üttterfd^eibenbe^ SWerfmal ^ber SonfejTion; betr mttn angef^ört, unb 
,€ö.fd^ien dm borf>ergeJ>enbe SBelel^rung unb Prüfung über bie Un* 
terfd^eibungdle^ren ber ßonfejfion beflo not^wenbiger, aW man ^ne 
Äenntmß unb Sefenntniß berfelben nid^t att IWitglieb in bie befon* 
bere Äir^engemeinfd^aft aufgenommen »erben itonnte (Sffiiefe Rix* 
d^enn m. §♦ 410); Deßlialb »urbe|iier tmSlugujl 1679 ernfttid^ in 
JBetrad^t gegogen, »ie X)orgebeugt »erben f önne, baß Sliemanb offne 
untenid^te* ttnbge^)rfift ju fe^n, ium.a:tfd^e be« ^erm gefie, »rtd^fe« 

9 



— 130 — 

tiottr aU btc S^ebtngung^fa^igfett aur {l^enbrnot^geier nner befltmm* 
ten fionfeffipn/ awßWd^ bte feierft^e atufna^me m biefetbe CÄttfiter 
Ätrd^mr* 1848^ §♦ 242> ®n fpaterer eonfeffion^wcd^fd , fogar 
3tt)ifc^en ben bepben ))roteßanttf(l^en Sonfefftonen^ ntac^t tiod^ jicfit 
an ben Z)xUn, too fu getrennt biteben/, eine neue Sele^rung^ tt)entg'^ 
flend ubtr bte Unterf^eibung^le^ren ; unb eine be^jitmmenbc &M'= 
rung Mt^mnbig, mt mi(^n nod^ mani^^xU^ ^^rmttc^fetten bcp 
ben tix^li^tn ©e^örben t>erbunben ftnb- &in gatt btefer Slrt tfl 
ctft 1845 l^ter )oorgefommen. 9ln )[)telen anbern £)rten ntu^ ber 
grembe, um ju ber Z^Hlnoifyvxt an ber confefftoneßen Sibenbmat 
geter jugelaffen ju noerben^ üUx^anift um ale SRttglteb einer bt^ 
jiimmten ))rote{iantifä^en Sonfeffion gu gelten, m d^ufi^i^ ber Sott^ 
jirmation in berfelben k^bringen* din folc^e^ ^om 13. @ept. 17j39 
finbet ftd^ IX. 67. 3u biefem Se^ufe n)erben in $reuf en unb @ad^ 
fen ben Sonfirmirten fixmli^ Son^rmation^aeugntffe au^geßeltt* 

§• 147. , 3n ber granfj^rter ägenbe »on 1644, ©• 117* 157. 
i^ nur angegeben : ba^ ßinber, tvet^e bad erfle 3KaI snm l^* Kbenb^ 
mal gei^fen poikn, etlid^e S^age juioor t)on if^ren (Sttem ober 93or^ 
inünbern einem $rebiger in bo^ ^aud gefd^idt tt>erben, bamit er fte 
ou^ bem ^ate^^i^mu^ befrage unb n^ie fte in tf^rer ^enntni^ be^ 
S^riflent^um^.bmanbert unbbemnad^ jur ^^eilnafime an bemSlbenb^ 
male geeignet feigen, l^ernad^ aber fte ermaj^ne, uoie fte ftd^ 3umt)^&&> 
bigen @enuffe beffelben vorbereiten, au^ im nad^folgenben fieben 
d^rijtti^ »erjfalten foßem — @^)ener fagt in ber SSorrcbe ju feinen 
ftate((^{^mud'S:abetten t)om ^al^re 1683: 2)ie t)on bem ®eifHid^en 
vor bem erflen Slbenbmal<>®enuffe Unterrici^teten emipfangen na^ t>0P' 
gangiger ^räfung ben @egen burcfy $anb uniD SRunb be^ 
®eiflli(^in« 3>ie(e« ^ä)mt aber, ni^t in aKgemeinem ®ebram^ 
gen)efen au, fe^n, fonft \oaxt fe^r in verwunbern, ba§ bie älgenbe wn 
1688, bie . ^^er^au)>t nur eine SQBieber^oIung ber X)Ott 1644 ifl, 
(©. 111. 149.} lebigti^ bie frühere SBorfcf^rift wieberf^olt ffiare^ 
eine fülle ©egenmirfung gegen @))enerd 9ii(|itung, befonber^ feit fei^ 
nem^äSeggange ^pn ^itx im @ommer 1686, ober f(|)eute man fi^f^ 
eine (Einrt(|tung, bie noc^ nid^t aUgemein geworben roar, gefe^Iiil^ 
»oraufc^reiben?, — )(5rfk in bem SlBalt^erfd^en Äated^i^mu^ wn 
1746 ^nbet ftd^ (@. 381} ein Sbt^ang soon ber Information, in 
loel^em er bie SBeife feinet SSerfaj^ren^ barflettt, gewi^ mit bem 
SQSunfc^e, ba@ e^ 92ad^a$mung finbe, toae auc^ tt)o|fI, bod^ of»ne 
3^^ang, gef^e^en fepn mag« (^ erfiärt, bap bie ^nber, bevor fte 



— 131 — 

gum @enuffe Ut ^. W>inlmaM geeignet fe^^eit^ cottfirmirt mxitn 
mfif ten unt> it^^oXb 13 auf befragen i^on t^rein ®Iau(en fRti^tn* 
fd^aft geben C^Sonftrmattionö^r&fttng uni ® laubeu^befenntmf) ^ bann 
23 an t^ren SConfbunb bergeflalt erinnert werben ^ ba^ fte bod m 
ifirem 9lamen ton t^ren ^cii^tn abgelegte Sefenntnt^ unb ®eläbbe 
itunme^r felbfl übemel^men, »vorauf 3) nad^ bejia^enben Slnttporten 
etntger fragen t^nen, unter Sluftegung ber ^finbe^ ®otted ®nabe 
angen>unf(l^t unb aber fte erbeten n)erbe* jDa^ Se^tere gefcf^ei^e t>on 
i^m, totttn bte ^tnber ftd^ niebergefntet ^ttm, nad^ ben Sorten ber 
^efftfd^en fttrc^enorbnung: iRe^met f^tn ben fi« ®et{l, @(^u$ unb 
Sd^irm t^or aUem Slrgen^ ©tärfe unb ^filfe ju adent ®uten )oon 
ber gn&bigen $anb ®otted be^ SBater^^ bed @o|fne^ unb M ^etL 
®ei{ied! 9mem Sßatt^er fagt femer in ber !Borrebe: er, bebtene ftd^ 
tm Sonfmnanbenunterrt(|ite ber beut fiated^i^mud angefi&ngten Crbnung 
tti ^etW (?ef»rc t)on ber fhifentoetfen SBeförberung be^ ©eelen^etW). 
3tt ber berbefferten aufläge t)Ott 1751 tfi btefe Drbnung be^ ^eiW 
audfu^rlid^er be^anbelt unb nod^ eine furje ßird^engefd^ic^te f^injuge^^ 
fügt* — 60 ^attt ftc|> alfo troft ber börftigen SBorfd^rifi ber Slgenben^ 
wtl^t jiebod^ im ®runbe iai Sßefentlid^e ber ©ac^e treffen; bie ^au^^ 
(Jonfirmatiott ^ier gebilbet. 3m 9Lpxii 1674, aWarj 1679 unb 2lug. 
1691 tt)irb auerfl ber SluöbrudE gebrandet, ba^ $erfonen nid^tcon^ 
firmtrt jum SIbenbmale gegangen fepen« eherner toirb bie Sonfir^ 
mation im Ott. 1687 erto&^nt (B. 407. 409. C. 30. 61. 84. 423 f.3* 
SRand^e (SItern f^einen, balb aud Sto^^eit, balb toegen Slbfonberung 
^on ber £ird^e unb eigener Steligton^meinungen, i^re Jtinber ber 
(Konfirmation entzogen au ^aben. (S^ toerben 20^ unb 25j[äfirige er^ 
tt>äf^nt; bie ni^^t conftrmirt loaren. (Sine fold^e $erfon tt^ottte ftd^ 
fogor an einen $(u6to&rtigett t>erfieirat|^ett (D. 160.356. £.335).— 
Stanffurt tt>ar alfo mit ber Sonftmmtion giendid^ f))ät nad^gefommen. 
Ümn biefe toat bereite in Sronbenburg im 3a|ire 1540, ^annober 
1542, ^ommem 1563, .Reffen 1574, S^edKenburg 1582, Sauenburg 
1585, 93afFau. 1609, aber in äBeimar 1699 unb in SBfirtemberg erfl 
1722 C^figge n. 239. 4013. Slfigge mad^t boju bie SBemerfung, 
baß fte t)or bem 30][ä:^rigen firiege allgemeiner getoefen unb felbft 
ba, tt>o man fte ^p&tn nid^t toieber fanb ober tot fte neu angeorb^ 
net toerben mn^tc^ 

S. 148. 3n bem gebruiften Stat^f^f^IufTe fär bie ^ieftgen 2)orf' 
fd^often (ißerorbnungen in Sotge gei^altener J^ird^en^SSifttationen) bom 
19* SRorj 1668, burd^ @pmtxi l^eilfamen Sinflnß l^erborgerufen 
(A. 506. VI. 86), ^d^t üi VL ttnb YH. ftnb bey ber ®emcinbe 

9* 



— 132 — 

^u SSonotntd ;2 etudC; fo ni^t au§er 3(^t )u laffen^ gefunbnt wdy* 

bett, (1* tJergL $♦ 64) 2* ba^ btc jiitngett' ?eittf, fo gum «rftm SÄÄ 

ju ®ottf6 £tfd^ ge^en, näc^fl abfonberltd^fm 93er^(r, aud^ öffentlid^ 

in bcr ©emeinbe borgejiefft, tjre^ ©tauben^ 9le(^fnf(|(ift gu geben, 

barauf ben ©egm be^ Gerrit mit äfitfleflung bcr ^anb enn^fangen; 

mao^en ©old^e^ au(i^ anberer x^Ultx benachbarter C^efftfi^er itnb 

Kaffamfd^er) Orte atterbing^ gewfj^nltd^ i% SBenn benn ba6 (Butt 

atteniffalben gu loben unb bax)on dxtrtDftl gu nef^men, * unb bamtt— 

ba^ (Sl^rtjientjum bejto frdftiger erbaut wirb:—- — tt){rb ffir genei^m 

gel^alten, baß btejientgen jungen imtt, fo ba6 erfle SRal gum l^etL 

Slbenbmale gef^en, näc^fl t)or|^ergegangencm abfonberltd^em SSerffor 

Cbefonbercr Prüfung), an^ öffentlich ber Oemetnbe in ber Äir^e 

»orgefiettt unb i^reö ©tauben^ SWed^enfc^aft gu geben angehalten loetJf 

ben, unb enblid^ ben ©egin be^ ^errn mit Auflegung ber ^atib 

em^)fangen fotten, mit bem 3wf^$/ baß ber Pfarrer j[cbe^ Drte^, 

biö ©old^e^ red^t eingeffil^rt, »ori^er bon ber Sangel öftere Srtnne^ 

rung gu ti^un angevoiefen toirb* *- ©ne gefc|>riebene tj^eitoeife Slgenbe 

für bie ©emeinbe SBornl^cim; muti^aßlid^ bom S^f^re 1736> 

welche bon bem bamaligen Drt^geiflfid^ett entworfen, angewtnbet 

unb bei feiner aSerfe^ung in bfe ©tabt mitgenommen »orben gu 

fe^n f(|ieint, ent|!ält ein gonnular für bie Sonjtrmation CVn. 19). 

§♦ 149* gtir unfere Dörfft blieb e^ be9 jerter SSerorbnung 

bon 1668, toiettjoffl bie 8(genbe bon 1688, weld^e nid^t^ babon er# 

wfi^nt, genaugenommen fie wieber aufgef^obcn ^atit. 3nber©tabi 

bagegen beffauiptete ftci^ bie Sonftrmation im^aufc ber?5rebiger, fo wenig 

aud[), befonber^ früher, bie Stäumlid^feiten ffir eine gafflrei^ befud^te 

geierlid^feit ft(^ eignen mod^ten- 3nbeg liegt bie gragc na^t, toarum 

eine fo gtbedmÄßige, »irffame unb f^ont ^anblung, wie bie offent* 

(id^e Konfirmation in ber Ätrd^e, nad^bem SSorgange unfererSoiA* 

gemeinben feinen Eingang fanb; 2)en ©runb babw erlennt man 

gum Z^di au6 ber able^nenben Antwort beöSWtniflerium^ auf ten 

ffiuttfc^ einiger ©eraeinbeglieber bom 13* ^utp 1764, bie bi^^erige 

^auÄ^Sonftrmatiott ber ^'nber.mögc iffentli^ in ber Äird^e > gefd^e* 

T^en» Die SDle^x^tit be^ aWinifleriumö war bagegen au^ einer SBe* 

forgniß, wel^e fd^on ©^)ener tn feinen tJ^eblogifd^en Sebenfen gewetft 

^atu, namlid^ bie Konfirmationen möd^ten in //Äird^fd^auf^iele// au^ 

arten (H. 400- ?ange 30ö> SWoglic^, baf SSerfud^cgu ©pener^ 3eit, bon 

wetc|)en jebod^. nid^t^ befannt iji, ßrfa^rung barüber gegeben nnb 

bifßeid^t fogar in ber Slgenbe bon 1688 bie SBepbeJ^altung ber a3or<» 

f^i;ifit;ri3ion 1644 ))eranlaf t ,|tatteni :9lntiim ber ^4ud{it<l^ Vt« 



— las — 

« 

^xmtn" vaA 9Batfen|iaufff , mt^t aber aud^ t)on bei ©emeinbe 
io^lxti^ befu(|it n>tttbe^ fodte naffy Slntrag be6 Wlini^Mumi t)ont 
25; H))ril 1725 bte Sonftrmatton ber SSSatfenftnber an bem bem 
er^en abfttbmat®enuffe berfelben »or]^erge|iettbett Sonntag gehalten 
»erben unb t»urbe au^ tn btefer SBeife bt^ in btefe^ S^^i^^unbert 
t>Ott bem ©entor i>errtc]^tet CF.360. 482.930)- Slfe tm3ö^tel80l 
ju ©od^feni^aufen eine Sonfirmation etgenmäd^ttg in ber Äirci^e ge^ 
^Un »nrbe, Joerabrebete baö SWtntjierium am 24. 3un9, bte^ fotte 
mt^tme^r gef^ef^cn, bt^ barüber ttma^ ©mtin^a^Üid^t^ fejigefe^t 
fe9;CK. 92). enbltd^ am 3* gebr. 1813 fam man überetn, bt'e 
Conftrraattott Mnne nad^ Sefinben ber Umflänbe entweber, »tc iUif 
^n, in ber ^farwoffnung ober in ber Äird^e gefd^el^en, nur foKe 
ün tc^tem gaff ein aOSerftag bagu gevoä^ft »erben CK. 256). 2)er 
®rttttb biefer 9Waa§na{>me, »a^renb auf bem Canbe bie Sonftrmation 
auf einen Sonntag gef>alten njtrb^ ifl of^ne B^^eifel barin ju fud^en, 
ba§ bie gcwo^nlid^e fonntäglid^e SWorgen^Ootte^öereffrung ni^t ba^ 
burd^ öerbrängt «werben foffte, ferner bag »egen 3u*>^ongö einer 
am- Sonntage unbefcbäftigten SWenge Störungen ju befflrd^ten toa^ 
ren^ treiter bag man bie Äinber mögtid^fi in ©ner Stimmung er^ 
l^altrn tt>offte unb fie be^^alb wenige Sthge Dor ber fonntfiglid^en 
äbenbmatgeier conftrmirte, enblic^ tt)ett bie bi^ t)or etwa 15 3a|iren 
bauernbe ginrid^tung fiänbiger 9Äorgen^ unb 9iad^mittag^^^rebiger 
e^toenigflen^.ben Unteren fd;wierig gemad^t ^ttt, bie ßonftrmation 
SDforgenö S« berrid^ten. 2)ie Konfirmationen werben gewö^nlid^ t)or 
ober nad^ ^fingfien vorgenommen , weit biefe 3rit in mel^rfad^er ©e* 
jief^uttg bie gwerfmaßigfle ^ fd^eint. JJagegen Span^ * ßonftrmdtionen 
einzelner Äinber, entweber frember ßltern be^ borfibergefienbem auf* 
en^alt, ober bie wegen ^ranf^eit mit ben [anbern Äinbem nid^t 
confirmirt werben fonnten^ finb an feine '^txi gebunben. 

§. 150. 3n ber aSerorbnung über bie SÄeligion^beflimmung 
ber Äinber auö gemifc^ten Sf^en bom 5. Sej>t. 1811, bejJätigt 
am 8. 3ul9 1817, ffeißt e«: §♦ 10. Sobalb bie «inber ba^ jwölfte 
3a^r angetreten fiaben, ft)ff benfetben nid|^t mel^r gugemutf^et werben 
Knnen, ber 3leligion^änberung if^rerSItern o^nc eigene Ueberjeugung 
ju folgen. Som angetretenen jwolften ^afyct bi^ gum boffenbcten 
fed^ge|)nten "^^xt foKen bai^er Ätttber, wel^e ba6 jwölfte 3«^t be» 
reit^ angetreten ffaben, ben früheren Sleligion^untenid^t fortgenießen. 
3ii fol^em gaffe foff mit bem äbenbmale bey Äinbern ber tat^oli^ 
fc^en ateligion unb mit ber Konfirmation bev j^inbern ber f^rote^an* 
tifc^en Steligion \>\^. jum boffenbeten fed(ije^nten3^^re einge^oTten weiten. 



— 1S4 — 

$• 15 !• 2Im 10, 9Io»* 1824 »erortnelc boa (Sonft^orium bie 
3ttlajfun8 ber ©cf^ulfinber nur nat^ ©cfi^^eimgung t^red t)onjiäiibi* 
gtn Bifyvitbt^vi^ti. Slm 22* Slpnl 1844 n>urbe eine SSerorbnung 
in ü^tiUö)m Sinne erraffen CK. 798* L. 4083* Slm 9. a^^ril 1834 
befd^tog bo^ SKtntjiertum, bie iffenrtiii^en Sonfirmarionen fortan auf 
bem Äirc^enjettel ju bemerfen CL. 158> ^m 3a|>re 1837 würbe 
mit bem fir^li^en ®emeinbet)orjiattbe bte ©nfü^rung georbnetet 
6onfirmanbeni)eraetc|>niffe ^txahvtM, in feiner anbern abffd^t^ 
aU um baraua mit @td^er:^eit {u erfennen, mt au ber ®emetnbe qu 
f^ßre, benn ^iernad^ bemeffen pd^ bie Stimme unb SBa^Ifä^igleit; fo 
tt>ie bte $lnf))rüd^e an trgenb ml^t Sort^eite, n^el^^e bie ©emetnbe 
gewäffrt CL. 377)* 

§« 152* 3)er Konfirmation äfinlic^ iß biefeperlid^e Slufna^mc 
t)on ^atffoltfen; Steformirten ober au^ anbem (firifUid^en 
£ir(|)en!part|ie]|^en in bte ©emeinfd^aft ber lutl^enfc^en ^irc^e* 3n 
älterer S^it f amen ^iele ^ätte t)on Slüdtritten au^ ber tat^oU^m 
gur lutf^erifcf^en ©emeinbe x>ox, j- 33» im 3«t9 1686/ tt>o ein SRonn 
au^ ber ^f ala Wagt, aW bie grangofen bort ^müt^ct ^attm, fey er 
gejttjungen worben fati^olifd^ ju »erben, 21W im Dct* 1687 berid^tet 
würbe, ba§ ^anbtoerf^burfd^e unfern Sefenntniffe^ an fatffolifd^en 
Orten ju Q^i^m Saf^re^aeiten genot^igt werben, iux STOeffe um ben 
^Itar a^ ß^^^^f ^^^ ^^^^^ i^ beugen unb au o))fern/ nac^ 
gef^enba wicber au un^ fommen unb ofine t)orIäuf!ge (Erinnerung 
an bem Slbenbmale X^nl nel^men, fo würbe befcf^IoffeU; e^ foUe ben 
iungen beuten in ber ^nberlel^re unb be^ ber Sonffrmation fiarf 
etngebunben werben, ba§ fte ftd^ t)or bergleid^en ©ewiffen^tjerle^uu:* 
gen lauten unb fat^olifcfie Orte möglic^fl soermeiben, wenigßen^ nicf^t 
lange bort t)erweilen möchten* Slnbere gaben an, fte fepen geawun^ 
gen ober im ^o^^Jital au^u Uebertritte in bie fati^oßfd^e Ätr^« ge* 
hxa^t worben CIX. 116, C. 423 f, D. 190. 313, E. 440* F. 943* 

947. H. 380. 430. 443. J. 388. u. a. m.). — SKeprere geflßc^tete 
Äloflergeijüid^e t>on f^ier unb auswärt« traten Jier über. 3t»(p ^iu 
ftge rturben, jeboc^ a« »erfcf^tebener ^üi, burd^ bie ©tette eine« ?et^ 
^enbitter« CParent»tor) Derforgt. — 3m 2)ec. 1754 bat ein junger 
«atpolif, ben fein SJater in« Älofier gefiecft l^atte unb, a« er ent^ 
wic^, Wer fefinef^men ließ, um Aufnahme, greilicf^ ^Mt ftd^ ber 
jiunge SWann auc^ o^ne fetner eitern SBiffen unb SBoKen, fowieo|>ne 
®ene|)migung beö Sonftfiorium«, mit einer i&iefigen auswärt« trauen 
laffen. £)enno(]^ war ba« ©utad^ten be« 9){iniflerium« , bag t^m 
jtt wittfa^ren fey CH. 183. IX. 114. 115). — ©ne grau )u ^eibel* 



— 1S6 — 

Berg, btrm tWann et>angel{fi$ n^ar^ burfte nid^t tiHtjeft> tort iit bie 
Aitc^e {^retf SRaiine^ üinintttm, fonbem n>urbe t)on bem b<^h'gm 
ft)aitgel{f(^ ®etfHt(d^tt im Shigu^ 1780 an ba^ f^eftgemitfifleHttni 
rmpfofifeti, tt)e%« fte im ®e^t aufnahm OK. 107-^109)* — 3tt 
aOeit gaaen war 8latJ«eriau6niß baju ndtfiig CK. 100. lOl* 106» 
106« 110« 112). SBegen Slu^oi^nte ber it&f^et t^ematibtm 9le« 
formirten, welche begreiflicher ffieife feltener emtrat, bo^ früher 
bisweilen in gofge bärgerlid^er ober gevt^erbltc^er 9$erfiS(ttt{ffe^ wa(^ 
tele 1799 unb 1801 Ungeu^ifffeit fiber bte Se^anblmtg tti %aUtt, 
&p&ttx genügte bt^n>etlen formlo^^ n>ie bort fi^on t>orgef(^Iagen n>ar, 
nnb n)te bod ÜJ^tntfiertum am 29« !02ätj 1826 bemerfte^ n^^' einer 
fc^on t^on @^ener au^gef)>rod^enen Stnft^t; bie bejeugtf JEi^Inaffme 
an ber lutfierifcl^en Sbenbntal^geter, toet<^ aber bnrc^ Sonftfloriaf«' 
(Sxia^ wm 23. 9{ot>. 1826 für ungenfigenb erA&rt toirb^ ^ei^mie 
biefe^ fc^on am 25« 3ul9 1805 gef(f^efen n>ar (IX. 117« K. 63. 
94« 814« 829 f.)« @^ater n)urbe in ^infic^t auf SInmeRmng einer 
^rißlic^en $erfon gur Slufna^me in eine fitr(|^engemeinbe^ toeld^er 
biefelbe bi^^er nid^t otigeffört ^aic, bur^ bie SSerorbnungen t>om 
7. Sag. 1806 unb 5. SWcty 1829 t)orgefef>en imb «Meberfiolt einge«' 
fd^ärft/ ba^ bie fraglid^e ^erfon erfl felbfl um QEtltiubnif nad^fudfyen 
mu§ unb bann einem ©eiflKic^en jugen>tefen n>irb> ber i^x naify Se«* 
ftnben entn)eber t)o((fiänbigen Unterricht ert^eilt, ober fte toenigfien^ 
fiber bie Unterfd^eibungele^ren genfigenb t>erflättbigen^ an^ bie ian^ 
ttdtit i^rer ®eweggrfinbe unb bie gefligfeit i^re^ (gntfd^Iuffe« pxä^ 
fen fott« 3fl biefe^ gefc^ef^en, fo ^at er barfiber ju berf d^ten unb 
erffalt erfl nad^ Seftnt-n bie (grlaubni^ jur Aufnahme. Ueber bie 
SemerffteUigung berfelben berid^tet er abermaM^ bamit f!e aMbann 
t>on ber lird^Iid^en Dberbei^örbe ben «»erf^ebenen betreffenben Se^fir^ 
ben angezeigt werben fann« SBiegen ber Sfnjeige eine^ folc^en Ueber^ 
tnttc^ bep bem firc^Iii^en ®emeinbet)Orftanbe unb ber $lnn)efen$eit 
einer Dekantation bejfetten bey ber aufnaffm^fe^erlid^feit n^nrben 
1830, 1840 unb 1844 bie nSt^igen ©ejiimmungen getroffen (TL. 66. 
316« 333. 406 f.). Uebrigen^ fehlte e^ in neuerer 3eit, befonber^ 
in gemifd^ten d^tn, an^ ni^t an Uebertritten in bie fat^olifd^e ober 
in bie unter ben loerSnberten 3eitumfiänben dflnjliger geflettte reföti* 
mirte ©emeinbe CK. 133 f. 144 f« L. 9. 14—16, 21 f. 24 f. Ä&. 

141—143« 219. 221. 257« 260 f. 267« 334 f.)- 

S. 153. jDie Seid^te ifl enttoeber ®a^t ber ganjen ©emeinbe, 
ali Z^til ber affentlit^en ©otteövere^rung, ober einjebter ©emeinbe^ 



— 136 — 

jKcber mit ^infid^t auf euien befonb«n Swetf. SBon jener Hrt f ji bie 
Rix^tnhti^tt, xoA^t ald attgememe« ^finbeni^efenntntf t^on bem 
®ei jat4>f n im 9lamen ber gangen ® emeinbe gtetc^ naä) ber ^rebtgt, m^ 
ttor ben prtitten, nefcji batauf folgenber; bem (güangelium gemäßer Sn^ 
funbigung ber Sßergebung ber €önben bey ^orau^gefe|ter ©efferung (aU 
SSbfoIutiott) l^iefigen Drteö gefpro^en wurbe^ 2)ie fruffern Slgenben »cn 
1553 ttnb 1565 ^aim fie ntc|it^bagegen entj^alten bie f^jätern ein Sor« u 
lar. biefer attgemeinenÄir^enbei^te unb2lbfolution,bie.8lgenben wn 158& 
unb 1599 für crpere fogar tin bo^)^)eUe«, woöon ba^ jtt>e9te fpäter 
unter bie gormulare fitr bie fJrit)at^Seicl^te t)erwiefen würbe. Der 
aQgemeinen S((fotution toat eine etnfc^ranfenbe Srüdrung in 93ejie^ung 
auf Ungebefferte l^injugefugt. Uebrigen^ erließt au^ ber ägenbe wn 
1688 C@, 22)^ baf fogar tin ni^t angefiettter ©eijllic^er (Sanbtbat) 
biefe attgetneine S(bfoIutton au^fprec^en burfte^ inbemerfagte: iö), an^ 
Itatt eine^.orbentlic^itn Dienert S^rifK n. f» to. — Diefe attgemeinc 
Seichte ijjt in bem Sltt^juge au^ ber Slgenbe t)on 1758 unb, mit neugeitigen 
aSeränber.ungen, in ber 182^ basier erfci^ienenen ©ammlung »onÄir* 
cjiengebeten, ©♦ 78 entfialten, bod^ ganj auger ® ebraud^ gef ommen. 

§♦104., Slnberer ärt ijl bie Sdti^tt unb äbfolution einjelnet 
®emeinbeglieber mit ^in\i^t auf einen befonbern S'^ed, nämli^ 
entn>eber atö SSorbereitung ium ZoU für ftd^ aUein ober in fStx^ 
binbung mit bem ^. W>mt)mal, ober aU jebe^malige SJorbereitung 
auf ben,®enwg, beö Je^tern; man nennt fie bie ^riöatrSeic^te;. 
weil jie üon Mj eingelncn' @emeinbegliebe t>or bem^rebiger allein 
abgelegt t^urbe. Sut^er ^attt in feinem Heinen ^ate^i^mu^, eine 
8lntt>eifunfl flegeben, xoit man bif ©nfäWgen Cfcblid^ten Ceute>.fottc 
beichten lehren; man Knnte fie fein SSIeid^tbä^lein nennen.: 2)iefe 
befielt. o^iiS: l) einer lurjen Slnrcbe an ben ©eid^itJater, unb aW*^ 
banij tiner Slufforberung bejfetben an ben SBeici^tenben, 2) in ©ün^ 
tenbefenntttifFen für ^erfonen in »erf^iebenen Seben^ioer^dltnijfen^ 
ffitn>eber mit; aiufgä^I^ng f^wererer ©ünben, beren man fici^ bewußt 
fe^, Cfbermit einem .attgemein gehaltenen ®efenntnijfe; barauf fage 
8) ber ;^ci(|)tiger: ®ott fe? bir gnabig unb fldrle beinen ©tauben! 
SI.ili<n« ®(aubfi.bu au^, bag meine Vergebung ®otte^ 93ergebung 
frft^ S»tt»ort; 3a, lieber, ^err. Darauf fprei^e er: SBiebu gtaubfl:, 
fo.;8ef(|»Jfe .^ir» . Unb i(]^> au^ bem Sefejile unfer« ^erm 3efu6^ri|i{, 
t)ergebe bir beine ©.ünben im 5Ramen beö SBater^, be^ ©oj^neö unb 
be^ ^. ®eijle^. 2lmen. CPlbfoIutton). 5) ®e^e ^in in grieben 
CP&i)! @4>tw< gdße ober befonbere '£)erjen^bebürfnijre »erben ber 
Slmtderfa^rwg.be^ SScii^tiger« empfoj^len. 



— 137 — 

? . $. 165. £)a Ux Iut^enf4ie fiated^t^mud rrfl 1557 ^itr ctnge^ 
^ü^xt würbe, fo noar fftnftc^tltd^ Uv Säti^tt längfl ein anberei^ fStx^ 
fahren im (Btivau^, unb man na^m auf Sut^er^ SInweifung feine 
9tiltfft(^t me^r, 3n bet S(genbe t)on 1565 ftnbet ftci^ ein langete^ 
imb, fuTjere^ ^onnular ber^r{t>at^93et(^te unb Slbfolution Up^an^ 
Un, ol^ne ftd^tbaren 3ufammenpang mit einem batauf folgenben 
Sl^enbmal:^® enuffe , iod) an^ benfeKen nicf^t gerabe auöfd^Iie^enb: 
bi^nn b.amald fc^manfte man noc^, ob xtiifyt Seid^te unb Sf^folutton 
ein. felbßflanbiged ©acrament ber ®u§e fep CSlugufit IK. 21 fO* 
3n .'beTfelben SIgenbe finb ©ebete^ Säiitliptü^t unb (Stnfegnun^ 
gen für ^ranfe unb @terbenbe jugefügt* ^ur bie ^ri^oat^Seid^te, 
aU jlebe^malige SBorbereitung auf bo^ Slbenbmat nad^ ben ®runb'' 
fa|en unfertr fiir^e C@d^on bei bem e))angelifc^en Slbenbmat in ber 
^arfilger ßir^e^ am 5* 3Jlaii 1531, tt)urben bie ©eniegenben, flatt 
ber el^emaligen O^renbei^te, juerfl gefragt, Stitter 152), bienten 
befonbere J^ormutare in fämmtlid^en S(genben: ^on 1553 an: nur 
1589, »0 fie festen, fd^einen biegormulare ber aBgemeinea Äir^^enf 
beichte jugleid^ für bie ^rtJoat^Seidj^te bejiimmt gewefen, n)ie benn 
aufli bie aKgemeine Slbfolution Ui ber Unteren angetpenbet werben 
2u fet^n fd^eint S)iefe Formulare würben wn ber Sugenb t)or bem 
er^en $lbenbma(^®enuffe au^wenbig gelernt unb in ber S3eid^te ^on 
X^bem ;,(£inje(nen t)er bem ®eiß(id^en au^gefpro^en, weKd^er fiierauf 
bie SIbfpItttion ert^eilte« ©leid^er Seife «efd^al^ biefe^« mit ben Sr^ 
Wi^fenem 2)urd^ biefe Einrichtung fd^ilug bie äleformation einen 
Pitt^lweg ein; jte begehrte nid^t bie 92a|im^aftmad^ung aller einael^ 
nm @ünben, wie bie ättere ^irc^e, fonbern nur m aKgemeined 
@ünbenbe{enntni^, befen i^ormeln für Mc gleid^Iautenb waren: 
anberer Btit^ woKte fte aber burcfi bie $rit)at^$eid[it^ jlebem @injel>' 
nett' ©elegen^eit geben, j[e nad^ ©ebürfnig bem 33ei(^tt>ater SDiand^er^ 
Up. mitiVLt^tiUn , worüber er 93elef!rung, Seru^igung, fRat^ unb 
S:ro(i wünfc^te* Säm ©c^lujfe ber S&ti^tt Mtv würbe ber ©egen 
ertjeilt unb gefv.ngem (ii wirb aber 1666 gefiagt, bag SKonc^e 
fd^on t>or biefem ©d^fujfe au^ ber Äir^e fid^ entferntem CA. 436)* 
4^ißÜi(^t ®eijlli(^e hörten im S^ore ber Sarfü^er ÄirdJ^e an »er-» 
f^ifbenen ^läften Seid^te, unb in notj^wenbiger golge ber freien 
SBa^Ieine^ @eeIforger^ fonnte e^ nid^t fef^Ien, ba^ bei mand^em 
ber 3ubrang flarf war« Um ber fiieraud entße^enben Unorbnung au 
iege^nen, würbe im Da. 1678 bfr Äird^enbiener CS* 116* ^nmO 
beauftragt, bie Scute im Slffgemeinen gu erinnern, bA§ fte bod^, um 
ber %febtger mflftift bie na^^er nod^. meprer^ ^mi<fytnn^ ^tten^ 



— 138 — 

{t($ t^ert^etlen unb gtt anbcrn (Stiftti^tn treten mochten CA. 5L C. 
43). ®)>dter erging bie Sttte an ben 9tat^ um eingefd^rdttfte ttnb 
bebedtc SBeid&tjlfi^Ie, bamit man unge^nberter itnb eittbt?ingß^ 
mit ben »eu^tenben reben Knne (C. 388. 413 f. vn. 137J<. «m 
7. 3ul9 1687 t)erorbnete ber 9latf>, ba^ bte 35etcl^tflft|*e ' hi bhu 
(S^or ber Sarfüfer Äirci^ txmiUxt »erben fottten, aber öfme We 
beantragten ©erfifimfe C'&olagttter) (C. 417. 419. 422. f.) «m 9. 
9lot). 1710 würbe auf ben (Sangeln »erfünbtgt, mit bte l^fejtge 4Sii 
metnbe fe^r gugenommen |!abe, fo ba§ bei ber Se^le im i^^t Hk 
unorbentltd^e^ @ebr&nge entfie^e^ fottte laut Slat^fd^Iuf wtn 6.9lot>. 
ffinftig bte eine ^atfte ber ^rebtger im (S^ore, bie anbete im ©d^iff 
ber ftir(^e, unb gtt)ar jieber an einem befonberen ^lafte, SBd^tf 
ffören (E. 75. 80). — SIW einige SWal bei fc^werem SSergefuttgen 
ober Serbred^en, befonber^ Ui ©efangenen, begehrt »urbe, Me 
»eid^t^ater foUten flbei? bie if>nen ant)ertrauten ©e^eimntffe ^tift^ 
li^en S3eri(^t abflatten ober gum ©efl&nbniffe ermuntern^ fo but^e 
£)iefe^ au« Mäj^^t auf ba« Seid^tfiegel abgelel^nt. (D. 45. 

283 f. 349. 522 f.) 

§. 156. 3m Dct. 1783 trugen bie eanb^jrebtger auf bfr Str* 
toanblung ber ^riioat^Sdeid^te in bte aHge meine Setd^te an^ hiSm^ 
li^ baß ni^t me^r jiebeö eingelne ®emeinbeglieb bie au^iötitlbig ge^ 
lernte Sei^tformel wx bem ©eifllid^en auffagen unb ein^i^n i)on 
bemfelben bie Slbfolution empfangen, fonbern baß ber @e(ilf&^e im 
9lamen ^tter bai ©änbenbefenntniß au^fpred^en unb, na^ Se<äit^ 
tvortung einiger {fragen burc^ bie ©emeinbe, fär Stfe gugMd^ bfe 
©ünbent)ergcbung (tlbfolution) t)erffinbigen folle. J)a« ßonfrflortttm 
forberte ba« SWinijlerium gum ©eric^te, ob fold^e aud^ in ber Stabt 
einguffl^ren fe^'. Die STOe^r^cit betf leftteren war bagegen unb be»* 
merfte, aU auf 9(ngabe ber ©rfinbe gebrungen n>urbe, baf SRoni^ 
äftn in ber ©emeinbe bie ©eibefialtung ber bi^Jierigen ®eife toflh^ 
fd^en«tt)ett^ erfd^einen mod^te, unb, mnn, toie beantragt fey, nurOKn 
fJrebiger bieöeid^te t)erfe|>en fotte, iai gange feelforgerß^e SSerJÄIt* 
«iß geftört würbe. J)öd^ feijf man gu biefer Sinrid^tung bereit, »enrt 
baburil^ jDiejienigen , wetd^e ftd^ bi^^er bem $lbenbmale entgogen l^&t^ 
ten, bafür UnnUn gewonnen werben. Slm 16. Dec. 1783 befi^Io^ 
ber Katl^ bie (Sinfü^rung ber aKgemeirten ©etd^te. S)a« SÄinijierittm 
taa^U im SWärg 1784 näffere aSorfd^Idge gu t^rer ©nnd^tung; im 
Suny, baß m Sieb babei gefungen werben möge, bod^ nur gu ®t. ^eter, 
Im ^o^pital unb gu ©reyfönig (J. 356); im Slugufl beurt^eilte e« 
ben (Entwurf eine« ^vorgelegten gformulor«. ^^ieräber tverfitgte t>ai 



— 139 — 

Sonüfloduni am 24* Huq., baf Wt @a^t auf Um Sanbe nt^ auf' 
gefci^obfn xottUn fotte* Hm 27. 9lot>* erging eine atemtattge SBw* 
fkdung an ben Ütat^, n^eld^er ba^ Darmßcibtfr 9lttual t>orgirfi^IagfR 
Jatte» «m 3. STOärj 1785 ernenerte ba« Sonfiflorium ben ^lan, bie 
allgemeine Setcf^te nur Don ©nein ®etflK(^en l^aften gu laffen, tt>o# 
gegen am 15* Wl&ti nochmalige SSorfiettung eingegeben würbe* Snb^ 
li^ am 31. 9Ra9 gab ber diat^ Sntf(^ibung. 9lacl^ )^erf^i^benen 
JBer^nblungen ober iRebenbinge erfd^ien am 1. 9lot). 1786 ei« ge^ 
brudter 9tatff^fd^Iu§ ^ n>el(^er bie Sinfft^rnng ber allgemeinen^ ftatt 
ber bi^l^erigen ^rit)at*S5eid^te, für ©tabt nnb ßanb ancrbnete, bie 
©rfinbe bafür entwicfelte, bie Söeife beflimmte, bie Sintf^eilung *et 
^rebiger unb bie 3^it in ben t)erfd^iebenen ^irc^en angab nnb ba^ 
gormular i^rSffentlid^te* Die bt^^enge Urt ju beid^ten foße 3eber^ 
mann nad^ beenbigter allgemeiner Sei^^te unbenommen bleiben. $luf 
bem Canbe fottten bie Seid^tenben jic^ frfi^jeitig melben unb anfi» 
fc^ reiben lajfen, aui^ nur biefenigen Diepgen bort beizten, loeld^e 
entweber bort wohnten ober begiltert feyen. (J. 333—336. 344— 

346.354—356. 359—365.867—387. 392—400. 405—425. 430. 
443—448. Vn. 138—141). 

§. 157. 2)a0 gebrudCte gormnlar ber aUgemeineii 9e{^te 
CVn. 142) befielet au^: l) ©egendwunft^ , 2) Seid^ttebe, 3) attge# 
meinem @änbenbef enntni^ ^ 4) (Anleitung gu ben S^agen, in toA^ 
d^er bemerft ijl, ba^ bie aSergebung berSfinbe attein bei Oott fie^e; 
weil aber bie SBeid^tenben toünfd^ten, bag ifinen biefelbe im Flamen 
®otte« Derfönbigt »erbe, fottten fie fic^ jut)örberfl über i^re ®e* 
mütff^pimmung erflaren. hierauf folgen 5) brei längere gragen 
mit iebe^maliger Antwort: 3a I X>ann 6) bie Serfflnbigung ber 
Sönbent)ergebung (Hbfolution) im 9lamen ©ottei be^ aSater^ u. f. w. 
burd^ ben 9)lunb eine« berufenen jDiener« (S^rffli unb feiner ^ird^e. 7) 
eine baran gefnfujfte Srma^nung ijl freigegeben. 8) ©egenöwunfd^. 

S. 158. Sr^ aU man ba« 3ufammenbr&ngen mand^ tird^ 
lid^en ^anblungen in einer fogenannten ^auiptfird^e nrit wenigen 
$lu«na^men aufgab unb einer jieben ^ird^e bie loer^&ltnifmfifige 
3affl wn 93ei^ten unb Slbenbmalen jut^feilte unb ben 2 an berfelben 
befiettten ^rebigern überwies, tonnte o|^ne ©eeinträd^tigung ber gleid^ 
mSfigen SBirffamfeit ber ^rebiger au^geffil^rt werben, worauf 9lat| 
unb Sonji^orium in ben 3a|iren 1783—1785 »ergeblid^ gebrunge« 
ffatten, nämlid^ ba« galten ber SSti^u Don ginem ^rcbiger, inbem 
bie jwei an jleber j^ird^e xangeflettten ©eifilid^en fte gu soerfd^iebenn: 
@tuube t>erfe^en. Sbenfo (onnte fte nun wm Elitäre ou«, mit 9i^ 



— 140 — 

fang ^ot^tx unt> na^^tx, ali eine m^tiüiä^t ©ottedioere^vung an* 
#änbtg i^e^nbeU xotxittu S)tefe itocdvxa^iQt (Sinrid^tung nttt bm 
fte )[>or6etettenben iBerfugungm würben t>on bem SRtmflertum beon^ 
tragt ©(i^ott m ben 3a^ren 1832 unb 1833 angeregt, f^äter mit 
bem tix(fyti^m ®emetnbet)orflanbe Uxat^^n, ^ux^ ntan^erlei S3er^ 
^anblungen Wetter au^gebitbet, a» ®» &^^^ We glen^ma^tge SSertffei* 
lung unb Stetffenfolge ber SdH^ttn unb ^(enbmale tn ben ^tx^^k^ 
benen Äirc^en, — unb ben Se|i5rben t>orgeIegt, würbe fie am la» 
3an« ia36 )Don bem (Sonftflorium gebttttgt unb Don bem @enaie am 

27. (SipU bejiätigt (L- 138, 144—147. 151. 168 f. 172. 199— 

201. 203. 209—214. 219. 229). — ©ei ber fafl gänaKd^en VinU* 
fanntf(^aft mit bem S^rmular ber allgemeinen Sdciil^tt )DOtt 1785 
muf fd^on früff baJoon .abgegangen worben feyn. 3n unferer 3^ 
wirb mit geji^altung ber notj^wenbigen ©rforberniffe: ber 33eic|ite in 
t>erf(l^iebener SBeife .t>erfaf!ren. 

$. 159,. S^it unb Ort ber ef^emaTigen $ri^at^S3ei<^len war 
immer S£ag^ >or ber 2lbenbmafce$eier unb att>ar au. ben Sarfügem 
na(^ ber STtorgen^ebigt, a^ ®t. ^at^arinen um 1 U^r, in @t. 
^eter unb 2)reifonig um 12 U^r, a« ben weifen grauen unb; ixn 
©Imitat um 3 U^r C^lgenben ^on I644:ttnb 1688, nur ba§ in ber 
erjieren nod^ feine Siebe t>on ©t. Äat^arinen ip, w^ erjl 1672 bie 
Slbenbmat'geier eingerichtet würbe, t>ergl. §♦ 167), 3u ben ©arfftgem, 
®t. «atfiarinen unb Cfeit 1721) au©t. Slüolai j^örtcn fammtöcie ^re*r 
biger ©ei(!^te, in ben anbem ^ird^en nur bie barin befd^&ftigten 
(VI. 27—29. VII. 103. F. 113). fü&til baö immer Xüq^ toorffer 
gefc^a^, fo ereignete ftc^ 1735 ber gaK, baß a^ ©t.Äat]^arinen unb 
&t ^eter, ml^t ©onntag^ 2. 3an. t^r gewöf^nlici^eö äbenbmat 
l^atten, am 5Reuj[a^r^tage ^tiä)U gefialten werben mu^e. Site. 1746 
«nb 1757 ebenberfelbe galt tintvat, würbe Slbanberung getroffen 

CVin. 18. 19. F. 967. G. 388 f.) Da 1745, 1751, 1756 unb 

1762 am 1. Sj^rijitag, ber auf einen ©amjlag fiel, unb am 2..Sf>rt{i^ 
tage, aU an einem ©onntag, ber nbU(l^tn Drbnung gemaf , ba^ 
äbenbmol a^ ben Sarfügem gefeiert werben mn^tt, würben, toa^ 
fibrigen^ fc^on 1596 gef^efien war, bie Seid^ten für beibe »emnigt 
imb greitog« t>or^er nac^ ber SWorgenprebigt gefiatten. SOBeil biefe« 
nun anify: auf 9?euj[a^r ber %aU war, fo würbe befcf^Ioffen, fernerhin 
#rft am 2. ©onntage im neuen 3ai^re Slbenbmal a^ feiern, ^ocfy 
ift eö 1734 unb 1762 wieber gef>alten worben. 21W 1761 ber i. 
Äftnfttag auf einen greitag fiel, unb an bemfelben, fo wie bem bar^ 
^i fü»](denben ©onntage ^enbmar gefeiert . werben mufte, würbe 



— 141 — 

3)onner^tagd bte ^etd^te ju erfkrem^ unb Me ju bem le^term 
am 2* gfirijitage nac^ ber SWorgen^rebtgt gehalten (V. H83^ 

VII. 18* 19. F. 967* G. 387 — 389* H. 35. 232. 331. 353>* 

— 3in See» 1686 begehrte tint ^erfon, erji ©onntag^ frö^ 2U 
betd^ten, um bcflo beffer m @tner anbacf^t^^otten Stimmung gu Meu 
ben« 2)te^ nourbe ober ber m^U^m Solgen falber abgefd^Iogeii 
(C. 388)* — am 18. gebr. 1691 wirb mitgetjeilt, ber ©«^offen* 
xat^ ^ait t)erorbnet, ^rebtger, bie beichten tooUttn, möd^ten ni^t 
©tnntag^ 9J7orgenid t)or bem S(benbma(^ fonbern ©amflagij «>or^er 
beichten, weit fonjl ouffattenbe SSerjögerung eintrete, unb an»efenb< 
grembe nit^t wüßten;, tca^ btefe^ ju bebeuten l^obe (D. 4 fO — 
SSon ber Sdci^H unb Slbenbma(ff}rebtgt }u @t. 3liMai würben am 
27. 3un{ 1769 atttb 23. gebr. 1785 bie geijWid^en Sonfijiorialir 
Siätffe befreit (H. 293. J. 3910 — 2)ie SQ8ei§frauen*83ei(]^te, weld^e 
fonji au ®t £!at^arinen gei^atten werben war, würbe im 3uni 1826 
in bie aBeißfrauenfirc^c t)erlegt (K. 817). gür bte Sdti(fyit tn bfr 
JU @ubc 1847 wieber eropeten ©t. Slifotaifird^e war bie angefe^te 
©tunbe t)on 12—1 U|ir wegen be^ SRarftgeräufi^ed feffr unbequem^ 

aber ni^t abjuanbem (M. 66. 108.) 

S* 160. gär bie ^d^U, al^ Vorbereitung auf ba^ 1^. Slbenb^ 
mal, war bie ^enntniß ber Sebeutung unb Sßid^tigfeit bed Ie$tereii> 
fowieäberffouiptüBefanntfcf^aft mit bemSl^riflentj^ume notj^ig. 
3)e§^atb würbe Öfter filage geffi^rt, baß nid^tconftrmirte ^erfonen 
ivim Slbenbmate gegangen feyen, t^eiW ÜKagbe, t^eiW Äinber J>au^)t' 
fäd^lici^ burci^ ©c^ulb ber eitern, wie j. ©. im Slug* 1691, wo ge* 
mribet wirb, baß N. t^re Z&ä^Ux nid^tuntenid^tet unb ni(|rtcottfir« 
mirt ium älbenbmale ^aben gelten laffeu. 9lm 6. 3u{i 1701 würbe 
ein 9ßann, btr o^ne S3ei<]^te jum Slbenbmaf^I geffen woDte, , ^rüdt' 
gewiefen. — v3m ?lug. 1679 Jam eine ^Jerfon jur Seid^t^ ii^ß wtii 
fte ben j^ated^i^mu^ nici^t gelernt unb gar feinen 93egi;iff ^m bm 
Slbenbmale ^atte, t)on biefem gurftdgewiefen würbe mit bem^beute«^ 
ftd^ erft unterridf^ten iu laffen, wogu fte ftd^ au^ )^er{lanb CA, 447« 

688. 597. B. 28. 85. 407. 409. C. 30. 61. 84. D, 23. 864};, 

— 8lm 4. äug. 1761 le^e mont^ ab, einem taubpumwenÄinbe 
bad ^. abenbmat ^u reid^en, weil e« nid^t ben r gertngftcn . ©egrif 
bat)on fiabe. ©einer SÄutter würben anberweittge nü|Iii|e . 91<M^' 
fi^läge ertf^eilt CH. 25). , SBenn bagegen ba^. äbeubmal auf Äwnfe 
im j)iefigen Srrenffaufe anwenbbar fdf^ien, würbe e^ joon unfern ©eiffc* 
lid^en nad^ einer gewiffen SRei^en^tge gereid^t CJ. 267).. t- gwner 
würbe ein gereinigter ®emfit|i^auflanb geforbertunb ^b^nf^ 



— 142 — 

xin btefe Sebtngung Ut dulaffung ju Um ^. Slbenbmale gehtä^ft 
CV. 1416* 1433* 15073. am 10. 3lo\>. 1669 »urbe Me auffattenbe 
%xaQt aufgetvotfen^ ^b ntd^t jiebe^ ®neb bed ÜRimflerium^ ben 91b« 
i^ocaten, bie bei i^m beichten , getegentltd^ t>or^aUen foSe^ baß fle 
t>ftmal^ tn if^ren ©^iriften burc^ fpi^ftnbtge unb {lad^flige 9Bortc 
imb Steben^arten ei^ ia^in ixi(fytm, bafi bte fitettenben ^attffeien m 
^a^ ttttb Unt>ecfofinlt(^{ett geratffcn, 4tnb baf {te baburci^ uttfete 
^ebtgtm fnt4)tIo^ macf^teii (A. 656). 3m 3a^rr 1677 würbe in 
i^erat^ung gejogen^ ob Unioerfjffnltcf^e ober befanttte Unbuf fertige 
ton bem Setd^tflu^Ie jurfldgewtefen uoerben müßten. S)0(l^ fi^on 
1670 »ar e* übet t^ermerft toorbeti, baß, »te e^ fd^eint, au^ biefem 
©rimbe, angefef^ene Seute^ STtann unb^rau^ gletd^fam ercommumcirt 
feyett CB. 1. 652). 3m Dct. 1693 wirb bemerft^, baß N. o^ne 
Stt^fS^nung mit bem ©egner jum Slbenbmale gegangen fep^ aber 
^afu angeffalten werben foUe. 3m %px\t 1715 wirb nad^ einer 
(E^efd^etbung bem unfd^ulbtgen S^j^eile gemattet ^ iura SIbenbmale ju 
^d^en* 3« bem 3Ä^J^e 1729 unb 1732 wirb ber N. gerot^ien, ni^jt 
t^n ba6 $Ibenbma( ju genießen^ aU bi^ bur^ erfolgtet Unt))erfttät' 
Urtf>et( i^x ^roceß entfc^ieben fev (D. 98. E. 259. vm. 10—12). 
— Sluffattenbe SBergeffungen würben »ori^er preng gerügt. 1679 
wirb geftagt; e^ fe^ eine $erfon 3um Slbenbmol gegangen, ofme 
>aß i^x borf^er tbre Unjud^t Dorgef^aüen worben, unb fipater fi^eint 
4U(^ wn einem folci^en Aberetiten Slbenbmal auf bem Sonbe bie 
Siebe JU fe^n (C 76. D. 473). 3n biefer ©ejie^ung wat, nad^ 
bem Vorgänge anberer S&nber, auf unfern jDJrfern bie ^iti^tn* 
fruße iiblid^, inxö) weld^e nad^ einem eigenen gorfnular CVn.«2* 
19. 20. a.) am ©(j^Iuffe ber iffenttid^en ©otte^^erei^rung ber bajit 
vtn ber ©ef^drbe berurt^eilten ^erfon i^re Unjittlid^feit t^orgel^altcn, 
{^ ein i^mlU^i ©elöbbe ber SSefferung abgeforbert, hierauf bie 
nbfofnliott crtf^eitt; unb bann 3^bermann rma^nt würbe, ^e Diefed 
in feiner SSeife entgelten ju ta^ttu jDiefe ^uße mochte in jlener 
Stit ni<|^t o^ne 9lu$en feyn. ^ber e^ war ein unglöcKicIier ©ebanfe, 
hti Gelegenheit ber ncn ju UaxititmUn $(genbe im S>ec. 1643 fte 
«Uli in b<r@tabl einfai^ren gu w^en: boc^ würbe auf (Stttgegnung 
Ux &^oi^(fyin fogfeid^ bat)on abgeflanben CA. 76. 183. 185)^ 
3m fSfla^ 1678 würbe l^öf^erer @eit6 gelegentli^ erflärt, in ber 
6tabt ^abe man {eine ftirc^enbuße CC 18). Stro^ beffen würben 
mtd^ |fier in jwei petnUd^en gäKen bie ftird^enbuße burci^ rtd^ter« 
lid^e^ Urtffeil t)er|iangt: 1721 über timn fSflann, ber in ber ®t. 
yeter^Krd^c feinen €(^wager mit einem SKeffer s^erwunbet j^atte, unb 



— 143 — 

1736 Über einen ro^en ©otte^Iäflerer ju @ac6fen]^aufen» Z>rr erfletre 
tnugtr fte gu @t i)eter^ bev anbete gu Drepfonig. ablegen (VIII. 

163 «.b. c. R 66. 86—91. 235. 693. 1023. 1054 f. 1062. 6. ?2. 

fiertner IL 1^718 fO %m 28. 3un9 1600 »irb etne jn ©ad^fen* 
l^aitfctt abgelegte ^n^at^ßirci^enbuf e txtoa^nt (Y. 1449). 3nt ^uif 
1679 vptrb gerügt, ba§ eine ^erfon auf bem Sanbe im äBirtf^^ffaufe, 
^att in ber &\x^t, jur Sbn^ awöri^ffen wotben fe^ (C. 76). 1695 
loirb ben fianb)))rebigem Sl^tfamfeit auf bie£aufe une^elid^et ftihbet 
iinb bte SIngeige berfelben tt)egen ber fiiYd^enbu^e ber Rätter em)>fo]^Ien. 
1696 f4^eint in einer neuen, nici^t näf^er befannten fiird^enorbnung für 
bo^ Sonb eine befonbere SSorfd^rift ^infic^tlid^ ber Äiri^enbufe er^ 
gongen gu fe^n, über bereu SSemoanblung in tint ©elbfhrafe am 9. 
ÜRärg 1698 geflagt n>irb. jDurd^ B^eHax^at unb Canbamt n)urbe 
im 3a]^r 1713 Derfu(f)t, fte gang gu befettigen; fte erfiiett ftci^ jiebod^ 
M gegen Snbe be^ t)origen 3af^rf!unbert^, too fte attmätig t)erf($oQ 
CD. 151 f. 250 f. E. 182). — Uebrigen« würbe am 21. «TOap 
1716 t)erabrebet, ba^ fein Sei(l^tt>ater beö anbern SSeici^tfinb anne:^^ 
nten nM>ae, n>enn ti benfelben n>egen etfüUter Slmt^^^id^t t>erliepe. 
Siefe 93erlaffmtg geft^aff dfter au^ mand^ertet ©rftnben unb fc^on 
in älterer 3eit (V. 1183. E. 300). 

§. 161. dint Q^rfrterung eigenet ^rt entfpann ftd^, aU am 
22. 3unp 1718 iai aRinifterium Ui ben ©c^olard^en Sefd^werbe 
ffiffrte, ba^ ber Pfarrer gu Z). oi^ne^eid^te ba^ i^. SIbenbmal 
genoffen' l^be (Vm. 3. E. 413. 415. 417.) a>enn in fifterer 3rft 
l^atte ouc^ Jieber ^faner feinen ©eid^tt^ater, bem er »or bem abenb«« 
ma|iWSenuffe feine ^Jriioat^öeic^te ablegte, »über« gejlaltete ft^ Me 
@adje na(fy ©nfüi^rung ber aOgemeirten ©eici^te, bei welcher f!(^ ber 
bienfit^uenbe ®tißi^c^ fKUf^^^tg^ttb ober an^tidli^, in iai aU^ 
gemeine ^fenntni^ mit einfd^Iiefen, wie wt^i orbentlid^er SBeife flt^ 
n(c^ felbjt bie Hbfotutien ert^eilen fann. 3nbef wirb e^ auf bem 
Sanbe oft gur 5Rot|>wenbigfeit Ct>ergl. S* 173). 

S. 162. Um tint genauere Uebrrftd^t ber Setd^tenben unb if>rer 
retigiJfen SebflrfnifTe gu l^aben, »erben biefetben no^ jieftt in über* 
^^tlid^en Saubgemeinben, na^ t>or^er{ger Slnmelbung, in eigenen 
(Sommttnicanten^fB&d^^rn aufgegei^net. ©d^on bei bem erfieft 
lül^erifd^en Slbertbmale am 5. SWärg 1531 in ber SarfJ^er «treffe 
würbe 3eber, welker baran SCffeil nei^men woffte, aufgefci^rtebrrt 
(Mitter 152). 3nbe§ mod^te t€ wieber obgefommen fepn, benn im 
a))irtl 1^88 würbe biefe @inri(^tung abermatt t)orgefd^Tagen, unb fm 
Slfigu^bef^^ffm, timit fortgufafiren unb gtt^flir in allen ^'n^em 



^ 144 — 

2)o4^ wax S>t>fr^ In ber 3)tenge ber Kbenbmalf unb ber ©emt^ctl^ 
ben auf bte Sänge nid^t bur^jufe^en uttb n>ar bereite ))erge{yeti^ aK 
tm Wot)* 1723 nocf^maW ber SSorf^iIag gemad^t »utbe, b«f bie 
Setc^tenben, tiad^ ber ®mo^n^Ht anberwart^, fid^ »orl^er bei t^rein 
93et(|itt>ater ntetben foKtetu @^ n^urbe toetteret Üeberlegung at^tm 
gegeben, f(^eint aber babei geblieben gu fe^n (C. 442^ 457* F. 289)* 
S« 163* Um bie jltKe Slnbac^t ber Setd^tenben unb ^um Kbenb^ 
mal@e^enben ju förbern, ftnb at(mä(tg t>te(e dommnniont^^ü^fytt. 
trfci^tenen« S3on l^ieftgen @ei^i(i)en ftnb t^otf^attben: l) Sbtii^U unb 
ttommuniomSuc^ i>en bem ©enior Dr. %^^iL %x^Utiitx€, SBrctt«^ 
net, 1746} in .achter »)erbejferter Sluftage 1833; 2) d^i^lv^i^ 
(Sommunton^Sud^ so. 3*^* @n)alb, umgearbeitet unb f^erau^gegeben 
»on ßonjifioria^SRatf^ unb Pfarrer, Dr. ®er^* grieberid^, 1826; 
83 X>ai $. SIbenbmal unb feine 9)ejief^ungen auf bai^ Seben^ wn 
Pfarrer Dr.ßonr.9Rax«£ irdener; 3\t)ette Auflage, @auertänber> 1844« 

S« 164. grtebrtd^ ^auerbad^, au^ S)iKenburg; baffer 2) tt lern 
Bürger genannt, daiplan ju @t» Sarifiotomai, weiter ben 2)tenfi 
au @a(|ifen^aufen üerfa^, n^agte ^« guerp f>ier,'etttHi imS^^re 1526, 
Ä>a* ^. 2lbenbmat junter; beiberlei ©ejialt Csub utraque, b* y. 
ben SRtc^tgeijiKc^en auci^ ben fie(dj^3 ju reichem 3» ätnfang 1528 
verachteten ftd^ bie $räbifanten 2)ton9ftu^ SD^elanber unb Sern(L 
.atger^J^eimer in i^rem ©ennjfen »erbunben, burd^ bieSd^Iar^en 
bei titaty aujufra^en: ob man ba^ y. 3(benbmal unter betb^rlet 
Oejialt l^alten bürfe* SDer 3latb erttJteber^e: er wotte ed Weber ex^ 
lauUn, noc^ 3t>erbieten, fpnbern 3eben feine Slnbad^t,. wie tv e^ ju 
»erantworten getraue, ^>flegen laffem, jDabwr* . ermut Jigt, f eietptf n e* 
*ie ^rabifanten >p^f biefe, jebod^ nid^t miUx angegebnie ärt <im 
Sonntage Reminißcere; 1528 unb 1629 in bfT S3arfu§er Ättd^e 
CMitter 73. 117 fO . 

. , §• I6öv lieber bie genaijer befd^riebene un'b Don bem Statine 
genej^migte SBeife ber geier jbe^ |f* ?lbenbmaW im 3a^re 1530 ttnb 
i^t^ weitere ©d^idCfafe geben bie S^=;4r-9.* 15. .41-T-44. 4^.-|filVf 
iänglid^en a;uff(|f(ug. gerner gibt Slttter C439 fO, aU ^m Sioifyn 
1543, nai^ ben testen Ääm})fen jwifc^en (Seltner unbSlmbad^ CS-80> 
tin »on bem erjieren gefc^riebene^ Slbenbrnat^gormutar (V. 9. IQ)» 
JDaöfetbe entffält au«fu$rti(^ : .13 erma^nung; 2) gurbitten für oRe 
(Stfinbe na^ Sle^nßd^Ieit be^ Cwion missae in ber tatf^oUi^cn mtfüt^ 
Wafirf^einUd^ eirp auf bie.goriberungert be^ Interim 1549 ^imji^ 



— 145 — 

f&Qt ($. 10. SiitUx 404 fO; 3) na^ etntgen tmitÜtnUn aSorten 

C^väfcDtion;) 4) umf^rte&ene« SBateruitfer au^ Suf^er^ beutfd^er 

%effe^ bo^ offne bm @4iluf : bnttt ida tft ba^ 9tei^ u» f. t». 

ober tntt einer fletnen (Srmafinung an bte ©emepenben, 6} (Sin* 

fe9Uttg^tt)orte, nur angebeutet, 6} Sufforberung jum ©enuffc an Z)te^ 

mia^t ft(f^ tn ein l^upfertige^ Seben ergeben unb bie äbfolutton ))on 

ben Wienern be^ gotiltd^en SSort^ empfangen j^aben, 73 lurje 

©anifaßung am S^Iuffe, 8) Ätrci^enfegen. 2)tefe^ gormular ging 

mit geringen SSeglaffungen^ aber enoeiterien Silrbtttett in bte afgen«» 

ben )E)on 1553 über; ebenfo in bie t>on 1565, bte 3uglet(ff j[ene^ 

fürjere Formular enthält; iai l&ngere attein ^nbet jt^ in benSfgen^ 

ben »on 1589 unb 1599. — äW ber diatfy 1548 gebot, ba« SSort: 

^abflt^um, in ber S3erma^nung »oegjulaffen, fo n)urbe att>ar bte 

©teffc in etwa« gemilbert, wie jte ftd^ in ben SIgenben bt« 1599 

ftnbet, baö SBort aber beibel^atten C3litter 395. 440. m n. ii). 

— 2BäJ>renb ber anwefenf^eit ber ©(f)tt>eben fanb man |t(^ 1633 

loeranla^t, bie gfirbitte für ben Äaifer unb jugleid^ anify für 'bie 

grauen in guter J&offhung »egaulaffen (Mitter m n. 347). 

$. 166. 2)ie Slgenben t)on 1644 unb 1688 fttUtn ein gan) 

neue« Formular auf. 2)tefe« befielet ani: 1) Srma^nung, Voett^e 

ber et>angeßf(j^en SWejfe t>on Slnbrea« 2) 6 b e r entnommen ifl 08.19), 

2) ®Att (Soßecte), — ®atmüi^t frft^ere gflrbitten finb »egge-» 

foffen — 3) eittfaci^em SBaterunfer mit bem ©(^lujfe: benn betn ifl 

u. f. w. 4) Sinfe^ung« Worte, wie in Sutl^er« beutfd^er SDteffe, au« 

ben (g^angelißen unb ben SSorten be« $l!pofieI« $autu« iu^ammtn^ 

gejogen (8. 48.), 5) äufforberung jum ©enujfe, wie in §. 165. 

38r. 6. 6) au«t^etIung«worte, 7) Danifagung, faji wie in Sut^er« 

aSeffe, 8) Äir^enfegen — atte«, wie e« wä) jieftt, aber mit gemf^ 

berten au«brä(fen, gebraud^Itd^ iß. SDie 98orte bei ber au«t^etTung 

werben erft in ben agenben )Don 1589 an bemerft: frfifier [(feinen 

fte nic^t gef^rod^en worben ju fe^n. SQSenn fte 1589 unb 1599* 

lauteten: gflfet ben iHb, trinfet ba« ©lutunfer« ^erm u. f. w., 

fo l^eipt e« t)on 1644 an: SfPet ben waf^rett itib, trinfet ba« 

wai^re 93iut u. f. w. wofil um ben ®egenfa$ ju ben 9teformirten 

au«jubröien. Sefttere« gefd^'e^t in unferer 3«t nid^t mel^r. — ©er 

^an'ptin^alt biefer' abenbmaI<%ormuIare bejiel^t jjitfy auf bie 9}erge# 

bung ber @unben burd^ ben S^ob 3efu unb bie erneute ©nabe 

®otte« gegen ade, bie fid^ im ©lauben unb in ber Siebe aufrid^tig 

beffern, wobei bie lut^erifc^e abenbmal^Se^re bon bem wixtlU^tn, 

ni(^t bloß geifligen ^enuß be« Seibe« unb 93Ittte« ^efit fferwrge^ 

10 



— 14G — 

^)>tti n)irb. ^uglei^. ober toiA a\x^ ixt liebcdooltt ®tmtin\^a^t 
ber aScnfd^e». >irtcf> btefeö ; 1^. SRal unb. Wc §terauö fließciÄr ©er«« 
^fßd^tung flritenb geirtad^t — .21W an bem SReformation^fe^e 1817 
bai fHUxiimai ^ict ^on Suti^eranem nnb aieformtxten genteinfid^fti' 
ß^ ßefeicrt tt^urbe^ tnfcwarf ©eiitor Dr, |)ufttagtt ttn für ii^tn 
gaö gebrudte^ gonnular C^rebigeri^SÄegi^atur)* 

§♦ 167* Uä>cx ätit unb Drf bcr ju feiemben . Stttnbmote 
würbe fi^on früj> ©orf^rift ert^etlt* 3n ber i)Ott bem 9l«t|ie 1683 
gegebnten Drbnang »otrb: btjUnimt/ bo^ l^« äi^enbmal (b(le jaKe 3 
Sßoi^n in ber Oamoligen) $farr!tr^e ju @t/ SBort^oIomäi ge^ali^ 
im werbhi CVL 25* :.?lm 2. Oct 153^ »erorbnete ber fftat^, ba« 
|u. SItenbmal, wetc^e« ii^^tt nur aße 3 Scd^en gefefert worbc», ^ 
fotte fortan m ber $fanft»i^e; ju @a(^fenfiaufen unb m ben anbem 
Äirci^en jiebett Sotttttcig, ju 8t fJeter aber nur aße 3 SB3a<|ien ge^ 
reid^t »erben C9*ttter 259* Scr^ner L 2,21)* 9flacf> Surüigabe ber 
^t SortJ^olomä^fitr^e würbe bte Sarfußer Striae aW $att^)t^Äird^e 
ober Pfarre >.angefejen» Sie Slgenben ^oon 1644 unb 1688 »erorb^ 
nen überetnfKmmenb; baß ba^ Slbenbmal in ber Sarfftßer ^r^e an 
jebem ©onu^ unb geptagc : gefialten werbe, aufgenommen 5leuj[af^r, 
wenn H auf: einen SBerftag faßt, unb Himmelfahrt; ju &i. ^tter 
unb ©rriWnig einen Sonntag um ben anbem abwe^fetnb} öi ber 
aßSeißfraurnltrd^e aße SterteljiaJ^re an mm Sonntage; eimfo in 
b*r ^o^ipüatÄir^ie, akr an einem SDonner^age/ am 17» San» 
1672 ,wurbe au^ fär bic ®t. Satl^arineUi^Äird^e tinc abenbmat 
geieif am erflen Sonntage j[ebe^ jweiten 3)tonat^ fejigefe^t (B; 209* 
213. 245 f. 22.03, tot^alh erft in ber Hgenbe Xfon I688 bieÄebc 
bat>on fe^n fonnte. Sö^ fpäter gewünfd^t würbe, biefette m{ge mo^ 
natli^ Statt, ^ben, würbe bte Sd[)Wterfgf eit tJorge^eOt, e«.j[ebe» 
SRal ge^i^rig |u befegen, inbem flet« 9ia ^ieftger ^rebigir ju @tf^ 
leuten befd^oftigt fe^, tcai hi^ inm 3a^re 1736 bauerte C^Vin. 9)^ 
aßenn 5«euj[afir auf einen Sonntag fiel, foßte ba^ abenbrnat ^u St 
tat^ärinen auf 8 Xage f^^äter ^oerlegt werben (H. 264).:-^ 3« 
^a^xt 1711 würbe »on ben Sd^olard^ auf eine ac^^tmalige^ Sbenb«» 
mal üa^rlid^ in ber |)oö^itatÄird[>c angetragen; eö fanb oberSd^wfe-' 
rigfeiten unb f^eint bei 4 geblieben ju fep (E. 98» 108>— 9lat^ 
ber SBiebereröffnuttg ,ber St. Slifoloi^Äir^e 1721 würbe ber BoU 
f#tag/ wtc bic ,gewfinf(i^ten äbenbmäle in biefer Mt^ für bte @ötw 
nijJDtt unb aud^ für- anbere SJ>eiteebmcr> 4 2ÄaI üfi^rlid^ an einem 
2)0ttner^tage., einjurid^ten/unb t)on aßeti^rebigw», j[e a» 2, <i*^ 
wetä^frinb ait^'ifeerfd^cit /fey«», :i^on benv JÄatJ^ am 18. SÄäta iwa^ 



— 147 ~ 
gtttf^mijt (P. 110* 113 f^ 131 f. VI. 26— 29* VIEL €)• ©Väter 

nmrbm bie geifllt^en den^xiaUM^ ^tn tiefer XntWoerri^tUHg' 
Jefrett (H. 293. J. a9l3* — «« We »arfÖferJWr^ 1782 ge* 
fd^Iofen lotttbe; t)erlegte man {^ Sttenbmale tu tie ®t Stat^dtmtt^ 
Sitifyc, mtb bte bet St ßat^ortnen^ m bie @t 9l{fPlai*Jt{r^, utib 
aU avi<!^ biefe tm ^mp 1807 ein 3al^r lang gef(]^Ioffen nmrbr^ in 
bte JE«^»)itaI^Ätr(|)e (K. 180), — 3ni gftü^jiajr 1791 Mcfifoffen 
Scnfifioriitm mtb 9lat$i auf Sbitrag ber Semaltmg be« SBei^oiteit«' 
flo^, ba^ forian aud^ in ber J^trd^e beffirtiim ein bentfd^i^ 
S&enbmal gehalten toerbe C$* 29). Sa» aRtni^enrnn- erachte m 
feiner @egen))or{leanng eine S3erme^ung ber 3ttenbnta(e e^er für 
nocl^t^eatg al^ nd^Ii^; bie J^i{fe {t^ oft f^tt^ierig; wenn t$ j^fort 
bur# 2 ^rebiger »crfef^en ttjerben mfiffe» ®i«^er C^Ü jum 3a|re- 
1788) fei^ ba» franjöfifd^e $(6enbmat nur feiten gefeiert nnb fi> 
f^n^a^ befugt tDorben^ ba§ ed bei ÜJIenfc^engebenfen immer ))on 
(finem ^rebiger allein »erfel^en U)erben (onnte. 9Ran fe^ jtvar be»' 
reit^ tt)tinf(^ aber jur bfjTem (Srmiglid^ung einen Sßerftog bofSr 
angefeftt. Steffen ungead^tet befcblojfen Ut SJeJörben gu ffinbe SWay, 
ein beutfc^^ed Slbenbrnot foOe bafelbfi: «)ierieIj[ä^rTt^ am anleiten &om^ 
tage be» erflen SRonat« gefeiert »erben CJ. 664* 671— 673* 677/ 
vm. 22)* jyieftr 3»if<ä^«tra«m »urbe «m 2a Sul'p 1821 anf 6 
fßt^m |>eriD*gefe|l CK. 677 f). — 3« Ort* 1804 würbe gene^ 
migt^ ba^ wal^enb bed SBinler« b^ ättenbmale |tt 6t. 9eter nnb 
2)reitonig nur aOe 4 SSod^en gehalten würben CK. 126)« — 9ta(^ 
(Sr Öffnung ber ^udfird^e be» 9Sa{f«n^aufe^ erinnerten am 18. 9))rff 
1725 bie ©^Iar(|>en, man fotle ba« ^cn in ben S^^ren 1710— 
1712 beabft^tigte Kbenbmal bort fetwirSid^n. ^'erauf würbe ber 
t)Ott bem aßinifterium gemachte Serfd^Iag geneffmigt^ baf tß fa^iAx^ 
4 Sffal an einem 2)onner^tage ju Italien fei^, unb atti|^ bte ou^er«' 
fNdft M ^attfe» befEnblid^en it^xfän^tn anb ^ffeglinge^ aber fonft 
onfer ben ^udgenofffn 9tiemanb^ Sntffeil ne^en lönnten. jDie 4 
ifittg^n ?JreWger würben ed öbwed^frfnb t)erfejen (]E. Il4. 128. 
F. 358 f. 366. 376. 385. 400. vm. 8). 6»)ater fd^eint e« auf 
&in 3Ra( i&^liify befi^rftnft worben ju fe^n> benn im 9lct>. t8i2. 
erfnd^te bie äkrwaftung be« |)anf^ tim )weimaTige»3(benbmaI j%^' 
lid^ (E. 2&4> 3n jlettger 3eit wirb in ber neu erbauten Sa^^eOe' 
nur ein Wtal ii^xlV^, M ber (Eonftrmotion ber ftinber, ba» Slbenb^ 
«al gefeiert. ' 

S* 168. Sie jk^ige SEnorbnung ber übenbmale unb ber bajn' 
ge|»ArigeK «eic^ten^ l^rffer l&ngere 3eit teifüc^^ hrtcttfftn, würbe ttii' 

10* 



— U8 — 

^piitiaffxc l836it)on bttt 83e^6rben bejlätigt 3pn Sftt^cilung in 
Wrt>frf^tebfnett Äir(^fit iji nat^ ben ©runbfaften gWd^er ©errt^ 
ttgung ber Irfttcrn utib ber Sweimafigfett dnaerid^tet SBfi^mb 
bcr. Wttjertt 3«^re«aeit »on ©ct^na^teit W^. gegen bte ga^en »irb 
fdtt abenbmal gefeiert, ©otifl gefci^aj e« aiid^ nii^t »ä^rmb ber 
aWeffe; feit 1846 aber »erben in ber ^crb|htteffe, unb feit ber Swtfi*' 
legungber O^ermelfe wn 1851 an au^ »äj^renb biefer^ mit «u«^ 
na^e be^ er^en @onntag^ m^ Oftent; Siienbntale gesotten. Stuf 
bte gefle^.beren einige na^e gufammenfaaen , ifl SS^rforge getroffen, 
baß ni(^ aKe ^ir^en iugleid^ SKenbmal ^aben, fonbern je 4 unb 2 
abtt)e(^felnb« Sin otten äbngen Sonntagen, mit toenigen S(u^na|imen, 
wo mm fi^ tti^t anber« ju ffetfen voufte, »ed^feln bic 5 Äirt^cn 
bi^feitö be^ SDtain^ regelmäßig mit einanber ob: iai äibenbmal an 
jDreifSnig fann o^ne @(^n)ier{gfeit mit onbertt jufammenfaOen. 
iRad^ einem flanbigen ©runbriß ^trben i&^xli^ bic ))er&nberlicl^en 
^atenber^Seßimmungen getroffen unb in einer gebrndten Ueberftd^t 
Jtt ätafang be« Äird^enjapre^ DeroffentKc^t CL. 168— 170* 175. 201. 

203. 208rr-2U.. 228 f. 341. 

$. 169. ?)ie 58 er fe Jung CS^minifiration) be:^ ^ Sttcnb^ 
mate^,.»enn ti in me|>reren Äird^en guglei(i^ gefeiert «mrbe, unb 
b^fonber« burd^ ben Um^anb, ia^ in ber - ^äu^^tfird^e, .t^(d ju 
größerer geierli^f eit , .t^^li, toegen ber SRenge ber ©enießenben, 4 
^Jrebiger e^ berwatten mugtot CSgenben Don 1589 an), »ar oft fe^r 
fd^toierig, fpbalb ^öfiered JSfter unb Aranf^eit einige ^rebiger fürjere 
ober längere S^it nid^t oerwenben ließen. 9u^ bie auf @onntag 
gerabe um bie Slbenbrnal^^B^^ jtd^ iufammenbrongenben 2:aufen> fo 
wie bie aSorberc;itung auf bie Wod^mittag^^^^rebigtcn wirften erfc^we* 
renb. 2)aj>er mn jtd^ nidj^t wunbem barf , wenn einige SWal über 
entjianbene Suien r; geßagt wirb. Jbn 7. 3an. 1766 beji^roß ba^ 
Cpnjtjioriwn auf bie änjeige, baß wegen SWiangeW an ^rebigem 
nur 3 berfetben ju ben 93arfußem gegenwartig . gewefenj^ in . einem 
fotc^en gaffe möge fflnftig ba« 2(benbmal gu 6t. ^ettr ober ©rei^ 
»ttig.[um 8 XüQC tJerfd^oben werben CH. 44l..Vin. 205 )• *to 
23. Sept. beffelben Safire« ^.ntft^uWgte; jtd^. <in ^ebiger,:;ber gu 
fpät gefommen warbamit, b^ fei« Slmt^brubec ^u turg ge)>rebigt 
^abe cyilL- 21). .^ Ser«ner (JL 8,100) bemertt gu bem.3«^e 
1595: Sei bem ißac^al ju ©ad^fen^aufen; ^at oor 2)iefem ber 
©(l^uimetper ben Äeld^ ben (Sommuntcanten rcid^en mfiffen* jDet 
^runb, babon mod^f feyn, baß bamal^ nur (Bin. ^eifllid^er bort 
w^r^ ber be^' gfifib^d^ , befud^f«;t Slb.enbma(en ^itff.btaud^tt., S)er 



— 149 — 

®eißlu^en bte^feitö M ^aini, bte ^ttm ani^üfm Bnnen/gab 
e^ iamaU ni^t ^Mi, mtb @(^uKe|^rei^ «würben ald ftrc^tit^e'^erfo' 
nni angefef^en CS* lad), n^etc^en man bte gegen Slu^t^ettung be^ 
Sdx0M geringer geachtete ®))enbung be^ SBBeintf glaubte im 9lot$<' 
falle antjertrauen ju bürfen. — 3» jie^fger 3«t »trb ba^ ÄBenbmäl 
in lieber ftird^e wn ben an betfeKen angeflettten 2 ©etflltd^en ^er< 
feffem 

§♦ 170» 3n ©ejie^ung auf bte = fogenanuten Elemente be^ j. 
aJenbmaW, »rot unb SB ein, fEnbet ftd^ j^injic^tlid^ be^ erbeten, 
ba$ am 5« {())rtl 1692 e^ fär gah} unfiatt^aft erflSrt n^urbe, bojß 
bie Äajlen^etren, »eld^e bie ^ojiien ftefetten^ biefetten t)Ott ben 
Soirmeltter ^intfym lauften, tt)ä^renb ein l^ier aiifäftger Särger bie 
jur Bereitung berfe((en not^tge Stnrtd^tung j^aBe ober biefelüe gegen 
Sergfituttg jufommen ta^m Mrbe (T. 378). 8uf biefe Älage 
würbe toofit |bie ©a^c geänbert. 3m ©ept. 1762 würbe eriautt, 
bie |)opifn etwaö großer unb bider ju barfen CH. 347). 3tn 3««? 
I84e wutbe bemerft, bag ben Rollten balb ba« ©innbiib be«Äreu* 
ae^, batb be^ 8amme^, batb bed Äel^e«, balb fogor ba^ 3^fuiten' 
jeid^en aufgeprägt fcj^* SW«n war ber Slnfid^t, baf beffer nur ©n 
©innbitb, etwa ber bie e^oangelifd^ Äir^e, welche Hi äbenbmal 
unter beibcrtci ©eflatt ertl^ctlt, näl^er bejei^nenbf fiel^ beibel^aften 
werben möge» 2)er firii^Ii^e ©cmeinbeborfianb, an welchen man 
fd^ wanbte, t)erf|)ra(]^ Slb^ilfe (M. 50 f)- — 3n ©ejtcjung auf 
ben ^Hn bemerft SRittcr (M* n, 349) a^m 3öf^te 1581: 
jDa man ben SSein jum ^. Slbenbmale bi^i^er bei bem SBirtl^e ge^ 
Ifolt, unb ©otd^e^ etwa^ f^tm^)flt(]^ geffaltcn werben wollte, ijl fo& 
(^er folgenb^ au6 bem S^ati^^fetter baju hergegeben wotben. S)a nac( 
beenbigtem SlbenbmaTe ber auf bem -SHtäre Vit '^au^jtfird^e aft 
aitarifi btenjhi^uenbe ißtd^mbieher''' CÖöJmer 66 fo unb bie 
©lodner fi^ iit ' ben 9lefl iti übrig gebliebenen 9Beine^ in vftannen 
unb «ereilen tf^eilten, fo gab e« einige ÜRal »erbrießlic^e ^änbel 
barüber. 3tn ©e!pt. 1739 gatiften fid^ bie SCffeitenben auf bem tlU 
tare naci^ bem ?lbenbmale fo ffeftig, bag Älage geführt würbe. 3m 
3ttn9 1739 erregte e^ ^i^mt ©eit« «ufmerlfamfeit, ba$ bie OIo*» 
ner, xoA^t bie Sommunicanteit in ber SEiä^tt ju jS^ten l^dttin, 
manci^mal 18—20 SWaaf 2Bein l^olten; bieg fe^ f^on für 300 ixi6 
fogar bie feltenen 500 ©enießenben ju ^>Ut, ba man 12 auf einen 
©(l^o^)!pen re^ne Cjie^t 16 unb fogar 20 , bann ^ aber Inap^)> (H 
werbe ba^er Ungebür i>ermut^et, ber na(|igefpfirt werben muffe* 3« 
3lo^. 1744 f(|tug ©entor SÖaIt|fer bem (Sonjifioriüm t)or: ber ^tnx 



— 150 — 

t)em Senior ju btßimmmbe SSetn foSe aur Ser^bttg t)onUnget)ftt 
in fein ^mt gebracht unb SRorgentf in Ui Rixtfyc abgeholt »oerbm 
CVnL 16. 17. G. 122 — 125. 1363. — Siü dbcnfeerfrftcn ®tU^ 
gei^t trug SSalt^er auf iit $(nf#affang wn nod^.2 ii« 3 Ban^ 
ntn an, bamit Ui btm S>anfgfiete aller nötige fSkin auf bem 
älUiü: ^ it^U — tin ®egen{bmb, bem {il^on 1670 Sufmerffam^ 
feit gef(|fnft »orben toax (B. 70)* SBürben bic fielen Pannen 
bei ber Stu^t^fibtng ^nbcrlic^ , fo m^ttn einige auf mm anju^ 
bringenben ^ängtifd^d^en iti Btitt geflettt n>erben, bi^ man fte 
braud^e* ^n ben anbem ftirc^en fonne man fid^ \>ut^ ^egenfeitige 
Seriellen l^elfem j^ie ßof^)){eIig{eit ber .@a(^e fd^recfte ob. . 2)iefer 
im @e^t 1762 n)ieber$oUe Sbitrag n)urbe abermals obgelel^nt, imb 
ed n>ttrbe auf ben Stol^^fif^Itt^ t)om 4. 3}7a|^ 1745 t>ern)iefen, n^eld^er 
^erorbnet, baß «oegen bebenflid^er Urfad^n feine ajeranberung gemad^ 
mrbeu; fonbem Otinm Pannen unb ßelc^e gefättt feyen) ber übrige 
93eint)orrat|f, \»it bid(ier, hinter bem mar bleiben foUe OL 3473. 
— 3tt Slnfang 1717 würben t)on |)errn 3o^. SJriftoiJj SQSild^ 
fL 200 3ur 3Ittf^afFung einer loergolbeten ftibemen iSanne |um ®t^ 
braud^e für ^laufe ober Slbenbmal in ber S)reiffnig^^'r$e uxma^t 
CE. 329. 4993. — 3m @tpL 1720 »urbe über Joernac^lafjigte JRein^ 
Haltung ber Äannen geKagt (F. 123. 

$. 171. ^inftd^tli^f ber ©ebraud^e^ ber JDrbnung unb bei^ 
Snftanbetf bei bem ff. Slbenbmate erinnerten im Z)ec 1704 bte 
@d^Iard^en, baß Ui ben fird^Iid^en 3(benbmalen bie Ütati^^fd^Iüffe beob«" 
Qi^M werben mfißten G>. 4623; ti wirb ober nid^t angegeben^ 
mtify^f Slm 6. ?!ot). 1732 beßimmte ber dtat^, baß wä^renb be6 
^enbmaleä fiott ber Qtx^x^umUn^ £ird^enmu{t{ fd^idftic^e lieber 
gefungen werben mittat. %ß 23. %pxü, 1744 loerorbnete batf Soni^ 
fißorium; ba;ß n^ bem Stbenbrnob tin SSerö aud einem ^benbmal« 
Siebe gefangen werbe, ^m 2)ec. 1780 gemattete ebenbafelbe, taf 
Ui bem ätbenbmale jur 8(bwed^felung ouc^ ein anbere^ €ieb gefunr 
gen werben f ^ne, aUn ^^m&dt bid^, liebe ©eete (F. 845 f. G. 
324. J. 2743. — SSod^bem f^on im3a^re 1665 über baö geräufü^^ 
lükoüe SB^ge^en ber Seute oud ber ^ir^f iH bem beginne ber 
^benbrnali^Citurgie geflagt wofbe^ war^ beßtmmten fftat^ unb (^on^ 
fi^rium im S^ct. 1736 ^ ber Unorbnung unb bem ©etummel foKe 
baburdf) t)orgebeug^ werben, baß ber £)rgelf))ieler nad^ ber ^ird^e 
fo lange ^oxt\)pitU, bi£f bie 9^id^Ufiei(nefimenben au^ ber Strdf^e ft^ 
emfernt matten CA. 397. F. 1038 f. 1069- Vin. 14. 153. ~ 
21W 1676 burc^ wieJ)er||olt ungefd^idfte^ Senej^men einer ^erfon ber 



— 151 — 

aSktn ^^üttawuxU, x&^U man jDtefe^; em^fa^I cArt mi^ Mn 
Ofif«t<l^ctt gtof ete Sl^tfamWt (B. 593 f). ~ giflgge fagt cn.448- 
445): 1568 fCng man an , itn ®emefettt>en Ui Um ^ümimaU 
2!fid^ unb SSeden uttktaufialtett; bamtt iiamti(^ Sret tittb SBein 
nii^t bUY^ einen mtg^Adlid^en BufaÜ auf bie (Srbe fteCen. ^^ Uni* 
tttpaittn bon tötfffetbenen Xöd^etn etinnert ji^ SJetfafTev 2)tefe« fn 
ber SESeißfrouen^'^rc^e nod^ }tt $(nfang btefe^ 3a|^^unbertö gefeiten 
gtt l^aien* — 3m 3a|fre 1530 fi^lugen bie ^ribtfanten t)or: SKmt 
foffe eilige to^^fere, anfe^fnli^e üWänner t^erorbnen, bfe ®^t imb 
.bem |o4n>Aä)tgen @acrcmient jü (Sfften auf betben @etten be^ 
S&if^e^ bafferen ^ Unorbnung unb Unt^xtp fo ft^ begei^en mod^ten^ 
gtt tJerJ^fiten C3lttter 198D» Dtefer ffiunfcj^ tt^urbe aUx nid^t et^r 
füfft aWon mu§te jtdj> jotelmepr in bei? ^au^)tftr#e be« Äir^nbie^ 
nerö, aW 2tttariflfn, bebtenen, ber nun aW fir(^H(^e fJerfon in ber 
ffcineren ^müttatfyi auf bem Slftare ftcj^ auffleßte unb auf Drbnung 
ju: fef^en unb ben SQSetn in bie Äannen ju gießen ^oerbunben tt>ar* 
3m aug. 1695 würben, wie e^ fc^eint ^txQtUxify, jwei SKtariflen 
gewfinfii^t, itbotfy mit Sluöf^fuß einer miflieWgen fJerfon (T>. 148* 
15 63» — UnQtai^Ut biefer Slufjlci^t em^)ftng im 2)ec*l736 eine ju 
utt^ Uebergeeretenc au^ Unbefanntfd^aft mit ber ©a^e juetp ben 
ßeld^ unb bann ba^ ^rot. ^amali urti^eitte man, ein umgefei^r^ 
tti fe9 tdri xc^M äbenbmal, »eßl^att ber ©enior bie ^erfon mit 
nad^ ^oufe naj^m unb ti i^x nod^maW in gefföriger gormlid^feit 
xtx^U. 1671 ^attc man ftd^ in einem Sfinlid^en gälte bamtt be^ 
gnögt, bem Äird^enbiener beffere äufmertfamfeit ju em^jfe^Iem @ben 
fo im X)ct. 1693 im ^o^^itale (B. 121* 123» D. 95. F. 1085> 
3la<fy. ffiinfüfirung eint^ Krd^Iid^en ©emeinbeborflanbe^ ^'m ^a^xt 
1820 äbernal^men bie 2)iafonen biefen £)ien^/ Ui e^ gmedmäfiger 
fd^Ken, loeun fie ^ nur in ber 9tä]^e be^ S(Uar^ aufhielten (L. 1593* 
'^ Um ben fd^Ie^penben gortgang etne^ gaf^treid^ befudpten W>tni^ 
malti JU lieben, würbe 1674 ermal^nt, bog (wo 4 ©eiflH^e baffefte 
t)erfd^eu3, wenn j^ 2 (Senießenbe |crjugetreten fe^en, qUx^ bie 2 
ndd^pen fiii^ bereit polten nwSd^ten, bamit tdm SSerjögerung eintrete 
(B. 430). — SQäegen ber Stangfolge Jj^atten- bie ^rfibifanten im 
3o^re 1530 »orgefc^Iägcn: (SrjHid^ foCen. bie SRÄmter, bie ^ jur 
redeten Scitt jufamment^un , ^ernad^ bie grauen, gur iinttn au^ 
bei einanber, i^injugeficm Uni gefiel aud^, ^d^t ei weiter, baß bei 
jiebem Z^tÜc bte jiungen Seute vorangingen , wa6 teaju biente , baß 
wir mod^ten ad()t f^oben, ob eine ^erfon fidj^ angezeigt Ct>ott^cr ge^ 
melbet) liabe pbernid^t CÄitter 198). Ob bieferäJotfd^Iag Qin^ 



— 152 — 

Qaui fonb, unt) v&U etf ferner iamit gei^aßett n^urbe; ijjt un^efoitnt 
1672 tomit fogar erinnert; H^ jiängere itutt aui (tfftger Stäcfftd^t 
ttttb JBefd^eftenficit äUmn t>ett SSortritt (äffen fottten CB. 221). 
SDSäl^renb an anbem Drten eine Slangorbnung l>orgef^rte]&en toav 
(gluggc n. 456 fO, ijl 25iefe^ ]^er nie ber gatt gewefen* (gine 
foI(]^e gu Uoia(fytm, n>urbe fogar bur^ einen gebrucften Stat^^f^Iuß 
Dom 24» 9}ot). 1702 t)eriotem S>a^ männlid^e ®ef(i^(e^t foHte gn^ 
erjl gelten, ba« totHUi^t folgen^ entttoeber na^ Drbnung ber ®anfe, 
ober »ie man fiify in ber 5Ra{>e bee äittar^ befinbe (vni. 2^ ). — 
9lur auf man<i^ett unferer Sorfer ifl ju bemerfen, baß jientr txm 
beg ^räbifanten gemad^te SSorfd^tog in bie SSolf^jttte ülberging, tm)*' 
Don ft(]^ auf bie @tabt gurädfd^tießen iä^t, baß fte ei^ebem an^ ^ier 
beobacä^tet »urbe. — ßbenfowenig tt)ar ^ier bie Äleibertrad^t 
bei bem Hbenbmale »orgef(^rieten* ^t>^ würbe 1678 unb 1680, 
in bem 3eitafter «ubtt)ig^ XIV., für nöt^tg; erachtet, tu f^idlid^er 
SSeife auf mt anßanbigere n^eiblici^e Zxa6)t bei bem $(6enbma{e 
aufmerffam gu mad^en (C. 36; 124 f. 137. 146). Ser 2)egen, 
mi^tn ni^t bloß ^ieg^leute, fonbern an^ Slbeltge unb @e(e^rte 
trugen, mußte bobei abgelegt toerben Cgtugge 11. 365. 442). 

$. 172. Segen ber eigentjiumlic^en aied^mpItnifTe Ui 
9la(J>ri(^ter^ ifl gu bemerfen, baß im SKop 1598 bie ©o^ne bef^ 
felben gegen ben SBunfd^ be^ SDIinißeriumid ntd^t in bie lateimfd^e 
©d^ule aufgenommen würben. 2)aö 5Winijlertum Dertroflete iit 
^utttx unb fyrac^ ben ©d^uKel^rer gu ©ad^feni^aufen an, bie fiinber 
einjhoeiten in ben änfangggrönben gu unterrici^ten (T. 1387). — 
2lm 2. 3un9 1630 toar t)orgef4ilagett worben, baß ber 9lad^rid^ter 
bei bem Slbenbmale guleftt ge^en fotte: eö würbe a6er entf^ieben, er 
fotte gef^n, wie j^or^in CA. 84). SIW berfefte 1672 anfragte, 
ob er bei bem neu angeorbneten Slbenbmale gu @t. ^atf^arinen gd^ett 
bärfe; er woKe gern gule($t ge^en, würbe i^m geantwortet: man 
tonnt e^ i|fm ni^t »erbieten CB. 283 0* 3«*>^ f^^^t i^m Wc 
öffentliche SWetnung entgegen gejianben gu l^aben. Cr war, wenig* 
jien^ für feine ^Jerfon, wenn aud^ ni^t für feine gamitie, auf ben 
ä[benbmat®enuß in ber dm ^albe ©tunbe t)ott ber ©tabt entfern^ 
Un 6a^)effe gu ©utleuten, auf beren Äir#of bie Eingerichteten be-» 
erbigt würben, angewiefen. Segen loorgerüdten SHter^J erfuc^te er 
1730 unb 1731 um Sriaubniß gu ©t ^atfiarinen ba^ Slbenbmat 
empfangen gu bürfen. 2)a^ SRiniflerium war biefe^ ^at nii^t ba^ 
für, fonbern entgegnete: er gehöre na^ Outleuten CF. 691. 761)* 

$. 173. - 3lm 22. 3un9 1718 tta^tt iai SRinifterium bei ben 



— 153 — 

®^olatä)tn, baf btr Pfarrer gn 2). fid^ felbfl baa Slbenbinal 
geretd^t ^abe; t)tr§ fe^ gegen t>te Orbnung C^. 413. 415. 417« 
vm. 3. ^crgL %. 161). — ea gef^itefft 2)tefea nod^ je^t UiwtiUn 
auf bem Sanbe^ tt>enn man in letnent nad^barlft^en Hu^i^üf^er^Iti' 
m^ fle^t ober gerate feinen ©ef^ilfen ^aitn fann nnb bod^ mit ber 
©emeinbe Slbenbmal feiern witt. Uekr bie grage, ob ein ®HftU^tt 
fid^ felbfl baa Hbenbmal rei^ien bßrfe, gibt Stifter CÄird^enred^t, 
1848, $♦ 243) bie ffintfd^eibung ^ baß fie »o^I t)on ber filteren 
äSurtemberger ^ir^^enorbmtng loon 1668 bejafft^ bagegen t)on on^ 
bern Sir^ienorbnungen j. S* in Sad^fen nnb ^reußen^ mit gutem 
©runbe t>emeint »erbe, ßntl^er, ganj im ®eijie feiner e\)angeßfd^ett 
SWeffe, fd^eint e^ gebtttigt gu ^aben Cgtüggell. 4450 

S. 174. Die 9lot]^tt)enbigleit be« 5ftem 8lbenbmal«^®e^ 
nuffeö würbe t)orauagefeftt* 3)a|ier würben 5Rad^tfifftge ober ^tt^ 
ädbter beffelben emft bo^ ermaf^nt. ^n^ würbe beßffalb ben Hx^^ 
lii^ beamteten befonbere Slufmerffamf eit gefc^enft. 3nt 3a|>re 1675 
wollte man offenfunbigen aSeräd^tern, weld^e erft auf i^rem Xobbette 
Hi p. ^enbmat begehrten, e;^ nur bann jugefhi^n; wenn bei ber 
iBorbereitung außer ben älngefiorigen nod^ 9{ad^barn ober, wo mög«» 
lid^; nod^ tin anberer ®eiflli(|er jugejogen Wärben uub bie ^onb^ 
lung nad^ ^e^nlid^feit einer ßird^enbuße gefc^el^e CA. 313« 329. 449. 
538. 612. 640. B. 388. 519 f. 536). — S)a^er wurbe aud^ ®oU 
d^en, bie in bie grembe gingen, auf 33ege|>ren ^n ätufftti^ x^tt$ 
oftern 9IbenbmaI<^®enu{fea unb ber i^ierburd^ jugleid^ beglaubigten 
.(Sonfeffion gegeben, t»it fd^on am 8. Jlugufl 1595 gef^a|> (V. 1019. 
vm. 5. 13). 

$. 175. Die 3a^I ber ßommunicanten wirb für ba^ 3aj>r 
1780 auf 17734 $erfonen angegeben, nfimlid^ ju ben iBärffißem 
10611, ju ©t. «at^arinen 1494, au ©t, $eter 2401, au ®t ^ 
Mai 960, |u Dreifönig 2267 (J. 274). — ©i« a« bem ^a^tt 
1790 bewegte ji(^ bie ßa^ ja^rltc^ a^^ifd^en 13000 unb 17000 
(fiefie bie ^rotofoJIe am B6)ln^ ber genannten Safere). MU eine 
3Rerfwürbigf eit wirb angeführt, baß am i* Slböent 1745 a« ^^ 
S5arfößern 1017 unb au Dreiföntg 306 ©enießenbe gewefen feien 
(G. 386). — 3m Sia^vt 1824 war bie ©efammtaa^I 7900 (K, 802); 
i>i^ an bad 3af!r 1848 mod^te jie über 5000 betragen. SBon ben 
früheren S^^W^ *>ö^f*^ ^UMi^t Joiel abaured^nen feyn, wenn man 
bebenf t, baß in ia^lxn^ befud^ten ®eid^ten bie SKenge me^r gefd^fiftt, 
al^ geaa^U werben tonnte unb lieber au t)iel, aU au wenig geredp«" 
net wurbe, wegen be« erforberlid^en SOßein« C§. I70)v — fertttr 



\ 



— 154 — 

:»!!# man m ^infti^t in goingctt ä^i in neuerer 3ett^Acttfe«^ 
.^>af ejebem »tele ^erfoncn ifter, fogar 4 3»al jiÄ^rKc^, an beul Jttenb-^ 
mal ^tü na'^tn, tt)ä^renb je^t foutn din Wlal; enblit^ bag bte 
AOgeot^ne €ttte ttaifitgte , . uDo^renb e^ je$t l&ei SBeUem me^r ©oci^e 
^c^ freien Sntfc^Iuffed tft: l^terbsrd^ wirb ber Unterfc^ieb mnU 
jer. grelL 

. $i 176» jDie Spcnbung bc^ ^. aibertbmatt im ^au fc fatin 
tntmcUx tin Sttanit ober ©efunbe gefd^i^en. 2)ie alteren Drbnungen 
ber reformirten ßird^e t>er]&oten fte gerobe^n. SSermittelhb forbern 
anbere, bag an bem ^aud^9benbntal (^rit)ati'Si)mninnton> n)e^ 
ntflPm« meliere ^erfonen Slntjfeil. nehmen muffen (»id^ttr Äir-^ 
d^enr* §. 243}. 2)en legieren ©runbfa^^ n)0 er au^ffll^r^T i^^ 
^idigt «u^ bie Ittt|ierif(^e ^rci^e. VL^htx^axapt muf man unterfc^ei^ 
ben^erfonen^ bie burc^ ^anfi^ett; SUter'ober anbere giltige ©raube 
))on bem Air^enBefu^^ aige^alten ftnb, nnb foli^e, bie ou^ ^ner 
anbem unj^altb^ren Urfad^e ba^ ^auH^^SKenbmal begei^ren* ~ 9tit^ 
ler C386) gibt^ aU ungefafn: tion bem ^afire 1643, bie ^Kction 
kä ben hänfen// bo^ meipr ainnteifung be^ gonjen Sßerfa^ren^^ aU 
Sormular. 9(m 12* ^firg 1695 »urbe gefragt^ ob man iki ^an^ 
Un bad getDo^nti^ie Sknbmal^ormular gebrand^en foäe. (E^.tt>in:be 
UlUH, bat wegen Serfci^iebeni^it ber gÄtte eine beflimmte gorm 
ni^t etngei^alten n>erben Unnt, fonbern nac^ Umßfinben t)erfai^ren 
»erben müjfe (T. 1039). — 2)ie früffem Sgenben, t>on 1565 avt^p 
genommen ^ entj^atten ni^ti barüber; erfl tn ben wn 1644 unb^ 
nad^bem 1674 eine Reine $(enberung bamit borgenommen «oor (B. 
398 fO/ t)on 1688 finbet jid^ ein gormular be^ ^an^^abenbmale«, 
|(ip gtetd^toutenb mit bem für ba^ JffentK<j^e. 3«^ aSerfefiung bef* 
f^n Ufinitn (id^ befonbere fteinere ätenbmaWSerät^fd^aften in ben 
J&änben ber.®eifKid^en, bei beren a:obc jleobgeliefert »erben muffen. 
a742 gab e^ berfelben 15^ »ox)on jioo^ 1736 eine an ben ?5farrer 
v|tt ©utieuten abgegeben »orben »ar CG. 256>. — 2>ie ^oflien ba^^ 
|u n)itrben ben ®eifilid^en flet^ geliefert, bagegen nic^t ber SBein, 
Aoeit biefer ben Hrmen »on ^a^haxn unb SBirt^en jn biefem Öe«^ 
i^wfe gern abgegeben tourbe ; öfter brad^ten ifyn antfy bie ®eip(i<^en 
mit 2)affer entfd^Iog ^ im 2)cc. 1844 ber firi^Iic^e ©emeinbcwr:^ 
:flanb,^ auf JBegef^ren ben SBein au biefem 3»«Äe gu tiefem (M. 9>. 
S. 177.. aw 1675 ein mit Äreb^teiben Cw<^^tfd^eittlid^ im ®e>^ 
fi^O beffafteter SWann baö Slbenbmal im ^aufe be^f^rte, »urbe für 
«tti ge^en^ i^m ba^ Srot in bie ^anb ju geben, benSBcin aber 
fntn^er mit mm Coffel einaufföfcn, ober fld^ baju eine« eigenen 



— i&5 — 

Stitift^iin Uiitnnif t>ot$ibr ober bu Slntoefenben darüber ju ^tx* 
pnbiBm <B.: 47& 0« 3m Kogitfl 1702 ttHtrbt tin ^aui^K>tn\>^ 
mal vtm^i^, t^ feine (t^dMu^ye Urfm^e ^or^ben «9irr (1>. 395). 
3m ^SRaif I72ä tottb iHier . t<s^ ^anfemäifenbrnal dne^ J^umt^r 
torgei? Suffmamted ' im .®afl^aitfe }mn @(j^tt>an fcafiter, d^ tixoa^ 
Ungw4|inUc^e*> ;.'b«ttl^rt CVüL 73. — 3m ©ec 1725 wtx* gum 
tx^ ^ük MntM ^UiQ.®tiuribni mit ©eneffmigung Ui 9tat^ 
>ai^ '^cobmol li^H^auff gereu^t^ ^kamit tfun^ einem ibi^f^er soon ber 
ffit^ JEiisefoii^ten (@e))aratt{ien) ber Ueiergang erteid^ert wtrU. 
Sl^mv\0ßl^tm Ziffer ^Slrt fonnie e^ 1728.^ obgteid^ er taju auf fei^ 
nem QHtitUttt gi»teigt n>är^ ni^t eü^tiit vottUn, tDtil et 
ni^t mel^ p. fid(flingen S)ermod^te (F* 68. 393* 395. 400.. 437. 
6lf f>^ ^ 3m 3ttl1^ i7d6 B^f<$a|i ^^ fonberbore^ ^au^^SlbenbrnoI 
etner ®ti^1xmiUn, teren e&gennirgeltem SSßo^ne man na^gegeben 
)tt JfaUn f4^eim, fo rodiJfxfy au^ ber lurjen (Ei^jafftnng fc^Iiffen 
I4it CF. 10483* r-- 1672 tomrbe bef^Ioffen, bof nad^ einem ert|ieit 
ietr ^ran{enfS(betü)mal ber itronfe att(| 9|ine (efonbete fCufforbernng 
nod^ ferner bcftul^t »erben fotte. CB- 262 f). — 1673 gefö^ie^t Uv 
Xo^fieit einea^ Sofflentroger^ (Sm>ä|inmtg^ tt)el(]^er; unbegtpeifelt (tb^ 
^tlid^^ iit berjiSSä^e einer {ranfien ^rou nnb m^renb i^red ^Un^ 
mßU iii^ Zvf>mmt gefd^Iogen j^obe (B. 3223. 

$^ 176. SQ3a$rmb. ber nnglMid^en ^efigeil ^m 1665 tmb 
1666 muften f^^l bi^ hänfen in ber @tiaJ)t^ otd in ^m [ogf-^ 
^annlen ^eßilen)<!^imfe Cdnem ^til be^ jie^igen Sn:be{fermig<fKttt^ 
fe^3 miifc bem. {^^ Slbenbrnole loerfd^en n)erben. 3f»ax toniAt Snbe 
1666. em nener Pfarrer ^ //«ac^ «Item Sefc^ujfe'^, aW eigentli^l^er 
^^.ii^>.farrer CPestilenüariuB, wrgl. Ser^ner IL 2,39) ernannt 
ku Mi^a (A^^ toet^er ber tt>a(l^fenben 3^$t ber ^flfranfen bo^ 
tiUlft gemgt ^fiitte^ felbfi auf onbere äSeife erfranfte, n>urben füx bie 
T^an^friinlen p Sa^fenipaufen bie Reiben bortigen ^rebiger aimt^ 
^btby bagegm für bie jit granifort ffimmtUd^ bafetbjl befinblit^e 
9J?|biger,.. ^txrQttvi^tn i»firbc.> Beflimmt. 3)a^ ^fi^au^ fclft« Wr 
jlüngfte . f ber W bcffctt Ser|>t»berung ber gnjeitjfltigfle öerfei>ett. 3* 
biefem ^ej^ufe kDurben pm ben Pflegern be^ Silmofentaflen^ (itn 
Äaften^erren3 ^rjneiticl&e »erwafirungdmittel C|5rafert)atibe/ Antido^ta) 
i)erlangt unb gegeben. Hvs^ 9täud^ertt)erf ge^rte baau CA. 426. 
433 f. 511— 513. 575. 6473* — 2)od^ f^eitten (äinaelne iufy ntd^t 
gern ber Oefafir au«g«fe$t gu fiaben CA. 410 f. 429 f. 431. 435 f. 
4423. 



.' 1 1 



— 156 — 

§. 179. SRit ber Säd^tt müm ^. ä^enbmat ^115 btr f^ 
genannte fturd^enau^t aufammen^ tDeli^ ba« i^ttflläl^e 8d6cn 4n @taat 
unb j^rd^e in Orbnnng tx^alttn foSte. S^ lag in bem Skfen^ ja 
fd^cn in bem ttrf*))runge ber 9lef otmatton ^ ba^ fie ber Hef g«fitnfe# 
nen cffenüi(|ien 3uc^t nnb ©itte in fel^r emfier unb ffringer SBeife 
tti gei^Ii(^en unb onbern ^erfonen aufjuf^Ifen hzm&^t ti>(nr. S)ain 
bienten SRaaf regeln ber Sud^mSenfur^ SHx^vnpoliiii miUv etgent» 
Itd^en StixifytniiUfyt ©nige Srud^ftflde biefer Sbt m^en |^r 8lauin 
ftnben. Uebrigen^ fonnten wllftmii^m ÜRittfietlungm nU^t mtt^ 
^M^i 93eiträge gur @üttn^ unb i93ilbungd (<EuItur>®ef($id^te ber 
frühem 3cit Hefem. — Sie ©fid^en^Senfur fottte ober bie (gr^^ 
l^oUung ber feftgeßeKten ))roteflant{f(i^eu @runbf&tc toa^tn mtb bir^ 
felben gegen leichtfertige Slngtife f^ä^en. jDod^ gilrg ftethf^ bt^ 
toeiten mittv. Stm 26. gebr. 1678 Kagte ba^ !&Knifleriuni in ti^ 
ner t)on @))ener entn>orfenen @(^ri^ fiber^ni^altungbe^ jDfud(^ 
be^ t)on @))ener i^erau^gegebenen S^uc^d: S)ad gdfllic^e fMefler^ 
tf^um Otter Ö^rijien (Vm. 91. 92). Ob f&nmÄi«^ aRCtgWebet 
be$ SRini^erium^ bamit eint)erftanben waren / ift febr iubejDi^eifelii^ 
benn Biftntxi Slui^tung fanb 2^<^ einerfeit^ Dtti^v^^MfaV; -aber 
au<fy t)iele ©egner^ fowoi^I maffrenb feinet ^ierfe^n« ^t^ nat^' feinem 
SQ3eggange unb nc^ ip&ttx; unb wenn aad^ jiene^ tiefgimdäl^ßd^e 
S3ttd^ oder geißlid^en |)errf4^aft. wiberfprod^^ ^0 (onntr e^- bbd^ bei 
©^)ener« etwa* breiter Cwie er fettflin Un /^mi^tn vktfa^nn )pct^ 
fjnlic^en Umfldnben feinet ?eben« anerfannte, ^ergl.'S. 54} «nb 
unbeftimmter 3(uabrud^weife^ ntanti^e bebenHid^e ffflifltoerfl&nbnifFe 
erregen. !Z)o^ f(^n>ieg man bem effrwurbigen unb ungei^ud^ft fronu 
nun SWanne gegenflber. — 2lm 14. 8lug. 1690 flagtin {ämmtU^ 
l^ieftge Sud^bruÄer über grofe Sefd^anfungen cvm. 93>- ©iefe 
röj^rten ^au^ptffid^Iid^ t)cn ben Umtrieben ber ^efuiten am f^lf^tli^eit 
^ofe l^er unb f^atten autgolge, ba^ ber fj^nfli|ierfo *lfi|iei«be®üd^ 
^onbel fi^ nac^ Seipjig jog^ wo er {td^ freier bewegen burftt. > (Sin 
faiferlid^er Sriaß gegen bie treffe ift unter bem 12. 3lo^. 1716 ge« 
brudEt CVnL 94). — am 24. ^m^ 1738 t)erorbnete ba6 ffonft* 
ftorium, m^ Slnlag einer j>on bem ^epgen Pfarrer 3. griebrid^ 
®tardE 2u®unjlen ))iettftifd^er |)au^jufammen{önfte l^erau^gegebenen 
©c^rift, baß feine gottei^getei^rte Slbfianblung oj^ne fein SSorwiffen 
unb feine ®enef>migung fotte gcbrudt werben CG. 79—81. VIII. 985. 
Slm 5. Dct. 1750 befd^werte fid^ iai 3Kinijierium in einem gebrodU 
ttn öffentlichen ©latte über ausfälle in ben ^itt erfc^einenben gele^r*^ 



— 157 — 

teil Sfnaeigeit Sbn 9« @e^t 1772 tm'rb ahmaaü ^axSbtt hti im 
9tat^e geflagt, tDeU^er nttfd^teb, ba§ eine befonbere Senfur itt got* 
Mgffe^tett <9egenfi&nbe. angeorbnet unb btefel(en bem SKttttfifrium 

fiBcTOiefm »crbm folltc CJ^ 72 f* 89—93. 95. Vm. 99— 106)* 
^0^ im SRara 1802 ragte ba^ aRmtfterium etne SDntdf^rtft euied 
f<btex SRitglttbet; bte gegen bte f^mioltftl^en Sä^er unb bte ^* 
@id^nft fe^^ imb e^ nvurbe t^m grffere Sbt^ut^amUit empfofilen CK. 
103 0« — S3te( feiler nod^ bef(j^n)erte man ^ aber onftöf ige ®te(o 
Ten in effenÄi(|en ®Idttem (X. 17). — SuSnbe 1772 »urbeüBer 
ben jütbtfd^en ßalenber eine Unterfud^ung angefleHt^ mo er gebrucft^ 
wtt ber SBerfaffer fe^^ unb ob er fc^on mel^rere ^a^xt |fter t)erfauft 
»erbe* herauf erfolgte ÖbnjiflortatSef^Iuf , ba§ bte 3lamm ber 
^rtfbCtd^en gefU unb Feiertage Cntc^t mit fpfttifd^er ober fd^im^ftic^er 
SSerbref^ung^ fonbem) mit ben unter un^ äbfid^en beutfd^en Senen«" 
nungen mit . l^ebräifcfien Settern gebrudt »oerben follten CJ. 94. 97. 
mgl. ©d^ubt jfib. SWerlm. n. mt^. 2, @. 240 f. IV. «bt^ 2, 
@. 853 f. »ergäf. femer XI. 148—204). 

%. 180. S>ie ^ird^en^oliaei umfaßte bie äSerl^ätung ober 
äbftelbmg Don Störungen ber Sonntag^^^eier unb ber SQSerftag^^ 
®otte^)^efe]^run^ fiber^aupt, fotrie in^befonbere Unorbnungen itif 
nerffatt .unb in ber «ä^e berÄird^en (SJergl. ^ierau XI. 117—147). 
— ®,egen bce <£nt|feingnng ber ©onn«« unb geiertage 
mad^te bo^aSiniflerittm l^äuftg^'SSorfidlungen bi^ in bie neuere 3Ht 
perob. gd fottte an ®onn^ unb gejitagen bie feierlid^e aiu^e unb 
®titk erffalten toerben, bie fo wof^It^nb i^ unb uuj&f^Iigen 2Ren* 
fd^en nitrfli^r jur (£rf!0lung.nnb frieblid^ freubigen ®fm&t|^^{Hmmung 
bient: SSBuxbe biefe^ aud^ nid^t bt^ jur beengenben ^orte getrieben^ 
n)ie in Snglonb^ fovjeid^net füd^ bod^ unfere @onntagd«Seier^ obglei^ 
in neuerer. 3^t bielfa^ beeinträd^tigt^ immer nod^ feffr gu ijprem 
aJortJeii; aiuö gegen ben- ewigen SSerftag Jenfeit« be^ Sll^eind. SW 
früjeflf: antrage be« SWinijierium^ l^ierauf ffnben ftd^ btebom.28*. 

Dcfc 1668 unb: 15. «UgUp 1672 CVIIL 118. 119. 184). auf 

leftteren erging reinf gebrudEter Äat$kfd^Iuf '-\M)m 20.. «ug. 1672., »o^, 
rin eittc^ ienfelbe«. ©egenjianb . betreff enben Sriajfe« bom 28. 3un|^^ 
1664 «rwfi^nung gef^ie^ , (Tin. 121). — Slm 19. ©ct. 1670 
njirb.ubcr bie «e^feltteinl^äufer gcHagt, toeld^e ©onntagiö bott 
imtt feyen, bie aöerlei Ueip^jigfeit trieben. 9 a:age barauf »urbe 
fog«^ ©ner bal^in. gebrad^t 8^ »erf^jred^en, er »oOc Sonntag« feti^. 
ncn Sle^)ferwein;mc]^r berjat)fen (B. 81. 86). — 3n bem gebrudften» 
jKal^d^lufe Jbont I9;;@f^t. I689rtt>irb ben ©a^^oftem: unb ^SBir^ 



— 158 — 

tfim aOer Stt tu ber @ta^t uiib auf bem ianU wäiottn^ anSorai^ 
ttttb 3<fltageii irgienb ^entcmben^ eu^ Stdfenbeii;. :ett)Ki0 gtt t)era&<r 
rri^en^ tt)oht cmf ben SSefd^Iut t^onr le. 3air. 168B Slrjn^^firom^ 
uiea wrb CVEff. I3ö)» — Sm 17. 91W). 1763 0cfa>t em. ««tt^ 
f^vi bic *^(ätg|fa(mitg brr @omi<^ unb Seßtage^ unb. baß bie 
SBtr^e )^l«; tosfebtdter 9{cul^mttta8^k®otte<)Mre|intng Um..&äp |u<^ 
Ia|[m föttc» («mrucrtt (Sottjijhr. £)rbii.;iooÄ 1774^ ©; 69). 2)cr 
gtf)rttdle Slat^fAIuß 9om 30; doiii l77&JoerHttrt SShifif ttnb Sloog 

CYHIL .15^). rr- Stm @onntage Miaericordias 172d ttnoAt :i/^blrt 

Äör^me^^eier »«riefen (VIIL 146). Dcrglei^en touxbi ncMxäf, 
auf er ber i\x fBotn^tim, Z>htxf unb 9!uberrab> aQd^. 9» ©a^^en^ 
l^fett; unb wn beit (Partnern 3 SBSo^tt t)or JDjhnt ^^^r bemSmb:^ 
krger S^oreV t^on;;bett Ladern am ^ßn^^^^tag tt^ iSHttwei^ 
auf ber.$ftng{h»itbe; unter anbern burti^ ben fogotaanten. SBcaCer« 
tonj^ »en ben 3){etgem am ^n^^fOlimoo^ auf kern ©ufleu^f^ 
))on ben iBte^l^trten unb ^elbf^u^en ebenfatt^ . am Piigfi^92itt»o# 
oti.bem ätft^erfiee (dnem mi^t ntei^r t^orffanbenen fleinen Zetd^ auf 
bem dnnmer^Ia^ an bem Wtai»ifx ^ammm%t)^ wob yttt bm 
Stf^em am 12. Slla9t>ot bem @^aumaini^ore mit g^^tf^i^ 
uab ®änferupfen gefeiert, vi^tibH.aitv ^fiigtt^t Üxminmi^f 
Sattfiereten^ gumdlen. ou^i ^btungen t>orftebtt:CSfr^ner L 1,472). 
attt^fitnri^wei^n auf bfin 2>kfem mürben bnoi^ gebriulteit ^l$^« 
fd^Iup JDrom 12. geÄr. 1771 »erboten (VHL 160> -^ am 18. 9toi* 
1672 »esn^anbte ftd^ ba^ SRiniftenum fir b<e iBorbierge^nymel^e 
{{$ besagten, bt| fte ben gaaii;)ett ®oi»itag;«3li{«rg£n iftaribtotot w^ 
te«; befetek^ am 4. »ug. 1680 (Tin. ii^* C. asi.;. i40)^ -- 
älii^ gegen b«n 2)tettfi »Ott (Sl^rifien bei 3ttben xtm Sabbat^ CoM 
®(|ab^ed«®0j[än> erhoben ft^ ©timmat attö ber @emritibe> mb um 
26« jDec 1675 bnrf^ j^ut 9lat$<l»erbot »om 23« SDecw fiinv jnge» 
lof^ iKTbett. ^^)a(feibe toar. fd^on 164:|. gefi^ei^en unbi«»febfr^oftfr 
fU|i 1680 unb idsa^ 3m ^un^ 1744 imirbe bie ; 3iilAf u»g tbemgi^ 
^ fd^r erfii^jert. ^enfo. 1767. CYm. U%^ Ai.112. 511« 528* 

a:ia47. .45«.. a. 827. H. 490«. eetUklter.J./l;561i ig^ubt j[i^ 

SB&ifc»* It gortfe*. n. 268. — IV. Swtfe^ It 859). r^ 6eit 
1816 l^ot ftd^ bot. SKimflerium »idfa^, boip >. mttnr in itnferc^ 
3eit^ befto erfolglofer, furSib^^Itung »an ®cnnia^@t(ruiige]i Otter 

Sri »envonbt CK. 853. 35& 384. 561. 595. 598^^608. 736 f. 
742. 745« 794. 795—798* 805. 829 f. 887. 839.^846). 

i.uSL. (Be^etf Uiiorbnun^en..itt:4tnl) a^^en Stiti^tt 



— 16& — 

f)>te4^m ftil^ bie gebruäun Stalf^^f^ilüffe t)om 28« 3>fc. 1718 m(b 
17» 980»* 1768. fraf«9 an« CVHL 80. 84). — mi am 17. S?W). 
1709 tvegett UifßMi^m ^e&jugtf tn ben 9lt Aetlcmbett^etn Düttf«« 
ffP gefeiert würbe, trat ixt ber Sarffifer Äird^e bei Seginn bcr 
Slbenbmal^getet ein Sd^mad^er^^efede, Don 9tteberrab gebärttg, an 
ben mtar unb rief: ^xtt \>ti Spzxvn SSort; ^ut Supe! 9ß{e trofft 
ft^ bei naiverer Unterfit^nng ertt)ie^, ba^ er ein ganj unfd^äbtid^ 
©i^warmer fey^ »el^er fcgar tut 5ia^x f^)ater in einem 3>tuä^tftc 
biefht iBorfoH felbft erja^lte unb ber @tabt ben Untergang noei^fagte/ 
fo gab bennod^ ber 9tat$ am 21* Slot), gebrndt feine üßi^biSigung 
3U erfennen unb n)amte bei 33er{ufi be^ 93&rgerreid^te^ unb ®tfyiil^i^ 
»or SBBieberpoömg a^nti^er Storgange CVm. 79. ?er«ner H. 2,22. 
23). — 81m l2.Dct. 1721 mu^e ein l^ieftgcr @(|>reiner, ber feinem 
@^n^ager in ber $eter^{ir<i^e mit einem ^Keffer einen ©d^nitt Ükx 
bo^ @eftd^t gegeben l^atte, öfjtntlic^e W>bittc t^un imb n>urbe ber 
©tabt j)erwicfett (Vm. 148—150* Ser^ner n. l. 718 f.) — 3m 
Dci. ,1750 untrbe Slage ilber Unfug ber^ugenb in iet Seiffrotten« 
fird^e; »Ott bem grfiulein t)on Älettenberg geführt (VIIL 8fl. 82)» -^ 
me am 14. 9ug. 1785 in ber 3>reifanig^^9tad^m{ttagd{ir(|e ber 
©dßlid^e gegen einen begangenen ^elbfrevel eiferte, erl^oben ft^ 
avoet Srouen, bie fid^ getroffen fuf^lten,. mit (eb^a^em ©efd^ret unto 
t)erurfa(|tett leiUie geringe äJerioirrung. : @ie tourben t>on bau dm^ 
ft^rium am 8. jDec.. au 4n>d(|ient(i(^er > ®ef&ngnißfhrafe ^ttnx^HU 

(VJXL 85*V?.86» Ji 451 f). 

S. 182. fBaä bie eigentliche ßird^enaud^t betrifft/ fo ioaix 
i^r 3»ctf, bie ÄffentKd^e 3ud^t unb ©ittfamfeit au bej^rbem unb 
bafiin. )u n>irfett, bo^ bent et>angelif<^en ©loitben im dffenöi^en unt 
^äu^t^en Seben d^xt gemad^t tt)ei^. £)b aber bie jur Srrei^ung 
biefe« 3»erfeö ergriffenen ÜKittet a^ecfmdpig n>aren ober fttr unfer« 
3eit ii^ nod^ tooren; oft über^ou^t. ein aber bo^ ganae S^nt bir 
(Sintelnen ^oon @eite ber .Sird^e ^ii^n^Ht^ u^eiin aud^ nur geifliget 
3^ang ftd^ genägenb red^tfertigen toffe, imt bie {lu^itbung Ut baau 
nit^'gen (BmaU in mand^en l^nb^n ni<$t ff^d^ft bA^enflid^^&re, 
ftnb anberc grogen* Unfere 3cit' |fal Me Ätr^enaud^ fap* glwta *«i 
feitigt, iamü aber aOerbingd' am|i man^e^ religijd ^tfi^m^^ftfi^' 
mittele fid^ begeben, toeld^e^ tomi^mt in äfterer ddi ^ül^mt^ 
äBirfung J^er9oibra(i)te unb bie mongetnbe ober mangeH^afte-^Klti^ 
tid^e Orbnung erfc$en ipalf. 

§• iJäa.; ©d^onam 2. ättära 1542 f atten bie ^r&bifanteh b^ 
btmi .Slati^if ang^ogony bap btm^ojler geftotettitnb bie Jt^eiauc^t 



— 160 — 

aufregt tt^alttn werben möge (Vffl. 106— 108)* — giti 9taX^t* 
fd^rug erneuerte We ^oßget^Ortnung t^oii 1597 (vni. 109). — 
(Sofronn tonvitn wn itm ^Slini^ttirm mtxotUv iti betoorfiel^enber 
Saften^ ober ^(bDent^jett ^ ober t>or Sdn^ta^tn, ober toenn ti fonfi 
notfftg fd^iett; antrage an ben 9tat^ gefleKt, bag er offettfIi4^ett 
Slegemtffen entgegen totrfen unb etngef^ilt^^ene Unge^irigfeiten U^ 
feittgen mJge. ©ergWd^en finben ft^ )oom StprÄ 1635,^* a»ai|> 
1660^ 21* aWa9 1661, 6* SKap, 26- 3un9, 30. Oet 1673, 13* 
gebr* 1677, 8. ÜRa9 unb 16. ?Rot>- 1680, 15. ?Rot>. 1681, 11* 
SJc^t). 1684, femer )[)on ben Saferen 1690, 1691, 1694, 6. %pnl 

1713 U. f. tt). (Vm. 110. 114—117. 122—127. 129—131. 13>. 

136—140. 142. 150. löl. 156). SBor^anbene 8lat|^^fc]^Wffe er^^ 
folgten i^icrauf am 9. äpril 1635 unb 15. 3ul9 1717, legterer ge^ 
brttdt (Vin. 111. 145. 146). — Ueber Ätrd^en^SJi^gtpttn , Äinber-^ 
ifxi^t u. bgt n^ar fd^on am 24. Slug. 1665 etne gebmdte Serorb«' 
nung erlaffen »orben (vm. 78). — ©i^ioeiten faßten bie Sorfiefc 
lungen be< 9)iintfter{um^ unb bte Sefc^Iuffe Ui dtat^ ganj ob^ 
fonbrrlu|fe @egenf}änbe tn ba^ S(uge. @o gefd^ am 12. Januar 
1646 ein Antrag oufSlbpeffung ber ©dpüttenfai^rten, femer ju ©pe* 
ner^ 3ett auf abftedung be^ SBädertanjed CS« 180), unb a^fc^en 
beu 3a;^ren 1748 unb 1761 etne 3Injetge entbecfter unnotürlid^er 
fiafter i» einer gen^tffen ©tabt (vm. 112. ,113. 132. 166). — Dber 
ber 9tat^ äu^te fk^ ben 7« jDec. 1680 mipttttgenb gegen UtppiQ* 
fett unb «^offafirt bei ^od^jetten, ßtnbtaufen, Setc^mbegängniffen 
(Vjn. 128); am 31. SRara 1688 gegm ben Unfug bei bem ®efer' 
lenntad^en einiger ^anbkoerfe burd^ läd^erlic^e ißad^a^mung t>on ^xu 
bigt, Si:aufe. unb ^eid^te Qierfibet fanb ein ©d^riftn>ed^fe{ itoi^cn 
beut l^iefiaen unb «ugi^burger SWtniflerium ©tatt, vm. 37*. 133 ? ^ 
lUt)iiam 27. äug* 1711 gegen bm Unfug bei offentHd^en geter*^ 
lid^feiten, am 15. 3^19 1717 gegen Uebermutf^ id bem bamaligen 
!i:^rfenfriege (YHL 141. 145. 147); Joerbot am I9.3an. 1734 unb 
21* San. 1747 SWummereien atter 2lrt (Vm. 152— 155), unb Nim 
7* 3Mtt9 1764 bie offentßd^m ^Htcttitn für ba^ fogmannte S&mm^ 
dj^nfdf^ßetv ba^ 3lm^^t^^it^m, it t^ii er ben äuftoanb bei fird^ 
(td^en gamilienfeierltd^feiten auf bem Sonbe burc^ einen 93ef(^(uf' 
»om 7* 3un9 1774 gu bef^ranfen fud^e (Vin. 157. J. 464. (£r* 
neuerte ßonjtflor. Orbn. ^ott 1774, ©♦ 87). — Diefe SBerorbnungen 
voaren meifl gebrudEt, »urben auf ber Sauget loerlefen unb ftnb beßl^alb f>it 
auf bie ettt)d abl^nben gefommenm M ben SIcten be4 SRinißeriumd« 
S« 184» ©om'et sp^on . ben oSgemeinen SKaapregeln gur (Sx^ 



— 161 -- 

tuns ^^v RixifytniVi^t: bie tefonbern lagen t^dU btm ©ntbamte 
Ci* 116. ^nmOf tffeil^ im aRmifiedum oK ä3te(e mtt^titmitn 
bed erjiern an bo^ leitete liegen )oor^ metfl aber ©efd^ted^t^ffinben 
(vm 161— 184). — Da« SKtnipettum füitte, wie bittia, nie eine 
^efugni^ <3trafe au t}er^angen/ mtö)t einjtg bem Senbamte jufom. 
SKer bie iBer))fIi(fitung ber geifllid^n Stuge unb (Srma|^nung n)ar 
i)^m auferlegt^ unb bie ^rotofoUe ftnb bi« ju äinfang ber gtDeiten 
^alfte be« moorigen 3a^rpunbert« angefaßt mit ber älbferHgung ^cx» 
getabener $erfonen. Senn !{)iefe« aud^ feit 1728 bem neu errid^^ 
Mm Sonftfiorium guftel^ fo t)erging bod^ immer no(^ einige 3eit/ 
bi« älUe« in ba« rid^tige ©eleife fam. 3m Sanuar 1743 beHagte 
fi^ @enior Saltl^er in einer Eingabe an ben. dtai^ über ba« 
einrei^enbe @ittent)erberben/ tt^eld^e« befonbere ))erfontid^e SDSarnungen 
unb Slügen not^tioenbig maäft. (Sine fpl(|)e in ben regelmäßigen 
3ufammenfünfien be« SKiniflerium« C(Son)oent3 t>or juneffmen , n>ie 
epemal«, bürfe nid^t mel^r gefd^efieu; inbem ba« Sonjtjiorittm £)iefe« 
fd^on )oor geraumer ßnt aufgu^eben beliebt l^abe. Z)agegen fep ba< 
Sonftfiorium mit ©ef^äften anberer älrt gu fe^r äberjf&uft« 2)ie 3 
g^ißlid^en ^eiftßer fennten nur iffre Seid^tfinber genauer^ bie aUf 
bem n)enig ober nid^t. ^Rand^e ber SSorgelabenen erfc^tenen nid^t 
ptx^Mi^, fonbern ließen \i^ burd^ i^re Sachwalter i>ertreten. 
SQSoQten bagegen bie 93ei(^t)oäter in ifyxtvx ^aufe ftd^ mit ben ^t^^ 
lenben gang aMn befpred^en, fo eri^ielten {ie oft bie grobe Slnt^ 
koort: fte l^ätten nic^t« Ui i^nm gu t^um (Sr CSSalt^er) fleUe e« 
ba^er ber oberbif4fofIi^en ^e^orbe an^eim^ einen SBeg an^ugeigen, 
auf xctU^tm er feine fd^riftliif^ übernommenen Slmt«*)){I{4^ten getoiffen« 
l^aft erfüllen fonne (X. 230}. — 2)a« eingig »irffame ©trafmittel 
be« aSiniflerium«; iii an^ biefe« soöKig auf lai Sonft^rium über^« 
ging; xoax in fd^n)eren gaffen bie älnbropung ber älu^fd^lief ung t>om 
^. Slbenbmale, beffen öftere geier fowo^l bie @itH, aU bie bürgere 
li^e (&^xc em^)faffL über bei ber in ber gleiten Hälfte be« 18* ^a^x* 
{funbert« (leigenben religiofen ©leid^giltigfeit )>erlor aud^ biefe« 
SRittel an einbringlid^er firaft, unb ber leftte ©d^atten t>ott Äiri» 
c^engud^t gog ftd^ unter bie ©erid^t^borfeit be« Sonporium«. £)a« 
äuf^ren biefer Sorlabungen fonnte in anberer i>in^^t bem SWi^ 
nifiterium nur ertounfd^t feyu/ inbem e« baburd^ mancher SSerlegen^ 
i^eit unb SBervoiäelung überhoben voarb^ gumal ba fte meifl nur auf 
bie mittkxn unb niebern SSolf^fiaffen antoenbbar »aren^ unb t)iele 
SBerbrießlid^feiten barau« entjianbem : 

S. 185. Wi. ber tirc^enguc^t untren au^ bie SS^egte^ungen gu 

.11 - 



— 162 — 

im Z^tattx t)erbünben. SSon ber ©ittenflretige \>tx älUttn SHt 
Youxitn (S^an^UU ffti? nacjjit^eifig angefeuert. S^on fe^t frfif^^ 
toftgi j)ot: ber SHeformaHon, würben S^aufpiefer, JCänaer «. bcrgf» 
Wel^e ft(| ber Unterf^attung ber fd^ouIujKgen SWenge wibmeten/ nid^t 
jur S:aufe unb fomtt aviä) ntd^t gu bem ®enuffe beö ^. ^UntmaUi 
jugriaffen, fo lange fie nämli^ bie SlWubung t^rer «unfl ni^t auf* 
gaben C^u^n^i YU. 92. 131 f. Vni. fi25* IX. 888 fj. Wur bie 
M^weilige Slnffü^rung WMtftJet: ®ef(3^i^ten, öorjugti^ nm Safhia(|>^ 
entwebet burd; bte ©d^uljugenb ober bie Oefetten etneö |)attbwerfö^ 
auf einem offentltc^en ^tafte, m^t wegen ber SRenge i^nbelüber 
^erfonen ntei^r aW SSoIf^feji gelten fonnte, war beliebt unb gebulbet* 
©ie fonflige Sttneigunä bet ^rotejianten gegen ©(^iiufipiele laj loöt?* 
iflglid^ in ter ernfler geworbenen pttttc^en Sefcen^anjid^t üWan mo^tt 
för(j^ten, baß öergteid^en Sßergnügungen einen romanhaften ©ebanfen» 
fd^wung weden^ unb bie oft benfi^te i^eibnifc^e^abeffe^re auc^ ^efb« 
ttif^en ©itttt beförbern fonnten^ 3« ^^ fortwä^renben 5Rot^ ffner 
SHten, Balb butci^ blutige 3 ^pötungöfriege , balb t>\xx^ ^>epartige 
ftnmfj^eiten/ glaubte man fid^ ju ^oerffinbigeti, wenn man fti^ ju t)ieC 
jerflreuenben IBergnögungett l^ingebe. Da^ neuere SC^eater felbp wox 
ttb(^ in feinet Äiirtfieit: e^ ntangette an guten ©tfitfen; Solttbe* 
IttfHgttng butl^ iJoffenfjjiete unb ben beliebten ^an^wurfl, wetd^er 
et^ gegen bie 9)litte be« moorigen 3a^ri^unbert6 t)on ber SMf^ne t>er«^ 
fd^wanb, (bo^ j^etgL §. 189) gaben bem Sweater noc^ tint fel^ 
niebrige ©teffuftg. äu«^ Me IBefc^öffenfieit be^ barfleOenben ^^0^ 
naU, wel(j^e«gto§tttt ^S^I^Cfö au« ?euten aufamntengefeftt war, We 
feltener )oon »t^^oft fünjiterift^em ©erufe getrieben, meijl nur bie* 
fen ©eraf ge»Äj|ft i^atten, weit fte jxir feinen anbem ^Jaften mi 
ein ungebunbenei^^Seben ^orjogen, trug einen SC^eil ber S^uft* 3tt 
aSeutfd^lonb fonnte ba« S:i^eater nur langfam gu einer Ä^miffanflaft 
fieranreifen.; erji i>on granfreid^, wo e« fd^on im 17. 3fla^^ftbett 
blökte, t>erbreitete fi<^ aHmälig ber ®ef(|maÄ an bemfelben. 3»et 
©eifilicj^feit unb SJolf bei un« befjielten lange eine »Kneigung gegen 
baöfelbe* J^ierau* I8f t jit^ ba« fortgefeftte SQBfberflreben ber i^ieflgrt 
©eifilid^f eit begreifen, guerp ftberf>au!pt gegen bie 3ulaffung berw4^ 
renb ber 9J?effe ober gu anberer 3eit Jfier »orfibergef^mben «ufffi^ 
rung »on S^aufpielen, bann gegen bie grbauung eine^ jlänbigen 
64)aufpielf>aufe«, gule^t gegen äufffif^rungen am ©onntage. <£ben 
ba^in gehört bie Serweigerung be6 ^. äibenbmaleö an @(i^auf?>ierer. 
(iin eingelner SJorfatt, ber aW Hn fd^mad^botler angriff auf bo« 
ßut^ett^um angcfejien werben mn^U, fleigerte unb unterlieft ben 
Unwillen gar lange. 



— 163 ~ 

%. ise. 3tt im ?!»efffn, bei Ärünmigen unb ä^nli^er ®e- 
{egenf^'t fanden {tc^ gmdffnltd^ wanbem^e €^attf))teler^®cfe((f^aften 
eilt, bte ffirjere obet längere 3rit SSorfidlttngett gabett* Sei ber Hn^ 
»efmffeit *e« franjdjtf^en ^eere6 im ^ebenjaffrigen Äriege fel^fte 
e« aud^ ni(fyt an einer franjöjtfi^ett ®efeaft|aft, beren a;rei6en ®5t|e 
(tlit6 meinem Men* 2)i^tung nnb Sffiaf^r^eit (gtper 2:je{L SritM 
®u^); fo anjiejenb $ef(^reibt ©egen bie uni[)ermeibW(^e Slnwefett* 
l^eit fold^er. ®efeaf^aften fonnte natfirlid^ ba« SKmijierium ntcffta 
ou^rtd^ten; beflo eifriger wirft« e^, »o fie Dermift>en ttjerben lonnte» 
am 9* 3Ä5rj 1687 feefd^Ioß e^ mit ben ©d^olard^en ju reben wegen 
berSomobien in Wnftiger STOeffe (C. 401 f). SWatff^f^Wffe t)om 24. SWära, 
2©* u* 26»S[j)riI, 3* 9Kai u* l6,Slug* 1698 ergingen gegen bic3ulajfung 
(Vni. 23* H. 23 f)» J>a^er wirb am 26. tl^riC 1716 geflagt, bag 
beffen ungead^tet anf bem fRt^maxU m (Scm6bien|fau^ gebaut wor>^ 
ben fep (TS. 294) ♦ lieber bie Sulaffungöfä^igleit« würben in t>er* 
fij^tebenett 3^^^ einzelne ®tttac|ten aufgearbeitet, in weld^en fid^ Je 
f^iÄkr, befto mel^r fe(>r biOtge unb öorurt^eiWfreie Änffd^ten fittbtn 
Gvnr. 24. 25. 33). Z)t>x!^ Waren e^ nod^ i^ereinjelte <Stimmtn, 
butc^ wetd^e in ber ^du^tfad^e ttid^tö geänbert würbe. SfUd^ war 
bie 9leigung für ©d^auf^tele nod[i lange 3«it SSorjug^weife Sad^e 
ber gebilbeteren unb reid^em SBoß^flaffe, unb man burfie bte 2lb* 
neigung ber mittleren ünb niebern nid^t ou« ben Slugen 'soertieren. 
3n bem 3a^re 1697 unb 1698 war, wegen Ui Verbote* fiier, ju 
Södfenfieim tin X^atn enid^tet, welche« ju befuc^en ^at aud^ »er^ 
botett ti^ar, bed^ lef^rlen ftd^ asiele nid^t baran. ©aj^er würben am 
ts. 3^nuar 1697 unb ii. 5K49 1698 t)ctt bem aRinifterium be^ 
fd|ftoffett, bei jieber @etegen]^it Jnr 9?ad^ad^tung biefe^ ^Serbeteö ju 
ermuntern 03. 208. 258 f> Mm 22. ^mf 1698 würbe abermäW 
Atage aber ben ungefd^euten SBefud^ be^ 2:^ater^ gefäi^rt unb bie 
a«iß«ung eine^ gewiffcn 9Watmed (fc^eint feiner t)on benÄIeincn 
ö^oefen gu fe^n, fonfl |^tte man Wc^it ni<fyi fo fättbertidji mit x^m 
^t^^^xtn^ befprod^enV ''bä§ e^ ©d^abe fe^, bag fold^e Setaibien 
ni<!^t fn ber SarfÖfer Äird^e gel^often worWn fe^en/ maa^en fül^e mt^t 
(Srbauung fiJnttten juSBege bringen, aW bie ^rebigten/* (D. 26» fO "••)* 

*) Unn>in!u5tli(^ toixh man an ©otjed SBorte in feinem gduft erinnert: 
' ' > SSBagner: • -^ " - 

3* l<ib' e^ Wer« tä^en ^ei^y 
^in (SomAiant.fösntja^ed^^farrer Ic^e»; 

3a, wenn ber ^fdrtcr. ein (Äoniiibiant {% 
a^ J)ad tfeiih V»e^t Jtt ä^itl^n *!(rtttmeÄ Wg/' ' 

11* 



— 164 — 

9Äan fielet; t>cr aWann ging t^ötttg rabifal unb für jene Seit fe^r 
lüj^tt jtt aaSerf, t>cwe(^feltc aber ben 33egriff einer Äuttfianfltttt^ be«« 
XJeater^, weld^e auf bte SBefriebigung be^ ©d^Jnf^eiWjtntte« unb bte 
Erregung eine^ reinen SBo^IgefaKen^ beretfinet ifl, aber nii^t Sßor* 
jug^weife um religiös fitöid^e ©nbrfide ^eröor gubringen , mit bem 
SBegriff einer reK^W jittlicj^en erbauung^anjiaft, ber mxi^t. di 
^tint, er beburfie ber legteren nici^t unb ^ttt ffe gern in bie erjlere 
t>ern>anbelt 

§. 187. Unter biefen Umflänben ifi begreiff«i^ , tt)ef f^att bo« 
SRinijlerium nod^ tütit na^brudli(i^er gegen bie beabjtd^tigte Sr*» 
bauung eine« jianbigen @d;aufpiel]^aufe« eiferte^ wogegen e*. 
am 23. a»av 1751 Hnc @^rift eingab, in ml^tv e« ftc^ auf bie 
bereit* erwähnten 3lat|>«[^lüffe t)on 1698 berief (Vni. 23. H. 
18—22). Sbenba^felbe g>fd^a|> am 24. 9lojo. 1766, tt)orauf ber 
Sttat^ antwortete, e* fe^ jur 3rtt no^ niä^t^ befd^toffen (Till. 26— 
28. iL 462—4663. 3m gebr» 1768 t»urbe t)on a(^tbaren ^erfoi» 
nen m^ bem SRittelfianbe, einen bürger(i(l^en 6a*))itän an ber ®))i$e, 
qbecmaW m^ Singabe bagegen gemalt (VHI. 34). 2luf eine ^pättvt 
®emüi^ung ;be^ aWinifterium^ t>om 5. Slot). 1774 t>erfügte ber Slati^«^ 
f^Iug tHHn 8. SRo».. ganj einfad^ bie SBeifeitlegung gu bcn Slcteii 
CJ. 139t— 142). .5fet(^ mi\i^ erfolgter Srbauung eine* fkättbigeu 
(3(]^uf^iet^ufe* eri^ob fx^ ba* Wni^mnm inm legten ^Sale am 
8. 3un9 1791 ^flcn ©^auf^iek am Sonntage; e* tpurbe aber am 
16. 3un!pi ftreng unb brof^enb abgewiefen (vm. 35. J. 676— 682)» 

8. 188* Ära; 23. ©ept; 1748 fragte ber ^err ©urgfrmeifler 
an/ ttoarum ^f. ^. ben (Somobianten auf i^r Verlangen ni^t 
ba* |f*. äbenbn^at reiben wotte. 2)a* ganje ^})2iniflerium er«» 
Harte: Wemanb <ta$ feiner SWitte »erbe e* tfiun, totit fte eine fuub* 
t\ä)t ^rofeffiott trieben unb nid^t bat)Ott abjulajfen gebä^l^ten CG* 
537. »ergl. §. 185). 2)ie ©4au»[^)ieler würben l^ietauf an bie 
^arrrf SBorn^eim gewiefen. 3eb0(]^ im 3Ka9 1751 erf^ienen bie 
(ttiwefettben @<]^ufpte|[er Si>on ber ©d^udfifiett ©efedfc^aft mit einem 
S3efel^I be* älteren ^errn 33örgermeifier* unb be* |)erm Sonjijloriot 
S>ireftor« Cni^t )^e* ßonfijiorium*) 100m 1. SWa^, baf man if^nen 
ba* f>. Slbenbmat im ^aufe reid^en fotte. 3« ^Ui^n 3Beife war e* 
i^nen 1748 gu 35ornf>eim gereid^t worben, jeboc^ ol^ne ba^ e* gur 
Äenntniß be* aWiniflerium* gefommen war. 2)a nun ber bamalige 
Pfarrer gu S3orn|!eim nnterbeffen in bie Stabt berufen worben, unb 
^it @^aufj)ieler, in ber Erwartung, gerabe biefer fönne e* am SBe* 
nigjien t)erweißertt, . an i^n gewiefeu waren, fo gab e* baruber große 



— 165 — 

©ewegung unter bem aWmtflen'um; e« »iberfeftte fiä) fd^Icd^itcvbfnflö 
ber äu^fül^rung an^ ©rünben, bte t)Ott ber Slnfid^t auögüigen, 
tt)dd^e man bamaW nod^ tjon ©d^aufptel unb ©d^aufijtelern f>atte. 
J)te geretjtm ©d^aufpfeter erflarten btef für btgott (H. 13— 24)* 
3)a^ tt)ar e^ nun tt)o]^t wd^t, weit e^ ft(^ auf fetnen Ofau* 
len^faft Pü$te, aber fef>r jireng unb Befc^ränft Woi^ tfl ein 
gebrucfte^ //Setd^rtefenntnt§ eme^ d^rtfltti^en ßomöbianten bei 
Serfagung ber öffentlid^en C?) Sommunion tJor^anben,// »ie fid^ t)on 
einem ©c^öngeifl erwarten läßt, in SBerfen mä) aKgemeinen religiös 
fen ®ruttbfa^ett abgefaßt* Sefonberö! anfprec^enb ifi bie ©(^iluß* 
flro!p^e: //@^ foO niemaW mein ©tanb mir in bem SBege flef>en, 
ben ^ab, ben unö bein SBort unb Singer jeigt, gu gef^n* ^6)YoiU 
bei meinem Z^un,^ i^ mü auf meinen Steifen üDit^, o|)err3rtaot^, 
ftet^ in bem J£)erjen ^)reifen// u* f/tt>» 35o(i^ t)ergift ber ^Bußfertige 
in ber »Orienten ©tropfte be^ ^/^affen// nic^t, .ber if^m bie Süße 
»erbiete CVm. 36* ^ ^xitit barüber 36 f). 

§♦ 189* 2)a^ größte Sluffe^en machte ein 33orfatt mit bem 
^rmain^ifd^en ©cffaufpietDireftor Saron 3ofe^>^ t)on Aura, ^^^ 
nad^ einer fe^r unfaubern Srjä^Iung in aWeißner^ ©Kjgen, mi6)t 
aber auf einer ttjai^ren Gegebenheit rul^en fott, ba^ befonbere JBer^ 
trauen feinet ^nxn genoß* 21W jener namlid^ mit feiner ®efett^ 
fd^aft im ^erbjie 1767 einige 3^it l^ier f^ielte, iffinbigtc er, wo^ 
tti^t ganj abfid^t^Io^, auf bem f^ttJüIfiigen SC^eaterjettel bie 2)ar*^ 
fiettung //be^ (afierboßen ?ebenö unb erfdj^redtlic^en Snbe^ be^ miU 
beräumten unb jebermänniglidj^ bekannten grjgauberer^ . Doctoris 
JoannisFausti, ^rofefforö ber a:^eoIogie juäSittenberg/ att**i 



©d^neegan^in feiner i^iftor. iopo^x. 55ef(i^reibung ber @tat>t Äreuj* 
nac^, 1839, (©♦ 185—189} cr^^i^It t>on einem 3o5anne^ ®eorgr @abel* 
Xicu^ Sau^, ber tt>a$rf(^ein(i(^ ben @toff gu jenem $o(t^ml$rt^n ge« 
liefert ^at. fl^elan^ti^on i^at i:^n felbfl gefe^en, unb ber ge(e|rte 9lbt 
bon (Sponjeim, Zxitt^nm, äußert ft(|) in einem S5«iefe weitläufig über 
tjtt. ©r Jatte feine ©c^utbitbung ju SBittenberg unb ju Sngolfiabt ben 
jöoffor^ut erhalten, führte aber m ]^erumf(|)tt)eifenbe^ ?eben. Ttii man* 
ä^m für bamalige 3eit felfenen Äenntniffen, befonbere in ber ^Jaturvbif» 
fenfc^aft, f(|)einf er grofe ^ra^Ierei. unb gre(i()^eit öefbunbtn gu i^aben* 
1607 !am er m(^ Äreugnac^, »o man i^m auf Qhn^fe^tiwg be^- auf ber 
benachbarten Q^bernburg weilenben gran^ t)on ©idingen, welcher biel auf 
©e^eimlunjle ^^ti unb bon i^m gu lernen Jofpe, bie gerabe erlebigte 
6teUe eitreö S?ector^ an ber (atciniftJben iSd^uIe berttep. t)a er aber ein 
lafterjafter SWenft^ tt>ar, fo mußte er batb »ieber ffttcjitig werbem- 



t)n äu^fatt, .fceö. fiurmaiujifc^eii @4>aufpid*?)ireftor^ in einer 
öierwicgcnb . iirotejlanttft^ett Stabt auf t>te angefe^cnpe SBürte 
teS gcijitii^en 8e|iramte^ auf Ut Uxü^mtm l\xt^m\i^m Unimfitat 
SDSittcnierg xoax alterbittg^ fe^r jiarf,.unb ci^ iji m'd^t ju tjewunfeerit, 
bag baö 3KmificriHm am 21. Oft 17G7 flagte unb am 22* bcm 
Sarott it^Ott-aÄurj offcntJtd;er SBibeuuf auferlegt VDurbe* Sv leijlete 
benfelben auf bem nac^jlen ^^eaterjettet auätve^enb bafiia: e^ fei 
in feiner ,^bjl^t j[e feine SWeinung . gep^efen , biefe Sffiürbe aiijutajien 
ober btefe* ©ebic^t für 3j3a^r|>eit ju, tjerfaufeu/ fonbern nur m jei^ 
jjen, wie fefir ber ©efd^mqcf ber beutfcJ^en Säü^m iu i^rer ^J^re wn 
ben t)ortgett S^itm a^mi^ml Seibe 5£J>eaterjettft, fammt *en f<>a^ 
tern Sbf^^ebögebidpten be^ Qtttdtx&i^xi unb be^ «©an^wurfle^ OPri^ 
(|ier alfo icmaU ne^ auf ber Supne erfcl^ien) l^aben fic^ erl^aöen* 
Uebriflend erfolgte »on Sffitttenberg ein.Danffc^reiben an ba*.9»itti* 

jlerium CVni. 29—32. 36^! ? H. 494—496, 499). 

§. 190. 2Benn nun au^ nac^ atten biefen gjorgängen bie 86* 
netgung be^ 3Rinißerium^ gegen ba^ Sti^eater fange S^t groß xoax 
unb fogar, afö fie fic^ attmäfig mifberte unb enblid; i^erf^want, fm*^ 
mer no6) eine getoijfe Sd^eu t)or bem öefucf^e beffelben ^^ er|>ielt, 
fo beflanb boc^ nie, n?eber in ätterer noc^ in neuerer 3fi^/ eine SBer* 
ipffit^^tung ober SSerabrebung, wefd^e baö dnjelne SWitgfieb gefiinbett 
yätu, timx SSorfiettung im Si^eater beiguwo^nen. 3e$t erf(^etncn 
nni jiene Äämpfe Keinlic^ unb- kf(|rfinft, aber dn pxii^tnUx SIW 
in ben (Seiji jiener ädim belehrt un^ über i^re aSeranlaffung unb 
innere 9lot^toenbigfeit. Senn an fofd^c ©tnge \)on untergeorbnetfm 
Seknge .htuipfm ftd> ni^t feiten tiefer ge^ente 93ejief)ungen. 

, §. 191. 2)ie SJ^rauung CSojpulation) erforbert juerji bie 
ä?orbereitung ober Unterfu(^ung, ob feine ^inbernifpe einer abgu«^ 
fd^Iießenben g^e tJor^anben ftnb. 2)tefe gefd[^ie^t t^tiU burd^ gor* 
berung ber 5perföntid;en Sluöioei^ipa^jiere, tpeil^ inxi^ öffentliche Sin* 
geige ber SSrautleute unb Slufruf (Slufgebot) 2)erer, ttjeld^e ^twa ti^ 
nw Sinfpru(| gu xnaä^tn fiätten C^roclamation). ©efcfnept left* 
tere »m ber Sanjel, fo toirb i^x ein ©egen^»unf(|> angefilgt. ©d^on 
in ber 1533 beroffentltd^ten firt^Iid^en Drbnung ^aiit ber 9lat^ ge* 
boten: Srautteute fottten aufgerufen unb erjl 8 JCagenad^l^er. getraut 
n>erben (VL 2). Dte Slgenben j>on 1589 an' o^rorbnen, baß bie 
j:rauung erji na^ 14 S^agen gef^e|ien bßrfe, 3nt S^J^tc 1689 



— 167 — 

it)urt)e fogar cm, Stoö^tnÜiilfc Snfl attlBeranmt, aber 1738 wicber 
auf 2 SBo^m U\^xanH CSö^mer 237). «m 9. SWap 1717 t>er^ 
ortmete rin gebrudler 9tatf)^fd|^Iu^^ bap aufer kern Sonntage iet 
Cnur $m SD2aO gefc^e^enen ^roclamaiton no^ 2 Sonntage weitn 
f>a jur a;rauung gett>artet mtim mfljfe. 3u Wefem Sei^ttfe fotte 
fcer Äird^enbiener ben S^itipunft Ut ^rodamatton auf beft M betn 
9)2{niflenttm etnauretd^enben 93eraet($m{fe ber Srautleutc t^emerfltd^ 
ma^tn. 9lm 29. San. 1765 empfahl abemal^ etn 9tat$^fd^Iu§ bte 
Sin^Itung ber 3 ge^^Itd^en Slufh'et^Sonntage C^. 432. H. 414. 
Vin. 52. 64). Saut »at^^fc^Iuß t)om 9. ÜÄa^ 1747 foffte We (&r# 
laffung Ui ^ufgebot^ nur in Jfranf^ettöfäUen gefc^e^en Ijnnen 
C^i^mn 240) — 8Im 4. geir. 1680 würbe ie^mmt, wo^I burc^ einen 
befonbern gad t>eranla§t, baß ^at^oltfen, bie Ui imi ni^t aufge# 
boten tporben^ au# t>on un^ ni^t. getraut werben fottten CC 108). 
2Im 26. 3ul9 1758 erflarte ein gcbrurfter 5Rat|>^f(^lü§ , baß «ufge* 
böte nic^t o^ne (Genehmigung be^ (Sonfiflortunt^ ^ ml^ti erfl bie 
nJt^ige tlnterfu(|>ung anaufjetten ^aU, gef^ef^en bfirften (Vm. 44). 
8m 14. Dct. 1732 i)erorbnete ein ebenfalls gebrudter fftat^^^ln^, 
baj} Seifaffen unb i^re Äinber, wenn fte o^ne SQäijfen unb Sewü# 
ligung bed ©(|)ajungdamte6 eine grembc l^eiratfien., be^ Seifaffen* 
f^ußeö berluflig erKart unb jur ©tabt ^mau^gef(|)afft werben fotk 
ten CVin. 46). 3n 25eaiejfung auf grembe ^attc ber fStat^ fd^on 
am 12. SKärj 1584 geboten, bie Sanb^^farrer fottten feine frembe 
Seibetgene aufbieten ober trauen, fonbem fte bem ©d^uU^eigen an« 
jeigen, ber hierüber bie nßtjfige Slnweifung f>abe, unb in ©ejie^ung 
auf bie ©tabt am 27. ©ej)t. 1589: e^ fottten feine grembe aufge* 
boten unb getraut werben o^ne einen beglaubigten Bi^m ani i^vct 
i&eimatfi (Dimmifforiatien), bag i^rer SSerel^elit^ung fein ^in^ 
berniß im SBege flcf>e. 2)a^ grfenntniß barüber fie^e ben Ferren 
Surgermctjiern gu, an we((|e fie ber ftird^enbiener gu weifen ^ait, 
//bt^ man ftc^ be^ Sonftfiorium^ l^alben , wie fol^e^ angurid^ten unb 
ein 2Mat in^ aßerf gu fe^en fe^, enbtid^ bergleid^en wurbe/i (T. 281» 
283). 3wr Srgretfung biefer SSorfid^tömaa^regeln ]^atte ba« 5Kini* 
fierium fd^on im ©ommer 1589 einen Slntrag geftettt CIV. 558). 
Slod^ am 18. 9loi). 1824 würbe erinnert, bag Slu^länber erfl na<^ 
erjfaltenen 2)immif[orialien getraut werben bilrften CK. 249). ©old&e 
SJimmifforialien liegen t)or: an^ ^oftiburg unb ©runbaw »om 17» 
3l)>rtt 1589/ avii ii^ ^om 12. 3uli 1591, au^ 9tinteln t>om 24« 
Sug. 1766, bon fiier für au^wart^ bom 22. Slugufi 1704 unb für 

flier oom 12.3an. 1750 (IV. 455 f ^, V. 847. VIII. 38. 68. 72). 



— 168 — 

— J)er 2lufbtetf(^ein für %ttmU würbe in früherer Seit Don M 
QtaWdaxiiUi ftu^geferttgt^ toai fpdter ani^ auf (Stn^etmtfd^e auf* 
gebe^nt würbe* 3la^ Srrtt^tung be^ Confifiöttatn« 1728 wnrbe 
bemfefben bic Unterfu^ung in fird^Hd^er ^in^xi^t übertragen, iioäp 
renb bie ©efti^eitttgung ber ©tabt^SanjIei nur bte bflrgerltd^en aSer* 
ffältnijfe berüafit^ttgte* yiai^ Sinfu^rung be^ Code Napoleon unb 
bem ju gotge ber ©tanbe^bud^er bur(^ ben gflrjlen ^rimad^ 1811 
war fein Srlaubntßft^rin gu einem bfirgerltt^en Sfufgebote nit^Q^ 
weil btefed bem @tanbe^6u(^ffi^rer oblag. 3)o(l^ würbe ba^ Hv^^ 
K^e aufgebet »ön ber Sanjel beibeffatten, aber auf bie 2 ©onntagc 
be^ bürgerttc^en Slufgeboteö bef^ranft 9la(^ wteber erlangter gret* 
l^ett unferer ©tabt cxt^nlU ba^ Sonfijiorium nad^ eingei^otter Sr# 
laubniß ber @taat^be|>3rbe ben Hufbietfd^ein , weldfie^ bt^ gum 30* 
a^)rtt 1851 gefc^ap, wo bie fd^on »or 30 3a|iren bagewefene unb 
nad^ faji 3j[a^riger 2)auer wieber eingegangene ©tanbe^buc^fuprung, 
jebod^ mit t)eranbcrter Sinri^tung, abermaW in ba^ ?ebett trat 
CSopmer 235—238. Sergt nod^ ben @(^Iuß be^ §♦ 194). 

S. 192. 3u Snbe 1591 ftnbet fid^ angemerft, ba^ eingrember 
mit einer ^iejigen opne Einwilligung be^ aSater^ fi^ »erl^eirat^et 
l^abe; beßgleid^en im 3apre 1672 wa^rfd^einficff ein ^ieftger. am 
16. 9Wa9 1679 befc^Iog ba^ SWiniflerium Ui ben ©t^olard^en ju er#- 
innern, ob nid^t ixt 3ttJtt«ft na^ ber Eltern unb S5ormünber dinp 
wittigung Peiniger ju fragen fe^, epe man ben Äufbietfd^ein ert|ieile. 
9lod^ am 20» Slug. bejfelben 3apr« wirb geflagt, baf N. wiber fef* 
ner greunbe unb SSormilnber SQBitten, o|>ne t)otperige^ aiufgebot ba* 
j^ier, ftd^ mit feiner SWagb f^abe ju Dffenbad^ trauen laffen unb bann 
feine ^od^jeit in bem i^iejigen ®afif>aufe jur ©tabt ßaffet gefeiert. 
Slm 20. 9loi). 1689 wirb über t)oreilige Slu^gabe t)on aufbietfd^ei* 
mn in ber ©tabt^ßanalei geflagt (T. 363. 395. 397. 401. B. 294. 
C..69 f. 73. 84. 499). ©olbaten, wel^e f?^ wollten aufbieten laf* 
fen, foUte ber 8lbf(^ieb gegeben werben (C. 104). 1722 wirb t)on 
einer SCrauung «^iejiger jU Homburg Xfox ber ^6f>e berietet, weld^e 
o^nc Einwilligung be^ ©d^wtegerDater^ , o^ne »orfiergegangene^ 
Slufgebot unb offne Erlaubnis be^ ?ftat^ gefd^effen fe^; bo(^ werben 
bte weitern golgen nii)t erwähnt (T. 107. 127). Slm l. JJebr. 
172^ warnt ber fRatfy in einem gebrudften Erlaffe t)or l^eimlid^en 
EJejoerlöbniffen unb unaüd^tigcm Umgange mit ©olbaten, bie 
wafirenb ^^^^^ Dienjijeit ni^t ^eirat:pen bürften. ©efd^wäd^te ^tUn 
feine Oenugtpuung/ fonbern ©träfe ju erwarten (Tm. 45). 2luf. 
fcen am 16. ©e^>t. 1738 gemalten aSorfd^Iag, jur Slbffiraung be« 



— 169 — 

1733 \)er5ffetttltc^tm unb i&^vUtfy am 17. Scnntogc nati^ a;rimtati^ 
wn itv Sanjrt ju »eriefcnben Srlaffe* gegen Sntfüjrung, aSerluj)^ 
X^imQ «nb ungefe^li^e Spet>ert6bntjfe erging etnc gebtucfte aSer^ 
fögung: ©er Sriaß Meibe in Äraft, bie SBertefung fette eingefiettt 
»erben. 2)od^ »nrbe er nod^ 1747 beriefen* ©^>äter finbet jic^ be^ 
werft, ba§ er wn 1733 Cbtettetc^t 1738 ©n ober noc^ einige STOat 
na^Jer unterlaffen) W 1768 t)erlefen, aber bann eingejlettt werben 

fey (Tin. 48. 49. 56. G. 87. 481. H. 541). 

$. 193. eine befonbere tt)i(|!tige [Slfltfft^t bei bent »nfgebot 
forbertenbie »verbotenen SBertt)anbtft^aft^grabe. ©nent ft^rift* 
ticken iCrauung^i^gormutar , gleicff bem t)on 1589 an, iji tin SBer^ 
jet^ni^ bon 29 »verbotenen gätten angef^ängt CVn. i). 81W gu 
Cnbe 1643 bei SSorlage ber neuabgefaften Slgenbe biefe verbotenen 
@rabe namentli(|> aufgejäfflt unb nod^ gefc^arft »erben fottten, be* 
»irften bie ©d^olart^en, ba§ man 2)iefe^ unterließ unb iH ben 
Verfügungen ber Cbfirgerli(j^en) granffurter Sieformation »)om Safere 
1611 flefien blieb CA. 183. 203). SCroft beffen würben fffiufig gra* 
gen barfiber erfioben. 3^ 8lnfang 1668 würbe einer 3Wif(|>en ®e* 
fd^wifierfinbem beabftd^tigten Sffe entgegengetreten CA. 530 f.) 
3m 9Ma9 1678 erfd^ien eine SSerorbnung gegen 2)iej[enigen, //fo ju 
«ai^e in^ ®ebtüt l^eiratfien// unb au^ biefer Urfad^e fid^ opne (5r* 
laubniß au^wärt^ trauen lajfen CB. 565). SBom 24. SWap 1712 
liegt tin Uniberfitatö^®ttta(^ten t)on ®U^tn ilber einen »verbotenen 
SBerwanbtf^aft^grab »vor CVin. 39). 3m Slugufl 1725 wirb über 
einen i&ieftgen geflagt, weither, na^bem e« ij^m bon bem 9lat|^e 
me^rmate abgefd^lagen worben war, fi^ mit feiner »verjiorbenen 
grauen Sruber^tod^ter ^atte gu dtoM^cm trauen laffen. 2)er fRat^ 
feftte i|im 100 ©ufaten ©träfe an. 3m ©e!pt. beffelben ^a^x^^ 
wirb »vorgebracht, baß eine grau, bereu SWann jle wai^rfÄeinlid^ Ver* 
laffen ^attt^ aber no(|> ju ®otl^ Uit^, o^ne »von bemfelben gefd^ie^ 
ben ju fe^n, mit einem ^tefigen gu Sf^born getraut worben fe^ 
CF. 388. 390). 3m 3Ȋra 1732 lehnte ba^ aJHnifierium bie SCrauung 
eine^ ^iejigen mit feiner grauen Stiefmutter ab, wtewoffl ber Slati^ 
auf mei^rfat^e^ Slnfud^en fte bewittigt "^attt, mit ber Semerfung, bte* 
felbe möge auf bem Canbe gefc^effen, wa^ au(^ ber gatt war CF. 
800. 8030 3oi 5Ro»v. 1734 Würbe einem Diepgen Äaufmanne »von 
bem fHat^t erlaubt, gegen eine ©ebü^r bon fl. 1000, weld^e ben 3 
mitben Stiftungen juftel, fi^ mit feiner »verflorbenen grauen @(^we^ 
per trauen ju laffen. Um fein Sluffel^en ju erregen, unterblieb ba« 
Slufgebot. din af^nlid^er gatt ereignete ft^ im San. 1769 CF. 965» 



— 170 — 

Vin. 743* äfö aber im Oct 1757 Ut ^iefige Pfanne 3Äann 
fid^ nx^t aWringm Keg, feiner »erfiorbenen grauen ©^efler ju 
rJieKd^en, unb f^m ©iefe^ aui!^ t)ött bem Statte ertaubt werben tt>ar; 
fo würbe el ii^m ^oit feinen Slmt^brüoern feffr übet genommen <;h. 
257> — Ueber eine JRangjienung unter ben aufaubietenben 
mu^te im 5rto»^ 1745 im <Btiiitn SSorfe^rung getrofen. werben (VHI. 
50* 51» joerflt. J. 243)* 

§. 194. din gormul.ar be^ tix^U^tn Aufgebote gibt 
8 ut;^ er in feinem a:raubft(|t ein atfo: ^an^N. unb ®reta N. (S3or* 
namen feiner Sltern) wollen nad^ gottlid^er Orbnung juw |^* ©tenbc 
ber Spie greifen, begef^ren beg ein.gemeind^rijHii^ Oebet für fie, bag 
fie e^ in ®otte^ 5Wamen anfallen/ unb woffl geratpe* Unb f^ätte 
Semanbv wa^ brein gu f})red^en , ber tpue e« Ui S^it ober fd^wcige 
Jernod^^ ©Ott gebe il^nen feinen ©egem Slmen» -^ Srfi bie ägtn* 
ben öon 1599 an entpalten ein biefem äufaebote nad^gebilbete^ 
Sormular: (S^ wotten (1599: S^ ipaben) ft^ tn ben @tanb ber ^^ 
Spe begeben nad^folgenbe ^erfonen mit 9tamen N. N. C««^ bem 
fi^riftti(|ien SJerjeidi^nijfe)* hierauf wirb C1599 nad^ einem jeglidpen 
Sraut^aare, 1644 unb 1688 m^ SSortefung atter) gef^>rod^.tt: ®o 
nun "Semanb »f)inberni§ xo&^te, baß biefe. ^erfonen nid;t fonnten 
orbeurtidper Sffieife in ©tanb ber p.Sbe jufammenfommen, berwoßf 
cö Ui ^tiun melben ober pernad^ jiittfd^weigen* :?)er |)ert gebe if>* 
mn feinen ©egen jeitlidf» unb ewigtid^* Slmem SDte fpäterc gormet 
be« Slufgebote^; weldpe in ber ©ammlung t>on ©ebeten, gürbitteii/ 
Slnfünbigungen u* f. w. wn 1711 enthalten ift unb bi^tn 
bie neuejien S^iUn gebrandet würbe, war jiemlid^ ebenbiefelbe^ 
nur mit einem anbern unb etwa^ längeren ©egen^wunfc^e» Slbcr 
nadp einfüf)rung ber bürgerlid^en ßpe am 1* 3»a9 1851 würbe, 
weil, wenigflen^ bei ben ^roteftanten, ba« fird^Iid^e ?Jwfgebot burd^ 
b'aö bürgerlid^e iit ber Siegel »oajianbig erfe^t wirb, ferner nun:* 
mt^x f einerlei omtltd^e Anregung ober 9tötpigung gu.r fird^Iid^en 
S;rauung (Btatt finbet, unb man begf^alb Dietfältig ^erfaumte ober 
j)erftJätete Slnaeigen jum fir^Kd^en Slufgebot befür(^ten mußte, für 
notpwenbig erad^tet, Hß fird^Ii^e Stufgebot ganj eingeben ju laffen, 
bamit unmittelbar nac|> bem Slbfcpluffe ber burgerlid^en (Spe bie. firdp* 
lidpe Trauung befto ungepinberter erfolgen fonnc* Um aber ben 
mit bem fird^ticpcn Slufgebote öerbunbenen ©egewjwunfd^ njd^t gu 
unterlaffen, würben nunmejfr an jiebem ©onntage bie in ber S03p(^c 
l>or|ier lirdpttd^ getrauten ^aaxt na^ ber ^rebigt unb bem ©ebete 
in jeber STOorgenfird^e t)erlefen unb ffieran ber ©egen^wunfd^ ge«? 



— 171 — 

fnä)>ft* £)te^ d^f^^^l^ <^u^ au^ bttn ®ntntf^ »»eil bte Krc^Ii^i ®e«' 
^ttauten tiitfyt fogletij^ njteber, »tc biö ia^ixt^ burd^ bm 2)ru(f Jffmt^ 
|t(^ Mannt gemacht tpcrben fonnten^ unb ti bod^ ber fttr^enge« 
meinb^nid^t gWd&gfltig blieb ^ iuöeriäfftg ju eijfa|>ren/ oi bürgerlich 
©etraute f[(i^ aud^ {ir^Ii^ ffotten trauen laffen^ n)el(^d na^ bem 
:@efe$ t)om 19* SRo\)* 1850 tJöfftg i^rem Ontbünfen onffetmgeir 
geben war, 

§• 195* Sffienn bie Unterfud^ung fein S^ejimbernt^ erwieö, 
ober eine ©efreiung baöon erfolgte, fo bebnrftc e^ ferner einer 
förmlid^n f^o-^ern Sriaubniß jur a:rauung, wa^ nod^ am 7. 
©e^t* 1807 unb fogar nod^ fpater in erinnerunf gebra4)t.toerbett 
mu^tc CK. 184. 245). J)aju biente in ber ®tabt ber »o» bem 
fionfiporium qu^gejiettte SCrauft^ein. SBiettJOi^l t>or bem barin« an* 
gegebenen ^age orbenttic^er SQßeife ni^t co^)uHrt warben burftt, fam 
eö bO(|| i^ottfig ^ox, baß ju ©ad^fenfiaufen unb auf bem Sanbe, tt>o 
übrigenö, tt)enigjien^ in fpäterer 3eit, jur (5rf^)arung ber Soften feine 
(^rlaubniffd^eine 3ur SCrauung ert^eitt würben, fc^on am britfen 
. Slufbiet^Sonntage getraut tt)urbe, anä) mnn erft ber barauf folgenbe 
aj^ontag bagu bejiimmt gevpefen wäre* @rjl, wenn nod^ ganj f^)ät®n^ 
S^xa<l^t erfolgt, tt)ie ixa <Btpu 1,833, ivirb Kar, baf ju früf> getraut wcr^ 
ben i^ (L» 14:23. 3m 3»äri 1633 lieg jtd^ tin ^aat ganj unbefugter 
aOSeife ju ^raunfieim trauen CA. 115). 3m 3ul9 1721 entführte 
tin junger SWann ein SWäbc^en, beibe bon ipiet, unb lieg ftS^ nrit 
bemfelben ju (Jf^born trauen CF. 66. 72). 3m 2)ec* 1731 wirb 
gellagt, bag eine SCrauung ^6)m am 2:age be« Slufgeboteö öottjogen 
worben fe9 CF. 791). — &n 1679 ni^t erfolgter äuffc^ub einer 
JCrauung auf bem Sanbe lonnte wn bem betreffenben Conbprebiger 
bamit entfd^ulbigt werben, bag bie ^Brautleute einen Slufbietfd^ein ge^ 
brad^t Ratten, m^^ti, wenn feine ©nf^jrati^e erfolgte, genüge, unb 
ber ©d^ult^eig »erfie^ert i^abe, man ^jftege 25iej[cnigett ju. trauen, 
wcld^e begehrten Äir^enbuge au tl^un CC. 69). (Sin auffd^ub ber 
^Crauungen t)on ganj bejonberer 8lrt ereignete ft^ im ^a^n 1766, 
al^ am 6. SKap x^on ber^ulbigung^^J)eputation vorgetragen würbe, 
man i^abe i[>on bem mm unb anbern Traiteur, welcher auf ben 
J&u(bigung^tag für piefige ®tabt ju foci^en ffabe, »emel^men muffen, 
bag jie burd^ bie ju bieferSeit beab|t(|)tigten ^o(^3eitmalc t^erffinbert 
würben. 25er SRat^ gebot, bag alle Trauungen unb ^oci^aeitmofe 
XaQ^ t)orj^er ,^nt> am ^ulbigung^tage ni^t ©tatt ftnben bürften, 
fonbem frü{>er ober f^>äter gef^ejjen^mö^ten CH. 450. Yin. 55).— 
3m SWa9 1630 wu^be begei^rt, bag S3rautleute t)or ijirer Ärauung 



-- 172 — 

crfl atim abcnbmale gef^cn fottten CA. 84)- — (Bd^ottj^ncs^ Um Se^ 
fd^Iu^ wn 1626, na(^ bcr erneucrteti Srinnerung t)on 1667 hnb 
enWic^ ttac^Hnweifung ber Slgenbc »oti 1688 C®* 119) ntupten f!e 
ftd^ »or t^rer Trauung tei bem Ätr^enbtener mttttn unb finfc^ref^ 
Jm lajfen, toai aber aum großen giad^ti^eÄe ber Äird^eitBüt^er läufig 
ni^^t gef(^a|f (Vn. 93* A. 65* 476. C. 88* Cer^ner n. 2, 43* ©dornet 
243 fo — äfm 15* @ept* 1735 gejiattete ba^ (Sonfijiorium bfe S;raimttg 
etne^ fremben äuiwanberer« na<fy äimerifa (Vni. 47)* — 

§♦ 196* 2)a^ aufgebet unb bte firc^Kc^e ginfegnung efner 
t^ttitfycn aSerbittbung jtt)if(|>ett ß^riften unb 3 üben waren, wie 
btefe aSerbittbuttf fettfl, bi^^er ganj unmßgKt^ (J. H. Böluner 

jus eccles. prot lib. V* tit. VI. §. LXni. p. 800. SBiefc 

Äirc^enr* m. «bt^* I. §* 424* ©* 422* &ä)^xn ^d^enr. 
;n. @. 379 f* aaSalter Äird^enr* 1836, $* 300* @* 591* Slf^ter 
Ätr^enr* 1848, $* 261* @* 531* SBitt man bie anficht unb €nt* 
fd^etbung ber /übtfd^en 9iotabeIn unb be^ großen ©anfiebrin ju 
^ri^ in ben 3a^ren 1806 unb 1807 über btefrn ©egenflanb lennen 

iemen, fo f(^Iage man na^: Repertoire de jurisprudence , cinqüifeme 

^tion, par MerKn, tom. XV. 1826, p. 272)* Der f(^arfe reHgiofe 
©egenfaft gwifc^en beiben, t^r me^r aU 1000 jla^riged paat^bürger* 
Kd^eö aSer^ältntß gegen einanber, m^ bte t)erf^iebenartige aSott^^? 
t^ümli^Uit t)erurfa^ten biefe ganaltci^e Sd^etbung* d^ tji i^ier nt^t 
ber JDrt, auf bte ©rfinbe be^ Sle^t« unb ber Bulfifftgfett für unb 
»tber etnaugel^en* aber bur^ ba^ ®efe$ t)om 19* 91o5e)* 1850, in 
Äroft getreten am l* ÜRap 1851, tourbe ffteftgen Drteö \>k bürgere 
Kd^c g^e eingeführt* 2)er ©taat fragt nici^t mel^r nad^ bem ®fatt*^ 
ben^befenntniffe ber ®rautleute, fonbem traut an^ ß^rifien unb 
3uben mit etnanber, ml^^^ f(^on öfter öorgefommen tfl* Set ben 
Kr^lid^en STOaaßregeln, weld^e tn golge be« erwähnten ©efege^ er* 
griffen tt)erben mußten, fa^ fit^ bie firc^Iid^e Oberbe^örbe, bem be«^ 
flei^enben «ird^enred^te gemäß, am 11* Dct* 1851 CM. 174. »ergt* 
Seil*) »eranlaßt, fird^Iid^e Trauungen bon ef>en jn^tfc^en (Sprtflen 
unb 5Ric|>t(^rijien für unjutäffig gu erfWren* — SQ3enn fd^on d^tn 
fofcber ^erfonen, mt^c mit au^einanbergef>enben (f^rifilid^en Me^ 
Iigion^^)art:^eien angel^ören, in »ieler ^tnjtd^t, befonber^ auf bte 
in erwartenben Äinber, fe^r bebenflid^ finb, jiebod^ nid^t »er^ütet 
»erben Knnen unb öfter fef^r gut auffalten, anä) o^^ne SISeigcrung 
firc^lic^ eingcfegnet werben, mit bie ^erfonen «jenigflen^ ouf bem 
gemeinfd^aftlidf>en Orunbc be^ ©lauben^ an ben erfd^ienenen ^eifanb 
fxfy bejlnben, fo muffen d^tn t?on ^erfonen, beren 6tne tiefem 



— 173 — 

®Iaubcn gftobeau »tbcrfi>rt(i^t , no(^ »iel Uimtli^tt fc^tt/ »tg^att 
man au^, anbere ©rfinbc a« übergcj^en, jtd^ W^ j[e$t ni^t eiitf^ltc^m 
hmtt, fold^c (Sl^ctt tiv^lii^ finjttfcgnen* Ob dagegen tu 3»! «nft titu 
ani mxtiii^ fortgcf^rtttener ^umattitäWbilbung ober öfcUeic^t tnc^r 
an^ ©lei^gtfttgfett unb Slbneigung gegen jcbe ^)Ofttit)e Stcttgton tv^ 
»aci^fenbe außerfic Sflat^giebtgfett mit ber germgjiett reltgififen gor* 
berung an örautleute, boß jte tt)emgfi^n^ auf bem ®runbe be^ ge^ 
meiRfd^aftltd^en ©lautend an SinenOott flel^en muffen, ji(^ begnügen; 
ober ber Drang bcrSretpijfc ba^in führen Yoixi, baß manauc^^i^ett 
Stpi^Ü^m S^rifien «nb Suben tix^Uify etnfegnet, mn^ bie ßtlt le^en^ 

$^^ 197* Sffia^ nun bie S:r au ung anbetrifft, fo aerfattt ba^ 
2:rauung^*Sormutar in Sutfier^ a;raubfi(]^Iein , beffen erfh €r* 
fti^einung gwor «ngewif tfl, tt)el(|!e^ aber bereite in einer ausgabt 
bei* Reinen Äated^iömu^, Erfurt, 1534, 16^. aU Slnl^ang ))orfommt 
C»ergt anti^ Cwtffer« SBerfe, SBittenberg, Tom. VI. 1553, fot 103; 
3ena,,Toin. vm. 1558, foL 389), in itoH 8lbt|>eilungett, nämlid^ 
I. inipk SCrauung //t)or ber Äir(^e/' (itt bem ©(^iff ber Äird^e i^or 
bem6f>or?) unb 11. bie Srmal^nung ober Siebe am SKtare* Die erfle 
äbtjieitung beginnt oi^ne SBeitere^ 1) mit bemgragen: $an^, xoiU^ 
bu ©reten jum e^eHcfjen ©emal i^aben? C@r fage: 3a0 ©reta,^ 
w'ttft bu Raufen gum c^li^m ©emal |iaben? C@i^ f^ge: 3a !) 2) 
bann tajfe jte ber ©eifitid^e einanber bie SCrauringe geben, füge i^rc 
redeten ^änbe jufammen unb fpred^e: SQ8ad ®Ht jufammengefßgt, 
foU fein 3»enf(^ [(Reiben* 3) Dann fpret^^e er »or Sitten in^ gf* 
mtin Qu otten 8lnö>efenben): SBeil benn ^an^ N. unb ©rete N. 
einant^er.ju ber (Sj^e bege|^ren unb ©oldf^e^ l^ier Jffentlid^ »or ©Ott 
unb ber ^elt befcnnen, barauf jte bie ^änbe unb Sljrauringe eit^ 
anber gegeben f^aben, fo fpred^e i^ fte el^eltd^ jufammen im 9iameti 
be^ SBaterö unb be^ ©o^ne^ unb be^ |f. ©eijle^» ämem — Die 
@rmai^nung ober Siebe am SUtare be{ie|it an^ ©teHett ber p. ©d^rift 
über bie 6^e unb itoax i) über bie gotÜi(^e ©nfe^ung berfelben; 
1. 3»of- 2,18. 21—24. 2) ©otte« ©ebot über biefen©tattb: (?p|>ef* 
5,25—29. 22—24. 3) Über ba^ Äreuj, fo ©Ott auf biefen ©tonb 
gelegt f^ot: ©o f^jrad^ ©Ott aum SBeibe 1» 2Wof. 3,16. — unb auw 
2»anne l* 9Wof. 3,17—19. 4) über ben 2;roji, bag i^r tt>ijfet unb 
glaubt, baß euer ©tanb t)or ©Ott angenei^m unb gefegnet ifl: l; 
üHof. 1,27. 28. 31. ©^>r. ©al. 18,22. Xm ©^luß bittet ö) eitt 
furjeö (SicUt: ^err, ber bu SWann unb SBeib gef^affcn unb gam 
Si>e|lanb. öerorbnet, baau mit grüdpten be^ Seibed gefegnet u. f» xo. 

S|.;i98. ^ai jfiefige Srauung^^gormutar in ber Slgenb« 



— 174 — 

wn 1653 i^ gon) {urj unb beginnt foglei^ mit ber gtage ait- l>ie 
SBrauttenitc, worauf naify ber ffirßärung, baß fein C^^e) ^inbttnif 
oitö ®otte^ SSort (nac^ bem ätu^f^ntd^ ber ff« @^tifO bc^^anbeir 
ftt?, gcfagt wirb: ©o frreti^e id^ euc^ e^elidd aufamwen im -tlÄmm 
b<^ SSaterö u« f* xo. hierauf folgen einige gana lurje (SrmÄ^ttttngett 
Uttb ein furae^ ©ti^Iußgetet* ©iefe^ gormular gtng mit fe^r geniii^- 
gen Seronbeninfgen in bie äfgenbe t)on 1565 iUv. 2>agrgen tnU 
Ratten bie Sgenben öon 1689 an tin imgleid^ Whgered unb ^U^ 
jiänbtgere^ gormulai:, großen Z^tiU m(fy iut^tx^ 2:taubü<i^Ieitt ah^ 
gefaßt iSRa* i) einer furacn Slnrebc^ wte fii^on 1553, ^yn ^^i^ 
fcÄe 2> mit ben ju ffinbe beö Joorigen §♦ unter 1—4 üttgege^benen 
©tlbelfkatn: fort;. nur fögt e« in l): aWatt^. 19,3— 6; gu 3): i; 
Zim. 2,15* ©ei bem Äreuje tjl angemerft: fo ®ott, btt^ttt, auf 
bicfem ©tanb : ju dner too^tioerbienten ©träfe ber ©ftnbe gelegt f>«t* 
Z)ann lommen 3} ©d^Iuß^Igerungen au^ biefen ©teilen; 4) gef^e^t 
WÄ;igrage:;;©ege]^ret i^r nun auf biefe j[e$t berlefhten ©tfide ttai^ 
d^«jHi(i^er Ärbnung eingefegnet ju werben unb folc^ ^uer gür«e:^f«en 
geg^eit biefer gegento&rttgen ©emeine au (eaeugen unb a^ befestigen? 
ÖStotwort: 3^0 2)ann wirb 5) fortgefahren: @o nelp^me ftp euc^ 
Umptffenbc äffe atö 3^gen unb bitte euii^ ©old^e^ in gtUntm, unb^ 
Ca» bem S3raüt^)aar gewenbet) bieweil bi^^er att eud^, a^ beibm 
Z^im, m^ ®onti SBort fein CS^e) ^inberntß ifi angeaeigt wot^ 
btttV.fo betätige ®ott, waö er an eud^ gewirft l^ät*- ^ier tootte 
bcr ©eijWi^c, iii bif ^änbe berbunben finb unb f^jred^e bann: ^3 
Unb.ic^, aW ein orbentKt^er 2)iener ber (i^ri|ttid^en fiiri|e ft)reti^'i? 
cu^e^ett^ awföwüien im Slamen ®otte^, be« SSater« n. [. xo. 7> 
3n ba« ©ifilüßgebet i^ ba^ in Sut^et^ a:rattbfid^Iein fle^nl>e foft^ 
gana aufgenommen. — 2)a^ SOBarten bed ®ti^U^m/'H^ ftd^ bie 
©üöutteute gtgtofeitig btt ^anb gegeben f>aben, ffl erft in ben ^gett<^ 
bm bon.1644 unb 1688 borgefc^rieben, wobei Me reci^te ^onb ftd^ 
j^ott felbp ^erfle^t ^Dagegen ifi^on bem j[c|t l^er unb änberwärW 
gebrau(ä^Kd^en Segen ber redeten ^anb auf bie berbünbenen ret^^ten 
«^dttbe ber Brautleute wfii^renb ber Sinfegnung nirgntb* bie !Rebe. 
. , 8* 199* aSegen ber affau naÄti^n erwäf^nung ber ®^Ui^tS^ 
berj^fiftnife unb änwenbung ber Mftigm ®ttüm in i. STOofi lltt|>l' 
i— s; auf befltmmtc ^erfonen f onnte e^ tii^t fefiteit, bojj \)on B#' 
juSeitÄIagen über bie Unjwedmäßtgf eit wft |)arte biefe^ Strauung«* 
gormdar^ laut würben. Deß^alb f^einen äuc^ einaefite (Seijttidpe^ 
fd^ott friiff babon abgeWi(i^en au fe^n unb SJeränberungeit an^lx^^il 
|U,]^(iben, waä natftttic|i bie onberit b^ttHrä^^gen^ußite, bfe fid^ 



— 175 — 

pteng an He tJOrgcfd^rtebent gorm ^trtiten» !J)a^er ' tpurte ctth is, 
^Iv. 1719 ermnert, e^ fotte fein ^ftnrrer t)on ber Öfgehbt dtttJtiif 
(i^ett 0E. 449)* 3m ?0?fitj 1734 Würbe auf «t^onbenittg etriiget 
^»nfte tn bem iCrauung^-^SormuIare angetragen (F. 931), Deffni 
ungea<i^tet* (Ite( e^ tn bem Kudjuge au6 ber Sfgenbe ^on 1758 un^ 
mSnbert ffe^m Slm 9. 5Rot). 1791 wtrb fiauptfäti^Itd^ //»egen bei 
ganj unbraud^dten SIräunngi *^ gormular^/' eine neue Slgenbe ge* 
»öttfd^t CJ. 705> 3m 3un9 1802 nmrbe burd^ bai donftjhnriüm 
eine bejfere QKnri^ng ber Sixt^m^ unb ^aui^^SCräuungen angeregt 
(K* 106). am 9^. yioi>. 1814 Mc^foß ba« aKim'fterium, ei foBe 
»on aÄ^tt feinen 2ÄitgItebem ©n unb baifdte gormutor' getran^*^ 
m^ Cfo ft>«t ma^le jtd^ ber Unmutig SufO/ ta bai tn «nfereif 
Slgenbe fe^fwtbH^fe //burti^aui fd^led^t^ fe^ ,/i <ttt« ben'bteten ))or^n* 
benen guteit in anbem »genben etnüofüt gtwo^It »erbeh Cfc.276> 
Stitt 7* ^a^ 1833 ettipfa^t baö (Simjtflorium i^ierati bte frü^ert 
SQBürtcmkrger «gettbe i)om 17. 2lug. 1808 (©eüage 1Ö33,83. J8n 
aicn tiefen feil Wtnger a!i 100 ^a^xcn erfolglofett SQBünft^hi unb 
Sejlrebungen lom unfer S:rauungi*^gormuIar ganj außer Oebrött(|i> 
»eld^em ju go%e j[e|t bte gröfefle SRanrtigfatttgfeit ber S5ef>attbluttg 
toorfomnit — 3m 3ö^re 1543 fe^te e« Seltner burd^, baß i&>ti 
Srottt^aor iefwiberi gefragt unb eingefegnet feürbe, tt>ai Wi bal^tn 
bei mei^rereit anwefenben SBraiTtpaareti tttftr bet bem jttttä(|fl flehen* 
ben, aber ffit atfe gittig, geffif^a]^ (SRitter 088. 291). — grwäffnt 
tciü> bte «ittfegnung einer finfaigjiä^rigen g^ am 17. 3«nv 171«, 
twa&et % »Mtter eine JRebe J^te« (Cerinier n. 2;46)> üf* bie eine« 
Soiboteni anMi9v Oct. 1785. 35ai^ Sformutar ber leftteren ^m 
Senior Dr. 5J»0fi^e fie^e J. 434— 43^.' • 

S. 200. 25er Ort ber (So^uliiHort, aI6 einer fotgeWd^figeit 
firillid^en »leti^tiipanbrttftg, mx unb f jl tn öffentlicher «ir^e. JDie 
erjie lut^erifi^ SCrauung, uttb swor-^Me« ®#Iii(l^en> Wot bte bed 
©entf)arb aig^rii^eimer, xoti^ti m 1-6. SJPa^ 1526 Wn 2)io* 
nyftui aSttanber tn ber ®t. ®art>Oiromaf'^ri|e getraut würbe CWit^ 
ter 99). ©d^ott 1533 iteurbe bejtimmtV baß Srautteute nur iu t^en 
SBarfüßern foWen aufgeboten unb getraut werben (TII. 2. 'Sfiitter 
175. 212 f.). 3m 3a^e 1534 würben bte auf btn ©örfem, öbr« 
m|miKd^ gtt Dberrab, baj^on getrennt unb fottten <itt C^rem üBo^n* 
ette getraut werben (Stttter 215). 2)ie Kgenben t^on 1644 unb 
1688 bejiimmen au^brutflid^, baß STrauungen nur ju ben öarfßßern 
Statt. finben börften. mä) ©d^Iießung biefer Jfirc^e 1782 würbe« 
jie na<l^ @t, Äot^rinett wiegt un> blieben ani^ bott, nä(!^ einem turaeit 



— 176 — 

fßerfu^c m bet 1833 eröffheteii ^auWKr^e, weil t>if Staum* 
iid^fett ftd^ tejfer baju eignet — 5Rac|>bem fc^ou 1706 Beantragt 
Worten war, irauungen in ber 2)reifonig^Krd^e ju gejlatten, ober 
ntd^t genef^mtgt würbe CBö^mn 38), unb 1719 biefer Slntrag erir 
neuert, ober ebenfalls abgelehnt warben war (E. 446), würbe am 
17« 2)ec* 1794 befc^Iojfen, baß Srautj)aare »on ©a(i^fen|iaufen au# 
bafelbjl etngefegnet werben fotttcn, aber nid^t m bem gatte, wenn fie 
erji baffitt jögen (J. 780)» 2)iefe^ wirb aber nt^t me^r beobad^tet, 
fonbem aße Bräutpaare werben ju (St tatfiartnen eingefegnet 

§♦ 201* 2)ie Bett biefer ftrc|>Ii^en S;rauttn8 war lange 
STOontag^ nnb Din^tag«, auf weld^e fein geiertag fiel, unmittettor 
nad^ ber 2Worgen^)rebigt (Slgenben öon 1589 an). Um entflanbene 
Unorbnungen 2^ t)er|iüten, würbe fte in einem gebruäten 9lat^^^ 
fc^Iujfe »om 9* gebr* 1719 etwa^ f^)äter, nämlid^ auf 11 U^r ott^» 
gefegt , unb nod^ ber 2Wittwo(^ bafür fiinjugeffigt (E. 444 f* 449. 
Vffl. 43. 83)* am 20. ©e^)t. 1808 wurbe t)on bem Sonfiflortttm 
au^brücKic^ t>erorbnet, baß nur an ben baju befhmmten Sagen ge^^ 
ttant werben bfirfe, boc^ am 28. unb 29. 2l!prit 1812 würben anf 
Antrag be^ bamaligen @tanbe^bud^fufireri8 t)on fStat^ unb Sonfu 
ßorium bie SIrauungen auf SWontag^, aWittwod^^ unb greitag^, 9 
U^r, t)erlegt, ober m'etmef^r na§ ber SWorgenftrd^e', bie ®om^ 
mer« um 8, SDSinter^ um 9 U^x begann (K. 244 f)» am 
18. gebr. 1819 erinnerte ba^ Sonfijiortum , baß biefe S^t genau 
eingehalten werben fotte (K. 598). Ätagen über ba^ 3u f|)äteÄow» 
men. ber Brautleute ftnb t)ielfad^ bemerft. din gebruäter Slatp^ 
fd^luß »om .8. 3ul9 1762 öerorbnet, baß^ebermann fid^. jur red^ett 
3eit, unb jwar ©d^lag 11 Upr, einfinben .muffe, fonp mige er an 
einem anbern JCage wieberjommen (F. 123 f* H. 217. 345. Vin. 
83J* ffi(? war geflagt worben, baß bie bamaW auf ffalb il U^r 
angefe^ten 2:rauungen oft ii^ 1 Uj^r fid^ »erjjgerten. — ^Btit bem Saij^re 
1848" ift jiebe Drbnung in ber S^it aufgetoft. 2;rauungen an j[ebem 
SCage unb ju jcberSWorgenjhinbe, fogarlRad^mittag^, mußten nad^gegeben 
werben» Sefonber^ wurbe 2)iefe^ ©onntagg lafiig, t^tiU wegen 
ber abenbmale, t^etl^ wegen ber ftd^ @onntag^ jufammen brängen« 
ben SCaufen u. f. w* (M. 154 f.) 2)eßf)alb war f(^on 1729, al« 
ein ^aax ftd^ @onntag^ unb awar olpne QErlaubniß ^atttim ^auft 
trauen laffen, JDiefe^ »on bem ßonftjiorium wegen ber unau^bleibs^ 
lid^en golgen »erboten worben (F. 665)» — Uebrigen^ würben 
ipäufig mehrere ^aare jugleid^ getraut, xoa^ in ber neueren 3^^ 
faft nid^t mei^r t)orfommt. 25ie Sraurebe, baö ®tUt unb. ber afi- 



— 177 — 

ficmettte Kturgtfd^c X^etl galten für aUt; fragen mt> einfcgnung 
nourben Ui jiebem cinjetnen ^aare »tebcr^olt» 

$• 202* 3ut: 3«t be^ Snterim traten ^o^aeiten wa^rcnb ber 
gapeit erlaubt, unb no^ im 2Äora 1695 tt)irb über biefe Unge^Oir 
«gleit geflagt, unb baß ein gemeiner ©ebrauel^ tt?ürbe, ben 3Sm^ 
fauf ober ^a«bf(|!lag Cba^ SJerlöbniß) ©amjiag^ gu palten CV. 1124. 
«itter Mf n. 337)* 2)0^ fpäter gab e^ gef^loffene 3nien, 
in welken wegen be^ fföpern fird^lid^en gm^e^ berfelben gar feine 
{)od^aeiten Statt ftnben burften, nämlicp »äprenb ber gaflen bt^ 
na^ Oflem unb öom !• 2lb»ent ii^ na^ bem neuen 3a|^re. X>U^ 
tvtttbe »om l* Slb^ent 1629 an geboten unb ging über in bie 8lgen* 
ben JDOn 1644 unb 1688 (A. 203» Cer^ner I. 2,22). ^nbeß fcpeint 
biefe Serfögung ni^t flreng burd^gefüprt toorben ju fepn, benn im 
STOärj 1716 würbe über if>re Slid^tad^tung Älage erhoben, weld^er 
bie ©dpolarc^en Slbffilfe t)erfprad^ett (E. 292)* (Si würben burcp 
einen befonbem Ütatp^fcpluß bie i^o^iaeiten in ber Saßen:« unb Slb^ 
J>ent^a^it auf ba^ Sleue »erboten (Vin. 41)* Gfnblid^ . würben fie 
am 18. ÜÄära 1794, mit 2lu«fc|>luß ber piaen (Dfler) SBod^e, »on 
bem aiatpe geftattet (J. 769. Sof>mer 248). 

§. 203. 3u ben görmlid^feiten unb ©ebrSud^en bei ber 
Trauung ge|>ßrt bie SSorfd^rift, baß fie Ui geöffneten b. |^. nui^t 
gefd^loffenen Äird^t innren unb auf bem Slltare »errii^^tet werben 
mußte, laut öef^luß be^ Sonffflorium^ Joom 20. ©ept. 1808, in 
erneuerte Erinnerung gcbrati^t am 18. gebr. 1819 (K. 196.^98); 
femer ber babei angewenbete Äirc^engefang. Slm 3. 2)ec. 1738 
wirb barauf gebrungen, baß »on ben SSorfingern anbere CiAer fott^ 
im gefungen werben, aU bie ju ©pottereien änlaß gaben (G. loo. 
104}. am 23. SlJpril 1744 verfügte baö ßonftfiorium, baß baö. 
ienige Sieb gefungen würbe, welc|>e^ ber trauenbe ©eifilidpc »erlange, 
unb gleich ffierauf gab ba^ SMiniflerium bem aSorftnger tin Sergeid^ 
niß ber geeigneten Cieber (G. 324 f.). gür »ottfianbigen Äircpengc^ 
fang mit Drgel, fowie für ben ©ebraucp einer ©rautfutfd^e, erpob 
ba« Äafienamt eine ®ebür (Slufwanbfieuer) , über beren völlige S3e* 
feitigung, aU bie Äaflenamtö^Se^gniffe auf ben fircplit^en ©emeinbe^ 
»orfianb übergingen, in bem 3apre 1827 unb 1830 jBerpanblungen 
mit bemfetben ©tatt fanben (K. 844 f. 849. 853. 863. 866. 870. 

L. 57 f. 60 f. 64 f.). 

$. 204. grüffer mn^Un bie ©eifilid^en, weld^c bie SBorgen* 
Krd^e »erfepen ipatten, bie barauf folgenben S^rauungen öerrul^ten 
(ägenben »on 1589 an). 33efferer Orbnung ^aiUn unb nm bie 

12 



— 178 — 

©ctftttd^en in gtetd^maßigc SBirffamfeit gu fe^en, würbe am 15» 
gebr. 1719 ieftimmt, bte SCrauungcn fottten »on attett Oeiftttd^en, 
tiai^ t^rcr Slet^enfolgc tt)6(i^cnttt^ abwe^felnb, ioerfei^en tt^nrben 
(E. 449). 2)a f^Ott frü^ Trauungen tm ^fatrl^aufe in Uebung 
fatnen, fo btieben attmäKg nur btejientgett ffir bie Ätrci^c übrtg, bte 
mit ttjcniger Umflanblt^fett gefd^ei^en fottteti unb oft in wenig ober 
feiner ^^erföntid^en Sejiepung ju bem trauenben ©eiftti^en flanben» 
aSon btefer 5D?ül^ett)aItung würben am 19* Dec. 1793 bte geiflli^c« 
eonftjioriaI:^3iäti^e frei gef^roti^en (J. 765). »nber^ gemattete fid^ 
bie @ad^e, aU t)or me^^r aU 30 3a|fren bte S^rauungen tn ber 
Äird^e wieber allgemein unb bie im ^farri^aufe auf feltenc gätte be* 
f^ränft würben, unb nunme^^r wieber fämmtlid^e ©eiftlid^e baran 
Zfycil na^pmen. 3« ®ttbe 1814 würbe befd^Iojfen, bie Ueberlajfung 
einer Strauung an einen anbern Slmtebruber, weld^en ba^ Srauti» 
poar gewönf^t ^atU^ foMe nid^t gefdjiej^en; in SSeri^inberungdfatten 
bfirfe ber bie Slmtöwo^e l^abenbe ®tißi(^c einen anbern für ftd^ 
etnfietten (K. 296). 3n neuerer S^it würbe jwar bie wöd^enrtid^e 
Slbwed^felung fortwäf>renb beobachtet, inbe^ jiebe Slrauung auf 33e^ 
geffren einem anbern überlaffen. — SSon bem 3ai^re 1632 rßl^rt 
eine wuttberliti^e, teiber fe^r für je Slaci^rid^t, nämlid^ baf eine 
SCrauung ju ©a4>fen|>aufett burt^ ben (®d^webif(^en) gelbbarbier 
tjerrid^tet worben fep (A. 95) — wal^rf(i^einli(i^ ein 3Kiß»erjiättbnt^ 
fiber^au^t ober eine^ ©d^webifij^en SBorte^. — 3« eben bemfelben 
3a|>tt würbe nadpgeforfd^t, ob m (gemifc|>te^) SBrattt!paar t)or unferer 
SCrauung ftd^ |iabe fati^lift^ ixanm faffen, wetd^er gatt in unferer 
3eit ^äuftg iJorfommt, aber bamal^ nid^t gern gefeiten würbe 

(A. 102). 

S. 205. Oegen mand^erlei Unorbnung unb Unfug, fowof^t 
Ui ber fir^Ii(|en JCrauung, aW bei ber f^äu^Iic^en |)0^3ettfeier, 
würben t^tiU fortwäi^renbe klagen erffoben unb Slbi^ilfe gefud^t^ 
t^eil^ erf^ienen öerbietenbe unb bro^cnbe 3lat|i^fd^Ifijfe, tt>ii »om 20* 
gebr. 1716, 6. Dct. 1718 unb 9. gebr. 1719 CV. 1099. 1186^ 

1363. 1370—1372. 1399. Vm. 40. 42. 43. A. 421* 423. 596. 
B. 242 f. 253. 297. 375. 431. 469. C. 60. 106. D. 147. E. 198. 

444 f. F. 798. G. 100. H. 345). 95ei bem 3»angel an georbnetm 
^)Oliaeiti(|en SWitteln mu^te man fid^ in ben meifien gätten burd^ 
Slnfc^en unb Sebropung l^elfen. — ^infid^tlid^ ber ftrd^lid^cn 
Strauung würbe 1671 über ba^ argertid^e S^ren unb Bogern ge* 
flagt, wenn bie SBraut auf ba^ drittel (ben SHtar) treten fotte (B. 
197). 3m 3a^re 1673 wirb berid^tet, baß angemetbete Sroutleute, 



— 170 — 

na^bcm f4>on für fic gcktet, gefungcn unb ätteö ju i^rer S^rauung 
in Smitf^aft xoax, ntd^t gefommen fe^cn (B. 363 fO 1674 fanb 
eine SCrauung Statt na6) i>cx^cx gu ®orn^etm abgelegter Äir^en^ 
büße» JDabei fotttcn bic j^or^anbcncn unej^elit^cn Ätnbcr fic]^ mit 
auf baö drittel jietten, um bergejialt legttimtrt gu tt)erbcn (B. 4043* 
3n ebenbemfelben 3a^re, f>etpt c^, tvurbe eine S3raut, bie //Diolirt/' 
tt)ar, mit bem Äranae im ^aar getraut. Spater ging ba^ nid^t fo 
ungestraft Jiin. SBefonber^ jiarf erfd^ott im 3Äärj 1756 bie Älagc: 
ber S^umult fep über atte^ 2Waa^, befonber^ ttJenn ber ^öbe( gewijfe 
Sraute bur(^ Äranjabrei^en befirafen wotte (B. 294. H. 2173* 
1674 unb 167Ö würbe öorgefd^Iagen, um ber Unorbnung unb bem 
©etümmel einiger 5D?aaßen ju jieuern, bie beiben t)orberen X^üvtn 
ber S3arfüf er Äird^e t)erfd^(offen ju l^alten. @ine fipätere 3la^xx{fyt 
fagt, baf nur Sine Äird^t|>üre geöffnet, unb eine SBBad^e an ber^ 
felben aufgefiettt vvurbe, um SJhit^witttge, bie nid^t^ ba ju t^un ^aU 
tm, 3urürfautt)eifen (B. 431. 469. 52f. E. 446). 2luf bie ^et^ 
»icberfelprenben Sef^werben t^erfügte ba^ Sonfiflorium am 28. Slpril 
1758, ber trauenbc ©eijilid^e möge burd^ ben ©lödner bie Ülul^e^ 
jiörer erforfd^en Mm unb anzeigen. (Vin. 53. H. 272). 81m 11. 
©ept. 1794 gebot ba^ Sonftjiorium, bap bie ^xantUuk in anftän^ 
biger Äleibung erft^einen fofiten (J. 775 f). 3tt]neuern ^äim gab 
e^ mniQ ober feinen ©runb mei^r au bergleid^en klagen. 9iur am 
31. 9Kära 1840 fanb burd^ eigent^ümlid^e SJeranlaffung Ui einer 
2:rauung in überfüllter Stixc^z eine große Unorbnung (Btatt (L. 312). 
2lud^ mußten im 3a|ire 1843 gegen übermäßige unb aubringlid^e 
©etteleien an benÄird^tpren entfd^iebene SWaaßregetn ergriffen wer^ 
ben CL. 391. 397). — SBie über ben Unfug in SCrauungen, \t>vLx^ 
ben früher aud^ fe|ir t)iete Sefd^toerben über ben bei ber ipau^lid^en 
'^od^jeitfeier geführt. So würbe über bie Unterlaffung be^ @e^ 
Um bei bem ^od^a^itmale unb über baö S^x^ia^tn \)on ©Wfern 
unb genjierfd^eiben geflagt (C. 58. 386. 420 f). 1674 wirb ge^^ 
melbet, baß Sobtentänae babei aufgeffi|)rt würben CB. 446). 3m 
5B[!priI 1697 werben bie Äüd^enmeijier erinnert, burd^ bie xeformirten 
©eijilid^en fid^ ni^t »on ij^rem Slmte t)erbrängen au Mm, in bem 
^t^itiitnoit ba6 ®tUt au t)errid^ten CD. 219). 3m 9Kära 1705 
wirb über bie ^au^jieuern geflagt, bie meift Sonntag^ überbrad^t 
würben, unb über ba^ baburd^ entflef^enbe üppiQt ®e(age; im @e^>t 
1718 würbe bie 33eglücfwünfd^ung ber ©rautfeute am ^roclamation^* 
©onntage ^lai^mitta^^, *(oa^ gleidf)e golgen |)atte, t)erboten CD. 470. 
E. 425. 431). Snblid^ Würbe bie lange ©auer be^ ^oc^a^itfepe^ 

12* 



— 180 — 

ii^ an fcen SDlorgen unb ba6 fpäte unb flörenbc Slad^i^aufefal^rett 
gerügt (jE. 169- ITI), 3n Setreff be^Sene^men^ ber eitigelabenett 
©etjiHd^ert würbe öerabrebet, baß, wenn bei aufgebraßten ©efurfb* 
f>etten //t)ött bert SipteHeuten Sarm gemad^t würbe,// bte ©eifHtd^en 
foKten jigen btetben unb wä^renb beö ©^)iete^ ni^t txinUn CA. 674). 
— 2)em 3luftt)anbe bei Saufen, ^od^jeiten u. bgL auf bem Canbc 
ju begegnen, würbe am 7» 3wti9 1774 eine gebrudte SSerorbnung 
ertojfen (erneuerte (SonjtjioriatOrbnung t)on 1774)^ 

§* 206. Die erwäf^nten ü»if jiänbe Ui ben Krßtid^en S^rauungm 
mo(^ ten ]|>au:ptfäc^Iiß Slnlaß bieten, bag bte S:rauun9 im ^aufe 
bc^ ®eijlti(|en ober (fe|>r feiten) ber Srautteute, (wogu aber, votniQ^ 
ften^ in neuerer ^nt, (Sriaubnig be^ Senate nöt^ig war) gefud^t 
würbe unb attmälig in überwiegenben ©ebraucf^ fam. Streben nad^ 
joornei^mer Slbfonberung trug mit bei* SQ8o ba^ aSerj^ättnif nid^t 
gang rein war, er^eif(|te e^ bte Älugipeit* 2lud^ ließen ft(^ fd^on 
früi^ bie SReformirten gern t>on ifiren ^rebigern im ^aufe trauen 
(V. 1343). Sänge wel^rte jtd^ ba^ SRiniflerium gegen eine geierlid^* 
feit, bie nid^t Jffentliß in ber Äird^e gefc^a^. ©d^on bie im Sfprtl 
l59H)ön bemSRatlie erlaubte ^au^trauung äm^ i>orne|>menSngIänbcrtf 
würbe nid^t gern gefefien (V. 343). 3m 2l<)ril 1627 erinnerte man 
bie ©d^olcrd^en, nic^t »on ben gemeinen Äirdpengebräud^en abjtt«^ 
gelten unb «^au^trauungen nid^t geflatten ju wetten. Äein ®Keb 
beö SMinijleriumö fottte eine folc^e t)erxid^ten, unb man übergab beß* 
fattö bem 3tat|>e mt SSorfleaung CA. 66 f). eine ^au^trauung 
fonnte nur in golge ]^6f>erer Srlaubniß unb jum X^til gegen St* 
laffung^ (Di6^enfationö)*®ebür gefcf^ei^en. 2)er frü^ejle i>or]^anbette 
Srlaubnißf^iein Joon ber ©tabt^SanjIei lautet auf ba^ 3ai^r 1645 

(Vm. 68—63. 69—71. 73. 75—77. Sol^mer 242). SDoß fd^Ott 

im gebr. 1644 würbe gellagt, ber W^ixani^ mit bem S^ttelau«* 
geben werbe jiemKd^ groß; SWand^e (nämlid^ SReformirte) ließen ftdpi 
fogar of^ne 3^ttet ju SodCenf>eim (wo bie reformirte ©otte^^erel^nmg 
gelpatten würbe) trauen (A. 196). ^m ^an. 1648 würbe in einem 
befonbern %aUt m Aufgebot Weber für nü^Hdp nod^ notj^ig evai^ttt 
unb gegen bie erlaubte ^au^trauung nidpt^ eingewenbet (A. 243). 
3m 3l:pril 1663 wiberfe^te ftc^ ba^ SWiniflerium auf ba^ 9leue bm 
^au^trauungen (A. 369). 3« Slnfang 1667 wirb eine SErauung 
ouf bem Äranfenbette im Cajaret^ erwäl^nt CA. 465). 1672 iji be* 
merft: 2>ie ^au^trauung fd^eine in ber ^otijei*Crbnung (t)om 16. 
5K0». 1671) anerfannt ju werben. 1673 befd^werte man ftd^ fiber 
bie !Kenge ber gätte (R 209. 304). 3u Snbe 1704 würbe S)0tt ben 



— 181 — 

©d^olard^fit erinnert, ba§ We 3lat^«f^Ifljfe genau leoiad)Ut xotxitn 
müßten / unb fetne ^au^trauung offne Sriaffung C^{^f>enfatton3 
ober t>on bem dtai^t ert|ieitte ßrlaubnig Dottiogen werben bürfe 
(D. 460- 462)* am 5. 5Rot). 1738 tt)urbe beptmmt, bag Oefd^wd^tc 
(lapsae) nur im ^farr j^aufc getraut »erben fotten (G. 97)* ?lm 13. aWarj 
1777 gemattete ein 9lat^^fc^lug bem ßonjijlorium, au^ armen, olten, 
geJre^Iid^en ^erfonen u* bergt bie &claubtix^ gur S^rauung im 
^farr^aufe ju ertl^eiten (Vni. 57* Sommer 242)* ginem ?anb!pre^ 
biger würbe am 16* 3un9 1779 abgef^lagen, eine ^auetrauung in 
ber ©tabt »errid^ten ju bürfen (J. 250)* — Uebrigen^ mußten aud^ 
bei biefer 2lrt ^on Ä^rauung bie 3 gefe$tt(]^en Slufbiet-Sonntage ab* 
gewartet werben (H. 414)* — 2lu^ einem Sriaffe be^ ©d^offenrat^^ 
»om 8. gebr* 1802 ifl erjtd^tlicip , baß fatffolif^e Sraut^^aare, wel* 
6)m, wenn fie fid^ ni^t on bie fatfiotifd^e Äirc^enbef>örbe gewenbet, 
fonbern nur bie ^eirat^^ertaubniß Don bem bie alleinige S^egeri^t^* 
barfeit be|>au^)tenben tut|ierif^en Sonftjiorium ermatten platten, bie 
fat^oHfd^e Trauung verweigert worbcn war, »on fiieftgen lutfierifd^en 
Oeijißd^en fid^ burften im ^aufe trauen laffen, waö bereite me^r* 
mate gefd^e^en war, wobei benfelben frei gejiettt blieb, gatt^ jie fa^ 
t^oßfcf^ getraut fepn wollten, gwar immer an ba^ ßonftjiorium, aber 
glei^jeitig aud^ an bie fat^olif^e SBefiörbe pc^ gu wenben (K. 102* 
Seil.)* 3«t 3uni 1812, na^bem 3a|ir^ juvor ber Code Napoleon unb 
mit bemfelben bie bürgerliche ©tanbe^buc^fuprung eingefßffrt worben 
waren, weldpe^ ti^ Snbc 1813 blieb, würbe i>erorbnet, baß j^infort ba^ 
(Sonjtfiorium unb nidpt bie Mairie (an ber ©teile ber ej^emaligen ©tabt^ 
Canjlei) bie nötfiige Srlaubniß gu 4>au^trauungen ert|ieilen folle 
(K. 245)* — ^auötrauungen gu ©adpfenf^aufen follten nad^ einer 
SSerabrebung im 3unv 1817 nur t)on ben bortigen ©eijili^en Der* 
rid^tet werben, nm baö burc^ bie merflid^ getrennte Dertlid^feit j[en* 
feitö be^ Sluffe^ nod^ bejiel^enbe wofilt^ätige ©emeinbeoerfidltniß 
ni^t lodCerer gu machen (K. 481)* 

§. 207. SÖenn frembe Familien f>ieri^er gogen ober Sinl^ei* 
mi^m bie (Srlaubniß ert|ieilt würbe, fid^ an^n>&xtö trauen gu laffen, 
fo würbe unb wirb nO(^ jeftt bie glaubwfirbige Sefd^einigung 
ber S^rauung geforbert, t^eiia gum Seweife if^re^ Don ®taat unb 
^ird^e gebilligten 3ufammenleben^ , tf^eil^ gur Segrunbung ber e|ie* 
ti^en Oeburt if^rer Äinber. ©old^e liegen i>or t)om 30. 3an. unb 
1- 3ulv 1592 unb t)om 7. gebr. 1703 (V. 373. 863). 



— 182 — 

§• 208» Sdii in btc neueren ^tiUn »erlangten öftere etni^cu 
mij^c ober auswärtige ©erid^ie, bag btejentge ^erfon, weld^er ein 
gib auferlegt ttjorben war, juöcr über bie Sebeutung unb 5D3td^ttg* 
feit bejfelben »on einem ©eifllic^en »oöflcinbig belehrt, ju dnaa 
jlreng gett)tjfen|>aften SSerfafiren ermaf^nt, unb baß über biefen SBor* 
gang nn fi^riftlidpeg 3^ugmg auSgejIettt werbe* Sine fot^e SBer^ 
Warnung in Oegenwart beS jungem 35ürgermeiflerö, unmittelbar t)or 
einem abjulegenben Sibe, wirb im 3ul9 1734 erwähnt (F. 946)* 3m 
3ul9 1802 würbe ben |)iejlgen lut|)erif^en ©eijilici^en geboten, fuj^ 
für fold^e ©beöwarnungen bereit gu l^alten (K. 106)* ^li^t feiten 
geriet^ man barüber in aSerlegenfieit* 5Wur bie neuere Sabnif^e 
unb 9laffauif^e Slgenbe mt^dltcn für biefe ^anblung ein gormular* 
3war finben fid^ in ber .Sont)entS^3legijiratur itoti gebrudfte Qit^^ 
t)erwarnungen, bie gweite uni;>olltWnbig : aber e^ bleibt M bem öötti^ 
genSKangel einer S^it-^ unb DrtSbejiimmung ungwi^, ob fie für f>icr 
bejiimmf waren unb ni^t ttwa nur jufallig ju ben Steten famem 
— 2)ie ©eiftlid^en felbji lel^nten, wegen 8lnfpru(|S auf S^'otviä^fiQ^ 
feit, 1714 einen gugemut|)eten B^ugeneib ah (E. 214, 219 f3* 3ta^ 
bem fie 1706 mit bem ^ulbigungSeibe t)erf^ont geblieben war«i, 
weil bie l^iejigen ©tiftS-Äanonifer, Somtnifaner unb ßarmeliter ^ify 
ebenfalls ni^t baju bequemten, würbe 2)iefeS 1712 t)on bem Äaifer 
übel i)ermerft, unb ber öffentliche .£)ulbigungSeib t)on i^nen gefo»^ 
bert unb bamalS, wie ferner|>in, geleitet CD. 483. E. 123 f. H. 450 f). 

8. 209. Um fämmttici^e geifllic^e SlmtSp anbiungen giltig 
Joerrid^ten ju fönnen, finb no^) :protej}antifd;em Sir(I;enre(]&te bie 
Drbination beS 33erufenen unb feine Sinfül^rung in ha^ 9lnU 
erforberlid^* Seibe bejweden eine feierlid^e ßrflarung ber gafitgfeit 
nnb SBürbigleit beS berufenen 2(ngeji(I;tS ber ©emeinbe unb fotten 
für biefe, tt>ic für ben Smipfänger, bie Uebernal^me beS geifttic^^en 
SlmteS in feiner ganjen folgenreid^en SBidj>tigfeit ]^ert>or^eben unb 
beibe !E|>eile nad^brücfli^ auf i^r gegenfeitigeS SSerl^ältnif aufmerf* 
fam maci^en. 3nSbefonbere bejwectt bie Drbination burd^ bie aSer-» 
pfliid^tung beS au Orbinirenben auf bie ©runbfäße be^ Sfirijientjiumö, 
na^ ber ?>rote|iantif(i^en unb lut^erifd^en Sluffaffung berfelben, fo 
wie t>nv6) bie finnbilblic^e Cf^mbolif^e) .£)anbauflegung be^ ortitti* 
renben ©eifilid^en unb feiner ttxt>aiQcn ©epilfen (SlffiftentenD auf aöe 
S3et:peiligte ben lebenbigften ßinbrucf iperiJorjubringen* S3eibe J£)anbsp 
langen, Crbination unb ©nfüf^rung, fönnten füglid^ in Sine ju* 



~ 183 — 

fammeiiflcaogm »erben, mnn ni^t We crflere.mc^r eine grHärimg 
ber aßgemetneii gä|itgfeit unb Sürbigf^ii gur Uffccrwai^me eintd 
^farramte^ fiberatt, tt>o bte äußere ©eredpttgung fitngutrttt, ent|iielte 
ttnb beßfialb gen)(finltd^ an bem fix^li^m ^aijiptoite einest (!anbe^ 
»orgenommen wt'rb, au^ mtttelji auJgelJettten Seugntjfeö für ben 
ganjen Umfang ber ^^rotepantifd^en Äirc^e gilt: wogegen We ©n* 
fö^rung nur btc befonberc prrtid^e SBered^ttgung jur Slu^fibüng in 
ftd^ faßt; tt)egi>aft benn auc^ j[ene nt^t, btefe aber Ui jieber SSeränf 
berung be^ SBirfung^hreifei^ ft^ n)teber^oIen muß. j^ie £)rbinattoa 
tt)trb in ber Sieget nur bei Uebernai^me etne^ geijili^en 5lmte^ er^ 
t^eitt jDod^ »erben m^ nid^t feiten ge:prüfte ßanbibaten orbintrt, 
enttt)eber jum33e|iufe einer t)Ottfidnbig?ren Unter jlü^ung älterer ®eiji^ 
liefen, ober um au^wärt^ [bei jerjireuten eöangelifc^en ©emeinben, 
ober enblid^ al^ ©enbboten unter ben 4>eiben t{)ätig fe9n gu fönnen. 
3)od^ wie not^toenbig au^ bte Drbination, aW eine fejir »irffame 
unb fegen^rei^e 4>önblung erfc^einen möge, fo bleibt bod^ nad^ )fxo* 
teflantif^er Slnjid^t bie ÜWeinung t)oßig au^gefc^loffen , aW fep fie 
ein »on ß|>rifiu^ ober ben 2l:pojieln eingefettet Sacrament, mU)t^ 
befonbere SÖSunbergaben be^ ^. Oeifieg ert^eile unb bem Sm^)fänger 
einen unau^lofd^lid^en ßfiarafter aufj^räge* Söcreit^ im 3al^re . 1580 
wirb in ben ©äd^fif^en @ euer atSlrtif ein über benDrt ber bamaW 
fd^on übti^m Drbination SJerffigung getroffen CBoehmer jus eccle^ 

prot. lib. I. tit. XL. §. IX— XL XVn. XVUL XX XXV. SQSiefe 
Äird^enr. ffl. 166 f. 170 f. SRi^ter Äird^enr. 1848, §. 172)* — 
2lud; l^ier tourbe bie Orbination jur gü{)rung be^ geijilic^en Slmte* 
^r fo notf^wenbig erad^tet, baß auf bie au^ unbefannten ©rünben 
berjögerte Drbination eine^ angejietiten ^farrerö am 2. gebr. 1648 
unb auf bie eine^ Ui ben l^iejtgen Ärei^trup^jen angejiettten. gelb^ 
!|)rebiger^ am 7. 3am 1691 gebrungen tourbe CA. 243. D. 13. 

8. 210. 3n ben l^iejtgen Slgenben öon 1689 an finben jid^ gormu^ 
lare fowofil für bie Orbination, aW bie Sinfüi^rung. ©ie rühren wafir^ 
ft^einlid^ »on bem fiiefigen ®ei|ilic^en M. ©ebaft. gigulu^ Ct 5.3ul9 
15903 f^er, welker jene^ bei ber erjlen am 27. "^^ai 1588 »orgefommenen 
Drbination angewenbet ^at (lY. 173). 2)a6 Drbination^^gor^ 
mular iji folgenber STOaaßen befd^affen. 9iad) 13 einer Slnrebe an 
bie ©emeinbe unb 2) einem ©ebete, werben 33 bem gu Drbinirenben 
bie aSürbe unb ^flid^ten feine« Slmte« au« 5ßibelfielten QU Xim. 
3,i--7. 14. 16; 2. Xim. 1,6. 7. Sl^)ojigf(^. 20,28—313 oorge^aU 
Un unb 43 l^ierau« in ber fräftigen 2Beife je,ner 3eit Folgerungen 
gegogen: //9iun wohlan, lieber ©ruber, m^ ben V)orgelefetten Sffiorten 



— 184 — 

t>n p. ©d^rift ffJrt t^r, baß un« ni^t mtU befohlen, ©dnf 

ober fffll^e gu ^ttn, fonbcrn bte ©emeinbe Ootte^// bann 

»irb er 5) auf biefc golgerungen, fo »tc üitvpanift auf btc 1f. 
©^rtft unb //tt)ie fic in ber Slug^burgifd^en Sonfefjion C1644 unb 
1688 an^: berS(poIogte berfelien unb ben 3 aUgememm ©Embolen 
(Sefenntniffen) ber Äirc^e, bem aipopoKfd^en, iRtcänifd^en unb ^t^cu 
naftamf^en), ben beiben Satt^i^mtn Sut^er^ unb bem @oncorbien^ 
bu^e tDieberl^oIt unb erflfirt werben, fo tt)te auf alle ^rijHid^e £)rb< 
nungen ber granffurtifc^en Äir(i^e, enbltd^ auf ben fßoxpatt: //SOSottt 
i^r eu^ aud^ fetner brüberlicf^en ©träfe entgegenfeften unb, fo t)tel 
t^r beö Äird^enbtenfle^ fialben 3^t unb SBeil fiaben mögt, fleiftg 
jlubtren, bamit t^r eud^ baju attejeit beförbert, baß t|ir ber ®e# 

meinbe Ootte^ tdglt^ mit mel^r Sluft unb Sefferung bienen 

fonnt?// bur^ ein breifad^ea 3a t)er!|>pid^tet^ hierauf fd^Iießt ft^ 
6) bte (Sinfegnung mit Auflegung ber ^anb im 5Ramen ©otteö be^ 
3Sater^ u* f. tt)., wobei ber ju Drbinirenbe fniete, unb 73 bad 
©d^lußgebet mit bem Äird^enfegen. 3« ba^ lefttere l^attt ber ungc^ 
fifime ^art^eieifer jener 3^^ bie SBorte einfließen laffen: //SQSottejl 
au^ bem leibigen ©rauel be^ ^a^)jie^ unb ÜWaf^omet^ u. f» tt>- 

jieuern// X>ai Sonjtjiorium f^ielt am 4^ Sfug. 1772 ffir gut, 

wenn bie angefüf>rten SlBorte wegen ber |>iefigen gemifd^ten @inwoi^* 
nerfc^aft burd^ fdpidKi(^ere erfeft würben, worauf man fogleid^ einging 
CJ. 86. VIL 113* 

§. 21 1. 3u Snbe be^ 16. unb Slnfang be^ 17. 3ai^r|^unberW 
würben Drbinationen unb (ginfü^rungen »or^er ^on ber (Sanjel ^cv^ 
ffinbigt, wa^ man ^roclamation nannte (T. 12313. 3m ^ai 1673 
f4>eint bie ^roclamation unb SSorflettung be^ ^f» SRitter Don ber ßanjel 
xjorgrtf^eilung beö Äircf^enfegen^ gefc^efjen ju fe^n (B. 3353* 2lm4*?lug. 
1680 befd^toß ba^ 5Winijierium , bie Orbination me|)rerer berufe^ 
ner ^rebiger foffe in Siner ^anblung gefd^e^en, )a>k e^ au^ fc^on 
1588 bergatt gewefen au fepn fc^eint QC. 1313. 2lm 4* 3un9 1777 
befc^loß ba^felbe, alle feine 3Witgtieber fottten ber ^anblung, auf bem 
aitare Pe|)enb, beiwohnen CJ- 1953* 35etbe^ ijl feitbem Ui jcber 
Orbination für ein f^ieftge^ öffentliche^ Pfarramt beobad^tet worben: 
in anbern gätten ijl in neuerer S^i^ uur m befonber^ erwä|>tter 
Hu^fd^uß bea 5Winifierium« gegenwärtig. — 3ut SWap 1718 ereig* 
nete jl(|> ber wunbertid^e gaK, baß dn »on bem ffiatpt jum ^rebigt* 
amte gu 33oname^ berufener ßanbibat SCag^ t>or ber anberaumten 
Drbtnation entflog unb burd^ feine SSerwanbte »on Oelnl^aufen ju* 
rucfge^olt werben mußte, ffein SWenfd^ begriff Ut Urfad^e, unb bie 



— 185 — 

rtum imittu nur bte wkUx^olU @ntf(i^uft){gung ^ er l^abe ed au^ 
Sef^urgung geti^an, utib bte (Ernfirung, er ffi|ile ft^ unnofirbig unb 
tt^erbe bafier uttglfi(f(t^ fepn« 3rgenb etne ©etDtffendbef^tperung 
ergob ft^ nt'^^t, aber üKc^rere^ beutet auf ^)tett|itfi^e J&erjen«get^ 
(ntrf^ung^ unb e^ fef^Ite nt^t an @o^en, bte i^m dtttl^t gaben* 
Darum würbe bte Serufung »o^t ^r biefeö Wlal jurfidgenommen, 
er aber, fonfl tfid^ttg unb unbefc^otten, 2 ^af^re f^)fiter ju 5Rteber^ 
erienbai^ angefieOt (E. 403—408). — Um 26. Cct* 1785 würbe 
ber berühmte ^rofeffor Dr. ©abier t)on ^ter, juleftt erjier ^rofeffor 
ber ©otte^gele^rfamfett a« 3e«a, l^ter orbtnirt, unb i^m barüber em 
latetntf^e^ 3f«g«ifi ausgefertigt, bet)or er tin Ce^r^ unb banttt »er* 
bunbenes ^rebigtamt auf ber ^o^fdpute ju 8lttorf öbernafmi CJ. 440 f). 
gelb^ unb Sajaretfiprebiger würben öfter f^ier orbtnirt (D. l. J. 771). 
3m 8lug. 1796 würbe wegen ber ÄnegSgufldnbe ein neu ernannter 
f^iejtger Pfarrer ni^t in ber Äird^e orbtnirt, fonbem in ber (5on^ 
t)entö^@tube beS ^rebiger^üRinijieriumS CK. 12 f). 

§. 212. 2)aS Formular ber (Sinfäl^rung eines fd^on on^ 
berwärts orbinirten ^rebigerS, glei(^ ju Slnfange ber Hgenben Don 
1589 an, befleißt 1) an^ einer Slnrebe an bie ©emeinbe, in mt^tv 
es fogleic^ l^eißt: ^/2öir ^aUn i^n auf Sefei^t eines e|irbaren, wof^t 
weifen Statins in unfern wo^entlic^en @ont>enten (Sonftflorium gab 
eS t)or 1728 nid^t) feines ^erfommenS, CebenS unb feiner Se^re 
|>alben befragt unb »erhört unb, fo i>iel wir beftnben mögen, ad^ten 
wir, er werbe fol^^ ein Äird^enamt gu oerwalten unb gu »erfe^en 
tauglid^ fepn.// — ^la^itm f^ierauf 2) bie SBürbe beS ^rebigtamteS 
l^eroorgei^oben ift, folgt bie Srmal^nung an bie ©emeinbe, biefen 
©eetforger wittig anjunef^men. ©e^r treul^ergig wirb bann fortgc^ 
faf^ren: //Slad^bem aber ©t. ^auIuS 2. Sor. 4. fagt, baß fold^e 
®(^ä$e in irbifd^en ©efdfen getragen werben, womit er anzeigen 
Witt, baft ©Ott, ber 3lttmäd^tige, nii^t bur(^ Sngel, fonbem burd^ 
arme, etenbe, fd^wad^e unb gebred^Iid^e STOenf^en fol(^e feine Slemter 
. — Derfe^en lajfen Witt, fo woöen wir m^ erinnert unb gebeten 
l^aben, ob biefer euer Pfarrer — auS menfc^Iid^er Stöbigf eit, an fei* 
nem ?eben unb SBanbel fi^ ni^t attwegen fo oottfommen, ats fei^« 
nem ^o^en Smte wo|>I anfielet unb gebort, |iarten würbe, baß i^r 
tu^ nii^t leic^tlid^ barob ärgern, fonbem ein d^rijilidpeS, freunblid^eS 
SKitteiben mit i|>m |iaben unb ©Ott, ben SlHmad^tigen, l^erjlid^ unb 
fleißig für ipn iitun wottt, wie er benn aud^ i^inwieber in gleiten 
gatten ftd^ gegen euc^, alS feine ^farrfinber, c^rifttid^, freunblid^ unb 



— 186 — 

miÜeiUntliä) erjetgeiti ^Iten unb ®ott tttvXi^ für eud^ iiitm foK/ 
bamtt Smer it6 ^nbemSafi trage^ n)ie @t $aulu^ fogt^ unb alfo 
baö ®efcjj ®otte« erfüllt »erbe» 9lutt; ber J&err fegnt i^n, baf er 
»tele gru^t iritige^ Stoim» hierauf fotgt 3) ber Äird^enfegen» — 
Setbe Formulare futb tidngfl ni^t me^r im ©etrau^V f^S^^ ^^ 
»on SSenigen gefamit 

9* Rit^li^e 2ei^enfeiet. 

S. 213. Der berüfimtc 3ö|>* ®er|>arb (+ 1637) fagt in fei* 
nen loc theolog. T. XVII. p. 94: 3tt unferer eioangetifd^ett Ätrd^e 
(ij^tH man Ui bem Seid^etübegängm^ ]^au!ptfä^It(^ auf ben ®c^ 
fang bon Äirc^enliebcrn unb auf bte 8et(^enrebe an^ ®ou 
M Sßort Sediere bient gur Sele|irung ber icUnUn, 2ur Srofiung 
ber Srauernben unb jur onßänbtgen (Sm:pfe^Iung Qum e^renben 
®ebä(i^tttijfe) beö Serflorbenen, ti)öbet jebo^ au i>eri^üten tji, baf fte 
nid^t jur feiten Sobrebe tt)irb* 3n btefer SBetfe fdpeint antl^ l^ier 
»erfafiren ttjorben ju fep* 3n ber SSorrebe ber Hetnem ausgäbe 
bei^ crjien granffurtif^en ©efangbud^ed öon-1570 iji bemerft, baß 
man Cjur Slblürjung) bte ©rabßeber ^dbt wegfojfen muffen* 3m 
3ul9 1628 würbe befd^toffen, btei®rabgefdnge »ieber in bie alte 
Drbnung gu bringen, unb im ^a^xt 1669, bejutfam iomit Ui 
©enen gu Derfaf^ren, »el^e offenfunbig m firgerltd^e^ 8eben geffif^rt 
l^dtten. 2)enn bie gew6|inli(l^en ®efattge tt)ottte man bei SSeräd^tern 
be^ ^. 3lbenbmate^, firc^Iid^ abgefonberten unb ©elbjhnörbem nid^t 
onwenben* d^ »urben bann, fiatt Xxo^^ unb grieben^tieber, ©uf* 
lieber gefungen, unb feine lobenbe, fonbem biöweilen fogar eine fe^r 
fd^arfe Slbbanfung Cgefc^riebene 2)anffagung an bte ?etd^enbegteiter, 
tt)eld^e tjorjulefen, im 2)ec* 1628 bem aSorftnger aufgetragen »urbe, 
unb rod^t öfter eine fleinc ©tanbrebe entfiteft) gef^atten qA. 11. 

647. B. 139. 186 f. 313 f. 648. C. 448. 466. D. 172 f. E. 192* 

242. F. 763. 989. H. 1113. Sltö aber im 2)ec. 1766 M bem Son*^ 
fflorium angefragt tt>urbe, tt>ie mit b«r Seerbiguug offenbar ®ott* 
lofer oerfal^ren werben fotte, gab ba^fctbe ben Sef^eib, man möge 
fold^e gätte angeigen (H. 470). ©alb gu Slnfang biefe« 3a^rf^ttn* 
bert^ mußten bie alten ©ingc|)öre auf bem ©pmnajtum CSonfiporiat 
Orbnung oon 1774, beigebrudCtc ©pmnaftal^Orbnung , 2lbt^. 4. 
$. 13) avi^ SÄangel an Schülern aufhören ober würben mXmt^x 
attmdlig bcfeitigt. 2)a aber ba^ 93ebürfniß t>on ©rabgefängen blieb, 
fo bemäd^tigte ftd^ ber an bem @t. ^eter^'^Äird^fiofc iool^nenbe ©d^ut 
leerer biefeö (£rtt>erbgtt>eige^, begünjiigt burd^ bie bamaßgcn Umftanbr, 



— 187 — 

Yoai aber, aU ber ©d^utc naä)ifynliQ, aufj>6ren mußte* t>a^ Sihgm 
bei Seerbigungen , cnt»eber t>ott Slnfang ber ©d^äfergaffe bte auf 
ben ©t. ^etcr^^Ätr^^of, ober i>om ©tngange beffeften ober nur am 
@rabe würbe mit entfpred^enben ©ebüren ben Äinbern be« 5E5aifett> 
Jaufe« übertragen (K 623—627), waö jtd^ aber ebenfatt^ balb »er^ 
lor. — 1675 würbe über ba^ lange Surüdfegen ber ?eic^en^)rc^ 
b igten geKagt; e^ war jebo^ bem Uebeljianbe ntd^t abjuffelfen 
CB. 621). 3m 3a|>re 1714, 1720 unb 1727 wirb unter ben 3rtt 
raubenben Sefd^äfttgungcn ber (Sd^ti^m aud^ ba^ ?Wttfa|>ren bei 
Segrdbttiffen ertt)d|>nt (TH. 110* E. 242. F. 511). Sluferbem jinb 
gebrudtc Seid^en^rcbigten t)or|ianben, weldpe U^ ober bie erfle^alftc 
bc^ t)ortgen 3a|fr|>unbertö in mehreren Äirc^en gehalten worben jtnb. 
25ie SWitwirfung ber (Seifili^en fd^eint jtd^ alfo auf bie Ceid^enipre^ 
bigt in berÄir^c unb gtoar nur, wenn jie bege|irt würbe, befd^ränft 
3U ^ahttL Unb btefe würbe entweber, wenn fte mitfu|>ren, unmit^ 
telbar nad^ bem Segrabniffe ge|>atten (G. 362), ober nai^ aSerlauf 
einiger S£age, ^icMdl^t nod^ f^äter* 2)iefe Setd^en^)rebigten XitxUxtn 
ftd^ attmättg, unb nur ber eigene angefiettte Cei^enbitter Cparentator) 
^ielt auf SSerlangen eine Weine Seid^enrebe Cparentatio). — 3'n 
3a|>re 1678 fal^ man e^ nidjit gern, baf bie Sleformirten fetbfl ben 
3f^rigen eine fold&e SWebe ^iiiun (C. 15 f. 18 f). — Äir^ttc^e 
Seid^enbegängniffe mit ©rabreben t)on ©eiftlic^en, fel^r feiten aber 
mit ©rabgefcingen ober Xrauermufif, würben feit Eröffnung be6 
neuen griebl^ofi^, jebod^ Ui Sffieitcm nid^t in allen galten, üblid^. 

S. 214*. 2)a bie Slgenben nic^t^ über biefen ©egenjianb ent^ 
l^alten, fo ifi bie Sei^anblung gang frei gegeben* Dod^ wäre eine 
Slgenbe fe^r wünfc^en^wert^, t^tit^ wegen größerer ©lei^förmigfeit, 
t^dU weil m^t fetten bie Sdt ju genauerer Vorbereitung fe|)lt, 
inbem man oft erji fpät angegangen wirb, bie Mi^t gu begleiten, 
i^dU cnbti^ weil eö in mand^en gdtfen fogar rati^fam ijl, ^x6) ganj 
im Sllfgemeinen unb an genau abgewogene SQSorte ju l^alten, 
bisweilen anä) weil man mit ben befonbem !perfJnlic^en S3er|)filt* 
nijfen nt^t f^inlängtid^ befannt ip* — Seltener wirb 5E>on ben Se*: 
t|ieitigten eine fird^Iic^e geierlid^feit am ©arge, im gamilienfreife, 
gewünfd;t, wel^e, mit Beobachtung ber not^wenbigjien ftrd^Iidpen 
Sefianbt^eite, in fonfJiger ^inftd^t ganj ben befonberen Umjiänben 
angefaßt werben muß* 

§* 215* Ueber bie Segleitung t)on aSerbrecf^ern gur fÜi^U 
fldtte burd; ©eiftlic^e finbet ftc^ eine Orbnungöübung (A. 674)* 
©ie würben guerp längere 3«t im ©efängniß U^\xä)t unb i)orbe* 



— 188 — 

rettet, ani^ (te ni^t lut^ertf^en, fogar bte fSti^^tn. jDen tat^o^ 
li^^tn Oriplt^m, xoüi^c ben S3efud^ t^rer ®lmitn^^txxoanWn , fo 
tok aud^ tl^rrr Jtranfen im ^^^pitaX, in %n^pvu(fy nahmen, tonrbt 
Wefcd tti^t gejiattei — eine nt^t ju btfftgenbc Uttbuftfamfdi jicner 
3ett/ bie aber an anbern Orten an^ gegen bte Sut^eraner ausgeübt 
ttjurbe CB. 378 f» 391. F. 763 f. 768. J. 388 f. SBöfimer 39 fO* Dicfe^ 
^erf^altniß l^atte einen auffadenben 93organg jur golge, n)0 beibe SCl^eile 
in ni^t ganj »ürbiger SBeife bemüfit waren, ft^ gegenfeittg ju 
ilberiijien, um ju tj>rem 3»«tfe ju gelangen* 3m Oct* 1750 fotttc 
tin aSerbre^er l^ingeri^tet »erben, ber feinem ©tauben treu iticb. 
Um bemfelben bie SCrö^ungen ber fatf^oßft^en Äir^e in irgenb einer 
3(rt }u bet^fitigen, ^attc ber £)ombed^ant be^ l^ieftgen Sart^olomäi^ 
©ttfteö mit einigen Äanonifern unb Drbenöleuten ben ^kn gefafit, 
in einem ©afl^aufe auf bem @teinn)eg, ba^ einen fat^olifd^en 93e«^ 
ft^er l^atte, unb an ml^tm bie 93erurt|^eilten nad^ ber 9tid^tftätte 
^)Pegten herbeigeführt ju »erben, i>on bem genfler fierab bem Strafe 
ling jujurufen, ben Segen ju ertf^eilen ober tt>o^l gar bie aWonflranj 
entgegen ju l^alten. 2)er ^ten würbe Slbenb^ »orfier »errat^em 
2)a|>er gab man f^of^erer ®tit^ ben gei^eimen Sefe^t, ben aWiffet^ter 
Cau^ bem ©efängniffe |iinter ber (St Äat^arinenfird^e) über ben 
Keinen 4)irfd^graben unb Stofmarft an ben neuen Käufern CöflKd^ 
t)on ber ®taU<Mtc) ^in ju füfiren. 2lu(^ biefeö würbe eine fiatbe 
©tunbe t)or|>er rud^tbar* 2)ie fat^olift^e ©eijHid^f eit trennte ft(^ nun 
in 2 Steife, beren einer in bem ^aufe eine^ ÄatfioHfen unter ben 
neuen Käufern, ber anbere in ber SBo^nung eineö Äatfiolifen in 
bem ^aufe neben ber weißen ?iKe feinen ©tanb na^m* SDieß 
würbe fogteid^ bemerft. 2)ai^er ließen bie begleitenben ^rebiger ben 
®efang fd^on auf bem SRofmarft anjiimmen, bamit ^ierburd[> Hn 
etwaige^ Burufen n. f. w. nidpt vernommen werben Wnne* Site aber 
ber 3ug an ben neuen Käufern i>orbei fam , legte fid^ ber 2)onu 
bed^ant mit ^atbm iriit bem genfler l^eraud unb rief bem SBerur* 
tpeilten ju* 2)ad SBolf bemerfte 2)iefe« nic^t fobalb, aW e« anfing 
8U i^xtitn, gu fd^im^fen unb mit (Stmm nad^ bem %m^tv gu wep» 
fen bro^te. 3n bem baburd^ entjianbenen S:umutt fonnte nun frei* 
liä) nid^t^ t)ernömmen werben» 8ludp aU ber aSerurt^eilte ftd^ nac^ 
bem ^aufe umfefien wottte, würbe er baran gefiinbert, baß er alfo, 
wie gefc^rieben jie|it: //mit ®otte^ ^itfe gtücfßdp vorüber fam unb 
feinen Sobe^gang unter anbäd^tigem Seten unb Singen ungejidrt 
fortfeete// CG. 622 fo! 

S. 216. grügge CH. 413) fagt: baß ^rebiger ber ?ei(^e )^ox^ 



— 189 — 

angepen'/ ifi etne alte Sitte; be^glet^ett; baß ^inber^ 93em>anb(e 
unb ^reunbe ber Seu^e folgen. SDal^er tourbe 1674 gerügt^ ba$ 
ber Uibli^c (&nUt, unb 1677, ber ©d^tptegerfoj^n nt^t mit jitt 
Cetd^e gegangen fey, aud^ feine Äinber ni^t l^abc trauern laffem 3« 
^ayxc 1702 ging ber ©^»ager ni^t mit ber Cei(^e feiner B^)»if 
gerin au^ «^aß gegen biefetbe (B. 438» 646. D. 398). — (Seit (griff* 
nung be^ neuen t)on ber @tabt iitmii^ entfernten S^ebpcfö im 
3a|fre 1828 CBa^^tti^au^tn bejt$t feinen eigenen, nai^gelegenen} würbe 
in golge ber neuen Segratnigorbnung bie (ginrici^tung getroffen, 
baß ber Sei(|ienjug »on bem ©terb|iaufe U^ wx baö SC^or gei^t, wo 
er jtd^ auflöji, unb ba^ Ui Sut|ieranem unb ßat^olifen t)orgetragene 
^reuj abgegeben unb aw'^ütfgetragen wirb, dx^ am portale be« 
grieb|>ofeö orbnet jt(^ wieber ber 3wg/ ««b ^^ tt>irb atebann iai bort 
iefinblid^e Äreuj »orgetragem SBegleitet ein ^©dfllic^er bie Ceid^e, fo 
gel^t berfelbe in ber @tabt gewö^nlic^ mit ben SSerwanbten leintet 
bem ?ei(i^enwagen. 9Sor bem SCi^ore feftt er ftd^ in bie Srauerfutfd^e 
W^ inm griebf^ofe. SBon ba gel^t er öor bem oft »on greunben 
be^ Serjiorbenen getragenen ©arge j^inter bemÄreuje, weld^e^ eien* 
fatta oft i>on Sreunben getragen wirb. — Seit 1831 fam in er* 
freulid^e Uebung, baß Ui bem Ceid^entegängniß eine« @eijili(]^ett 
luti^erif^en, reformirten ober fat|ioKfc^en SBefenntniffe« bie ©eifitid^* 
feit ber jwei anbern Sefenntniffe Beauftragte au« tprer 5Witte fanb* 
te, welche bie Cei^e begleiteten. — 3w ben bienfltfmenben Seid^en* 
begleitem QZxaQtxn), weld^e tin (Selbgefd^enf em^)ftngen, würben 
dfter« bie Sanbibaten (fon^ ©tubiofen genannt) gewallt, weld^e 
bur(i^ i^re geijlli^e ^mtitxai^t, eben fo wie bie ©d^uKel^rer/ ein 
Ceid^enbegängniß feierlicher mad^ten. SDaf^er beflagten ft(^ biefeften 
1695 über ben bamaW fd^on t)or]^anbenen Ceid^enbitter, baß er iii 
foldpen Seid^en widffirlid^ unb o|»ne eri^eblid^e Urfad^e einen ober 
ben anbern fiberginge unb anbere bejiette, bie nid^t in numero fe^en 
C$. 56. p. 140). 3m 3afire 1766 befd^werte ftc^ ber Äirc^enbie* 
ner, baß er bei ber Cei^e be« Pfarrer« Äettner fibergangen worben 
fey. S« würbe ifym bie Sn^^txnn^ gegeben, baß er fortan jebe« 
ÜWal bei ^rebigerleid^en aU Äreujträger bepettt werben fottte (H. 
456 f.} — @^on frfij^ würbe fiber man^erlei Unorbnung geflagt 
3. S3., baß bie ©d^filer be« ©efangc^or« iti 9lennung be« 3lammi 
3efu nidpt an ben $ut griffen, l^au^Jtfäc^Iid^ aber fiber ba« ju lang* 
fame SIuf|ieben be« ©arg« burc^ bie Präger, ba« aHju weite SIu«* 
einanbergei^en im 3uge unb fiber ba« 3^^^ti nad^ bem SBegräbmffe; 
aud^ fiber Unorbnung iti 3la<fyütii^tn unb baß fte fo Qmtin wfir* 



— 190 — 
im CB. 308. C. 89 f, 492. 508* D. 105. 139. 176—178). ««^ 

würbe öfter SBefd^werbc eri^oben über bert truttf enen 3^^b ber bem 
fiaflenamt untergebenen 2;obtengräber/ (efonber^ ju ©ad^fenfiaufen^ 
mt^t 1>aÜ> ein ®rab ju fletn machten/ iaü> ni^t an ber Seid^e 
tragen fonnten^ iali, wenn fte ba^ ^reuj bem S^räger abgenonnnen 
l^atten, nid^t aufregt ju erffatten waren CB. 412. 565. 571. C. 4 f. 
42. D. 99—1013. am 9. 3un9 1761 würbe auf Antrag beö 5Rt^ 
tttflerium^ t>on bem dtat^c )>erorbnet^ Setd^enbeg&ngniffe an ®wn^ 
ttttb gejitagen bürften erji na^ ber 9la(|»mtttagö*^rebtgt ©tott ftn* 
ben« (^^ f^^eint, ba^ e^ ntd^t bur^gefüi^rt werben fonnte^ benn alä 
im folgenben 3a^re ba^ (Sonftfiorium auf Sbflettung ber %tüfyXtl(!^tn 
an @onn^ unb ^^tertagen antrug^ befc^Io^ ber Biat^ am 16. jDec. 
1762, man fotte e^ bei bem bt^^erigen ©ebrouci^e laffen. 2)enno(l^ 
würbe ba^ Serbot am 9. Sun^ 1763 unb im Oct* 1777 wieber 
ongefd^drft CVHI. 90. H. 322. 366. J. 203). Slm 3. gebr. 1820 
»erfugte ba^ ßonfijiorium auf Slnjeige be« SKiniflerium^, baf , t^HU 
wegen ber Störung ber fonntagli^en SWorgen^ unb 9ia(i^mittag«* 
lird^en, ti^eiW wegen ber ©rabgefänge ber SQSaifenfinber, bie Seichen 
im Sommer in ben 2Rorgen{lunben Don 5 bid 8, im Sinter loon 
7 ii$ 9 Uf»r beerbigt werben, aud^ Ui mititarifd^en M^cn im S3or^ 
überjiefien an einer ^ir^e, wo gerabe @otte^i>ere|irung ©tott ftnbe, 
trommeln unb aWuftf fd|>weigen fottten CK. 623 f.). 

S. 217. 8lu^ über ben Hufwanb Ui Ceid^enbegongniffen ftn* 

bet ft^ mand^e^ Sead^tung^wertffe. S)al^in gel^ört gttt)i^rberji ba^ 

Segraben in ben^ird^en. 3m gebr. 1530 gebot ber dltat^, ba§ nur 

in ben Äird^en unb auf ben Äird^lpofen »on ©t. ^eter unb JDrci^ 

fonig begraben werben burfe C^titter 144). Sieffenungead^tet wur^ 

ben bi^ in iai 18. ^a^x^micvt, unb fogar nod^ 18 11 in eine 

$rü[)at^Saj)ette ber SBeiffrauenfird^c, angcfel^ene ^erfonen ju ©t. 

Äatl^arinen, @t. 9iifotai unb gu ben weifen grauen beetbigt C^er^ner 

IL. 2,36 fo — 3nt3a^re 1666 würbe ba^ iiberipra^tige ©d^mfitfeit 

ber Mä)tn Ui ©träfe t)on 20 ^titfy^t^aUtn gänjltdli ))erboten, atfo 

baf einem Sunggefetten, nid^t xm^t aU Sine Ärone, jiner Sungfrau 

nur (Sin Äranj erlaubt würbe C8er^ner 11. 2,38). Sei Sfnwefen^ 

l^dt ber laiferlid^en ßornmiffton i)erorbnete biefetbe in einem ©ef^tti^ 

t)om 20. J)ec 1725 C<5ap. I. 17), bag i>on ben ©eburen C^luf-^ 

wanb^jieuern an ba^ Äafienamt) für ©affen«^ Qmnn ^on einem 

©d^ülert^ore auf ber ©träfe gefungen würbe), yiatl^t^ (bü gadtel* 

f(|ein) unb Äutfc^enkic^en Ctt^^nn a;rauerwagen folgten) Jftiemanb 

frei fei^n fottte, ber fid^ nic^t über ; tint red^t^träftige Befreiung 



— 191 — 

bat>on ou^tt^effen Unnt. Slu§er anbern Ratten avi6) btc Oetjltid^en 
Dtefe^ für fid^ unb bte 3l^ri9en in Slnfprud^ genommen, t^dU \xa^ 
^erfommen, t^tiU an^ ©rünben ber StKfgfeit (T. 41. 503* 509— 
512- Vin. 87. ©{ferner 68 fO* 9?ö(^ einem Slatl^^fd^rujfe Dom 2. 
@e^)t. 1728 folften, fiatt ber bt^ bal^tn übKd^en fojibarenf Cetd^en^ 
fränge (®t\^m\xd), totl^e bei lebtgen ^erfonen an ben Setd^enioagen 
gel^ef tet^ bann über ben @arg QcUQt unb in ba^ ®rab mitgegeben 
»urben, breierW (tnetaüene) fronen, loergolbet, t)erfttbert Cunb, 
tca^ ni^t bemerft ifi, x>kUtii^t Yok ju J&anfen, »on »eifern Sted^) 
t)on bcm Äafienamte angef(]^afft, gegen t)erfcl^iebene ®ebfiren al^ 
©c^murf be^ ®Ärge^ gebraud^it unb bann wiebrt gurfirfgegeben koer^ 
ben CVni. 893. 9^bem ber ^rd^i^of ju ©ac^fenf^aufcn im 3a|>re 
1811 unb ivt gränffutt im 3af^re 1828 auferl^alb ber 6tabt ge^ 
legt CK. 218. 235. 253), unb tint einfad^ere, jireng ge^anbi^abte 
Segrabniforbtmng eingefttf^rt worben, erlofd^en alfe jiene (Sebüfen, 
unb ber öbetma^tge Sfuftoonb, ber nur gur 9?acfieiferung retjte unb 
oft eine toef^t^uenbe Sprenfatf^e würbe, pörte t)on felbfi auf. 



91 ad) träge. 



\ - 



\\ 



§^218* 6^ ijl 3U bemerfen: ' 

JU 5* 71. Slbermolige ©ewegungen ju Anfang beö 3af>re^ 1852, t>rr^ 
anlaßt buxä) ben 5Wad^brurf be^ Äird^enjettcW in öffentltd^en 
Slättern, ffaben noc^ ju feinem Srgebniß gefüffrt. 
ju$. 81. 3o{^. griebv. »on SÄe^er iji aud^ ber aSerfaffer be^ ?iebed 
in unferem ®efangbud|>e N? 388: Saß in meinem ^ilger^ 
tteibe u. f. ». 
ju§. 87. J)ie 33u^]^änbler ^liefen bamald Sud^föl^rer (Scr^ner I. 
1, 439). 3Wan jlreic^e bai^erba^gingeHammerterCÄir^en?).— 
2)aö in ber Slnbreafd^en Sud^f^anbtung 1720 erf^ienene 
granffurter ©efangbud^ war burd^ ^f. @ee(ig mit einer 
Sorrebe oom 19. SDtdrj 1720 t>erfe]pen, toeld^e Ui einer 
neuen Sluflage 1728 toieber i)orgebrudtt würbe. Sie weifl 
auf eine fc^on frühere 2lu6gabe i>on 1711 ^tn. 3« biefer 
aSorrebe iji erwähnt, baß ber ©enior Dr. Slrculariu^, 
balb nad^ feiner Slnfunft basier 1686, auf bie ©nfill^rung 
ttod^ mef>rerer Cteber fott>o|>I für ©onn* unb gejitage, aU 
fär bie fibrige ©otte^^erefirung bebat^t gewefen fey, fo baß 



— 1-92 — 

anä) bcr bt^ ba^tn breiwo^entlic^e Äret^ ber 23etjiunbßeber 
auf 5 SBoc^en erwettert werben Jonnte Ct^ergL §♦ 57)* S3ei 
biefer Oelegenf^ett wirb bie i>on 2lrculariu^ //oii einem an* 
beren Orte gefci^riebene// Sleu^erung über ba^ Sieb: 3efu, 
meine greube u. f* to. angeführt CotVQL 8* 78)* 

3u8«l02, 6^ iji atterbinga wunberlic^, ba^ in einer ni^t ganj 
Keinen, ^o^m unb gewölbten Äir^e baö @^iel einer Cau tc 
beliebt würbe. Slnfang^ tt>ax ju t^ermut^en, e^ möge Hn 
anbere^ S^onwerfieug gemeint fei^n, aW jene^ runbbaud^igc, 
oben platte unb mit einem langen ^alfe öerfe^ene, weld^eö 
ber ©uitarre äfynlii^ iji unb wie biefe geft>ieU wirb* 3nbe§ 
befd^reiben bie älteren mujifalifd^en ©d^riften niij^t Slnbere^, 
aU voa^ wir nr>^ je^t iantc nenneut S^ ift aber anju^ 
nej^men, bag bamit bloß ber Äunjigefang begleitet würbe, 
unb aud^ no^ anbere J4>nwerfjeuge mitwirften. 

3uS*l88. ©ie ©d^udC@c^u4>)fc^e ©(]^aufi>ieler^@efettf(^aft tntp^xiQ 
baö ^* Slbenbmat ju Sornl^eim ben 9» Dct. 1748 C®om* 
l^eimer ^farr*2lcten). 

5Ra(|foIgenbe J)tU(Ife^ter beliebe man ju t^erbeffem: 
©eite 9, 3eite 2 Don unten, lie^jiatt: i6, bi^. 
// 22, // 7Joonoben, // // ©ewälbe, ©emdibe» 
// 32, // 16 Donoben, // // ©elobet fe^ ber ba fommt, 

aWattf». 21, 9. ©etobet fe^ ber |)err, Suc. 1,68. 
tf 127, // 7 i>on unten, Ke^ fiatt: ausgebreiteten, auSgeÄtb^et«* 
teten* 



3t n ^ a ti g^ 



Hturgifdie ^xMtxm^tn. 



%. 219» äfö ansang ju ben gefd^id&tltAen aRtttJietlungett folgen 
nun einige liturgifd^e Sxörterungen. Sin S3eurt{>ei(er ter erfien 93e^ 
arbeitung biefe^ 2Berf^en6 Ciw «cuen 9te!pertorium für bie t^eoIogifAe 
Sttteratur u* f* xo. v>on 3teuter, ©erlin, @e^)tember(^eft 1849) \)at 
geäußert, bei t>em fe^igen ©tanbe ber liturgtfc^en SOSiffenfi^aft bürftcn 
bcrgleic^en Erörterungen, voie fte bort mügetfjeilt würben, ftc^ nid)t 
blirfen (äffen. 2)em ä5erfaffer 2)iefe^ ifi wo^Ibefannt, bafi in neuerer 
3eit über Stturgie SSteleö unb jum ^^eil ©eifireicbe^ gefcbrteben \\>oxs 
ben iji* 3nbeß ^at ber tf^eologifc^e ©tanbpunft, auf welchem tit 
©c^riftftetter ftd[> befanben, ftet^ großen Sinftug auf ij^re Slnftc^ten 
geübt* SWanc^e j^aben fo tief ^j^ilofop^ifc^ unb j5ft)(l;oIogiW t>erfa^^ 
ren, ba^ fic^ if^nen wenig ober gar feine anwenbbare Oebanfen entr 
nel^men laffen, ober, wenn 2)iefeö möglich wäre, wenigfienö nidjt 
fofd^e, bie ein flare^ S5erjiänbni^ unb anf^)rc(^enben SQSertj^ für ge*= 
bitbete, aber nid^t gelehrte ^erfonen j^aben. änbere, t)on t^orgefa^ten 
Ciebting^fägen au^gef^enb, t^erwerfen t)on t^orn^erein jebe bamit nic^t 
übereittfiimmenbe Sleu^erung, jumat wenn fie nic^t t>on berü|>mten 
Unit>erfität^(e^rern ober fiod^gefteKten ©eifilic^en au^ge^t* gnblic^ 
gibt c^ in ber ©^riftfietterwelt eine jiilifc^wetgenbe Uebereinfunft, 
fraft welcher Siner ben Slnbern fd;ont unb lobt, um felbfi wieber 
gefc^ont unb gelobt gu werben, au^erbem aber bie greil^eit ju ^abm 
glaubt, minber befannte ©c^riftjleller nac^ ^erjen^luji bur^jubed^cln* 
©ei bem, wie ipm wolle: jeben gaH^ i^ bie liturgifc^e SSSiff'enfc^aft 
noc|> weit bat>on entfernt, auc^ nur in ben ^auptgrunbfäften abge 
f^loffen au fe^n* SBer . bqper nic^t mit bem ©elbjigefu^le ber Un^ 
fej^lbarfeit loerfa^ren wiK, wirb immer wof^l t^un, auc^ anbere Jim 
fi^iten, al^ bie fein^gen, ju J)ören unb fte t)on i^rem @tanb^>unfte 

13 



fi » 



— 194 — 

an^ ju iprüfen» Dte na^fic^ent'en Erörterungen mad^en feinen gro- 
ßem anfipru^, aU taß jie, mit fteter 93erü(fji4)tigung ber ^ieftgen 
SJer^ältnijfe, ®e(ict)tepunfte aufjielien wollen, t>ie bei SSerbefferungen 
be^ ßultuö unt> ter Citurgie tia^in al^ eine nic^t unnü^tit^e S3or* 
arbeit erfc^einen, 

§. 220» Da t)ie jiünflfie ägenbe ber ^iefigen (ut|ierif(^en ®c* 
meinte t)on bem 3a^rc 1688 ^errß^rt unb, mit 2lu^na|ime einc^ 
Sluöjugö t)on bem 3a^re 1758, nur no(|i SBenigen befannt ifi, ba6 
S5et>urfniß einer neuen Bearbeitung aber fowo^I in bem vorigen, aU 
biefcm 3a]^rfiunbert öftere tief em^funben »urbe, o{^ne jie befrtebtgt 
werben ju fönnen, fo entfielet in je^iger. S^it, i)te mand^e^ früfiere 
.£)inberni^ wegräumte ober wenigfiene nic^t unüberjieiglic^ erfd^einen 
lä§t, bie grage, ob man iiberi^aupt, unb wenn 2)iefe^ bejal^t wirb, 
wie man ber Stgenbe eine neue ben ®ebürfniflfen unferer 3«t an* 
gemeffene ©ejialt t)erlei|>en foHe, ober mit anbetn SBörten ober We 
9Jot^wenbigfeit unb Bwedmäfigfeit einer Slgenbe» 

§♦ 221* 3n93etreff ber 9iot^wenbigfeit einfr Slgenbe mö(^ 
ten t^ielleid^t SKandpe ti ^or jte^en, mit Umgebung jieber 3wang^forni^ 
bie unbefc^ränftejle grei^eit ju gejiatten, Doc^ wenn ber ^au^tjwec! 
einer Äirc^engemeinfd^aft fein anberer fei;n f ann, aW ein bem menfc^* 
liefen ©emüt^e tief innewofinenbe^ religiofeö ®ebürfntf ju befriebigen, 
ml6)t^ in bem 2)range na^^ bem würbigen Slu^brud ber religi&fen 
©emütf^^jiimmung befielet unb burd^ gemeinfc^aftlid^e Sleiißerung: ber* 
felben auf i^re erl^öfite Belebung im ®emut^e jururfwirft; wenn 
ferner in ber befonbern 33ef(|)affen^ett biefeö Sluöbrud^ ba^ eigene 
tpümli^e SBefen ber ®otte^»erej^rung CSultuö) einer Äir<^engefett* 
f(|)aft fic^ funbgibt: fo folgt fc^on ^ierauö bie 5Rot|>wettbigfeit einer 
Sgenbe, bie über 3nj>a(t unb gorm beö ßultUiS unb feiner ßinjetn* 
(weiten, wenigflen^ in ben notfiwenbigjien Srforberniffen, aSorfd[>rtfi 
ert^eilt, bamit \)tm ©eijic ber anerfannten ®runbfäge ni^t bloß tnt 
SlUgemeinen, fonbern aud^ im ©n^etnen entf:prod[)en Werbe, unb bie 
SItitglieber be^ fir^tid^en SBerein^ be^ gemeinfamen -©attbe^^ 
weldjieö fte umfc^Iingt, ftd^ pet^ bewußt bleiben. 2)ie Stix^m^ 
agenbe, in einem gebrueften ^anbbudbtein C^exQt §♦ 18} öeretntgt 
mit ben notfiigen SRüdCft^ten auf bie f>äu^Hd^e Slnbadpt unb tn 3eber> 
maunö J£>änben, fann atterbingö, wie baö engtifd^e Common Prayer 
Book jeigt, »iet beitragen, bie Äird^engemeinf^oft fefler ju-fnü^)fett* 
— 2lud^ bie bei jiebem gemetnfc^aftlid^en ©ad^betriebe erforberKd^ 
Orbnung mad^t eine agenbe notf^ig, um ber 5B3tttför t^otäübeugtit 
tinb bie t>erfd^tebenartigfien 3umut^ungen auf ein gemetttfam SBeVö^ 



— 195 — 

rebeted jurörtiuweifen» ©elbjl ber gebtftete ©eft^macf fortert, tag 
SJa^jenige, wa^ o^ne ©eeinträd^tigung einer tt)ünfcl)enött)ert^en greu 
^eit fefigeji^ttt werben fann unt) muf , jnDor wo^tern)08en unt) gctf 
bitttgt feu ©eg^alb führen atte Jiiefige 8lgenben ben SBaJ^Ifpruc^ 
Cl* Äor* 14, -40): Saffet Sitten ej^rlt^^ unb orbentlid^ augej^en (2llled 
gefe^ei^e anflänbig unb nad^ beiNDrbnung) ! gerner macl^t bie gleich* 
maßige ©ej;anblu4ig ber ju einer Äirc^engemetnfc^aft gehörigen 
^Perfonen not^wenbig, bag befcnber^ bei ben mit benfetben 'ooxiu^ 
ne^menben tixä)liö^m ^anblungen bie wefentlici^en SBefianbtJ^eile ber^ 
felben für atte gteic^ lauten, ßnblic^ muß bie gebrudte Slgenbe 
nid^t nur baö SQSefen unb bie Sin jetnf^eiten . beö ßultu^ jur attge^ 
meinen fienntniß bringen, fonbern auc^ ben ©emeinbegliebern genau 
angebe^/ waö fte bei jieber firc^Iic^en ^anblung, an miä)tx fie fic^ 
beti^eiligen »otten, ju ernnirten ^ahm. ©o [(^wierig nun anä) bei 
Snttt)urf einer neuen älgenbe fepn mag (t)ergL §. 22, 233), fo bleibt 
bod^, t;oenn bie öorflej^enben Siüdfid^tcn genoiVmen tt>erben muffen, 
nid^t^ Slnbere^ utng, aU fo lange gu t)evfuc^en, biö einer geglücft ifi^ 

§♦ 222* aßie man eine ben S3ebürfni|fen unferer 3eit ange« 
mejfene Slgenbe abfajfen foUe, ober i^re 3tt>edEmäßigfeit in 3n* 
l^alt unb Sorm, bemißt ft^* naä) bem ganjen 3Befen unb ben 
öerfc^iebenen Srforbernijfen beö ßultuö einer Äirc^engemeinfdjaft» 
^inji4)tlic^ be^ 3n^alte^ ber Slgenbe fommt t^äi^ bie reltgiöfr 
Uebergeugung ber Äird;engemeinbe, beren ©lauben^fä^e (Dogmen) 
barin au^gebrürft »erben muffen, t^cite bie baburc|) begn^edEte ®e* 
müt^^t^ätigfeit in 33etrad^t. 3n 23ctreff ber erfieren fann SSerfaffer 
2)iefeö, t)eranlaßt burd; mancherlei Beobachtung unb SrfaJ^rung, ben 
Sßunfc^ md;t untcrbrüdEen, baß man altju grelle Slu^brüdEe, ime.fie 
für ba^ religiöfe SBcbürfniß t)er^ättnißmäßig weniger ^erfonen 23e* 
beutung f^aben, t)ermeiben möge, weit biefelben SDfanc^e ber Äirc^e 
entfreipben unb je nac^ Umftänben Spaltungen t)erurfad^en fönnten* 
Die ©emüt^^t^ätigfeit, wetc^ie bie Slgenbe ju wecten beabfic^tigt, ifi 
t^eil^ 3unä4)ft eine innerli^e, bann aber aud^ äußerlich j^eröortretenbe, 
t^üU dm ^ingebenbe (empfangenbe) ober f^anbelnbe (hiltiiä) an^f 
gebrüdft: o^)fernbe), SBie tt)o|>l oft eine ober tik anbere tjorwaltet, 
fließen fie boc^ meift in einanber unb laffen fic^ nid^t gut von ein^ 
anber trennen* Äeine barf auf Äoften ber anbern alljufe^r begünjiigt 
werben, bamit einer @cit^ bie SJ^atfiaft beö religiöfen 8eben^ nic^t 
barunter leibe, anberer ^cM ni(S)t cm aBerff^eiligfeit fic^ bilbe, 
welche ben unerläßlichen %nt^äl be^ @v. aitj^ö »erna^läffigt. 

S» 223* 2ßa^ bie gorm ber Slgenbe betrifft, fo muß fte, mt 

13* 



— 196 — 

fd^on bemerft, ein gcPtlc^cni:)c^ mtpaltcn, aber jugletc^ Ittnerf^alb ge* 
wiffer ©c^ranfen freie Bewegung gönnen; ja le^tere ifl fo t)iel, ol^ 
mögtid;, ju begünjHgen, um ein frifd^e^ religtofe^ Ceben ju unter^^ 
l^alten» Dal^er möge man nur ta^ ^iotjjwenbigfie in binbenbe gor^ 
man fajfen, miif tt)enn tiefe allein angcn^enbet werten ober t>or:^ 
l^errfdjen, pe balb auewenbig gelernt ober oft gel^ört nurOebanfen^ 
lofigfett beö ©^jrecl^er^ unb ^orer^ erjeugen, — Slugerbem »erbiencn 
befonbere 2lufmerffamfeit bie wegen ber finnlie^cn 5Ratur be^ SKenfcf^en 
jiebem Sultu^ eigenen unb unentbe^rlid^en äußern ^tiä)m unb ®c? 
brauche Cß^r^wionien), mittelft weld^er religiofe 3been ber dinUU 
bungöfraft bur^^ ein ©innbitb anfd^auli^^ unb baburij^ bem®emut]^c 
tcä)t einbrtnglid^ gemad;t werben follen* Sie jinb balb gange finn- 
bitblie^e (f^mbolif^e) ^anblungen, balb einzelne ©eberben unb ©e^ 
wcgungen* ^n t^rer Slu^wal^I unb 2lntt)enJ)ung mug man fe^r 
öorftc^tig t)erfaj>ren. 2)enn foU ber ßultue einer (Bdt^ nid^t bur^ 
eine 3U xodt getriebene Sßerfc^mä^ung berfelben altju fa^t unb nüd^< 
tern erfc^einen, fo barf er auf ber anbern (SnU nod^ t)tel weniger 
mit Zeremonien überlaben werben, bur^^ welche bie Sinne betäubt 
unb bie ßinbitbung^fraft uberwiegenb befc^äftigt würben; vielmehr 
muffen fie, bem ©eifie ber et)angelif(^en Äircf^e gemäß, f^parfam an* 
gebrad^t, einfach unb au^bru(föt)oll fei;m 2lud^ muß il^re SBebeutung 
bei fe^trflt^er ©elegenj^eit erflärt werben, bamit i^nen nic^t ber 
Slberglaube eine ge^cimnißt)olle, wunberbar wirfenbe Äraft beilege* 

Die ainwenbung biefer ©runbjüge erjiredft ftd; A. auf bie attge^ 
meine offentIid;e ©otteeöerefirung unb B. auf bie befonbem firdf^lid^en 
4)anblungen in unb außerhalb ber Äirc^e, 

it. SlUgettieine offentli^e &otteSt>etef)tun^* 

§. 224* Da man bei ber ^Reformation , befonberö in ber 
@äc^fifd;en Äirc^e, von bem guttut ber älteren Äirc^e jic^ nidj^t 
weiter entfernen wollte, al^ t^it neu aufgepeltten ei)angelifd5)en @runb< 
fä^e notl^wenbig machten, fo »eröffentlid^te ?ut^er in biefem ©innc 
1523 feine lateinife^e unb 1524 unb 1526 feine beutfdf)e 9»effe* 
3m 24. Slrtifel ber Slugöburgif^en ßonfeffion t)on 1530 ^ci^t eö, 
baß in ben öffentli^en ßeremonien ber 9Kej[e feine merfltd()e Sfenbe:^ 
rung bei unö gefd;e^en fei;; jugleid^ wirb aber aud; ^ert)orgef!oben, 
t)ic 3}ieiTe fe^ fein . ^?fer, foubern eine ßommunion unb brause 
nic^t immer gehalten ju werben. 2)ie lut|)erifd[)en Äird;cn bee fub:^ 
wc|uid;cn Deutfc^tanbö, auf wcld;e Swittflli^ ©eiji von ber ©cj^weij 



— 197 — 

^er ®tiflu§ übte, naf^men bicfe Oruntform ber ^aitp^(*)otte^t)n^ 
ej^rung nicbt an, wäf^rent) bie beö norböfiltc^ett jtc mej^r ot»et nitnber 
feji^icttett , fey cd auö Slnf^änglicl^feit on ba^ ^crfommen , ober ajA 
fRnd^t auf Suti^er, ober enblid^ in bem me^r ober weniger Hör 
geworbenen ©ebanfen, ba§, gleich wie in ber fot^olifc^en Ätrc^e bet 
^aupt^ßuUu^ in ber 3Äeffe befielt, weld^e aber einen bo^jpeUe« 
(S^arafter, ben be^ aWeßo^ifer^ nnb be^ Slbenbmole^ , erfieren übei^ 
wiegenb, an ft(^ trägt, atfo aud^ in ber ^)rotejiantif(^en Äirc^c We 
geier be^ ^. Slbenbmale^ jum J^au^t^ unb ©lanjpunfte ber öffenti^ 
litten @otteöt)ere|>rung gemati^t, unb aßeö Slnbere barauf belöge« 
werben müjfe* 2luc^> in unferer 3«t fe^lt e^ nid^t an geijireic^eii 
aSertf^eibigem biefer änfid^t, weld^e burd^ bie SBieberl^crjlettung ober 
G^tnfüf^rung einer fold^en ©runbform bem ^)rotefiantifc^en Suitu« 
feine urfiprfinglic^e S3ebeutung wiebergugeben »ermeinen* 35a abtt 
naä) protefiantifc^en ©runbfä^en ber Segriff be^ üRe§opfer^ wegfäßt, 
unb über^au^pt t)on einem @ott barjubringenben Dp^tv nur in bifb* 
licf^en Slu^brüden bie SRebe fepn fann, fo fönntc jwar bie fheng 
lut^erif(^e Slnftd^t t>on bem ^, Slbenbmale bemfelben für bie änorbnurtg 
ber $aupt=^®otte^t)erej^rung eine ganj befonbere 33ebeutung geben*: 
allein biefer Seweggrunb, bie anberweittgen 2:^eile be^ Sultu^ bem 
Slbenbmale unterjuorbnen unb i|men eine auefc^Iicglic^e SBejief^ung 
barauf gu geben, verliert wieber fel^r an ©ewi^t, weil baöfelik 
niö)t in allen SWorgenfircben jebeö 50ial unb t>on alten Slnwefenben 
gefeiert wirb, eine jiebeemalige geier aber burd^ bie ^äuftge SBtebei* 
^olung ber einbringtid^en SBürbe unb firaft beffelben Slbtrag tj)utt 
mfi^te, ^od^jienö fönnnte man bei geji* unb Sonfirmation^»8lbenb^ 
malen einen folc^en Sufammeni^ang bewirten. 2)a nun bie ange:^ 
führte ©runbform feine burc^gretfenbe aügemeine Sebeutung j^aben 
lann, fo iji nid^t gerabe ju bebauern, baß fte ber ^au^tfa^^e nac^ 
in »iele lutf^erifc^e Canbe^firc^en unb fo aud^ in bie unferige feinen 
(gingang gefunben ^at 

§. 225* Sogar bie ^reugifd^e Slgenbe, wetd^e ber gorti 
ber et)angelifc^en SWeffe »ou Sutf^er unb älnbem Ct^ergL Cöi^e in. 
Sabette ju @. 33) nac^gcbilbet ift, ^at baö ^. äbenbmal nid^t in 
ben liturgif(^en SSerbanb ber J^au^>t*®otte^t>eref>run8 aufgenommett. 
3^r augolge befke|>t le§tere an^ l) bem Initium missae, b. |^. bibW* 
fd^en ©egen^wünf(^en, 2) Confiteor ober ©ünbenbefenntniß ber ®e* 
meittbe, welc^eö ber ©eijilid^e fpric^t, unb woju ber (5j)or im Flamen 
ber ©emeinbe: Slmen, fagt, 3) Introitus, bem ßingangeliebe, 4) 
%rie (J£)err erbarme Diej>) mit (Sj^or, S) Gloria (gj^re fe^ @ott iii 



— 198 — 
bcr ^i^O Wtt a^OT, 6) Dominus Vobiscuin C^n SptXV fe^ Itttt eu4>) 

mit e^or, bann Sottecte unl) amen beö ßj^ord, 7) SSericfung Ux 
(Spifiel, 8) (gmol^ttung mtt Halleluja U^ 6^or^, 9} SSerlefnug t>e^ 
ejpangctium^ mtt Laus tibi Christe C®üoUt fepfi bu, 3ffu^ SJ^rifiJ 

mit ämcn beö fi^^or^, 103 Credo, bem apofiolifcl^en ©faubcn^befennt^ 
titg, mtt breifad^em Slmen be^ S^orö. hierauf folgen , flatt 11) be^ 
Offertoriumd unb 12) bct Secreta C^iüm ©ebete) tn bcr fati^olifci^ett 
SRejfe: ba^ ^auj)tlteb, bte ^rebtgt unb ber ©(i^Iuggefang ; bann efr«^ 

«a^nung, sursum corda CSr^f bt euere 4>fri«J)r Benedicamus C?a§t 
und loben) unb 13) Praefatio (Vera dignum est etc. Stecht tfi e^ 

unb toa^ri^aftig tofirbtg kO tau 6^or, meieret ba^ Sanctua C^eÜtg, 
^etlig; '^etltg) unb Hosianna f})rt(j^t, aber o^ne Benedictus C®efegnjpt 
fe9 u* f« vov 14) nac|» 8lrt be^ Canon missae: ^urbttten^ 15) ou^ 
bet Praeparatio ad communionem ba^ öater unfer* 2)er Ätr^cn* 
fegen au^ 4* 3Rof* 6^ mit breifae^^em 8lmen bed ß^or^ mai^t ben 
Sefij^luf ♦ Sei bem legten ©afte be^ Äird^enfegen^ wirb ba« Äreuj 
über bie ©emeinbe gef^^Iagem ©ei ben 9lummern 2), 4), ber 
(Sottecte öon 6), bei 9), 10) unb 15) jief^t ber ©etfißd^e bem ältarc, 
bei ben übrigen SRummem ber ©emeinbe jugefe^rt* — 2)ie Sn^ 
»enbung biefer Slgenbe bei ber 9Äititar'®otte^\)ere^rung ber ^reufen 
baf^ier in ben 3a^ren 1849 unb 1850, «oel^^e auci^ \)on ^tefigen 
©ttwol^nem flarf befud^t würbe, f^prac^ attgemein fe^r an, »oju 
freilt^ bie militärifcfie Orbnung unb gtnübung, fo wie bie fierrli^e 
aWufif mit 93ta^^3nf}rumenten t)ic( beitrugen* ÜWogltd^) baf man, 
um ein Sanb ber ßtntgung ber et)angelif(|)en Äir^e ju jerlangm, 
troji atte^ aOSiberjireben^, fic^ boc^ au(e$t entfdf)Iiegt, bie ^reußifci^ 
Slgenbe attgemein anjune^men* 2)oc^ würbe fte ^Ux öiettei^t große 
©(^wterigfett finben. 

$• 226. ©0 lange 2)a^ aber nic^t ber %aU ifi, entfielt bie 
grage, ob man biefe. ber älteren Six^e nad^gebilbete gorm ber @ot^ 
te^t)cre]^rung, beren gtnjeln^etten unb ^Reihenfolge in ber ©pmboKf 
ber fatJ^olif(3^n aWeffe i^re ®egrünbung finben, unb, abgefe^en t)on 
wandten @(|>ön^eiten unb Äraftf^)rü4)en , für bie etjangelifdjie Äir^ 
jtur ben SOSertl^ be^ 2lltertf>um^ l^aben fann, beibefialten unb aßge^ 
meiner einführen, ober nur, ^on bem ©runbgebanfen biefer gorm 
au^gef^enb, bie J&auipt^©otte^t)ere]^rung mit irgenb einem ältar* 
(Sultu^ t)erbinben folle, bur^^ welchen man berfonfi attju einfad^cn, 
.oft ni({)t genug fejfelnben unb lebenbtgen protefiantifc^en ©otte^ioer^ 
^f^i^wug, iebod^ in bem i^r eigentf^ümltc^en ©eijie, eine größere W>^ 
jWec^felung, Sinbrtnglid^fett unb ber ©emeinbe eine felbfitjidtigere 



— 199 — 

WlitxoivtnnQ t)erf^offcn fonnte. J)a Ui t>er gett)6f!ttlt(^ett ®otte^t)er* 
e^rung bte^rebtgt, o^Ui6) tnnerl^alb affgemetner ©riinbfS^e, t>td) 
immer t>tel nac^ perfonltd^er ßigent^mltc^fcit teö ^rebtger^ »er- 
t»aftet, unb ©ebet unb Oefang faft nur aH imterftü^enbe^ SBctwcrf 
erfcf^einen , fo bleibt nad^ mcnf^li(^er SBetfe noc^ ba^ Seburf»' 
mß ctnc^ eigentlt(|)en 6uUu^, b* ^. ber t)orwaTtenben äugem 
@^renbejcugung unb ^ulbigung in feflgeftettter unb gemeinfam auö* 
gefiif^rter görmliti^feit, ober, mit anbem Sffiorten, eine^ befcotbem 
e]^rfurc^t^t)otten äu^brucf e^ beö ©efüf^lö ber Slb^ftngigfeit »on @ott, 
ber ©ewunberung, Siebe unb ©anfbarfeit gegen, t^n, im Flamen ber 
iflangen ©emeinbe unb unter einer fefbftt^atigern 9)Jitn)irfttng berfet 
ben, in ber feierlic|>jien SBeife am Siftare bargebrat^t, aU bem^ 
jienigen Dite, wo bie ei^rwfirbigjien fird^tit^en J^anblungen tjor* 
genommen tt)erben* 2)iefer ßultu^ beflei^l, unb jn^ar fowo^^t ju 
Slnfang, aJ^ and) gu Snbe ber ^auipt^otte^eref^rung, fo ba^, wie 
in ber ^))reu§ifc^cn Slgenbe, bie ^rebigt baöijn eingefd^Ioffcn wirb, 
in furjen ©ebeten, SSortefung bibli^er Jlbfd^nitte, Sefenntntflfen, 
^elübben, Segnungen, SSectjfelgefängen, and) wof>l 9lef?)onforiett 
(antworten ober S^Ptnimungen ber ©emeinbe ober eine^ ß^or^ im 
Flamen berfetben), Äirc^enmufif u* bgL )Xfi^ e6 bie S3ebeutung ber 
3eit unb be^ Sagö mit jtd^ bringt* @^ brandet aber nic^t jebe^ 
SWalaUeö ©enannte auglei^) t)orgufommen* Um Srmübung ju t)ers» 
fluten unb nid^t in attju oft wicberfe|>renbea gormelwefen ju t)er.< 
faffen, barf biefer ßuttu^ nid^t gu lange bauern, unb man mug auf 
eine jwerfmdgige 2lu^wa|>tunb 9J?annigfaftigfeit für gejie, gefigeiten, 
fo xoic für bieSRetfie ber gew6f>nlic|>en <3onntage bebad^t fe^n« Unter 
folc^en SSorauefe^ungen bürfte er fej^r anregenb unb er|^ebenb unb 
für bie ^au^3t*®otte^t)erebrung an (Sonn* nnb gefttage*2Äorgen fe^r 
au^geid^nenb werben^ SWan fonnte i^n in einer ober ber anbem 
i^tefigen Äird^e 5oerfud^^weife längere S^it geflatten, iii ftd^ barfiber 
ba^ offentIic|>e Urtfieil feftgefteKt ^at 

§• 227* Sei ber gemeinüblid^en iprotejlantifc^en ©otteet>ere:^rung 
ifi bie 55^^t>tgt bie ^au^>tfad^e* Sie muß e^ an^ bleiben unb baif 
nt^t burd^ jenen SHtar-SuItue t)erbrängt ober jurüdEgebrängt werben* 
5Wan barf nie »ergeffen, bag burd^ offentlid^e unb münblid^c religtofe 
aSolfebele^rung bie Jproteftantif^e Äird^e gegrünbet würbe unb fort* 
befleißen muß* SQ3a^ man auc^ ^nfx^Üii) ber 33efd^affenf>eit meler 
^rebigten unb ber ©genti^ümli^feit t)ieler ^rebtger mit ©runb m^ 
wenben mag, e^ bleibt immer ber ibeate 3wedf ber ^rebigt, burd^ 
bie lebenbige SRebe bie Slnbad^t gu wedEen unb gu näfiren, tiic (Sin* 



i 



— 200 — 

ftc^t in ba^ SQSefen ber SÄettgton unti ti^rer auf baö Seben anwettb^ 
baren 3Bafyx^dUn ju üennef^rcn, ba^ reltgtöfe ©cmfitf^ ju erwärmen 
unb ju läutern, bie Kräftigung ebeler entfd^Iuffe, üAtx^ctwpt ^xip 
tic^c^rommigfeitjuförberm ©ebtetene^ bie Um jlänbe, fomußbte^rebtgt 
atterbing^ bie ®egner bejlreiten* Slu§erbem aber ftnbet baö beurtj^eitenbe 
SBerfal^ren be^ SSerfianbe^ in Unterführung religiöfer ©lauben^fä^e (Dog^ 
men), welc^e^ l^auptfäd^Iid^ in bie SOSiffeufd^aft gebort, in ber ^rebigt 
xotit weniger ein geeignete^ gelb, aU \)ielme^r bie grwagung, in wie 
fern jene ©lauben^fä^e angemeffen finb, ba^ urfprünglid^e retigiofe 
8eben^gefüf)l ju erregen unb tl^atfraftig ju machen, fo wie bie 95e^ 
bfirfniffe be^ religiofen ®emut|!^ ju befriebigen* — Sin ber ^rebigt 
regelmäßig t)orau^ge|!enber unb t)on berfelben burc^ 3wif(^engefang 
getrennter Sing an g (Sinleitung, SBorrebe) börfte nid^t tJor^ufc^rei*^ 
ben fe9n; e* iji f^äuftg niti^t ©toff genug bafür ^or^anben, unb fefit 
be§|)alb in SSerlegenl^eit SJagegen mußte e^ freifiel^en, wo e^ bem 
S'iXftd be^ ©angen förberlic^ fepn fann, bie ^rebigt Sin ober mef^rere 
aWal bur^ furgen 3tt)ifti^engefang unterbrechen au laffen. — gfir 
bie 35 au er ber ^rebigt, wenn fte bie altgemeine Slufmerffamfeit btd 
an ba^ Snbe feffeln foll, wirb in ber SRegel eine ^alU ©tunbe genfigen* 
§♦ 228* ^rebigten @onntag:^!Ra(!rmittag^ unb an SQ3ert 
tagen, fo wie ba^ tägliche Slbenbgebet C^etfiunbe), muffen in 
befonberer Söerürfftd^tigung be^jenigen X^tiU ber Oemeinbe, welker 
fte gu befuc^en pfltegt, einfa^ere unb gemeinfaßlic^ere 3Sorträge bieten, 
wie über|!aupt eine einfachere Sefianblung be^ ©angen babei eintre^ 
ten fann, — a3on einem anbern ©efi^t^punfte betrachtet, bürfte 
fc|>on ben Sonntag^ ^SJormittag^prebigten i^in unb wieber ein ge* 
fc^i ertlicher Seftanbt^eil beigemtfc^t werben, weit mej^r aber, ob^ 
gteit^ nid^t au^fc^ließlic^ , ben 5Racl)mittag^^ unb 2Berftag^?®otte^^ 
Verehrungen, für wet^e Äirc^en? unb SReligion^gefc^t^^te ber 33er«^ 
gangenfieit unb ©egenwart um fo mel^r ein ^paffenber ©egenjianb 
wäre, aK baburtf) einem U^x füf^lbaren S3ebürfniffe ber SD?e{)rga^l 
ber ©emeinbe, bie fonp wenig ©elegenl^eit ^ai, bamit befannt ju 
werben unb fid^ baran gu erbauen, abgel^olfen werben fönnte. Sben 
baf^tn gefrort bie Seforberung einer nähern Sefanntfcf^aft mit bem 
©efangbucbe unb feinem ©eifte, weil biefeö nä# ber 1f. ©C^rift 
bad aügemeine Slnbadjtöbuc^ ber ©emetnbe ifi. yii6)t minber gwerf* 
mäßig erfd^eint, bie öfteren 3Serfammlungen firc^Iic^er 3Sereine, g* 33* 
ber93ibetgefeafcl)aft, be^ 3»iffton^^ unb @uftat)*2lbol:p{>^aSerein^, welcfie 
gum J^eil fc^on in ben Äird^en, febo^ nic^t gur Snt ber öffentlicben 
©otteeverei^rung unb in SBerbinbung mit i^r ge^jalten werben, förmlicj^ 



— 201 — 

ttt biefclbe aüfjuneffmen unb in t>en @0ttntag6*9?a(|mfttagö* ober in 
ben SQSerftag^fir^^ett ^aluti ^u Iflijfen, um jte bem atlgemetnen 3tt)e(fe 
bct Äird^e immer förberltd^er ju mad^en iinb inniger mit bemfelben 
ju »erbinben, fo wie eine größere ?iWannigfaItigfett ber 33ef(^aftigung 
unb eine wärmere S^eilna^me an ben aßgemetnen unb befonber« 
religiös lirc^Iid^en S3cjirebungen ju erzielen. 

§♦ 229. Sei not^wenbigen firci^Hd^en Slnjetgtn t)on ber 
fiangel na^ ber ^rebigt mu§ nac^ SRoglic^fcit Sitten »ermieben iber* 
ben, tca^ ben ©nbrucf be6 SSorf)ergegangenen fd^wÄd^t ober grtitj 
aufl^ebt — 2)ie SSerbefferung be^ Ätrd^engefang^ fil^rt auf ein 
gu weitet gelb, unb e^ muß ba^er ber Äürje wegen auf Äo^ I. 
656—675 üerwiefen werben. — J)er Äir^enfegen C^iMifc^er @e*^ 
gen^wunfc^), mit welchem bie ©emeinbe entlaffen ju werben ^pffegt, 
wirb am ©(i^icflici^Pen nad^ bem ©c^fußgefang unb, wie e^ an man? 
d^en Drten ühli^ iji, t)on bem Slltare a\i^ gef^>rw^en. Unfere Slgen* 
ben fd^reiben bafür burd^gängig ben <Bipxu^ 4. SWof. 6, 24 — 26 
öor: Der ^err fegne Dic^ u. f. w. unb in ber 5D?e|!rjal^I : Der 
^err fegne @uc^! 9iur bei bem Jlbenbmal:^ Formular t)Ott 1543 
(Siitter 442) ^eißt e^: Der ^err fegne iin^! Dieß te^tere wirb 
je^t mtl\a6) gefagt, wobei ber ©eiftlic^e fid^ felbji einfd^Iießt. Dh^ 
Qkii) ber Unterf^^ieb t>on feiner ©rj^eblic^fett unb ba^ SBort: @ud^, 
gewiß ganj arglos gemeint iji, wollte man boc^ fetbfi ben (B^dn 
einer i)rtejierltcl;en ©teßung öermeiben. «f^äuftg werben aber* audf> 
anbere- biblif^e ©egen^wünfd^e gebrandet. 

I. ungemeine ©runbfäfe. 

§. 230. Slußer fener aßgemetnen, regelmäßig geübten ©otte^^ 
tjere^^rung äußert ftcf) nod; ba^ SBebürfniß, ba^ religiofe Sewußtfepn 
an bie wic^tigften ?eben^^ unb gamilienereigniffe ober an befonbere 
©emüt^eftimmungen feierlid^ anguf nöipfen , um bie Sebeutung ber< 
felben lebenbig ^u erfennen, il^re SSer^flid^tung wittig 3u übernehmen, 
3ur eifrigen Sluöübung berfelben fic^ 3U jiärfen unb be^ bamit t)er*^ 
bunbenen ©egen^ fi^^ ju freuen* Diefe befonbern SHeltgionöubungen ge:^ 
winnen an einbring(ic{;er Äraft, wenn jie, nid)t auf bie ®emüt^^^ 
t^ati^Uit beö ©ingeinen befd^ränft, bon i|!m attein vorgenommen, 
fonbern bur^ anbere geeignete ^erfonen geleitet werben. ®ef(^ie][^t 
Diefe^ \)ottenb0 im Flamen ber 9teligion^gefettfc^aft, ber man ange^^ 
^ört, unb weld^e bergleic^en ^anblungen in fad^gemäßer SBeife an* 



— 202 — 

gcorbnet ^at unb bur^ bte baju soon i^x angeHea^n ^crfonen ^er* 
rieten tagt; jinb entließ biefe (^efonberti atcligton^übungen fcf^on 
buvc^ ba^ göangcltum t^nU au^brüdltd^ geboten, t^dU mittelbar 
aitflcbeutet, fo fann e^ ni^t fe|>(en, baß jie einen fe^r »of^tt^ätigen 
(ginbrud auf baö ®emüt|! mad^en unb gut Setebung unb Sefe^ 
fitgung bc^ reti^iöfen ©inne^ ungemein t>tel beitragen* Jlußerbem 
geben fie baö ©efüi^I be^ innigen Bufammen^ang^ mit ber fird^Iic^en 
©emeinfd^aft; man befennt [xd) t^atfä^lic^ aW SWttglieb berfdbea, 
tt)irb auii^ t)on i^x aU foI4>e^ anerfannt unb erlangt baburd^ Slnfpnu^ 
auf aöe SRec^te bejfelbem 5Waci^ §. 107* befielen biefe befonbern 
fird^li(|)ett ^anblungen in 2;aufe unb Sonfirraation, S3eic|>te unb 
abenbmal, goputation, Drbination unb a:obeöfeier, »Oju no^ bie 
jutt>eilen t>ott ben ©eric^ten geforberte @ibe^t>ertt)arnung gei^ort* 

§♦ 231* Der Ort; wo biefe J^anbtungen eigentU'^^ öorgenom* 
mtn tDerben fodeU; ifi bie ^irc^^e, mnn nid^t au^na^m^tioeife au^ 
triftigen ©rfinben erlaubt ober not^wenbig ifi, fte an anbern Drten 
2U t)oUgieJ>en* 2)a^ Ce^terc gefd^iel^t gett)ö^nlic^ bei ber Ätnbertaufe, 
cinjelnen ob^r tt)enigen Sonftrmanben, Slufnoi^me t)on Uebertretenben, 
ÄJranf en-Slbenbrnalen, ©be^t)erwarnuttg unb ber Seid^enfeicr im ©terb^^ 
^aufe ober am ©rabe* aWan^e^ freüid^ fonnte mef>r in ber Äiri^e 
gef^ie^eU; aU t^ ber gatt ift, j» 93* bie Äinbertaufe, wenn Saf^r^jeit 
unb ©efunbjfeit ber S^äuflinge e^ gulaffen; eö tt)ürbe offenbar an 
geierlici^feit getioinnen* SSielfad^ g^fc^ie^t biefe^ bei unfern ?anbge^ 
metnben, — Sie fc^irflid^fie 3^it ber Soma^me biefer ^anblungen, 
fo todt fie fi^ befiimmen laßt, ifi bie SKorgenjeit, wel^e bie ©cijie^^ 
unb Äör^perfraft neu gejiärft unb t>on ben ©nbrüden be^ ^agö 
noc^ unbefd^wert finbet unb beßfialb für religtöfe Hebungen t)on 
SBic^ttgfeit fi^) gang befonberö eignet* Sann e^ Sonntag^ gefd^ef^en, 
fo iji e^ wegen ber feierlichen ©ttlle befto beffer« 

§♦ 232* 3nf)alt unb gorm biefer ^anblungen mfijfen je nad^ 
i^rem eigent^ümli^en S^Jed unb ben in ber ^. ©ci^rift bafür gege^ 
benen aSorfc^riften ober Slnbeutungen fid^ bemejfen* 3n ben altem 
unb neuern aigenben ber t>erfd^iebenen Sanbe^ftrd^en üDeutfc^lanbö, 
fo wie in befonbern ©ammtungen, finb gwar t)iele unb fräfttge gor* 
mulare cnt^aitm, axi^ welchen man für dm neue SlgenDe Sluöwa^l 
treffen fonnte, Stber e^^ liegt ipmn inögefammt tdn burd^grrifenber 
^lan gu ©runbe, ^öcl;flenö in eingelnen S^f^eilen eine ]^ergebrac|>te 
Dvbnung; fie finb gtemlid^ witlfürlic^ abgefaßt unb trennen gu wenig 
ba^ §eftftel?enbe t)on bcm, toa^ ber fteicn Diebe angej^ört ober über«^ 
laifen bleiben fann. d^ foUte biefen fämmtlid^n |)anblungen eine 



— 203 — 

gememfame gorm ju ©runb gelegt werten, bie in ber mt&tU6)m 
äufeittattbcrfolge unb Steigerung ber ©ebanfen i^ciU faglt<|)er, tf^etlö 
fräfriger wäre, aU noc^ ber bt^^ertgen Sffieife* 8lfö bte jwedbien* 
H(^Pe ©runbforni erfc^etnt, baß nac^ einer freien SRebe ober einem 
@ebete bie eigentliche J^anbtung mit bem f^on bei bem Sttenbmalc 
gebröud^lic^en Sater unfer beginnt, »orduf bie @^)rüc^e ber ^* ©c^rift 
folgen, bur^ »eld^e bie ^anblung begrünbet wirb» 5!luö biefen 
werbjen furje ©d^luffolgerungen gebogen, weld^e bie allgemein ci^rift» 
liii^t unb befottbere conf^ffionelle 2luf affung ber ©adbe au^brüden; 
hieran tnüpft ftd^ t>on felbjl bie ixt ber ^anblung liegenbe unb ba^u 
gehörige S3er:pfli^tung unb ber |>ierauf ert^eilte befonbere ©egen* 
S)a^ ®anit nnrb gef^^loffen burc^ ein furjeö ©ebet unb ben 
fiirc^enfegeh* , 

§. 233* 3u bem bogmatif^en 3n^alte biefer ^anblungen 
gebort f^au^Jtfäd^lic^ ba^ bei ber S^aufe unb Konfirmation angetnenbete 
apo.ftolifci^e @l a üb enöbefenntniß. 2)iefe^ yat in unferer 3^ 
fiarfe 2lnfe(^tungen erbulben muffen, gunäd^fi burd^ ben Slbfall 35ieler 
»om ^ofittüen S^riftentj^um , bann aber aud^ avi^ anbern ©rönben, 
bie gegen bie Sluöioa^t unb bie äuöbrüde ber barin entf^altenen 
©lauben^fa^e gerichtet ftnb* 2)ie grage über ben fernem ©ebraud^ 
ober 9?t4)t^brau(| beffelben war bi^f^er ein ^au^)tgrunb, weßf^alb 
man \iä) t)on «tten ©eiten fd^eute, ben Sntiourf einer neuen Slgenbc 
JU unternehmen, ober baß begonnene aSerfud^e fd^eiterten* SOSegen 
ber ungemeinen ©cbwietigfeit ein neue^ ©lauben^befenntniß abjufaffen 
unb jur allgemeinen Slnnal^me }u bringen, blieb man lieber bei bem 
fogenannten a^Jojiolifcben, weil e^ ftd^ burd^ |^o|)e^ ältert^um emipftel^ft 
unb ^n . allen d^rifilic^en <^au!pt!part|!eien anerfannt unb gebrandet 
wirb, ba|!er au^ ber Saufe allgemeine ®iltigf;it tJerfd^oft* JDie 
t>orle|4e SBürtemberger Slgenbe »om 17^ äiug. 1808 Jwtte in bewi 
meiflen Sauf^^rmularen tin anbere^^ bem apofiiolif^en nad^gebi(« 
bete«, milber gefaßte^ ©lauben^befenntniß oufgeftellt/ welc^e^ cäjtx iß 
ber neuen Slgenbt (fiirc^enbu^ für bie et^ongelifd^e Äird^e in SSür»» 
tembfirg , 11. X^til^ , ©tuttgarb 1843 > weggelaffen worben ifl 
£)f^ne biefe^ Sefenntniß gerabe t&^men ju tonnen, ift bod^ g^ h^ 
bauern, baß eine ^Iberung , wel(|e in einer bebeuten^ben Sonbe^^ 
turd^e '35 3a^re lang t>ergpnnt war unb unter mondän Um#änbett 
gewiß wol^lt^otij ^ewirft^at, .^lö^ttd^. wieber gurüdEgenommeic würbe; 
Uebrigen^ barf ba^ ©iaubenidbefenntniß xm al^ ©emeinb^bi^ii' 
fenntttiß, nid^t aber in. binbenben, bie ^erfonlid^e ©louben^rei^Ü 
berv^rmben grag^n ongewenbet wrben*. rr-.jDir in bim mä^ßi 



— 204 — 

Hgenbctt bei ber Xanft öorgefd^riebene Sntfagung; tt>ie mtfbc ftc 
oue^ emgeftettet werben mag, bleibt ffigli^ ganj weg, ^anpt^ai^lid) 
wenn man betenft, bdß fie urf^jrünglic^ burc^ ben Olauben an bte 
SaStrffamMt be^ bofen ©eifle^ t)erantaft würbe. — 5Der bei ben 
befonbern fir^Iic^en |)anblungen anjuwenbenbe eigent][^fimli(^e ©e-« 
gen, t)erf(feieben t)on bem Äirc^enfegen am ©d^Iuffe jieber ©otte^;» 
Verehrung unb fo auc^ biefer ^anblungen, befielt nad^ 3efu fßov^ 
f(^rift für bie S^aufe unb in ä^nlic^er ^Slnwenbung auf tk öbrigm 
^anbtungen, ferner na6) bem ©egen^wunfti^e be^ SlpopeW C2* Sor. 
13, 13), enblid^ nac|> ber ^xi^liä)m ©runbanfd^auung ber Se^re 
t)on aSater, ©o^n unb ^. ®eip am Slngemeffenften in bcn Slu^brüden : 
im Flamen be^ 9Saterö, be^ ©ofme^ unb be^ ^. ©etfieö! 

§. 234> 3n ^injTcl)t ber äugern S^i^^tt unb ©ebrauc^e C®e* 
remonien) bei ben genannten fird^Iid^en ^anblungen werben bie 
gum SSBefctt ber S^aufe unb be^ Slbenbmale^ gefiorigen, namliö) bie 
©ef^>rengung mit Sßafper unb bie 2)arrei(^ung t)on ©rot unb SSeitt; 
t)orau^gefe$t unb ni^^t weiter U\pxod)m. ^i^fUn^ fommt bei bem 
S3rote in S3etra4)t, ob baöfelbe in ber bi^|!ertgen ®ejialt, f(|>on 
»orjier in Reine ©tüde ^erlegt, aU fogenannte ^ojiie, gum wenigfl 
för^jerttd^en ©enuffe geboten, ober, tt)U bei ben SReformirten, aW 
wirflid^e^, ungefäuerte^ Srob ben @eme§enben gebro^en werben 
fott* SBei ber Bereinigung ber beiben prote|iantifc|)en ^au^t^)art|!eiett 
in mand^en Säubern ift ^ier unb ba ber 9ÄitteIweg eingefc^Iagen 
worben, ^twa^ größere ^oftien, ate früher, baden gu taffen, beren 
it jwei gufammen|)ängen, aber tetc^t getrennt werben Ißnnen, um 
auf biefe SSSeife bie ^ofKen, aW wenigp för^)erttcl)e^ ©rot, betgube^ 
fiolten unb boc^ ba^felbe ben Oeniegcnben t)or Slugen gu brechen* 
~ SQßac^öfergen hd bem Slbenbmale angugünben, wt eö gur finn» 
WlbKci^en Jlnbeutung feiner näd^tltc^en Stiftung t)orgüglid^ in ben 
^)rote|lanttf(f)en Siivi^tn t>eö norböfHic^en 5)eutf(|lanb^ gebrauti^Iicl^ 
ip unb ber ^onblung einen befonbern äußern ©lang Derlei^t, wäre 
an ftd^ eine unfdf)ulbige unb fd^öne, ieben ^Jalt^ aber unwefenttic^e 
Seremonic, bie nic^t gur'binbenbenSSorf^rift gemalt warben bftrfte, 
um armen ©emeinben feine unn6t|!ige Äofien aufgubürben* 

§♦ 235* 2)a^ 3etd^ett be^ Äreuged anguwenben, wie eben^ 
fall^ in ben lut^erifd^en Äird^en be^ norböfili^en ©eutfd^tanb^, lönntc 
jwar aW ein fd^önei ©innbilb be^ 6^rifient|>um^ gelten, tfl aber 
ber Srfal^rung gu golge allgu bebenftid^, inbem gerabe f^ierbet fe|»r 
lei^t abergtäubifd^e SBorfiettungen t)on einer fibernatürlid^en 3Birffamteit 
beffelben ftd^ einmifc^en* 9iie war e^bur^ bie f>ie(tgen8lflenbenangeorb«et^ 



~ 205 — 

$. 236» 33id uttbebenfftd^er flnb etn<ge natürH^e, faji vmxoiü- 
lurßc^e äu§ere 3«^^^^ ^^ ^mgebcnben Slufm^rffantfctt, ^^eilnafmtf 
unb ßl^rfurd^t 2)a^m gei^ören ba6 ^änbcf alten, Stehen unb 
Anten* 25ie betben erfteren aiemen fic^ bei bem Oebete, Ätrd^en* 
fegen «nb voa^rmt be^ fefiftefienben üorgefd^riebenen S:^etB einer 
jeben fird^Iic^en Sßeifie^anbliing* ?e§tereö mag t)on bem OeifHid^en 
bei ©ebeten auf ber Sanjel ober bem Slltare gefd^efien, fo tt)tc t)on 
ben fiinbem tt>ä^xcnt> i^rer Stnfegnung bei ber ßonftrmation. 

§♦ 237* Unflreitig bie bebeutung^t)oßjle Zeremonie bleibt bie 
fegnenbe Sluftegung ober 35aröberl(>aUung bet redeten ^anb* 
©te erinnert an ba^ gutraulid^e Sluflegen ber ^anb auf bie Schulter 
eine^ Slnbern, ober an ben ^anbfc^tag bei einer SBegrügung ober 
einem a3erf:pred^en, unb bient jum S^i(!^^n be* innigen 2Bo|!lwotten^, 
ber UebereinfWmmung- unb ift eine ftnnbilbtic^e Uebertragung bed 
®eifie^ unb ber Oefinnung bur^ unmittelbare ©erüi^rung Slnberer, 
t>orjuglic^ i^re^ fiopfe^. Sie fommt f^on in ben älteften ^f^eilen 
ber ^. Schrift öor bei bem ©egnen einer ^erfon, ber Teilung t)on 
Äranfcn, ber (grtj^eifung fürjMid^er ober j)riefierlid&er SSBürbe, bei ber 
JDpferung t)on X^ieren, auf mi^t finnbilbliti^ bie ©unbenfd^ulb 
übertragen »erben fottte, fo wie bei SSerbammung t)on 9)?tffetf^atem* 
aSott 3efu unb feinen 3öngern würbe fte l^äufig angewenbet Jlud^ 
bei Ernennung ber SRabbinen war fte einige 3ai^r^unberte unter 
bem Flamen ber ©emid^a ilblid^ (Slttgem. Oefc^id^te be^ t^raeliti* 
fd^en a3oHe« t)on Dr. 3. 3». 3 oft, Sei^jjig 1850, Sanb n. 
@. 116* 142* 1863* Damit alfo bie befonbern firc^Iid^en ^anbir 
lungen ni^t attju fa^l unb püc^tern, fonbem burci^ irgenb ein ftnn* 
li^t^ Sti(!^tn belebter unb einbringlid^er werben, bebiene man jid^ 
ber gewig ganj unbebenflid^en Sluflegung ober 2>aruber|)altung ber 
redeten ^anb* ginc t)on betben tji auf alle ^anblungen biefer Slrt* 
onwenbbar unb mu§ ber golgertd^tigfeit wegen burd^gängig ange* 
wenbet werben* 2)ie Auflegung ber $anb auf ben ßo^f 
finbet Statt bei ber Sonftrmation , Drbination unb ?eid[>enfeier am 
offenen ©arge; auf bie J^änbe bei ber So^)ulation unb Sibeöt)er* 
Warnung; ba« Darfiber^alten ber $anb bei ber Saufe über 
bo^ Jtaufwajfer, bei bem Slbenbmale über bad ©rob uvCt bie mit 
aaSein gefüttten Äelc^e, bei ber Seid^te über bie ©emeinb'e, bH bet 
Seerbigung fib^ ba^ offene ®rab — jiebe« SWal bei. bem ©^jred^en 
be^ befonbern . ©egeuiö ober bei ber S;aufe unb bem Slbenbmale wa^^ 
renb ber ginfe^ung^worte* 

§♦ 238* 3m ©innc ber t^orjie^enben Steftd^ten jtnb bie na^v» 



— 206 — 

folflenben ®eif^>tele aufgearbeitet, wöbet mand^e^ SSor^anbene benäht 
würbe» Sie jinb ntc^t auf alle t)orfomment)e gätte berecj^net, foiu 
bern nur auf btc gewöf^nltc^fien, 3wtiäd^ft f^anbelt e^ fid^ um bie 
Sweimqßtgfeit ber i^mn ju ®runbe gelegten gorm, al^baim um 
bte gormularc felbji« ©oKte fc^on bie ©runbform aU ungeeignet 
erfc^einen, fo fallen bamit aud^ bie auf biefelbe gebauten gormulare» 
SQSer bagegen bie ©runbform billigt, aber nid^t mit bcn Formularen 
jufrieben ifi, fann biefelben mit ?ei(^tigfeit bejfern; er brauet nur 
bie SBibelfprfid^e anberö ju wallen unb gu orbnen:^ fowie anbere 
©d^lußfolgerungen ju ik^m unb bie SSeripflid^tungen anber^ gu ge- 
ftalten. — 3n Setreff ber aufgenommenen ©tauben^fa^e ^at fic^ 
ber SSerfajfer geflijfentlic^ auf einen gemäßigt bogmatifd^en , mebr 
allgemein d^rifllic^en ©oben gefteltt» Slud^ Diefe^ fann nad) ©e^ 
bürfniß abgeänbert Werbern 3n ben ©c^^lußfolgerungen beö ßon* 
firmation^*So^i«wI<*^^ ifi ^k anfielt beö SSerfaffer^ au^gebrüdft, baf 
man wo|)l ben ®laviUn warm emipfe^len, aber ni^t barauf ^m 
pfli(^ten fonne» — Sei jeber einjelnen ^anblung follte ni^t bloß beut* 
lic^ J^ertJorgeJ^oben werben, waö fte eigentlid^ fey unb fe^n folte, 
fonbern aud^ J>ier unb ba ber fird^enred^tlic^e ©effc^t^punft '^er^ 
t)ortreten, weld^er, bi^^er m'elfältig üernadj)tafftgt, etwa^ frembartig 
erfcj^einen mag» — - Bie altertfjümltd^e &pxa^c iß nac^ SÄoglid^feil 
beibehalten: fonjiigc SJÖenbungen unb Sluöbriidfe unferer 3«^/ gattd;. 
fje würbjg unb an8emeffe.n ftnb, werben einß aud^ ültert^fimlic^ er^ 
f(|>einen» — 9Wit biefen 33?merfungen muß. i^ bie tta^^fie^enben 
gormutare bem öffentlid^en Urtjieile anl^eimgeben. *) 



♦) 3n bem tjebl. 8ttteratur*S5latt ber allgcm» Äir(!^enjeitung t>om 3a^re 1Ö50^ 
^99 u» 100, if! eine S^urt^eilurtg ber erften %n^aU biefeö SBerfc^enö entsaften. 
SBo^renb ber ^Serfaffer berfelben bie ©runbform ber gormulare bifffgt, erflÄrt'er 
bie gormularc felbft für breit, »eitft^weiftg, matt unb ^^waä^. !Der SSerfaff«? 
!^iefed ^ai nunmehr an ben meiflen gormularen nic^t. unbebeutenb gdüx^.mt> bir^ 
fel6en nac!^ Gräften ^u öerbeffern ^efucJ^t. Snbef hUihi immer bie SSearbeiturig ber* 
felben tjeil^' @ac^e be^ SeburfnifTeö (hierin gleichen ftc^ nid^t bie firc^lid^en SJer* 
^ättniffe an allen iOrten), ober beö ©efc^matfö (anc^ biefer ifl nic^t aCTernjd'rti 
ölei(|^), ober enbli(^ eine^ richtigen liturgiffien ©efö^l^ för bie Sirfung in 3^r/ 
trag unb Slu^übmt^. din fleiner Vorfall boi^ier i>ox ettoa 40 ^al^ren m^e ba^ 
Sefttere erläutern. 3u einem angefe^enen unb gei^eic^en ^ie^t^ele^en fam 
ein S^raelit unb beflagte Rij>, baft bie für i^n t)on jenem abgefaßte @treitf(^rift 
3U matt unb fc^wad^ fej^» ä)er SRecf^t^gele^rte najm flfe unb la^ fte ijm'mit ber 
öe^örfgen Betonung unb SBürbe üor. Seft toar ber Klient jufrteben: botf be* 
frogt, »arum er e^ <>ot^er m(i)t gen>efen fej;, antwortete er: bie aJfuflF flat ge^ 
fejttl — SBenn einer (Beit^ bie gormulare ni^t gar ju nic^t^fagenb erf^etnem 
ttttb avitif im ^lotjfatte ojne Siebe, n^r mit furjem &thtt^ t)or unb nac^Je'f 



207 — 



j'"'. .■'•■'ji 



n. iormniart 



8. 239, %xtk Siebe oter ®tUt Safer unfen 

hierauf la|fet un^ J^ören bte 585orte t)cr ^. ©d^rtft über bte 
Sinfe^ung ber ^/Zavif^. Unfer ^txx 3'efu^, furj \)or{^er, aW 
«T.:jum JBater l^efttigntg; fprat!^ ju fernen gSttgctn': . 

'• • ' ' tSf^et iJttiV fegtet ' ätte ^ööer unb' taufef'fli nd tarnen be^ ^iexi, 
©ojneö unb J« ©cifleö 

unb lehret fie Ratten ^Itteö, n>a^ id^ eu(^ befojren ^a^c C5Wattf>* 

3um onbern taffet utiö f)6ifen, tt)tr unfer ^err 3^t^ beti 
Ätnbern feinen ©egen cxipcilt m tiian Äinber ' ju t^m ^radSite, 
bag er fi'e anrührte, bie Süngcr aber bie anfuhren, bie fte trugen, warb 
er unnjittig) unb fprac^: 2a^it bie Äinbfetn ^u mir fommcn unb »e^ret 
i^nen niä)\, benif. fplc^er ifi baö %i(^@otte^.. Unb erj^erjtc fte, legte 
bie f)änbe auf fte unb fegnete flfe CSWarc. io, 13.' 14. 16). 

* • • • t ' ' 

äu^ biefeh SSsor^en ber J>. ©d^rift l^öreti tt)ir titdpt allein; ba§ 
»fe Jäufe^ ettt attebrudH^e ©ttftung 3efu rntt? i'^^dti pt>i^ unb 
^etltg-jit a6)Un fep, fonbem auc|>, bag ber ^err iä)tn bfr Äfnbfetn 
in ben neuen ©unb ®otte^ mit ben 3)tenfc^en aufgenommen* wtffm 
tttti^ bamit.ÄirSHle fril^ jum Segen ber Ätnbftfwft geJangem SBtr 
'fw)ren^ ferner; ba# «wt laufen foßen tm IRamen beiö SSater^, ©o^ne^ 
tort) ^: ®(f{fle6V berth ttdc^ aittwoetfung bed @t>angeltumd glauben 
wir u. f* tt>. 

•' GI>ier''fot9t ba^ ©laubcmJbefenntnipO 

• ©oöaffo^ tiefen itinb'bür^ bte f^; Xaufe aum 3Bttötfebe ber 

^rifilid^en Ätrd^e aufgenommen, nad^ ber Slnwetfung be6 @t)angeltumd 

j^erittrftifttftrei^'urt^ alter ^ ^(etauö jUefenbett ©egnungen be^ ^. ®etfte^ 

t|)etl|!aftig »erben, um im gnabenretc^en ©unbe mit ©Ott iU fein 

'J- • .-■ .'' .'..■..... ■ . 1 f • ■ ■ 

fctöeti, geWftuilBt; »iofben Idnnen, fo börfen fte nic^t all§tt furg fepn: anberer 
^ni^ gibt ft(^ ba^ SBirffame unb kräftige in ijntn erfl ir^ bem »ürbigen !Bor* 
tra^e^imb ber gehörigen Sf^anblung re(^t ju crfennen. Unb ^er ifl ein großer 
i»angelfttitiiffeter*Watrgfetif(((m »eld^et Weir S5eru(fft(^tigung berbiente- 

bie 5BorbiÖ>ung unb Anleitung be^ ©eifHiüjen'filr ben Ktttrgiftä^en Z^i feinet 

14 



— 208 — 

getreue^ Äinb \)or t^m ju wanbeln unb fromm ju [0911 unb fan t>cn 
^at^en öeric^tet) t)erf:prc^ett ^ic, aU c^rtgB^er ©etfianb ber Sltcrn, 
na^ Gräften bafür mttjuwtrfen, fo Beantworten Sie Diefeö mü 3a* 

(SlntwoTt:) 3a* . .< 
©0 geben @ie bem fitnbe feineCn) Flamen* . - , 

C2lnttt)ortO N. N. 

Cf^ictanf nimmt t>et ©eifllui^c ba^ ^iv:^ nnb fprit^t:) 

3(|^, aU ein t>erorbneter 2)tener ber ^Tiffcli(^en Ätrd^e, taufe 
bid^,, N. N., im SRamen be^ SSaterö, beö ©o^nc^ pb be^ ^. 
©eijte^. 

C^abei hetnpft er ba^ ^b brei ^at mit etti(^en Zxopftn Skffet^ an bem 

SJorberfopfe) 

J)enff^)ru(l^ ober 2)enft)er^ ober SBeibe^ jugleic^ («K*ei bie tejjte 
.$)aitb auf ben ^pf bed £inbe^ getegt kvetben fantQ« 

©Jä^u^ebet« Äir^enfegen* 





1». fftr ble @:pttfirittat{ptt« 

§♦ 240* grcic aiebe ober ^rebigt. SSater unfer* 

«hierauf lajfet un^ froren bie SQSorte ber ^. @c|rift öb?r bte 
(Erneuerung unb SefefHgung be^ in ber ^* 2:aufc mit @ott ge^ 
fd^Io-ifenen Sunbe^* 

^ai ifl ber Saitb^ ben i(| m\i i^nett ma^en v^iU^.^ißxväft ber j>err: 
itS) tcm geben meine ©efe^e ia i^ren Sint mt^ in i^r (itx^ mitt i# 
lie f^reiben unb tbiH i^r @ott fe^n^ UQb % fodeii.inein^ ^oä fepn 
C^ebr* 8, 103. 

Seil bu bon ^inb auf bie (. ei^rift meift, fo fann bi($ biefelbe 
untermeifen ^nr ©eligfeit bur(| ben ©lauben an 3^fun^ (E^rifhtm 
C2* SCim/3, 15> 2)0* . 

in ^^riflo gitt nur ber ©laube, ber bur$ bie Siebe ti&äg ip 

. C®öL ö, 6> ©aturn : . ' 

iage na^ ber ©erec^tigfeit/ ®ottfe(ig!eit^ Siebe/ ©ebulb unb @anftntut$ ; 
fämpfe ben guten ^ampf be^ ©tauben^; ergreife ba^ ett>ige Seben^ n^o^u 
bu berufen bift unb be!attnt ^afl ein guted iSdenntnif * bor bieUn Beugen 
1* SCim* 6, 11* 12)* 

SBiffet i$r nit^t, baß i^r ®otte^ Zmpü fepb, nnb ^ttß^ki ®om 
in eu* tboSnei QU ßor* 3, 16)? ; ;. ' 

mi^t aber ber @eiß @otted treibt, bieflnb @otte^ JKnber C9^$m.8^1dd« 

.i f 



— 209 — 

Datum fe^b feft,. nnUmqU^ unt> nenntet immer ju in bem 2Bet!e be« 
?>ertn, ftntcmal ijr »iffet, baf euere 3lrbeit nii^t bergeMitJ^ ifl in bem 

^errn Cl* S<>^* 15, 58)* 

Opfere bem f)öc^flen ©anf unb be^a Jle i^m beine ©elubbe C^f* 50, 14). 

J)tefe SBortc t>er f>* ©(^rift bctt)egett un^, uad^bem btefe Bög^ 
Kttge be^ StJangelium^ tn .bem 3D5orrt ®otte^ unterttc^tet ftnb unb 
ein ßffenrtiiJ^e^ S^wgntß baöon abgelegt ^abcn, i^nen aSeranlajfung 
3u geben, ben in ber ^. SCaufe mit ®ott gefc^loffenen SBunb nun* 
mefir felbjitf^atig 3u.jerneuern unb ju befiatigen* 

3f>r fcpb, geWcbte Äinber, [d^on aW ©auglmge auf ben Flamen 
beö aSater^, be^ ©ol^ne^ unb be^ ^* ©eijie^ getauft unb, aU i^v 
gunai^met an IHter, öud bem @t)angelittm geleistet worben, baß toix 
glauben u. f. w* 

tfHer fotgt baö ©tauben^befenntniPO 

©e9b t^ratfo, geliebte 3ögltnge, burd^brungen t)on btefer Äraft 
®otte^, feftg jü ma^en 2Hle, bie baran glauben, unb t)er^fltcbtet 
i^r eu(^ ju äi^i ^ri'jHid^em ©inn unb SQSanbel na(!^ bem SSSorte unb 
aSorbilbe unfern ^eilanbe^ 3efu ß^rijM, fo belräftigt J)iefe^ t)or 
©Ott, bem Sltt^egenwärttgen, an biefem Orte be^ ^eiligtf^um^, an 
biefem f(^6nen gejie euerer 3ugenbtt)ei|>e, in ©egenwart ber SSor^ 
flel^er unferer ©emetnbe, euerer treuem Slngei^örigen unb anberer 
tj^ettnefmienber 9Wit^rtfien, burd^ ein feierti^^e^ 3a* 

(fCntwortO 3«* 
2luf btefe^ euer feierli(|)e^ 33efenntnt§ unb ©elübbe nefime id^, 
alö ein t)erorbneter ©iener ber d^rifilid^en Äird^e, m^, bie bi^^er 
mit SSad^ftd^t befianbelten 8e|irj[unger, ale nunmef^r jureÄnung^fa^^ige 
SKitglieber unferer et)angelif(i^en Älrd^engemeinf^aft auf, wel^e ^in* 
fort mitbered^ttgte S:^eilne^mer an ben Jf* ©acramenten, felbjifiänbige 
Saugen ber iaufe fe^n unb an bem SRale Ui Söunbe^ ber Siebe 
unb Slufo!pferung 3€fu S^rijii ii^ in ben 2;ob einen befeligenben 
SlntffeÜ nefimen kfirfen* 

SQ3o|itan, tretet j[e$t, noie i^ m(Sf aufrufe, ju bem SUtare, um 
bie SJBeii^e be^ firc^Iid^en ©egen« ju em^jfangen* 

SßiQfi bu i^alten, U)a^ bu gelobet ^a^, fo reid^e mir jum fiil^U 
baren ^tii^tn bie re^te ^anb* 

(Der donfirmatib fniet nieber^ unb ed wirb i^m bie re^te $anb auf ben Stopf 

detegt ^aUi tt)irb gefprod^enO 

SWtoui ^n ben ff* ®eifl , ©d^u? unb ©d^trm ^or allem Slrgen, 

14* 



— 210 — 



Stärfe uttb Äraft ju aUem ®uten au^ t)tr gnäWgen J^anb ©otte^ 
Ue SSater^, bee ©ojjnee unt> t>e^ ^. ®^t|le^^ 

Denffipruc^ ober ©enft>er0, ot>er ^ettcö gugletd^; — ■* ©el^e {>in 
tn grieben! . .f. 

C3n biefer SBeife bei fömmitiiijien eoaftmanbeTiO : 
©ebet ©(^lußgefang. Ä"ird[>enfegen. 



tili 



c. für b t « » e i d^ t eJ 

§. 24i* greie SRebe ober ©cbet. Später üttfen ' 

/. |?ierauf lajfet.utt^ ^öi;m bte SS^Drfcß ber.|>. ©^rtft.p^r SBejfe^ 
rung, ©u§e unb aSergebung ber ©ünbe. ."i j .; ; . 

@d ifl ^ier fein Utiterfcf^ieb/ fte ftnb aft^mal. ^linber unb mangeln be^ 
.«Ruf>m0, ben fte t)or@ott Jaben fotten C^Köm* 3, 23>.|ber . 
©Ott Jat @ebu(b mit un^ unb tt>iU ni&t, baf 3emanb öirloren »erbe, 
fonbern baß fic^ Sebermann jur Suge.befe^re'C^ ^tfr^ 3, 9])» 

'00 t^ut nun 53ug eunb befejret eu(|, baß eu^reSiinben iertil^t mp 
ben C2l>>ojieIgefc^. 3, 193. ' ' " ' 

?egt ^on eu(^ ah nacib bem \)or{f:jen SBanbel ben dtten 9)?enf^eft, ber 
bnr'e^ £üf!e inStrt^um ft(^ »erberbt, ©rneuett eu(3^ aber itt®Slle 'eüete« 

@eftlüt^3 iint) jief^t bell neuen STrenfe^in an>'^et na'c^ *@ott ^fc^affeh 
ifl in re(|tf(|>affeuer @erei^ti<^!eit «nb |>eilig!ett C<ä^]^/'4^;: 33-^04}. 

©e^b unter einanber freun,bU(ib, l^er;|tit^ unb t)ergebt @(ner bem 2(n* 
bem, giei* wie euc^ @ott t)ergibt in (5|>rifio C@p|!ef, 4, 32^. . 

9lun wir benn Itnb (jeretä^t geworben bur(| ben ©raubeit/ fo ^laben w(r 
grtCben mit ®ott biirt^ unfern |>errn Sefum (^riflüm/ buri$ »et 
' * '(^en Xdh auc^ einen' 3ugang i^aben ixti, ©tauben' '^n feiner "@nabr 
(^6m. 5/ i; 2). ■;'■• • •''• "^■'^'■••■•' ■" ■•' • • 

'' ' t)ur(]^.bt'efe SÖorje ]p.eaf ^. (5%tft beIe|)Tt ubijf. . *^t> .' iKo^^^^^ 
^t'^gfett^bJfr/unäuögef erteil' Sefferuttg nnb Erneuerung bej^ innerii 
wlm%zn linlJ fraftfg baju ermuntert, 'gumal .öor einer fo. efir.njär;* 
btgen ^anblung, a\t> bte tji, welche tt)tr («ioVgen) jii fetern ' ent* 
f^l'offfit itttbi'ltiffet \xm*6iit ©Ott tin^ bemüt^jgin ün1> dtf^ itmt 

Sarml^erjiger, gnäbtger ©Ott ühb SSafer! Siir ffinbtge Wltn^ 
f^^ befenneh i)t^t ©rineÄ' 1^/ Stngeft^k tJt'et ge^ 

fünbtgt ^aben t)on unferer 3ugenb auf tvtber Senie gi^ttlfi^t Sftaf^ftfit, 
mit mcien bofen ©ebanfen, äSorten- unb aBerfett.innb.:aCertei ®t^ 
lüficn bcci ^crjcn^. ^ S)«^ t<i un^ aufrichtig letb, ba^ tt)ir 35icl^, 
u^nfcrn liebreichen ®mt unb aSater> fo ti^f betrübt utöl Äewiien ge^ 



— 211 — 

rechten nnwttten itn^ jugejogen fiaben. SBtt fielen um ®nabe unb 
^tlfc/ m^ ju bfffern, lint» bitten um SSerjei^ung unfcrer ©ünbcn 
uut> um bett 2;roji Demer Sarml^erjfgfeü burd^ 3cfum ßfiriftum, 
unfern ^Htant* Slmen 

prüfet eu(f) nun, ob btefc ©eftnnungen bt'e euertgcn finb unb 
beantwortet folgenbe gragen tn Slufrtdjjttgfett t>^^ -^erjen^ unb, 
wenn euer ^erg rebltd^ t>or ®btt iji, fo eignet eud^ ben J^rojl 
ber Vergebung ber ©unben gu, ber, au^ ©ottee SBort t>erfunbigt 

werben foß. 

.' . .11.. . • 

grfennf ij^r, baß.i|)r oft u^b mannigfaltig tfiUx ®ott ge«= 
fünbigt J)abt? , ..,.:., 

Sm^ftnbet i|;r baruber eine l^erglid^e 9teue. unb,^raurigfetj|? 
.. J:rpftet i^r eu^ b^e^ ^jrlpfer.i^ 3efUi;S$n|i{> ba|^wi« im..®Ia,u*' 
b^n an i^n dnen.3wgc»Äft,4U beö SSater^ erneuter. ®nabe ^abeit? 

3ji e0 euc;if, rfbIid^r>3Sorfa.$, fortan »iisit rju-l^r ßrnfl unb 2ln^ 
jiven$uug^ aJü?. bie^J^e^, an ber: burdS^^r<ifenben%ferungU9b; Heiligung 
ber ®eftnnun$ unb be;^. ipUn^^mmxUn, fo beantwprtrt ©olc^ie*. mit.3^4 

: Slutt;. wenn, bieg bie jaufific^tigc ^eftnming euereij^gen^ i^, 
fo bürft lii^irr mit J^lten^,®runbt ubnaeugtiife^Ä/vbaß metfiSiinbe« 
v>on ©otte^ 3Sater|)utb »ergeben finb. .Q^ ahtt^iAUitin ößrorteneteir 
Diener ber ^.riftlic^en Äir(^e, »ejfjinjoig^ ,«0^^ bem i3nj)alte be^ 
($»angetiun^ bie Vergebung euerer ^iinben im JJ^amen beö JBater^, 
©ol?nee unb ^. ®eifte^! 

Cl>icrbet tt)irt> t^ie xt6)ii,:^ant fegnenb über :bie ^emeitibe Qe^atten) 

' ®e|)et ^in in ^rieben ' unb funbigt ^infort ntd^t mefir ! dx 
aber, ber gnäbige unb barm|)erj(ge @ott unb ®ater> ma<!^^ euc(> 
burcf) fetneö ^. ®ci|ie^ firaft unb SBeiftanb tii(iptig, al^ feine treue 
unb ge^orfame Äinber tjor ij^m gu wanbeln, fromm gu fepn, unb 
f^affe in eu(|), \va^ t)or i^m gefäßig ift burd^ S^fum ß^rifium, un- 
fern ^errn! 2(mem 

©c^Iu^gefang* Äird^enfegen* 



d. f ü r b a $ 1^« ^ b e tt b m a L 

, S. 242. geftftejienbe JRebe mit furgem S^ylufgebete. aSater 
unfer> 

hierauf lajfet un^ frören bie SBorte ber ^. Schrift über bie 
(iinff Jung Ui ^. Slbenbmalee. 



— 212 — 

Unfet ^cttS^fu^ itt ^«t 9?ac|^, ba et »enatjen »ar^, na^mta^ 35tot, 
bantte, brac^ e^, gab e^ feinen Sängern unb fptat^: 9lejmet, effet> 
ta^ tu mein ^^ih, t>er für eut^ oebrori^en »irb. @oI(J>e^ tjut ju meinem 
©ebäc^tnig. 

C$ierbei wirb bie rechte ^anb fegnenb über baö 53rot gejattett) 

iDeffelbigen gteitä^en najm et aud^ ben Md^ naci^ bem 2(benbmat, ban!te, 

gab ijnen ben unb fpraci^: 2:rin!et 5ltte bataüö; bieferÄetc^ ift ba^ neue 

' 2:ef!ament in meinem S3Iitt, baö öergofTen wirb jur SJergebung ber 

• ©ünbe. @ot(^e^ tjut, fo oft il^r e^ trinlet, a" tneinem ©ebÄcbtnifl 

Cl* 6or. 11, 22—24. a»att|^. 26, 27). 
• i^itthd wirb bie ted^te ßanb fegnenb über ben 0{e) Äet(!^CO gehalten) 

2lu^ btcfen Sffiorten ber ^. ®^xi\t ^ören wir ntci^t attetn, baf 
ba^ ^. atbenbnial efne etnjle ©eböd^tnt^fefer be6 lietfbrtttgenben 8e^ 
ben^ unb 2::obc^ 3efu S^rijM ff9, foitbeni aud^ eine innige (Semetn:^ 
fd^aft mit i^m nnb eine tröptid^e Serfö^nimg mit ®ott aur SSetge* 
bung unferer 6ünben im froffen ®eföf>I feiner burd^ Sfftijinm un^ 
ertf^etlten ®nabe. !E)iej[entgen alfo, wettfe in ^äu^Hd^er unb fird^*' 
Hd^er «nbai^ ftd^ t>or ®ott gebemfitf^igtj i^m if^re 6fittben befaniit, 
bie ©elübbe ber aufrfd^tigjien Sefferung nad^ feinem SQSorte bargen 
brad^t unb bie Serfänbigung ber ©nabe ®otteö burd^ bie Diener 
be^ gfittlid^en SSBortc^ mit glaubigem ^erjen tJernommen ^abm^ 
mögen nun gmn SHtare treten. 

(S3ei ber @penbung be^ 8robe^ witb geftjrod^en:) 

9ife^met ^in unb eifet, f^jrid^t 3efu^ Si^rifiu«, ba^ ifl meinCei^, 
ber für eud^ gebrod^en tvirb. 

C^ ber ©penbung be^ Stei^t^ wirb gefprot^en :) 
^t^mH l^itt unb trinfet, fprid^t 3efuö ß^riflu^, baA ifl mein 
SBtut, Joergoffen jur Vergebung ber ©ünbe. 

@ebet. ©cj^Iußgefang. Äir^enfegen. 



e. für bie fitä)liä)e % v a u u n q* 

S. 243. greie SRebe. SSater unfer. 

hierauf laffet un^ l^ören bie SBorte ber ^. ©d^rift über ba^ 
Sünbni^ ber S|ie. 

©Ott fpta#: eö ifl ni<Jt gut, böf berJ^enf^^ aUein fei: i(3> w(U i^m 
eine ©e^ilftn geben, bie nm ijn fe^ Cl- 3Wof. 2, 18). 
. . 3efn^ fagt: 2)er im Sittfaög ben Wttn^m fc^uf, ber ma^te, bof ein 

ÜJ^ann unb ein ^^ib fepn foUte, unb fptxuf^: 2)arum wirb ein yimf^ 



— 213 — 

Sater unb Ttuütt i^ettaffett unb feinem IBeibe an^an^jeti,/ SSa^ nun 
©Ott aufammengefügt ^t, bc^ foll bct a»enf(3> ni^t ((Reiben CSflatt^. 
19, 4 — 6> 

Dt^^atb ermaffttt t>er 2f^)ojieI ^aulu«: 

(ün iegti^er ^abe tieb fein 3Beib, »ie flf^^ felbfl; ba« ^^ aber ejre 
ben 3»ann C@1>i>ef. 5, 33). 

greuet eu^, feib ^oUtommtn, trö^ eu4>, Jabt einerlei @inn, fo »irb 
ber ©Ott ber ^i^U unb beö griebenö ntit eu* fe^n (2. 6or. 13, 11)* 

2tu^ Mefen aSBorten ber f>> ®6)xift ^oren toiv, baß bte @^e eine 
leben^IängKd^e aSerbtnbung jtt)tfc^ett SWann unb ?5^au fepn fott, 
nii^t attritt ju wed^fetfetttgctn 33etjianbe für ba^ ftnnltd^e unb bür^ 
gerlic^e 8eben, fonbern üorjügltt^ burd^ eine innige ©emetnfd^aft 
be^ ®etfie« utib ^erjen^ jur f>et(fömen Uebimg tit ^xi^Xx^tx S|ir* 
barfeit unb 3uc^t, grJmmtgf eit unb ©ntrad^t, (Ermunterung unb 
^Ife in beiberfeittger SSert>ottfommnuttg für 3rit unb Smtgf eit, um 
bann Don ber ®nabe be^ SlUgütigen mt |nmmltf(|en @uteru in 
S^riflo 3efu reid^ gefegnet au »erben. 

3(1^ frage @ie alfo, (i^rifißd^e^ Bräutpaar »or ®cii, bem M^ 
»iffcnben, nnb btefen onwefenben 3^wgen, iji e^ 3f>r emfier unb 
tt)of>lbebad^ter (Sntfd^lug, nati^ ben eben gefiörten SJorfd^riften be^ 
©oangeKum^ aW d^rifilt4>e 6f>egatten etnanber treue iitU jn er*^ 
weifen, für einonber ga forgen, fromm unb friebltd^ a« ^rten, greube 
unb 8eib ju tf^etlen unb etnanber getreu ju bleiben bt^ tn ben SCob^, 
fo befrfiftigen Sie ©iefe^ burd^ 3a*- 

CSTntwortO 3«. 

Sluf biefe^ S3erf^)red^ett geben Sie ftd^ bte xt^U ^anb* 

(l^ierouf legt ber (Beifllic^e feine re^te $anb auf bie toerbunbenen ^änbe M 

55rautpaarö unb ^xl^ti) 

3d^ aber, ate ein \)erorbneter ©iener ber d^rtfttid^en i^trd^e, 
fegne bm f>. SBunb Sfyxtx @^e im ^amm be^ SSaterö, U6 ^ip^ne« 
unb be^ ^. ©eijie^! ' ' 

©d^tußgebet. Äird^enfegen. 



f. für bie 6 i b e ^ t^ e r tt^ a t tt u tt g^ 

$• 244, grciie. SRebe ober bejfer ©ebet* SJater unfer, 

;g)terattf laffrt unö $«rett bie SBorte ber i^. ©^irift fite« bie 
^rfHgfett Ui ©be«. @te fagt: , , 



— 2H — 

'. ^u fotlfl ben ^ernt, ©einen ©Ott, fürchten;- i^m fottft bn bienen unb 
. bei feinem «amen -f*t»örf n (5, 3K^f. 10/20). 

2lber bu fottflben 5'Jamen beö f)errn, ^Deine^ ©otte^, nic^t migbrauc{>ett, 
benn ber ^err mirb ben ni0^ pnö^fhraft laffen, ber .. feinen .^Jame? mif* 
hxan6)i C2* 3)iof, 20, 7)/' ' 

"Die 9)?enfci^en fc^n>ören bei einem @rö gern, benn .fte ,ßnb^ unb berSib 
maj^t ein (Snte aUeö ^aber^^ babei eö feft bteibt; unter i^nen C'^ebr» 
6, 163t . 2)arum . , .' 

foUfl bu fein .faWeö..3?«Jfiiß reben, »ibet bei^nen ^läd^^en . C3 3Wof* 
20/16). ^$)ei|n'..',./.^ !. .... i' ;, . ./ . .. / .. 

JSJfiö ^^ffr:^ ^^1^ 3)?^njft^jen,.. fo ei; bic gan^e ^elt gewönne unb nä^^itf 

'j:>oc|i^iaben,,qn^^^^^^^^ 

^ ©Ott aber fen;ijit,U9fere ©e^anlen ^on fern ^tnb.weilJebei^.pejt auf 
jr untrer äu^^e CPfr 1?^/» 3;. ,4)^ j: . . ., : i 

; , ' . ®T' JP^'* «i» ft^neffejc ö^ngf . ftpn »iber bie EWcineibigm C3Ralt . 3, :^)> 

ätt^ btefen SQäorten .bcr >. S^rtft ffören wir, baß e^ ber atfr 
gewaltige ^ergen^funbiger tji, beti wir : bri 2l6leguiig. eiltet, tJW^ ber 
t)orgefej^ten .Obrtgfett auferfegtöi ®bc^ titd^t bloß, at^ 3^ugen unb 
^eifec anwf^tt^^ baß er bitr^ ba0 ©ffü^ll^r ticfftea (S|^rfurd|i »ot 
ijmt uttb bur(^j btft firaft fcitic^ ^i dt^m^cUüm^ §u tem unmnwum 
betten ©efetttttnife ber SBa^t^eit imö- Warfen, biffelbe burd^ bie 
aßet^ett. ffiner SSBegje,. an ba^ »«iilfe öd^t . bringen unb nnferm '®e^ 
wijfin. bie :grettbtgfett..au:,i|)merf^altat /.möge, fonbernibcn wir auc^ 
anrufen ale Slic^ter ber ©ebanfcn unb ©eftnnung be^ ^^erjeu^ nnb 
beffen gereci^tem ©ertc^te wir^ , un^, getroji unterwerfen. S38te fonnten 
wir atfo wagen, wegen ,eine^ jettKd^en ©ewinne^ .üb,er ajerlufiei^, 
au^ falfc^er ©(|)am, SiK^nfc^enfurc^t ober 9)ieitfd^engefäßtgfett, un^ 
2)eihjetttgeh betreffen gegen^^^^ ^u flehen, ber uiifer ^erj erfbrfd^t, 
wie ttjir ti meinm, betn Süge iinb galf^^ett ein ©räuet.ftnb, unb 
bejfen^J^anb wir nic^it. etttflie|>^i fbitnen Wfbcr in bjefer , . nö(i^ in 
jener ffieft? 

jDemgemäß forbere t(i^ nun, aW ein öerorbneter 2)iener ber 
(i^rtfltid^en ^irc^e, mit beut ^. @rnjie be^ SbangeKum^ unb in 
Sluftrag ber bon ®ott etngefegten Obrigfett, bie eine diä^nin ifi 
ober ben,. ber S3ßf§^ ..t|int,; ^ie |>termit fcierlidpfi auf, bei i>em3^nen 
auferlegten (Sibe be^ aßwiffenben, ^eiliigen unb geredeten ®otte^ 
eingeben! gu fe^it utif hat^' ber ''g'eWiffenl^äftejie'tt Ütberteglfi^g btc 
S38afirl^cit gang unb unentfietü:', o^fneirgenb einen ge^imen' 3Sor^ 
U^aW, in unjweibeutigen SQBorten tebltd^ gu befennen. Stflcii 



— 215 — 

Sic 2)tcfc^ in Jfufrtc^h'gfeit t)eä ^erjcnö , fo beantworten ©te 
e^ mit 3a* 

(%nixooxiO ^a. 

($>ietauf toitt bie te^^te i>ant auf bie gefalteten ^änbe be^ ju ^emarnenben 

gelegt unb gefptot^en:) 

©aju J^eTfe 3|>nm We firaft unb ber Segen beö SSatevö, beö 
©o{>ne<^ unb bee j?. ®cifJ;e! 

@ebet, Äird^enfegciu 



fiT* für bie :C r b i it a t t o st* 

S. 245. greie SRebe. SJater unfer» 

herauf laffet unö ^ören bte SBorte ber ^. ©(fftift fl^er bie 
aSerorbnunfl e(ne^ etJangetifd^en ^rebiger^. 

3efu^ fpTa(^: (Stti^tok T>n, o $ater, nti(^ in bte^ett gefanbt ia% 
a(fo fenbe i^ fle an* (n bie fBelt C3of>* 17, 18). 

X)e§^alb fugen feine 3önget (inan: SStr Rnb Sotfc^after an Cr^rifti 
(Statte benn Qi^ott ermaßet burc^ und: laffet eu4^ berfö^nen mit ®^H 
(2. Sor. 5, 203. J>atttm 

fte^e auf ba^ %mi, bad bu empfangen (afl^ ba$ bu badfelbe oudric^teft 
C6ol> 4, 17). 

3Beibetbief)eerbe^$rifH, fo euc^ befohlen ift, nic^t gezwungen, fonbern 
wittig; nit^t um ft^änbli^^en ©ewinned Witten, fonbern bon |)ergenö# 
grunb; nid^t aU bie über bad 35oI! Jerrf^en, fonbern »erbet 35orbiiber 
ber f)eerbe QU ^etr. 5, 2—4). 

Raffet und Stiemanben ein ärgernif geben, auf baf unfer Slmt niä^t ber« 
(äflert »erbe, fonbfrn in atten ©ingen (äffet und bcweifen aid Wiener 

©otted in ©ebutb, Äeuf(!(>Jeit, (£r!enntniS, ^angmutj, greunbtic^* 

Mt, in bem J, ©eifle, in ungefärbter ^ieht, in bem SBorte ber 3BaJr* 
Mt, in ber Äraft Ootted bur(^ SBaffen ber ®ere(^tig!eit C2* Sor. 6, 
3* 4* 6. 7). 

!Dann ge^t jlene ^erpeifung in CErföttung, bie ba fagt: 

©ie Sejrer »erben leuchten, »ie bed ^immeld ©lanj, unb bie, fo 
Siele gur @ere4>tig!eit »eifen, »ie bie ©terne immer unb e»igU(t> 
C^an. 12, 3). 

Slu^ bieVen SBorten ber ^. ®6)xi\t Igoren tbir, baß ber berufene 
.I){ener be^ StJangeliumö mit ^eiligem Sinne bie i^m anvertraute 
©emetnbe in bem .©lauten unb ber Siebe 3efu fi^rijii ju bem 3Sater 
im «pimmel fü|)ren, mit ibm t)erfö{inen unb in fegen^reid^er ®e^ 
meinfc^iaft erf^alten unb ju tiefem mit fd^werer 93erant»)ortung t)or 



— 210^ — 

®ott öerbuntenett Jlmte turd^ forttt)a^tent>e6 Sffiac^et^um tn ber 
@nat)e unl) Srfenntnig ®otte^ unt> feinet @o|)neö immer tud^ttgcr 
»erben, fo wte tn ©eftnnung unb Ceben ftd^ barjietten foß afö ba^ 
utttabel^afte SSorbilb eine^ ächten 9^ad;fo(ger^ 3efu 6f>rtjiu 

SBotten ®ie atfo ba^ 3i^nen übertragene 2lmt etne^ et)angeli^ 
fciben ^rebtger^ an^ n)a|)r|)aft tnnerm 93erufe unb mit großer ^reu^ 
btgfett ju ®ott überne|)men unb naä) ben eben gef)örten SSorfd^nften 
be^ @t>angelium^ fromm unb getx>tffen|)aft ausüben, fo befrSftigen 
©ie 2)iefe^ t)or (Sott, bem SlKwiffenben, an btefem Drte be^ J^eilig^ 
tj)um^, in ber 33erfamm(ung ber ©emeinbe unb ij^rer aSorfle^er, fo 
tt)ie ber Diener be^ göttlichen SBorte^, mit 3a^ 

C2(nttt)ortO ^a. 

(f>ierauf fntet ber Orbinanb nieber, nnt) ber orbinfrenbe ®eifttt(|^e fammt etttjai* 
gen ©c^iffen (egl ijm bie rechte $)anb auf ben Äopf unb fpxi^tO 

2luf bieje^ 3|)r feierlichem Sßerfpreci^en erflare id^, aW ein t)er^ 
orbneter Diener ber d^riftlid^en Äird^e unb taut f>ierju erl^attenen 
Sluftrag^, 3|)re nunmej)rige ©efäi^igung jur Dottjiänbigen Slu^übung 
beö geiftli^en Slmte^ in febem 3^nen red^tlic^i angen>iefenen 9Btr^ 
fung^freife unb fegne (Sie im 5Ramen be^ Sßater^, be^ @oJ>nem unb 
be^ f>. ©eijiem! 

®cUt ©d^Iußgefang. Äir4)enfegen, 



h« für b i e S e i 4^ e tt f e i e r* 

S. 246* greie SRebe ober ©ebet. 93ater unfer. 

J£)ierauf laffet un^ ^oren bie Sffiorte ber ^. ©d^rift über ba6 
Snbe bem menfcl;li(^en Sebenm. 

3)er ^tanh muß lieber ^ur Srbe fommen, me er gemefen tft, unb ber 
@eifi ti?icber ^u ©Ott, ber i^n gegeben ^at C^reb*, 7, 12). . 

©Ott mxt> geben einem 3egtid()en nac^ feinen 2Ber!en, nämli(^> ^reiö, 
©^re unb unt)erganglic^e^ SBefen ©enen, bie mit@ebutb in guten 2Ber* 
fen trad;ten na(]^ bem emigen Seben: aber 2:röbfat unb SCngfl über äffe 
eceten ber 2)2enfd^en, bie S3öfeö t^un CSRom. 2, 6* ?♦ 9). 

«Darum le^rc un^, o $err, bag iioir fterben muffen, auf baf wir ftug 
werben unb na^i ©ir fragen C^f» 90, 123* 

5?ur ber ©ere^te ifl in feinem 2:obe getrofl (©pr* 14, 32)* SDenn 
djriftuö j>at bem 2:obe bie Tla6)t genommen unb baö 2ebett unb ein 
un)i)ergängtt($e^ ^efen an ba^ Sic^t gebrad^t burc^ bam C^angetium 
(2. S:im- 1, 10), 2)eßf>alb Joffen tt)ir. 



I 



\ 



— 217 — 

X)er|)ett n>irb un^ etlöfen )>on allem UeMunb und au^Mf^n ^u feinem 
Hmmrif4>en 9lei*e (2. £im. 4, 18). 

M(xt fein Sluge gefe^en unb (ein 0$r gepätt (at^ wad in feinet 
SÄenfc^en ^erj gefommen \% baö Jat @ott bereitet ©enen, bie ijn lieben 

1. 6or* 2, 9)* 

Slu^ biefen SBorten ber ^. ©d^rift ^Jren wir, baf unfcr ®etji 
nad^ tiefer Srbe ©d^merg unb ^}x<A, nad^ t^rem SQBa^ne unb ifiren 
aSertrrungett, nad^ t^ren vergeblichen Sln^engungen unb iinbefriebi* 
genben ©enfiffen jurudtf c^rt gu bem, ber il^m etn geredeter, aber aud^ 
bannl^erjtger unb gnäbtger SSater fejn tt)trb* Sr, ber «^erjen^fun* 
btger, ber alle Dinge weiß unb unfere ©ebattlen Joon gerne fennt, 
tt)trb t|;n nac^i feinem tnnern SQBert|ie geredeter rid^ten, aW SWettfc^en 
e^ t)ermögett, tt)irb 9lac|it^d^t l^aben mit feiner ©d^tt)äd^e unb ba^ 
rebli^e S^rad^ten nad^ SQBerlen be^ ewigen Sebenö fegnen burd^ bie 
unt>ergänglid^en ©eijie^freuben einer ^öl^ern SBett. 

®urc|ibrungen soon bem i^o^en (Srnjie biefer 8lu^f^)rftd^e be* 
(Si)angelium^, übergeben wir nun beine irbifd^e ^utle, (Sntfd^lafeneCr), 
bem buttfeln ©c^ooß ber mütterlid^en Srbe: beinen ©eifi aber be* 
fel^len wir in bie ^anb be^ großen unb guten SSaterö atle^ Deffen, 
xa^^ lebt im ^immel unb auf grben. ©ein griebe fep mit bir! 
(©eine Siebe fü|^re bic^ ben tl^euern SSorangegangenen in bie arme!) 
©eine ®nabe lajfe bi(^ bie ^errlid^Ieit fd^auen, bie ber SSater bem 
©ol^ne gegeben l^at, \>omi au^ bu an biefer ^errlid^feit £{ieil ^abeft ! 

Cl>ier u>irb bie reffte ^anb fegnenb ober bad ®rab gehalten unb gef^rot^en:) 

3d^ aber, (AA ein t)erorbneter Diener ber d^rijilid^en ilird^e, 
fegne Dic^ m 9lamen be^ SSater^, be« ©o^neö unb be* $i* ®eijle« ! 

®ebet^ fiird^enfegen. 




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BECKER, Karl Christian. 


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